KOLLEKTIVVERTRAG für Arbeitnehmer und Lehrlinge karitativer Einrichtungen der Katholischen Kirche in Österreich - behindertenarbeit.at
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KOLLEKTIVVERTRAG für Arbeitnehmer und Lehrlinge karitativer Einrichtungen der Katholischen Kirche in Österreich FASSUNG 1. FEBRUAR 2020
Unser Service für Sie: www.gpa-djp.at Rechtsberatung und Rechtsschutz in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten Beratung zu Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Abfertigung Neu, Kollektivvertrag, Einstufung, Überstunden, Karenz und Mutterschutz, Weiterbildung uvm. Mehr Information durch die Mitgliederzeitschrift KOMPETENZ Umfassendes Service durch die Mitglieds-CARD, auch im Bereich Freizeit, Sport, Kultur und Urlaub Mitglied sein bringt‘s!
KOLLEKTIVVERTRAG für Arbeitnehmer und Lehrlinge karitativer Einrichtungen der Katholischen Kirche in Österreich FASSUNG 1. FEBRUAR 2020
Liebe Kollegin, lieber Kollege, Sie halten die aktualisierte Neuauflage Ihres Kollektivvertrages in Händen. Darin sind wichtige An- sprüche aus Ihrem Arbeitsverhältnis geregelt. Darunter auch solche, auf die es keinen gesetzlichen Anspruch gibt, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein Kollektivvertrag • schafft gleiche Mindeststandards bei der Entlohnung und den Arbeitsbedingungen für alle Arbeit- nehmerInnen einer Branche, • verhindert, dass die ArbeitnehmerInnen zu deren Nachteil gegeneinander ausgespielt werden kön- nen, • schafft ein größeres Machtgleichgewicht zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern und • sorgt für gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen den Unternehmen einer Branche. Die GPA-djp verhandelt jedes Jahr über 170 Kollektivverträge mit den zuständigen Arbeitgeberver- bänden. Damit ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen oder ein bestehender verbessert werden kann, muss es inhaltlich zu einer Einigung kommen. Oft gelingt das erst nach mehreren Verhand- lungsrunden, manchmal müssen wir als Gewerkschaft Druck bis hin zum Streik erzeugen. Als Ge- werkschaftsmitglied tragen Sie entscheidend zu jener Stärke bei, mit der wir Forderungen im Inte- resse der ArbeitnehmerInnen durchsetzen können. Deshalb möchten wir uns bei dieser Gelegenheit herzlich für Ihre Mitgliedschaft bedanken. Sollten Sie zu Ihrem Kollektivvertrag oder Ihrem Arbeitsverhältnis Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Barbara Teiber, MA Karl Dürtscher gf. Vorsitzende Bundesgeschäftsführer KV-Highlights Der KV-Abschluss ist ein 3-Jahresabschluss. Die Ergebnisse im Detail für die Jahre 2021 und 2022 (Arbeitszeitverkürzung) finden sich im Protokoll auf Seite 26 • 2,7 % auf Gehälter und Zulagen ab 1. 2. 2020 • einmalige Covid-19-Gefahrenzulage bis zu € 500,– (wie SWÖ) • ab 1. 1. 2021: VPI (min. 0 %) + 0,6 %-Punkte auf Gehälter und Zulagen • ab 1. 1. 2022: o Verkürzung der kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit auf 37 Stunden o Zuschlag auf alle (!) Mehrstunden ist 30 % o Persönliches Anrecht auf Mehrarbeit für Vollzeitbeschäftigte (mit diversen Absicherungen im Sinne der Angestellten, Informationspflicht an den BR, für Neueintritte erst nach dem Probemonat) o Anspruch von Teilzeitbeschäftigten auf höhere Anstellung, wenn übers Halbjahr durchschnittlich in der Woche mehr als 1 Mehrstunde geleistet wird • Vorrangigkeit für Ausbezahlung von Mehr- und Überstunden • Neuregelung der Befüllung des zuschlagsbefreiten Stundenrucksacks, der ab 1. 1. 2022 auf max. 37 reduziert wird, sodass dieser zuerst mit Mehrstunden und dann erst mit Überstunden befüllt werden muss. • Eine Erweiterungen der Durchrechnungszeiträume (in der Regel 3 Monate) und eine Verkürzung der Wochenruhe (2 Kalendertage) konnten verhindert werden. • Empfehlung, das Arbeitszeit für Streikmaßnahmen nicht zum Abzug gebracht wird. GPA-djp Servicecenter: Hotline: 05 0301-301, service@gpa-djp.at, www.gpa-djp.at, facebook/gpa-djp
Inhaltsverzeichnis Seite Seite A. Geltungsbereich E.6. Abgeltung von Rufbereitschaft ............... 17 A.1. Geltungsbereich ............................... 6 E.7. Transitmitarbeiter .............................. 17 A.2. Geltungsbeginn und Dauer ................... 7 E.8. Lehrlinge ........................................ 18 A.3. Gleichstellung von Arbeitern und Angestell- E.9. Ferialarbeitnehmer ............................ 18 ten ............................................... 7 F. Beendigung des Dienstverhältnisses B. Beginn des Dienstverhältnisses F.1. Kündigung ....................................... 18 B.1. Dienstzettel ..................................... 7 F.2. Abfertigung ...................................... 18 B.2. Vordienstzeiten. Regelungen für Einstu- F.3. Abgeltung von Zeitguthaben bei Beendigung fungszwecke und die Anrechnung für den des Dienstverhältnisses ....................... 18 erhöhten Urlaubsanspruch ................... 7 G. Sonstige Regelungen B.3. Pflichten des Arbeitnehmers ................. 8 G.1. Bildung .......................................... 19 C. Arbeitszeit G.2. Dienstreisen und Reiseaufwandsentschädi- C.1. Allgemeine Bestimmungen (inkl Nachtar- gungen .......................................... 19 beit u inkl Ruhezeit) ........................... 8 G.3. Supervision ..................................... 19 C.2. Sonderbestimmungen für Büro- und allge- G.4. Karenzzeiten ................................... 19 meine Dienste .................................. 9 G.5. Verfall von Ansprüchen ....................... 20 C.3. Sonderbestimmungen für Einrichtungen H. Übergangsregelungen ....................... 20 mit Dauerbetrieb ............................... 9 C.4. Sonderbestimmungen für Mobile Dienste Anhang 1 Verwendungsgruppen für Dienstver- für Arbeitnehmer im mobilen Einsatz ....... 10 hältnisse, die vor 1. 2. 2010 begon- C.5. Mehrstunden/Überstunden ................... 11 nen haben .............................. 22 C.6. Teilzeit ........................................... 11 Anhang 2 Verwendungsgruppen für Dienstver- C.7. Rufbereitschaft ................................. 12 hältnisse, die ab 1. 2. 2010 begonnen C.8. Altersteilzeit .................................... 12 haben .................................... 23 Anhang 3 Gehaltstafel ............................. 24 D. Dienstfreie Zeiten Anhang 4 Dienstzettel (Muster) .................. 25 D.1 Freie Tage und zusätzlicher Urlaub .......... 13 D.2. Ansprüche bei Dienstverhinderung ......... 13 Protokoll Kollektivvertragsverhandlungen D.3. Sabbatical ...................................... 14 Caritas 2020 am 24. 7. 2020 ..................... 26 D.4. Familienzeit ..................................... 14 Mitgliedsbetriebe des Arbeitgeberverbandes Ver- E. Gehalt und Entgelt ein Interessenvertretung der karitativen Einrich- E.1. Allgemeine Regelungen ....................... 14 tungen der katholischen Kirche in Österreich .... 30 E.2. Verwendungsgruppen ......................... 15 E.3. Gehaltstafel ..................................... 15 E.4. Zulagen und Zuschläge ....................... 15 Das Impressum befindet sich auf der letzten Um- E.5. Sonderzahlungen .............................. 17 schlagseite –5–
