Geschäftsbericht 2017/2018 - Avadis

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Avadis Anlagestiftung / Avadis Anlagestiftung 2

Geschäftsbericht
2017/2018

                                                  Geschäftsbericht 2017/2018   1
Avadis Anlagestiftung/Avadis Anlagestiftung 2
Die Avadis Anlagestiftung besteht seit 1995, die Avadis Anlage­
stiftung 2 seit 2008. Sie sind eine von Banken und Versicherungen
unabhängige Gemeinschaft für Vorsorgeeinrichtungen, die ihre
­Vermögen bündeln und gemeinsam anlegen. Die Volumenvorteile
 ergeben eine kostengünstige Vermögensverwaltung. Die Anlage­
 gruppen sind in Bezug auf Risiko und Ertrag sowie steuerliche
 ­Behandlung auf Pensionskassen ausgerichtet und orientieren sich
  bei der Aufsetzung an den BVV-2-Richtlinien.

Bericht für das Geschäftsjahr vom 1.11.2017 bis zum 31.10.2018
Das vorliegende Dokument umfasst die Jahresberichte der Avadis Anlage­
stiftung (AST) und der Avadis Anlagestiftung 2 (AST 2). Wo nicht explizit
erwähnt, beziehen sich die Inhalte dieses Berichts auf beide Anlagestiftungen.

Kurspublikationen                          Bildquellen

Internet www.avadis.ch/vermoegensanlage-   www.istockphoto.com
institutionelle/anlagegruppen/             Seite 1: Meglisalp, Appenzell
www.kgast.ch                               Seite 11: Dejenstock, Glarus
Datenprovider Telekurs, Bloomberg,         Seite 61: Weg in den Alpen, Schweiz
Thomson Reuters, Morningstar               Seite 85: Wanderweg auf der Ebenalp, Appenzell
Fakten und Zahlen zum Jahr 2017/2018

24
Jahre
                                      Global 105
                                      Das Vermögen der Avadis Anlage­        Anleger
                                      stiftung ist global und nach Anlage­
Seit über 20 Jahren investiert die    klassen diversifiziert angelegt.       vertrauen der Avadis Anlagestiftung
1995 gegründete Avadis Anlage­                                               ihre Anlagen an.
stiftung erfolgreich für Schweizer
Pensionskassen.

10,0                                                                         3,2
                                                                             Mrd. CHF
Mrd. CHF                                40% Obligationen                     Auf über CHF 3 Mrd. angewachsen
                                        33% Immobilien                       sind die Vermögen in Schweizer
beträgt das Gesamtvermögen              21% Aktien                           Immobilien.
der Avadis Anlagestiftungen.            6% Private Equity

1,5                                                                          5790
                                                                             Wohnungen
Mrd. USD
                                                                             befinden sich im Direktbesitz
Seit die Avadis Anlagestiftung 1998                                          der Avadis Anlagestiftung.
ihr erstes Private-Equity-Anlage­
programm ins Leben gerufen hat,
wurde dieser Anlagegruppe rund
USD 1,5 Mrd. Kapital zugesagt.

                                                                                      Geschäftsbericht 2017/2018   3
Inhaltsverzeichnis

Editorial                                                        6
Bericht des Stiftungsratspräsidenten                             8
Bericht der Kommission Immobilien Schweiz Wohnen                12
Bericht der Kommission Immobilien Schweiz Geschäft              13
Bericht der Private-Equity-Kommission                           14
Aufsicht, Anlegerversammlungen und weitere Organe               15
Bericht der Geschäftsführung                                    16
Profil21
Corporate Governance                                            23
Risikomanagement bei traditionellen Anlagegruppen               24
Risikomanagement bei Immobilien Schweiz                         25
Risikomanagement bei Private Equity                             26

Avadis Anlagestiftung                                           27
Anlagegruppen28
Bericht der Revisionsstelle                                     42
Jahresrechnungen                                                44
Jahresrechnung des Stammvermögens                               60
Anhang zu Jahresrechnungen Immobilien Schweiz                   62
Anhang66

Avadis Anlagestiftung 2                                         77
Anlagegruppen                                                   78
Bericht der Revisionsstelle                                     80
Jahresrechnungen                                                82
Jahresrechnung des Stammvermögens                               84
Anhang                                                          86

                                   Geschäftsbericht 2017/2018    5
Editorial

Ein Jahr mit neuen Herausforderungen                          Vermehrt werden im Rahmen des Anlageprozesses auch
                                                              ökologische, soziale, ethische und gesellschaftliche Krite­
Seit der Einführung des BVG-Obligatoriums im Jahr 1985        rien sowie Aspekte der guten Unternehmensführung be­
stieg die Restlebenserwartung für Frauen und Männer sig­      rücksichtigt. Mit dem gestiegenen Druck auf die Anlageren­
nifikant: Wurden im Jahr 1981 im Schnitt über einen Zeit­     diten rückt ausserdem die Frage nach der korrekten Höhe
raum von 14 Jahren Rentenleistungen bezogen, sind es für      des technischen Zinssatzes in den Fokus.
Männer gegenwärtig fast 20 Jahre, für Frauen sogar über
22 Jahre − mit steigender Tendenz. Für die finanzielle Ge­    Herausforderungen sind immer auch Chancen, die die
sundheit der zweiten Säule stellt der erfreuliche Anstieg     Avadis Anlagestiftungen aktiv nutzen wollen. Als Partner
der Lebenserwartung eine grosse Herausforderung dar.          und Interessenvertreter stehen wir Ihnen bei dieser an­
Neben der Sorge um einen gesicherten finanziellen Ruhe­       spruchsvollen Aufgabe zur Seite und richten unser breit di­
stand fallen für viele Versicherte auch Unwägbarkeiten be­    versifiziertes Anlageuniversum gezielt auf Ihre Bedürfnisse
dingt durch den raschen Strukturwandel im Arbeitsmarkt        aus. Mit der Entwicklung neuer und ergänzender Anlage­
ins Gewicht. Digitalisierung und Automatisierung verbun­      lösungen und den systematisch erarbeiteten vorhandenen
den mit instabileren Arbeitsverhältnissen sind sowohl für     Anlagebausteinen unterstützen wir Sie bei der Umsetzung
Arbeitnehmer wie auch für die Vorsorgesysteme neue Rea­       einer ge­eigneten und zweckmässigen Anlagestrategie,
litäten, für die es trag- und mehrheitsfähige Lösungen zu     damit Sie Ihre Anlageziele auch unter schwierigen Markt­
finden gilt.                                                  bedingungen erreichen.

Zudem nahmen in den letzten Jahren staatliche Regulierun­
gen sowohl in ihrer Komplexität als auch im Umfang weiter     Für die finanzielle Gesundheit der zweiten
zu, was die Vorsorgeeinrichtungen administrativ belastet      Säule stellt der erfreuliche Anstieg der
und Ressourcen bindet. Die zunehmende Regulierungslast
macht es vor allem für kleine und mittelgrosse Unterneh­      Lebenserwartung eine grosse Herausforde­
men immer unattraktiver, eigene Vorsorgeeinrichtungen zu      rung dar.
betreiben. Als Folge davon schliessen sich immer mehr
­Arbeitgeber Sammeleinrichtungen, Verbandslösungen            Im Bereich Aufsicht und Regulierung der beruflichen Vor­
 oder Gemeinschaftsstiftungen an, was den Strukturwandel      sorge setzen sich die Avadis Anlagestiftungen als Ihre
 und Konzentrationsprozess in der Vorsorgelandschaft zu­      Treuhänder dafür ein, dass nach der gescheiterten Renten­
 sätzlich beschleunigt.                                       reform 2020 an der Urne die richtigen Reformschritte un­
                                                              ternommen werden, die die berufliche Vorsorge langfristig
Eine wichtige Rolle spielt für Vorsorgeeinrichtungen natur­   auf ein solides Fundament stellen. Gemeinsam mit den
gemäss die erwirtschaftete Rendite ihrer Anlagen. Diese       Branchenvereinigungen sind wir am Puls der Diskussion
wird neben Arbeitnehmern und Arbeitgeber auch als dritter     und gedenken, diese in Ihrem Sinn mitzugestalten.
Beitragszahler bezeichnet. Die Pensionskassen zeigen sich
dabei als durchaus wandlungsfähig: Als Folge tiefer Zinsen    Im Namen der Stiftungsräte beider Anlagestiftungen sowie
und negativ rentierender inländischer Obligationen hat        der Geschäftsführung danken wir für Ihr Vertrauen sowie
eine Vielzahl von Vorsorgeeinrichtungen ihre Anlagestrate­    für die gute Zusammenarbeit. Wir wünschen Ihnen eine
gie angepasst und den Anteil an Nominalwerten zugunsten       spannende Lektüre und freuen uns, Sie weiterhin auf Ihrem
von Sachwerten wie Aktien, Immobilien und Private-Equi­       Weg begleiten zu dürfen.
ty-Beteiligungen reduziert.

