Resümee des TUM Afrika-Symposiums

 
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Nachhaltige
Entwicklung
in Afrika
TUM
als Partner
in Bildung,
Forschung &
Realisierung

Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Symposium der TUM Emeriti of Excellence am 16. November 2018
in Kooperation mit der TUM School of Governance

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Resümee des TUM Afrika-Symposiums
„Wichtiger,
      als die
      Menschen
      in armen
      Ländern mit
      Lebensmitteln
      zu versorgen,
      scheint es
      mir, sie zu
      inspirieren.“
                 Francis Kéré

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Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Mehr als 450 Teilnehmer, darunter Vertreter
                wissenschaftlicher Einrichtungen, mehrerer
                afrikanischer Konsulate, bayerischer Staats-
                ministerien und der interessierten Öffentlich-
                keit nahmen mit großer Begeisterung am
                Symposium „Sustainable Development in
                Africa“ teil. Das Symposium wurde vom Kreis
                der „TUM Emeriti of Excellence“ in Koope-
                ration mit der „TUM School of Governance“
                anlässlich des 150. Geburtstages der TUM
                veranstaltet. Die Teilnehmer informierten sich
                bei den Vorträgen und der begleitenden Pos-
                terausstellung über aktuelle Afrika-Projekte
                der TUM. Viele Besucher diskutierten mit,
                als beim hochkarätig besetzten Round Table
                die Herausforderungen von „Governance and
                Education in Africa“ thematisiert wurden.

    Abstracts und CVs der Referenten:
    www.tum.de/afrika-symposium

4   5   INTRO
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Vorworte
    Programm
    Erkenntnisse
    Fragen und
    Antworten
    Abstracts
    und CVs
    Speaker
    Round Table
    Impressum

6   7   I N H A LT
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
„Was macht
 denn die TUM
 in Afrika?“
„Was macht denn die TUM in            Newsletter initiiert. Im November     jekten und schon lange existie-
Afrika?“ Diese Frage wird uns in      2018 fand im Rahmen unseres           renden Kooperationen zwischen
letzter Zeit immer wieder gestellt.   Engagements in Afrika erstmals        den einzelnen Fakultäten beider
Insbesondere als Technische           sehr erfolgreich eine Veranstal-      Universitäten, konnten wir im
Universität haben wir uns zum         tung mit Vertretern aus Wissen-       letzten Jahr die Zusammenarbeit
Ziel gesetzt, die Herausforde-        schaft, Politik und Wirtschaft        mit der KNUST in gemeinsamen
rungen in Afrika zu adressieren       zum Thema „Sustainable Deve-          Projekten weiter intensivieren.
und nicht zuletzt durch Bildung       lopment in Africa“ statt. Dieses      Durch unseren TUM Global In-
der jungen afrikanischen Bevöl-       Symposium wurde von den TUM           centive Fund fördern wir nun die
kerung eine bessere Zukunfts-         Emeriti of Excellence initiiert und   Initiierung von neuen Projekten
perspektive in ihrer Heimat zu        von ihnen in Kooperation mit der      mit der KNUST und haben so die
geben. So wollen wir dem „Brain       TUM School of Governance              Grundlage einer nachhaltig und
Drain“ entgegensteuern und mit        durchgeführt.                         breit aufgestellten Partnerschaft
dem großen Potential, über das                                              geschaffen. Die Zusammenarbeit
Afrika verfügt, einen Mehrwert        Ich bin sehr beeindruckt über die     der Universitäten haben wir in
für die Gesellschaft schaffen. Die    engagierte „TUM-Community“,           einem offiziellen Dokument be-
TUM beschäftigt sich dabei mit        Studierende und Wissenschaftler,      siegelt und arbeiten jetzt intensiv
Problemstellungen auch jenseits       Alumni und natürlich auch die         an der Umsetzung vieler Ideen
des technischen Bereichs und          Emeriti of Excellence, die sich       sowie der Einwerbung von Dritt-
widmet sich ebenso sozialen,          in Projekten in Afrika engagieren     mitteln. Hier ergeben sich groß-
ökonomischen, rechtlichen und         und auch den Anstoß für „TUM.         artige Chancen für Studierende
international-politischen Fragen.     Afrika“ gegeben haben.                und Wissenschaftler, nicht nur
                                                                            in den Bereichen von Landma-
Afrika ist an der TUM auf vielerlei   Die Kwame Nkrumah Universi-           nagement, Wasser- oder Energie,
Weise präsent: über 1000 Studie-      ty of Science and Technology          sondern auch in Ökonomie,
rende aus Afrika studieren hier,      (KNUST) im westafrikanischen          Verwaltung, Unternehmertum
wir haben 10 Partneruniversitäten     Ghana ist unser strategischer         oder Gesundheit. Wir tragen
und mehr als 120 Kooperationen        und lokaler Partner, mit dem          durch diese Partnerschaft auch
auf Lehrstuhlebene. Unser Büro        wir weiter zusammenwachsen            zum interkulturellen Verständnis
in Cairo ist hauptsächlich für        möchten. Beide Universitäten          zwischen Deutschland und Afrika
Ägypten zuständig, unterstützt        teilen die Vision, Wissenschaft       bei, ein Schlüssel für die Weiter-
aber auch bei der Anbahnung           und Technologie eng mit Inno-         entwicklung der Wissenschaft
von Forschungskooperationen,          vation und Entrepreneurship zu        und Technologie auf beiden
Rekrutierung von Studierenden         verbinden. Die KNUST ist eine         Seiten. In diesem Sinne möchte
und Doktoranden sowie der             der ältesten und renommiertes-        ich mich bei allen Teilhabern an
Pflege unseres Alumninetzwerkes       ten Hochschulen in Westafrika         unserem großen Afrika-Engage-
auf dem gesamten Kontinent.           und wurde 1952 in Kumasi, der         ment bedanken und begrüße mit
Um die vielen Aktivitäten an den      zweigrößten Stadt Ghanas, ge-         offenen Armen neue Unterstützer.
verschiedenen Lehrstühlen besser      gründet. Sie ist auch eine der
zu koordinieren und Synergien zu      größten Universitäten des Landes      Ihre
schaffen, haben wir einen Afrika-     mit über 42.000 Studierenden.         Prof. Juliane Winkelmann              Prof. Juliane Winkelmann Geschäftsführende Vizepräsidentin Internationale Allianzen und Alumni Technische Universität München
Roundtable und einen Afrika-          Aufbauend auf zahlreichen Pro-

