KV Nordrhein, IVPNetworks Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung - NPPV

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KV Nordrhein, IVPNetworks Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung - NPPV
KV Nordrhein, IVPNetworks
­Neurologisch-psychiatrische und
 ­psychotherapeutische Versorgung – NPPV
Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und
neurologischen Erkrankungen
Nominiert für den MSD Gesundheitspreis 2020
Autoren: René Engelmann, Norbert Paas

Die inhaltliche Verantwortung des Beitrags liegt allein bei den genannten Autoren.
MSD weist ausdrücklich auf die finanzielle Unterstützung dieser Publikation hin.

                                                                                     DE-NON-01190

                                                        MSD Sharp & Dohme GmbH
                                                        Lindenplatz 1, 85540 Haar
                                                        www.msd.de
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Management Summary                                           Menschen mit schweren neurologischen Erkrankungen
                                                             im Fokus. Indikationen wie Parkinson, Multiple Sklerose,
Psychische Erkrankungen sind oft unberechenbar, ver-         Schlaganfall und Demenz belaufen sich auf etwa 1.100
laufen in Schüben und haben – je nach Phase – einen sehr     Fälle pro 100.000 Einwohner (Statista, 2020). Häufig
unterschiedlichen Betreuungsbedarf, auf den schnell          leiden diese Patientinnen und Patienten sowie deren An-
reagiert werden muss. Damit die Patientinnen und             gehörige zudem gleichzeitig unter psychischen Begleit-
­Patienten die für sie angemessene Betreuung zur rich-       symptomen. Auswertungen im Rahmen der NPPV haben
 tigen Zeit erhalten, muss die Versorgung sinnvoll gesteu-   ergeben, dass zwei Drittel der Fälle mit einem schweren
 ert werden. Dieses Anliegen haben die Kassenärztliche       Krankheitsverlauf von depressiven Symptomen begleitet
 Vereinigung Nordrhein (KNVO) und die Managemen­             werden (Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein & IVP-
 tgesellschaft IVPNetworks GmbH (IVP) unter Beteili-         Networks GmbH, 2019).
 gung von Vertreterinnen und Vertretern der relevanten
 ­Berufsgruppen zum Ausgangspunkt für das Projekt            Die Betroffenen sind mit langen Wartezeiten auf Erst-
  Neurologisch-psychia­trische und psychotherapeutische      untersuchungen und Behandlungstermine konfrontiert,
  Versorgung (NPPV) genommen. Das Projekt vernetzt die       die zu erheblichen Verschlechterungen führen können.
  Leistungserbringer aller Ebenen rund um eine zentrale      Der Bedarf der Patientinnen und Patienten ist gerade zu
  Koordinierungsstelle. Alle Beteiligten haben gemeinsam     Beginn einer Störung sehr hoch. Die notwendigen Res-
  die Behandlungspfade entwickelt und mithilfe von IT-An-    sourcen, die für eine hohe Zuwendungsdichte nötig wä-
wendungen in den ­Versorgungsalltag übertragen. Durch        ren, stehen aber nur unzureichend zur Verfügung. Eine
die elektronische Fallakte und weitere digitale Angebote     Erhebung zur ambulanten psychotherapeutischen Ver-
kann den Patientinnen und Patienten schnell und ange-        sorgung der Universität Duisburg-Essen ergab, dass rund
messen geholfen werden. Der Ansatz wird seit 2017 vom        die Hälfte der Therapeutinnen und Therapeuten einen
Innovationsfonds gefördert. Die geplanten Einschreibe-       freien Platz an den nächsten Anrufer vergibt und nicht
zahlen wurden bis zuletzt erreicht (über 11.000 Patienten    nach Dringlichkeit stratifiziert (Walendzik et al., 2010).
und fast 700 niedergelassene Leistungserbringer) und         Die Inanspruchnahme von psychotherapeutischer und
die bisher vorliegenden Zwischenevaluationen sind viel-      fachärztlicher Leistung erfolgt weitgehend ungesteuert
versprechend.                                                und unkoordiniert zwischen den Versorgungsebenen.