                                                              Prof. em. Dr. Alfred Storck
                                                              Präsident des Stiftungsrats

                                                              Dr. Claudia Emele
                                                              Geschäftsführerin

6   Geschäftsbericht 2017/2018
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und danken Ihnen herzlich
für Ihr Vertrauen sowie für die Zusammenarbeit. Wir freuen uns, wenn wir
Sie weiter auf Ihrem Weg begleiten dürfen.

Prof. em. Dr. Alfred Storck   Dr. Claudia Emele
Präsident des Stiftungsrats   Geschäftsführerin
Bericht des Stiftungsratspräsidenten

Geschätzte Anlegerinnen und Anleger,                              Der Stiftungsrat kam im Geschäftsjahr zu vier ordentlichen
sehr geehrte Damen und Herren                                     und einer ausserordentlichen Sitzung zusammen. ­Zudem
                                                                  traf er sich zu einer halbtägigen Weiterbildungsveranstal­
Im Namen des Stiftungsrats freue ich mich, Ihnen die Ge­          tung, die den Themen «Private Debt», «Internes Kontroll­
schäftsberichte der Avadis Anlagestiftung und der Avadis          system (IKS)» und «Strategie der Anlagestiftung» gewidmet
Anlagestiftung 2 zu präsentieren. Gerne gebe ich Ihnen            war.
einen kurzen Überblick über das vergangene Geschäfts-
jahr aus der Sicht des Stiftungsrats.                             Produktpalette angepasst
                                                                  Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung der Anlage­
Der synchrone globale Aufschwung neigt sich langsam dem           resultate der Vermögensverwalter und der Marktkonfor­
Ende zu. Während die US-Wirtschaft noch immer ein an­             mität des Angebots hat der Stiftungsrat im Berichtsjahr
sprechendes Wachstum verzeichnet, hat sich die Wachs­             ­verschiedene Anpassungen an der Produktpalette vorge­
tumsdynamik in der Eurozone etwas abgeschwächt. In                 nommen. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Perfor-
­einigen Schwellenländern fand bereits eine konjunkturelle         mance des Vermögensverwalters Arrowstreet wurden die
 ­A bkühlung statt. Abgesehen von einzelnen Krisenherden           Vermögenswerte der Anlagegruppe Aktien Emerging Mar­
  präsentiert sich die globale Wirtschaft indessen weiterhin       kets zwischen den beiden beauftragten Managern umge­
  in einer guten Verfassung. Das Bild am Obligationenmarkt         schichtet und gleichgewichtet. Die Umsetzung erfolgte per
  ist jedoch alles andere als einheitlich. Durch den schwelen­     Ende F­ ebruar 2018.
  den globalen Handelskonflikt wurden Staatsanleihen               Die drei regionalen ausländischen Immobilien-Anlage-
  sicherer Länder wieder vermehrt nachgefragt, was die Kur­        gruppen (REITs) wurden in eine globale Anlagegruppe zu­
  se angetrieben und die Renditen geschmälert hat. Anderer­        sammengeführt, wobei hierfür die in der Anlagestiftung
  seits stiegen in dieser Situation die Renditen in gewissen       2 an­gesiedelte Anlagegruppe Immobilien Nordamerika 2
  Schwellenländern markant an. Sehr unterschiedlich haben          als Aufnahmegefäss verwendet wurde. Die Überführung der
  sich auch die globalen Aktienmärkte entwickelt. Zu Jahres­       Vermögenswerte erfolgte per 30. April 2018. Gegen Ende
  beginn konnten die Märkte mehrheitlich noch zulegen, ge­         des Geschäftsjahres wurde die nicht währungsabgesicherte
  rieten jedoch im Zug der weltweiten Handelsstreitigkeiten        Anlagegruppe Staatsanleihen Fremdwährungen Indexiert
  im zweiten Halbjahr 2018 unter Druck, insbesondere in den        liquidiert. Das Volumen dieser Anlagegruppe lag seit
  Schwellenländern. Die Gründe hierfür sind einerseits länder-     2007 unter CHF 20 Millionen und seit 2011 sogar nur bei
  spezifisch (Türkei, Argentinien), andererseits eine Konse­       rund CHF 1 Million. Alle Vermögenswerte dieser Anlage­
  quenz der protektionistischen US-Handelspolitik. Diese           gruppe werden nun über die währungsabgesicherte Varian­
  Politik trifft die exportorientierten Schwellenländer stärker    te Staatsan­leihen Fremdwährungen hedged Indexiert abge­
  als die Industrienationen. Die europäischen Märkte entwi­        deckt. Im September 2018 wurde die Liquidation der
  ckelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr unterdurch­           Anlagen der A  ­ nlagegruppe Hedge Funds abgeschlossen
  schnittlich: Grossbritannien ist durch die Brexit-Verhand­       und die Anlagegruppe konnte aufgehoben werden.
  lungen «gelähmt», in der Eurozone verzeichneten italie-          Die Anlagegruppe Emerging Markets Debt konnte die Erwar­
  nische Titel infolge des Konfrontationskurses der Regierung      tungen in Bezug auf die relative Rendite im Geschäftsjahr
  mit der ­Europäischen Kommission ebenfalls Verluste. Vor         leider nicht erfüllen. Seit der Lancierung, also auch länger­
  diesem Hintergrund hat sich der defensive Schweizer Akti­        fristig, liegt der Vermögensverwalter der Anlagegruppe
  enmarkt im Quervergleich relativ gut behaupten können.           unter der Benchmarkvorgabe. Aus diesem Grund wurde das
                                                                   Vermögensverwaltungsmandat neu ausgeschrieben. Die
Diesen geopolitischen und finanzwirtschaftlichen Entwick­          Geschäftsführung hat den Lancierungsprozess und die Aus­
lungen vermochten sich auch die Anlagegruppen der A     ­ vadis    schreibung des Mandats gegen Ende des Geschäftsjahres
Anlagestiftungen nicht zu entziehen. Von den liquiden              eingeleitet.
­Vermögenswerten erwirtschafteten lediglich die An­lage­
 gruppen Aktien Schweiz und Aktien Welt (gemessen in              Nachhaltigkeitsansatz erweitert
 Schweizer Franken) eine positive Rendite. Besonders er­          Wie bereits im Vorjahr widmete sich der Stiftungsrat auch
 freulich entwickelten sich im Berichtsjahr die illiquiden        2018 dem Thema der Nachhaltigkeit von Vermögensanla­
 ­Vermögensanlagen, allen voran die Anlagegruppen Private         gen (Environmental, Social and Governance Criteria, ESG).
  Equity und Immobilien Schweiz. Für einen ausführlichen          Die Avadis Anlagestiftungen wenden bereits Nachhaltig­
  Kommentar zu unseren Produkten und den Entwicklungen            keitskriterien für die Umsetzung der Vermögens­anlagen
  an den Finanzmärkten verweise ich gerne auf den Bericht         an. Bei den traditionellen Anlagen kommen Ausschlusskri­
  der Geschäftsführung.                                           terien für Investments zur Anwendung. Basierend auf den

