Der PS-Krieg: Porsche bescheidener als VW - die Wahrheit über Leistungshunger

 
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Der PS-Krieg: Porsche bescheidener als VW - die Wahrheit über Leistungshunger
Im Schnitt fast 50 PS mehr als 1995

Der PS-Krieg: Porsche bescheidener als VW -
die Wahrheit über Leistungshunger
Montag, 19.05.2014, · von FOCUS-Online-Redakteur Sebastian Viehmann

Neue Autos haben immer mehr PS - so viel wie nie zuvor, hat eine aktuelle Studie ermittelt.
Interessant ist dabei auch die Verteilung des PS-Wachstums. Hier wird nämlich so manches
Vorurteil widerlegt.

Nie waren unsere Autos stärker: Der in Deutschland verkaufte Durchschnitts-Neuwagen hatte
in den ersten vier Monaten 2014 eine Motorleistung von 141 PS. Das hat eine Studie des
Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen ermittelt. Seit 1995
steigt demnach die PS-Leistung der Autos fast kontinuierlich jedes Jahr an. Nur 2009 gab es
wegen der Abwrackprämie und des damit verbundenen kurzlebigen Kleinwagen-Booms einen
großen Knick.

Fast 50 Prozent mehr Power

"Betrug im Jahr 1995 beim Durchschnitts-Neuwagen in Deutschland die Motorleistung noch
95 PS, hat sich dies im Zeitverlauf auf 141 PS erhöht. Dies ist ein Zuwachs von 46 PS oder 48
Prozent. Zwar sinkt der Treibstoffverbrauch von Neuwagen, die PS-Zahlen steigen aber
weiter", sagt Automarkt-Experte und CAR-Geschäftsführer Professor Ferdinand Dudenhöffer.

Besonders leistungshungrig sind deutsche Autos. "Während ein Neuwagen der deutschen
Autobauer in den ersten vier Monaten des Jahres mit 154 PS ausgestattet war, verfügt der
typische Neuwagen der Importeure über 120 PS. Allerdings steigt auch bei den Importeuren
die PS-Zahl der Neuwagen, allerdings langsamer als bei den deutschen Autobauern",
schlussfolgert Dudenhöffer. Der Unterschied liege zum Teil auch darin begründet, dass
Importeure wie Fiat oder Renault viele Kleinwagen im Programm haben.

Porsche braucht weniger Mehr-PS als VW

Der Trend zu mehr Leistung lässt sich unter anderem durch das höhere Gewicht moderner
Autos, den SUV-Trend, durch neue Motorentechnik - etwa Downsizing mit weniger Hubraum
und Turboaufladung - und natürlich auch durch den Prestige-Hunger der Automarken
erklären. Der neue Golf R 400 zum Beispiel holt statte 400 Pferdestärken aus gerade einmal
zwei Litern Hubraum. Moderne Fertigungstechniken ermöglichen viel höhere
Verbrennungsdrücke, mit denen sich mehr PS aus den Aggregaten herausquetschen lässt.
Nicht immer tut das der Lebensdauer der Motoren gut.

  Quelle: CAR Universität Duisburg-Essen

Interessant ist der Vergleich der relativen Leistungssteigerung. Dabei zeigt sich nämlich, dass
das übliche Sportwagen- und "Deutsche Autos sind böse Spritvernichter"-Bashing nicht
wirklich begründet ist: Ausgerechnet Porsche hat seit 1995 mit 21 Prozent das kleinste PS-Plus
aller deutschen Autobauer, und das bei immer besseren Fahrleistungen und geringeren
Verbräuchen. Volkswagen hat im Vergleich einen dreimal so hohen Leistungs-Sprung
gemacht: "Der Durchschnitts-VW hat in diesem Jahr eine Motorleistung von 129 PS. Das ist
ein Plus von 63,3% gegenüber dem Jahr 1995", rechnet Ferdinand Dudenhöffer vor.

Bringt die Zukunft noch mehr PS?

