Hochschulentwicklungsplan - Musik - Folkwang Universität der Künste
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Musik Theater Tanz Gestaltung Wissenschaft
Hochschulentwicklungsplan
Folkwang Universität der Künste
Klemensborn 39 | D-45239 Essen
Tel +49 (0) 201.49 03-0
Fax +49 (0) 201.49 03-228
www.folkwang-uni.de004 005 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
Präambel
Mit dem Namen „Folkwang“ verbindet sich eine einzigartige Konzeption von Kunstauffas-
sung und Kunstvermittlung: In Ausbildung und Ausübung wirken die Künste disziplinen-
übergreifend zusammen. Die Künste haben ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft, die sie
durch innovative und kreative Akzente lebendig bereichern und prägen.
Das Wirken der Folkwang Universität der Künste ist maßgeblich geprägt von zwei Faktoren:
> Ihre Heimat ist die Metropole Ruhr - eines der größten wirtschaftlichen
und kulturellen Zentren Europas.
> Zugleich ist ihre Ausrichtung international.
Die Folkwang Universität der Künste ist mit ihren fünf Sparten und ihren fünf Standorten
Essen-Werden, Essen-Zollverein, Duisburg, Theaterzentrum Bochum und Orchester-
zentrum|NRW in Dortmund fest in der Metropole Ruhr verankert. Sie fühlt sich gleicher-
maßen dem Bildungs- wie dem Ausbildungsauftrag verpflichtet. So wirkt sie mit künstleri-
schen und wissenschaftlichen Impulsen in die Region hinein und reagiert zugleich auf die
Erfordernisse der künstlerischen Berufs- und Alltagswelt.
Die Folkwang Universität der Künste will eine Debatte um künstlerische Konzeptionen und
Ausbildungsmodelle als entscheidende Faktoren zur Lösung gesellschaftlicher Probleme
initiieren.
Der internationalen Bedeutung der Folkwang Universität der Künste entspricht die In-
ternationalität der Lehrenden und Studierenden sowie die große Zahl an internationalen
Kooperationen, die weit über den europäischen Raum hinausgehen.
Aus diesen Gründen war die im April 2010 erfolgte Umbenennung des Hauses in „Folkwang
Universität der Künste“ ein notwendiger und logischer Schritt.
Das SANAA-Gebäude auf dem Gelände
des Welterbes Zollverein gehört seit Es ist der Anspruch der Folkwang Universität der Künste, Persönlichkeiten auszubilden,
2010 zu den Standorten der Folkwang
die von exzellenter künstlerischer Kompetenz, einem breiten Bildungshorizont und einem
Universität der Künste.
hohen Maß an Individualität, Kreativität und gesellschaftlicher Verantwortung geprägt
sind. Die Idee von der spartenübergreifenden Zusammenarbeit ist als künstlerisch-päda-
gogische Konzeption weltweit einzigartig. Die Folkwang Universität der Künste hat durch
dieses Alleinstellungsmerkmal auch eine führende Position als internationaler Ansprech-
partner für künstlerische Ausbildung und Praxis sowie für künstlerische/wissenschaftliche
Entwicklungsvorhaben. Um diese Stellung weiter auszubauen, soll der europäische Kultur-
und Bildungsraum mit Blick auf den künftigen Studierendennachwuchs verstärkt erschlos-
sen werden.006 007 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
01. FUNKTION UND ENTSTEHUNG
DES HOCHSCHULENTWICKLUNGSPLANS
Der vorliegende Hochschulentwicklungsplan 2010-2020 beschreibt hochschulübergreifen-
de Strategien und Perspektiven der Folkwang Universität der Künste auf Basis des neuen
Kunsthochschulgesetztes vom 13. März 2008. Er versteht sich als Ergebnis eines Prozesses
inmitten einer der umfangreichsten Studienreformen und knüpft an die im Hochschulent-
wicklungsplan 2001 formulierten Ziele an, in dem die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt
integriert worden sind.
Die Ausarbeitung des Hochschulentwicklungsplans basiert auf einem fast zweijährigen
kumulativen Prozess, der mit der Reintegration der Gestaltungsstudiengänge begann.
Weitere Meilensteine waren die Namensänderung im April 2010 sowie die Ziel- und
Leistungsvereinbarung mit dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
(MIWF) (Laufzeit: 2010-2014).
Die folgenden Planungen sind Ergebnisse intensiver Diskussionen, die innerhalb der Hoch-
schule in Klausurtagungen, in Arbeitsgruppen und in Gruppen- oder Einzelgesprächen
geführt wurden. Die vertikale und horizontale Spiegelung in die Hochschule hinein diente
Modell der Folkwang Bibliothek, dem Rektorat als Grundlage, die bisher erfolgreichen Strukturen in künstlerischer Praxis,
Entwurf des Architektenbüros Lehre, Forschung und Verwaltung fortzuführen und neue strategische Schwerpunkte und
Max Dudler, Berlin.
Die musikwissenschaftliche Bibliothek. Perspektiven für den Zeitraum 2010-2020 zu setzen, um das besondere Profil der Folkwang
Baubeginn 2010. Universität der Künste weiter auszubauen.
Angesichts der hochschulpolitischen, kulturpolitischen sowie gesellschaftlichen Verände-
rungen werden die Verantwortung der Hochschule und ihre zukünftigen Aufgaben - auch
im internationalen Vergleich - deutlich zunehmen. Zugleich ist aber davon auszugehen,
dass die bereits bestehende Unterfinanzierung der Hochschulen eher noch zunehmen wird.
Den vielfältigen neuen Herausforderungen steht bestenfalls ein gleichbleibender Personal-
stand gegenüber.
Der Hochschulentwicklungsplan dient als Planungsinstrument. Er stellt gleichsam eine
Zielvereinbarung der Folkwang Universität der Künste mit sich selbst dar und bildet die
Grundlage für den in einem weiteren Schritt folgenden Maßnahmenkatalog und die
Umsetzungsplanung. Damit ist der Hochschulentwicklungsplan Ausgangspunkt für eine
kontinuierliche Überprüfung und stellt zugleich das notwendige Maß an Planungssicher-
heit bereit.
Einen konkreten Strategieplan mit Maßnahmenkatalog, Umsetzungsplanung und Stellen-
Modell des Neubaus für den Fachbereich plan wird das Rektorat in einem weiteren Schritt ausarbeiten. Hierfür ist es notwendig,
Gestaltung auf Zollverein,
dass die Umstellung auf die gestufte und modularisierte Studienstruktur sowie die Evalu-
Entwurf der Arbeitsgemeinschaft
MGF Architekten GmbH, Stuttgart und ierungsvorhaben größtenteils abgeschlossen sind.
Wenzel + Wenzel Freie Architekten,
Frankfurt.008 009 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
Der demographische Wandel
Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland stellt die Bildungslandschaft vor große
Herausforderungen. Die Folkwang Universität der Künste begreift diese Entwicklungen
als große Chance, mit ihren Studienangeboten inhaltlich und strukturell flexibel auf den
Wandel der kommenden Jahrzehnte zu reagieren:
> Die Entwicklung der Schülerzahlen muss (mit Blick auf die musikpädagogischen Studien-
gänge und die „Musikpädagogische Initiative“) sorgsam beobachtet werden; ein quanti-
„Willkommen!“, der traditionelle
Semesterauftakt an Folkwang tativer Rückgang bedeutet hierbei keine sinkende Relevanz der musischen Bildung in der
2010
Gesellschaft.