8    Geschäftsbericht 2017/2018
Abkommen von Oslo (Herstellung und Verbreitung                    kann der Anleger sein Portfolio über zusätzliche Jahrgänge
Streumu­ni­tion) und Ottawa (Herstellung und Verbreitung          (Vintage-Jahre) diversifizieren. Der Stiftungsrat plant daher
von Personenminen) werden Unternehmen, die solche Pro­            im zweiten Halbjahr 2019 die Lancierung von Private Equity
dukte produzieren und vertreiben, aus den Portfolios aus­         Welt XIV. Dabei steht erstmals eine Quote für Co-Invest­
geschlossen. Bei Aktien Schweiz wird die Ausübung der             ments zur Diskussion. Co-Investments haben in den letzten
Stimmrechte für die Anleger durch die mögliche Abgabe             Jahren stark an Bedeutung gewonnen. In der Regel sind
­einer Stimmpräferenz seit Jahren gewährleistet. Bei Immo­        Co-Investment-Fonds deutlich günstiger als vergleichbare
 bilien Schweiz wurden nachhaltige Investitionskriterien          Buyout-Fonds bei vergleichbaren Rendite- und Risikoeigen­
 definiert und ein entsprechender Leitfaden für Entwick­          schaften. Zudem wird das Kapital in der Regel schneller
 lungsprojekte abgeleitet. Bei Private Equity findet eine ver­    ­abgerufen, was von den meisten Investoren als Vorteil
 stärkte Berücksichtigung von ESG nach Transparenz- und          ­gesehen wird.
 Monitoringkriterien auf Ebene der Zielfonds statt. Wir sind
 überzeugt, dass ESG-Kriterien je länger, je mehr Einfluss       Personelle Veränderungen im Stiftungsart
 auf die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger         Per 30. September 2018 hat Herr Oliver Schrüffer, Vertreter
 nehmen. Auch bei der Suche nach Fondsmanagern werden            der General Electric Schweiz Vorsorgeeinrichtungen, wegen
 in den Ausschreibungen ESG-Kriterien stärker gewichtet.         eines beruflichen Wechsels seinen Rücktritt aus dem Stif­
 Als weiteren Beitrag zu einer um­f assenderen Nachhaltig­       tungsrat erklärt. Ich danke Herrn Oliver Schrüffer im Na­
 keitspositionierung hat der Stiftungsrat die Mitgliedschaft     men des Stiftungsrats für sein grosses ­Engagement und
 beim Verein Swiss Sustainable Finance und die Unterzeich­       seinen Beitrag zur Entwicklung der Avadis Anlagestiftun­
 nung der UN PRI Principles eingeleitet.                         gen. Gleichzeitig freue ich mich, dass sich mit Herrn Hans-
                                                                 Jürg Harder wiederum ein Vertreter der Pensionskasse
Private Debt evaluiert                                           General Electric Schweiz zur Wahl in den Stiftungsrat zur
Der Stiftungsrat der Avadis Anlagestiftungen hat sich im         Verfügung stellt.
Berichtsjahr im Rahmen zweier Stiftungsratssitzungen und
zuletzt während einer Ausbildungs­veranstaltung mit dem          Dank an Anleger, Kommissionen und Geschäftsführung
Thema «Private Debt» befasst. In ­einem Umfeld, das für          Die Geschäftsführung der Avadis Anlagestiftung/Anlage­
traditionelle Fixed-Income-Anlagen weiterhin von tiefen          stiftung 2 berichtet dem Stiftungsrat regelmässig und um­
Zinsen und hohen Bewertungen geprägt ist, sind diversifi­        fassend über die relevanten Entwicklungen in den Märkten,
zierende Risikoprämien willkommen. Das Anlageuniversum           in den verschiedenen Anlagegruppen und im regulatori­
ist allerdings äusserst heterogen und nicht gleichermassen       schen Umfeld sowie über Anregungen der Anleger. Wir pfle­
attraktiv. Daher ist eine aktive Vorselektion von Strategien     gen eine sehr offene und kooperative Gesprächskultur. Dies
und Vermögensverwaltern für den Anlage­erfolg entschei­          gilt auch für die Arbeit der Kommissionen und Ausschüsse.
dend. Der Stiftungsrat wird über die Lancierung einer Anla­      Der Stiftungsrat dankt der Geschäftsführung sowie allen
gegruppe Private Debt im nächsten Geschäftsjahr                  Mitgliedern der Kommissionen und Ausschüsse für das
entscheiden.                                                     hohe Engagement, die gute Zusammenarbeit, die wertvol­
                                                                 len Anregungen und profunden Diskussionen.
Lancierung der Anlagegruppe Global Small Caps
eingeleitet                                                      Im Namen des gesamten Stiftungsrats möchte ich allen
Der Stiftungsrat der Avadis Anlagestiftungen hat die Lancie­     Anlegerinnen und Anlegern meinen Dank für das uns
rung einer neuen, aktiv bewirtschafteten Anlagegruppe für        geschenkte Vertrauen aussprechen.
Aktien Small Caps Welt beschlossen. Die Geschäftsführung
hat den Lancierungsprozess und die Ausschreibung des
Mandats eingeleitet. Die Nominierung eines geeigneten Ver­
mögensverwalters erfolgte nach Ende des Geschäftsjahres.

Lancierung Anlagegruppe Private Equity Welt XIV
Nach dem erfolgreichen letzten Closing der Anlagegruppe
Private Equity Welt XIII nimmt Avadis bereits die Planung        Prof. em. Dr. Alfred Storck
des nächsten Programms in Angriff. Da aus «reifen» Priva­        Präsident des Stiftungsrats
te-Equity-Fonds laufend Ausschüttungen anfallen, müssen
­Anleger zur Beibehaltung ihrer Anlagequote regelmässig
 neue Zeichnungsverpflichtungen eingehen können. Damit

                                                                                                   Geschäftsbericht 2017/2018   9
Der Stiftungsrat

Alfred Storck                 Heinz Luggen                 Roland Baumer                Franziska Bossart
Präsident                     Vizepräsident                Mitglied                     Mitglied
Unabhängiger Stiftungsrat     Hero Vorsorgeeinrichtungen   Unabhängiger Stiftungsrat    ABB Vorsorge­­einrichtungen

Carlo Garlant                 Alexander Mihajlovic         Yann Moor                    Christoph Oeschger
Mitglied                      Mitglied                     Mitglied                     Mitglied
ASGA Pensionskasse            General Electric Schweiz     ABB Vorsorgeeinrichtungen    ABB Vorsorgeeinrichtungen
                              Vorsorge­einrichtungen

Susanne Otruba                Oliver Schrüffer             Heinz Zimmermann
Mitglied                      Mitglied                     Berater
Pensionskasse Stadt           General Electric Schweiz     Wissenschaftlicher Berater
Zürich                        Vorsorgeeinrichtungen 1)

1)
     bis 30. September 2018
Geschäftsbericht 2017/2018   11
Bericht der Kommission Immobilien Schweiz Wohnen

Kommission Immobilien Schweiz Wohnen                         Zusammensetzung
                                                             Kommission Immobilien Schweiz Wohnen
Die Kommission berät den Stiftungsrat der Avadis Anlage­
stiftung und wirkt als Fachgremium in allen Angelegen­       Christoph Oeschger, Präsident
heiten der Anlagegruppe Immobilien Schweiz Wohnen.           ABB Vorsorgeeinrichtungen
Sie erarbeitet Vorschläge zuhanden des Stiftungsrats und
erstattet ihm regelmässig Bericht über die Entwicklung der   Georg Meier, Vizepräsident
Anlagegruppe. Die Hauptaufgaben der Kommission Immo­         Basellandschaftliche Pensionskasse
bilien Schweiz Wohnen sind im Aufgaben- und Kompetenz­
reglement der Kommission Immobilien Schweiz Wohnen           Hans-Jürg Harder, Mitglied
der Avadis Anlagestiftung geregelt.                          Pensionskasse General Electric Schweiz

Schwerpunktthemen                                            Andi Hoppler, Mitglied
Die Kommission Immobilien Schweiz Wohnen traf sich im        Pensionskasse Stadt Zürich
Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen. Zudem infor­
mierte sich die Kommission im Rahmen einer Ausbildungs­      Axel Lehmann, Mitglied
veranstaltung vor Ort über den Berner Immobilienmarkt.       ABB Vorsorgeeinrichtungen
Es wurden verschiedene Projekte besichtigt und Informa­
tionen über die aktuelle regionale Marktsituation und        Michel Rubli, Mitglied
die Rahmenbedingungen präsentiert. Externe Experten          SIG Vorsorgeeinrichtungen
stellten mögliche zukünftige Trends auf dem Immobilien­
markt vor.                                                   Rolf Schneider, Mitglied
                                                             Unabhängig
In der Berichtsperiode prüfte die Kommission diverse ­­
Bau- und Erneuerungsprojekte, Sacheinlagen sowie Käufe       Heinrich D. Uster, Mitglied
und Verkäufe. Das entsprechende Budget des Folgejahres       Pensionskasse Alcan Schweiz
wurde erarbeitet und verabschiedet.
                                                             Claudia Emele, Mitglied (ohne Stimmrecht)
                                                             Avadis Anlagestiftung