Der Kollektivvertrag wird abgeschlossen zwischen schaftsbereich Kirchen und Religionsgemein- dem Verein Interessenvertretung der karitati- schaften und deren Einrichtungen, 1030 Wien, ven Einrichtungen der Katholischen Kirche in Alfred-Dallinger-Platz 1, sowie der Gewerkschaft Österreich, 1160 Wien, Albrechtskreithgasse 19–21, VIDA, Fachbereich Soziale Dienste, 1020 Wien, einerseits und der Gewerkschaft der Privatange- Johann-Böhm-Platz 1, andererseits. stellten, Druck, Journalismus, Papier, Wirt- Soweit im folgenden personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise. Bei der Anwendung auf bestimmte Personen ist die jeweils geschlechtsspezifische Form zu verwenden. A. GELTUNGSBEREICH A.1. GELTUNGSBEREICH A.1.1. Räumlich G.3. Supervision Für das gesamte Bundesgebiet Österreich. H. Übergangsregelungen (Änderungen mit 1. 2. 2012) A.1.2. Fachlich Die Entlohnung der Transitmitarbeiter erfolgt gemäß Für die Mitglieder des Vereines Interessenvertretung Abschnitt E.7. karitativer Einrichtungen der Katholischen Kirche in Zur Gänze vom Geltungsbereich dieses Kollektivver- Österreich. trages ausgenommen sind: A.1.3. Persönlich a) Arbeitnehmer von (Sonder-)Kindergärten sowie Für alle Lehrlinge und Arbeitnehmer der Mitglieder des von bettenführenden Krankenanstalten. Vereines Interessenvertretung karitativer Einrichtun- b) Praktikanten sowie Volontäre. gen der Katholischen Kirche in Österreich. Volontär ist, wer sich kurzfristig ausschließlich zu Für Transitmitarbeiter, das sind Arbeitnehmer, die in Ausbildungszwecken in einer Einrichtung aufhält; eigenen, vom AMS beauftragten Maßnahmen (auch ein geringes Entgelt („Taschengeld“) steht einem bei Kofinanzierung durch andere Träger wie Länder, Volontariat nicht entgegen. Sozialministeriumservice, Europäischer Sozialfond) Praktikant ist, wer im Rahmen einer schulischen bei einfachen Tätigkeiten unter arbeitsmarktähn- oder universitären Ausbildung aufgrund eines lichen Rahmenbedingungen auf der Basis einer Zu- Lehrplanes bzw einer Studienordnung verpflichtet weisung durch das AMS mit dem Ziel der Integration ist, praktische Tätigkeiten nachzuweisen. am Arbeitsmarkt über einen bestimmten befristeten (IdF ab 1. 2. 2018) Zeitraum (nicht nur stundenweise) beschäftigt und betreut werden, finden folgende Abschnitte des Kol- c) Beschäftigungsverhältnisse, die primär auf die In- lektivvertrages keine Anwendung: tegration des Arbeitnehmers in die Arbeitswelt ab- (IdF ab 1. 2. 2017) zielen, deren Arbeitsverhältnis zB auf Basis eines Kostenersatzes nach den Sozialhilfe- und/oder Be- A.3. Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten hindertengesetzen der Bundesländer begründet B.2. Vordienstzeiten wurde bzw deren Beschäftigung auf Basis einer Zu- C.2.4. Gleitende Arbeitszeit weisung durch einen Kostenträger (Arbeitsmarkt- C.4. Mobile Dienste service, Sozialversicherungsträger, Sozialministe- D.3. Sabbatical riumservice, etc) Qualifizierungsmaßnahmen zum Inhalt haben. E.1. Gehalt und Entgelt – allgemeine Regelungen (IdF ab 1. 2. 2017) E.2. Verwendungsgruppen E.3. Gehaltstafel d) Lehrpersonal an Schulen, das nach öffentlich- rechtlichen Normen bezahlt wird (Landes- bzw E.4. Zulagen und Zuschläge Bundesschema). F.1. Kündigung G.1. Bildung Hinsichtlich dieser Arbeitnehmergruppen können Be- triebsvereinbarungen geschlossen werden. –6–
A.2. GELTUNGSBEGINN UND DAUER A.2.1. Dieser Kollektivvertrag tritt mit 1. 2. 2020 in A.2.2. Der Kollektivvertrag kann von beiden vertrags- Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. schließenden Parteien unter Einhaltung einer 3-mona- Mit Inkrafttreten dieses Kollektivvertrages verlieren tigen Kündigungsfrist zu jedem Monatsletzten mittels die Bestimmungen des bisher gültigen Kollektivver- eingeschriebenen Briefes gekündigt werden. trages vom 1. 2. 2019 ihre Gültigkeit. (Änderungen mit 1. 2. 2020) A.3. GLEICHSTELLUNG VON ARBEITERN UND ANGESTELLTEN Alle Arbeiter, die bei einem Mitglied des Vereines Inte- und in den Geltungsbereich fallen, unterliegen dem ressenvertretung der karitativen Einrichtungen der Angestelltengesetz und werden in Folge wie auch alle Katholischen Kirche in Österreich beschäftigt werden Angestellten als Arbeitnehmer bezeichnet. B. BEGINN DES DIENSTVERHÄLTNISSES B.1. DIENSTZETTEL Dem Arbeitnehmer ist bei Arbeitsantritt eine schriftli- zuhändigen. (Muster siehe Anhang 4, Seite 25). Diese che Aufzeichnung über die wesentlichen Rechte und Verpflichtung entfällt, wenn ein schriftlicher Arbeits- Pflichten aus dem Arbeitsvertrag (Dienstzettel) aus- vertrag alle notwendigen Angaben enthält. B.2. VORDIENSTZEITEN. REGELUNGEN FÜR EINSTUFUNGSZWECKE UND DIE ANRECHNUNG FÜR DEN ERHÖHTEN URLAUBSANSPRUCH B.2.1. Der Arbeitnehmer ist spätestens bei Abschluss B.2.4. Im Rahmen der Bestimmungen B.2.2. und des Arbeitsvertrages nach Vordienstzeiten (unselbst- B.2.3. wird Zivildienst bzw ein freiwilliges soziales Jahr ständige und selbstständige Tätigkeiten), die bei der als facheinschlägige oder sonstige Vordienstzeit ange- Berechnung der Berufsjahre von Bedeutung sein kön- rechnet (bei Eintritt in das Arbeitsverhältnis ab dem nen, zu befragen. 1. 3. 2019). (Abs idF 1. 2. 2010) (B.2.4 idF ab 1. 3. 2019) B.2.2. Facheinschlägige Vordienstzeiten werden zur B.2.5. Im Rahmen der Bestimmung B.2.2. gelten Zei- Gänze, höchstens aber im Gesamtausmaß von 10 Jah- ten, die für die Caritas in Form eines freien Dienstver- ren (bei Eintritt in das Arbeitsverhältnis vor dem 1. 2. hältnisses zurückgelegt wurden, als Vordienstzeiten, 2017 im Gesamtausmaß von 8 Jahren) angerechnet. sofern sie facheinschlägig waren. (B.2.2 idF ab 1. 2. 2017) B.2.6. Anzurechnende Vordienstzeiten sind bei Ab- B.2.3. Falls keine oder weniger als 10 Jahre (bei Ein- schluss des Dienstverhältnisses zu belegen. Sofern tritt in das Arbeitsverhältnis vor dem 1. 2. 2017 8 Jah- Vordienstzeiten lediglich angemeldet wurden, sind re) facheinschlägige Vordienstzeiten vorliegen, sind sie innerhalb von zwei Monaten nach Dienstantritt andere Vordienstzeiten im Ausmaß von höchstens nachzuweisen. Die Einreihung in die entsprechend hö- 8 Jahren zur Hälfte anzurechnen. Die gemeinsame here Gehaltsstufe erfolgt in diesem Fall rückwirkend Obergrenze für die angerechneten Vordienstzeiten mit Beginn des Dienstverhältnisses. Werden Belege beträgt dabei höchstens 10 Jahre (bei Eintritt in das erst nach der Zweimonats-Frist vorgelegt, so ist die Arbeitsverhältnis vor dem 1. 2. 2017 8 Jahre). Einreihung in eine höhere Gehaltsstufe erst ab dem (B.2.3 idF ab 1. 2. 2017) der Vorlage folgenden Monatsersten vorzunehmen. –7–
