LIFE NORTHERN BALD IBIS - WIEDERANSIEDELUNG DES WALDRAPPS IN EUROPA - Waldrappteam
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LIFE NORTHERN BALD IBIS
WIEDERANSIEDELUNG DES WALDRAPPS IN EUROPA
JAHRESBERICHT 2018
Flug über den Alpen, Menschengeführte Migration 2018; Foto C Esterer.
With 50 % contribution of the LIFE financial instrument of the European Union (LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis).Mutters, February 2019
Responsible for the content: Johannes Fritz, Head of the Project Management Team, LIFE+ Northern
Bald Ibis (LIFE+12-BIO_AT_000143)
Mobile: +43 676 5503244 | Email: jfritz@waldrapp.eu
Web: www.waldrapp.eu
GER: www.facebook.com/waldrappteam | IT: www.facebook.com/bentornatoibis
EN: www.facebook.com/NorthernBaldIbis
With 50 % contribution of the LIFE financial instrument of the European Union (LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis).Inhalt
1. DEMOGRAPHIE .................................................................................................................................... 2
2. BRUTKOLONIEN KUCHL UND BURGHAUSEN ............................................................................................... 2
3. MIGRATION DER WILDVÖGEL ................................................................................................................. 3
4. KOLONIE ROSEGG ................................................................................................................................. 4
5. MENSCHENGEFÜHRTE MIGRATION .......................................................................................................... 4
6. GRUNDLAGENFORSCHUNG ..................................................................................................................... 5
7. MORTALITÄT ....................................................................................................................................... 5
8. AUGENTRÜBUNG & GPS-TRACKING ........................................................................................................ 6
9. HERAKLION KONFERENZ (GRIECHENLAND) ................................................................................................ 7
10. CHICAGO KONFERENZ UND SYMPOSIUM............................................................................................... 7
11. REASON FOR HOPE FEST TIERPARK ROSEGG .......................................................................................... 7
12. MEDIENPRODUKTIONEN .................................................................................................................... 8
13. LIFE II ANTRAGSTELLUNG .................................................................................................................. 8
14. NACHRUF ....................................................................................................................................... 9
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
11. DEMOGRAPHIE Burghausen und Kuchl zurück (Tab.2). Wie
üblich wurden zusätzlich insgesamt sieben
Ende 2018 gehörten 102 Individuen zur bruterfahrene, nicht-migrierende Waldrappe in
wiederangesiedelten, migrierenden Waldrapp- den Brutgebieten freigelassen, um den
Population, die den vier Brutkolonien laut Tab. Bruterfolg zu erhöhen. Mit Ende der Brutsaison
1 zugeordnet sind. wurde diese so genannte Brutgruppe wieder
Die Gesamtpopulation setzt sich aus 66 eingefangen.
Waldrappen der F0 Generation Insgesamt wurden in zehn Nestern 26
(Gründergeneration; handaufgezogene Vögel) Waldrappe flügge, was einem Durchschnitt von
und 36 Waldrappen der F1+ Generationen 2,6 Küken pro Nest entspricht.
(Wildvögel, in Freiheit geschlüpft und von den
Elternvögeln aufgezogen) zusammen. In diesem Jahr war sowohl die Zahl an
Migranten als auch die Zahl an flüggen
Das Geschlechterverhältnis innerhalb der
Jungvögeln höher als je zuvor. Damit setzte sich
Population ist ausgeglichen (48% weiblich : 52%
der Trend der vergangenen Jahre fort (Abb.1).
männlich).
Kuchl Burghausen Überlingen Rosegg
Jungvögel 9 8 29 2
2. Jahr 0 9 9 0
3. Jahr 7 6 0 0
adult 14 9 0 0
gesamt 30 32 38 2
LIFE+ 35 (-5) 37 (-5) GA 38 (0)
Tab. 1: Demographie Ende 2018; Brutkolonien Kuchl
(Salzburg, Österreich), Burghausen (Bayern,
Deutschland), Überlingen (Baden-Württemberg,
Deutschland) und Rosegg (Kärnten, Österreich); die
Werte in der letzten Zeile sind die Zielzahlen laut Abb. 1: Migration (blaue Linie) und Reproduktion
LIFE+ Antrag (Differenz in Klammer). Der Start einer (orange Linie) in Jahresvergleich. 2015 gab es einen
vierten Kolonie in Rosegg (Tierpark Rosegg) ist im Einbruch, verursacht durch hohe Verluste adulter
LIFE+ Projekt nicht geplant, daher gibt es auch keine Vögel im Herbst 2014.