12   Geschäftsbericht 2017/2018
Bericht der Kommission Immobilien Schweiz Geschäft

Kommission Immobilien Schweiz Geschäft                       Zusammensetzung
                                                             Kommission Immobilien Schweiz Geschäft
Die Kommission berät den Stiftungsrat der Avadis Anlage­
stiftung und wirkt als Fachgremium in allen Angelegen­       Christoph Oeschger, Präsident
heiten der Anlagegruppe Immobilien Schweiz Geschäft.         ABB Vorsorgeeinrichtungen
Sie erarbeitet Vorschläge zuhanden des Stiftungsrats und
erstattet ihm regelmässig Bericht über die Entwicklung der   Rolf Schneider, Vizepräsident
Anlagegruppe. Die Hauptaufgaben der Kommission Immo­         Unabhängig
bilien Schweiz Geschäft sind im Aufgaben- und Kompetenz­
reglement der Kommission Immobilien Schweiz Geschäft         Andi Hoppler, Mitglied
der Avadis Anlagestiftung geregelt.                          Pensionskasse Stadt Zürich

Schwerpunktthemen                                            Axel Lehmann, Mitglied
Die Kommission Immobilien Schweiz Geschäft traf sich im      ABB Vorsorgeeinrichtungen
Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen. Zudem infor­
mierte sich die Kommission im Rahmen einer Ausbildungs­      Georg Meier, Mitglied
veranstaltung vor Ort über den Berner Immobilienmarkt.       Basellandschaftliche Pensionskasse
Es wurden verschiedene Projekte besichtigt und Informa­
tionen über die aktuelle regionale Marktsituation und        Claudia Emele, Mitglied (ohne Stimmrecht)
die Rahmenbedingungen präsentiert. Externe Experten          Avadis Anlagestiftung
stellten mögliche zukünftige Trends auf dem Immobilien­
markt vor.

In der Berichtsperiode prüfte die Kommission diverse ­
Bau- und Erneuerungsprojekte, Sacheinlagen sowie Käufe
und Verkäufe. Das entsprechende Budget des Folgejahres
wurde erarbeitet und verabschiedet.

                                                                                             Geschäftsbericht 2017/2018   13
Bericht der Private-Equity-Kommission

Private-Equity-Kommission                                        Die Analyse kam zum Schluss, dass die hohen Werte gröss­
                                                                 tenteils auf wenige Ausreisser zurückzuführen sind. Diese
Die Kommission berät als Fachgremium den Stiftungsrat            haben gemeinsam, dass sie in den ersten M­ onaten vorwie­
der Avadis Anlagestiftung in allen Angelegenheiten rund          gend Gebühren abrufen und einen tiefen Nettoinventar­
um das Private-Equity-Programm. Sie erarbeitet Vor-              wert aufweisen. Da die absoluten Kosten oft aus Prozent­
schläge zuhanden des Stiftungsrats und erstattet ihm             werten «rückwärts» gerechnet werden und die ­Zeiträume
regelmässig Bericht über die Entwicklung der Private-            nicht deckungsgleich waren, wurden in Einzelfällen die
Equity-Anlagegruppen. Ihre Hauptaufgaben sind im                 Kosten zu hoch geschätzt. In Absprache mit der Revision
Aufgaben- und Kompetenzreglement der Private-Equity-             wurde der Prozess angepasst.
Kommission der Avadis Anlagestiftung geregelt.
                                                                 Weitere Themen
Die Private-Equity-Kommission traf sich im Berichtsjahr zu       Weitere Themen waren unter anderem mögliche Alterna­
vier ordentlichen Sitzungen. Zusammen mit dem Vermö­             tiven für die ältesten Anlagegruppen (Verkauf, Zusammen-
gensverwalter Portfolio Advisors besuchte die Kommission         legung oder Lancierung Run-off-Vehikel), IRR- versus
im Juni 2018 eine Reihe von Zielfonds und ausgewählte            TVPI-Benchmarking, Steuergutschriften, Environmental,
Portfoliofirmen in Berlin und London. Das Gremium konnte         Social and Governance (ESG), das Universum von mögli­
vor Ort einen Einblick aus erster Hand über die neusten          chen Zielfonds in der Schweiz und das jährliche Fund
Entwicklungen gewinnen. Das Schwerpunktthema war                 Scoring.
European Venture Capital. Neben dem omnipräsenten
London hat sich in den letzten Jahren insbesondere Berlin        Zusammensetzung
als Standort für Wagniskapital etabliert.                        Private-Equity-Kommission

Schwerpunktthemen                                                Martin Roth, Präsident
Das erste Closing der neuen Anlagegruppe Private Equity          Manor Vorsorgeeinrichtungen
Welt XIII fand am 1. Dezember 2017 statt, der erste Kapital­
abruf im Februar 2018. Das letzte Closing erfolgt am 30. No­     Andi Hoppler, Vizepräsident
vember 2018. Das Commitment-Volumen seitens der­A­nleger         Pensionskasse Stadt Zürich
per 31. Oktober 2018 betrug USD 180,2 Millionen. Damit fiel
das Volumen im Vergleich zu den beiden Vorgängerprogram­         Ueli Büchi, Mitglied
men Welt XI (USD 191,7 Millionen) und Welt XII (USD 215,6 Mil-   Migros-Pensionskasse
lionen) leicht tiefer aus. Dies vor allem deshalb, weil einige
bestehende Anleger ihre Ticketgrössen verkleinerten.             Claudia Emele, Mitglied (ohne Stimmrecht)
                                                                 Avadis Anlagestiftung
 Eine Steueranalyse ergab, dass Avadis für die Investments
 auf eigene Special Purpose Vehicles (SPV) verzichten kann.      Steffen Graf, Mitglied
 Die neue Anlagegruppe Private Equity Welt XIII wurde da­        Pensionskasse Basel-Stadt
 her ohne SPV konzipiert. Aus Kostengründen wurden alle
 bisher über die SPV gezeichneten Zielfonds zur Anlage­          Christoph Oeschger, Mitglied
 stiftung transferiert und die SPV geschlossen. Somit liess      ABB Vorsorgeeinrichtungen
 sich die Struktur vereinfachen und die Kosten konnten
­optimiert werden.                                               Susanne Otruba, Mitglied
                                                                 Pensionskasse Stadt Zürich
Bei einer Überprüfung der Berechnungsmethodik hat die
Geschäftsführung festgestellt, dass Verbesserungspoten-          Mariusz Platek, Mitglied
zial besteht hinsichtlich der Kosten der Zielfonds, die          Pensionskasse der Stadt Winterthur
Avadis im Sinn der Kostentransparenz jährlich ausweist.
Die Berechnung erfolgt jeweils per Ende des Avadis Ge­           Toni Rösti, Mitglied
schäftsjahres nach den Richtlinien der SECA (Swiss Private       VSAO Stiftung für Selbständigerwerbende
Equity & Corporate Finance Association). Bei den neueren
Welt-Anlagegruppen resultierte jeweils ein optisch hoher
Wert (teilweise > 20%).

14   Geschäftsbericht 2017/2018
Aufsicht, Anlegerversammlungen und weitere Organe

Aufsicht                                                     Innovationsausschuss
Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV),
Bern                                                         Der Ausschuss berät den Stiftungsrat in diversen Anlage-
                                                             themen und unterstützt ihn bei der Entwicklung und dem
                                                             Design von neuen Anlageprodukten oder dem Redesign
Anlegerversammlungen                                         der bestehenden Produkte. Die Hauptaufgaben des Inno­
                                                             vationsausschusses sind im Aufgaben- und Kompetenz­
Die Anlegerversammlungen der beiden Anlagestiftungen         reglement der Avadis Anlagestiftung und der Avadis
fanden am 22. März 2018 statt. Es waren 88% des stimm­       Anlagestiftung 2 geregelt.
berechtigten Kapitals vertreten (AST 2: ebenfalls 88%).
Beide Versammlungen genehmigten einstimmig den Jahres­       Der Innovationsausschuss hat im Berichtsjahr drei Sitzun­
bericht sowie die Jahresrechnungen und erteilten dem         gen abgehalten, wovon zwei in Form einer T­ elefonkonferenz
Stiftungsrat die Decharge. PricewaterhouseCoopers (PWC)      durchgeführt wurden. Die Schwerpunkte lagen bei den
wurde einstimmig für ein weiteres Jahr als Revisionsstelle   Themen Global Small Caps, Private Debt und Einbezug von
gewählt.                                                     ESG-Kriterien (Environmental, Social and Governance) in
                                                             den Anlageprozess.

