Löwenzahn Aktueller Stand zur Neukonzipierung des Naturkundemuseums Seite 4 Stadtrat beschließt Verkehrsszenario Seite 5 Kurze Schulwege für ...

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        Mitteilungsblatt der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat zu Leipzig _Heft 03 | 2018

Aktueller Stand zur Neukonzipierung des Naturkundemuseums  Seite 4
Stadtrat beschließt Verkehrsszenario  Seite 5
Kurze Schulwege für Grundschulkinder!  Seite 6
Löwenzahn Aktueller Stand zur Neukonzipierung des Naturkundemuseums Seite 4 Stadtrat beschließt Verkehrsszenario Seite 5 Kurze Schulwege für ...
Städtepartnerschaft nach
 KOMMENTAR

                                               Russland soll kulturelle
                                               und menschliche
                                               Begegnung fördern

                                               Anders als viele Städte in Deutschland hat Leipzig keine Partnerstadt in der
                                               Russischen Föderation. Gerade in Zeiten angespannter Beziehungen zwischen
                                               dem Westen und Russland stellte DIE LINKE im Stadtrat, angeregt durch en-
 Dem rechten Zeitgeist                         gagierte Initiativen, den Antrag, eine geeignete Partnerstadt in Russland zu
 widersprechen                                 finden. Das hat weder etwas mit Sympathien für die russische Regierung zu
                                               tun noch mit Wegsehen bei politischen Zuständen in der Russischen Föderati-
 Seit den Ereignissen in Chemnitz und Kö-      on. In der Debatte wurde mit derartigen Behauptungen versucht, die Unnötig-
 then rückt die Wahrnehmung der Sicher-        keit unseres Antrages zu begründen. Wir gehen davon aus, was unserer Stadt
 heit mehr in den Mittelpunkt der Öffent-      langfristig gut tun würde, wie sie ihre besonderen Traditionen, Potenziale und
 lichkeit. Dabei ist jede Straftat, egal ob    ihre Bedeutung nutzen kann, um verstärkte internationale Beziehungen nun-
 gegen Menschen oder Sachen gerichtet, zu      mehr auch in den Osten Europas herzustellen.
 verurteilen. Im demokratischen Deutsch-
 land gibt es dafür aber eine Gewaltentei-     Positive wie tragische geschichtliche Berührungen mit Russland sind in Leip-
 lung. Demnach sind die Strafverfolgungs-      zig präsent, so z. B. Völkerschlacht, Messe, Migration der Vor- und Nachwen-
 behörden und die Gerichte zuständig. Mit      dezeit. Aus keinem anderen Land kommen so viele Leipzigerinnen und Leipzi-
 Sorge erfüllt mich aber, dass es eine Art     ger mit Migrationshintergrund wie aus Russland. In binationalen Familien wird
 von selbstverständlicher Selbstjustiz gibt,   Zweisprachigkeit gelebt, viele haben in Leipzig Russisch gelernt oder studiert.
 dass Menschen diese Taten zum Anlass          Leipzig ist Standort eines namhaften Slawistikinstituts und eines russischen
 nehmen, um ihrer rechten Gesinnung frei-      Generalkonsulats. Bildungseinrichtungen, Vereine, Unternehmen und viele
 en Lauf zu lassen. Dabei kann nicht unter-    Privatpersonen pflegen längst Beziehungen nach Russland. Wir haben diesbe-
 schieden werden, ob es sich um besorgte       züglich in Leipzig ein riesiges Potenzial, das wir angerissen haben, aber nicht
 Bürger oder Neonazis handelt. Wer Chem-       einmal annähernd nutzen. Der Vorwurf der Künstlichkeit einer solchen Part-
 nitz und Köthen gesehen hat, wird feststel-   nerschaft „von oben“ war daher ein vorgeschobenes Argument.
 len, dass die Hooligans und Neonazis das
 Geschehen vor Ort bestimmt haben. Und         Städtepartnerschaften sind für viele auf parallelen Feldern arbeitende Ein-
 ob der Verfassungsschutzchef Maaßen           richtungen und Initiativen ein Rahmen der Begegnung. Die Verwaltungsspitze
 das nun bestreitet, ist egal. Es gab einen    pflegt bereits spezielle Beziehungen zu Moskau. Das ersetzt jedoch nicht den
 marodierenden rechten Mob in Chemnitz,        Effekt einer vertieften Partnerschaft mit einer Stadt etwa gleicher Größe und
 der sich mit dem der Demonstration der        mit ähnlichen kommunalen Problemen. Von solchen haben viele bereits eine
 AfD vereinigt hat. Damit ist die Maske der    deutsche Partnerstadt. Schon von daher muss man eine geeignete und gewill-
 AfD, sie sei demokratisch und gewaltfrei      te Stadt suchen, nicht etwa, weil es egal wäre, welche Stadt in Frage kommt.
 unterwegs, endgültig gefallen.
                                               Die Mehrheit des Stadtrates hat die Chance, die unser Antrag bot, nicht er-
 In Leipzig, wo die Stadtgesellschaft und      kannt oder erkennen wollen und ihn abgelehnt. Das Anliegen verbesserter
 verschiedene Akteure immer wieder alten       Beziehungen zu Russland darf den weltoffenen Parteien nicht entgleiten. Zwi-
 und neuen Nazis die rote Karte gezeigt        schenmenschliche Begegnungen können Kanäle öffnen, die sonst versagt
 haben, gibt es keinen Nährboden für solch     sind.
 ausuferndes, rechtes Marodieren. Das ist                                                                   Marco Götze
 es, was ich an Leipzig so schätze. Neh-
 men wir die Sorgen, Nöte und Ängste der
 Menschen ernst, aber verleugnen wir nicht
 unsere Herkunft und unsere Meinung.