> Die Quantität der Studierenden wird trotz Bevölkerungsrückgang wohl nicht abnehmen,
da die Zahl der Abiturienten dauerhaft ansteigt. Hinsichtlich des qualifizierten Nach-
wuchses an Studierenden für die künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen
Studiengänge der Folkwang Universität der Künste (vor allem aus Deutschland und dem
europäischen Kulturraum) bedarf es jedoch verstärkter Bemühungen.
> Besonderes Augenmerk verdient die sich wandelnde Struktur der künftigen Studierenden-
schaft (internationale Studierende, inländische Studierende mit Migrationshintergrund
und Weiterbildungs- und Teilzeitstudien bzw. flexible Studienangebote für Alleinerzie-
hende, ältere Studierende etc.). Daher wird sich die Folkwang Universität der Künste des
Themas „Diversity“ verstärkt annehmen.
02. Positionierung und Herausforderungen
02.1 Künstlerische Exzellenz mit sozialer Kompetenz
Die Folkwang Universität der Künste ist der Exzellenz verpflichtet. Exzellenz zeigt sich nicht
nur durch die jeweiligen handwerklichen Fähigkeiten bzw. die Beherrschung der jeweiligen
Kunstform, sondern auch durch soziale Kompetenz. Der gleichberechtigte Umgang der
Künste bedingt die Intensivierung der sozialen Kompetenz. Dementsprechend werden
Ensemblearbeit und andere Kooperationsformen, wie die LAB-Struktur, verstärkt. Soziale
Kompetenz erweist sich als unabdingbarer Faktor künstlerischer Exzellenz. Die Hochschu-
le sucht daher nach neuen Wegen, künstlerische Exzellenz mit sozialer Kompetenz auch
durch andere Foren als Wettbewerbe und ähnliche kompetetive Strukturen zu entwickeln
und zu stärken.
Dieses Ziel erfordert die Bereitschaft zum Experiment und zum Begehen neuer Wege. Die
(musik-)pädagogische Arbeit ist gerade für die Entwicklung der sozialen Verantwortung
von unschätzbarem Wert und hat in der Arbeit der Folkwang Universität der Künste ihren
festen Platz.010 011 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
Die Künste haben über ihre multiplen Kommunikationswege einen besonders intensiven
Zugang zur unterbewussten und emotionalen Ebene der menschlichen Psyche. Dadurch
erschließt sich ihnen der für das Zusammenleben wichtige Teil der Verarbeitung von emo-
tionalen und psychischen Spannungsfeldern des Einzelnen in der Gesellschaft.
Die Folkwang Universität der Künste strebt einen respektvollen Umgang zwischen Lehrenden
und Verwaltung an, der der Aufgabe und dem Ziel der Lehre dienlich ist und die Studie-
renden in den Mittelpunkt rückt. Da beide Seiten für das Erreichen der Ausbildungsziele
mitverantwortlich sind, soll der Umgangston zwischen Verwaltung und Lehre kollegial,
kooperativ und gleichberechtigt sein. Bei den Entscheidungen steht das Wohl der Studie-
renden an erster Stelle.
02.2 Standorte
Die Folkwang Universität der Künste ist mit ihren fünf Standorten (von West nach Ost:
Duisburg, Essen-Zollverein, Essen-Werden, Bochum und Dortmund) fest in der Metropole
Ruhr verankert und bildet ein künstlerisches Gegengewicht zur Universitätsallianz der
Universitäten Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund. Die Folkwang Universität der
Künste versteht sich als Einheit und hat das Ziel, die Vernetzung der Standorte weiter
zu stärken und die Standorte weiter zu profilieren. Dabei sollen an allen Standorten die
Sparten der Universität zu erkennen sein.
Die Profile der Standorte sind:
> Duisburg: Alte Musik, Kammermusik und Klavier
Instrumentalausbildung an Folkwang:
Posaunenunterricht > Essen-Werden: Instrumentalausbildung, Jazz, Komposition, Gesang,
bei Prof. Christopher Houlding
Dirigieren, Kirchenmusik, Pädagogik und Wissenschaft, Physical Theatre,
Theater/Performance, Musical und Tanz
> Essen-Zollverein: Gestaltung
> Bochum: Schauspiel
> Dortmund: Orchesterausbildung
Die dezentrale Steuerung der Metropole Ruhr verlangt von der Folkwang Universität der
Künste eine stärkere Einbindung der Lokalpolitik des jeweiligen Standortes. So kann sie
leichter dem Anspruch gerecht werden, mit künstlerischen und wissenschaftlichen Impul-
sen in die Region hinein wirken zu wollen.
02.3 Internationalisierung
Die Folkwang Universität der Künste will Spitzenleistungen. Dies erfordert die Einbindung
in einen internationalen Kontext. Daher war schon immer, neben der Verankerung in der
Metropole Ruhr, das internationale Profil für die Folkwang Universität der Künste von zen-
traler Bedeutung. Im Zuge der Globalisierung, die auch im Bereich von Kunst und Kultur012 013 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
immer deutlicher wird, spielt der europäische Kultur- und Bildungsraum für die Folkwang
Universität der Künste eine immer größere Rolle. Es geht darum, in allen Bereichen den
qualitätvollen künstlerischen Nachwuchs und hochklassige Lehrende in ganz Europa zu
gewinnen. Angesichts der Brisanz des Themas Lernen und des Anspruchs, „die Besten“ zu
gewinnen, plant die Folkwang Universität der Künste gemeinsam mit der Stabsstelle Stu-
Arbeit von Kerstin Meincke, dium und Internationales eine qualitative Erhebung, welche die diversen Lernbedürfnisse
Diplom Fotografie
2010 und Lernstile der internationalen Studierenden erfassen soll.
International Office
Die Einbindung in einen internationalen Kontext ist auch für Studium und Lehre von
zentraler Bedeutung: Europäische Qualitätsmaßstäbe und die unmittelbare Konfrontation
und Erfahrung in gemeinsam entwickelten internationalen Projekten sind im Studium
unverzichtbar. Als weiterer Aspekt fällt ins Gewicht, dass Studierende und Lehrende aus
dem Ausland in hohen Maße das Hochschulprofil nachhaltig bereichern. Sie schaffen ein
Umfeld, das Kreativität jenseits von Landesgrenzen fördert. Weiter und mehr als bisher
sollen daher internationale Erfahrungen von Studierenden und Lehrenden durch Auslands-
semester, ERASMUS-Programm usw. initiiert werden. Das vor drei Jahren eingerichtete
und 2008 erweiterte International Office berät über Studien- und Austauschmöglichkeiten
im Ausland, koordiniert Partnerschaften und internationale Projekte und informiert über
die verschiedenen Fördermöglichkeiten eines Auslandsaufenthalts. Zur Steigerung der
Studien- und Austauschmöglichkeiten seitens der Studierenden und Lehrenden kann auch
die Wahrnehmung einer erweiterten Rolle des International Office durch Außenstellen
bzw. Koordinatoren in den Fachbreichen beitragen. Erst eine mehrdimensionale Vernetzung
innerhalb der Fachbereiche kann zu einer gelingenden und nachhaltigen Internationalisie-
rung führen.