Zielzahlen.
Die Kuchler Waldrappe brüteten erstmals in
2. BRUTKOLONIEN KUCHL UND BURGHAUSEN den neu installierten künstlichen Felsnischen.
Diese sind der Struktur des Georgenbergs
nachempfunden und sollen den Vögeln den
Wechsel zu natürlichen Felsnischen am
Georgenberg erleichtern. Die Nischen wurden
von den Vögeln sehr gut angenommen.
Erstmals konnte auch beobachtet werden, dass
natürliche Felsnischen von den Waldrappen
inspiziert werden.
Abb. 1: Brutpaar in einer künstlichen Felsnische in
Kuchl (Foto J Fritz).
Im Jahr 2018 kehrten insgesamt 21 Waldrappe
selbständig in die beiden Brutgebiete in
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
2Burghausen Kuchl Rosegg Summe
Frühjahrsmigration 10 11 21
Reproduktion 12 14 26
(4 Nester) (6 Nester)
Reinforcement 2 2 4
Jungvögel Rosegg 2 2
Herbstmigration 17 22 2 41
(8 adult/9 juv) (11 adult/11juv) (0ad/2juv)
nicht migriert 0 0 0 0
Verluste 8 4 0 12
Tab. 2: Migration und Reproduktion. Die Überlinger
Kolonie ist in der Statistik nicht angeführt, da dort
noch keine Migration und Reproduktion erfolgt. Zu
Abb. 2: Künstlicher Brutfelsen und sanierter „Reinforcement“ siehe Kapitel 3, zu Jungvögel
Lagerschuppen in Kuchl; Foto J Fritz. Rosegg siehe Kapitel 4.
Die zentrale und attraktive Lage der Brutkolonie Wie in den Vorjahren haben sich die Vögel
in Burghausen im Kontext der historischen beider Brutgebiete ab September großteils
Burganlage interessiert Vogelfreunde in nahe dem Flughafen Salzburg gesammelt. Von
zunehmenden Umfang und fördert den dort wurden ab Ende Oktober wieder mehrere
Ökotourismus in der Region. Bei der Brutanlage kleinräumige Transfers durchgeführt, um die
wurden im vergangenen Jahr 822 Besucher selbständige Migration der Waldrappe
gezählt, ein wesentlicher Teil davon kam auszulösen. Insbesondere wurden insgesamt 13
insbesondere wegen der Waldrappe nach Vögel (11 adulte/2 juvenile) über den Brenner
Burghausen. nach Sterzing transferiert. Diese so genannte
induzierte Migration wird seit mehreren Jahren
praktiziert, um zu vermeiden, dass sich die
Vögel allzu lange nördlich der Alpen aufhalten
und es durch einen Wintereinbruch zu
Verlusten kommt. Wir gehen davon aus, dass
sich diese Maßnahme in den nächsten Jahren
erübrigt.
Ein Highlight der Herbstmigration war eine
Abb. 3: Erster Bürgermeister Steindl und Vertreter Formation aus zwei adulten Leitvögeln und
der Stadtregierung und des Tourismus mit dem neu sechs Jungvögeln, die innerhalb von zwei Tagen
erschienen Image-Buch der Stadt Burghausen, in vom Alpennordrand bis in das Wintergebiet
dem der Waldrapp prominent präsent ist; Foto O flogen. Am zweiten Tag wurde die bislang
Habel.
längste bei Waldrappen bekannte
Tagesflugdistanz von 400 km zurückgelegt.
3. MIGRATION DER WILDVÖGEL
In diesem Jahr wurde erstmals ein so genanntes
Die Zahl selbständig migrierender Wildvögel im
Reinforcement durchgeführt (Tab.2). Darunter
Frühjahr (N=21) und im Herbst (N=41) war
verstehen wir die Freilassung von Jungvögeln
höher als je zuvor (Tab.2). Hinzu kommt, dass
aus Zookolonien im Brutgebiet. Diese
insgesamt 22 Jungvögel das Wintergebiet
Maßnahme dient der Optimierung der
erreichten und kein einziger Vogel nördlich der
genetischen Variabilität. Vier Jungvögel aus
Alpen zurückblieb.
dem Zoo Zürich wurden im Juli freigelassen. Sie
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
3schlossen sich den Wildvögeln an, zwei
erreichten das Wintergebiet.
