Leitfaden für das Berufspraktikum am BKE 2020/21 - Berufskolleg Ehrenfeld

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Leitfaden für das Berufspraktikum am BKE 2020/21 - Berufskolleg Ehrenfeld
Berufskolleg Ehrenfeld – Sekundarstufe II
                 Weinsbergstr. 72
                 50823 Köln
                 Telefon: 0221-951493-0, Fax: 0221-951493-13, E-Mail: info@bke-koeln.de

Leitfaden für das Berufspraktikum am BKE
                                  2020/21
Leitfaden für das Berufspraktikum am BKE 2020/21 - Berufskolleg Ehrenfeld
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

Leitfaden von:

Praxislehrkraft:                                                                                  Klassenbezeichnung:

Inhalt
1.      Anschreiben ............................................................................................................................... 2
2.      Unterrichtsstruktur und Termine im Berufspraktikum 2020/21.................................................. 3
3       Aufgaben im Berufspraktikum ................................................................................................... 4
3.1     Arbeitsschwerpunkte und schriftliche Aufgaben ....................................................................... 4
4.      Der individuelle Ausbildungsplan .............................................................................................. 6
5.      Situationsanalyse ...................................................................................................................... 7
5.1     Hilfe zur Erstellung der Situationsanalyse für die Kita .............................................................. 7
5.2     Erwartungshorizont für den ersten Besuch in der Praxis .......................................................... 8
5.3     Erwartungshorizont für die Analyse der Gruppensituation in der Kita ...................................... 9
5.4     Hilfe zur Erstellung der Situationsanalyse für die Jugendhilfe ................................................ 10
5.5     Erwartungshorizont für die Analyse der Gruppensituation in der Jugendhilfe ........................ 11
6       Dokumentvorlagen für die Beobachtung nach Leu ................................................................. 12
6.1     Beobachtungsbogen „Bildungs- und Lerngeschichten“ .......................................................... 12
6.2     Analyse dieser Beobachtung nach Lerndispositionen ............................................................ 13
6.3     Bogen zum kollegialen Austausch und Ideen für nächste Schritte ......................................... 14
7       Die Zone der nächsten Entwicklung ........................................................................................ 15
8       Beispiele zur Themenformulierung .......................................................................................... 16
9       Planung eines pädagogischen Lernarrangements.................................................................. 17
10      Kompetenzorientierte Lernzielformulierung im sozialpädagogischen Handlungsfeld ........... 18
11      Projekt und Lernwerkstatt ........................................................................................................ 22
11.1 Schriftliche Planung, Dokumentation und Evaluation eines PROJEKTES ............................. 22
11.2 Schriftliche Planung, Dokumentation und Evaluation einer LERNWERKSTATT ................... 25
12      Dokumentationsordner ............................................................................................................ 27
13      Praxisbesuche im Berufspraktikum ......................................................................................... 28
14      Das Gutachten ......................................................................................................................... 29
15      Informationen zum Kolloquium ................................................................................................ 29
15.1 Themenwahl, Anforderungsprofil und Beurteilungskriterien ................................................... 29
15.2 Fachpraktische Prüfung (Kolloquium) ..................................................................................... 30
15.3 Rechtlicher Rahmen ................................................................................................................ 31
15.4 Form und Verfahren ................................................................................................................ 32
16      Umgang mit Fachliteratur ........................................................................................................ 33

                                                                                                                              1
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

1. Anschreiben

Liebe Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten,
Sie haben den überwiegend fachtheoretischen Teil Ihrer Ausbildung erfolgreich absolviert und
starten nun in den letzten Ausbildungsabschnitt, in dem Sie längerfristig in einer Einrichtung und
einem Team arbeiten werden. Im Mittelpunkt des Berufspraktikums steht der Rollenwechsel hin
zur Mitarbeiterin/zum Mitarbeiter einer sozialpädagogischen Einrichtung. Hierzu gehört es,
verantwortlich und initiativ zu handeln, die Qualität der Arbeit zu evaluieren und
weiterzuentwickeln. Sie werden sich erproben und zunehmend selbst mitgestalten können. Am
Ende des kommenden Jahres sollen Sie in der Lage sein, selbstständig und eigenverantwortlich
in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld tätig zu sein. Auf dem Weg dorthin möchten wir Sie
in den nächsten Monaten gemeinsam mit Ihren Praxisanleiter*innen begleiten. Dieser Leitfaden
soll Ihnen einen Überblick geben über die organisatorische und zeitliche Planung, über Ziele,
Aufgaben und inhaltliche Schwerpunkte sowie Sie über rechtliche Rahmensetzungen
informieren.
Bitte denken Sie daran, die Genehmigung der Stelle zur Ableistung Berufspraktikums über die
Abteilungsleitung rechtzeitig zu beantragen und suchen Sie im Vorfeld aktiv die Beratung durch
Ihre Praxislehrkraft. Das Dokument finden Sie auf unserer Homepage.
Wir wünschen Ihnen ein konstruktives und erfahrungsreiches Jahr!

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen der Kinder - und
Jugendarbeit,
wir danken Ihnen für die Bereitschaft, mit den Berufspraktikant*innen sowie den Lehrkräften der
Fachschule für Sozialpädagogik bzw. des Beruflichen Gymnasiums zusammenzuarbeiten. Mit
dem vorliegenden Leitfaden möchten wir schon frühzeitig verdeutlichen, welche Aufgaben und
Anforderungen im Berufspraktikum auf die Praktikant*innen zukommen werden. Die enge
Kooperation zwischen Schule und Praktikumsstelle ist uns ein wichtiges Anliegen. Auf diese
Zusammenarbeit freuen wir uns und hoffen, dass wir den letzten Ausbildungsabschnitt
gemeinsam im Sinne einer förderlichen Entwicklungsbegleitung und konstruktiven Kooperation
gestalten können!

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der Dienstpläne Folgendes:
    - Die Ausbildungsordnung für die Fachschule für Sozialpädagogik sieht für das
        Berufspraktikum einen Zeitrahmen von mindestens 160 Unterrichtsstunden vor, die vom
        Lernort Schule organisiert und begleitet werden. Dieser Unterricht kann an der Schule
        oder an einem anderen Lernort stattfinden. Die Teilnahme der Berufspraktikant*innen
        an diesen Unterrichtsstunden und den mit dem Unterricht verbundenen Fortbildungen
        ist verpflichtend.
    - Auch ein zusätzlicher Hospitationstag in einer anderen Einrichtung ist diesem
        schulischen Teil der Ausbildung zuzuordnen. Er dient der Professionalisierung und soll
        den intensiven Austausch am Lernort Praxis ermöglichen.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

Das Team der Lehrkräfte im Berufspraktikum am Berufskolleg Ehrenfeld

                                                                               2
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

2. Unterrichtsstruktur und Termine im Berufspraktikum 2020/21
  Block-Nr.             Donnerstag            Unterrichtsschwerpunkt            Veranstaltungen und
                                                                                Termine
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 1               27.08.2020 (WU)                              feld
  Block 2               10.09.2020 (WU)       Modul I                           Wahl Modul I in der P-Aula
                                              Praxis                 Arbeits-   Praxisanleitungstreffen
                                                                     feld
  Block 3               24.09.2020 (WU)                                         9.00-11.30 Uhr in den
                                                                                Praxisgruppen
  Block 4               08.10.2020 (WU)       Modul I
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 5               05.11.2020 (WU)                              feld
  Block 6               19.11.2020 (WU)       Modul I
                                              Praxis                 Arbeits-   Präsentation der
  Block 7               03.12.2020 (WU)                              feld       Situationsanalyse
  Block 8               17.12.2020 (WU)       Modul I
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 9               07.01.2021 (WU)                              feld
  Block 10              21.01.2021 (WU)       Modul II                          Wahl Modul II in der P-Aula
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 11              04.02.2021 (WU)                              feld
  Block 12              18.02.2021 (WU)       Modul II
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 13              04.03.2021 (WU)                              feld
  Block 14              18.03.2021 (WU)       Modul II
                                              Praxis                 Arbeits-   Abgabe des Berichtes
  Block 15              15.04.2021 (WU)                              feld       Projekt/Lernwerkstatt
  Block 16              29.04.2021 (WU)       Modul II
                                              Praxis                 Arbeits-
  Block 17              27.05.2021 (WU)                              feld
  Block 18              10.06.2021 (WU)       Modul – Präsentation              Evaluation und Abschluss
  Kolloquium            16.06.2021 (WG)       Kolloquium 1                      Erster Prüfungsblock
  Kolloquium            17.06.2021 (WG)       Kolloquium 1                      Erster Prüfungsblock
  Block 19              24.06.2021 (WU)       Praxis                            Abschlussblock

