IHK-Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen - Ein neuer Beitrag zur Fachkräftesicherung

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IHK-Kompetenzfeststellung
bei Teilqualifikationen
Ein neuer Beitrag zur Fachkräftesicherung

Klaus Bourdick
Geschäftsbereichsleiter IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland
Kompetenzfeststellung
bei Teilqualifikationen
Ein Beitrag der Industrie und Handelskammer zur
Sicherung des Fachkräftebedarfes der Zukunft
Fachkräftebedarf der Region
                    Hellweg-Sauerland - Prognose 2013

     9500 Facharbeiter

   800 Akademiker

8000 An- und Ungelernte

                                  Quelle: IHK Fachkräftemonitor NRW
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Zielgruppen zur Sicherung des Fachkräftebedarfes / die „stille Reserve“
      - Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere Berufsrückkehrerinnen
      - Junge Menschen ohne Berufsabschluss oder junge Menschen mit Startschwierigkeiten
      - Migranten mit Auslandsqualifikationen, die nicht vergleichbar sind
      - „Ältere“ Mitarbeiter

Qualifizierung mit definierten Ausbildungsbausteinen in Verbindung mit Kompetenzfeststellung
durch die IHKs

      ist eine Lösungsoption für eine schnelle und passgenaue Qualifizierung in Verbindung mit
      verlässlichen und neutralen Qualifikationsfeststellungen.
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Was sind Ausbildungsbausteine?
      Sie sind abgegrenzte und bundesweit standardisierte Einheiten innerhalb der Gesamtstruktur eines
      Ausbildungsberufsbildes.

      Sie sind lernergebnisorientiert (outcome orientiert) gestaltet, d. h., es wird aufgezeigt, was Absolventen
      nach Bearbeitung eines Bausteines können sollen.

      Sie bilden insgesamt die relevanten berufstypischen und einsatzgebietsüblichen Arbeits- und
      Geschäftsprozesse ab, die das berufliche Handeln der ausgebildeten Fachkräfte in ihrer Gesamtheit
      maßgeblich bestimmen und die didaktisch (als Lernprozess sinnvoll) abgebildet werden können.

      Sie entstehen aus einem ganzheitlichen Ausbildungsberufsbild. Umgekehrt repräsentieren sie in ihrer
      Gesamtheit die Einheit des Berufsbildes und bilden die Berufsbildpositionen vollständig ab.

Bausteine und Weiteres: www.jobstarter.de/de/connect-79.php
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Warum Ausbildungsbausteine?
    Behauptung:
          Ausbildungsbausteine begrenzen nicht, sondern schaffen den Einstieg in eine umfangreiche
          Qualifizierung.

    Wo liegt das Problem bei den Zielgruppen?
           - Frauen, insbesondere Berufsrückkehrerinnen
                  Qualifikationen vorhanden, aber nicht mehr aktuell
                 Zeitliche Belastung durch Familienarbeit
          - Junge Menschen ohne Berufsabschluss oder junge Menschen mit Startschwierigkeiten
                 Meist wenig Motivation, weil bisher keine Erfolgserlebnisse in der Schule
          - Migranten mit Auslandsqualifikationen, die nicht vergleichbar sind
                  Qualifikation nur teilweise vorhanden, Sprachprobleme
          - „Ältere“ Mitarbeiter
                  Angst vor dem Verlassen der Komfortzone
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Warum Ausbildungsbausteine?
    Beweise das es geht:
          Jobstarter Praxis Broschüre „Mit Ausbildungsbausteinen zum Berufsabschluss“
    Auszüge:
          - Die inhaltliche und zeitliche Übersichtlichkeit lässt ein Nahziel erkennen. Ein
            einlassen wird möglich.
          - Regelmäßige Kompetenzfeststellungen ermöglichen schnellen Erfolg und verschaffen klar
            umrissene Kompetenzen. Es zeigt sich: Ich kann doch etwas!
          -Vertrauen der Teilnehmer in sich selbst schafft weiteres Engagement.