                           Sören Pellmann

              2_
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Mitteilungsblatt der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat zu Leipzig _Heft 03 | 2018

                                       Politisches Gedenken in Gdańsk
                                                     – Ein Reisebericht

Ende August nahmen Marco Götze und           für die Regierungspar-
ich an einer Delegationsreise der Stadt      tei PiS ist es wichtig,
Leipzig nach Gdańsk/Danzig teil. Die         liberale Hochburgen,
insgesamt 50 Teilnehmenden mit Ober-         zu denen auch Gdańsk
bürgermeister Burkhard Jung an der           gehört, einzunehmen.
Spitze und Kulturbürgermeisterin Skadi       Auch in der Förderpoli-
Jennicke waren Stadträt*innen, Fachleu-      tik der Regierung wer-
te der Verwaltung, Mitglieder der Initi-     den schon jetzt große
ativgruppe „Tag der Friedlichen Revolu-      Unterschiede gemacht,
tion – Leipzig 9. Oktober“ und andere        ob es sich um ein pro-
Leipziger*innen, denen der Anlass der        europäisches Projekt
viertägigen Reise wichtig ist. Auch eine     oder ein nationales
Truppe Pfadfinder*innen war dabei. Ar-       (nationalistisches) Pro-
beitsschwerpunkt der Reise waren Fra-        jekt handelt. Ungläubig
gen des politischen Gedenkens. In Leipzig    staunten wir, dass be-
ist noch immer die Frage eines eventuel-     reits dieses Treffen der
len Freiheits- und Einheitsdenkmals un-      Städtefreundschaft von
geklärt, steht im nächsten Jahr der 30.      einigen Stimmen als an-
Jahrestag der Friedlichen Revolution an.     tipolnisch kritisch gese-
Der Matthäikirchhof soll ein „Forum für      hen wird.
Freiheit und Bürgerrechte“ werden. Um
sich diesen Problemen praktisch zu nä-       Ergebnis der Reise war
hern, besuchten wir die mit ca. 470.000      die Unterzeichnung ei-
Einwohner*innen sechstgrößte Stadt Po-       ner Absichtserklärung        ▲ Zeremonie auf der Westerplatte in Erinnerung an den Überfall Hitler-
lens, die Bernsteinhauptstadt der Ostsee.    über die Zusammenar-         deutschlands auf Polen am 1. 9. 1939.
                                                                          ▼ Europäisches Zentrum für Solidarität in Gdańsk
                                             beit der Städte Gdańsk
In Gdańsk steht seit 2014 ein großer ros-    und Leipzig durch den
tiger Bau, das Europäische Zentrum der       Stadtpräsidenten Pawel
Solidarność (ECS) – gefördert mit 51 Mio.    Adamowicz und Ober-
Euro der EU. Er beherbergt eine Dauer-       bürgermeister Burkhard
ausstellung zur 1980 gegründeten Ge-         Jung. Dieser sehr allge-
werkschaft Solidarność sowie ein Archiv,     mein gehaltenen Erklä-
eine Bibliothek und ein Bildungszentrum.     rung müssen aber kon-
Es gibt einen Vortragssaal und weitere       krete Taten folgen.
Räume für Veranstaltungen, Treffen so-
wie für die Arbeit von nichtstaatlichen      Besonders beeindru-
Organisationen. Das alles haben wir uns      ckend war unser Besuch
genau angeschaut, diskutiert und hin-        auf der Westerplatte,
terfragt. Sicher wird es auch in unserer     der vorgelagerten Halb-
Stadt eine sehr spannende Diskussion         insel zwischen Ostsee und Hafenkanal.              Vertreter der Kirchen wurden Ehrensal-
geben, und es wird Jahre dauern, bis die     Dort findet an jedem 1. September um               ven abgefeuert. Selbstverständlich ha-
Vorhaben realisiert sind.                    4.45 Uhr im Dunkeln, mit Fackeln und viel          ben wir für die Stadt Leipzig einen Kranz
                                             Uniformen das Gedenken an den verbre-              am Denkmal abgelegt. Und immer gilt:
Besorgt hörten wir Berichte über die ak-     cherischen Überfall Deutschlands auf Po-           Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
tuelle politische Situation in Polen. Ende   len statt. Nach Worten des Mahnens und
Oktober gibt es Kommunalwahlen, und          Erinnerns durch staatliche Redner und                                              Beate Ehms
Löwenzahn Aktueller Stand zur Neukonzipierung des Naturkundemuseums Seite 4 Stadtrat beschließt Verkehrsszenario Seite 5 Kurze Schulwege für ...
Jetzt geht es darum, gründlich und abgestimmt
                   eine Lösung zu finden
                   Zum aktuellen Stand der Neukonzipierung des Naturkundemuseums
                   sprach Dr. Dieter Janke mit der Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke

Nach der großen Euphorie vor zwei Jah-                                                        Theater der Jungen Welt neue Spielstät-
ren, als der Umzug des Naturkundemu-                                                          ten. Das ist ein Mehrwert für die Leipzi-
seums in die Halle 7 der Baumwollspinne-                                                      ger Stadtgesellschaft, über den ich mich
rei beschlossen wurde, kam nunmehr die                                                        sehr freue.
ernüchternde Botschaft von der Verwal-
tungsspitze, aus dem geplanten Neustart                                                       Wie sehen die nächsten Schritte aus, um
wird nichts. Welche Gründe hat der plötz-                                                     das Museum dennoch aus dem Dornrös-
liche Sinneswandel?                                                                           chenschlaf zu holen?
Glauben Sie mir, es wird für alle Beteiligten                                                 Der Prinz ist ja schon da. (lacht) Mit Mu-
keine leichte Entscheidung. Als Stadträtin      genannten Kostenauswüchse während             seumsdirektor Dr. Leder, der den bishe-
habe ich mich 2016 für den Standort Na-         der Bauphase bekannt würden. Dann             rigen Prozess konstruktiv begleitete und
turkundemuseum in der Halle 7 auf dem           gäbe es kein Zurück mehr. Erst mit Vorlie-    auch zu dem Entscheidungsvorschlag der
Areal der Leipziger Baumwollspinnerei           gen der Leistungsphase 2 gibt es eine Ent-    Verwaltung für den Stadtrat steht, haben
eingesetzt. Ich stehe als verantwortliche       scheidungsgrundlage. Über diese haben         wir einen Mann an Bord, der die inhaltli-
Kulturbürgermeisterin 2018 zu der Ent-          wir den Stadtrat und die Öffentlichkeit       che Arbeit des Museums innerhalb Leip-
scheidung, dass dieses Projekt nach dem         zeitnah und transparent informiert. Und       zigs, aber auch darüber hinaus weiterent-
Vorliegen der aktuellsten Kostenschät-          es ist Sinn und Zweck der Planungspha-        wickeln wird. Die Besucherzahlen steigen,
zung nicht zumutbar ist. Der Planungsbe-        se, innehalten und umsteuern zu können.       die Neugier auf die herausragende Samm-
schluss von Anfang 2016 sah Gesamtkos-          Insofern ist es ehrlicher, jetzt den Grund-   lung wächst. Ja, es gibt jetzt noch einmal
ten in Höhe von rund 10,1 Mio. Euro vor,        satzbeschluss gemeinsam mit dem Stadt-        eine Übergangsphase, in der das großar-
die Planungen laut Leistungsphase 2 spre-       rat zu hinterfragen und neu zu denken.        tige Team um Dr. Leder mit innovativen
chen nun von rd. 37 Mio. Euro. Die Gründe                                                     Ideen im Sinne der Besucher/-innen da-
dafür sind vielfältig und hier und da klein-    Außer Spesen nichts gewesen? Welche           für sorgen wird, dass der Druck auf eine