 Der reguläre Unterrichtstag ist DONNERSTAG, Woche ungerade (WU)
  Praxis                                       Arbeitsfeld                      2 x Wahl
                                               homogene Gruppen                 eines Moduls/Schuljahr
  1. – 6. Stunde                               7./8. Stunde                     1. – 8. Stunde
  mit der begleitenden Praxislehrkraft         Im Rahmen eines                  Arbeit im Modul zu
  - Kollegiale Fallberatung                    durch Lehrkräfte begleiteten     berufsspezifischen
                                               Selbstorganisierten Lernens      Themenschwerpunkten für
  - Organisation der Praxisbesuche
                                               finden sich die                  jeweils ein Halbjahr
  - Individuelle Ausbildungsbegleitung         Berufspraktikant*innen
  - Vor- und Nachbereitung der                 entsprechend der Arbeitsfelder   Modul I / II
    Situationsanalyse, Planung, Methode        zusammen und arbeiten zu         (je 4 Termine)
    Projektarbeit                              zentralen arbeitsfeld-
                                               spezifischen Themen.

An mindestens einem Tag soll eine Hospitation beim Praxisbesuch eines anderen
Berufspraktikanten/einer anderen Berufspraktikantin stattfinden.

Das Kolloquium findet in der Regel in den letzten Wochen der jeweiligen
Praktikantenverträge statt.

Termin der 1. Zulassungskonferenz: Donnerstag, 27.05.2021, 13.30 Uhr in Raum P 106.
1. Kolloquium-Termin: Mittwoch, 16.06.2021 und Donnerstag, 17.06.2021
       Dieser Termin ist für alle Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, die ihr
       Berufspraktikum am 01.07.2019 oder am 01.08.2020 begonnen haben.
       (Abgabefrist - Thema für das Kolloquium und Gutachten bis zum 14.05.2021)

                                                                                        3
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

Termin der 2. Zulassungskonferenz: Donnerstag, 19.08.2021
2. Kolloquium-Termin: Donnerstag, 26.8.2021
       Dieser Termin ist für alle Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, die ihr
       Berufspraktikum am 01.09.2020 oder am 01.10.2020 begonnen haben.
        (Abgabefrist - Thema für das Kolloquium und Gutachten bis zum 16.8.2021)

3       Aufgaben im Berufspraktikum

Im Verlauf des Berufspraktikums sind Aufgaben zu erfüllen, die der Selbstqualifizierung dienen.
Sie sollen sichern, dass die schulische Begleitung vor dem Hintergrund der
Entwicklungsaufgaben und dem objektiven Anspruch der praktischen Ausbildung gelingen
kann.

3.1     Arbeitsschwerpunkte und schriftliche Aufgaben

Phase I
In der Orientierungsphase stellt die Situation Sie vor konkrete Aufgaben. Sie sind „neu in einer
Gruppe“, auch Kinder und Jugendliche sind je nach Arbeitsfeld neu in der Gruppe. Es wird zu
Beginn Ihres Berufspraktikums daher darum gehen, gegenseitige Erwartungen und Fragen zu
klären, aktiv Kontakt aufzunehmen und erste Aufgaben für den Lernort Praxis und den Lernort
Schule zu bearbeiten. Hierzu gehört

    •   Kontaktaufnahme mit Kindern und Jugendlichen im pädagogischen Alltag
    •   Klären der gegenseitigen Erwartungen mit der Leitung und der Praxisanleitung (z.B.
        Klären von Vorbereitungszeiten und Terminen für Reflexionsgespräche mit der
        Anleitung)
    •   Erstellen eines ersten Arbeitsplanes vor dem Hintergrund von Absprachen (dabei kann
        es gehen um: Aktivitäten, in denen Sie ihre Stärken einbringen können und Aktivitäten,
        in denen Sie sich Herausforderungen stellen können – selbstverständlich immer unter
        pädagogischen Zielsetzungen)
    •   Auseinandersetzung mit dem Sozialraum und der Institution für die Situationsanalyse
    •   Schriftliche Beobachtung und Analyse nach Leu als kontinuierliche Aufgabe in
        angemessenem Umfang
    •   Planung und Umsetzung von Impulsen im pädagogischen Alltag

Beachten Sie in Ihrer Gestaltung und Reflexion der Arbeit, dass Sie selbst in einer neuen Rolle
als Berufspraktikant*in und Mitarbeiter*in einem neuen Team, neuen Kindern und Eltern
gegenüberstehen, dass zudem neue Kinder und Jugendlichen sich in einen neuen
Lebensbereich einfinden müssen, dass Sie als Berufspraktikant*in diese neue Situation aktiv
gestalten.

Phase II
In der Erprobungsphase steht auf der Basis Ihrer Situationsanalyse ein Projekt – oder
projektähnliches, prozessorientiertes Arbeiten – im Mittelpunkt Ihres pädagogischen
Nachdenkens und Handelns. Die Ideen für „nächste Schritte“ leiten sich erkennbar aus der
fortlaufenden Beobachtung und Analyse ab und berücksichtigen die Partizipation der
Lerngruppe entsprechend ihres Entwicklungsstandes. Dabei orientieren Sie sich an den
Merkmalen des „Forschenden Lernens“ und an den „Zonen der nächsten Entwicklung“.

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Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

Phase III
In der Vertiefungsphase Ihres Berufspraktikums sollten Sie in besonderer Weise die
Schlüsselqualifikation „sich weiterentwickeln“ unter Beweis stellen.
Dazu stellen Sie sich den eigenen „Zonen der nächsten Entwicklung“, setzen sich gezielt mit
Fachliteratur und der eigenen beruflichen Handlungskompetenz auseinander. Die Perspektive
auf die Gesamtgruppe tritt zunehmen in den Vordergrund, Kontakte mit Eltern, Entwicklungs-
oder Hilfeplangespräche, neue und komplexere Aufgaben in der Einrichtung kommen
sukzessive hinzu.

Phase IV
In der Abschlussphase bereiten Sie sich auf das Kolloquium vor und übernehmen gleichzeitig
deutlich komplexere Aufgaben im Team und im Praxisalltag.

Die schriftlichen Aufgaben
1.   Notizen zur Institutionsanalyse als Vorbereitung für den mündlichen Vortrag mit
     konzipierter Führung durch die Einrichtung im Rahmen des 1. Praxisbesuches
     (einschließlich der Besonderheiten des Konzeptes und dessen Umsetzung sowie der
     aktuellen Datenschutzbestimmungen)
2.   Analyse der Gruppensituation
     (Präsentation im Rahmen der Praxisunterrichtes)
3.   Planung, Durchführungsbericht mit Reflexion eines Projekts oder einer
     projektähnlichen, prozessorientierten Arbeit (z.B. Lernwerkstatt)
     (Adressat*in: Praxislehrkraft, Abgabe im April)

Die Aufgaben greifen prozesshaft ineinander: z.B. ist die begonnene Situationsanalyse für
schriftlichen Planungen fortzuschreiben vor dem Hintergrund der Erarbeitung differenzierter
werdender Analysekriterien. Beachten Sie, dass es sich bei der Situationsanalyse neben
beschreibenden Anteilen insbesondere um eine Analyse handelt und eine Auswertung im
Hinblick auf Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.
Weitere Aufgaben, auch schriftlicher Art, z.B. zu Praxisbesuchen, werden in individueller
Absprache festgelegt. Die gegenseitigen Erwartungen bei Praxisbesuchen sind mit den
Praxislehrkräften, den Praxisanleitungen und ggf. mit den Modul-Lehrkräften jeweils
abzuklären.