B.2.7. Nicht zu den Vordienstzeiten werden gerech- B.2.8. In Erweiterung zu § 3 Abs 3 UrlG sind Zeiten net: Schul- und sonstige Ausbildungszeiten, (Bil- nach Abs 2 Ziffer 1, 5 und 6 bis zu 10 Jahren für den dungs-)Karenzurlaube sowie unbezahlte Urlaube, Zi- Anspruch auf die 6. Urlaubswoche anzurechnen. Die vil- und Präsenzdienste (mit Ausnahme des Zivil- gemeinsame Höchstgrenze der Anrechnung von Vor- dienstes und des freiwilligen sozialen Jahres nach dienstzeiten nach § 3 Abs 3 wird auf 10 Jahre erwei- B.2.4.) sowie Dienstzeiten aufgrund eines geringfügi- tert. Dies gilt für Urlaubsansprüche, die ab dem 1. Jän- gen Dienstverhältnisses. ner 2018 neu entstehen. (B.2.7 idF ab 1. 2. 2018) (B.2.8 idF ab 1. 2. 2018) B.3. PFLICHTEN DES ARBEITNEHMERS B.3.1. Dienstverschwiegenheit der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Kommt der Arbeit- Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, über alle dienstli- nehmer seiner diesbezüglichen Meldepflicht nicht chen Angelegenheiten, soweit deren Geheimhaltung nach, so verliert er für die Dauer der Säumnis den An- im Interesse des Arbeitgebers oder der Betreuten spruch auf Entgelt. steht oder die ausdrücklich als vertraulich bezeichnet worden sind, Verschwiegenheit zu bewahren. Die Ver- B.3.3. Geschenkannahme pflichtung zur Wahrung des Dienstgeheimnisses be- Arbeitnehmer dürfen Abhängigkeitsverhältnisse be- steht auch nach Beendigung des Dienstverhältnisses treuter Personen nicht durch Entgegennahme vermö- weiter. genswerter Vorteile missbrauchen. Ebenso untersagt ist es, für sich oder Dritte Vorteile zu fordern, anzu- B.3.2. Mitteilungspflicht nehmen oder sich versprechen zu lassen (zB Firmen- Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, alle Tatsachen, die geschenke, Provisionen, etc). Dieses Verbot gilt auch seine dienstlichen Rechte und Pflichten betreffen, für Begünstigung durch letztwillige Verfügungen. Der wie zB Dienstverhinderung, Änderung des Wohnortes Dienstgeber kann die Rückgabe des unrechtmäßig oder des Familienstandes unverzüglich dem zuständi- empfangenen Geschenks verlangen. Die Verschaf- gen Vorgesetzten bekannt zu geben. Werdende Müt- fung oben beschriebener Vorteile stellt einen wichti- ter haben, sobald ihnen der voraussichtliche Geburts- gen Grund zur vorzeitigen Beendigung des Dienstver- termin bekannt ist, oder eine vorzeitige Beendigung hältnisses (Entlassung) dar. der Schwangerschaft eingetreten ist, dem Arbeitge- (Abs idF 1. 2. 2010) ber hievon schriftlich Mitteilung zu machen. Gleiches gilt für die Geburt des Kindes. Bei einer Dienstverhin- B.3.4. Nebenbeschäftigung derung infolge Krankheit oder Unfall, die länger als Die Ausübung einer Nebenbeschäftigung, die mit der drei Kalendertage dauert, hat der Arbeitnehmer eine Tätigkeit in der Caritas unvereinbar ist, ist nicht zuläs- ärztliche Bestätigung über die voraussichtliche Dauer sig. C. ARBEITSZEIT C.1. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN (INKL NACHTARBEIT UND INKL RUHEZEIT) C.1.1. Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt für Abweichend gilt Punkt C.8. „Altersteilzeit“ auch für Ar- alle Arbeitnehmer 38 Stunden. beitnehmer, deren Dienstverhältnis nicht dem AZG und ARG unterliegen. C.1.2. Die weiteren Bestimmungen dieses Abschnit- (C.1.2. idF ab 1. 2. 2019] tes gelten für alle Arbeitnehmer, sofern auf deren Dienstverhältnis das AZG und das ARG zur Anwen- C.1.3. Das wöchentliche Beschäftigungsausmaß ist dung kommen. im Rahmen des Dienstvertrages zu verankern. Abän- derungen sind einvernehmlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schriftlich festzulegen. –8–
C.2. SONDERBESTIMMUNGEN FÜR BÜRO- UND ALLGEMEINE DIENSTE C.2.1. Normalarbeitszeit schäftigungsausmaßes, maximal aber 38 Stunden, in Die tägliche Normalarbeitszeit beträgt für Vollbeschäf- den nächsten Durchrechnungszeitraum übertragen tigte maximal 9 Stunden (ohne Ruhepause). Die wö- werden. chentliche Normalarbeitszeit darf durchschnittlich (Abs idF 1. 2. 2010) 38 Stunden nicht überschreiten. In einzelnen Wochen Für Betriebe mit einer mehr als einmonatigen zusam- des Durchrechnungszeitraumes (C.2.3.) darf sie menhängenden Schließung kann durch Betriebsver- höchstens 48 Stunden erreichen. einbarung der Durchrechnungszeitraum bis zu 12 Mo- Durch Betriebsvereinbarung kann die tägliche Nor- nate ausgedehnt werden. malarbeitszeit auf 10 Stunden ausgedehnt werden, sofern die Wochenarbeitszeit auf vier zusammenhän- C.2.4. Gleitende Arbeitszeit gende Tage regelmäßig verteilt wird. Gleitende Arbeitszeit ist mittels Betriebsvereinbarung Für Arbeitsstellen, bei denen Gleitzeit nicht möglich zu regeln. Gleitende Arbeitszeit liegt vor, wenn der Ar- ist, kann durch Betriebsvereinbarung die tägliche Nor- beitnehmer innerhalb eines vereinbarten zeitlichen malarbeitszeit auf der Basis eines Dienstplanes auf Rahmens Beginn und Ende seiner täglichen Normalar- 10 Stunden ausgedehnt werden, sofern dadurch im beitszeit selbst bestimmen kann. Die tägliche Normal- Durchrechnungszeitraum längere zusammenhängen- arbeitszeit kann bis auf 10 Stunden, die wöchentliche de Freizeitperioden möglich werden. Normalarbeitszeit bis auf 50 Stunden verlängert wer- den. C.2.2. Lage der Arbeitszeit Zeitguthaben können bis zu 30 Stunden, Zeitschulden Die wöchentliche Normalarbeitszeit ist auf die einzel- bis zu 20 Minusstunden in die nächste Gleitzeitperiode nen Arbeitstage des Zeitraumes Montag bis ein- übertragen werden. Die Dauer einer Gleitzeitperiode schließlich Freitag einer Kalenderwoche zu verteilen. kann bis zu 3 Monate betragen, die nähere Bestim- Durch Betriebsvereinbarung kann, wo es unbedingt mung ist durch eine Betriebsvereinbarung (Gleitzeit- notwendig ist, die Verteilung auch auf die Werktage vereinbarung gemäß § 4b AZG) zu regeln, welche (Montag bis Samstag) einer Kalenderwoche erfolgen. auch hinsichtlich der Übertragung von Zeitguthaben, Jedoch muss gewährleistet sein, dass die Arbeitneh- sofern sie das wöchentliche Beschäftigungsausmaß mer nur an 5, nach Möglichkeit zusammenhängenden, nicht überschreiten, abweichende Bestimmungen Werktagen einer Kalenderwoche beschäftigt werden. enthalten kann. Bei verringertem Arbeitsanfall durch Ferienbetrieb C.2.3. Durchrechnungszeitraum kann in der Gleitzeit-Betriebsvereinbarung für einzel- Der Durchrechnungszeitraum beträgt 3 Monate. In Ta- ne Arbeitnehmergruppen oder Einrichtungen die gesheimen oder in Einrichtungen, in denen Gleitzeit Gleitzeitperiode bis zu 12 Monate ausgedehnt werden. nicht möglich ist, kann ein Zeitguthaben bis zur Höhe (C.2.4. idF 1. 