                                                             Zudem wirken sich diese Erkrankungen nicht nur auf den
Versorgungsherausforderung                                   Gesundheitszustand der Betroffenen aus, sondern auch
                                                             auf das soziale Umfeld: Wie gelingt die Teilhabe am Leben
Psychische Erkrankungen betreffen circa 20 Prozent der       im Arbeitsbereich und in der Familie? Wie kann der
Bevölkerung, das Spektrum reicht von leichten depres-        ­Betrieb eingebunden werden, damit nicht auch noch die
siven Episoden bis hin zu schwersten Verläufen. Unter         Arbeitsstelle verloren geht? Auch diese Aspekte müssen
leichten Störungen leidet etwa die Hälfte der Betroffe-       in die Behandlung einbezogen werden. Darüber hinaus
nen. Fünf bis zehn Prozent aller psychisch Kranken – und      spielt Prävention bei diesen Erkrankungen bisher kaum
somit etwa eine Million Menschen in Deutschland – sind        eine Rolle.
von den schweren Verläufen betroffen („severe mental
illness“ – SMI), die zu einer dauerhaften ausgeprägten       Für eine gute Versorgung schwerer psychischer und neu-
Reduktion des Funktionsniveaus führen. Dabei handelt         rologischer Erkrankungen ist die schnelle Kooperation
es sich im Wesentlichen um Störungen aus den Bereichen       der Versorgungsebenen deshalb von großer Bedeutung.
Schizophrenie, Bipolare Störungen, schwere Affekt­           Dies beinhaltet auch eine schnelle Einschätzung, welche
störungen und schwere Persönlichkeitsstörungen               Versorgungsform im konkreten Fall richtig ist. Solche
(­Lambert et al., 2019).                                     Koordinationsstrukturen zu schaffen, ist die Aufgabe,
                                                             der sich die NPPV angenommen hat.
Neben psychisch Kranken stehen bei der NPPV auch
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Entstehungsgeschichte                                        Kernelemente

Die Idee für eine Versorgungsform im Sinne des Projekts      Zielgruppe
NPPV ist bereits vor über zehn Jahren in Arbeitsgruppen      Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen
der Fachgesellschaften für neurologische und psycholo-       und neurologischen Erkrankungen sollen in akuten
gische Versorgung sowie in der KBV-Vertragswerkstatt         Krankheitsphasen schnell Zugang zu der am besten ge-
gewachsen. Ziel war es, für die Patientinnen und Patien-     eigneten Versorgung erhalten. Teilnehmende Fachärzte
ten und mit ihnen gemeinsam eine bessere Versorgung          oder Psychotherapeuten steuern die Patienten mit ei-
zu entwickeln, bei der die vorhandenen Ressourcen im         nem besonderen Behandlungsbedarf als Bezugs-
ambulanten Sektor besser eingesetzt werden, insbeson-        arzt/-therapeut in das Versorgungsmodell ein. Dabei
dere für Betroffene mit schweren und komplexen Erkran-       spielen auch Hausärzte eine wichtige Rolle, denn sie kön-
kungsverläufen. Zunächst wurde für die NPPV definiert,       nen diese Patienten frühzeitig identifizieren.
wie eine leitliniengerechte Behandlung optimal aussieht,
anschließend nahm das Projektteam die praktische             Mehr als die Hälfte der Einschreibungen erfolgt bei Pati-
­Umsetzung in den Blick.                                     enten mit Depressionen, wobei insbesondere diejenigen
                                                             mit schweren Depressionen und einem akutem Behand-
Dem Mangel an Struktur- und Koordinationsleistungen          lungsbedarf im Rahmen des Projektes behandelt und
im ambulanten System begegnete die NPPV mit externer         versorgt werden. Dafür wurden weitere Kriterien wie
Managementunterstützung und einer verbindlichen und          länger bestehende Arbeitsunfähigkeitszeiten, drohende
transparenten IT-Lösung. Nur so können die komplexen         Krankenhausbehandlung oder bestehende Suizidalität
Behandlungspfade umgesetzt werden, die auf viele ver-        als Grundlage für die Teilnahme festgelegt.
schiedene Faktoren eingehen und die Patienten nach
Bedarf behandeln. Außerdem stehen dem aktuellen Be-          Mit zwölf Prozent der Patienten ist die Schizophrenie/
handler die notwendigen Informationen auf diese Weise        Bipolare Störung der zweite große Bereich der Erkran-
jederzeit zur Verfügung.                                     kungen, die in der NPPV versorgt werden. Es folgen Mul-
                                                             tiple Sklerose (neun Prozent), Morbus Parkinson (sechs
Um der Komplexität der Behandlung in der Praxis ge-          Prozent) und Komplexe Traumafolgenstörung, Demenz
recht zu werden, ist es notwendig, dass alle beteiligten     sowie Schlaganfälle mit je gut fünf Prozent (Kassenärzt-
Versorgungsebenen einbezogen werden. Dies gelang             liche Vereinigung Nordrhein & IVPNetworks GmbH,
durch die Beteiligung der Fachgesellschaften, des            2019).
KV-Systems, der Managementgesellschaft IVP sowie
vieler weiterer Unterstützer wie Selbsthilfe-, Patienten-    Aktuell können Versicherte der AOK Rheinland/Ham-
und Angehörigenvertretern. Im Rahmen der Projektar-          burg, der BKK Deutsche Bank AG und der Continentale
beit wurde die Expertise aller Beteiligten verknüpft, eine   BKK in der Region Nordrhein das Versorgungsangebot
breite Bereitschaft zur Kooperation geschaffen und die       nutzen.
Grundlage für einen erfolgreichen Antrag an den Inno-
vationsfonds gelegt. Nach der Bewilligung des Förder-        Versorgungskonzept
antrags durch den Innovationsausschuss konnte binnen         Die schnelle und bedarfsgerechte Versorgung von
sechs Monaten die Struktur aufgebaut werden, in der die      ­Menschen mit schweren neurologischen und psychischen
ersten Patienten versorgt wurden. Seither nimmt das           Erkrankungen ist das Ziel der NPPV. An die Stelle von
Projektteam in einem kontinuierlichen Verbesserungs-          langen Wartezeiten, ungeeigneter Auswahl von
prozess weitere Anpassungen vor.                              ­Therapieansätzen und häufigen Abbrüchen durch zu we-
                                                               nig Versorgung tritt hier eine intensivierte ambulante
                                                               Komplexbehandlung in akuten Krankheitsphasen.
                                                               Durch die Verknüpfung der Akteure, definierte Behand-
                                                               lungspfade, die IT-Plattform und externe Manage­
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