Grundlegend ist nachzuweisen, dass der Prozess der vollständigen Handlungsplanung
ausgehend von der Beobachtung berücksichtigt wird. Die Beobachtung im Sinne der Bildungs-
und Lerngeschichten nach Leu ist demnach als fortlaufende Aufgabe unmittelbar ab Beginn der
Ausbildung zu werten.

Für das Beobachtungsprotokoll, die Analyse nach Lerndispositionen, den Kollegialen Austausch
und die Überlegungen zu nächsten Schritten sind die entsprechenden Vorlagen zu verwenden,
im Dokumentationsordner abzuheften und zum Praxisbesuch (in für den Ausbildungsstand
angemessener Anzahl) vorzulegen.

Die angegebenen Termine zur Abgabe der Ausarbeitungen sind verbindlich einzuhalten. Die
Verantwortung hierfür liegt bei der Berufspraktikantin bzw. dem Berufspraktikanten. Bitte klären
Sie daher rechtzeitig, wie viel Zeit Ihre Praxisanleitung für die Durchsicht der Ausarbeitungen
benötigt, da alle Unterlagen nur mit Sichtungsvermerk die Einrichtung verlassen und in der
Schule abgegeben werden dürfen.
Später eingereichte (Teil-) Arbeiten werden nicht mehr entgegengenommen und mit der Note
ungenügend bewertet.

                                                                               5
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

4.   Der individuelle Ausbildungsplan
Die Ausbildungsstellen im Anerkennungsjahr sind durch die Richtlinien gehalten, einen
Ausbildungsplan für die Berufspraktikant*innen zu erstellen. Viele Träger haben hierzu eigene
Vorlagen entwickelt. Zur Orientierung haben wir im Folgenden einige Anregungen zur
Gestaltung des Ausbildungsplanes zusammengestellt.
Der Ausbildungsplan legt inhaltliche und zeitliche Perspektiven fest, die die "Vertragspartner"
verpflichten, Absprachen zu treffen, um das gemeinsame Ziel erreichen zu können.

Allgemeiner Teil:
Im allgemeinen Teil geht es um grundsätzliche Fragen des Arbeitseinsatzes und der
Teamarbeit. Hier können z.B. folgende Punkte Beachtung finden:
    • Absprachen zur Rolle als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Gruppenalltag
    • Klein-Teamgespräche zur Planungsarbeit (möglichst wöchentlich, wann genau?)
    • Teilnahme am Großteam
    • Reflexion des beruflichen Handelns mit der Anleiterin oder dem Anleiter (wie oft, wann,
       wie lange …?)
    • Reflexionsgespräche zu den Aktivitäten (möglichst alle 2 Wochen)
    • Vorbereitungszeit (Anlage zu § 19 KiBiz 10 % der Arbeitszeit)

Ausbildungsphasen:
Zeitlich sollte der Ausbildungsplan nach Phasen strukturiert, im Ausbildungsprozess überprüft,
gegebenenfalls korrigiert, ergänzt und erweitert werden werden:
    • In der Orientierungsphase geht es darum, die Kinder oder Jugendlichen, die
        Kolleg*innen und die Einrichtung insgesamt kennenzulernen. Als schulische Aufgabe
        fällt in diese Phase die Erstellung der Situationsanalyse. In der täglichen Arbeit sollen
        hier aber auch schon Teilgruppen selbstständig übernommen werden (mindestens
        zweimal in der Woche).
    • Zur Erprobungsphase gehört die Übernahme selbstständiger Gruppenleitung (ab
        Januar regelmäßig) und die Einführung und Einarbeitung in die Kooperation mit Eltern
        (Elterngespräche).
    • In der Vertiefungsphase ist die Durchführung eines ca. vierwöchigen Projektes (mit
        Praxisbesuch) im Verständnis des Leitfadens zur Projektarbeit von Petra Stamer-Brandt
        vorgesehen.
        Zudem ist in diesem Zeitraum die Kompetenz "Gruppenleitung im Freispiel" während
        eines Praxisbesuches nachzuweisen. Diese Phase wird den größten Zeitraum im
        Anerkennungsjahr in Anspruch nehmen.
    • In der Abschlussphase erfolgen das Kolloquium und die Vorbereitung des Abschiedes.
In allen Phasen sollen Schwerpunkte festgelegt werden, an denen der/die Berufspraktikant*in
arbeiten möchte, um sich in methodischer Hinsicht, in Bezug auf die eigenen Stärken und
Herausforderungen im Erzieher*innenverhalten und den individuellen und reflektorischen
Kompetenzen weiter zu entwickeln.

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Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

5. Situationsanalyse
5.1 Hilfe zur Erstellung der Situationsanalyse für die Kita

                                                              1. Sozialraum
                                                                     und
                                                          Institution
                                                                      Institution

                                                                   2. Gruppensituation,
                                                                      einzelne Kinder und
                                                                      Lerngemeinschaften

Kriterien für die Situationsanalyse
Die Situationsanalyse wird unter zwei übergeordneten Gesichtspunkten formuliert:

1. Kriterien für die Analyse der Bedingungen im Sozialraum und in der Institution
   • Ort und soziales Umfeld der Einrichtung im Stadtteil
   • Einrichtung: Träger, Gruppenanzahl, Gruppengröße
   • personelle Situation (Anzahl und Ausbildung der Mitarbeiter, Arbeitsschwerpunkte)
   • Konzeptionelle Schwerpunkte der Einrichtung
   • Formen der Zusammenarbeit mit Eltern
   • Besonderheiten von Lage, Bau und Ausstattung des Gruppenraumes sowie der Nebenräume
   • Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (z.B. mit Grundschulen, Museen, Bibliotheken o.ä.)
    Bedeutung für die pädagogische Arbeit
   Die Analyse des Sozialraums und der Institution stellen Sie beim ersten Praxisbesuch
   mündlich mithilfe zuvor angefertigter Notizen vor.

2. Kriterien für die Analyse der Gruppensituation, einzelner Kinder und Lerngemeinschaften
   Kriterien für die Analyse der Gruppe
   • Gruppenform laut KiBiz
   • Gruppenzusammensetzung als Tabelle (z.B. verschlüsselte Namen, Alter, Geburtsdatum,
        Erstsprache/Zweitsprache, Status der Eingewöhnung, Stundenbuchung)
    Welche Konsequenzen ziehen Sie (in der Einrichtung) daraus für die pädagogische Arbeit

   • Visualisierung der Lerngemeinschaften (Kontakte innerhalb der Gruppe mit Legende)
    Welche Konsequenzen ziehen Sie (in der Einrichtung) daraus für die pädagogische Arbeit

   Kriterien für die Analyse der Situation einzelner Kinder und deren Lerngemeinschaften
   gezielte Beobachtungen einzelner Kinder und ihrer Lerngemeinschaft in aussagekräftigen
   Situationen (angemessene Anzahl an Belegbeobachtungen mithilfe des Protokollbogens)
   • Analyse der Beobachtungen nach den 5 Lerndispositionen mit Fokussierung
   • Kollegialer Austausch mit differenziertem Bezug zu den Beobachtungsanalysen und weiteren
       Alltagsbeobachtungen der am Gespräch Beteiligten vor dem Hintergrund der
       Entwicklungsbereiche.
    Nächste Schritte: In welcher Entwicklungsstufe befindet sich das Kind, welche Anregungen
        ermöglichen dem einzelnen Kind und der Lerngemeinschaft in Alltagssituationen, im Freispiel,
        im Projekt, in der Lernwerkstatt usw. seine Interessen und Kompetenzen als „Zone der
        nächsten Entwicklung“ weiter auszudifferenzieren?

   Die Situationsanalyse der Gruppe präsentieren Sie im Rahmen des 4. Blocks in Ihrer
   Praxisgruppe.

                                                                                    7
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

5.2     Erwartungshorizont für die Sozialraum- und Institutionsanalyse
        als Teil der Situationsanalyse im Berufspraktikum zum
        ersten Besuch in der Praxis
Führung durch die          Kompetenzbeschreibung                                           +   +/-   -   Aspekt
Einrichtung                                                                                              fehlt
Vorbereitung des           Die Absprachen zum Besuch erfolgen verbindlich und
Besuches                   eigeninitiativ.
                           (außerdem: Leitung und Kolleg*innen sind informiert, ein
                           Raum für das anschließende Gespräch ist reserviert etc.)