Stabsstelle Studium und Internationales
Besonders in einigen Sparten – wie Musik, Gesang|Musiktheater und Tanz – stellt der hohe
Ausländeranteil auch eine Herausforderung dar, der sich der Folkwang Universität der
Künste u. a. durch den Beitritt zum „Nationalen Kodex für das Studium von Ausländern an
deutschen Hochschulen“ der HRK gestellt hat. Die hier beinhaltete besondere Betreuungs-
und Informationspflicht der Folkwang Universität der Künste gegenüber ihren internatio-
nalen Studierenden wird mit bereits etablierten Maßnahmen Rechnung getragen.
In der Stabsstelle Studium und Internationales werden zentral und fachbereichsübergrei-
fend Informations-, Beratungs- und Betreuungsstandards angeboten:
Das Programm „Interkulturelles Mentoring“ hat zum Ziel, internationale Studierende an
Folkwang besser auf den Studienalltag in Deutschland vorzubereiten: Schon vor der Reise
nach Deutschland werden die zukünftigen Folkwängler in ihrer Heimat in webbasierten
Lernumgebungen auf ihr Studium vorbereitet. Vor Ort bilden sie dann - als Ergänzung zu
Sprachkursen - ein Sprachtandem mit einem deutschen Studierenden. Gefördert wird das
Programm durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des
Förderprogramms PROFIN für zunächst zwei Jahre (2010-2012).
Das „Interkulturelle Mentoring“ ist eine Antwort auf den von Studierenden in Beratungs-014 015 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
gesprächen und Seminaren geäußerten starken Wunsch nach mehr persönlicher Betreuung
im Studium.
Es wird zudem verstärkt geprüft, wo Englisch zur Entwicklung internationaler Studiengänge
als Unterrichtssprache sinnvoll ist. Dementsprechend soll durch spezielle Kursangebote
die Fremdsprachenkompetenz gefördert werden. Dies gilt mit Blick auf die Betreuung der
internationalen Kontakte auch für das nichtkünstlerische sowie nichtwissenschaftliche
Personal der Folkwang Universität der Künste.
Wissenstransfer
Neben den o. g. Informations-, Beratungs- und Betreuungsangeboten ist die Stabsstelle
Studium und Internationales vor allem für die Steigerung des Wissenstransfers zuständig.
So wird in Peking (Tsinghua Universität und UNESCO Center) und Schanghai (Tongji Uni-
versität) durch intensive Zusammenarbeit die Qualität der Lehre in den Bereichen Musik
und Gestaltung beispielhaft gefördert. Andere Bereiche (Theater, Performance, Tanz) werden
in den nächsten Jahren hinzukommen. Ziel ist, die internationale Präsenz von Folkwang
durch Wissenstransfer zu steigern.
Netzwerke
Es soll eine stärkere Kommunikation und Etablierung des Folkwang-Konzeptes bzw. der
Marke Folkwang auch in internationalen Netzwerken erreicht werden: Genannt seien hier
zum Beispiel „Les Rencontres“, „Eurocities“, „Europa eine Seele geben“ und andere Initiativen,
in denen internationale Multiplikatoren zusammenkommen. Verstärkt wird mit nationalen
politischen Institutionen kooperiert, wie dem Goethe-Institut und der Kulturarbeit des
Auswärtigen Amtes sowie den ausländischen Kulturinstitutionen wie British Council,
Institut Français etc. Schließlich geht es auch um internationale Stiftungen. Imagegewinn
bedeutet hier auch Standortvorteil und damit die Chance auf stärkere Förderung durch
Sponsoren.
„Noch Meer“
Künstlerische Abschlussprüfung Physical Theatre
von Vera Goos, Ruth Hengel,
Lihito Kamiya und Oliver Möller
2010016 017 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
03. Künstlerische Entwicklungsvorhaben
und Forschungsprojekte
Gemäß § 61 (2) KunstHG umfassen die künstlerischen Entwicklungsvorhaben an der
Arbeit von Pio Rahner für Folkwang Universität der Künste die kunsttheoretische, künstlerisch-praktische und
„Augen-Blicke: Ein Fotografieprojekt im öffentlichen Raum“, methodische Begleitung und Entfaltung künstlerischer Formen und Ausdrucksmittel.
Ausstellung im Rahmen der
Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 Gemäß § 62 (1) KunstGH bezieht sich demgegenüber die Forschung auf alle am Hause
vertretenen wissenschaftlichen Bereiche.
03.1 Künstlerische Entwicklungsvorhaben
Bei künstlerischen Entwicklungsvorhaben wirken stets künstlerische und theoretische bzw.
methodische Faktoren zusammen. Sie sind vorzugsweise im zweiten und dritten Studi-
enzyklus angesiedelt, können jedoch durch Projekte bzw. LABs im ersten Studienzyklus
vorbereitet und bereichert werden.
> Mit Blick auf die verstärkte Relevanz der Musikpädagogischen Initiative wird
die Folkwang Universität der Künste die dauerhafte Qualitätssicherung im Bereich
JeKi (Jedem Kind ein Instrument) als künstlerisches Forschungsvorhaben platzieren
(Erarbeitung von Konzepten, Unterrichtsbegleitung, Komposition von Popmusik etc.).
> Weitere künstlerische Entwicklungsvorhaben (so z. B. im Bereich Musik und
Visualisierung) sind gewünscht und werden angestrebt.
Über die in den Studienprogrammen im zweiten und dritten Studienzyklus angelegten
künstlerischen Entwicklungsvorhaben hinaus stehen vor allem die drei zentralen Institu-
te – das Folkwang Tanzstudio (FTS), das Institut für Computermusik und elektronische
Medien (ICEM) und das Institut für Gregorianik (IfG) – für die Durchführung von Projekten,
in denen sich künstlerische Praxis und wissenschaftliche Reflexion im Sinne künstlerischer
Entwicklungsvorhaben verbinden. Eine Evaluation aller drei Institute soll zeigen, welche
inhaltlichen Akzentsetzungen in der Lehre, in künstlerischen Entwicklungsvorhaben und
in der Forschung künftig wo zu verorten sind und welche personellen bzw. finanziellen
Ressourcen dafür in den kommenden Jahren bereitgestellt werden müssen.
03.2 Forschung
Die Forschungsvorhaben werden im Folgenden aufgelistet. Diese Bereiche existieren
bereits und werden weiter profiliert:
> musikpädagogische Forschung in den Bereichen Grundlagenforschung, Unterrichts-
forschung und Entwicklung musikdidaktischer Konzepte und Konzeptionen018 019 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
> musikwissenschaftliche Forschung mit den Schwerpunkten
- Musik des 20. und 21. Jahrhunderts
- Oper
- Gregorianik und Musik des Mittelalters
> kunst- und designwissenschaftliche Forschung mit den Schwerpunkten
- Geschichte, Theorie und Soziologie der Gestaltung
- Aktuelle Kunsttheorie
- Ergonomie/Mensch-Produkt-Interaktion
- Experience Design
Der in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen durchgeführte Masterstudiengang
„Kunst- und Designwissenschaften“ und das „Institut für Kunst- und Designwissenschaf-
ten“ (I.K.U.D.) werden evaluiert. Gegebenenfalls müssen die Inhalte in eine neue Struktur
überführt werden.
> Forschung in kunstrelevanten Gebieten der Informatik und der Medientechnologie
für die kompositorische Verwendung in den musikalisch-akustischen, visuellen und
darstellenden Künsten sowie Untersuchung ästhetischer Relevanz neuer Technologien.