2. 2020) des Zweifachen des vereinbarten wöchentlichen Be- C.3. SONDERBESTIMMUNGEN FÜR EINRICHTUNGEN MIT DAUERBETRIEB Diese gelten für jene Arbeitnehmer, deren Tätigkeit dienstes auf den nächstfolgenden Tag des Feiertags) zur Aufrechterhaltung des Betriebes ununterbrochen bis zu 12 Stunden ausgedehnt werden, wenn dies (7 Tage/Woche und bis zu 24 Std/Tag) erforderlich durch Betriebsvereinbarung geregelt ist. ist (ausgenommen Mobile Dienste). Höchstens zweimal pro Monat kann an einzelnen Ta- gen die tägliche Normalarbeitszeit aus folgenden C.3.1. Normalarbeitszeit Gründen bis zu 12 Stunden ausgedehnt werden: Die tägliche Normalarbeitszeit beträgt für Vollbeschäf- Teambesprechungen, Hausversammlungen, arbeit- tigte maximal 10 Stunden. Die wöchentliche Normal- nehmerschutzrechtliche Unterweisungen, Brand- arbeitszeit darf durchschnittlich 38 Stunden nicht schutzschulungen. überschreiten, in einzelnen Wochen des Durchrech- In Einrichtungen mit medizinischer Intensivpflege nungszeitraumes darf sie höchstens 48 Stunden errei- kann durch Betriebsvereinbarung auf Basis von § 4a chen. Abs 4 Z 2. AZG die tägliche Normalarbeitszeit auf bis Bei durchlaufendem „Radldienst“ kann die tägliche zu 12 Stunden ausgedehnt werden, wenn in der Be- Normalarbeitszeit an Wochenenden (Beginn des triebsvereinbarung ein Dienstplanmodell verankert Nachtdienstes zum Samstag bis zum Ende des Nacht- wurde, durch das im Durchrechnungszeitraum mehr- dienstes zum Montag) und an Feiertagen (Beginn des Nachtdienstes zum Feiertag bis zum Ende des Nacht- –9–
tägig zusammenhängende Freizeitperioden möglich Kalendertage pro Woche, diese in der Regel an 2 Wo- werden. chenenden pro Monat, frei hat. Die tägliche Normalar- (C.3.1. idF 1. 2. 2020) beitszeit ist so einzuteilen, dass höchstens eine Unter- brechung eingeplant ist. Eine zweite Unterbrechung C.3.2. Nachtarbeit kann nach Zustimmung des Betriebsrates für be- Als Nacht gilt der Zeitraum von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr. stimmte Dienststellen eingeplant werden. Zeiten sol- cher Unterbrechungen zählen nicht zur Arbeitszeit. C.3.3. Arbeitsbereitschaft in erheblichem Um- fang beim ”wachen“ Nachtdienst C.3.7. Dienstpläne Die tägliche Normalarbeitszeit kann bei ”wachen“ Arbeitnehmern, die nach Dienstplan arbeiten, ist Nachtdiensten bis auf 12 Stunden (jedoch nur im 2 Wochen vor Beginn des Kalendermonats der für die- Nachtdienst selbst), die wöchentliche Normalarbeits- sen Monat gültige Dienstplan zur Kenntnis zu bringen. zeit bis auf 48 Stunden ausgedehnt werden, wenn in (Änderung mit 1. 1. 2014) die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft fällt. C.3.8. Durchrechnungszeitraum Der Durchrechnungszeitraum beträgt 3 Monate. Zeit- C.3.4. Arbeitsbereitschaft in erheblichem Um- guthaben bis zur Höhe des Zweifachen des vereinbar- fang beim ”schlafenden“ Nachtdienst ten wöchentlichen Beschäftigungsausmaßes, maxi- Die tägliche Normalarbeitszeit kann bei ”schlafenden“ mal aber 38 Stunden, können in den nächsten Durch- Nachtdiensten bis auf 12 Stunden (jedoch nur im rechnungszeitraum übertragen werden. Mit Betriebs- Nachtdienst selbst), die wöchentliche Normalarbeits- vereinbarung kann bei verringertem Arbeitsanfall zeit bis auf 60 Stunden ausgedehnt werden, wenn in durch Ferienbetrieb für einzelne Arbeitnehmergrup- die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang pen oder Einrichtungen der Durchrechnungszeitraum Arbeitsbereitschaft fällt. auf bis zu 12 Monate ausgedehnt werden. Für Betriebe mit einer mehr als einmonatigen zusam- C.3.5. Arbeitsbereitschaft in überwiegendem menhängenden Schließung kann durch Betriebsver- Umfang einbarung der Durchrechnungszeitraum bis zu 12 Mo- Besteht die Arbeitszeit überwiegend aus Arbeitsbe- nate ausgedehnt werden. reitschaft und bestehen für die Arbeitnehmer während (C.3.8. idF 1. 2. 2020) der Arbeitszeit besondere Erholungsmöglichkeiten, kann durch Betriebsvereinbarung dreimal pro Woche C.3.9. Mindestruhezeit eine Ausdehnung der täglichen Normalarbeitszeit bis Durch Betriebsvereinbarung kann im Zusammenhang zu 24 Stunden zugelassen werden. Dies allerdings un- mit Nachtdiensten die tägliche Mindestruhezeit ter der Voraussetzung, dass durch ein arbeitsmedizi- höchstens 1 x wöchentlich zur freiwilligen Teilnahme nisches Gutachten festgestellt wurde, dass wegen an Dienstbesprechungen oder Teamsupervisionen der besonderen Arbeitsbedingungen der Arbeitneh- auf 9 Stunden reduziert werden, wenn eine andere mer im Durchschnitt nicht stärker gesundheitlich be- tägliche oder wöchentliche Ruhezeit innerhalb der lastet wird, als bei Ausübung derselben Tätigkeit im nächsten 7 Kalendertage um die Differenz auf elf Rahmen einer Verlängerung der Normalarbeitszeit Stunden verlängert wird und in der Betriebsvereinba- im Sinne von C.3.3. und C.3.4. rung zusätzliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Erholung vereinbart werden. C.3.6. Lage der Arbeitszeit (Änderungen mit 1. 1. 2014) Die Arbeitszeit wird auf 7 Tage in der Woche so aufge- teilt, dass jeder Arbeitnehmer 2 zusammenhängende C.4. SONDERBESTIMMUNGEN FÜR MOBILE DIENSTE FÜR ARBEITNEHMER IM MOBILEN EINSATZ C.4.1. Normalarbeitszeit Durch Betriebsvereinbarung kann die tägliche Nor- Die tägliche Normalarbeitszeit beträgt für Vollbeschäf- malarbeitszeit auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt wer- tigte maximal 9 Stunden. An Samstagen, Sonntagen den, sofern die Wochenarbeitszeit auf vier zusam- und gesetzlichen Feiertagen kann die tägliche Normal- menhängende Tage regelmäßig verteilt wird. arbeitszeit auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt werden. Ebenfalls durch Betriebsvereinbarung kann die tägli- Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt für Vollbe- che Normalarbeitszeit auf bis zu 10 Stunden ausge- schäftigte 38 Stunden, in einzelnen Wochen des dehnt werden, wenn in der Betriebsvereinbarung ein Durchrechnungszeitraumes bis zu 48 Stunden. Dienstplanmodell verankert wurde, durch das im – 10 –