Empfang der Lehrkraft      Die Lehrkraft wird in Empfang             genommen,      die
im Eingangsbereich der     Besuchssituation wird aktiv gestaltet.
Einrichtung
Erläuterungen zum          Die besonderen Bedingungen des Ortes und des Umfeldes
Sozialraum                 der Einrichtung im Stadtteil werden dargestellt und in ihrer
                           Relevanz für die pädagogische Arbeit beleuchtet.
                           Einzelne Aussagen werden mit Beispielen veranschaulicht.
Führung durch die          Der/die Berufspraktikant*in ist in der Lage, einen
Institution                differenzierten Blick auf die Einrichtung zu versprachlichen
                           und zeigt dies, indem die Reihenfolge der Begehung
                           bewusst gestaltet wird und bei der Führung eine
                           begründete Auswahl für pädagogisch relevante Orte
                           stattfindet, die z.B. Besonderheiten der räumlichen
                           Bedingungen und der Ausstattung aufzeigt.
                           Diese Merkmale werden in ihrer Bedeutung für die eigene
                           pädagogische Arbeit erläutert.
Ausgewählte Aussagen       Die Konzeption ist erkennbar bekannt und liegt den
aus der Konzeption         Ausführungen zugrunde. Die ausgewählten Aussagen sind
werden mit der             relevant.
Situation vor Ort
                           Die Bezüge zur Situation in der Institution sind begründet,
begründet in Beziehung
                           aussagekräftig und nachvollziehbar und auf das
gesetzt
                           Wesentliche reduziert.
                           Eigenes Erfahrungswissen wird konkret und anschaulich
                           dargestellt mit Beispielen für die Aussagen.
                           Nebensächliches wird ausgespart!
                           Die Führung ist insgesamt erkennbar engagiert konzipiert,
                           gedanklich durchdrungen und strukturiert (z.B. gestützt
                           durch Karteikarten).
Abschließendes             Kompetenzbeschreibung                                           +   +/-   -   Aspekt
Gespräch                                                                                                 fehlt
Gemeinsam mit der          Es wird deutlich, dass die bisherige Ausbildungszeit
Anleitung für ca. 30-45    für die aktive Einarbeitung genutzt wurde, indem z.B.
Minuten                    bereits eine (dem Besuchszeitpunkt) angemessene Zahl an
                           Beobachtungen       einschließlich   Analyse,   Kollegialer
                           Austausch, nächste Schritte – nach Leu – vorliegt.
                           Die Haltung im Gespräch ist aktiv und konstruktiv.
Jahres-Terminplanung       Für das Gespräch hat der/die Berufspraktikant*in eine
                           Jahresübersicht erstellt, in der feste Termine der
                           Einrichtung und Abgabetermine der Schule, Urlaube, etc.
                           eingetragen sind.
                           Auch bisherige Vereinbarungen der „individuellen
                           Ausbildungs-planung“ sind hier notiert.
Individuelle               Die individuelle Ausbildungsplanung wird vorgestellt,
Ausbildungsplanung         Fragen werden im Gespräch geklärt.
Vereinbarung von           Der/die Berufspraktikant*in ist in der Lage, nächste Schritte
„nächsten Schritten“ als   für die eigene Weiterentwicklung zu benennen und
„Zonen der nächsten        berufliche Zonen der nächsten Entwicklung aufzuzeigen,
Entwicklung“               die in der nächsten Zeit anstehen. Erste Ideen für die
                           Umsetzung sind benennbar.

                                                                                                8
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

5.3    Erwartungshorizont für die Analyse der
       Gruppensituation in der Kita
Name:

Analyse                    Kriterien                                                         +   +/-       -   Aspekt fehlt
der Gruppensituation
Gruppenzusammen-           Tabellarische Darstellung relevanter Daten einschließlich
setzung als Tabelle        deren differenzierter Auswertung: Bedeutung für die
                           pädagogische Arbeit, worauf sollte zukünftig geachtet werden?
Gruppenform laut KiBiz     Vorstellung der Gruppenform nach KiBiz einschließlich
                           möglicher Besonderheiten (z.B. Überbelegung, Einge-
                           wöhnungen, Personalsituation …)
Visualisierung der         Bei der Visualisierung der Lerngemeinschaften wird eine
Lerngemeinschaften         Darstellung der Beziehungsgefüge vorgenommen.
Kontakte innerhalb der     Die Auswertung erfolgt differenziert und im Hinblick auf die
Gruppe                     Relevanz für die pädagogische Arbeit!
Auswertung                 Hier ist eine Bilanz für die Gruppe und für einzelne Kinder
                           sinnvoll, die einen Hinweis auf eigene pädagogische
                           Handlungsvorhaben im Sinne der Zone der nächsten
                           Entwicklung enthalten.
Fazit: Bedeutung für die   Zusammenfassend soll ein Resümee der bisher erarbeiteten
pädagogische Arbeit        Teilaussagen erfolgen mit einer Perspektive auf mögliche
                           Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit (z.B. Querschnitts-
                           aufgaben,        Entwicklungsbereiche,        Gruppengefüge,
                           Raumgestaltung). Diese Darstellung ist das Kernstück der
                           pädagogischen       Arbeit,   es     sollten    verschiedene
                           Handlungsstrategien und Möglichkeiten erörtert werden.

Analyse
der Situation              Kriterien                                                         +   +/-       -   Aspekt fehlt
einzelner Kinder und
Lerngruppen
3 gezielte                 Qualität der Beobachtung im Sinne der im Unterricht
Beobachtungen              erarbeiteten Anforderungen (Ausgangssituation, differenzierte
in möglichst               und sachliche Beschreibung des Prozesses ohne Bewertung
aussagekräftigen           mit Anteilen wörtlicher Rede).
Situationen existieren,
eine exemplarische,
durch Markierungen
akzentuierte
Beobachtung wird
vorgelegt
Analyse der                Qualität der Analyse im Sinne der im Unterricht erarbeiteten
Beobachtungen              Anforderungen (Anwendung der Lerndispositionen mit
nach den 5                 möglichst differenzierten Auswertungsanteilen, die die Vielfalt
Lerndispositionen          der Kriterien der einzelnen Lerndispositionen wiederspiegelt)
wird erläutert
Kollegialer Austausch      Verschiedene Eindrücke des Kindes in unterschiedlichen
wird referiert             Situationen     kommen       zum     Ausdruck,      besonders
                           Bemerkenswertes wird herausgestellt. Interessen aus
                           verschiedenen      Situationen     werden     übergeordneten
                           Entwicklungsthemen zugeordnet. Diese sind kompetenz-
                           orientiert.
Nächste Schritte           Welche Anregungen ermöglichen dem einzelnen Kind und der
werden dargestellt         Kleingruppe in Alltagssituationen, im Freispiel, in Projekten,
                           der Lernwerkstatt usw. seine Interessen und Kompetenzen
                           weiter auszudifferenzieren. Hier werden Überlegungen
                           angestellt, die bereits auf das Projekt verweisen. Sie greifen
                           verschiedene Entwicklungsthemen und Alternativen auf.

Wenn Sie zum vereinbarten Tag der Präsentation aus zwingenden Gründen fehlen, reichen Sie
diesen Teil der Situationsanalyse fristwahrend bei der Praxislehrkraft ein.

                                                                                                       9
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

5.4     Hilfe zur Erstellung der Situationsanalyse
        für die Jugendhilfe

                                                                1. Sozialraumanalyse

                                                                        Institutionsanalyse

                                                                       2. Gruppensituation und
                                                                       einzelne Jugendliche

1. Kriterien für die Analyse der Bedingungen im Sozialraum und in der Institution
    •   Darstellung der Jugendhilfeeinrichtung als Hilfe zur Erziehung (§27, §34-37 KJHG)
    •   typischer Tagesablauf eines Jugendlichen
    •   Protokoll der eigenen Tätigkeiten während eines typischen Arbeitstages
    •   Ressourcen, die für die Arbeit mit den Jugendlichen zur Verfügung stehen (Kooperationspartner,
        finanzielle-, materielle-, räumliche, personelle Ressourcen)
    Die Analyse des Sozialraums und der Institution stellen Sie beim ersten Praxisbesuch
    mündlich mithilfe zuvor angefertigter Notizen vor.