teilig, liegen aber vor allem im statischen     Mittel wurden bislang für das Projekt ver-    räumliche Lösung nicht nachlässt.
Bereich, insbesondere bei den tragenden         wendet?
Baulasten. Es müssten alle Decken sta-          Das Sprichwort trifft hier nur bedingt zu.    Mit welchem Zeithorizont müssen die Leip-
tisch ertüchtigt und die Säulen teilweise       Bis jetzt sind 512.000 Euro aufgewendet       zigerinnen und Leipziger nunmehr rechnen
verbreitert werden. Durch diese Maßnah-         worden, unter anderem für die Planungs-       und bleiben die ursprünglich veranschlag-
me reduzierte sich die vorhandene Flä-          leistung, die begleitende Projektsteue-       ten 10,1 Mio. Euro für einen neuen Stand-
che für die Ausstellung. Weiterhin gäbe es      rung und die vertiefende Ausarbeitung         ort erhalten?
Probleme bei der Medienführung, die zur         des Museumskonzeptes. Planung und Pro-        Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es unseri-
Nutzungseinschränkung der Kellergewöl-          jektsteuerung waren zwingend, um eine         ös, einen fertigen Plan B mit belastbaren
be führte. Eine Kostensteigerung von 371        Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Die       Kosten vorlegen zu wollen. Jetzt geht es
Prozent ist aus Sicht der Verwaltungsspit-      Museumsplanung, die sich bislang auf          darum, gründlich und abgestimmt eine
ze dem Steuerzahler nicht vermittelbar.         konzeptionelle Aufarbeitung der Samm-         Lösung zu finden, die aus dem bisheri-
                                                lung konzentriert, werden wir fortsetzen.     gen Prozess lernt. Es kann nicht im Sinn
Wer trägt für die offensichtliche Fehlpla-      Denn dass wir eine zukunftsfähige Lösung      der Sache sein, aktionistisch den nächs-
nung die Verantwortung?                         für das Naturkundemuseum benötigen,           ten Standort aus dem Hut zu zaubern, mit
Die Frage ist berechtigt. Dem Grundsatz-        bleibt nach wie vor eine dringliche Her-      dem wir und die Leipzigerinnen und Leip-
beschluss im Januar 2016 lag lediglich          ausforderung.                                 ziger womöglich erneut enttäuschen müs-
eine grobe Machbarkeitsprüfung zugrun-          Und vergessen wir nicht den Ausgangs-         sen. Die langwierige und zähe Standort-
de. Eine belastbare Planung mit Kosten-         punkt der Idee „Halle 7“: Im ersten Quar-     suche vor 2016 hat Spuren im kollektiven
schätzung liegt erst jetzt vor. Von Fehl-       tal des kommenden Jahres eröffnen das         Gedächtnis der Leipziger hinterlassen.
planung müssten wir sprechen, wenn die          LOFFT, das Leipziger Tanztheater und das      Das wollen wir nicht wiederholen.
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Mitteilungsblatt der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat zu Leipzig _Heft 03 | 2018