Durchrechnungszeitraum mehrtägig zusammenhän- hat der Arbeitnehmer den Vorgesetzten davon umge- gende Freizeitperioden möglich werden. Zuschlagsfrei hend zu informieren. Der Arbeitgeber ist berechtigt, bleibt diese 10. Stunde nur, wenn sie im Dienstplan bei unvorhersehbaren und unabwendbaren Ereignis- vereinbart wurde. sen (insbesondere bei Krankenhausaufenthalten oder bei Tod von Betreuten) die Lage der Arbeitszeit in Ab- C.4.2. Lage der Arbeitszeit sprache mit dem betroffenen Arbeitnehmer zu än- Die Arbeitszeit wird auf 7 Tage in der Woche so aufge- dern. teilt, dass jeder Arbeitnehmer 2 zusammenhängende Kalendertage pro Woche, diese in der Regel an 2 Wo- C.4.4. Wegzeiten chenenden pro Monat, frei hat. Die tägliche Normalar- Die Arbeitszeit beginnt am Dienstort bzw am ersten beitszeit ist so einzuteilen, dass höchstens eine Unter- Einsatzort und endet nach Abschluss der Tätigkeit brechung eingeplant ist. Eine zweite Unterbrechung am letzten Einsatzort bzw am jeweiligen Dienstort. kann nach Zustimmung des Betriebsrates für be- stimmte Einsatzstellen eingeplant werden. Zeiten sol- C.4.5. Durchrechnungszeitraum cher Unterbrechungen zählen nicht zur Arbeitszeit. Der Durchrechnungszeitraum beträgt 3 Monate. Zeit- Fahrtzeiten (vom Einsatzort nach Hause und wieder guthaben bis zur Höhe des Zweifachen des vereinbar- zum Einsatzort) zwischen diesen geteilten Diensten ten wöchentlichen Beschäftigungsausmaßes, maxi- gelten als Arbeitszeit, sofern zwischen dem Ende des mal aber 38 Stunden, können in den nächsten Durch- vor der Unterbrechung liegenden Dienstes einerseits rechnungszeitraum übertragen werden. Mit Betriebs- und dem auf die Unterbrechung folgenden Dienstes vereinbarung kann bei verringertem Arbeitsanfall andererseits mehr als 1,5 Stunden liegen. durch Ferienbetrieb für einzelne Arbeitnehmergrup- pen oder Einrichtungen der Durchrechnungszeitraum C.4.3. Dienstpläne auf bis zu 12 Monate ausgedehnt werden. Die monatliche Arbeitszeit ist in Form eines Basis- Für Betriebe mit einer mehr als einmonatigen zusam- dienstplanes – jeweils 2 Wochen im Vorhinein – fest- menhängenden Schließung kann durch Betriebsver- zulegen. Bei erstmaligem Nichtantreffen eines Klien- einbarung der Durchrechnungszeitraum auf 12 Mona- ten ist die für diesen Einsatz vorgesehene Zeit als Ar- te ausgedehnt werden (Ausnahme Heimhilfe). beitszeit anzurechnen. Nach Maßgabe der Möglichkeit (C.4.5. idF 1. 2. 2020) C.5. MEHRSTUNDEN / ÜBERSTUNDEN C.5.1. Als Überstunden gelten jene Stunden, durch Zeitguthaben, die in den nächsten Durchrechnungs- die die Grenzen der gesetzlichen (täglichen oder wö- zeitraum übertragen werden können. chentlichen) Normalarbeitszeit nach Maßgabe von Ab- C.5.1.1. Die Abgeltung der Überstunden in Freizeit schnitt C. dieses Kollektivvertrages überschritten oder in Geld hat im Verhältnis 1 : 1,5 (Stundensatz – werden. Überstunden sind grundsätzlich zu vermei- 1/164 des monatlichen Grundgehaltes mit einem Zu- den. Mehr- und Überstunden sind nur dann zulässig, schlag von 50 Prozent) zu erfolgen. Eine Abgeltung wenn sie vom Arbeitgeber (direkter Vorgesetzter) in diesem Sinne ist jedenfalls nicht vorgesehen, solan- ausdrücklich angeordnet werden oder wenn sie zur ge und soweit eine Übertragungsmöglichkeit im Sinne Abwendung einer sonst drohenden ernsten Gefahr der Abschnitte C.2. bis C.4. besteht. notwendig sind. Jedenfalls gelten Stunden bis zu 40 Wochenstunden als Mehrleistung und nicht als C.5.2. Ansprüche auf Überstundenvergütung müssen Überstunden. Nicht als Überstunden gelten am Ende spätestens 12 Monate nach Ende des Durchrech- einer Gleitzeitperiode bestehende Zeitguthaben, die nungszeitraumes geltend gemacht werden, in dem nach der Gleitzeitvereinbarung in die nächste Gleit- sie geleistet wurden. zeitperiode übertragen werden können, sowie am En- de eines Durchrechnungszeitraumes bestehende C.6. TEILZEIT Teilzeitarbeit liegt vor, wenn die vertragliche wöchent- Als Mehrstunden gelten jene Stunden, die sich am En- liche Normalarbeitszeit die durch diesen Kollektivver- de des Durchrechnungszeitraumes oder der Gleitzeit- trag für Vollzeitkräfte festgesetzte wöchentliche Nor- periode über die einzelvertraglich vereinbarte Arbeits- malarbeitszeit unterschreitet. zeit (Sollarbeitszeit) hinaus ergeben. – 11 –
Mehrstunden sind nur dann zulässig, wenn sie vom zeitperiode übertragen wurden, in diesem Durchre- Arbeitgeber (direkter Vorgesetzter) ausdrücklich an- chungszeitraum / in dieser Gleitzeitperiode auch zu- geordnet werden oder wenn sie zur Abwendung einer schlagsfrei ausbezahlt werden. Eine diesbezügliche sonst drohenden ernsten Gefahr notwendig sind. Vereinbarung ist zu dokumentieren. Zeitguthaben, die im Sinne der Abschnitte C.2. bis Darüber hinausgehende Mehrstunden sind im Verhält- C.4. in den nächsten Durchrechnungszeitraum bzw nis 1 : 1,25 in Geld oder in Freizeit abzugelten (Stun- in die nächste Gleitzeitperiode übertragen wurden, densatz – 1/[4,33 x vereinbartes wöchentliches Stun- sind zuschlagsfrei. denausmaß] des monatlichen Grundgehaltes mit ei- Im im Einzelfall erzielten Einvernehmen zwischen nem Zuschlag von 25 Prozent). Arbeitnehmer und Arbeitgeber können Zeitguthaben, C.5.2. gilt sinngemäß. die in einen Durchrechnungszeitraum / in eine Gleit- C.7. RUFBEREITSCHAFT Rufbereitschaft gilt nicht als Arbeitszeit. einbart werden. In der Regel sind die 2 Wochenenden Rufbereitschaft liegt vor, wenn Arbeitnehmer außer- pro Monat, die laut C.3.6. und C.4.2. arbeitsfrei sind, halb der vereinbarten Normalarbeitszeit für die auch frei von Rufbereitschaft. Arbeitsaufnahme an einem nicht vom Arbeitgeber Telefonische Anfragen bzw telefonische Erledigungen bestimmten Ort erreichbar sind und innerhalb einer im Ausmaß von bis zu 15 Minuten pro Kalendertag verhältnismäßig kurzen Zeit zum Arbeitsantritt be- der Rufbereitschaft sind in der Abgeltung lt E.6. ent- reit sind. halten. Darüber hinausgehende Arbeitsleistung (in- In einer Betriebsvereinbarung ist der persönliche Gel- tensive telefonische Interventionen, Wegzeit zur Ar- tungsbereich festzulegen. beitsstelle und zurück) sowie die Einsatzzeit werden Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit kann inner- als Arbeitszeit entlohnt. Für Arbeitsaufnahmen zwi- halb eines Zeitraumes von 3 Monaten an 30 Tagen schen 22 und 6 Uhr gebührt eine Abgeltung gemäß vereinbart werden. E.4.1.3. bzw E.4.1.4. Anfallende Reisekosten werden Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit darf nur vergütet. während 2 wöchentlichen Ruhezeiten pro Monat ver- (Änderungen mit 1. 1. 