4. KOLONIE ROSEGG
Im Tierpark Rosegg in Kärnten gibt es eine
Brutkolonie, die während der Vegetationszeit
im Freiflug gehalten wird. Der überwiegende
Teil der Jungvögel für unsere Handaufzucht
stammte in den letzten Jahren aus dieser
Kolonie.
Im Zuge der Planung eines zweiten LIFE- Abb. 1: Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg
zogen zum fünften Mal eine Waldrapp-Gruppe auf; Foto: J
Projekts entstand das Vorhaben, einen Fritz.
zunehmenden Teil der Rosegger Waldrappe in
unsere migrierende Wildkolonie zu integrieren. Die erste Phase der Handaufzucht fand im
Dazu sollen ab 2020 verschiedene Maßnahmen Tiergarten Schönbrunn in Wien statt. Am 25.
gesetzt werden, damit Rosegger Jungvögel Mai erfolgte der Transfer der Vögel ins
eigenständig das Wintergebiet in der Toskana Trainingscamp Hödingen bei Überlingen am
erreichen. Bodensee.
Im Oktober 2018 flogen 10 Jungvögel
selbständig aus Rosegg ab und wurden kurz
darauf nahe Rom gesichtet. Anfang Dezember
kam dann neuerlich eine Sichtmeldungen aus
den Abruzzen. Infolge konnten zwei Jungvögel
eingefangen und in die Wildkolonie im
Wintergebiet integriert werden.
Damit ist der Beginn der Gründung einer
wildlebenden, migrierenden Brutkolonie in
Rosegg vorweg genommen und soll 2019 Abb. 5: Flug auf 2.600 Meter Seehöhe hoch über dem
Alpenhauptkamm; Foto C Esterer.
fortgesetzt werden.
Wie schon im Vorjahr erfuhr das Team
5. MENSCHENGEFÜHRTE MIGRATION
vielfältige Unterstützung durch die Stadt
2018 wurden 33 Waldrappküken aus den Überlingen und den Verein zur Erhaltung der
Kolonien des Tierpark Rosegg (N=30) und der Kulturlandschaft in Hödingen e.V. Von Ende Mai
Konrad-Lorenz Forschungsstelle (N=3) bis Anfang August besuchten insgesamt rund
entnommen und von „CorAnne“ (C Esterer, AG 2.000 Personen das Trainingscamp.
Schmalstieg) aufgezogen.
Am 15. August startete die menschengeführte
Migration. Innerhalb von zwei Wochen und fünf
Flugetappen erreichte das Team das
Wintergebiet WWF Oasi Laguna di Orbetello
(Abb.6).
Das Team überflog den Alpenhauptkamm in
zwei Etappen und erreicht dabei eine Flughöhe
von bis zu 2.600 m. Wie schon in den Vorjahren
kam es in Südtirol wieder zu einer Steinadler-
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
4Attacke, es gab jedoch keine Verluste. Dafür Während der menschengeführten Migration
wurden an einem Zwischenstopp erstmals zwei erfolgten dafür Datennahmen mit
Jungvögel durch einen Fuchs verletzt, einer hochfrequenten GPS-Datenloggern.
starb kurz darauf. Letztlich erreichten 29
Außerdem wurden im Rahmen einer
handaufgezogene Jungvögel das Wintergebiet.
Kooperation mit der ICARUS-Global
Observation System GmbH verschiedene
Prototypen von ICARUS-Tags (einer neuen
Trackingtechnologie) getestet.
Abb. 6: Optimierung der menschengeführten
Migration; die Anzahl der Flugetappen (blaue Linie) Abb. 8: Prototyp eines ICARUS-GPS Senders in Form eines
konnte kontinuierlich reduziert und die Zahl der Fußrings (ca. 10g); Foto C Esterer.
teilnehmenden Jungvögel (orange Linie) erhöht
werden. 7. MORTALITÄT
6. GRUNDLAGENFORSCHUNG 2018 lagen die Verluste bei 46 Individuen.
Jungvögel waren mit 37% die Altersgruppe mit
Im Juni 2018 startete ein dreijähriges
der höchsten Verlustrate. In 33 der 46 Fälle
Forschungsprojekt, das vom Österreichischen
(72%) ist die Todesursache bekannt.
Wissenschaftsfonds finanziert wird (FWF
P30620-BBL).