2. Kriterien für die Analyse der Gruppensituation und der Situation einzelner Jugendlicher
     Für gruppenbezogene Hilfeformen
     • Gruppenzusammensetzung als Tabelle oder Visualisierung der Beziehungsgefüge und Analyse
        (Gruppenphase, Gruppenrollen, Binnengruppen, Interessen, Bedürfnisse, Kompetenzen,
        Themen)
     • Auswertung im Hinblick auf Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.
     oder – für „intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung" (§35 KJHG)
     • Erläuterung der besonderen „intensivpädagogischen Konzepte“ und Bezugnahme auf die/den
        Jugendliche*n (einschließlich konkreter Anwendungsbeispiele)
     • Auswertung im Hinblick auf Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.
     Kriterien für die Analyse der Situation einzelner Jugendlicher
     • Anamnese
        (Vorgeschichte / bei Gruppenbetreuung für ein Kind/eine*n Jugendliche*n)
     • Hilfeplan und Hilfeplanung
        (Hilfeplanantrag, Protokoll Hilfeplangespräch, Hilfeplanfortschreibung)
     • Bedeutung für die pädagogische Arbeit und Ideen für nächste Schritte
    Quellenangaben, Anlage(n)
    • z.B. Beobachtungen, Kollegialer Austausch, Skizzen, Gesprächsprotokolle

Aufgrund der vielfältigen und heterogenen Rahmensetzungen der Einrichtungen sind die oben
aufgeführten Punkte als Vorschläge zur Gliederung der Situationsanalyse zu verstehen. Bitte prüfen Sie
als Berufspraktikant*in gemeinsam mit Ihrer Praxisanleitung, inwiefern Sie eine Modifikation dieser
Gliederung für Ihre konkreten Bedingungen vor Ort für sinnvoll halten und stimmen Sie diese mit Ihrer
begleitenden Praxislehrkraft ab.

   Die Situationsanalyse der Gruppe präsentieren Sie im Rahmen des 4. Blocks in Ihrer
   Praxisgruppe.

                                                                                    10
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

5.5      Erwartungshorizont für die Analyse
         der Gruppensituation in der Jugendhilfe
Name:

Analyse                        Kriterien                                                       +   +/-   -   Aspekt
der Gruppensituation                                                                                         fehlt
Gruppenzusammensetzung als     Tabellarische Darstellung bewusst ausgewählter relevanter
Tabelle                        Daten und Kenntnisse, einschließlich deren differenzierter
ergänzt durch Bedürfnisse,     Auswertung zur Bedeutung für die pädagogische Arbeit
Interessen, Kompetenzen und
Themen
Für gruppenbezogene            Vorstellung der Hilfe zur Erziehung nach dem SGBVIII
Hilfeformen                    einschließlich Finanzierungsgrundlage
Visualisierung der Kontakte    Das Beziehungsgefüge innerhalb der Gruppe wird
innerhalb der Gruppe           dargestellt (mit Angabe von Geschlecht, Alter, Qualität der
▪    Lerngemeinschaften        Kontaktaufnahme und bestehender Konflikte). Die
                               Auswertung erfolgt differenziert und im Hinblick auf die
▪     Gruppenphase(n)
                               Relevanz für die pädagogische Arbeit!
▪     Gruppenrollen            Besonderheiten der Gruppenphase(n) werden ebenso
                               aufgezeigt wie besondere Gruppenrollen. Die Auswertung ist
▪     Auswertung
                               aussagekräftig im Hinblick auf Konsequenzen für eigenes
                               pädagogisches Handeln.
Fazit: Bedeutung für die       Zusammenfassend sollte ein Resümee der bisher
pädagogische Arbeit            erarbeiteten Teilaussagen erfolgen mit einer Perspektive auf
                               mögliche Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit und erste
                               Schritte (z.B. Gruppengefüge, Raumgestaltung, Rituale,
                               Beteiligung, Hilfeplanung). Diese Darstellung ist das
                               Kernstück der pädagogischen Arbeit, es sollten
                               verschiedene Handlungsstrategien und Möglichkeiten
                               erörtert werden.

oder für „intensive            Die Darstellung erfolgt auf der Grundlage der bisherigen
sozialpädagogische             Kenntnisse     zu       rechtlichen    Rahmensetzungen,
Einzelbetreuung" (§35 KJHG)    Besonderheiten der Betreuungsform und deren Konkreti-
Erläuterung der besonderen     sierung anhand von Alltagserfahrungen.
„intensivpädagogischen
Konzepte“ und Bezugnahme
auf die/den Jugendliche*n
(einschließlich konkreter
Anwendungsbeispiele)
▪ Dokumentationsverfahren      Die Beobachtung der Jugendlichen erfolgt auf der Grundlage
   der Einrichtung             in der Einrichtung verwendeter Dokumentationsverfahren,
Unter Bezugnahme zur           ergänzt um die Analyse nach Lerndispositionen zur
Beobachtung und Analyse        Ermittlung von Bildungs-, Lern- und Entwicklungsprozessen.
nach den 5 Lerndispositionen
Kollegialer Austausch          Verschiedene        Eindrücke     des    Jugendlichen      in
wird referiert                 unterschiedlichen Situationen kommen zum Ausdruck,
                               besonders Bemerkenswertes wird herausgestellt und
                               übergeordneten          Entwicklungsthemen        begründet
                               zugeordnet. Dies erfolgt kompetenzorientiert.
Nächste Schritte               Hier werden auf der Grundlage bisheriger Ausführungen
werden dargestellt             Überlegungen angestellt, die bereits auf das Projekt oder die
                               Lernwerkstatt verweisen. Welche Anregungen ermöglichen
                               der/dem Jugendlichen und der Gruppe in (geplanten)
                               Alltagssituationen, im Projekt oder in einer Lernwerkstatt
                               ihre/seine     Interessen     und    Kompetenzen       weiter
                               auszudifferenzieren.
                               Sie greifen mehrere, verschiedene Entwicklungsthemen und
                               Alternativen auf.

Wenn Sie zum vereinbarten Tag der Präsentation aus zwingenden Gründen fehlen, reichen Sie
diesen Teil der Situationsanalyse fristwahrend bei der Praxislehrkraft ein.

                                                                                                   11
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6 Dokumentvorlagen für die Beobachtung nach Leu
6.1 Beobachtungsbogen „Bildungs- und Lerngeschichten“

Name des Kindes: ........................................                  evtl. Skizze

Alter: .............................................................
Uhrzeit (von – bis): .......................................
Beobachter/in: ..............................................
Beobachtung Nr. ……/Datum……….........……

Beschreibung der Ausgangslage:

Beschreibung des Handlungsverlaufs:

                                                                               12
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6.2     Analyse dieser Beobachtung nach Lerndispositionen
Nr.:..………Name:.………………..
 Interessiert sein         Was ist das Interesse des Kindes in dieser Beobachtung? Woran
                           erkenne ich es?

 Engagiert sein            Woran erkenne ich das Engagement des Kindes?

 Standhalten bei     Woran erkenne ich das Standhalten des Kindes?
 Herausforderungen
 und Schwierigkeiten

 Sich ausdrücken           Wie drückt sich das Kind aus und wie teilt es sich mit?
 und mitteilen

 An einer                  Woran erkenne ich, dass das Kind an einer Lerngemeinschaft mitwirkt
 Lerngemeinschaft          und Verantwortung übernimmt?
 mitwirken und
 Verantwortung
 übernehmen

Fokussierung dieser Beobachtung

 Um welches Lernen geht es hier?