mentunterstützung gelingt es, schnell mit den richtigen      digitale „Gruppenbörse“ mit Suchfunktion, aus der ähn-
Mitteln zu reagieren.                                        lich wie bei Google Maps ersichtlich wird, wo welche An-
                                                             gebote zur Verfügung stehen. So konnten im Jahr 2019
Von Beginn an waren alle Versorgungsebenen an der            über 700 Patientinnen und Patienten in einer Gruppe
Entwicklung der NPPV beteiligt. Die niedergelassenen         versorgt werden (Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Fachärztinnen und Fachärzte sowie Psychothera­               & IVPNetworks GmbH, 2019).
peutinnen und -therapeuten übernehmen die Schlüssel-
rolle als Lotsen. Sie sind eng vernetzt mit Hausärzten,      Darüber hinaus sind E-Mental-Health-Programme in die
die oft die ersten Ansprechpartner für die Patienten sind.   Behandlungspfade integriert. Mit den digitalen Program-
Darüber hinaus arbeiten sie mit Kliniken zusammen, die       men zu Depression, Burnout und Angst können die
bei Bedarf die stationäre Versorgung übernehmen.             ­Patienten, eingebettet in strukturierte Versorgungs­
                                                              prozesse, unabhängig von Terminen und nach ihren Be-
Der zentrale Ansprechpartner und Lotse für den                dürfnissen, den Umgang mit ihrer Erkrankung lernen.
­Patienten ist der Bezugsarzt beziehungsweise Bezugs-         Die digitalen Programme können den eingeschriebenen
 therapeut. Diese Rolle kann ein Facharzt aus den Berei-      Patienten über die gemeinsame IT-Plattform verordnet
 chen Neurologie oder Psychiatrie oder ein Psychothera-       werden. Die E-Mental-Health-Angebote werden bei
 peut übernehmen. Am Beginn der Betreuung in der              ­einem Viertel der eingeschriebenen Patienten einge-
 NPPV steht für den Patienten ein Assessment, bei dem          setzt, unter den depressiven Patienten lag die Verord-
diverse Daten zum Krankheitsverlauf, zum Status und            nungsquote sogar bei einem Drittel aller Eingeschriebe-
zu den Möglichkeiten des Patienten erhoben werden.           nen. Betrachtet man nur die unter 40-jährigen
Soweit möglich, werden dafür standardisierte Instru-         NPPV-Teilnehmer, hat jeder zweite Depressive eine Ver-
mente genutzt. Die Erhebung wird vom Bezugsthera-            ordnung für ein Online-Programm erhalten. Die tatsäch-
peuten oder -arzt durchgeführt, von der Koordinierungs-      liche Inanspruchnahme durch die Patienten hängt dabei
stelle bewertet und im Anschluss in enger Abstimmung         maßgeblich davon ab, ob diese intensiv von ihrem Be-
mit dem Patienten und seinen Angehörigen eingeleitet.        zugsarzt oder dem Case Management begleitet werden.
In akuten Phasen ist eine hochverdichtete Versorgung         Erste Erfahrungen haben hier bereits zu einer Prozess-
sichergestellt.                                              verbesserung geführt: Die Einlösehäufigkeit der
                                                             ­Nutzungscodes konnte durch entsprechende Prozessan-
Grundlage für die Steuerung der Behandlung sind ge-           passungen und Schulungen von anfänglich 20 Prozent
meinsam erarbeitete Behandlungspfade, die die Leit­           auf mittlerweile 50 Prozent gesteigert werden.
linien in praktisches Handeln übersetzen. Die Behand-
lungspfade sind im IT-System abgebildet, damit               Alle relevanten Kliniken der Region wurden von den
sichergestellt ist, dass keine Behandlungsoption über-       ­regionalen Netzwerkkoordinatoren eingebunden und zu
sehen wird. Zu den Behandlungsoptionen gehören auch           den Netzwerktreffen eingeladen. So entstand eine
Gruppenangebote, die durch den Austausch zahlreicher          ­vertrauensvolle Zusammenarbeit mit vielen Kliniken, die
Behandler optimal besetzt werden können. So bietet die         das Entlass- und Aufnahmemanagement verbessert hat.
Region Nordrhein inzwischen über 200 Gruppenange-              Die ambulanten Spezialangebote der Kliniken werden
bote mit einem breiten Spektrum von der Psychoeduka-           nach und nach in die Behandlungsabläufe integriert.
tion und Ressourcenstärkung über Neuroedukation und            Der NPPV-Versorgungsprozess umfasst somit alle
-training bis hin zur Angehörigenberatung. Die Gruppen         ­Behandlungsphasen und kann dank der Koordination
sind niedrigschwellig gestaltet und so ausgerichtet, dass       gezielt gesteuert werden (Abbildung 1).
sie auch schwer Erkrankten eine Möglichkeit bieten, sich
auszutauschen. Die Gruppenangebote werden durch die
zentrale Steuerung fach- und praxisübergreifend har-
monisiert, sodass vielfältige und spezifische Angebote
gemacht werden können. Auf diese Weise entstand eine
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