03.3 Aufbereitung und Aufarbeitung der Folkwang Geschichte
Als Basis für die Aufbereitung und Aufarbeitung der Folkwang Geschichte wird, auch
um den Regelungen des Archivgesetzes zu entsprechen, ein Folkwang Archiv aufgebaut.
Das vorhandene klassische Archivgut
ensemble VOX WERDENSIS > die Sammlungen in Form von Nachlässen und Druckschriften,
Schola der Folkwang Universität der Künste
> das Folkwang Tanzarchiv,
> die Instrumenten- und Gerätesammlung des ICEM,
> die Designsammlung,
> die gesammelten Kulturgüter,
> die Überlieferungen der akademischen Selbstverwaltung, der Hochschulverwaltung,
der Lehrstühle, der studentischen Vertretung und
> d as Folkwang-Medienarchiv der Stabsstelle Kommunikation & Medien (Pressearchiv,
Fotosammlungen, Audio- & Videomitschnitte, sowie eigene Folkwang-Publikationen)
sollen zusammengefasst, systematisch wissenschaftlich erschlossen und für die Forschung
nutzbar gemacht werden.020 021 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
04. Studium und Lehre
04.1 Profil der Ausbildung
In der „Zukunftswerkstatt“ (2000/2001) hat die Folkwang Universität der Künste eine
umfangreiche Neupositionierung ihrer Lehre und Forschung vorgenommen. Die Ergebnis-
se dieses Prozesses sind Grundlage für die Studienreform einschließlich der Einrichtung
neuer Studienangebote bzw. Neuakzentuierung bestehender Studiengänge. Der HEP 2020
baut auf dieser Grundlage auf und schreibt in einigen Feldern die Entwicklung fort. Dabei
Unterricht Stepptanz von Bernd Paffrath werden neue Studieninhalte berücksichtigt, wie auch bestehende Studienangebote auf
im Studiengang Musical
Redundanzen und Synergieeffekte überprüft. Mit Blick auf den Stellenplan insbesondere in
wissenschaftlichen und wissenschaftsnahen Fächern strebt die Folkwang Universität der
Künste eine Stärkung des Mittelbaus an (Lehrkräfte für besondere Aufgaben und wissen-
schaftliche/künstlerische Mitarbeiter). Hierzu kann auch eine Umwidmung freiwerdender
Professuren nötig sein.
Künstlerische Ausbildung
Die Folkwang Universität der Künste setzt mit Blick auf ihr Studienprogramm folgende
besondere Schwerpunkte hinsichtlich künstlerischer Exzellenz:
> In der Ausbildung der instrumentalen, vokalen und darstellenden Bereiche steht der Ensem-
blegedanke im Vordergrund. Dies – wie auch die Befähigung und Bereitschaft, bei Preschool-
Programmen bzw. bei der Gewinnung und Ausbildung von Jungstudierenden mitzuarbeiten
– wird bei den anstehenden Stellenbesetzungen verstärkt zu berücksichtigen sein.
> Instrumentaler Bereich: Neben der Solistenausbildung wird vor allem Wert darauf gelegt,
dass die Orchesterarbeit auf hohem Niveau durchgeführt werden kann. Ein zweiter
Schwerpunkt ist die Kammermusik in verschiedenen Formationen.
Im Kontext gezielter Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs werden innerhalb des
regulären Lehrdeputats vermehrt Studienplätze für Jungstudierende eingerichtet. Dies gilt
vor allem für den Bereich der Instrumentalausbildung. Die Profilierung des Schwerpunktes
„Barockmusik“ wird vorangetrieben. In Überlegung steht auch die Schaffung eines Studi-
enangebotes für den Bereich „Mittelalterliche Musik“ (Master of Music).
> Vokaler Bereich: An der Folkwang Universität der Künste zielt die Hauptfachausbildung
Gesang vorrangig in das Berufsfeld Musiktheater. Neben der gesangssolistischen Qua-
lifizierung bildet deshalb die szenische Ausbildung einen weiteren Schwerpunkt, wovon
auch die anderen wichtigen Bestandteile der Gesangsausbildung – Lied und Oratorium
– profitieren. Der Ensemblegedanke spielt bei der Ausbildung eine tragende Rolle, sowohl
im Miteinander der Sänger als auch in der Zusammenarbeit mit den Instrumentalisten.
Die Begründung für diese Profilierung liefert der Arbeitsmarkt für Sänger: Sänger finden
mehrheitlich Anstellung an Theatern. Zugleich fehlen dort Kräfte, die hinsichtlich des
darstellerischen Bereichs kompetent ausgebildet sind. Eine Evaluation soll zeigen, in022 023 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
welchen Studienabschnitten welche Ausbildungsangebote verankert sein müssen, um den
Studiengang Musiktheater|Gesang auch auf die Zukunft hin optimal zu positionieren.
> Der Studiengang Musical hat vor kurzer Zeit sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Dieses
Jubiläum bietet eine gute Chance, die Entwicklung des Genres Musical im aktuellen Thea-
tergeschehen mit Blick auf die Ausbildungspraxis an Folkwang zu überprüfen.
> Komposition: Das Studienangebot Komposition gehört in Verbindung mit den hochschul-
übergreifenden Faktoren (wie Composer in Residence, Kooperation mit der Philharmonie
Essen etc.) zur Geschichte und somit auch zum heutigen Profil der Folkwang Universität der
Künste. Um ästhetisch relevant auf die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts einwirken zu kön-
nen, müssen zukünftige Komponisten in allen Bereichen zeitgenössischen Musikschaffens
kompetent ausgebildet werden. Die „Pop- und Jazzkomposition“, wie die „Komposition und
Visualisierung“ sind in dem integrativen Modell der Komposition an der Folkwang Universi-
tät der Künste im Kanon der seit Jahrzehnten tradierten Hauptfächern, Instrumental- und
Elektronische Komposition, die wesentlichen neuen Hauptfächer.
Das Zusammenwirken der Integrativen Komposition mit dem neuen, auszubauenden
musiktheoretischen Studienangebot in der Popmusik - z. B. „Komponieren/Instrumentie-
ren/Arrangieren/Produzieren“ - wird zu Synergien in der Ausbildung von Musikpädagogen
führen, die heute unumgänglich geworden sind. Hinsichtlich der Studienrichtung „Jazz-
komposition/Arrangement“ im Studiengang „Jazz Performing Artist“ wird evaluiert, wie
sich durch das Zusammenwirken bestehender Angebote Synergien ergeben können, die
der Attraktivität des Unterrichtsbetriebes noch weiter dienen.
„Frauenballett“,
Choreographie Susanne Linke,
Folkwang Tanzstudio > Folkwang Tanz ist und bleibt eine Weltmarke, richtungsweisend für das Verständnis von
2010
Modernem Tanz. Ziel der Tanzausbildung der Folkwang Universität der Künste ist es nicht,
Tänzer auszubilden, sondern tanzende Menschen, die die Grundprinzipien der Bewegung
erfassen und diese für sich individuell ausarbeiten. In diesem Sinne wird der Bereich
Tanz ein Konzept entwickeln, dass sich an seiner Geschichte orientiert und ihn zugleich
zukunftsfähig macht. Die in nächster Zeit zu besetzenden Professorenstellen werden neu
akzentuiert. Das Folkwang Tanzstudio (FTS) – in der Nachkriegszeit das einzige Ensemble
für Modernen Tanz weltweit – wird neu verortet und integrativer Bestandteil der Master-
ausbildung. Das Folkwang Tanzarchiv, eine einzigartige Dokumentation deutscher Tanz-
geschichte, wird dem Wunsch des im Aufbau befindlichen Pina Bausch Archiv/Wuppertal
zur Zusammenarbeit auch mit dem Studiengang Tanz und dem FTS zu intensivem wissen-
schaftlichen Austausch und aktiver praktischer Zusammenarbeit nachkommen.