 Welche Entwicklungs- und/oder Bildungsbereiche werden berührt?

 im Vordergrund steht hier:

 Trägt diese Situation ausreichend dazu bei, dass das Kind seinen Interessen nachgehen
 kann?
 JA                           Nein, weil:

Quelle: Leu, Hans Rudolf u.a.: Bildungs- und Lerngeschichten. Weimar, Verlag das Netz, 2007, S. 189 ff.
(„Fokussierung“ leicht verändert)

                                                                                            13
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6.3      Bogen zum kollegialen Austausch über das Lernen des
         Kindes und Ideen für nächste Schritte

Name des Kindes:………………………………… Datum:……………………………...

Anwesende:………………………………………………………………………………

Verschiedene Beobachtungen und Eindrücke

  Zeigt sich ein roter Faden über mehrere Beobachtungen? Welche Beobachtungen gibt es
  darüber hinaus? Was finden wir bemerkenswert?

Ideen für nächste Schritte

  Worauf habe ich/haben wir bereits reagiert?

  Wo liegen die Zonen der nächsten Entwicklung?
  (Orientierung an den Fachkenntnissen zur Progression)

  Was könnte ich/könnten wir anregen und ausprobieren?

  Gibt es Anknüpfungspunkte zu Interessen anderer Kinder?

Leu, Hans Rudolf u.a.: Bildungs- und Lerngeschichten. Weimar, Verlag das netz, 2007, S. 189 ff.
(„Ideen für nächste Schritte“ leicht verändert)

                                                                                                  14
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7 Die Zone der nächsten Entwicklung
Ausgehend von der Beobachtungsanalyse mit Kollegialem Austausch haben Sie ermittelt, in
welchen Entwicklungs- und/oder Bildungsbereichen das Kind/der Jugendliche sich interessiert
und engagiert erprobt.
Mit diesen Entwicklungsbereichen setzen Sie sich unter Zuhilfenahme von Fachliteratur
differenziert auseinander, um sich bezüglich der Progression kundig zu machen.

Die Auseinandersetzung mit den konkreten Entwicklungsbereichen wird Ihnen ermöglichen,
noch differenzierter zu beobachten, eine qualifiziertere Analyse vorzunehmen, im folgenden
Kollegialen Austausch vor dem Hintergrund Ihres Wissens zur Progression begründete und
differenziertere Ideen für nächste Schritte zu entwickeln. Sie sind in der Lage, Materialien und
Medien daraufhin zu überprüfen, ob sie echte Herausforderungen und Zumutungen im
pädagogisch lernwirksamen Sinn darstellen.

           Katrin/Evanschitzky, Petra/Bauer, Agnes: Das Kind – Die Entwicklung zwischen drei und sechs Jahren,
Quelle: Hille,
Bern 2013, S. 182-183 (verändert und erweitert).

In der Zone der nächsten Entwicklung liegt die optimale Herausforderung und somit der
Handlungsrahmen, den Sie für das Beobachtungskind und seine Lerngemeinschaft planen und
gestalten.

Daraus resultierend werden Sie sich im Laufe des Berufspraktikums kontinuierlich mit der
Progression in unterschiedlichen Entwicklungs- und Bildungsbereichen und mit daraus
resultierenden Themen auseinandersetzen.

                                                                                         15
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8 Beispiele zur Themenformulierung
Die Auseinandersetzung mit der Themenformulierung ermöglicht Ihnen eine Klärung, mit
welchem Entwicklungs- und Bildungsbereich Sie sich genauer mit Hilfe von Fachliteratur
auseinanderzusetzen haben, ob das Thema für die ausgewählte Zielgruppe angemessen ist,
welche Methode(n) (noch) möglich und sinnvoll wären und inwiefern auch die Zielgruppe selbst
einen Aufforderungscharakter aus der Aktivität ableiten kann (Motto). Mögliche Themen finden
Sie in folgenden Beispielen.

(Motto)                   „Hoch hinaus!“

Methode                   Impuls mit Kapplasteinen zur Konstruktion in die Höhe

Bildungs-/                im Bildungsbereich Musisch-ästhetische Bildung (Konstruktion) und
Entwicklungsbereich       Sprachliche Bildung

Zielgruppe:               für Anton und seine Lerngemeinschaft
Beobachtungskind und      (im Alter von vier bis fünf Jahren)
seine Lerngemeinschaft

Arbeitsfeld               in einer Kindertageseinrichtung (Gruppenform 1)

(Motto)                   „Kneten, rollen, formen, kaputt machen!“

Methode                   Impuls mit Knete

Bildungs-/                im Bildungsbereich Musisch-ästhetische Bildung und
Entwicklungsbereich       soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung

Zielgruppe:               für Max und seine Lerngemeinschaft
Beobachtungskind und      (im Alter von drei bis vier Jahren)
seine Lerngemeinschaft

Arbeitsfeld               in einer Kindertageseinrichtung (Gruppenform 1)

(Motto)                   „Manege frei, hier komme ich!“

Methode                   Bewegungsbaustelle im Rahmen eines Zirkusprojektes

Bildungs-/                zum Bildungsbereich Bewegung
Entwicklungsbereich

Zielgruppe:               für Nora und ihre Lerngemeinschaft
Beobachtungskind und      (im Alter von 6-8 Jahren)
seine Lerngemeinschaft

Arbeitsfeld               in einer OGS

                                                                               16
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9 Planung eines pädagogischen Lernarrangements
          (Impuls, pädagogische Aktivität, Einheit eines Projekts/einer Lernwerkstatt)

    1     Situationsanalyse
    1.1   Zusammenfassende Auswertung der Interessen / Bedürfnisse / Themen / Fähigkeiten2
    1.2   Ableitung möglicher nächster Schritte und Herausforderungen im kollegialen Austausch 2

    2     Entwicklung von zwei bis drei kompetenzorientierten Lernzielen3
          (für die Lerngemeinschaft, für einzelne Kinder / Jugendliche)

    3     Handlungsorientierte Themenformulierung
          Formulierung aus der Sicht des Adressaten (Motto) und einer fachlichen Perspektive
          (Fachthema)

    4     Begründungszusammenhang des pädagogischen Lernarrangements
    4.1   Themenschwerpunkt und Kompetenzerweiterung
          Begründen Sie auf der Grundlage Ihrer Situationsanalyse die Auswahl des Fachthemas.
          Stellen Sie dar, inwiefern das ausgewählte Fachthema zur Kompetenzerweiterung beiträgt.
    4.2   Methodenwahl auf Basis der didaktischen Prinzipien
          Erläutern Sie die Herausforderungen und Möglichkeiten der ausgewählten Methoden für
          die einzelnen Kinder / Jugendlichen und die Lerngemeinschaft.
    4.3   Medien- und Materialnutzung auf Basis der didaktischen Prinzipien
          Erklären Sie auf der Grundlage der Situationsanalyse und Kompetenzerweiterung Ihre
          Auswahl der Medien und Materialien.

    5     Verlaufsplanung
    5.1   Vorbereitung (Raumkonzept; Regeln; Absprachen; Dokumentation)
    5.2   Antizipierter Ablauf (in Tabellenform)

    Phasen /               Inhalte / Konkrete Handlungsschritte                         Material /   Didaktischer
    Zeitrahmen                                                                          Medien       Kommentar
    Überleitung            Blick auf das aktuelle Geschehen:
                           Gestaltung     der     Überleitung    in das     geplante
                           Lernarrangement
    Einstieg / Anleitung   Gestaltung des Einstiegs:
                           Kontaktaufnahme, Einstimmung, Motivation, Fragestellung,
                           Orientierung, Raumanordnung
    Durchführung       /   Gestaltung des konkreten Vorgehens:
    Hauptteil              Teilschritte,          Informationen,         Interaktion,
                           Handlungsalternativen
    Abschluss          /   Gestaltung des Abschlusses:
    Ausstieg               Wertschätzung, Würdigung, Reflexion, Auswertung,
                           Aufräumen, weitere Absprachen, Ausblick
    Überleitung            Gestaltung der Überleitung in das Gruppen-geschehen und
                           Rückzug in das Reflexionsgespräch:
                           Übergabe, Absprache

    6     Quellenangaben

1 Hilfe zur Erstellung einer Situationsanalyse
2  Belegbeobachtungen nach Leu und weitere Beobachtungssituationen; Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten
3 Kompetenzorientierte Lernzielformulierung im sozialpädagogischen Handlungsfeld