2015) C.8. ALTERSTEILZEIT 1. Will ein Arbeitnehmer die kontinuierliche Variante d) Nachweis über den persönlichen Pensionsant- der Altersteilzeit zur Erreichung seines Pensionsan- rittsstichtag und rechtzeitige Vorlage aller erfor- trittsstichtages in Anspruch nehmen, und auch das derlichen Unterlagen für die Antragstellung bei Dienstverhältnis bei Erreichung seines Pensionsstich- der Förderstelle durch den Arbeitgeber. tages beenden, hat er den Arbeitgeber schriftlich da- rüber zu informieren. Diese Information hat die ge- 3. Der Arbeitgeber hat bei Erfüllung der Voraussetzun- wünschte Reduktion der wöchentlichen Normalar- gen innerhalb von 4 Wochen eine Vereinbarung über beitszeit und die Dauer der geförderten Altersteilzeit die geförderte Altersteilzeit mit dem Arbeitnehmer zu enthalten. zu treffen. Darauf basierend wird der Antrag auf geför- derte Altersteilzeit bei der abwickelnden Förderstelle 2. Weiters müssen auf den Arbeitnehmer bei Antritt eingebracht. der Altersteilzeit folgende Voraussetzungen zutreffen: 4. Der Arbeitgeber kann die Vereinbarung über die ge- a) Betriebszugehörigkeit von mindestens 5 Jahren förderte Altersteilzeit zum Zeitpunkt der Information an den Arbeitgeber. a) auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder b) Das monatliche Bruttoentgelt darf die Höchstbei- tragsgrundlage zur Sozialversicherung nicht über- b) Gespräche über ein geändertes Ausmaß der Redu- schreiten. zierung der Normalarbeitszeit führen oder c) Die rechtlichen Anforderungen zur Inanspruch- c) auf die geblockte Variante ändern oder nahme der gesetzlich geregelten und geförderten d) ablehnen, wenn die Einhaltung von Betriebsabläu- Altersteilzeit müssen erfüllt sein. fen gefährdet ist oder die Aufrechterhaltung des – 12 –
Geschäftsbetriebes nicht mehr gewährleistet wer- 6. Bei Änderung der gesetzlichen Bestimmungen zur den kann. kontinuierlichen Altersteilzeit tritt diese Regelung au- ßer Kraft. Ausgenommen davon sind die bereits be- 5. Soll der Antrag geändert, verschoben oder abge- schlossenen Änderungen bei Inkrafttreten dieser Re- lehnt werden ist in Betrieben mit Betriebsrat dieser gelung zum 1. 2. 2019. Die Sozialpartner nehmen in zu informieren und ein Vermittlungsgespräch zu füh- diesem Fall Verhandlungen über die Erneuerung bzw ren. Abänderung des Kollektivvertrages auf. (C.8. gilt ab 1. 2. 2019] D. DIENSTFREIE ZEITEN D.1. FREIE TAGE UND ZUSÄTZLICHER URLAUB D.1.1 Zusätzliche freie Tage dung des ersten Dienstjahres ab Beginn des darauffol- Der Karfreitag, der 24. 12. sowie der 31. 12. sind genden Urlaubsjahres 2 zusätzliche Urlaubstage. grundsätzlich für alle Arbeitnehmer dienstfrei. Für alle Die Berechnung für Arbeitnehmer, die regelmäßig we- Arbeitnehmer, die an einem dieser Tage Dienst haben, niger als 5 Tage/Woche beschäftigt sind, erfolgt ali- ist ein Ersatztag zu gewähren. quot und wird auf ganze Urlaubstage aufgerundet. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer, die regelmäßig an D.1.2. Zusätzlicher Urlaub 3–4 Tagen der Woche beschäftigt sind, 2 zusätzliche Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis bis zum 31. 12. Urlaubstage erhalten und Arbeitnehmer, die regelmä- 2018 begonnen hat, erhalten ab 1. 1. 2020 ein um ßig an 1–2 Tagen der Woche beschäftigt sind, 1 zu- 2 Urlaubstage erhöhtes Urlaubsausmaß pro Urlaubs- sätzlichen Urlaubstag erhalten. jahr. Ist das Urlaubsjahr nicht das Kalenderjahr, ge- Diese zusätzlichen Urlaubstage gebühren, bis der Ar- bühren für diesen „Rumpfzeitraum“, das ist der Zeit- beitnehmer Anspruch auf eine 6. Urlaubswoche hat raum von 1. 1. 2020 bis zum Beginn des nächsten Ur- (gem § 2 Abs 1 UrlG iVm B.2.8.) laubsjahres, 2 Urlaubstage. (Die letzten zwei Absätze idF ab 1. 2. 2020] Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis ab 1. 1. 2019 (D.1.2. gilt ab 1. 2. 2019] begonnen hat oder neu beginnt, erhalten nach Vollen- D.2. ANSPRÜCHE BEI DIENSTVERHINDERUNG Bei angezeigtem und nachträglich nachgewiesenem i) beim Tod im engsten Familienkreis (zB Ge- Eintritt nachstehender Familienangelegenheiten ist schwister, Schwiegereltern, Großeltern) jedem Arbeitnehmer eine Freizeit ohne Schmälerung (Anlasstag) .................................... 1 Tag seines monatlichen Entgeltes in folgendem Ausmaß j) am ersten Schultag in der ersten Klasse zu gewähren: der Volksschule des Kindes (Anlasstag) ... 1 Tag a) bei eigener Eheschließung .................. 3 Tage [g) idF ab 1. 2. 2017] [j) gilt ab 1. 2. 2018] b) bei Niederkunft der Ehefrau ................. 1 Tag Den eigenen Kindern sind Stief- bzw Adoptivkinder, c) bei Eheschließung von Kindern ............. 1 Tag den eigenen Eltern Stief- bzw Adoptiveltern gleichzu- d) bei Eheschließung von Geschwistern (An- halten. Ein im gleichen Haushalt lebender Lebensge- lasstag) ........................................ 1 Tag fährte bzw eine im gleichen Haushalt lebende Lebens- e) bei Wohnungswechsel unter Vorausset- gefährtin oder eingetragene/r PartnerIn sind im Bezug zung, dass der neue Wohnsitz der Haupt- auf a), b) und f) mit EhepartnerInnen gleichgestellt. wohnsitz wird ................................. 2 Tage (idF 1. 2. 2012) f) beim Tod des Ehegatten bzw der Ehegattin 3 Tage Der Freizeitanspruch gebührt in Form betrieblicher Ar- g) beim Tod eines Kindes ....................... 3 Tage beitstage, die im Zusammenhang mit dem betreffen- h) beim Tod eines Elternteiles .................. 2 Tage den Ereignis konsumiert werden müssen. Ist ein Ar- beitnehmer durch andere wichtige, seine Person be- treffende Gründe ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert, gilt § 8 Abs 3 AngG. – 13 –
D.3. SABBATICAL (BERUFSPAUSE) Arbeitnehmer haben die Möglichkeit unter folgenden Sollte das Dienstverhältnis vor Inanspruchnahme der Bedingungen 6 Monate Berufspause (”Sabbatical“) Berufspause beendet werden, sind die einbehaltenen zu machen: Während eines Zeitraums von 60 Monaten 10 % Gehaltsanteil bzw das angesparte Zeitguthaben werden statt 100 % nur 90 % des Bruttogehalts ver- im Verhältnis 1 : 1 nachzuverrechnen. rechnet, wobei in den letzten 6 Monaten dieses Zeit- Eine diesbezügliche Vereinbarung bedarf der Schrift- raums der Arbeitnehmer die Berufspause in Anspruch form. nimmt. Abweichende Sabbaticalformen sind über Betriebs- vereinbarung bzw einzeldienstvertraglich zu regeln. D.4. FAMILIENZEIT Dem Arbeitnehmer gebührt eine Familienzeit sofern Ab der fristgerechten Bekanntgabe gilt für den Arbeit- ein Anspruch nach dem FamZeitbG besteht (für Ge- nehmer ein Kündigungsschutz, der bis zum Ablauf von burten ab 1. 3. 2017). Die Inanspruchnahme der Fa- vier Wochen nach Beendigung der Familienzeit an- milienzeit ist spätestens 3 Monate vor dem voraus- dauert. sichtlichen Geburtstermin des Kindes dem Arbeitge- Zeiten einer nach Beginn des Arbeitsverhältnisses in ber schriftlich anzuzeigen und der Arbeitnehmer hat Anspruch genommenen Familienzeit sind als Dienst- den Anspruch zeitgerecht nachzuweisen. Tritt der An- zeit für das Ausmaß des Erholungsurlaubes, für die lassfall gem § 3 Abs 3 FamZeitbG aus unvorhersehba- Bemessung der Kündigungsfrist und für den Anspruch ren Gründen vor dem voraussichtlichen Termin ein, so auf Abfertigung alt – sofern für diese Zeit nicht ohne- reduziert sich entsprechend der daraus ergebenden dies ein gesetzlicher Anspruch auf Anrechnung be- Differenz die dreimonatige Bekanntgabefrist. steht – sowie die Vorrückung anzurechnen. (D.4. idF ab 1. 