NPPV – Der Versorgungsprozess

                                      Zusteuerung/
    Patienten                                                        Koordination                    Modulare Therapie
                                   Eingangsassessment

                                                                                                                                     Versorgungsphase
                                                                                              Arzt/Therapeut      novego

                                                                                                                                         Inaktive
                               Hausarzt           Facharzt

                                                                      Bezugsarzt
                                                                    Bezugstherapeut
                           Psychotherapeut   Betriebsarzt/Klinik                             Gruppentherapie   Soziale Dienste

                                             Unterstützung durch Koordinationsstelle und IT-System

Abbildung 1 Versorgungsprozess in der NPPV
Quelle: NPPV, eigene Darstellung

Alle Beteiligten greifen auf eine gemeinsame IT-Platt-                     Die Schlüsselposition hat dabei die zentrale Koordinie-
form zu (IVPnet). Neben den Behandlungspfaden sorgt                        rungsstelle inne, die den Praxen die Koordination und das
hier vor allem die gemeinsame Fallakte für Klarheit und                    Finden geeigneter Partner erleichtert. Das Case und Care
Transparenz. Alle notwendigen Informationen sind ­darin                    Management der Koordinierungsstelle übernimmt die
gebündelt und alle Entscheidungen sowie die relevanten                     Suche nach den richtigen Angeboten zur richtigen Zeit
Prozessabläufe patientenbezogen dokumentiert. Die                          und bereitet die Angebote auf.
Vertragssoftware IVPnet wurde an das sichere Netz der
Kassenärztlichen Vereinigungen angeschlossen (KV                           Die Netzwerkpartner werden darüber hinaus von regio-
Connect), damit auch Hausarztpraxen eingebunden wer-                       nalen Netzwerkmanagern betreut. Die Netzwerkmana-
den können, die die IVPnet nicht nutzen. So werden                         ger sind regelmäßig in den Praxen präsent und stehen
­Doppelerfassungen vermieden und Informationen aus                         als persönliche Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung.
 der Patientenfallakte der Praxisverwaltungssoftware via                   Zu ihren Aufgaben gehören, neben der Akquise, der
 E-Arztbrief und E-Nachricht versendet und empfangen.                      Netzwerkaufbau, die Aktivierung, die Schulung, der Sup-
                                                                           port, die Qualitätssicherung sowie die Organisation und
Das externe Netzwerkmanagement vernetzt alle rele-                         Durchführung von regionalen Netzwerktreffen und
vanten Akteure systematisch quer zu den Disziplinen.                       Quali­tätszirkeln (Abbildung 2).