                                                                                            17
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10 Kompetenzorientierte Lernzielformulierung
       im sozialpädagogischen Handlungsfeld

                                                                                              Bildungsbereiche

                                                                                                    Basiskompetenzen

                                                                                                    übergeordnetes
                                                                                                    Leitziel

Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW: Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10
Jahren in Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen, S. 51

 Bildungsbereich        Beispiele für                      Allgemein mögliche                tatsächliche
                        Inhaltskomponenten                 Handlungskomponenten              (geplante)
                        (und Basiskompetenzen)             als operationalisierte            Handlungen der
                                                           Kompetenzen                       Kinder/Jugendlichen
                                                                                             im Rahmen der
                                                                                             Aktivität
 Soziale,               Wünsche und                        eigene Gefühlslagen durch
 kulturelle und         Bedürfnisse äußern,                Mimik und Gestik zeigen
 interkulturelle        Emotionen zulassen,                und beschreiben können,
 Bildung                zeigen und steuern                 ansprechbar sein, der
                        können                             Situation entsprechend
                                                           angemessen reagieren,
                                                           über Handlungsstrategien
                        (Selbstkompetenz)                  zur
                                                           Frustrationsbewältigung
                                                           verfügen
                        eigene Erfahrungen                 Erfahrungen (mit
                        einbringen                         Hilfestellung) schildern,
                                                           Erfahrungen anderer
                        (Selbst- und                       aufgreifen und ergänzen
                        Sozialkompetenz)
                        Kontakte aktiv gestalten           am Prozess teilhaben
                                                           lassen andere
                        (Selbst- und                       ansprechen, auffordern,
                        Sozialkompetenz)

                                                                                                  18
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                                               sich in Spielprozesse
                                               integrieren
                   auf Dominanz verzichten     Ideen anderer Kinder oder
                                               nachvollziehen, aufgreifen
                                               und umsetzen,
                   (Selbst- und                Kompromisse eingehen,
                   Sozialkompetenz)            zuhören, nachgeben,
                                               flexibel reagieren
                   Verantwortung für das       Interesse zeigen und
                   eigene Handeln              halten, eigene Ideen
                   übernehmen                  umsetzen, vertreten und
                                               begründen, Konsequenzen
                                               des eigenen Handelns
                   (Selbst- und                wahrnehmen und
                   Sozialkompetenz)            benennen können
                   Regeln gemeinsam            Ideen hörend erfassen,
                   erarbeiten                  eigene Ideen überprüfen,
                                               anpassen und in die
                                               Diskussion einbringen,
                                               Argumente sachlich
                   (Selbst-, Sozialkompetenz   prüfen, Gesprächs- und
                   und Sachkompetenz)          Abstimmungsregeln
                                               kennen und einhalten
                   eigene Rechte kennen        Rechte kennen und
                   (UN-                        einfordern können,
                   Kinderrechtskonventionen)   demokratische Verfahren
                   (Selbst-, Sozialkompetenz   nutzen können
                   und Sachkompetenz)

 Bildungsbereich     Beispiele für             mögliche                     tatsächliche
                     Inhaltskomponenten        Handlungskomponenten         (geplante)
                     (und Basiskompetenzen)    als operationalisierte       Handlungen der
                                               Kompetenzen                  Kinder/Jugendlichen
                                                                            im Rahmen der
                                                                            Aktivität
 Sprache und   sich in Gesprächen              Gefühle, Meinungen,
 Kommunikation mitteilen                       Gedanken, Erlebnisse etc.
                                               äußern im Gespräch mit
                     (Selbst-,                 Einzelnen und in der
                     Sozialkompetenz)          Gruppe
                     Ausdrucksformen           aktiv zuhören,
                     nutzen                    Körpersprache, Mimik und
                     (Selbst-,                 Gestik gezielt einsetzen
                     Sozialkompetenz)          und ausbauen.
                     Gesprächsregeln           anderen zuhören, dabei
                     kennen und einhalten      Blickkontakt halten,
                     (Selbst-,                 andere aussprechen
                     Sozialkompetenz)          lassen, etwas zum Thema
                                               beitragen
                     Bücher nutzen             sich mit Büchern
                                               auseinandersetzen durch
                                               betrachten, erzählen,
                     (Selbst- und              aufgreifen von
                     Sachkompetenz)            Geschichten, Verknüpfung

                                                                               19
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

                                               mit eigenen Erfahrungen,
                                               mit Büchern sachgerecht
                                               umgehen
                     Schrift als               Schriftzeichen als solche
                     Informationssystem        erkennen und zuordnen
                     und                       können (z.B. auch
                     Kommunikationssystem      Hausnummern,
                     kennen                    Hinweisschilder,
                                               Symbole), Bedeutungen
                                               erläutern, vergleichen
                     (Sachkompetenz)
                     Wortschatz aktiv nutzen   neue Begriffe
                     und ausbauen              einschließlich
                                               Fachbegriffen erfragen,
                     (Selbst- und              aufgreifen, richtig
                     Sachkompetenz)            verwenden, erklären und
                                               umschreiben können
                     die eigene
                     Herkunftssprache
                     pflegen

                     (Selbst- und
                     Sachkompetenz)

 Bildungsbereich    Beispiele für              mögliche                       tatsächliche
                    Inhaltskomponenten         Handlungskomponenten           (geplante)
                    (und Basiskompetenzen)     als operationalisierte         Handlungen der
                                               Kompetenzen                    Kinder/Jugendlichen
                                                                              im Rahmen der
                                                                              Aktivität
 Mathematische      geometrische               einfache Muster ent-
 Bildung            Grundformen und ihre       decken, erkennen und
                    Eigenschaften              beschreiben,
                    unterscheiden und sie      Regelmäßigkeiten
                    in der Umwelt              (Ornamente, Bodenfliesen,
                    wiedererkennen             gelegte Plättchenreihen
                                               etc.) aufgreifen, fortsetzen
                    (Selbst- und               oder selbst herstellen
                    Sachkompetenz)
                    Ordnungssysteme            Ordnungssysteme (z.B.
                    kennen                     Regal, Uhr, Kalender)
                    (Selbst- und               beschreiben und nutzen
                    Sachkompetenz)             können
                    Zahlenverständnis          z.B. Zahl als Anzahl und
                    entwickeln                 Ordnungszahl verwenden
                    (Selbst- und
                    Sachkompetenz)
                    Größenvergleiche           durch Tätigkeiten wie
                    vornehmen und              Messen, vergleichen,
                    Gegenstände nach           wiegen und sortieren
                    Merkmalen                  Merkmale unterscheiden
                    unterscheiden              und beschreiben können
                    (Selbst- und
                    Sachkompetenz)

                                                                                 20
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

                      Raum-Lage-Beziehung      Handelnd erfahrene Raum-
                      erfassen                 Lage-Beziehungen
                                               beschreiben und dabei
                                               Begriffe wie oben, unten,
                      (Selbst- und             rechts und links verwenden
                      Sachkompetenz)           können
                      Wortschatz erweitern     angemessene Verwendung
                      (Selbst-, Sozial- und    von Begriffen im Rahmen
                      Sachkompetenz)           eines sich erkennbar
                                               erweiternden Wortschatzes

 Bildungsbereich      Beispiele für            mögliche                        tatsächliche
                      Inhaltskomponenten       Handlungskomponenten            (geplante)
                      (und Basiskompetenzen)   als operationalisierte          Handlungen der
                                               Kompetenzen                     Kinder/Jugendlichen
                                                                               im Rahmen der
                                                                               Aktivität
 Bewegung             eigene körperliche       erkennbar zunehmende
                      Grenzen kennen und       Bewegungsgenauigkeit,
                      grundlegende              -ökonomie, -fluss und -
                      Bewegungsqualitäten      elastizität, zunehmende
                      erweitern                Spannungsregulation und -
                      (Selbstkompetenz)        anpassung
                      Sensomotorische          Wahrnehmungen
                      Fähigkeiten und          differenzieren und in das
                      Fertigkeiten erweitern   eigene Handeln erkennbar
                      (Selbstkompetenz)        integrieren
                      Psychomotorische         Motorisch koordinative
                      Fähigkeiten und          Grundfähigkeiten als
                      Fertigkeiten erweitern   Grundlage der
                                               Handlungsplanung und
                      (Selbst- und             Handlungssteuerung
                      Sachkompetenz)           erweitern
                      unterschiedliche         Rutschauto, Laufrad, Drei-
                      Fortbewegungsmittel      rad, Roller,Fahrrad, Inliner,
                      kennen und nutzen        Skateboard etc. handelnd
                                               erproben und sachgerecht
                                               nutzen, zunehmende
                      (Selbst- und             Handlungssicherheit im
                      Sachkompetenz)           Umgang mit den Fortbe-
                                               wegungsmitteln zeigen
weitere Bildungsbereiche…

Kompetenzorientierte Lernzielformulierung für geplante Aktivitäten:

Das Kind/der Jugendliche kann/ ist in der Lage          …

und zeigt dies, indem es                                           …

Für eine geplante Aktivität werden 3-4 kompetenzorientierte Lernziele insgesamt
für die Gruppe und exemplarisch für einzelne Kinder/Jugendliche formuliert.