2. 2017) E. GEHALT UND ENTGELT E.1. ALLGEMEINE REGELUNGEN Die Gehaltsordnung legt die Höhe der Mindestgrund- jener Verwendungsgruppe zugewiesen, deren Aufga- gehälter fest. Dabei wird die Gehaltsordnung nach benkreis ihrer Tätigkeit am nächsten kommt. Verwendungsgruppen (I bis IX) sowie nach Gehalts- Leistet ein Arbeitnehmer Arbeiten, die für zwei oder stufen gegliedert. Hinsichtlich der Lehrlingsentschädi- mehrere Beschäftigungsgruppen charakteristisch gung gilt der facheinschlägige Kollektivvertrag (Ge- sind, dann ist er jener Beschäftigungsgruppe zuzutei- haltstafel), im Zweifel die entsprechende Tafel des len, deren Aufgaben er vorwiegend erledigt. Kollektivvertrages für Angestellte des Gewerbes. Die angeschlossene Gehaltsordnung bildet einen we- E.1.1. Die Einreihung in eine bestimmte Verwen- sentlichen Bestandteil dieses Kollektivvertrages. dungsgruppe der Gehaltsordnung erfolgt nach der Die Bezüge sind monatlich so zeitgerecht anzuweisen, Art der Beschäftigung. Die Einstufung in eine be- dass sie dem Arbeitnehmer spätestens am letzten Ar- stimmte Gehaltsstufe der Gehaltsordnung erfolgt beitstag des Kalendermonats zur Verfügung stehen. nach Maßgabe der anrechenbaren Vordienstzeiten Beim Ausscheiden eines Arbeitnehmers ist der Bezug (siehe B.2.). zum Ende des Dienstverhältnisses fällig. Variable Ge- haltsbestandteile (Zuschläge etc) werden im Folge- E.1.2. Die Vorrückung in eine höhere Gehaltsstufe er- monat ausbezahlt. folgt nach jeweils 2 Dienstjahren. Für alle Arbeitneh- Die Beschreibung der kennzeichnenden Verrichtun- mer, deren Vorrückungsstichtag zwischen 1. 10. und gen in den einzelnen Verwendungsgruppen ist keine 31. 3. liegt, gilt der 1. 1. als Vorrückungstermin. Für erschöpfende. Dasselbe gilt von den angeführten Be- alle Arbeitnehmer, deren Vorrückungsstichtag zwi- rufsbezeichnungen. schen 1. 4. und 30. 9. liegt, gilt der 1. 7. als Vorrü- Arbeitnehmer, deren Tätigkeit in der Verwendungs- ckungstermin. gruppenbeschreibung nicht verzeichnet ist, werden – 14 –
E.2. VERWENDUNGSGRUPPEN Stichtags- und Übergangsregelung: hang 2 aber in Verwendungsgruppe Va bzw III einge- Anhang 1 (Seite 22) gilt für Dienstverhältnisse, die vor stuft werden, sind bisherige Überzahlungen der Ver- dem 1. 2. 2010 begonnen haben. wendungsgruppe V bzw IV auf das Gehalt anzurech- Anhang 2 (Seite 23) gilt für Dienstverhältnisse, die ab nen. Einschlägige Betriebsvereinbarungen sind ent- dem 1. 2. 2010 begonnen haben. sprechend anzupassen. Für Arbeitnehmer, die gemäß Anhang 1 in Verwen- (E.2. idF 1. 2. 2018) dungsgruppe V bzw IV einzustufen wären, gemäß An- E.3. GEHALTSTAFEL Siehe Anhang 3, Seite 24 E.4. ZULAGEN UND ZUSCHLÄGE E.4.1. Nachtdienste E.4.2.2. Mobile Einsätze in Mobilen Diensten Arbeitnehmer mit mobilen Einsätzen erhalten pro Ein- E.4.1.1. Wache Nachtdienste satzstunde an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ei- Für wache Nachtdienste in Einrichtungen mit Dauer- nen Zuschlag von 50 % auf ihr Grundgehalt. betrieb gebührt ein Pauschalzuschlag von € 38,67 pro Nacht. E.4.3. Sofern nicht ausdrücklich abweichende Rege- E.4.1.2. Nachtdienste mit Schlafberechtigung lungen getroffen werden, werden die zu den Themen- Für Nachtdienste mit Schlafberechtigung (C.3.4. und bereichen Nachtdienst sowie Sonn- und Feiertags- C.3.5.) wird ein Pauschalzuschlag von € 19,33 pro dienst gebührenden Eurobeträge in gleicher Weise va- Nacht gewährt. Von den 8 Stunden der Nacht lorisiert wie die Grundgehälter der Gehaltsordnung (22.00 Uhr bis 06.00 Uhr) werden im Regelfall 4 Stun- dieses Kollektivvertrages. den bezahlt. Durch Betriebsvereinbarung kann für Einrichtungen, in denen die Störungswahrscheinlich- E.4.4. Sonderzulagen und -zuschläge keit während der Nacht besonders gering ist, auch ei- Liegen erschwerte Arbeitsbedingungen vor, so können ne andere Regelung vorgesehen werden. Jedenfalls in einer Betriebsvereinbarung Regelungen getroffen sind aber 3 Nachtstunden im Sinne dieses Absatzes werden, welche Gruppen von Arbeitnehmern unter abzugelten. welchen Voraussetzungen in welcher Höhe Schmutz, Erschwernis- und/oder Gefahrenzulagen erhalten. E.4.1.3. Mobile Einsätze in Mobilen Diensten Weiters können in einer Betriebsvereinbarung für im Arbeitnehmer mit mobilen Einsätzen erhalten für Ein- Pflegedienst, in der Beratung und der Betreuung oder satzstunden, die zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr lie- der Arbeitsanleitung für spezifische Klientengruppen gen, pro Stunde einen 50 %igen Zuschlag auf ihr tätige Arbeitnehmer Regelungen getroffen werden, Grundgehalt. welche Gruppen dieser Arbeitnehmer unter welchen (IdF ab 1. 2. 2017) Voraussetzungen Zulagen in welcher Höhe erhalten. E.4.1.4. Turnusdienste (E.4.4. idF ab 1. 2. 2016) Für Turnusdienste, die nach 22.00 Uhr enden (zB Abenddienste in Beratungsstellen) gebührt je Stunde E.4.5. Treueprämien und Jubiläumsgelder ab 22.00 Uhr ein Zuschlag von € 4,86. Für langjährige, ununterbrochene Beschäftigungsver- hältnisse beim selben Arbeitgeber können in einer Be- E.4.2. Sonn- und Feiertagsdienste triebsvereinbarung Regelungen getroffen werden, un- ter welchen Voraussetzungen (zB anrechenbare E.4.2.1. Einrichtungen mit Dauerbetrieb Dienst- und Ersatzzeiten) einmalige oder regelmäßige Arbeitnehmer in Einrichtungen mit Dauerbetrieb er- Jubiläumsgelder oder Treueprämien in welcher Höhe halten pro Arbeitsstunde an Sonntagen und gesetzli- gewährt werden. chen Feiertagen einen Zuschlag von € 4,86 pro Stun- (E.4.5. gilt ab 1. 2. 2016) de. – 15 –
