Erholungslenkungskonzept Reussebene - Kurzbericht und Stand der Umsetzung
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Erholungslenkungskonzept
Reussebene
Kurzbericht und
Stand der Umsetzung
Baudepartement
Abteilung Landschaft und GewässerImpressum
Herausgeber: Baudepartement Kanton Aargau
Abteilung Landschaft und Gewässer
Stand: Januar 2005 / EntwurfInhaltsverzeichnis
Vorwort .............................................................................................................................................................. 2
Anlass und Stellung dieses Berichts ................................................................................................................ 2
Adressaten ........................................................................................................................................................ 3
1. Die Reussebene – ein attraktiver Lebensraum ............................................................................................ 4
2. Das Problem: der Druck steigt ..................................................................................................................... 5
3. Das Erholungslenkungskonzept: Massnahmen für die langfristige
Sicherung der Lebensqualität ...................................................................................................................... 6
4. Ziele und Prioritäten des Erholungslenkungskonzeptes .............................................................................. 7
4.1 Grundsätzliche Ziele ............................................................................................................................... 7
4.2 Wesentliche Ergebnisse aus der Vernehmlassung ................................................................................ 8
5. Massnahmen zur Umsetzung des Erholungslenkungskonzeptes
im Pflichtenheft des Baudepartementes AG ............................................................................................... 12Vorwort
Die Reussebene bietet einer Vielzahl von bedrohten Pflanzen- und
Tierarten Lebensraum und ist gleichzeitig ein begehrter Naherho-
Schönheit ist begehrt lungsraum. Nicht zuletzt die vielfältige und ursprüngliche Landschaft
stellt einen Anziehungspunkt für viele Erholungssuchende dar. Es ist
offensichtlich, dass dabei grössere und kleinere Konflikte zwischen
den verschiedenen Nutzungsansprüchen entstehen. Mit dem Erho-
lungslenkungskonzept Reussebene werden nun Wege und Möglich-
keiten aufgezeigt, um die grössten Konfliktbereiche zu entschärfen.
Besucherströme sollen vermehrt an Orte mit Erholungsinfrastruktur
und didaktischen Anliegen geführt und empfindliche Lebensräume
entlastet und besser abgeschirmt werden. Damit soll gewährleistet
werden, dass die Schönheiten der Reussebene weiterhin für verschie-
dene Freizeitaktivitäten genutzt werden können und trotzdem für kom-
mende Generationen bewahrt bleiben.
Anlass und Stellung dieses Berichts
Auf der Basis einer Grundlagenerhebung (Phase 1) wurde unter Be-
rücksichtigung verschiedener Entwicklungsszenarien ein Massnah-
menkatalog erarbeitet (Phase 2). Dieses Erholungslenkungskonzept
Reussebene wurde in einem längeren Prozess durch die beiden Kanto-
ne Aargau und Zürich, ein externes Planerteam sowie die betroffenen
Gemeinden und Interessenvertreter erarbeitet.
In der begleitenden Arbeitsgruppe (BAG) zum Projekt waren die folgen-
den Personen vertreten:
Mitglieder der Begleitenden Kanton Aargau
Arbeitsgruppe (BAG) Albert Bürgisser, Gemeinderat Jonen
Josef Fischer, Geschäftsführer Stiftung Reusstal
Hans Ruedi Frey, Jagdgesellschaft Reusstal
Franz Hagenbuch, Gemeindeammann Rottenschwil
Erwin Jansen, Kreisförster Muri
Martin Meyer, Gemeinde Merenschwand
Kanton Zürich
Irene Kleiner, Kynologischer Verein Bezirk Affoltern
Moritz Koller, Gemeindeschreiber Obfelden
Hansjürg Schneebeli, Gemeinderat Obfelden
Erich Stutz, AWEL, Wasserbau / Gewässerunterhalt
Hanspeter Tschanz, ALN Fachstelle Naturschutz
2 Erholungslenkungskonzept ReussebeneDas beauftragte Planerteam nateco (Gelterkinden), oekoskop (Basel) Blick über die Reussebene
sowie Ernst Basler + Partner (Zürich) legte Ende 2002 den Schlussbe- (Foto: B. Schelbert)
richt zum Erholungslenkungskonzept Reussebene vor. Dieser Bericht
enthält Stossrichtungen, welche entweder Mehrheitsmeinungen ent-
sprechen oder die zumindest nicht auf grundsätzliche Ablehnungen
gestossen sind.