Geht das PS-Rennen jetzt ewig so weiter? Wohl eher nicht, glaubt zumindest Dudenhöffer:
"Nach dem Jahr 2022 gilt in Europa ein Grenzwert von 95 Gramm CO2/km statt der heutigen
130 Gramm CO2/km. Mit 150 PS bei Verbrennungsmotoren wird sich das nicht realisieren
lassen. Zusätzlich arbeitet die EU-Kommission an einer neuen Messvorschrift für den
Normverbrauch. Vermutlich wird über die Regulierung des Treibstoffverbrauchs dann das PS-
Rennen bei Neuwagen eingebremst werden."

Elektro-Power muss her

Allerdings: Die Lösung zumindest bei teuren Premium-Autos, weniger Verbrauch ohne
Leistungseinbußen zu schaffen, ist für viele Hersteller der Plug-In-Antrieb. So hat zum Beispiel
der Plug-In-Hybrid Audi A3 Sportback etron 204 PS, bei einem Durchschnittsverbrauch von
1,5 Litern auf 100 Kilometern. Da kommt kein Dieselmotor mit. Es könnte also durchaus sein,
dass die Verbindung von Elektro- und Verbrennungsmotor die PS-Zahlen unterm Strich
trotzdem weiter klettern lässt. Allerdings sollten die Kunden genau aufs Datenblatt der neuen
Power-Sparwunder schauen. Den Miniverbrauch von 1,5 Litern zum Beispiel erreicht der
erwähnte Audi nur auf den ersten 100 Kilometern, wenn der Akku voll aufgeladen ist und der
Verbrennungsmotor am wenigsten mithelfen muss.

STUDIE

Deutsche Neuwagen werden immer
stärker
19.05.2014

Die PS-Zahlen der in Deutschland verkauften Neuwagen sind in den ersten vier
Monaten des Jahres auf einen neuen Rekordwert von 141 PS gestiegen.

Essen. Der Trend zu mehr Pferdestärken bei den Neuwagen in Deutschland geht einer
Studie zufolge ungebrochen weiter. Bis April kletterte die durchschnittliche PS-Zahl
von neu zugelassenen Autos in diesem Jahr auf 141, ergab eine Untersuchung des
CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.

Im vergangenen Jahr hatte der Wert noch bei 138 PS gelegen, 1995 waren es lediglich
95 PS. Die einzige Unterbrechung des Aufwärtstrends gab es im Jahr 2009, als die
Abwrackprämie verstärkt zum Kauf von Kleinwagen beitrug. Anfang der 1970er Jahre
hatte selbst ein Porsche 911 nur 130 PS.

CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer sagte zu der Entwicklung, da hohe PS-Zahlen
auch hohe Gewinne bei den Autobauern brächten, könne auch in den kommenden
Jahren mit steigender Motorleistung bei Neuwagen gerechnet werden.

Porsche macht mit 360 PS pro Fahrzeug den größten Profit pro Fahrzeug unter den
Autobauern. Die drei Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes liegen deutlich über
den PS-Zahlen des Gesamtmarktes. Dies gilt auch für die Profitabilität der
Unternehmen. Die Autokäufer sind offensichtlich bereit, gerne Geld für PS und größere
und leistungsstärkere Autos auszugeben.

VW vorn im PS-Rennen

Während ein Neuwagen der deutschen Autobauer in den ersten vier Monaten des
Jahres mit 154 PS ausgestattet war, verfügt der typische Neuwagen der Importeure
120 PS. Die Domäne der Importeure sind die Kleinwagen. Allerdings steigt auch bei
den Importeuren die PS-Zahl der Neuwagen, allerdings langsamer als bei den
deutschen Autoherstellern.

Den größten Sprung bei den PS-Zahlen gegenüber 1995 hat unter den deutschen
Herstellern Volkswagen gemacht. Laut CAR hat der Durchschnitts-VW in
diesem Jahr eine Motorleistung von 129 PS. Das ist ein Plus von 63,3 Prozent
gegenüber dem Jahr 1995. Der deutsche Autobauer, der die meiste Zurückhaltung
beim PS-Rennen seit 1995 übt, ist Porsche. Dort nahm die PS-Zahl um 21 Prozent zu.

dpa/fgh

Dudenhöffer: Autos immer PS-stärker -
Erstmals über 140 PS im Schnitt
Duisburg/Essen (APA) - Neue Autos werden immer PS-stärker. Erstmals wurde heuer
bei den in Deutschland zugelassenen Neuwagen die Grenze von 140 Pferdestärken
durchbrochen, erklärte der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer am Sonntag.