Abb. 7: Aktivierung der GPS-Logger für die Datennahme;
v.l. Emanuel Pixner (Technischer Assistent); Elisa Perinot
(PhD), Helena Wehner (Volontärin); Foto J Fritz. Abb. 9: Todesursachen 2018 (N=33); 13 Fälle mit
unbekannter Ursache sind nicht in die Analyse mit
Im Rahmen des Projekts wollen die beiden PhD- einbezogen.
Studentinnen Ortal Rewald und Elisa Perinot Bei den 33 Todesfällen mit bekannter Ursache
Kosten und Nutzen des Formationsflugs anhand ist Stromschlag an ungesicherten Masten von
der Modelltierart Waldrapp weiter erforschen. Mittelspannungsleitungen die häufigste
Betreut werden die Arbeiten an der Universität Todesursache (40%), gefolgt von Prädation
Wien und der Veterinär-Universität Wien. Die (36%).
wissenschaftliche Leitung erfolgt durch
Bernhard Völkl von der Universität Bern.
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
5Beginn des LIFE-Projekts 2014 liegt die 8. AUGENTRÜBUNG & GPS-TRACKING
Verlustrate durch Illegale Vogeljagd bei 17%
(2018: 15%). Diese Rate ist deutlich geringer als
vor 2014. Durch umfassende Maßnahmen im
Rahmen des LIFE-Projekts konnten wir somit die
Abschussrate in Italien substanziell reduzieren.
Differenziert man die Mortalität in der LIFE-
Periode ab 2014 nach Staaten, dann ist in Italien
die illegale Jagd mit einem Anteil von 31% der
Abb. 11: Fortgeschrittene Augentrübung bei einem
Verluste nach wie vor die primäre Jungvogel (Foto D Trobe).
Mortalitätsursache. In Österreich hingegen ist
Stromschlag an Mittelspannungsleitungen mit 2018 kam es bei 10 Waldrappen zu einseitigen
einem Anteil von 45% die primäre Hornhaut-Trübungen. Dieses Phänomen ist uns
Mortalitätsursache. seit 2017 bekannt. Die Ursache blieb bislang im
Wesentlichen ungeklärt, steht aber eindeutig in
Zusammenhang mit der Anbringung von GPS-
Sendern im oberen Bereich des Rückens der
Vögel. Entfernt man die Sender oder bringt sie
weiter hinten am Rücken an (Legloop), dann
regeneriert sich das Auge rasch. Tut man das
aber nicht, kann es zu irreversiblen Schäden
und einseitiger Erblindung kommen.
Abb. 10: Ende Juli kamen im Gemeindegebiet von
Hochburg-Ach in Oberösterreich innerhalb von zwei Tagen
fünf unserer Waldrappe an einem ungesicherten Masten
einer Mittelspannungsleitung um.
Ein besonders tragischer Fall von Stromtod
ereignete sich in Hocburg-Ach in
Oberösterreich (Abb.10). Der betreffende Abb. 12: Ein kausaler Zusammenhang wird verständlich,
Strommast wurde daraufhin von der Netz wenn man in Betracht zieht, dass die Vögel mit dem Kopf
am Rücken schlafen und dabei ein Auge nahe am Sender
Oberösterreich GmbH umgehend provisorisch
liegt (Foto D Trobe).
gesichert. Die Sicherung aller risikoreichen
Strommasten im Gemeindegebiet von Das Problem haben wir bei den Waldrappen
Hochburg-Ach wurde für die nächsten Jahre inzwischen durch entsprechendes Monitoring
vereinbart. Auch in anderen Regionen in und die alternative Anbringung der Sender
Salzburg, Tirol und Kärnten sollen in den weitgehend im Griff. Allerdings ist der
nächsten Jahren risikoreiche Strommasten Waldrapp auch in diesem Zusammenhang als
gesichert werden (siehe Kapitel 13). Indikatorart zu sehen. Es ist davon auszugehen,
dass Augentrübungen infolge von
Bei unseren Initiativen gegen Stromtod in
Besenderungen auch bei anderen Arten
Österreich und gegen illegale Vogeljagd in
auftreten. Deshalb untersuchen wir das
Italien sind die Waldrappe eine ideale
Phänomen weiter und arbeiten an einer
Indikatorart. Die Maßnahmen dienen dem
Publikation.
Schutz vieler Vogelarten.
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
69. HERAKLION KONFERENZ (GRIECHENLAND) Lincoln Park Zoo in Chicago teil und
Gemeinsam mit dem LIFE-Projekt European präsentierten das Projekt in Form von fünf
Network of Prosecutors for the Environment Postern.