Inzwischen wurde der Schlussbericht durch das Baudepartement des
Kantons Aargau geprüft und die darin aufgeführten Vorschläge hin-
sichtlich Wirkung, Realisierbarkeit und Verhältnismässigkeit beurteilt.
Im vorliegenden Kurzbericht werden nun diejenigen Massnahmen
vorgestellt, welche das Baudepartement des Kantons Aargau in den
kommenden Jahren realisieren will.
Adressaten
Der vorliegende Kurzbericht richtet sich in erster Linie an den Regie-
rungsrat, die betroffenen Gemeinden sowie die weiteren Mitglieder
der Begleitenden Arbeitsgruppe (BAG).
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 31. Die Reussebene – ein attraktiver Lebensraum
Werbeträger «Landschaft»
Widen: “Einerseits liegt die
Stadt Zürich in der Nähe, an-
dererseits das Erholungsgebiet
der Reussebene um Bremgar-
ten. Dies macht Widen zu einer
idealen Wohngegend und lädt
zu Spaziergängen und Ausflü-
gen ein.”
Jonen: “Der ländlich intakte Le-
bensraum und die immer kürze-
ren Wege in die grossen Zentren Im immer dichter bebauten Mittelland sind vielfältige, naturnahe Land-
werden die Gemeinde in Zukunft schaften eine zunehmend wichtiger werdende Ressource. Dies gilt
noch attraktiver machen.” ganz besonders für das aargauische Reusstal, eine der vielfältigsten
und besterhaltenen Flusslandschaften des schweizerischen Mittel-
Rottenschwil: “Wer sich für landes. Das vor den Toren der Stadt Zürich gelegene Gebiet gilt als
Natur, für eine vielfältige Fluss- attraktive Wohnlage und beliebter Naherholungsraum. Gleichzeitig
Landschaft mit einer artenrei- sind bis heute naturnahe Flächen mit einer reichhaltigen Fauna und
chen Tier- und Pflanzenwelt Flora erhalten geblieben. Aus Sicht des Naturschutzes hat die Reuss-
begeistern kann, kommt in Rot- ebene zwischen Mühlau und Hermetschwil nationale Bedeutung.
tenschwil und seiner Umgebung Infolge der grossen Bedeutung als Lebensraum für Amphibien, Libel-
voll auf die Rechnung.” len, Feuchtgebietspflanzen sowie als Vogelrastplatz zählt die Reuss-
ebene gar zum europäischen Netzwerk der wichtigen Schutzgebiete
(Werbung im Internet) (Natura 2000 bzw. Smaragd-Netzwerk).
Die Reussebene wird dank frucht-
baren Böden auch intensiv landwirt-
schaftlich genutzt. (Foto: F. Marti)
4 Erholungslenkungskonzept Reussebene2. Das Problem: der Druck steigt
In der Reussebene treffen verschiedene Nutzungsansprüche aufein-
ander, womit Konflikte vorprogrammiert sind. Im Vordergrund stehen
dabei Konflikte zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung. Viel-
fältige und naturnahe Gebiete sind einerseits besonders attraktiv für
verschiedene Freizeitaktivitäten, andererseits bedrohen gerade diese
Aktivitäten sehr häufig die Lebensgrundlagen der noch vorhandenen
seltenen Arten. Zudem zeichnen sich verschiedene Entwicklungs-
trends ab, welche diese Konflikte in Zukunft eher noch verschärfen
dürften:
Immer stärker dringen Erholungssu-
• Die Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung in der Reussebene chende in bisher unberührte Gebiete
und in deren Einzugsgebiet lassen eine deutliche Zunahme der Nut- ein. (Foto: A. Huber)
zung als Wohn- und Erholungsraum erwarten.
• Die Attraktivität der Reussebene als Erholungsraum wird sich mit
dem Bau der N4 und der Westumfahrung Zürich nochmals wesent-
lich verstärken bzw. das Einzugsgebiet wird nochmals grösser.