Der in Deutschland verkaufte neue Durchschnitts-Pkw hatte in den ersten vier
Monaten des Jahres eine Motorleistung von 141 PS. Dies sei ein neuer Rekordwert,
erklärte Dudenhöffer in einer auch der APA übermittelten Aussendung des Center
Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.
Verfügte der Durchschnitts-Neuwagen im Jahre 1995 noch über eine Motorleistung
von 95 PS, stieg die Leistung seither kontinuierlich an. Die einzige Unterbrechung
dieses Trends gab es mit der Abwrackprämie im Jahr 2009. Da hohe PS-Zahlen auch
hohe Gewinne bei den Autobauern bringen, könne auch in den nächsten Jahren mit
steigender Motorleistung bei Neuwagen gerechnet werden, so Dudenhöffer.

Voriges Jahr hatten Neuwagen im Schnitt 138 PS unter der Haube, 2012 waren es
137 PS. Im Jahr 2010 betrug der Durchschnitt 130 PS, im Jahr 2009 nur 118 PS -
davor, im Jahr 2008, waren es aber auch schon 131 PS gewesen.

Neuwagen haben erneut mehr PS
Der Trend zu mehr Pferdestärken bei den Neuwagen in Deutschland geht einer Studie
zufolge ungebrochen weiter. Bis April kletterte die durchschnittliche PS-Zahl von neu
zugelassenen Autos in diesem Jahr auf 141, ergab eine am Sonntag bekannt
gewordene Untersuchung des CAR-Center Automotive Research an der Universität
Duisburg-Essen.

Im vergangenen Jahr hatte der Wert noch bei 138 PS gelegen, 1995 waren es lediglich
95 PS. Die einzige Unterbrechung des Aufwärtstrends gab es im Jahr 2009, als die
Abwrackprämie verstärkt zum Kauf von Kleinwagen beitrug. Anfang der 1970er Jahre
hatte selbst ein Porsche 911 nur 130 PS. (dpa)

Automobilbranche: Hohe PS-Zahlen steigern Gewinne

Seit 1949 waren die Motorleistungen der verkauften Neuwagen nicht so groß wie in den
ersten vier Monaten des Jahre 2014. Der in Deutschland verkaufte Durchschnitts-Neuwagen
hatte       in    den       ersten       vier     Monaten       des       Jahres      eine
Motorleistung von 141 PS. Dies ist ein neuer Rekordwert. Dies geht aus einer Untersuchung
des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hervor.

Seit 1995 steigt die PS-Zahl der Neuwagen
Die einzige Unterbrechung bei diesem Trend gab es mit der Abwrackprämie im Jahre 2009.
Betrug im Jahr 1995 beim Durchschnitts-Neuwagen in Deutschland die Motorleistung noch 95
PS, hat sich dies im Zeitverlauf auf 141 PS erhöht. Dies ist gegenüber dem Jahr 1995 ein
Zuwachs von 46 PS oder 48 Prozent. Zwar sinkt der Treibstoffverbrauch von Neuwagen
aufgrund der Auflagen der EU-Kommission. Die PS-Zahlen steigen aber weiter, so das CAR-
Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen.

Deutsche Autobauer mit deutlich mehr PS als Importeure

Die Neuwagen der deutschen Autobauer – Audi, BMW, Ford, Mercedes, Opel, Porsche und
VW – verfügen über deutlich mehr PS als die Neuwagen der Importeure. Während ein
Neuwagen der deutschen Autobauer in den ersten vier Monaten des Jahres mit 154 PS
ausgestattet war, verfügt der typische Neuwagen der Importeure 120 PS. Die Domäne der
Importeure sind laut CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen die
Kleinwagen. Allerdings steigt auch bei den Importeuren die PS-Zahl der Neuwagen, allerdings
langsamer als bei den deutschen Autobauern.