> Die Schauspielausbildung wird von dem neuen Standort Theaterzentrum Bochum profitie-
ren. Der Standort eröffnet Wege für ein neues Profil des Schauspiels. Kamera und Filmarbeit
sind integrativer Bestandteil der Ausbildung. Die Zusammenarbeit zwischen Regiestudie-
renden und Darstellern wird durch praxisorientierte Projektarbeit verstärkt. Im Jahr 2012 soll
eine Evaluierung des gemeinsamen ersten Studienjahres in Essen stattfinden.024 025 Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020
> Im Fachbereich Gestaltung ist eine gemeinsame Grundlagenausbildung installiert, die Inter-
disziplinarität schafft. Die gestalterischen Studiengänge haben an der Folkwang Universität
der Künste eine große Tradition. Die neuen Studienprogramme nehmen diese Tradition auf
und entwickeln sie weiter. Die in der Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Ministerium
für Innovation, Wissenschaft und Forschung erwähnte Expertenkommission ist 2010 tätig
geworden. Zuvor wird in einer kleinen Arbeitsgruppe eine Konzeption des Studienangebots
erarbeitet, die dem Anspruch der Folkwang Universität der Künste gerecht wird, die führende
Ausbildungsstätte für Gestaltung in NRW zu sein.
Wissenschaftliche Studiengänge bzw. Studienanteile
„Sichtwerk“,
die Werkschau der Folkwang Gestalter Die an der Folkwang Universität der Künste angebotenen wissenschaftlichen Studien-
im SANAA-Gebäude
gänge werden in enger Verbindung mit der künstlerischen Praxis gesehen und erweisen
2009
sich neben ihrem Ertrag in der Forschung auch als Faktor künstlerischer Exzellenz. Für die
einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen bedeutet das:
> Musikwissenschaft: Nach der Verlagerung von der Ruhr-Universität Bochum wird das
Studienprogramm konsequent ausgebaut (mit künstlerischem/wissenschaftlichem
Hauptfach). Mit dem Neubau der Folkwang Bibliothek entsteht eine der größten musik-
wissenschaftlichen Fachbibliotheken im deutschsprachigen Raum.
> Musikpädagogik: Im Bereich systematischer Forschung findet eine Fokussierung auf
Grundlagenfragen und auf konzeptionelle Fragen statt. Empirische Forschung erfolgt
schwerpunktmäßig in musikpädagogischer Unterrichtsforschung – auch im Kontext der
musikpädagogischen Initiative. Die historische Forschung soll durch den Masterstudien-
gang „Musikpädagogische Forschung“ weiter ausgebaut werden.
> Wissenschaft im Bereich Gestaltung: Durch die Verankerung einer wissenschaftlichen
Professur in jedem Studiengang werden fachübergreifende und fachspezifische Aspekte
gesichert. Wissenschaftliche Professuren existieren bereits in „Kunst- und Designwissen-
schaften“ sowie „Ergonomie“ (Industrial Design). In den Bereichen „Kommunikations-
wissenschaft“ (Kommunikationsdesign) sowie „Geschichte und Theorie der Fotografie“
(Fotografie) werden sie geschaffen; dies geschieht durch Neuakzentuierung bereits
vorhandener Stellen.
Die für die Lehre und Forschung genutzten Räume sollen mit der Renovierung der Gebäu-
de dem neuesten technischen Standard entsprechend ausgestattet werden. Begleitend
hierzu sollen die elektronischen Medien (wie z. B. E-Learning, sog. „virtuelle Klassenzim-
mer“ und Internet-Foren) weiter ausgebaut und zum festen Bestandteil der hochschuldi-
daktischen Entwicklung gemacht werden (Fortbildungen für Lehrende und Studierende).026 027
Bauarbeiten rund um den
Campus Essen-Werden und
Instandsetzung des Ostflügels
2009 & 2010Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 028 029
Musikpädagogische Initiative und Lehrerausbildung
Die Folkwang Universität der Künste sieht es als ihre Kernaufgabe an, den musikpädagogi-
schen Bereich weiter zu stärken und die musikpädagogische Initiative der Landesregierung Grundsteinlegung für die neue
entschieden voranzubringen. Dem dient die inhaltliche Vernetzung des Schulbereichs musikwissenschaftliche Bibliothek durch
Prof. Dr. Berthold Beitz, Vorsitzender der
mit dem allgemeinen musikpädagogischen Bereich (Musikschule) sowie die kompetente Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-
Begleitung der Landesinitiative Jedem Kind ein Instrument (JeKi) und der „offenen Ganz- Stiftung, Prof. Dr. Andreas Pinkwart,
Ministerfür Innovation, Wissenschaft,
tagsschule“. Forschung und Technologie des Landes NRW,
Prof. Kurt Mehnert, Folkwang Rektor,
Die Folkwang Universität der Künste trägt entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag zur
Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister
Ausbildung künftiger Lehrer bei. Sie wird im Hinblick auf das Gesetz zur Reform der Leh- der Stadt Essen. (v.r.n.l.)
24.09.2009
rerausbildung vom 12.05.2009 im Rahmen ihres Fächerprofils ein hinreichendes Studien-
angebot für die Lehrerausbildung bereitstellen.
Die Besonderheiten des Lehramtsstudiums an der Folkwang Universität der Künste werden
gestärkt. Im pädagogischen Bereich werden die „Schulpraktischen Studien“ von einem Pro-
fessor und einem Lehrer betreut. Hier vereinen sich die aus der Berufserfahrung kommen-
den Hilfen mit den Anforderungen einer sich weiter entwickelnden Pädagogik, die durch
wissenschaftliche Akzente immer neue Methoden mit einbezieht und dadurch flexibel auf
den enormen gesellschaftlichen Wandel reagieren kann. So werden die Pädagogik und
deren Methodik an die sich ändernden Bildungsstände angepasst. Diese Doppelbetreuung
gibt es nur an der Folkwang Universität der Künste.
Die am Haus tätigen Musikpädagogen betreuen alle Projekte durch dauerhafte Unter-
richtsforschung und bringen diese Ergebnisse in die Seminare und schulpraktischen
Studien ein. Gerade die Ausbildung der bisherigen GHR-Studierenden soll zukünftig auf
einen anderen Stand gehoben werden: Offene Ganztagsschule, Nachmittagsbetreuung
und JeKi bedürfen einer neuen Perspektive, der die Folkwang Universität der Künste durch
neue Stellenprofile und durch eine Neukonzeption der Studienordnung für Lehramt Musik
Rechnung trägt.