• Bei gleich bleibender Ausgangslage dürfte die Aufsicht und damit
die Durchsetzung bestehender Regelungen durch die steigenden
Bedürfnisse der Nutzer und durch die zunehmende Individualisie-
rung immer schwieriger werden.
• Da auch Konflikte zwischen verschiedenen Erholungsnutzungen Aufsichtspersonen stehen vor einer
zunehmen dürften, ist mit einem Ausweichen auf bisher noch we- wichtigen aber schwierigen Aufgabe.
niger genutzte Flächen zu rechnen. (Foto: B. Schelbert)
Auch Sachbeschädigungen und liegen-
gebliebener Abfall sind unerwünschte
Spuren der Erholungssuchenden.
(Foto: G. Vonwil)
Der Druck der umliegenden Agglome-
rationen auf die Reussebene wird in
Zukunft noch zunehmen.
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 53. Das Erholungslenkungskonzept: Massnahmen für die
langfristige Sicherung der Lebensqualität
Nicht nur im Sommer und nicht nur
für Spaziergänger – die Reussebene
ist ein zunehmends beliebtes Aus-
flugsziel.
Im Jahr 1980 verabschiedete der Regierungsrat des Kantons Aargau
ein erstes Konzept für die Erholungslenkung in der aargauischen
Reussebene. Schon damals lag das Reusstal als grüne Insel zwischen
dichtbesiedelten Agglomerationen. Nur dank den eingeleiteten Mass-
nahmen (Information, Markierungen, Absperrungen, Aufsicht, Zusam-
menarbeit mit Behörden und Polizei etc.) konnte die grosse Attraktivi-
Überarbeitung des Erholungs- tät des Lebensraumes für Mensch und Tier erhalten bleiben.
lenkungskonzeptes von 1980
drängt sich auf Infolge der Bevölkerungszunahme, der in den letzten Jahren massiv
gestiegenen Erholungsnutzung und der Entwicklungsprognosen kam
die Beratende Kommission Reusstal (eingesetzt gemäss § 8 des Reuss-
taldekrets) zum Entschluss, dass sich nach 20 Jahren eine Totalüber-
arbeitung des Erholungslenkungskonzeptes bzw. eine Neubearbeitung
Vergleich mit Kanton Uri dieses konfliktträchtigen Feldes – langfristig ungeschmälerte Erhaltung
der Naturwerte versus Beeinträchtigung durch Freizeitaktivitäten – auf-
Als Vergleich kann das Reuss- drängt. Im Wissen, dass die vorhandenen Nutzungskonflikte dann am
delta im Kanton Uri gelten. Hier wirkungsvollsten entschärft werden können, wenn die Beteiligten und
wird zur Zeit intensiv diskutiert Betroffenen bei der Erarbeitung der Massnahmen mitwirken, entstand
wie die Konflikte zwischen Erho- das neue Konzept in einem breit abgestützten Prozess in enger Zu-
lung und Schutz unter Kontrolle sammenarbeit mit den Gemeindebehörden und den verschiedenen
zu bringen sind. Während im Nutzergruppen.
weiteren Umkreis des Urner
Reusstales nur ca. 35000 Ein- Neu ist auch, dass diesmal auch die Zürcher Reussanstössergemein-
wohner leben, sind es in der aar- den eingebunden waren.
gauisch-zürcherischen Reuss-
ebene mehr als 1 Million!
6 Erholungslenkungskonzept Reussebene4. Ziele und Prioritäten des Erholungslenkungskonzeptes
4.1 Grundsätzliche Ziele
Das neue Konzept soll die Grundlagen liefern, um die bisherige Len-
kung des Freizeit- und Erholungsverkehrs im Hinblick auf die unge-
schmälerte Erhaltung der Natur- und Landschaftswerte zu optimieren.
Im Detail stehen folgende Wirkungsziele im Vordergrund:
• der Schutz der gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt in den Natur-
schutzzonen in und ausserhalb des Waldes
• die nachhaltige Erhaltung der Reussebene als attraktiver Lebens-
und Erholungsraum für den Menschen Ziel: Schutz gefährdeter Tier- und Pflan-
zenarten (Foto: F. Marti)
• der Schutz der reussnahen Bereiche und der landwirtschaftlichen
Kulturen vor Übergriffen der Erholungsnutzung (wildes Parkieren,
Lagern und Zelten, Feuerstellen etc.).