                                        Ein Schritt in die richtige Richtung
             Weichen bis 2030 gestellt – Stadtrat beschließt Verkehrsszenario

                                                                                              das Nachhaltigkeitsszenario. Die Frak-
                                                                                              tion DIE LINKE hatte schon vor Mona-
                                                                                              ten bekräftigt, dass jenes neben dem
                                                                                              Gemeinschaftsszenario das Einzige
                                                                                              zukunftsweisende ist. Denn mit dem
                                                                                              Nachhaltigkeitsszenario ist es möglich,
                                                                                              den Lärm und den Schmutz in unseren
                                                                                              Straßen zu reduzieren und damit die
                                                                                              Stadt für alle lebenswerter zu gestal-
                                                                                              ten. Es wird festgelegt, wie es möglich
                                                                                              ist den Anteil des Umweltverbundes
                                                                                              (ÖPNV, Rad, Fuß) auf 70 % zu steigern.
                                                                                              Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es
                                                                                              vor allem Angebotssteigerungen und
                                                                                              -verbesserungen im ÖPNV und im Rad-
                                                                                              verkehr. Aber auch in den Fußverkehr
                                                                                              muss investiert werden. Im Szenario
                                                                                              werden auch Aussagen getroffen, wie
                                                                                              viel Geld für die notwendigen Investitio-
                                                                                              nen benötigt wird.

                                                                                              Derzeit klafft allerdings noch eine enor-
                                                                                              me Lücke zwischen den geplanten und
                                                                                              den tatsächlich erforderlichen finanzi-
                                                                                              ellen Mitteln. Dieses Thema ist für DIE
                                                                                              LINKE im Stadtrat ja nicht neu. Seit
                                                                                              Jahren fordern wir endlich mehr Geld,
                                                                                              das in die Finanzierung der LVB fließt.
                                                                                              Die Untersuchungen geben uns Recht.
                                                                                              Im beschlossenen Szenario gehen die
                                                                                              Experten von mindestens 72 Mio. Euro
                                                                                              aus, die die LVB jährlich zur Erfüllung
                                                                                              ihrer Aufgaben benötigen. Nur zum Ver-
                                                                                              gleich: Im Moment müssen die LVB mit
                                                                                              ca. 45 Mio. Euro auskommen. Schon im
                                                                                              Oktober werden die Stadtratsfraktionen
                                                                                              die Gelegenheit haben, einen weiteren
Eckdaten des Nachhaltigkeitsszenarios                                                         Schritt in die richtige Richtung zu gehen.
                                                                                              Dann nämlich steht ein Antrag unserer
                                                                                              Fraktion, den Ausgleichsbetrag auf
Seite Ende des Jahres 2017 lagen dem         bei dem alles so bleibt wie es derzeit           50 Mio. Euro zu steigern, zur Abstim-
Stadtrat sechs mögliche Szenarien vor,       ist, bis hin zum Gemeinschaftsszena-             mung. Wir sind gespannt, wie sich die
in denen aufgezeigt wurde, wie sich          rio, bei dem der Anteil des ÖPNV am              anderen Fraktionen verhalten werden.
der Verkehr in Leipzig bei bestimmten        Gesamtverkehr einen Spitzenwert von                                  Franziska Riekewald
Weichenstellungen entwickeln würde.          28 % erreicht. Der Stadtrat hat sich nun
Sie reichen vom Fortschrittsszenario,        für einen guten Mittelweg entschieden:

                                                                                                  www.linksfraktion-leipzig.de
Löwenzahn Aktueller Stand zur Neukonzipierung des Naturkundemuseums Seite 4 Stadtrat beschließt Verkehrsszenario Seite 5 Kurze Schulwege für ...
Kurze Beine, kurze Wege – der Grundsatz bleibt