Prüfungsausschuss                                            Heinz Zimmermann, Präsident
                                                             Universität Basel
Der Ausschuss wird aus dem Kreis des Stiftungsrats ge-
bildet und hat den Auftrag, im Sinn der Corporate Gover­     Claudia Emele, Vizepräsidentin
nance die Arbeit der Revision und der Geschäftsführung zu    Avadis Anlagestiftung
beurteilen. Die Hauptaufgaben des Prüfungsausschusses
sind im Reglement Prüfungsausschuss der Avadis Anlage­       Andrew Halsey, Mitglied
stiftung und der Avadis Anlagestiftung 2 geregelt.           ABB Vorsorgeeinrichtungen

Der Prüfungsausschuss traf sich im Berichtsjahr zu drei      Eric R. Breval, Mitglied
ordentlichen Sitzungen. Der Ausschuss hat die jährlichen     Ausgleichsfonds AHV/IV/EO
Schwerpunktthemen der Revisionsstelle dem Stiftungsrat
vorgeschlagen und das Risikomanagement des Mandats-          Alfred Storck, Mitglied
trägers und der Anlagestiftung überprüft.                    Unabhängig

Roland Baumer, Präsident
Unabhängig                                                   Revisionsstelle
                                                             PricewaterhouseCoopers AG, Zürich
Yann Moor, Mitglied
ABB Vorsorgeeinrichtungen

Heinz Luggen, Mitglied
Hero Vorsorgeeinrichtungen

                                                                                              Geschäftsbericht 2017/2018   15
Bericht der Geschäftsführung

Konjunktur und Finanzmärkte                                        Auswirkungen für Anleger in Tiefzinsländern wie der
                                                                   Schweiz. Sie konnten zwar mit USD-Anlagen höhere Rendi­
Nach einem ausserordentlich guten Börsenvorjahr, gegrün­           ten erwirtschaften, doch der Anstieg der USD-Zinsen hat
det auf einem weltweiten Wirtschaftswachstum, haben die            auch die Kosten für eine Währungsabsicherung des
Märkte zuletzt eine holperige Gangart angenommen. Die              US-Dollars erhöht. Sie stiegen im Verlauf des Geschäfts­
regionalen Unterschiede und Abweichungen unter den An­             jahres auf über 3% p.a. und erreichten damit das höchste
lageklassen nahmen wieder deutlich zu. Mit den anstei­             Niveau seit Ende 2009. Der Vorteil einer Währungsabsiche­
genden Zinsen in den USA zeigten sich nach ­einer sehr lan­        rung wurde so aus Sicht eines Schweizer-Franken-Anlegers
gen nahezu sorgenfreien Grundstimmung die ersten                   wieder relativiert. In der Schweiz und in Europa blieben die
Wolken am Anlagehorizont. Die Normalisierung des Zins­             Leitzinsen im Jahresrückblick unverändert. Der Zins auf
umfelds bringt zwangsweise auch eine Normalisierung des            Sichteinlagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
Anlegerverhaltens mit sich. So fanden die seit längerem            verharrte bei -0,75% und derjenige der Europäischen Zent­
ausgeblendeten fundamentalen Risiken in den Anlageent­             ralbank (EZB) bei 0,0%. Die SNB erachtet den Schweizer
scheidungen wieder vermehrt Beachtung. Es erstaunt denn            Franken noch immer als überteuert. Weil auch die Inflation
auch wenig, dass die Märkte auf neue Herausforderungen             unter Kontrolle bleibt, dürften die schweizerischen Wäh­
und Gefahren reagiert haben.                                       rungshüter bis auf Weiteres an ihrer lockeren Geldpolitik
                                                                   festhalten.
«America First», war das Motto des heutigen US-Präsiden­
ten Donald Trump während seines Wahlkampfs. Heute zei­
gen sich die ersten Auswirkungen seiner protektionistischen        Mit den ansteigenden Zinsen in den USA
Politik. Aufkommende Befürchtungen über eine Eskalation            zeigten sich nach einer sehr langen
der Handelskonflikte − insbesondere zwischen den USA und
China − haben den globalen Aktienmärkten zugesetzt. Für            nahezu sorgenfreien Grundstimmung die
eine allgemeine Verunsicherung sorgten auch das aufgekün­          ersten Wolken am Anlagehorizont.
digte Atomabkommen mit dem Iran und der angedrohte Aus­
stieg aus dem Abrüstungsvertrag mit Russland.                      In Europa hat die EZB begonnen, die im Rahmen ihrer ultra­
                                                                   lockeren Geldpolitik getätigten Anleihekäufe schrittweise
Dieser handels- und aussenpolitische Kurswechsel der               zurückzufahren. Das seit März 2015 laufende Kaufpro­
USA erfolgt paradoxerweise in einer Phase des konjunk­             gramm soll Ende 2018 abgeschlossen werden. Dies ändert
turellen Aufschwungs, die auch den US-Arbeitsmarkt be­             im Grunde wenig an der extrem lockeren Geldpolitik der
flügelt und die amerikanische Notenbank (FED) dazu bewo­           EZB, da die Gelder von auslaufenden Anleihen vorerst wie­
gen hat, im ­Berichtsjahr den Leitzins gleich viermal (von         der reinvestiert werden. Ausserdem ist eine Zinswende bis
1,25% auf 2,25%) zu erhöhen. Die FED war unter den füh­            mindestens über den Sommer 2019 hinaus unwahrschein­
renden Industrienationen die erste Zentralbank, die einen          lich. Der geldpolitische Krisenmodus bleibt eigentlich be­
Richtungswechsel in der Geldpolitik vornahm − auch hier            stehen. Vor dem Hintergrund steigender Unsicherheiten
greift sinngemäss der Slogan «America First». Die höheren          dürfte dies auch nötig sein.
Renditen am Kapitalmarkt haben die Attraktivität von
USD-Zinsanlagen erhöht und zu einer Neujustierung der              Speziell die Gefahren durch den zunehmenden Protektio­
internationalen Kapitalströme geführt.                             nismus, die Krise in den Schwellenländern, die Ungewiss­
                                                                   heit über die Austrittsmodalitäten von Grossbritannien
Stark in Mitleidenschaft gerieten dadurch vor allem die            aus der EU und der sich zuspitzende Streit um den italieni­
Schwellenländer. In erster Linie traf es diejenigen Länder mit     schen Haushaltsplan haben im Geschäftsjahr für Nervo­si­
einem hohen Leistungsbilanzdefizit und gleichzeitig hoher          tät g
                                                                       ­ esorgt. So stiegen die Kreditrisikoaufschläge (Credit
Verschuldung in US-Dollar. Das Ausbleiben von neuem Kapi­          Spreads) für italienische Staatsanleihen im Juni und
tal hat zu Spekulationsverkäufen in diesen Währungen ge­           ­August 2018 zwischenzeitlich auf 250 Basispunkte an, was
führt. In der Folge verloren unter anderem die türkische Lira       dem Stand von 2013 entspricht. Auch bei Unternehmens­
und der argentinische Peso allein im Monat August 2018              anleihen war eine Ausweitung der Credit Spreads zu beob­
rund einen Viertel ihres Werts gegenüber dem US-Dollar.             achten. Speziell im schlechteren Bonitätssegment führte
­Dadurch stieg gleichzeitig der in US-Dollar zu leistende Schul­    das im Jahresverlauf zu empfindlichen Kursrückschlägen.
 dendienst, was Befürchtungen über eine mögliche Abwärts­
 spirale der Schwellenländerwährungen aufkommen liess.
 Die höheren Zinsen in den USA haben indessen auch

16   Geschäftsbericht 2017/2018
Kreditrisikoaufschläge (in Basispunkten)                       oftmals Vorboten einer Rezession oder zumindest einer
300
                                                               deutlichen Konjunktur­abkühlung − auch hier trifft wohl zu:         300
                                                               «America First!»
250                                                                                                                                250

200
                                                               Exkurs Technologieblase                                             200
                                                               Die berühmt gewordenen FAANG-Aktien (Facebook,
150                                                            ­Amazon, Apple, Netflix, Google) haben die Rallye der US-           150

100
                                                                ame­r ikanischen Technologiebörse befeuert. Erinnerungen           100
                                                                an die Ende März 2000 geplatzte Internetblase wurden
 50                                                             wach. Doch inwiefern ist die damalige Entwicklung mit der           50