                                                                                  21
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

11 Projekt und Lernwerkstatt

Mit der Umsetzung eines Projektes oder einer Lernwerkstatt weisen Sie im Berufspraktikum
nach, dass Sie in der Lage sind, das Forschende Lernen mit den Kindern und Jugendlichen
über einen längeren Zeitraum auf der Grundlage Ihrer Beobachtungsanalyse prozessorientiert
zu planen und zu gestalten. Zentrales Merkmal Ihrer Arbeit ist die angemessene Partizipation
der Zielgruppe entsprechend des Entwicklungsstandes.
    Als schriftliche Ausarbeitung gibt es die Anforderung, dass Sie die Projektinitiative als
Einstieg in das Projekt mit den Kindern/Jugendlichen schriftlich mit den Vorgaben zur „Planung
eines pädagogischen Lernarrangements“ planen. Wenn Ihr Praxisbesuch zu einem anderen
Zeitpunkt als zur Projektinitiative stattfindet, sind Sie aufgefordert auch diesen
Prozessausschnitt mit Hilfe der bekannten „Planung eines pädagogischen Lernarrangements“
zu planen.
    Zusätzlich geben Sie eine schriftliche Ausarbeitung als Praxismappe ab. Die Inhalte und
den Erwartungshorizont finden Sie im Anschluss. Vergleichbares gilt für die Lernwerkstatt.

11.1 Schriftliche Planung, Dokumentation und Evaluation
     eines PROJEKTES im Berufspraktikum

THEMA auf dem Deckblatt                         Bemerkung
                                                (ergänzt durch Randnotizen in der Praxismappe)

Arbeitstitel des Projektes als Motto (für die   -ist erkennbar erarbeitet mit der Zielgruppe in der
Zielgruppe)                                     Projektinitiative

                                                Das Fachthema benennt:
ergänzt durch einen Untertitel als
Fachthema
(für Eltern und Fachkolleg*innen)

PROJEKTPLANUNG                                  Bemerkung
                                                (ergänzt durch Randnotizen in der Praxismappe)

1.   Auf der Situationsanalyse basierende    Kritische Auseinandersetzung mit
     Auseinandersetzung mit dem              „Zone(n) der nächsten Herausforderung(en)“ für die Gruppe und
     Projektthema                            für einzelne Kinder/Jugendliche;
-    Kurze Beschreibung des Projektthemas
                                             nachweisliche Auseinandersetzung mit der Ausgangslage und
                                             dem theoretischen Bezugsrahmen (insbesondere Bildungs- und
-    Eignung und Relevanz des Themas für die
     Zielgruppe                              Entwicklungsbereiche z.B. nach Crowther) und z.B. auch vor
                                             dem Hintergrund Stamer-Brandt „Themenbedeutung und
                                             Themenauswahl“.

-    Sachanalyse und Bezug zur Zielgruppe       Inwiefern bietet das ausgewählte Thema eine
                                                Ausdifferenzierung bisher vorhandener Kompetenzen für die
                                                Zielgruppe als „Zone der nächsten Entwicklung“?
                                                Die Erläuterung greift erkennbar die Beobachtungsanalyse,
                                                Kenntnisse zu Entwicklungsstufen und zur Progression auf

                                                                                             22
Berufspraktikum - Fachschule für Sozialpädagogik / Berufliches Gymnasium 2020/21

-      Berücksichtigung der didaktischen       Die Planung berücksichtigt erkennbar die didaktischen
       Prinzipien                              Prinzipien
                                               (Lebensnähe, Aktivität, Individualisierung, Partizipation,
                                               mehrkanaliges Lernen und Handlungsorientierung etc.)

-      kompetenzorientierte Zielformulierung   für die Gruppe und exemplarisch für einzelne
                                               Kinder/Jugendliche (entsprechend der Vorgaben zur
                                               kompetenzorientierten Lernzielformulierung)

Planung der Projektinitiative zum              Bemerkung
Projektthema                                   (ergänzt durch Randnotizen in der Praxismappe)

2     Gemeinsamer Klärungsprozess und          Projektinitiative zum Projektthema
      gemeinsame Themenfindung                      Darstellung der gemeinsamen Themenfindung mit der
                                                        Zielgruppe

                                               die altersentsprechende, methodisch gestützte Beteiligung der
                                               Zielgruppe wird deutlich

2.1 Zielformulierung für die Gruppe und für    Orientierung an dem Arbeitsblatt Kompetenzorientierte
    einzelne Kinder / Jugendliche              Lernzielformulierung;
                                               Es werden sowohl für die Gruppe als auch für einzelne
                                               Kinder/Jugendliche nachvollziehbare Ziele formuliert, die in
                                               einem erkennbaren Zusammenhang mit der
                                               Beobachtungsanalyse stehen.
2.2 Didaktische-methodische Verlaufsplanung    Übersicht zu Prozessausschnitten, die erkennbar im Sinne des
                                               forschenden Lernens aufgebaut sind.
2.3 Organisatorische Vorbereitung              Verweis auf Besonderheiten, insbesondere auch zum Thema
                                               „Öffnung nach außen“
2.4 Projektskizze                              Die Projektskizze wurde mit den Kindern/Jugendlichen
    Skizzieren Sie den Verlauf und das         gemeinsam angelegt und im Prozess kontinuierlich
    Ergebnis der gemeinsamen                   weiterentwickelt.
    Projektplanungseinheit als Zeitstrahl,     Methoden der Anschaulichkeit und Visualisierung werden
    Cluster und Mindmap                        genutzt (z.B. Zitate von Kindern, Forschungsfragen,
                                               Hypothesen)
DOKUMENTATION des gesamten                     Bemerkung
                                               (ergänzt durch Randnotizen in der Praxismappe)
Projektprozesses
                                               Fotos der Projektskizze, die in der Einrichtung sichtbar ist
    3. Fotos der Visualisierung des
       Projektprozesses                        Der Lernprozess wird mithilfe der Dokumentation erkennbar und
                                               ist für die Zielgruppe, für die Eltern und für das Team relevant
       Dokumentation des Prozesses             und ansprechend gestaltet.
                                               Es werden mehrere, möglichst vielfältige Methoden genutzt (vgl.
                                               „Kreative Dokumentationsmethoden“)

                                               Anhand von Fotos erfolgt eine nachvollziehbare Darstellung des
                                               Projektablaufes,
                                               der die Phasen der Projektarbeit laut Stamer-Brandt erkennen
                                               lässt.

EVALUATION DES PROJEKTES                       Bemerkung
                                               (ergänzt durch Randnotizen in der Praxismappe)

4. Gesamtreflexion des Projektprozesses        Darstellung der Abschlussreflexion mit der Zielgruppe.
-   Abschlussreflexion mit den
    Projektteilnehmer*innen                    Die Reflexion
                                               -   erfolgt kritisch erörternd
-      Reflexion der Lern- und                 -   verweist auf die unter Punkt 1 aufgezeigten „Zonen der
       Entwicklungsprozesse der Kinder             Entwicklung“ und kompetenzorientierten Lernziele
       /Jugendlichen

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