Zum zehnten Mal sollte der Stadtrat           Als Kriterien zur Aufnahme in die Grund-   te zu gering. Und: Wie ist die pädago-
über Schulbezirke diskutieren und eine        schule sollte festgelegt werden:           gische Vorschularbeit zu organisieren
neue Satzung verabschieden, die Schul-        1. Geschwisterkinder                       bei Schulbezirken mit drei, vier, fünf so-
bezirke mit zwei bis sechs Schulen er-        2. eng umgrenzte Härtefälle                gar sechs Schulen? Zu diesen Fragen
möglicht. Das Sächsische Schulgesetz          3. sicherer Schulweg                       gab die neue Satzung keine Antworten.
fordert, dass Grundschulen wohnortna-
he Schulbezirke haben.                        Diese Kriterien sind nichts Neues, sie     Nach dem Willen der Schulverwaltung
                                              hat der Stadtrat schon in den vergange-    soll es „einen Wettbewerb der Schulen
Fast ein halbes Jahr wurde diese Vorlage      nen Jahren beschlossen, letztmalig im      um Schüler in dem gemeinsamen Schul-
kontrovers diskutiert. Natürlich will man     August 2017.                               bezirk“ geben – das wollen wir erst recht
1. die knappen Lehrerressourcen in                                                       nicht. Wir wollen, dass Grundschulen
staatlichen Schulen rationell nutzen,         Übrigens: Wenn schon eine neue Sat-        miteinander in Erfahrungsaustausch um
2. vorhandene Schulplätze flexibel            zung (und das konnte man aus den Stel-     gute Ideen treten; vielleicht sogar ko-
nutzen, - d. h. nichts anderes als Auslas-    lungnahmen der Grundschulen und des        operieren, aber kein Gegeneinander.
ten der gesetzlichen Grenze bis 28, und       Stadtelternrates lesen), dann gehört
das haben wir heute schon in vielen           die Verkehrssicherheit des Schulwe-        Die Vorlage wurde letztlich vertagt (hof-
Grundschulen der Stadt. Dabei wurde           ges ganz oben auf die Tagesordnung.        fentlich lange), da nun auch die CDU-
auch die Integrationsverordnung häufig        Die Mittel, die zur Verkehrssicherung      Fraktion kurz vor der Ratsversamm-
außer Kraft gesetzt, denn pro Integrati-      bereit gestellt werden, sind schon heu-    lung ihre Zustimmung zurückzog. Jetzt
onskind soll die Klassenstärke um zwei                                                                    wird den Stadträten
gesenkt werden. Bei zwei Integrations-                                                                    der „Schwarze Peter“
kindern wäre dann die höchste Klassen-                                                                    zugeschoben, weil sich
stärke 24 – ist aber im wirklichen Leben                                                                  durch die Vertagung
nicht so!                                                                                                 dieser Vorlage der neu
3. das Losverfahren in Grundschulen                                                                       aufzustellende Schul-
vermeiden.                                                                                                netzplan um zwei Mo-
                                                                                                          nate verzögern soll.
Es ist Zeit, daran zu erinnern, dass die                                                                  Bisher wurden Schul-
Ursachen auch für diese Vorlage in der                                                                    netzpläne bei Grund-
verfehlten Schulpolitik des Freistaa-                                                                     schulen für Stadtbezir-
tes Sachsen liegen. Bis 2005 gab es in                                                                    ke erstellt. Das ist auch
Leipzig Mitwirkungsentzüge und Schul-                                                                     heute nicht anders.
schließungen, denen sich damals leider                                                                    Deshalb lehnen wir die
die Mehrheit des Stadtrats anschloss.                                                                     Kritik ab, zumal unsere
Dass heute Klassenzimmer für unsere                                                                       Fraktion von Anfang an
selbst gesteckten Ziele fehlen, hat auch                                                                  aus pädagogischen und
hier eine Ursache.                                                                                        sozialen Gründen gegen
                                                                                                          diese Vorlage kämpfte.
An diese selbst gesteckten Ziele möch-                                                                         Margitta Hollick
te ich wieder erinnern: Für Grundschul-
kinder soll kein Schulweg länger als zwei
Kilometer und keine Klassenstärke über
25 sein. Diese Selbstbindung des Stadt-
rates gilt eigentlich seit den 90er Jahren,
konnte aber schon in den letzten Jahren
nicht eingehalten werden.
Mitteilungsblatt der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat zu Leipzig _Heft 03 | 2018

                                        Der Leipzig-Pass – ein wichtiges
                                           sozialpolitisches Instrument