  0
                                                                heutigen Situation vergleichbar? Betrachtet man den An­              0
      2013       2014         2015        2016     2017         stieg des NASDAQ Computer Index (IKX) jeweils drei Jahre                 2013

                                                                vor dem Höchststand, so ergibt sich auf Basis der absolu­
  Italien    Spanien    Deutschland   Frankreich
                                                                ten Kursentwicklung folgendes Bild: Bis zum letzten
                                                                Höchstwert, der Ende August 2018 erreicht wurde, belief
Zu guter Letzt hat auch der Aktienmarkt erfahren müssen,        sich der Anstieg insgesamt auf rund 100%. Im Vergleich
dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Möglicher­          dazu ging dem Platzen der Internetblase mehr als eine Ver­
weise hat die Rückführung von Liquidität seitens der            fünffachung der Notierungen voraus (+485%).
Noten­banken zu einer vorsichtigeren Kapitalallokation der
Anleger geführt. In den letzten Monaten war eine akzentu­      Der damalige Kursanstieg war um ein Vielfaches ausge­
ierte Konsolidierung risikoreicher Marktsegmente zu beob­      prägter und endete mit einer extremen Schluss-Rallye. Zu­
achten. Auf regionaler Ebene traf dies insbesondere die        dem waren auch die Bewertungen damals deutlich höher.
Emerging Markets. Auch eine Sektorbetrachtung lässt den        Die meisten Internetunternehmen erwirtschafteten damals
Schluss einer Rotation zugunsten defensiverer Branchen         keine Gewinne. Daher schoss das Kurs-Gewinn-Verhältnis
zu. Tragende Wachstumswerte wie Apple, Amazon oder             (P/E) des gesamten I­ ndex in die Höhe und erreichte eine
­Facebook, welche die Hausse des US-Marktes befeuert           exzessive Bewertung von 110x. Im Gegensatz dazu erwirt­
 hatten, gerieten im Oktober 2018 stark unter Druck und lei­   schaften heutige Technologiefirmen wesentlich solidere
 teten eine scharfe Marktkorrektur ein. Es wird befürchtet,    Überschüsse. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis stieg daher «le­
 dass der sich verschärfende Handelsstreit die zukünftige      diglich» auf 25x. Auch im Vergleich zur Basis der operati­
 Gewinnentwicklung für diese Wachstumswerte beeinträch­        ven Ergebnisse (P/EBITDA) stehen die heutigen Bewertun­
 tigen könnte, denn viele Hardware-Komponenten von             gen (16x) in keinem Verhältnis zu den damaligen
 US-amerikanischen IT-Firmen stammen aus dem asiati­           Übertreibungen (47x).
 schen Raum.

Abgesehen davon stellen einige Makroökonomen ein sich          Die Konsensschätzungen für das weltweite
abflachendes Konjunkturwachstum in Aussicht. Die Kon­          Wirtschaftswachstum antizipieren bis 2020
sensschätzungen für das weltweite Wirtschaftswachstum
(BIP) antizipieren bis 2020 eine leichte Abschwächung von      eine leichte Abschwächung von aktuell
aktuell 3,8% auf 3,2%. In den USA wird das BIP-Wachstum        3,8% auf 3,2%.
im selben Zeitraum gar um 1 Prozentpunkt auf 1,9% fallen.
Der Rückgang ist hier teilweise auf den abnehmenden            Geldmarkt und Währungen
Basis­effekt der US-Steuerreform zurückzuführen. Zu den        Die SNB beliess, wie bereits erwähnt, ihre Geldpolitik im
Kernelementen des Reformpakets, das am 1. Januar 2018          Berichtsjahr weiterhin unverändert: Der Zins auf Sichteinla­
in Kraft trat, zählt die deutliche Senkung der Unternehmens­   gen verharrte bei -0,75% und das Zielband für den Dreimo­
steuern von 35% auf 21%. Dieser ausserordentliche Anreiz       nats-Libor (3M-Libor) bewegte sich unverändert zwischen
hat die Unternehmensgewinne und das Wirtschaftswachs­          -1,25% und -0,25%. Bei den Fremdwährungen zeigt sich im
tum in den USA angekurbelt. Allerdings baut sich dieser        Jahresrückblick kein einheitliches Bild.
Stimulus im Verlauf der Zeit wieder ab – der Kapitalmarkt
scheint diese Prognose bereits vorwegzunehmen. Die
US-Zinskurve hat sich als erste unter den G4-Staaten deut­
lich verflacht und verlief sogar zeitweise leicht invers.
­Solche inversen Zinskurven waren in der Vergangenheit

                                                                                                Geschäftsbericht 2017/2018   17
Bericht der Geschäftsführung

Obligationen CHF                                             zum Vorjahr notierten, ist die zehnjährige Rendite für briti­
Im Berichtsjahr der Avadis Anlagestiftungen haben sich die   sche (1,5%) und insbesondere italienische Staatsanleihen
Renditen von Obligationen in Schweizer Franken nur wenig     (3,4%) stark angestiegen.
verändert. Die Zinskurve wurde am langen Ende etwas stei­    Avadis bietet für Obligationen Fremdwährungen vier ver­
ler, blieb jedoch aufgrund der unveränderten Geldpolitik     schiedene Anlagegruppen an: Staatsanleihen Fremdwäh­
der SNB am kurzen Ende praktisch unverändert. Dieses         rungen, Staatsanleihen Fremdwährungen AAA-AA, Unter­
Zinsumfeld war, wie auch schon im vorangehenden              nehmensanleihen und Schwellenländeranleihen. Die
Geschäftsjahr, ungünstig für den CHF-Obligationen-Markt.     Anlagegruppe Staatsanleihen Fremdwährungen ist index­
Aufgrund der längeren Duration und der höheren Zinssen­      nah bewirtschaftet und währungsabgesichert. Im höchsten
sitivität des Inlandschuldner-Segments resultierte ein et­   Bonitätssegment bietet Avadis eine separate Anlagegrup­
was höherer Bewertungsverlust (-1,41%) als im Ausland­       pe an, die aktiv bewirtschaftet ist und im B
                                                                                                        ­ erichtsjahr eine
schuldner-Segment (-1,26%). Avadis deckt diese Anlage-       Wertminderung von -1,5% erfuhr. Aktiv bewirtschaftet und
kategorie über die beiden Anlagegruppen Obligationen         abgesichert gegenüber Fremdwährungs-
CHF Inlandschuldner respektive Auslandschuldner ab.          schwankungen ist die Anlagegruppe für Unternehmens-
Beide Anlagegruppen werden nach dem «Stratified Sam-         anleihen. Sie geriet im Berichtsjahr infolge zunehmender
pling»-Ansatz indexnah bewirtschaftet und haben sich im      Kreditrisikoaufschläge stärker unter Druck als Staats-
Rahmen ihrer Benchmarkvorgabe entwickelt. Der Gesam­         anleihen und erfuhr gemessen in Schweizer Franken eine
tindex SBI AAA-BBB beinhaltet sowohl das Inland- als         Wertminderung von -4,8%.
auch das Auslandsegment. Die Gewichtung hat sich in den      Die stärksten Einbussen waren allerdings im Segment der
letzten Jahren deutlich zugunsten des Inlandsegments ver­    Schwellenländeranleihen zu verzeichnen (-9,4%). Die An-
schoben. Per 31. Oktober 2018 belief sich das Verhältnis     lagegruppe Emerging Markets Debt wird vorwiegend über
auf 73% (Inland) gegenüber 27% (Ausland). Aufgrund die­      Staatsobligationen in Lokalwährungen umgesetzt, wobei
ser Verschiebung haben sich die Duration und die Zinssen­    die Bewirtschaftung ebenfalls aktiv und ohne Währungsab­
sitivität des Gesamtindex erhöht.                            sicherung erfolgt. Nach einer positiven Wertentwicklung in
                                                             den zurückliegenden zwei Jahren geriet die Anlagegruppe
Obligationen Fremdwährungen                                  in den letzten zwölf Monaten währungsbedingt stark unter
An den internationalen Kapitalmärkten haben sich die Ren­    Druck. Die Volatilität einzelner Schwellenländerwährungen
diten zehnjähriger Staatsanleihen im Verlauf des Berichts­   erhöhte sich zum Teil dramatisch. So verloren der argenti­
jahres leicht erhöht. Deutlich markanter fiel der Anstieg    nische Peso und die türkische Lira gegenüber dem Schwei­
nach mehrfachen Zinsschritten der FED in den USA aus. Per    zer Franken allein im August rund einen Viertel ihres Werts.
31. Oktober 2018 notierten die Renditen bei 3,2%, was per
saldo einem Anstieg von 0,8 Prozentpunkten gegenüber         Aktien Schweiz
dem Vorjahreswert entspricht. Allerdings weist die US-Dol­   Der Schweizer Aktienmarkt schloss im Berichtsjahr gemes­
lar-Zinskurve am langen Ende eine flache Struktur auf, was   sen am UBS 100 Index praktisch unverändert (0,4%). Dies
die Attraktivität der langen Anlagesegmente schmälert. In    täuscht allerdings über die hohe Volatilität im Jahresver­
den Mitgliedsländern der Eurozone drifteten die Renditen     lauf hinweg. Die Schwankungsbreite namhafter Schwer­
zusehends auseinander. Während die zehnjährigen deut­        gewichte im Index war in einzelnen Monaten markant und
schen Bundesanleihen bei 0,4% praktisch unverändert          belief sich zum Teil auf über 15%. Bei manchen niedrig ka­
                                                             pitalisierten Titeln waren diese Veränderungen noch viel
                                                             ausgeprägter. In diesem Umfeld waren vor allem defensive
Obligationen CHF Inlandschuldner                             Sektoren wie Nahrungsmittel und Gesundheitswesen ge­