Im Rahmen der Erarbeitung des Erholungslenkungskonzeptes wurden
zwei Entwicklungsszenarien diskutiert. Ein Szenario skizzierte die Ent-
wicklung im Sinne einer “Modellregion Naturschutz” bzw. eines “Regi-
onalparks Reussebene”. Das zweite Szenario skizzierte einen Weg der
kleinen Schritte, ausgehend vom Bestehenden. Aufgrund der aktuel-
len Rahmenbedingungen wurde eher dem zweiten Szenario Priorität
eingeräumt, auch wenn in den Diskussionen immer wieder Aspekte
einer Entwicklung i.S. Modellregion positiv aufgegriffen wurden.
Ziel: Nachhaltige Erhaltung der Reuss-
ebene als Lebens- und Erholungsraum
für Menschen (Foto: M. Bolliger)
Ziel: Schutz reussnaher Bereiche und
landwirtschaftlicher Kulturen vor Über-
griffen (Foto: A. Huber)
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 74.2 Wesentliche Ergebnisse aus der Vernehmlassung
Folgende Leitsätze und Schwerpunkte kristallisierten sich aus der Dis-
kussion und der Vernehmlassung heraus:
a) Entscheide und Massnahmen sind zu vermeiden, die zu einer Er-
höhung der Besucherfrequenz auf der Reuss, in den reussnahen
Gebieten und in der Reussebene führen.
Hochwertige Naturschutzräume ent-
lasten und Erhöhung der Besucherfre- b) Für die verschiedenen, sich zum Teil konkurrierenden Formen der
quenz vermeiden (Foto: P. Vonwil) Erholungsnutzung sind klare(re) Flächen- oder Abschnittszuweisun-
gen notwendig.
c) Die für den Naturschutz hochwertigen Räume und Abschnitte müs-
sen von Störungen entlastet werden.
d) Die Präsenz der Mitarbeiter des Informations- und Aufsichtsdiens-
tes soll verstärkt werden.
e) Das Angebot für Naturerlebnisse und die Öffentlichkeitsarbeit sind
auszubauen. Folgende Ziele sollen im Vordergrund stehen: Der Öf-
fentlichkeit ist der besondere Wert der Reussebene bekannt, und
Flächenzuweisungen für konkurrie- die Entwicklungsziele und Erholungslenkungsmassnahmen sind
rende Erholungsnutzungen und die anerkannt oder stossen zumindest auf Verständnis.
verstärkte Präsenz von Info- und Auf-
sichtspersonal
Verständnis für Entwicklungsziele und
Erholungslenkungsmassnahmen för-
dern (Foto: M. Bärtschi)
8 Erholungslenkungskonzept ReussebeneErholung ja, aber nicht jede neue
Kiesbank und Insel soll zur Liegefläche
werden.
Im Detail bedeutet dies:
1. Keine Attraktivitätssteigerung des engeren Reussraums
Die bisherige Strategie der Behörden, alles zu vermeiden, was Attraktive Angebote erhöhen die Na-
zu einer Erhöhung der Besucherfrequenz und damit zu einer turerlebnismöglichkeiten und bündeln
Mehrbelastung der Naturwerte führen könnte, ist fortzusetzen. gleichzeitig die Besucherströme.
Zu vermeiden sind beispielsweise Werbung in Agglomerationen (Foto: B. Schelbert)
oder generell die Vermarktung des Reusstals als Erholungsgebiet.
Entlastung des engeren Reussraums vom Besucherdruck
Bei der Umsetzung des Erholungslenkungskonzeptes soll zur
Entlastung der hochwertigen Gebiete entlang der Reuss mit dem
Regio Plus-Projekt «Freiamt à la carte» und anderen Freizeitnut-
zungsangeboten in der Region zusammengearbeitet werden.
2. Bündelung der Naturerlebnismöglichkeiten für die Besu-
cherInnen und Besucher, die sich ohnehin im Reusstal aufhalten:
In stark besuchten Abschnitten (in erster Linie am Flachsee) soll für
die interessierten Besucher das Angebot für Naturerlebnismöglich-
keiten – durch Eigenaktivität – erhöht werden (z.B. Beobachtungshü-
gel neben den Fahr- und Wanderwegen).