E.4.6. Familienzulagen, Kinderzulagen und Bei- beitgeber angeordnet), die aufgrund des beruflichen hilfen Kontaktes mit einem zu betreuenden Menschen ver- Für Arbeitnehmer, die ein oder mehrere Kind(er) ha- hängt wird, wird die für die Dauer der Quarantäne in ben, können in einer Betriebsvereinbarung Regelun- direktem Kontakt geplante Betreuungszeit als geleis- gen getroffen werden, unter welchen Voraussetzun- tete Arbeitszeit für die Beurteilung des Erreichens gen und/oder zu welchen Anlässen und in welcher Hö- der Stundengrenze angerechnet. he diese Arbeitnehmer einmalige oder wiederholte Zulagen oder Zuschüsse/Beihilfen erhalten. Ebenso 3.) Bei überwiegendem Kontakt beträgt die Gefahren- können Beihilfen für besondere Lebensumstände zB zulage € 500. Wurden weniger als 220 Stunden mit Verehelichung/Verpartnerung oder Todesfall geregelt persönlichem und physischem Kontakt gearbeitet, so werden. gebührt ein aliquoter Anteil der Zulage, wobei bei (E.4.6. gilt ab 1. 2. 2016) der Berechnung des aliquoten Anteils von € 500 für 220 Stunden auszugehen ist. E.4.7. Leitungszulagen Für Arbeitnehmer in Führungspositionen (Führungs- 4.) Diese Gefahrenzulage gebührt daher insbesonde- kräfte) können in einer Betriebsvereinbarung Rege- re folgenden Arbeitnehmer, die physischen Kontakt lungen über Zulagen, Sachbezüge oder Bonifikationen mit von ihnen betreuten Personen haben: getroffen werden, unter welchen Voraussetzungen, in a) Arbeitnehmer im Bereich mobiler Dienste, die welcher Höhe und zu welchen Bedingungen Führungs- Hausbesuche durchführen. kräfte diese erhalten. (E.4.7. gilt ab 1. 2. 2016) b) Arbeitnehmer in stationären Pflege-, Betreuungs- und Wohneinrichtungen unabhängig von den dort E.4.8. Fahrtkostenersatz betreuten Gruppen (auch in den Bereichen Reini- In einer Betriebsvereinbarung können Regelungen gung, hauseigene Wäscherei und Küche und Haus- getroffen werden, welche Gruppen von Arbeitneh- verwaltung). Darunter fallen beispielsweise Pfle- mern unter welchen Voraussetzungen in welcher Hö- geheime, Wohn- und Betreuungseinrichtungen he einen Zuschuss für Hin- und Rückfahrten zwischen für Menschen mit Behinderung, Kinder- und Ju- Wohn- und Dienstort erhalten. gendwohngruppen, Tagesmütter und Kindertages- (E.4.8. gilt ab 1. 2. 2016) betreuungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Obdachlosenhilfe und der Flüchtlingsbetreuung. E.4.9. Ausgleichs- oder Übergangsregelungen c) Sonstige Arbeitnehmer, die aufgrund der Beson- Werden Regelungen iSd Punkte E.4.4. bis E.4.8. geän- derheiten ihrer Tätigkeit den empfohlenen Min- dert oder eingestellt, können in einer Betriebsverein- destabstand nicht einhalten können. barung Regelungen zum Ausgleich (etwa in Form von Ausgleichs- oder Abschlagszahlungen) getroffen 5.) Die Qualifikation der Arbeitnehmer ist nicht maß- werden. geblich für den Anspruch auf diese Gefahrenzulage. (E.4.9. gilt ab 1. 2. 2020) 6.) Gewährt der Arbeitgeber zusätzlich eine andere E.4.10. Corona-Gefahrenzulage 2020 freiwillige Zulage oder einen Bonus, so wird die freiwil- lige Leistung nicht auf diese Gefahrenzulage ange- 1.) Alle Arbeitnehmer, Lehrlinge und Transitmitarbei- rechnet. Andere aufgrund dieses Kollektivvertrages ter, die zwischen 16. 3. 2020 und 30. 6. 2020 im per- gebührende Zulagen werden ebenso nicht auf diese sönlichen und physischen Kontakt mit von ihnen be- Gefahrenzulage angerechnet. Die Gefahrenzulage treuten Menschen stehen bzw gestanden sind, erhal- wird auch nicht in die Berechnungsgrundlage für die ten eine einmalige Corona-Gefahrenzulage für die zu- Sonderzahlungen einbezogen. sätzlichen Gefahren und Belastungen, die in diesem Zeitraum aufgrund der COVID-19-Krise auftreten. 7.) Die Auszahlung der Gefahrenzulage erfolgt bis spätestens 3. 8. 2020. Mit Zustimmung des Betriebs- 2.) Überwiegend im persönlichen und physischen rates kann auch ein abweichender Auszahlungsmodus Kontakt mit von ihnen betreuten Menschen stehen gefunden werden. diese Gruppen dann, wenn sie ihre Tätigkeit während des Zeitraums von 16. 3. 2020 bis 30. 6. 2020 insge- 8.) Unabhängig von der Corona-Gefahrenzulage für samt mindestens 220 Stunden im persönlichen und Arbeitnehmer in direktem physischen Kontakt können physischen Kontakt (inklusive Wegzeiten im mobilen freiwillige Prämien für jene Arbeitnehmer gewährt Dienst) mit von ihnen betreuten Kindern, Kunden, werden, die nicht von dieser Corona-Gefahrenzulage Klienten oder Patienten verrichtet haben. Im Fall einer gemäß Kollektivvertrag betroffen sind. Der Auszah- verhängten Quarantäne (per Bescheid oder vom Ar- – 16 –
lungsmodus kann mit dem Betriebsrat vereinbart wer- den. (E.4.10. gilt ab 1. 2. 2020) E.5. SONDERZAHLUNGEN E.5.1. 13. und 14. Gehalt Durchschnitt sind somit die Beträge des Auszahlungs- Neben dem laufenden Monatsbezug gebühren dem monats und der 4 davor liegenden Monate enthalten. Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr zwei Sonderzah- Zusätzlich sind die in den letzten 5 Monaten vor dem lungen und zwar spätestens im Juni (Urlaubszu- Auszahlungsmonat durchschnittlich ausbezahlten schuss) und spätestens im November (Weihnachtsre- Mehrstunden zu berücksichtigen. muneration) jeweils in der Höhe eines Monatsbrutto- Etwaige Sachbezüge sind nicht einzurechnen. gehaltes. Bei Beginn bzw bei Beendigung des Dienst- Zuschläge werden bei der Berechnung der Sonderzah- verhältnisses während des Kalenderjahres sind die lungen nicht berücksichtigt. Diesbezügliche Besser- Sonderzahlungen zu aliquotieren. stellungen bleiben aufrecht (dies betrifft die Caritas Linz und Eisenstadt). E.5.2. Die Basis für die Berechnung des Urlaubszu- Für entgeltfreie Zeiträume (ausgenommen Kranken- schusses und der Weihnachtsremuneration bildet der stand) werden keine Sonderzahlungen gewährt. Durchschnitt der in den letzten 5 Monaten gebühren- (Änderungen mit 1. 1. 2007) den Monatsgehälter inklusive Zulagen. In diesem E.6. ABGELTUNG VON RUFBEREITSCHAFT Die Abgeltung der Rufbereitschaft erfolgt für die 1. bis Bei Rufbereitschaften von mehr als 24 Stunden wird inkl der 10. Stunde mit € 3,16 pro Stunde – von der jede zusätzlich angefangene 6. Stundenperiode mit 11. bis inkl der 16. Stunde mit € 2,06 pro Stunde. einem Pauschalbetrag von € 13,28 abgegolten. 17-Stunden bis 24-Stunden Rufbereitschaften wer- Für Führungskräfte der Verwendungsgruppen 1 und 2 den mit einer Pauschale von € 53,10 abgegolten. wird im Einzeldienstvertrag eine pauschale Abgeltung vereinbart. E.7. TRANSITMITARBEITER E.7.1. Entlohnung von Transitmitarbeitern speziell für jugendliche und junge Menschen konzi- Das monatliche Entgelt für Transitmitarbeiter beträgt piert sind, beträgt bis zum vollendeten 16. Lebensjahr 90 % der Verwendungsgruppe IX, Stufe 1 (das sind 40 %, bis zum vollendeten 18. Lebensjahr 50 % und € 1.466,40). Werden Transitmitarbeiter überwiegend bis zum vollendeten 20. Lebensjahr 60 % des monat- mit der selbstständigen Verrichtung besonderer Auf- lichen Entgelts für Transitmitarbeiter. gaben betraut oder erfolgt die Beschäftigung überwie- Nicht als Jugendbeschäftigungsprojekte gelten Be- gend unter erschwerten Arbeitsbedingungen, beträgt schäftigungsprojekte, die nicht ausdrücklich als sol- das monatliche Entgelt 90 % der Verwendungsgrup- che konzipiert sind und in denen das Durchschnittsal- pe IX, Stufe 1 (das sind € 1.517,00). ter der Transitmitarbeiter im Projekt über 19 Jahren liegt. E.7.2. Entlohnung von Transitmitarbeitern in (E.7.2. idF ab 1. 2. 2018) Jugendbeschäftigungsprojekten Das monatliche Entgelt für Transitmitarbeiter in Ju- gendbeschäftigungsprojekten, das sind Projekte, die – 17 –
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