Unterstützung durch Koordinationsstelle und Netzwerkmanagement
                                                                           Qualitätsmanagement/                      Support
     Netzwerkaufbau                              Schulung
                                                                                 Controlling                    Koordinationsstellen

  Akquirieren neuer                   Schulung der Versorgungs-       Kontinulierliches Qualitäts-        Regelmäßige administrative
  Netzwerkpartner (Ärzte,             prozesse bei den Leistungs-     monitoring und dokumentier-         Unterstützung in allen Belangen
  Psychotherapeuten)                  erbringern                      tes Feedback (Cockpits)             rund um die prozessualen &
                                      • Persönlich                    Durchführung regelmäßiger           vertraglichen Themen
  Bereitstellung weiterer
  Angebote                            • Schulungshandbücher           regionaler und über-                Organisation von Fallkonferen-
                                      • Online-Schulungen             regionaler Qualitätszirkel          zen und Qualitätszirkeln
                                      Umsetzung der Versor-                                               Casemanagement (Terminkoor-
                                      gungskonzepte bei/mit                                               dination, Organisation von
                                      Leistungserbringern vor Ort                                         Gruppenangeboten)
                                                                                                          Bereitstellung NPPV-Hotline
                                                                                                          (Servicezeiten Montag – Freitag,
                                                                                                          9 – 17 Uhr)

Abbildung 2 Netzwerkmanagement in der NPPV
Quelle: NPPV, eigene Darstellung
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Mehr als 11.000 eingeschriebene Patienten sprechen für      überregionaler Ebene statt. Ziel ist es, dass Patienten
den Erfolg des Projektes (Stand Juni 2020). Bislang         und ihre Angehörigen im Anschluss an die NPPV-Versor-
­konnten alle Meilensteine der Patientenakquise erreicht    gung die Strukturen der Selbsthilfe kennen und nutzen.
 werden. Dies gelingt nur mit überzeugten Ärzten und
 Therapeuten, die in diesem Versorgungsangebot einen        Ein Workshop unter dem Motto „Voneinander lernen,
 Mehrwert für ihre Patienten sehen.                         Zusammenarbeit stärken“ brachte Selbsthilfe-Vertreter,
                                                            Ärzte und Psychotherapeuten zusammen. Die Veran-
Mehrwert und Patientenorientierung                          staltung war eine Gelegenheit, über den Tellerrand hin-
Die Teilnahmebereitschaft an der NPPV ist groß. Die Zahl    auszuschauen, das Wissen übereinander zu vertiefen und
der eingeschriebenen Patienten wuchs schnell und stetig,    sich zu vernetzen. Der Dialog zwischen Ärzten, Psycho-
die Zahl der beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten        therapeuten und Patienten erfolgt durch die gezielte
übersprang sogar die Zielmarke. Aktuell (Stand Juni         Einbindung in die NPPV-Netzwerktreffen und Qualitäts-
2020) stehen rund 700 Fachärzte und Psychotherapeu-         zirkel. Auch vorhandene vernetzte Strukturen, wie die
ten an 424 Standorten in der Region Nordrhein bereit,       Selbsthilfekontaktstellen oder die Regionalbüros Alter,
um als Bezugsarzt oder -therapeut die Akutversorgung        Pflege und Demenz, werden in diese Treffen einbezogen.
im Rahmen des Versorgungsmodells sicherzustellen.
                                                            Finanzierung
Der Wunsch nach Vernetzung der verschiedenen Fach-          Das Projekt wird vom Innovationsfonds im Zeitraum von
gruppen zeigt sich nicht zuletzt in den hohen Teilnehmer-   April 2017 bis März 2021 mit insgesamt 12,9 Millionen
zahlen der regionalen Netzwerktreffen. Über 300 Netz-       Euro gefördert. Mehr als zwei Drittel des Volumens sind
werkpartner besuchten die bisher angebotenen                für gesundheitliche Versorgungsleistungen vorgesehen.
Qualitätszirkel und beteiligten sich aktiv an der Erar­     Dazu gehören insbesondere ärztliche beziehungsweise
beitung und Erweiterung praxisübergreifender Angebo-        psychotherapeutische Leistungen, die aktuell nicht in der
te sowie an einem berufsgruppenübergreifenden Aus-          Regelversorgung verankert sind, beispielsweise Koordi-
tausch.                                                     nationsleistungen, verdichtete Akutversorgung und
                                                            Krisensprechstunden, niederschwellige Gruppen­
                                                            ­
In den Qualitätszirkeln werden Themen bearbeitet, die       angebote sowie E-Mental-Health-Programme. Darüber
die Netzwerkpartner beschäftigen. Insbesondere der          hinaus werden mit dem Fördervolumen die dringend
Bedarf an niederschwelligen Gruppenangeboten wurde          notwendigen Strukturleistungen der zentralen Koordi-
von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam           nationsstelle wie Case und Care Management, Netzwerk-
diskutiert und im Ergebnis wurden neue Angebote ge-         management und IT finanziert. Des Weiteren umfasst
schaffen. Die Ärzte und Psychotherapeuten bewerten          die Förderung die Finanzierung der unabhängigen Evalua-
die bisherigen Treffen und den Austausch als sehr positiv   tion sowie die Projektadministrationskosten.
und sinnvoll (NPPV, 2019).