(ENPE) und dem LIFE-Projekt „Natura Themis“ Im Anschluss an diese Konferenz organisierte
organisierte und veranstaltete das Waldrapp- unser Team im Lincoln Park Zoo ein eintägiges
LIFE-Projekt eine internationale Konferenz zum Symposium zum Thema Reintroduction of
Thema Protecting habitats and endangered Migratory Birds.
species in Europe through tackling
environmental crime.
Abb. 14: Teilnehmer des Symposiums in Chicago 2018; Foto
M Unsöld.
Abb. 13: Teilnehmer der Kreta-Konferenz in Heraklion im
Oktober 2018. 25 Teilnehmer präsentierten verschiedene
Die Konferenz mit 104 Teilnehmern von 56 Projekte mit unterschiedlichen Zugvogelarten
Organisationen und aus 25 Ländern fand am wie dem Schreikranich (Grus americana), der
23./24. Oktober in Heraklion (Kreta) statt. Asiatische Kragentrappe (Chlamydotis
Unsere Delegation umfasste neben eigenen macqueenii), dem australischen
Teammitgliedern auch italienische Goldbauchsittich (Neophema chrysogaster)
Rechtsanwälte, Staatsanwälte, Forensiker, oder dem Seggenrohrsänger (Acrocephalus
Polizeiorgane sowie Vertreter mehrere paludicola). Zu den sehr regen Diskussionen
italienischer NGOs. trugen auch Mitglieder der IUCN Conservation
Translocation Specialist Group bei.
Die illegale Jagd auf bedrohte Tierarten wie den
http://waldrapp.eu/index.php/en/science/symposium-
Waldrapp bildete ein Schwerpunktthema der
chicago-2018
Konferenz, mit Vorträgen zu Best-Practice
Methoden bei der Ermittlung und 11. REASON FOR HOPE FEST TIERPARK ROSEGG
Strafverfolgung, zu innovativen Ansätzen zur Am 12./13. Mai organisierte das LIFE-
Eindämmung von Umweltkriminalität und zu Projektteam in Zusammenarbeit mit dem
neuen Technologien. Die Kooperationen mit Tierpark Rosegg ein terminlich mit dem jährlich
ENPE und anderen Organisationen sollen stattfindenden World Migratory Bird Day
fortgeführt werden. Unsere Kampagne in Italien abgestimmtes Reason for Hope-Fest.
wird zunehmend zu einem Best-Practice Modell
im Kampf gegen Umweltkriminalität auf Die Besucher des Tierparks hatten die
europäischer Ebene. Möglichkeit, sich umfassend über das
Waldrapp-Projekt zu informieren. Neben einem
http://waldrapp.eu/science/conference-crete-2018/
Informationsstand, Vorträgen,
10. CHICAGO KONFERENZ UND SYMPOSIUM Kurzpräsentationen und Führungen zur
Rosegger Waldrapp-Kolonie kamen vor allem
Im November 2018 nahmen fünf Mitglieder
auch die kleinen Tierpark-Besucher nicht zu
unseres Teams an der 2nd International Wildlife
kurz. Sie konnten selbst versuchen, wie
Reintroduction Conference der IUCN
Waldrappe nach Nahrung zu stochern, eigene
Conservation Translocation Specialist Group im
Waldrapp-Masken basteln oder mithilfe der
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
7App Animal Tracker auf die Suche nach Fritz et al. (2019) Back into European Wildlife: The
Waldrappen in Europa gehen. Reintroduction of the Northern Bald Ibis (Geronticus
eremita). Bookchapter in: Scientific Foundations of
Zoos and Aquariums: Their Role in Conservation and
Research (Allison Kaufman, Meredith Bashaw, Terry
Maple Editors), Cambridge University Press; ISBN 978-
1-10719919-4.
13. LIFE II ANTRAGSTELLUNG
Das aktuelle LIFE-Projekt endet im Dezember
2019. Wir haben 2018 ein sehr umfangreiches
Konzept für eine zweite LIFE-Periode
ausgearbeitet und eingereicht. Mit einer
Entscheidung der Europäischen Kommission ist
Abb. 14: Im Rahmen des Reason for Hope Festes 2018 im im Frühjahr 2019 zu rechnen.