Weitere Aspekte, die aus der Reform der Lehramtsstudiengänge hervorgehen, dem Berufs-
feld in besonderer Weise entsprechen und zu einem einzigartigen Studienprofil führen,
sind:
> die Ausrichtung des musiktheoretischen Bereichs auf Computer/
neue Medien/Arrangement/Produzieren,
> die Neuausrichtung des Hörlabors,
> die Installierung des E-Learning als Unterrichtsmethode,
> eine Schwerpunktsetzung in der Didaktik der Musiktheorie
(mit Blick auf die spätere Unterrichtspraxis),
> eine Schwerpunktsetzung der chorischen Arbeit im Bereich
Kinderchorleitung und
> die Stärkung des Unterrichtsinhalts „szenische Arbeit“.
Mit diesen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen ist das Lehramtsstudium der Folkwang
Universität der Künste in seinem Praxisbezug singulär.Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 030 031
Um den zu erwartenden zusätzlichen Schulabgängern, insbesondere denen des doppelten
Abiturjahrgangs des Jahres 2013, eine angemessene Studienperspektive zu bieten, wird
die Folkwang Universität der Künste zusätzliche Studierende in den musikpädagogischen
Studiengängen aufnehmen.
„Schnittstellen“-Professuren
Die modularisierte Studienstruktur unterstützt den Ausbau weiterer Elemente interdiszi-
plinärer Ausbildung wie beispielsweise eine gemeinsame Grundausbildung und diszipli-
nenübergreifende Workshop-Pools. Es ist geplant, in jedem Fachbereich eine Professur als
„Schnittstellenprofessur“ auszuweisen, die in besonderer Weise der disziplinenübergreifen-
den Arbeit gewidmet ist.
Folkwang Lab (LAB) 04.2
Dem besonderen Profil und dem Selbstverständnis der Folkwang Universität der Künste
trägt die Struktur der „Folkwang LABs“ Rechnung. LABs sind interdisziplinäre Projekte,
die durch Kooperationen von mindestens zwei oder mehreren Disziplinen – innerhalb wie
außerhalb der Hochschule, regional wie international – geprägt sind. Ein speziell zusam-
mengestelltes Team von Studierenden und Lehrenden arbeitet an einer übergeordneten
Problemstellung. Durch diese Plattform des Verknüpfens, Austauschens und Experimentie-
rens eröffnen sich neue Denkräume, die die individuelle und kreative Entfaltung fördern.
Ein LAB befasst sich mit einem Generalthema von gesellschaftlicher Relevanz (wie z. B.
„Be- und Entschleunigung in der Gesellschaft“) und ist von experimentellen, forschenden
und künstlerischen sowie praktisch-angewandten Anteilen gekennzeichnet.
LABs sind integrative Bestandteile der Studienprogramme und können hoch kreditiert
werden. Richtlinien für die Anmeldung, Vorbereitung, Durchführung und Evaluierung von
LABs werden zeitnah vom Rektorat erarbeitet.
Einblicke in die Werkstätten
der Folkwang Gestalter
Dritter Studienzyklus 04.3
Die Folkwang Universität der Künste plant neben der Promotion in den wissenschaftlichen
Fächern (die erhalten bleibt) weitere Angebote des dritten Studienzyklus’, wie zum Beispiel
PhD-Programme in Musikpädagogik, Komposition, Instrumentalausbildung und Gestaltung
(„künstlerische Forschung“, „Forschung durch den künstlerischen Prozess“). Damit ist
ein Abschlussgrad geplant, bei dem sich wissenschaftlich-reflektierende und praktische
Anteile in einem noch zu bestimmenden Maße mischen. Anlässlich eines Workshops (Juli
2010) wurden mit dem MIWF und dem Kunsthochschulbeirat die notwendigen einheitli-
chen Rahmenrichtlinien zum dritten Studienzyklus beraten. Hiernach müssen die konkreten
Abschlussgrade samt Bezeichnungen festgelegt werden. Gegebenenfalls muss noch einmal
über die genaue Verortung der jetzigen Masterprogramme „Professional Performance“ und
„Voice Performance“ (FB 1 und 3) entschieden werden, die als dem Konzertexamen adäquate
Studiengänge grundsätzlich im dritten Studienzyklus zu verankern wären. Es ist geplant, eine
Graduiertenschule für wissenschaftliche und künstlerische Forschungsvorhaben einzurichten.Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 032 033
Weiterbildung 04.4
Weiterbildende Masterstudiengänge
Die Folkwang Universität der Künste entwickelt derzeit ein Konzept für berufsbegleitende
Masterprogramme im künstlerischen, künstlerisch-pädagogischen und wissenschaftlichen
Bereich, die einen entsprechenden grundständigen Studienabschluss sowie berufliche
Erfahrung bzw. berufliche Qualifikation voraussetzen. Ein Beispiel hierfür wäre im ins-
trumentalen Bereich eine Spezialisierung eines Instrumentalfachs (z. B. Barockmusik).
Die musikwissenschaftliche und musikpädagogische Weiterbildung und Forschung wird
hierbei (wie schon im dritten Studienzyklus durch Promotions- und promotionsadäquate
Programme) ein wichtiger Faktor sein.
Es wird angestrebt, weiterbildende Masterstudiengänge von privaten Partnern im Franchi-
sing-System anbieten zu lassen, wie z. B. der sich in Verhandlung befindende Masterstudi-
engang „Professional Media Creation“ (M.A.) mit der SAE Institute GmbH, München. Diese
Weiterbildungs-Master-Programme werden kostenneutral zu gestalten sein (Abwicklung
über die Folkwang Agentur GmbH).
Weiterbildungsangebote und lebenslanges Lernen
Ein neuer Schwerpunkt wird in der Weiterbildung für Berufstätige liegen. Die Folkwang
Universität der Künste wird Weiterbildungen im künstlerischen, pädagogischen und
wissenschaftlichen Bereich anbieten, die den im Beruf Stehenden neue Perspektiven
erschließen. Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an Persönlichkeiten aus den Berei-
chen Kunst, Pädagogik, Wissenschaft und Kreativwirtschaft, die nach einer gewissen Zeit
der Berufstätigkeit in einem Teilbereich ihres Tätigkeitsspektrums neue fachliche Akzente „Così fan tutte“,
mit Studierenden der
setzen oder sich auf einen aktuellen Stand bringen wollen.
Studiengänge Gesang|Musiktheater
Es handelt sich dabei entweder um eigene Veranstaltungen oder um Teile des regulären und Orchester
2009
Lehrangebots, die entsprechend ausgewiesen und belegt werden, was aufgrund der Modu-
larisierung der Studienprogramme möglich ist.
Unter dem Stichwort „Lebenslanges Lernen“ fördert die Folkwang Universität der Künste
neben Jungstudierenden auch künstlerisch hochbegabte Jugendliche (Preschool-Program-
me der Folkwang Agentur GmbH), die so auf ein Studium (vor allem im musikalischen
Bereich) vorbereitet werden sollen.
Konkrete Konsequenzen für den Bereich Studium und Lehre 04.5
> Für den fächer- bzw. fachbereichsübergreifenden Unterricht (Großgruppenunterricht,
Optionalbereich, LABs) werden die bestehenden Zeitfenster gesichert bzw. neue geschaf-
fen. Das gilt für Blocktage/-wochen (auch in der vorlesungsfreien Zeit) und für Kernzeiten,
in denen vor allem der Gruppenunterricht stattfinden soll.
> Die Studienreform wird durch die Weiterentwicklung der Curricula innerhalb der nächs-
ten zwei Jahre weitgehend abgeschlossen. Verstärkt wird darauf zu achten sein, dass derFolkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 034 035
durch die KMK-Vorgaben ermöglichte Spielraum für unser Haus optimal genutzt wird.