    3. Weg NRW oder BAE NRW
    Die mir bekannten Teilnehmer haben die Maßnahmen in der Regel mit einem Berufsabschluss
    und zwar in „Normalzeit“ geschafft.
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Warum eine externe Kompetenzfeststellung durch IHKs?
     Sicherung der Akzeptanz des Zertifikates auf dem Arbeitsmarkt
           IHK-Zertifikate sind in der Wirtschaft als verlässlich akzeptiert

     Arbeitsmobilität macht Vergleichbarkeit notwendig
            IHKs können bundesweit vergleichbare Kompetenzfeststellungsstandards sicherstellen

     Siehe hierzu auch:
     www.bibb.de/dokumente/pdf/Ak_3_2_Ekert.pdf
     www.bmbf.de/pubRD/6ZwischenberichtJOBSTARTERCONNECTJul2013.pdf
Die Umsetzung:

 Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

     Träger legt eine Qualifizierungsmaßnahme auf
       Grundlage von Ausbildungsbausteinen vor

 IHK gibt nach Prüfung des Konzeptes die Maßnahme frei

    Träger führt die Qualifizierung durch und meldet
anschließend die Teilnehmer zur Kompetenzfeststellung an

 schriftl., mündl. oder praktische Kompetenzfeststellung
              mit IHK-Aufgaben (beim Träger)

 Ergebnisfeststellung durch Kompetenzfeststellungsteam

                     IHK -Zertifikat
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Grundlegende Rahmenbedingungen der Kompetenzfeststellungen

    - Nur wenn ein abgestimmtes Qualifizierungskonzept des Bildungsträgers vorliegt

    - Nur wenn mind. 1/3 der Qualifizierungszeit (netto) im Betrieb erworben wurde

    - Kompetenzfeststellungen erfolgen schriftlich und mündlich/praktisch mit Gewichtung 1: 1

    - Zertifizierungsnachweis nur, wenn mind. 50 Punkte in beiden Teilen erreicht wurden

    - Beliebig viele Wiederholungen möglich

    - Entgelt (250 € je Baustein netto)
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen
                                                                                 Vorteile

Die Vorteile

Erstmals einheitliche Standards bei Qualifizierungseinheiten und Kompetenzfeststellung
unterhalb einer beruflichen Erstausbildung.

Valide Kompetenzfeststellung aufgrund neutraler, externer Evaluation (wie im Dualen
System der Berufsausbildung).

Verlässliches, weil trägerunabhängiges Zertifikat nach erfolgreicher Kompetenzfeststellung.

Kurze arbeitsmarktverwertbare Nach- oder Erstqualifikationseinheiten für unterschiedliche
Zielgruppen (z. B. SGB III + II, WEGEBAU, IFLAS) möglich.
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen
                                                                   Erste Erfahrungen

Großes Interesse am Konzept, aber wenig strukturelle Umsetzung in NRW.

Vielfach scheitert es an der Förderung durch SGB II- und SGB III-Träger.

Positives Beispiel:   Kölner Bildungsmodell

                      Arbeitskreispartner:
                      ✓ IHK
                      ✓ Handwerkskammer
                      ✓ Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk
                      ✓ DGB
                      ✓ Stadt Köln
                      ✓ Agentur für Arbeit Köln
                      ✓ Jobcenter Köln
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Inhalte des Kölner Bildungsmodells
✓ Potentialfeststellung im Rahmen eines Eingangsmoduls – Modul O
✓ Qualifizierung in von IHK und HWK zertifizierten Modulen…
✓ …in Zeiten der Arbeitslosigkeit ggf. auch in Zeiten einer Beschäftigung
✓ Begleitung und Betreuung über einen langen Zeitraum (5 Jahre)
✓ Größenordnung: rd. 500 Teilnehmer
✓ Über einen Zeitraum von bis zu 8 ! Jahren bekommen Menschen die Möglichkeit, im
  Rahmen eines modularen Systems einen externen Berufsabschluss zu erlangen.
✓ Jedes Qualifizierungsmodul schließt mit einem IHK/HWK Zertifikat ab.
✓ Individuelle Begleitung und Betreuung über den gesamten Zeitraum – Coaching während der
  Teilnahme an den Modulen und im Übergang zur sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit –
  Begleitung während der Zeiten der Nichtbeschäftigung durch die Fachkräfte des Jobcenters.
✓ Das Ziel ist der Abschluss mit externen Prüfungen bei IHK und HWK.
Kompetenzfeststellung bei Teilqualifikationen

Umsetzung des Modells: “Qualifizierungsmodule“
✓ Von HWK und IHK zertifizierte Teilqualifikationen

✓ Betriebsnahe Ausgestaltung

✓ Hoher Praktikumsanteil (über 30 %)

✓ Finanzierung der Qualifizierung über Bildungsgutschein (FbW)

✓ Finanzierung des begleitenden Coachings über 16f SGB II
Fachkräfte
inklusive!
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