 -1,41%
                                                             fragt, während zyklische Branchen wie Luxusgüter, Banken
                                                             und ­Industriewerte ins Hintertreffen gerieten. Nachlassen­
                                                             de Impulse vom sich leicht abschwächenden Aufschwung
                                                             der Weltwirtschaft dürften insbesondere die Gewinnent­
                                                             wicklung für konjunktursensitivere Sektoren beeinträchtigt
                                                             ­haben. Die Aktienmärkte antizipieren diese Erwartungen
Obligationen CHF Auslandschuldner                             jeweils. Insofern war die Schweizer Börse aufgrund ihrer

 -1,26%
                                                              defensiven Ausrichtung im Quervergleich mit den europäi­
                                                              schen Leitindizes im Vorteil. So verlor zum Beispiel der
                                                              Deutsche Aktienindex (DAX) im Jahresrückblick über 10%.
                                                              Avadis setzt den Schweizer Aktienmarkt durch die

18   Geschäftsbericht 2017/2018
Aktien Schweiz Indexiert                                       ist die Hälfte der Güterexporte Chinas in die USA mit Straf­

+0,19%
                                                               zöllen belegt. Die protektionistische US-Handelspolitik
                                                               und der Streit mit China belasten insbesondere die export-
                                                               orientierten Schwellenländer und deren Währungen.
                                                               Avadis setzt die Anlagekategorie über zwei separate Anla­
                                                               gegruppen um: eine aktiv bewirtschaftete und eine index­
                                                               nahe Variante. Beide Anlagegruppen referenzieren auf die­
Aktien Welt hedged Indexiert 2                                 selbe Benchmark (MSCI Emerging Markets TR net) und sind

 -0,35%
                                                               nicht währungsabgesichert. Die indexnahe Variante
                                                               (-12,2%) übertraf die Rendite der aktiv verwalteten Anlage­
                                                               gruppe in Schweizer Franken (-13,9%). Ausschlaggebend
                                                               hierfür war die Portfolioausrichtung auf ein spätzyklisches
                                                               Wachstum der Schwellenländermärkte, das im Rahmen der
vollständige Replikation des UBS 100 Index um. Gegen­          Handelspolitik gebremst wurde.
über dem bekannteren SPI Index schliesst diese Bench­
mark die kleinstkapitalisierten und volatilen Titel aus. Die   Immobilien Schweiz
Anlagegruppe Aktien Schweiz Indexiert hat sich im letzten      Das abgelaufene Geschäftsjahr war am schweizerischen
Jahr mit einer Performance von 0,19% im Rahmen der             Immobilienmarkt weiterhin gekennzeichnet durch den
Benchmarkvorgabe entwickelt.                                   ­hohen Anlagedruck institutioneller Investoren. Neben der
                                                                direkten Anlagetätigkeit flossen Mittel über neue Anlage­
Aktien Welt                                                     vehikel oder durch Kapitalaufstockungen bestehender Ve­
Die internationalen Aktienmärkte zeichneten im Berichts­        hikel in den Markt. Die beobachteten Preisrealisationen am
jahr ein eher negatives Bild. Nach einem scharfen Kursein­      Transaktionsmarkt deuten an, dass viele Anleger weiterhin
bruch im Februar 2018 infolge der anziehenden Inflation in      von einem längerfristigen Negativzinsumfeld aus­gehen
den USA und der damit verbundenen Zinsängste erholten           und entsprechend ihre Renditeerwartungen nach unten an­
sich die Notierungen bis im September wieder. Die Kurs-         gepasst haben. Die Preise für Immobilien entwickelten sich
entwicklung verlief jedoch unstetig und volatil, was unter      uneinheitlich und die Akzentuierung einer Renditeschere
anderem auf die zunehmend protektionistische US-Handels-        bei Wohn- und Geschäftsliegenschaften, die bereits im
politik zurückzuführen war. Im Oktober verzeichneten die        letzten Jahr beobachtet werden konnte, scheint weiter vor­
Märkte einen zweiten, sehr markanten Kurseinbruch, der          anzuschreiten. So sanken vor allem die Renditen von Ob­
die ganzen Kursgewinne des ersten Halbjahres wieder aus­        jekten mit sehr guter Lage und Qualität weiter, während
radierte. Mit einem Rückschlag von -7,4% für den Index          jene von schwierigeren Objekten konstant blieben oder an­
MSCI Welt hedged reiht sich der Oktober 2018 in die             stiegen. Ein Blick auf die Entwicklungen am Mietflächen­
schlimmsten acht Börsenmonate seit der F­ inanzkrise 2008       markt zeigt ebenfalls ein differenziertes Bild: Bei den Miet­
ein. Angetrieben wurde die Korrektur in erster Linie durch      wohnungen war das Jahr schweizweit durch leicht sinkende
einige hoch bewertete Internetschwergewichte wie Ama­           Marktmieten gekennzeichnet. Die Absenkung des Referenz­
zon (-17,5%). Avadis setzt die Anlagekategorie Aktien Welt      zinssatzes auf 1,5% im Sommer trug hier sicherlich ihren
Indexiert über eine währungsabgesicherte und eine nicht         Teil bei.
abgesicherte Anlagegruppe um. Die markante Zinsdifferenz        Regional ist das Bild aber unterschiedlich. Das zunehmen­
des US-Dollars zum Schweizer Franken führte zu hohen            de Wohnungsangebot drückte insbesondere an periphere­
Währungsabsicherungskosten, so dass die nicht abgesi­           ren Lagen und abseits der Agglomerationen der grösseren
cherte Anlagegruppe Aktien Welt Indexiert 2 (+2,29%) im         Städte auf die Mieten und die Leerstände stiegen weiter
­Berichtsjahr eine höhere Rendite erwirtschaftet hat als die    an. Die vom Bundesamt für Statistik diesen Herbst publi­
 abgesicherte Variante (-0,35%).                                zierte Leerwohnungsziffer von 1,47% für die Schweiz ist im
                                                                Vergleich zum Ausland noch immer tief. Sie stieg in den
Aktien Emerging Markets                                         letzten Jahren indessen deutlich an. Die sinkende Netto­
Befürchtungen über eine deutliche Konjunkturabkühlung           migration sowie demografische und soziale Veränderun­
in einzelnen aufstrebenden Volkswirtschaften haben den          gen sorgen weiterhin für einen laufenden Wandel bei der
Index MSCI Emerging Markets belastet (im Berichtsjahr           Wohnraumnachfrage: Der Sog in die Städte sowie in die
-11,7%). Die Kurskorrektur beschleunigte sich mit der Ak­       städtischen Agglomerationsräume scheint sich weiter ver­
zentuierung des Handelskonflikts zwischen den USA und           stärkt zu haben und kleinräumige oder geteilte Wohnange­
China im zweiten Halbjahr. Seit dem 24. September 2018          bote gewinnen an Bedeutung.