Hohe PS-Zahl bringt hohe Gewinne

Betrachtet man die Gewinne der Autobauer, gilt die Gleichung: Hohe PS-Zahl der Fahrzeuge
bringt hohe Gewinne. Porsche macht mit 360 PS pro Fahrzeug den größten Profit pro Fahrzeug
unter den Autobauern. Die drei Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes liegen deutlich
über den PS-Zahlen des Gesamtmarktes. Dies gilt auch für die Profitabilität der Unternehmen.
Die Autokäufer sind offensichtlich bereits, gerne Geld für PS und größere und
leistungsstärkere Autos auszugeben, so das CAR-Center Automotive Research der Universität
Duisburg-Essen.

Den größten Sprung bei den PS-Zahlen gegenüber 1995 hat unter den deutschen Autobauern
laut der Untersuchung VW gemacht. Der Durchschnitts-VW hat in diesem Jahr eine
Motorleistung von 129 PS. Das ist ein Plus von 63,3 Prozent gegenüber dem Jahr 1995. Der
deutsche Autobauer, der die meiste Zurückhaltung beim PS-Rennen der Autobranche unter
den deutschen Autobauern seit 1995 übt, ist Porsche. Dort nahm die PS-Zahl um 21 Prozent
zu.

PS-Rennen im deutschen Automarkt geht weiter

Die Autobauer haben es zwar geschafft, höhere Motorstärke nicht unbedingt mit höheren
Treibstoffverbrauch zu kombinieren, so das CAR-Center Automotive Research der Universität
Duisburg-Essen. Dies gelte allerdings nur für den sogenannten "Normverbrauch", wie er nach
den derzeit gültigen Kriterien der EU-Kommission, dem sogenannten NEFZ (Neuer
Europäischer Fahrzyklus) gemessen wird. Ausschlagend für die Spriteinsparungen seien nicht
die Autokäufer, sondern die Vorgaben der EU-Kommission. Ohne Vorgaben der EU-
Kommission wären die Treibstoffeinsparungen der vergangenen Jahre nicht erreicht worden.

Das Rennen nach immer höheren Motorleistungen unserer Neuwagen scheint noch lange
nicht zu Ende, schreibt das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen.
Ein Grund dafür seien immer neue Versionen von SUV mit immer "sportlicheren"
Fahrleistungen. Im Jahr 1995 hätte wohl niemand gedacht, dass einmal 141 PS das Mittelmaß
bei der Motorleistung bei Neuwagen sein könnte. Damals hatten Mercedes im Schnitt 138 PS,
die Audis 128 PS und BMW 147 PS. Da bis zum Jahre 2022 in der EU die Treibstoffverbräuche
und CO2-Werte auf die heutigen Werte festgeschrieben sind, kann man erwarten, das auch in
den nächsten Jahren die PS-Zahlen der Neuwagen weiter steigen.

Nach dem Jahr 2022 gelten in Europa dann 95 Gramm CO2/km als Limit statt die heutigen 130
Gramm CO2/km. Mit 150 PS bei Verbrennungsmotoren wird sich das nicht realisieren lassen,
so das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Zusätzlich arbeitet
die EU-Kommission an einer neuen Messvorschrift für den Normverbrauch. Vermutlich werde
über die Regulierung des Treibstoffverbrauchs dann das PS-Rennen bei Neuwagen
eingebremst werden. Aber das dauere noch mehr als fünf Jahre. Das PS-Rennen im deutschen
Automarkt gehe also weiter.

Auto: Deutsche stehen auf schnelle Autos: Neuwagen
erneut mit mehr PS
Duisburg (dpa) - Die Deutschen stehen offenbar auf immer schnellere Autos. Der Trend zu mehr
Pferdestärken bei Neuwagen geht laut einer Studie zumindest ungebrochen weiter. Bis April kletterte
die durchschnittliche PS-Zahl von in diesem Jahr neu zugelassenen Autos auf 141 - das steht in einer
Untersuchung des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Im
vergangenen Jahr hatte der Wert noch bei 138 PS gelegen, 1995 waren es lediglich 95 PS. Zum
Vergleich: Anfang der 1970er Jahre hatte selbst ein Porsche 911 nur 130 PS.
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