Dies gilt mit Blick auf Zahl und Art der Prüfungen (kompetenzorientierte/studienbeglei-
tende Modulabschlussprüfungen) und auf die weitere Profilierung des Optionalbereichs.
> Das Beratungsangebot für Studierende (Lehr- und Lernberatung, Konfliktberatung,
psychologische Beratung, Beratung internationaler Studierender) wird ausgebaut.
Hierzu gehört auch die Einrichtung von Stellen für Beratung und Betreuung Studierender Folkwang Klangkörper,
Studierende bei der Generalprobe der
(Studienbegleitung) in jedem Fachbereich (Dekanatsreferenten).
Folkwang SYMPHONY, dem Sinfonieorchester
der Folkwang Universität der Künste
2010
> Mit Blick auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung wird in Zukunft verstärkt dafür
Sorge zu tragen sein, dass z. B. für Alleinerziehende oder im Beruf Stehende attraktive
Teilzeitstudiengänge angeboten werden. Dies ist in erster Linie eine Herausforderung für
die Organisation des Lehrbetriebs. Auch hier spielen die elektronischen Medien (E-Lear-
ning etc.) eine wichtige Rolle.
> Die Evaluation von Lehre und Studium, die zwischenzeitlich ausgesetzt wurde, wird mit
der Schaffung eines entsprechend aussagefähigen Verfahrens (samt Erstellung einer
Evaluationsordnung) neu begonnen. Die Evaluation soll auch künftig mit dem ZEM
durchgeführt werden.
> Die Studienangebote Jazz, Komposition, Gesang|Musiktheater und Musical werden in
Kommissionen, die aus Fachvertretern (gegebenenfalls auch Externe) sowie Fachbereichs-
und Rektoratsmitgliedern bestehen, evaluiert. Dies geschieht mit dem Ziel, den Zuschnitt
des Studienprogramms und ggf. die Zuordnung der fachlichen Schwerpunkte zu überprü-
fen bzw. durch Synergien die Effizienz der Studien- und Projektabläufe zu steigern.
> Die zentralen Institute (ICEM, FTS und IfG) werden hinsichtlich ihres Profils und der
dementsprechenden Mittel- bzw. Stellenzuweisung evaluiert.
> Das erste gemeinsame Studienjahr der Studiengänge Schauspiel, Schauspiel|Regie,
Physical Theatre, Musical in Essen werden im Jahr 2012 auf inhaltliche Kohärenz und
Durchführbarkeit überprüft.
> Die dringend notwendige Neukonzeptionierung und Profilierung des Orchesterzentrum|
NRW kann nur in Kooperation der NRW-Musikhochschulen entwickelt werden; die
Folkwang Universität der Künste wird hier initiativ.
> Eine eigene Ordnung für Jungstudierende wird zügig erstellt.
> Die konkreten Studienprogramme des Weiterbildungsbereichs (Weiterbildungsmaster)
sollen im Laufe des Jahres 2011 entwickelt und verabschiedet werden; dies setzt jedoch
voraus, dass die Studienreform des ersten und zweiten Studienzyklus’ weitgehend umge-
setzt worden ist.Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 036 037
Finanzierung und Fundraising 05.
Die strukturelle Unterfinanzierung der Folkwang Universität der Künste kann nur durch
eigene Anstrengungen überwunden werden. Um weitere Finanzierungsquellen zu erschlie-
ßen, sind kreative Ideen gefragt. Das vorhandene Potential ist groß, es zu nutzen ist die Arbeit von Marita Bullmann für
Herausforderung. Neben dem Erschließen von neuen Einnahmequellen sind die Aktivitäten „Augen-Blicke: Ein Fotografieprojekt im öffentlichen Raum“,
Ausstellung im Rahmen der
der Hochschule einer Aufgabenkritik zu unterziehen, um so Einsparpotentiale zu entdecken. Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010
Folkwang Agentur GmbH 05.1
Neben den unter 6.6 genannten Aufgaben kommt der Folkwang Agentur GmbH in Zukunft
eine stärke Rolle bei der Finanzierung der Folkwang Universität der Künste zu. Das Erschließen
des Potenzials der Marke Folkwang ist der Agentur übertragen worden. Die Entwicklung
von Weiterbildungsangeboten, die Vermarktung von künstlerischen Produktionen und
die Vermietung der Liegenschaften sind Geschäftsfelder, die sich ausbauen und erweitern
lassen.
Durch die gewählte gesellschaftsrechtliche Konstruktion ist sichergestellt, dass die
Folkwang Universität der Künste die Kontrolle über die Aktivitäten der Folkwang Agentur
GmbH behält und die Qualität der Produkte gewährleisten kann.
Folkwang Verlag 05.2
Die verschiedenen Publikationen der Folkwang Universität der Künste, wie wissenschaft-
liche Buchreihen, Veröffentlichungen der Gestalter, CD- und DVD-Reihen, sollen ein
einheitliches Erscheinungsbild erhalten und in Abstimmung mit den Herausgebern einer
vom Rektorat festgelegten Gesamtstrategie untergeordnet werden. Ziel ist aber auch, die
Veröffentlichungen in einem ersten Schritt kostendeckend und in einem zweiten Schritt
gewinnbringend zu gestalten. Hierbei kann die Gründung eines eigenen Verlages hilfreich
sein.
Stiftung der Folkwang Universität der Künste 05.3
Mit der Gründung einer eigenen Stiftung möchte die Folkwang Universität der Künste eine
Lücke im vorhandenen Spendensystem schließen. Privatleuten, die der Folkwang Universität
der Künste Beträge ohne eine nähere Zweckbindung zukommen lassen möchten, wird
eine Möglichkeit gegeben, dies zu tun und ihre Steuerlast zu senken. Mit der Stiftung soll
die Arbeit der Hochschule unterstützt werden, sie dient nicht zum Aufbau eines weiteren
Stipendiensystems zur Unterstützung der Studierenden.Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 038 039
Fundraising 05.4
Das Rektorat der Folkwang Universität der Künste definiert Fundraising als vorrangige
Aufgabe der Hochschulleitung. Die bisherigen Fundraising-Aktivitäten waren unstruktu-
riert, aber trotzdem erfolgreich. Die veränderten Rahmenbedingungen sind Auslöser dafür,
das Fundraising in die strategische Ausrichtung der Folkwang Universität der Künste ein-
zubinden und zu professionalisieren ist – was nicht bedeutet, dass Dritte mit Fundraising
beauftragt werden sollen. Das Rektorat und der Rektor als „Chef-Fundraiser“ lenken und
verantworten weiterhin alle Aktivitäten auf diesem Gebiet.
Finanzmanagement 05.5
Die Notwendigkeit der Folkwang Universität der Künste, neben dem staatlichen Zuschuss
weitere Finanzierungsquellen zu erschließen, hat Folgen für das Rechnungswesen der
Hochschule.
Die Bücher der zahlreichen Betriebe gewerblicher Art der Folkwang Universität der Künste
werden schon jetzt von einem Steuerberater mit Hilfe der doppelten Buchführung geführt.