                                                                                                 Geschäftsbericht 2017/2018   19
Bericht der Geschäftsführung

Auch bei den kommerziellen Mietflächen war der Markt in       Der Verkäuferseite kommen die hohen Bewertungen zugu­
Bewegung: Phänomene wie die zunehmende Digitalisie­           te, w­ eshalb viele Zielfonds das derzeitige Umfeld aktiv für
rung des tertiären Sektors, der Internethandel und der Ein­   Veräusserungen nutzen. In Abwesenheit einer grösseren
kaufstourismus haben die Flächennachfrage im kommer­          Korrektur im Buyout-Markt dürfte das Umfeld für Firmen­
ziellen Bereich verändert. Sie ist lokal konzentrierter und   veräusserungen attraktiv bleiben. Durch die hohen Fund­
volatiler geworden: Flächen müssen kurzfristig zur Verfü­     raising-Volumen und den Reifegrad der Anlageklasse ist
gung stehen können und genauso schnell wieder kündbar         mit einer weiteren Zunahme von Transaktionen unter Private-­
sein. Die Anlagegruppen Immobilien Schweiz Wohnen und         Equity-Managern zu rechnen. Besonders die Anlagegruppen
Immobilien Schweiz Geschäft erwirtschafteten im abgelau­      mit den Vintage-Jahren 2010 bis 2014 erfuhren in der
fenen Geschäftsjahr Anlagerenditen von 4,98% beziehungs­-     ­Berichtsperiode eine starke Wertsteigerung (Welt VIII, Welt
weise 4,04%. Damit fielen sie sowohl in ihrer absoluten        IX, Welt X). Die mittelreifen Anlagegruppen (Welt V, Welt VI,
Höhe wie auch im Konkurrenzvergleich sehr erfreulich aus.      Welt VII) konnten ihre Gewinne leicht ausbauen. Die Invest­
                                                               ments in den älteren Anlagegruppen Welt II, Welt III und
Immobilien Ausland                                             Welt IV sind weitgehend realisiert und vom aktuellen
Die drei regionalen ausländischen Immobilien-Anlagegrup­       Marktzyklus nur noch geringfügig betroffen.
pen (REITs) wurden Ende April 2018 in eine globale Anlage­
gruppe in der Anlagestiftung 2 zusammengeführt. Die           Wie schon seit einiger Zeit fielen die Ausschüttungen höher
Performance im Berichtsjahr ist eine Mischrechnung und        aus als die Kapitalabrufe. Dies ist primär auf das positive
beinhaltet vom 31. Oktober 2017 bis zum 30. April 2018        Umfeld für Verkäufe zurückzuführen. Provisorische Daten
einerseits die Historie der Anlagegruppe ­Immobilien Nord­    von Preqin zeigen für 2018 eine leichte Abschwächung des
amerika 2 (-4,9%) und darauf folgend den Track Record der     Fundraising im Vergleich zu 2016/2017. Diese Entwicklung
globalen Anlagegruppe Immobilien-Aktien Welt 2 (-1,0%).       entschärft sicherlich ein wenig die Befürchtungen, dass zu
So resultiert per 31. Oktober 2018 eine konsolidierte         viel Geld in die Anlageklasse fliesst.
Jahres­rendite von -5,9% in Schweizer Franken. Die Funda­
mentaldaten für die kotierten Immobilienmärkte bleiben        Im Namen der Geschäftsführung der Avadis Anlagestif-
robust. Allerdings dürfte der Marktzyklus seinen Zenit        tungen
überschritten haben. Mit den steigenden Zinsen in den
USA flachte die Nachfrage nach neuen Bauprojekten in ge­
wissen Segmenten bereits ab. Dies hat sich im Sommer auf
die Aktienkurse niedergeschlagen. Weiterhin unter Druck
bleibt die Nutzungsart Retail und Shopping-Malls. Dieses
Segment leidet im Speziellen unter dem strukturellen Wan­     Dr. Claudia Emele
del, der durch den Onlinemarkt ausgelöst wurde. Anderer­      Geschäftsführerin
seits bleibt die Nachfrage nach Büro­f lächen und urbanem
Wohnraum in gut frequentierten B  ­ allungszentren robust.
                                                              Indizes (1.11.2017–31.10.2018)
Private Equity
Der Private-Equity-Markt entwickelte sich weiterhin positiv                                                           Rendite
und in stabilen Bahnen. Schon seit einiger Zeit halten sich   Index                                              in % (in CHF)

die Zielfonds mit Käufen eher zurück, da die Bewertungen      Pictet BVG-25 1)                                         -0,98
für geeignete Zielunternehmen eher hoch sind. Diese Kons­     Pictet BVG-40 1)                                         -0,94
tellation erfordert seitens der Fondsmanager viel Disziplin   Pictet BVG-60 1)                                         -0,91
und Geduld beim Portfolioaufbau.                              UBS 100 Index TR                                         +0,46
                                                              MSCI Welt ex Schweiz TR net                              +2,14
                                                              MSCI Emerging Markets TR net                            -11,72
                                                              Swiss Bond Index AAA-BBB                                  -1,05
                                                              Citigroup WGBI ex Schweiz TR                              -2,99
                                                              Bloomberg Barclays Global Aggr. Corp. ex Schweiz         -4,43
                                                              hedged in CHF
                                                              JP Morgan GBI-EM Global diversified unhedged              -5,73

1)
     Indexfamilie Pictet BVG 2000

20      Geschäftsbericht 2017/2018
Profil

Profil Avadis Anlagestiftung / Anlagestiftung 2                        Überwachung der Wertschöpfungskette: Avadis überwacht
                                                                       die gesamte Wertschöpfungskette im Anlageprozess.
Avadis ist die grösste Anlagestiftung der Schweiz, die nicht           Eine sorgfältige Selektion der Vermögensverwalter legt
zu einer Bank oder zu einer Versicherung gehört. Avadis                die Basis dazu. Avadis ist für die Qualitätssicherung der
bietet Schweizer Vorsorgeeinrichtungen eine breite und                 Produkte verantwortlich, unter anderem für die Einhaltung
etablierte Anlageplattform. Neben der Avadis Anlagestif­               der Anlagevorgaben.
tung (AST) wird aus steuerlichen Gründen bei den Anlage­
gruppen Aktien Welt, Aktien Welt hedged Indexiert und                  Kostengünstige Produkte: Als gewichtige Einkaufsgemein­
­Immobilien-Aktien Welt die identisch geführte Anlage­                 schaft von Pensionskassen erzielt Avadis Kostenvorteile
 stiftung 2 (AST 2) eingesetzt.                                        für die Anleger.

Im Interesse der Pensionskassen: Dank ihrer Unabhängig­                Einfacher Zugang zu komplexen Anlagen: Komplexe und
keit kann Avadis die Interessen der Anleger konsequent                 weniger liquide Anlagegruppen wie Private Equity oder
ins Zentrum stellen. Sie ist keinem Vermögensverwalter                 ­Immobilien sind für die Anleger genauso einfach zugäng­
verpflichtet.                                                           lich wie die traditionellen Anlagen.

Professionelle Vermögensverwaltung: Avadis verfolgt                    Umfassende Lösungen: Avadis übernimmt auf Wunsch die
für die Vermögensverwaltung einen Multi-Style-/Multi-­                 Umsetzung der Anlagen für Anleger, wodurch sich deren
Manager-Ansatz. Sie wählt pro Anlagegruppe den opti­                   Aufwand auf ein Minimum reduziert. Aussagekräftige und
malen Anlagestil und selektiert weltweit die am besten                 transparente Berichte erlauben den Anlegern, die Perfor­
geeigneten Vermögensverwalter.                                         mance ihrer Investitionen genau zu verfolgen.

Organisation

                                                            Anlegerversammlung

         Private-Equity-Kommission                                                                          Innovationsausschuss
                                                               Stiftungsrat
 Kommission Immobilien Schweiz Wohnen
    Liegenschaftskommissionen                                                                                Prüfungsausschuss

 Kommission Immobilien Schweiz Geschäft

                Aufsicht:                                    Geschäftsführung                                     Aufsicht:
         Oberaufsichtskommission                            Avadis Vorsorge AG                                     FINMA

           Depotbank                                                               Fondsleitung                           Depotbank
         Lombard Odier                                                           Lombard Odier AM                       Lombard Odier

     Vermögensverwaltung                 Mandatsträger                                         Vermögensverwaltung
       Portfolio Advisors        AFIAA Real Estate Investments AG                           Arrowstreet, Syz, SSgA u. a.

         Anlagegruppen:                  Anlagegruppen:                                        Institutionelle Fonds:
          Private Equity               Immobilien Schweiz                                      Aktien/Obligationen

                                                                                                             Geschäftsbericht 2017/2018   21
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