Die Netzwerkmanager agieren über die Systemgrenzen          Management
hinaus, auch Gesundheitsämter, Integrationsfachdiens-
te und Betriebsärzte werden in die Kooperation mit ein-     Das Projekt wird durchgeführt von der Kassenärztlichen
gebunden. Von großer Bedeutung ist außerdem die             Vereinigung Nordrhein als Konsortialführer und der IVP-
gesundheitsbezogene Selbsthilfe, die sich als wesentliche   Networks GmbH als Konsortialpartner. Die KVNO über-
Ergänzung zum professionellen Hilfesystem etabliert hat     nimmt in erster Linie das Projektmanagement der über-
und die wertvolle Sicht und den Erfahrungsschatz von        geordneten Administration wie Verträge mit
Patienten und Angehörigen einbringt. Um diese Struk-        Krankenkassen und Evaluatoren, Ethikvotum, Kommu-
turen systematisch in die vernetzte Versorgung des Pro-     nikation mit dem Förderträger und Ähnliches. IVP ist als
jekts NPPV einzubeziehen, findet ein Dialog mit Vertre-     Managementgesellschaft für das gesamte operative
tern von Selbsthilfeorganisationen auf regionaler und       Umsetzungsmanagement verantwortlich. Dazu gehören
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

der Aufbau und die Bereitstellung der zentralen Koordi-       3. Ressourcenverschiebung auf Ebene der Leistungs-
nationsstelle, die das Case Management und das Netz-             erbringer: Kann die Verfügbarkeit der Behandler
werkmanagement übernimmt. Die in der NPPV einge-                 für schwere Fälle gesteigert und insgesamt eine
setzte Software wurde ebenfalls von IVP entwickelt. Um           ­rationalere Versorgung der Patienten erreicht
das Netzwerk aufzubauen beziehungsweise zu e    ­ rweitern,       werden?
erfolgen die Akquise und die Schulung der Leistungser-        4. Prozesse und Strukturen: Können die Prozesse
bringer (Ärzte und Psychotherapeuten) s­ owie weiterer            und Strukturen wie geplant aufgebaut werden und
Kooperationspartner wie Kliniken und Selbsthilfekon-              führen sie zu höherer Akzeptanz beziehungsweise
taktstellen ebenfalls über die Koordina­tionsstelle. Zudem        Zufriedenheit bei den Ärzten und Psychothera­
gehört das Qualitäts- und Prozessmanagement zu den                peuten?
Aufgaben der IVP.                                             Die Ergebnisse der Evaluation der patientenorientierten
                                                              Endpunkte werden frühestens Anfang 2021 vorliegen.
Die Abrechnung in der Arztpraxis erfolgt über die übli-       Erste Zwischenergebnisse der Befragung der teilneh-
chen Abrechnungswege der KVNO. Es wurden für das              menden Ärzte und Psychotherapeuten liegen bereits vor
Projekt Pseudogebührenordnungspositionen definiert            und belegen eine hohe Akzeptanz seitens der teilneh-
und umgesetzt, sodass die teilnehmenden Leistungser-          menden Praxen. So gehen die teilnehmenden Ärzte und
bringer die Abrechnung in gewohnter Weise vornehmen           Psychotherapeuten überwiegend davon aus, dass die
können.                                                       strukturierte und koordinierte Versorgung für die Pati-
                                                              enten angemessen und wirksam ist (Kassenärztliche
                                                              Vereinigung Nordrhein & IVPNetworks GmbH, 2019).
Evaluation                                                    Zwei Drittel der Befragten berichten von einer Qualitäts-
                                                              verbesserung der Patientenversorgung. 87 Prozent
Die unabhängige Evaluation wird das durch IGES Institut       ­halten das Projekt für angemessen, 77 Prozent sind über-
sowie durch das Zentralinstitut für die kassenärztliche        zeugt davon, dass die Patienten von den Projektinhalten
Versorgung (Zi) durchgeführt. Die Effektivität der Inter-      profitieren, und 82 Prozent sagen, dass die Erkrankten
vention wird mit einer prospektiven Kohortenstudie mit         mehr Werkzeuge für ihre Therapie erhalten (­Abbildung 3).
pragmatischem Studiendesign untersucht. Die Kontroll-
                                                                  Das Projekt ist für die             Die meisten Erkrankten
gruppe wird mittels Propensity Score Matching aus Ver-           Erkrankten angemessen                profitieren vom Projekt
sicherten der beteiligten Krankenkassen gebildet. Die
                                                                        12,8 %
Mitglieder der ersten Kohorte erhalten die Versorgung                                                     23,0 %