Aus der Vielzahl von beschlossenen
Anträgen der Fraktion in den neunziger
Jahren, die bis heute ihre kommunale
Wirkung haben (u. a. Einrichtung der
Stadtbezirksbeiräte ab 1. Januar 1996)
ragt der im Oktober 1991 gestellte An-
trag zur Einführung eines Sozial- und
Familienpasses, des Leipzig-Passes, he-
raus. Dieser Antrag ist deshalb hervor-
zuheben, weil er das Kernziel der Frak-
tion betrifft, sich in einer Gesellschaft
wachsender sozialer Ungleichheit für so-
ziale Gerechtigkeit und sozialen Zusam-
menhalt einzusetzen sowie Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben für alle ohne
Hemmschwellen zu ermöglichen. Im Vor-
feld der Antragstellung gab es umfangrei-
che Recherchen in einer Reihe westdeut-
scher Städte mit ähnlichen Angeboten         Aus dem aktuellen Informationsblatt zum „Leipzig-Pass“, Juni 2018
und Gespräche mit Betroffenen, u. a. mit
dem Erwerbslosenverband. Im Juni 1992
wurde in der Stadtverordnetenversamm-        und Senioren eine Fahrpreisermäßigung                umfassen die Leipzig-Pass-Mobilcard,
lung ein entsprechender Beschluss ge-        für die LVB gewährt. Ab 1. August 2009               Ermäßigungen in städtischen Kultur- und
fasst. Danach hatten Anspruch auf einen      wurde auf Forderung von Bürgerinnen                  Bildungseinrichtungen, im Zoo, in Frei-
Leipzig-Pass Bürgerinnen und Bürger,         und Bürgern (20.000 Unterschriften),                 und Hallenbädern, bei Vereinen und Ver-
deren Einkommen die Grenze nach § 79         unterstützt von der Linksfraktion, der               bänden, beim Ferienpass, in der Kinder-
Bundessozialhilfegesetz zuzüglich der        Fraktion B90/Die Grünen und der SPD-                 und Schülerspeisung.
Kosten der Unterkunft nicht überstieg.       Fraktion, das Sozialticket (Leipzig-Pass-
Leistungen betrafen freien Eintritt bzw.     Mobilcard) eingeführt. Gegründet auf die             Der Leipzig-Pass wird angesichts der so-
Eintrittsermäßigungen in Museen, den         Veränderungen der Sozialgesetzgebung                 zialen Entwicklung auch künftig ein wich-
Zoo, in Schwimmhallen und Bäder sowie        (z. B. Einführung von Hartz IV) und die              tiges sozialpolitisches Instrument blei-
städtische Kultureinrichtungen.              angespannte Haushaltslage gab es im-                 ben, das die volle Aufmerksamkeit der
                                             mer wieder Versuche, den Leipzig-Pass in             Fraktion haben wird.
Was heute als normal erscheint, war zu       Teilen einzuschränken. Dem hat sich die                                   Dr. Lothar Tippach
diesem Zeitpunkt nicht selbstverständ-       Fraktion entgegengestellt. Mitunter muss-
lich. Nur durch eine sachorientierte in-     ten im Interesse der Erhaltung des Leip-
haltliche Arbeit haben wir uns Respekt       zig-Passes Kompromisse eingegangen
verschafft und die Ausgrenzung überwun-      werden. Im Jahre 2016 hatten nach dem
den. Auch wirkte das „Leipziger Modell“.     Sozialreport 2017 rund 62.000 Einwohner
                                             bzw. 9,1 % der Einwohner einen Leipzig-
In mehr als zwei Jahrzehnten hat sich der    Pass. Aktuell ist er wie folgt ausgestal-
Leipzig-Pass in seiner inhaltlichen Aus-     tet: Anspruchsberechtigt sind Einwohner
gestaltung verändert. Weitere freiwillige    mit einem geringen Einkommen bzw. die
Leistungen wurden aufgenommen. So            Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunter-
wurde z. B. mit einem Antrag aller Frakti-   halt und Leistungen nach dem Asylbe-
onen ab 1993 für bedürftige Seniorinnen      werbergesetz erhalten. Die Leistungen

                                                                                                      www.linksfraktion-leipzig.de
www.linksfraktion-leipzig.de

                     Genug ist genug: Skala-Verkauf stoppen!