Tierpark Rosegg gab es reichlich Gelegenheit, den
Waldrapp und das LIFE-Projekt besser kennenzulernen; Das Projekt soll von 2020 bis 2027 laufen und
Fotos B Gönner. gemeinsam mit 11 Partnern aus Deutschland,
Österreich, Italien und der Schweiz umgesetzt
12. MEDIENPRODUKTIONEN
werden. Das Konzept sieht die folgenden vier
Das öffentliche und mediale Interesse am Module vor:
Waldrapp-Projekt war auch 2018 wieder sehr
hoch. Modul I: Wiederansiedelung der Waldrappe
Weiterer Aufbau einer selbständig
Es fanden Dreharbeiten für 13 unterschiedliche überlebensfähigen und migrierenden
TV-Produktionen statt, unter anderem für Waldrapp-Population in Europa; Erweiterung
National Geographic, „SternTV“ (RTL) mit Live von bislang drei auf fünf Brutkolonien.
Aufritten von J Fritz und AG Schmalstieg oder
„Theos Tierwelt“ (WDR/ARTE) mit dem Kölner Modul II: Kampagne gegen illegale Vogeljagd
Zoodirektor Theo Pagel. Nachhaltige Reduktion der Jagd auf Waldrappe
und andere geschützte Zugvogelarten in Italien;
Außerdem wurden mehr als 150 Entwicklung von Best-Practice Methoden im
Printmedienproduktionen registriert, unter Kampf gegen Umweltkriminalität, mit dem
anderem in der Neuen Zürcher Zeitung, Spiegel, Waldrapp als Indikatorart.
Yale Environment und The Guardian. Zudem
Modul III: Maßnahmen gegen Stromtod
fanden eine Reihe von Aufnahmen für
Sicherung von Masten an
Radiobeiträge statt, u.a. mehrere Live-
Mittelspannungsleitungen in Österreich
Interviews mit BBC World.
(Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und Tirol)
Drei wissenschaftliche Beiträge wurden und Italien (Toskana); Initiieren von
veröffentlicht (s.u.). Zudem wurden Beiträge Sicherungsmaßnahmen in Frankreich.
auf fünf internationalen Kongressen
Modul IV: Instant Poaching Alert System (IPAS)
präsentiert. Entwicklung und Anwendung eines
Spergser et al. (2018): The cultivable autochthonous elektronischen Systems zur Echtzeit-
microbiota of the critically endangered Northern bald Alarmierung beim Abschuss des
ibis (Geronticus eremita). PLoS ONE 13(4): e0195255. Trägerindividuums; um eine vielfältige
https://doi.org/10.1371/journal.
Wirtz et al (2018): Optimizing the genetic management of
Anwendung zu sichern, sollen neben dem
reintroduction projects: genetic population structure Waldrapp noch europäische Großkarnivore und
of the captive Northern bald ibis population. Geier als Modelltierarten mit einbezogen
Conservation Genetics 19/ 4: 853–864. werden.
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
814. NACHRUF
Am 12. Februar 2019 starb Fabio Perco, ein
bekannter und gut vernetzter italienischer
Ornithologe und Ökologe mit einer
unerschöpflichen Leidenschaft für die Natur
und die Tierwelt.
Fabio war insbesondere zu Beginn des
Waldrapp-Projektes ein sehr engagierter
Partner und eine unerschöpfliche Quelle von Fabio wird uns mit seiner inneren Ruhe und seinem
ironischen Lächeln immer im Gedächtnis bleiben.
Inspiration.
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
9HLM Team 2018
Partner & Förderer 2018*
Alpenzoo Innsbruck | BUND Naturschutz in Bayern e.V. | Förderverein Waldrappteam | Grovni-Stiftung
| Hans und Helga Maus Stiftung | Heinz-Sielmann-Stiftung | HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung |
Konrad Lorenz Forschungsstelle | Land Salzburg | Maria Schram | Parco Natura Viva | Stadt Burghausen
| Stadt Überlingen | Tiergarten Schönbrunn | Tierpark Hellabrunn München | Tierpark Rosegg | Verein
für Tier- und Naturschutz in Österreich | WWF Deutschland | zooschweiz
Wir bedanken uns außerdem sehr herzlich bei allen Mitarbeitern, Volontären, Helfern und Paten für
die tatkräftige und wertvolle Unterstützung im letzten Jahr*!
* Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird hier nur ein Auszug genannt bzw. auf die Namensnennung einzelner Personen
verzichtet.
Jahresbericht 2018 | Reintroduction of the Northern Bald Ibis | LIFE+12-BIO_AT_000143, LIFE Northern Bald Ibis | Waldrappteam
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