in den Ärztenetzen, während die Mitglieder der zweiten
                                                                            87,2 %                            77,0 %
Kohorte den Bedingungen der Regelversorgung unter-
                                                                                                                   77,0 %
liegen.                                                                       87,2 %

Untersucht werden vier Arbeitshypothesen:                     Die Erkrankten erhalten mehr
                                                              Werkzeuge für ihre Therapie

1. Patientenorientierte Endpunkte: Ist die Interventi-
                                                                       18,0 %
   onsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe mit der
                                                                                                           sehr/ziemlich
   Versorgungsituation zufriedener und weist sie eine                      82,0 %
                                                                                                           wenig/gar nicht
   höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität auf?
                                                                                 82,0 %
2. Effizienzgewinne aus gesamtgesellschaftlicher
   Sicht: Führt die koordinierte Patientensteuerung
   bei der Interventionsgruppe innerhalb von zwölf be-        Abbildung 3 Bewertung der Bedarfsgerechtigkeit der NPPV
   ziehungsweise 24 Monaten nach der Einschreibung            Quelle: ZI (2020), eigene Darstellung

   zu niedrigeren (direkten) Gesamtkosten je Patient
   im Vergleich zur Kontrollgruppe?
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Die Befragten sehen deutliche Verbesserungen in den                               Erste Hinweise auf einen positiven Nutzen für die
Bereichen Patientenversorgung (66 Prozent), Kom­                                  ­Patientinnen und Patienten ergeben sich aus internen
plexbehandlung (63 Prozent), Versorgungsintensität                                 Patientenbefragungen und Auswertungen der Assess-
(52 Prozent), Patientenbindung (44 Prozent) und                                    mentdokumentation der Vertragssoftware. Diese ­deuten
­Therapieerfolg (42 Prozent). Krankenhauseinweisungen                              auf die zentrale Bedeutung des Bezugsarztes/-thera-
 (39 Prozent) und Therapieabbrüche (19 Prozent) kommen                             peuten hin. 90 Prozent der Patienten bestätigen, dass
 seltener vor (Abbildung 4).                                                       sie im Notfall schnell einen Termin bei ihrem Bezugs-
                                                                                   arzt/-therapeuten bekommen. Die Leistungsinanspruch-
Hat sich seit Implementierung des Projektes die Versorgungs-
qualität verändert? Wenn ja, wie?                                                  nahme erfolgt bedarfsgerecht; Patienten werden in
                                                                                   akuten Krankheitsphasen hochfrequent gesehen (auch
80          verbessert          vermindert         verringert          erhöht      täglich). Nach der Akutphase nimmt die Kontaktfrequenz
 70                                                                                deutlich ab. Über den gesamten Versorgungszeitraum
                               66
60                                                           63                    hinweg werden neben der Regelversorgung
50
                                                                        52
                                                                                   ­durchschnittlich zwei zusätzliche Kontakte je Quartal
40
           42                            44                                         durch den Patienten beim Bezugsarzt/-therapeuten
                     39
30                                                                                  wahrgenommen. Niederschwellige Gruppenangebote
20                                                                                  wurden flächendeckend etabliert: Über 1.000 Patienten
                                                   19
 10                                                                                 haben an einem Gruppenangebot teilgenommen. 93 Pro-
  0                                                                               zent der Teilnehmer geben an, dass ihnen das Angebot
                -1        -1        -4        -3        -3        -5         -4
-10
                                                                                  geholfen hat. E-Mental-Health-Programme erlangen
                                        lg