Die Abrechnung von Zuschüssen von EU-Einrichtungen und großen deutschen Zuschuss-
gebern sowie Forschungsförderern verlangt vermehrt eine Trennungsrechnung, mit der
Folge, dass die Buchhaltung insgesamt nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt
werden muss. Die Folkwang Universität der Künste wird das MIWF bitten, hierfür die recht-
lichen Voraussetzungen zu schaffen. Es wird angestrebt, zum 01.01.2014 das Rechnungs-
wesen umzustellen. Vorher wird geprüft, ob eine vollständige Auslagerung der Buchhal-
tung einschließlich des Zahlungsverkehrs sinnvoll ist und ob ein Warenwirtschaftssystem
zur digitalen Erfassung und Bearbeitung aller Beschaffungsvorgänge zeitgleich eingeführt
„The Virgin Suicides“,
werden kann.
Diplominszenierung von Ruth Schultz
im Studiengang Schauspiel|Regie
2010Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 040 041
Qualitätsentwicklung und Services 06.
Die Folkwang Universität der Künste versteht sich als Gemeinschaft von Lehrenden,
Studierenden und Mitarbeitern, die ein gemeinsames Ziel haben: höchste künstlerische
und wissenschaftliche Qualität zu erzielen und dabei Studierende auszubilden, die in Kunst
und Wissenschaft eigenverantwortlich und kreativ tätig sind. Die fachliche Vielfalt der
Folkwang Universität der Künste bietet große und einzigartige Chancen. Um diese Chancen
Arbeiten von Li Wang,
adäquat zu nutzen, ist es notwendig, die inhaltliche und prozessuale Qualität des Studien-
Shan Quan und Julia Wittke (v. o. n. u.),
betriebs zu gewährleisten und nachhaltig zu sichern. Diplom Industrial Design
2010
Qualität ist jedoch kontextgebunden und erweist sich in konkreten Aufgabenstellungen:
in der künstlerischen und wissenschaftlichen Praxis mit ihren Forschungs- und Entwick-
lungsvorhaben, in der pädagogischen Arbeit, in den studienbegleitenden organisatorischen
Abläufen, in der ständigen Überprüfung und Verbesserung von Studienbedingungen und
im verantwortungsbewussten Vorgehen auf allen Leitungs- und Steuerungsebenen des
Hauses.
Die Lehrenden verpflichten sich, die Entfaltung ihrer künstlerischen und wissenschaftli-
chen Kräfte in den Dienst ihrer konkreten Aufgabenstellungen an der Folkwang Universität
der Künste zu stellen.
Die Mitarbeiter aus Verwaltung und Technik verpflichten sich, die zur Ausprägung künst-
lerischer und wissenschaftlicher Freiheit notwendigen organisatorischen Voraussetzungen
zu schaffen und die künstlerischen und wissenschaftlichen Prozesse nach Kräften zu
unterstützen.
Die Studierenden verpflichten sich, durch die Bereitschaft zur Kreativität die eigene
Entwicklung zu einer selbständigen Persönlichkeit im Kontext ihres Studienziels voranzu-
treiben.
Der gemeinsame Weg soll sein, miteinander und voneinander zu lernen und so die Fähig-
keit zur ständigen Weiterentwicklung zu kultivieren. Dies bedingt bei allen Beteiligten die
Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
Um diese Ziele zu gewährleisten und die zu ihrem Erreichen erforderliche Qualität zu
sichern, ist ein verantwortungsvoller Umgang vonnöten, der von Toleranz, Respekt und
gegenseitiger Akzeptanz geprägt ist.
AUSWAHL QUALIFIZIERTER STUDIERENDER 06.1
Die Eignungsprüfungen haben eine zweifache Funktion: Interessierte bewerben sich um ei-
nen Studienplatz – die Folkwang Universität der Künste wirbt um die besten Studierenden.
Die organisatorischen und atmosphärischen Modalitäten der Eignungsprüfung müssen
diesem Anspruch gerecht werden.
Die Eignungsprüfungen dienen zu allererst dem Erweis der künstlerischen Eignung für
den angezielten Studiengang. Daneben spielen im Sinne der Präambel Eigenschaften wie
Kreativität, Eigenverantwortung, soziale Kompetenz und Kommunikationsbereitschaft eine
große Rolle. Deshalb sollen die Eignungsprüfungsordnungen und -verfahren auf folgende
Faktoren ausgerichtet werden:Folkwang Universität der Künste | Hochschulentwicklungsplan 2010 – 2020 042 043
> Eignung in den künstlerischen Disziplinen
> Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft, Neugier und Offenheit für künstlerische und
gesellschaftliche Prozesse
> Bei Studierenden mit internationalem Hintergrund: Mindestens elementare Beherrschung
der deutschen Sprache sowie die Bereitschaft, die deutsche Kultur in ihren Grundzügen
kennenzulernen und den eigenen kulturellen Hintergrund mit dieser in Beziehung zu setzen.
Dementsprechend sollen die Eignungsprüfungen eine große Vielfalt an Methoden aufwei-
sen, zu denen auf jeden Fall ein Gespräch mit den Bewerberinnen und Bewerbern gehört,
das die Motivation zum angezielten Ausbildungsgang zum Inhalt hat.
Für die Fachbereiche 1 – 3 ist geplant, künftig den musiktheoretischen Test erst nach
bestandener künstlerischer Eignungsprüfung stattfinden zu lassen, um den großen organi-
satorischen Aufwand zu reduzieren. Die Inhalte des musiktheoretischen Prüfungsteils wer-
den evaluiert und ggf. den Erfordernissen der neuen Studiengänge und -profile angepasst.
Stipendiensystem 06.2
Die Folkwang Universität der Künste hat ein Stipendiensystem aufgebaut, das nach Sozial-
und Exzellenzstipendien unterscheidet. Die Sozialstipendien werden nach Kriterien gewährt,
die von der Studierendenschaft entwickelt wurden und verantwortet werden. Die Abwicklung
und Verwaltung geschieht in voller Verantwortung durch die Studierendenschaft.
Exzellenzstipendien werden durch Kommissionen der Fachbereiche gewährt, hierbei wird
Exzellenz auch unter Berücksichtigung der sozialen Komponente interpretiert.
Das Stipendiensystem wird aus Studienbeiträgen, Spenden, Mitteln der Gesellschaft der
Freunde und Förderer der Folkwang Hochschule e. V., Mitteln verschiedener Stiftungen und Tanzabend des Studiengangs Tanz
2010
aus Landesmitteln (NRW-Stipendien) finanziert.
Campusmanagement und Beratungsangebote 06.3
Im Jahr 2008 wurde die Entscheidung zur Einführung eines webbasierten Hochschul-
Management-Systems getroffen. Fast alle deutschen Musikhochschulen haben sich für
das System HISinOne entschieden und sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen,
um die besonderen Belange der Kunst- und Musikhochschulen in die Softwareentwicklung
einfließen lassen zu können.
Im System HISinOne sollen alle Prozesse und Strukturen sämtlicher Organisationseinheiten
der Folkwang Universität der Künste zentral erfasst und abgebildet werden. Durch offene
Schnittstellen dienen die zentral erfassten Daten auch als Grundlage für andere Systeme,
wie Bibliothekssysteme, E-Learning-Systeme, Finanzbuchhaltung.
Beratungsangebote
Die Folkwang Universität der Künste versteht die Support- und Serviceangebote als inte-
grative Bestandteile des Studiums. Die Umstrukturierung von Studium und Lehre und dieSie können auch lesen