3. Nutzungskonflikte durch Entflechtung lösen
Nutzungskonflikte sind primär durch die räumliche Entflechtung
der sich konkurrierenden Nutzungen zu lösen (z.B. Wanderer vs.
Velofahrer, Ornithologen vs. Sonntagsspaziergänger). Es braucht
klare Flächen- oder Abschnittszuweisungen mit der notwendigen
Infrastruktur (Markierungen u.a.).
Mit klaren Zuweisungen und Info-
Angeboten für die verschiedenen
Nutzungen können diese entflechtet
werden.
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 94. Das Parkplatzangebot ist ausreichend
Auf einen Ausbau des Parkplatzangebots ist langfristig zu verzich-
ten. Gelegentliche Parkierungsprobleme in den letzten Jahren wa-
ren Spitzentagsereignisse, die mit temporären Parkmöglichkeiten
aufgefangen werden konnten. Auf das Einführen von Parkgebühren
wird aufgrund der Rückmeldungen bei der Vernehmlassung des
Konzeptentwurfs verzichtet. Als mögliche Lenkungsmassnahme
aufgrund des Verursacherprinzips soll diese Frage jedoch später
wieder zur Diskussion gestellt werden.
5. Kostendeckende Gebühren, wenn Nutzung über Gemein-
Randvolle und überfüllte Parkplätze gebrauch
sind nur ein Spitzentagsproblem. Für Für Nutzungen, die den Gemeingebrauch übersteigen, sollen von
einen Parkplatzausbau besteht kein Kanton und Gemeinden kostendeckende Gebühren verlangt wer-
Bedarf. (Foto: F. Marti) den (z.B. für gewerbliche Kutschenfahrten auf den Reussdämmen,
die sonst für Pferde gesperrt sind).
6. Leistungsauftrag an Informationszentrum Rottenschwil
Information und Aufsicht sind Staatsaufgaben (Art. 25a Bun-
desgesetz über den Natur- und Heimatschutz, § 19 Natur- und
Landschaftsschutzdekret, §§ 2,16 Naturschutzverordnung). In der
Reussebene kommt ihnen aufgrund der relativen Dichte überdurch-
schnittlicher Natur- und Landschaftswerte eine erhöhte Bedeutung
zu. Aufgrund seiner Werte wird dieser Raum intensiv genutzt für
die Information sowie die Aus- und Weiterbildung zu Naturschutz-
und Landschaftsschutzaspekten für Schulen aller Stufen und für
zahlreiche andere Gruppierungen. Diese Aufgaben erfüllt das Na-
turschutz-Informationszentrum Zieglerhaus der Stiftung Reusstal
in Rottenschwil mittels eines Leistungsauftrags des Baudeparte-
ments. Informationstätigkeit und Umweltbildung kanalisieren
die Belastung der Natur und dämpfen den Erholungsdruck, der
aufgrund seiner starken Intensitätszunahme zerstörerische Wirkun-
gen auf die Naturschutzgebiete und das Kulturland entfalten kann.
Der Bedarf an Führungen, Kursen und anderen Leistungen sprengt
das Angebot, das aufgrund der aktuellen personellen Kapazitäten
möglich ist. Nur für einen Teil der Leistungen können Gebühren er-
hoben werden, wobei diese nie kostendeckend sein können.
Aufgrund der Nachfrage müsste das 7. Einheitliche Bewilligungspraxis im Dekretsperimeter
Angebot des Naturschutzinforma- Die Gemeinderäte im Reusstaldekretsperimeter sind gehalten,
tionszentrums Zieglerhaus Rotten- ihre Entscheide und Massnahmen, welche im Zusammenhang mit
schwil für Exkursionen, Unterricht Freizeit und Erholung stehen (z.B. Ausnahmebewilligungen nach
unter freiem Himmel etc. ausgebaut Strassenverkehrsrecht), untereinander abzustimmen. Die Beraten-
werden können. Die finanziellen Mit- de Kommission Reusstal ist das geeignete Gremium, die Gemein-
tel lassen dies jedoch vorläufig noch deräte bei Fragen und Problemen, welche nicht gemeindespezifisch
nicht zu. sind, zu beraten und entsprechende Aktivitäten zu koordinieren.