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                                   üc
                            or d
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                                                                                  der an einer Depression erkrankten Patienten erfolgt
                             h
                           en
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                   pl
           ei

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                                                                                  dann ebenfalls bei etwa einem Drittel (steigende
                                                                                  ­Tendenz). 86 Prozent der Patienten würden das Angebot
Abbildung 4 Versorgungsqualität im NPPV
Quelle: ZI (2020), eigene Darstellung                                              weiterempfehlen. 68 Prozent geben an, dass ihnen das
                                                                                   Programm geholfen hat.
88 Prozent der befragten Ärzte und Therapeuten geben
an, im Allgemeinen zufrieden mit dem Projekt zu sein.
Auch das Thema Vernetzung wird überwiegend positiv                                Nächste Schritte
bewertet. Hervorzuheben ist hier die hohe Zufriedenheit
mit den Netzwerktreffen (92 Prozent).                                              Die Versorgung der Patientinnen und Patienten im
                                                                                  ­Rahmen der NPPV läuft zunächst bis zum 31.12.2020.
Ein deutlich positives Ergebnis zeigt auch die Zufrieden-                          Während dieser Zeit werden Strukturen und Prozesse
heit der befragten Ärzte und Therapeuten mit der                                   weiterhin kontinuierlich hinterfragt und verbessert.
­genutzten Projektsoftware IVPnet und der Arbeit der                               ­Parallel müssen Strukturen zur nahtlosen Fortführung
 Zentralen Koordinationsstelle. Die befragten Versorger                             des Projekts und zur Übernahme in die Regelversorgung
 sind zudem langfristig an der Kooperation im Rahmen                                geschaffen werden.
 der NPPV interessiert. 90 Prozent der Teilnehmenden
 wollen das Projekt zukünftig weiter unterstützen.                                Die NPPV hat das Potenzial, die Regelversorgung nach-
 84 Prozent würden das Projekt an Kollegen weiteremp-                             haltig zu verbessern, da sie an den bereits etablierten
 fehlen (­Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein & IVP-                            Strukturen und Prozessen ansetzt, dazu beiträgt, ärzt-
 Networks GmbH, 2019).                                                            liche und therapeutische Ressourcen zu schonen und
                                                                                  zugleich die Qualität der Versorgung erhöht.
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Literatur
Lambert,	M., Karow, A. & Gallinat, J. (2019). Versorgungsforschung in der Lebenswelt, Der Nervenarzt
          90(11), Springer Medizin Verlag. https://doi.org/10.1007/s00115-019-00793-z

Kassenärztliche	Vereinigung Nordrhein & IVPNetworks GmbH. (2019). NPPV. Neurologisch-psychiatrische und
                 psychotherapeutische Versorgung. Qualitätsbericht. Status: Oktober 2019. https://nppv-
                 nordrhein.de/wp-content/uploads/2020/03/Qualitätsbericht-NPPV-2019_V7_Final_Druck-1.pdf

Statista (2020).	Anzahl neurologischer Erkrankungen bei der Bevölkerung in Europa von 2005, 2015 und 2030. https://
                  de.statista.com/statistik/daten/studie/180618/umfrage/anzahl-neurologischer-erkrankungen/

Walendzik,	A., Rabe-Menssen, C., Lux, G., Wasem, J. & Jahn, R. (2010). Erhebung zur ambulanten
            psychotherapeutischen Versorgung 2010. https://www.mm.wiwi.uni-due.de/fileadmin/fileupload/
            BWL-MEDMAN/Forschung/Gutachten_DPtV_finalfinalkorr.pdf

Zentralinstitut	für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) & Gerber, C. (2020). Evaluation des
                 Versorgungsprojektes „Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung“
                 (NPPV). Im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Zwischenbericht 2019.
NPPV – Netzwerk für Soforthilfe bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Ansprechpartner

 Dr. Norbert Paas
 Geschäftsführer IVPNetworks GmbH
 Conventstr. 8 – 10
 22089 Hamburg
 Telefon: 040 226306777
 E-Mail: npaas@ivpnetworks.de
 www.ivpnetworks.de

 René Engelmann, M.A.
 Leitung Netzwerkmanagement
 Projektmanagement NPPV
 IVPNetworks GmbH
 Conventstr. 8 – 10
 22089 Hamburg
 Telefon: 040 226306776
 E-Mail: rengelmann@ivpnetworks.de
 www.ivpnetworks.de
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