Die jüngere Geschichte um die Wieder-                   vergeben. Jäger überzeugte mit dem in-                  Schließlich kam es zum gemeinsamen
nutzung der Skala ist eine leidige Misere               haltlichen Konzept – geliefert vom Jazz-                Vorstoß mit SPD und Grünen: Verkauf-
voller Hindernisse und Verzögerungen.                   club e. V. Gegenüber den Stadträt*innen                 stopp der Skala und Erbbaurecht für den
2015 wurde beschlossen, die ehemalige                   wurde mehrmals versichert, dass der In-                 Jazzclub. Voraussetzung ist ein Betrei-
Spielstätte in der Gottschedstraße 16                   vestor dem Jazzclub eine neue Heimat                    bungs- und Finanzierungskonzept.
einer „dauerhaften kulturellen Nutzung“                 gibt. Dies umfasst eine verträgliche Mie-
zuzuführen und diese „der Freien Szene                  te für kulturell genutzte Räume und die                 Die Vergabe in Erbbaupacht sichert der
gezielt für Erbbaurecht oder Kauf“ anzu-                Sanierung der Spielstätte. Mittlerweile                 Stadt langfristig ihr Eigentum und er-
bieten. Soweit ein würdiges Vorhaben.                   ist abzusehen, dass der Investor seinen                 möglicht es insbesondere freien Trägern
                                                        Verpflichtungen nicht nachkommt. Es                     der Kultur, die Liegenschaft kulturell zu
Doch es kam ganz anders. Zwei Jah-                      gibt keine schriftliche Vereinbarung mit                nutzen.
re wurden Nutzer*innen gesucht und                      dem Jazzclub und somit keine Sicherheit
Konzepte geprüft. In dieser Zeit stieg                  für die kulturelle Nutzung. Kompromis-                  Zurecht fragen Akteur*innen der Freien
der Verkehrswert deutlich an: Von                       se wurden gesucht, Fristen verlängert                   Szene, welche ebenso Interesse an der
860.000 Euro auf 1,4 Millionen Euro.                    und dennoch hielt der Investor seine                    Skala zeigten: „Warum wird erst jetzt
Vielversprechende kulturelle Konzepte                   Zusagen nicht ein. Wenn es bis zum                      und nicht schon eher der Verkaufstopp
aus der Freien Szene fielen damit raus.                 28.02.2019 keine Einigung gibt, steigt                  angestrebt?“ Vielleicht ziehen wir ver-
2017 wurde die Immobile via Kauf an die                 der Verkehrswert erneut und die kultu-                  spätet die Reißleine – doch lieber jetzt
Kulturstätten Jäger GmbH & Co. KG i. G.                 relle Nutzung rückt weiter in die Ferne.                als nie.  Werner Kujat

 termine
Ratsversammlungen
_im Neuen Rathaus, Ratssaal  24. 10.  22. 11. 2018 | 14 Uhr

Fraktionssitzungen
_im Neuen Rathaus  17. 10.  01. 11.  14. 11. 2018 | 17 Uhr

Bürgersprechstunden
_in Alt-West mit Stadträtin Dr. Ilse Lauter | im INTERIM, Dememringsstraße 32 |  18. 10.  15. 11. 2018 | 16:00–17 Uhr
_in Grünau mit Stadtrat Sören Pellmann | im Wahlkreisbüro Grünau, Stuttgarter Allee 18 |  15. 10.  12. 11.  26. 11. 2018 | 16:00–18 Uhr
_in Mitte mit Stadträtin Franziska Riekewald | im Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring 4–6, Zi. 184 |  23. 10.  20. 11. 2018 | 16:00–17 Uhr

IMPRESSUM  Herausgeber DIE LINKE. Fraktion im Stadtrat zu Leipzig | Geschäftsstelle Neues Rathaus | 04092 Leipzig | GF Rüdiger Ulrich
Telefon (03 41) 1 23-21 50 / -21 59 | Fax (03 41) 1 23-21 55 | linksfraktion@leipzig.de | www.linksfraktion-leipzig.de
V. i. S. d. P. Sören Pellmann | Redaktionsschluss: 26. 09. 2018 | nächste Ausgabe: Dezember 2018

Gestaltung Susanne Weigelt, Leipzig | © Bildnachweis – Titelbild: Ellie Nator/Fotolia.com | S. 3: Marco Götze | S. 4: Stadt Leipzig | Grafik S. 5: Stadt Leipzig |
S. 6: mhp/Fotolia.com
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