10 Erholungslenkungskonzept Reussebene8. Dauerproblem frei laufende Hunde
Reusstaldekret und Reusstalverordnung verlangen das Anleinen
der Hunde a) in und entlang der Naturschutzzonen sowie b) auf
den Wanderwegen entlang der Reuss. Letzteres ist im Interesse
der anderen Benutzer der Damm- und Uferwege sowie der Land-
wirtschaft. Das freie Laufenlassen von Hunden ist seit Jahren der
häufigste Verstoss gegen die Schutzbestimmungen. Immerhin kam
es nicht zu einer Steigerung der festgestellten Verstösse, obwohl
Bevölkerungs- und Besucherzahl und damit auch die Zahl der Hun-
dehalter im gleichen Zeitraum stark angestiegen sind. Frei laufende
Hunde sind auch für die Jäger bzw. das Wild ein Dauerproblem. Ins
Auge zu fassen sind deshalb periodische Sensibilisierungskampag-
nen der Hundehalterinnen und -halter zusammen mit den Jagdge-
sellschaften.
Häufigster Verstoss gegen die Schutz-
bestimmungen ist seit Jahren das
Freilaufenlassen von Hunden.
Entscheide und Massnahmen sollten
über die Gemeindegrenzen hinaus im
ganzen Reusstaldekretsperimeter auf-
einander abgestimmt werden.
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 115. Massnahmen zur Umsetzung des Erholungslenkungs-
konzeptes im Pflichtenheft des Baudepartementes AG
Ausgehend von den Erkenntnissen im Schlussbericht und den damit
verbundenen Diskussionen hat das Baudepartement des Kantons
Aargau die Vorschläge hinsichtlich Wirkung, Realisierbarkeit und Ver-
hältnismässigkeit geprüft. In der nachfolgenden Tabelle sind diejeni-
gen Massnahmen aufgeführt, welche durch das Baudepartement des
Kantons Aargau entweder bereits in Angriff genommen wurden oder
zur Realisierung in den kommenden Jahren vorgesehen sind.
Bereich Priorität Stand der Bearbeitung (Ende August 2004)
oder Kommentar
Beobachtungsstellen Flachsee hoch In Abklärung, Realisierung z.T. für 2005
Verbesserung bestehende vorgesehen
Beobachtungshügel
Neuauflage Faltblatt 1992 hoch in Bearbeitung, Druck Anfang 2005
Steg Studweid Rottenschwil hoch Projektierung im Gang, Realisierung nach Ablauf
(zus. mit Gestaltungsprojekt) der Pachtperiode
mobile Info-Stände am Flachsee an mittel versuchsweise an wenigen Tagen getestet
Wochenenden
Beobachtungsmöglichkeiten am mittel fachstellenintern Ideen gesammelt
Rande anderer Schutzzonen
Ausbau Info-Route Flachsee mittel Konzept vorhanden
(Verdichtung der ersten Etappe)
Überprüfung Info-Leistungsauftrag (hoch)* * aus finanziellen Gründen vorläufig nicht
an Stiftung Reusstal möglich; Nachfrage liegt seit mehreren Jahren
über dem Angebot
Aussichtsturm Flachsee gering wenn überhaupt, dann nur über Sponsoring
Raderlebnisweg gering wenn überhaupt, dann mit anderem Träger
Die Umsetzung läuft vollständig zu Lasten der ordentlichen Kredite für
den Unterhalt der Schutzzonen. Ausserdem wird eine enge Zusam-
menarbeit mit dem Kanton Zürich und den betroffenen Gemeinden
gesucht.
12 Erholungslenkungskonzept ReussebeneDie umgesetzten Massnahmen stützen
sich auf die Empfehlungen im Schluss-
bericht 2002 zum Erholungslenkungs-
konzept Reussebene.
Beobachtungsstellen ermöglichen
Naturerlebnisse und kanalisieren den
Besucherstrom.
Eine Neuauflage des Reuss-Faltblattes
ist vorgesehen.
Mobile Infostände ermöglichen eine
gezielte und räumlich flexible Informa-
tion der Erholungssuchenden.
(Foto: A. Stapfer)
Kurzbericht und Stand der Umsetzung / Entwurf Januar 2005 13Sie können auch lesen