                                                                                               VORWORT       8    9
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
„Afrika ist
 reich an
 Chancen.“
Die Motivation der TUM Emeriti of Excellence
für ein „Afrika-Symposium“
Afrika ist reich an Chancen: z. B. Bodenschät-     sozialpolitische Bezug hergestellt und
ze, landwirtschaftliche Nutzflächen, Energie-      thematisiert werden. Gezielt wurden für das
wirtschaft, das große Potential vieler junger,     Symposium afrikanische Studierende zur
kreativer Menschen und neuerdings einige           Präsentation ihrer Arbeiten im Rahmen einer
Länder (z. B. Ghana) mit deutlich steigenden       Posterausstellung gewonnen. Den Eröffnungs-
Bruttoinlandsprodukten (BIP). Dennoch ist          vortrag „Inspired to Build“ hielt der aus Burkina
es auch der ärmste Kontinent. Afrika mit           Faso stammende, international hoch renom-
seinen vielfältigen Kulturen und mit seiner        mierte Architekt Prof. Francis Kéré.
großen Heterogenität steht mitten in gewal-
tigen Umwälzungen. Neue Konstellationen            Die Mitglieder des interdisziplinär zusammen-
schaffen Unsicherheiten und Probleme,              gesetzten Kreises der TUM Emeriti of Excel-
gleichzeitig aber auch vielfältige Perspektiven    lence blicken auf langjährige Forschungs-,
für den Fortschritt. Afrika und Europa brau-       Lehr- und Organisationstätigkeiten zurück.
chen beiderseits faire politische und wirt-        Sie nahmen und nehmen Spitzenstellungen
schaftliche Kooperationen. Technologie- und        in der Wissenschaft ein, engagieren sich in
Bildungsinitiativen, bei denen Afrikanerinnen      hohem Maße über das jeweils eigene Fach
und Afrikaner die Hauptakteure der Gestaltung      hinaus und sind hervorragend national und
ihres Kontinents sind, verbinden Afrika und        international vernetzt. Die Wahrnehmung
die TUM.                                           gesellschaftlicher Verantwortung unter der
                                                   Perspektive nachhaltiger Entwicklungen
Die TUM sieht den afrikanischen Kontinent          („Sustainability“) gehört, neben vielen
als ein großes Zukunftsfeld und stellt sich mit    anderen Aufgaben, zum Ehrenamt der EoE.
ihren vielfältigen Kompetenzen dieser Heraus-
forderung. Mit ihrer signifikanten Projekterfah-   In ihrer unabhängigen Position verstehen sich
rung und mit ihrer Expertise kann die TUM          die Mitglieder des EoE-Kreises als Impulsge-
einen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung     ber. Sie greifen drängende Fragen und zentrale
in Afrika leisten.                                 Themen der Universität und der Gesellschaft
                                                   auf mit dem Ziel, diese zu Ideen und Initiativen
Die TUM Emeriti of Excellence (EoE) nahmen         zu bündeln. Dabei ist es die Intention der TUM               Prof. Michael Molls Sprecher der TUM Emeriti of Excellence (EoE)
den 150. Geburtstag der TUM im Jahr 2018           Emeriti of Excellence, als Brückenbauer und
zum Anlass, das Thema „Afrika“ in den Fokus        Katalysatoren der Diskussion einen Raum zu
zu rücken. Ziel war es, Schwerpunkte des           geben und die verschiedensten Institutionen
großen Afrika-Engagements der TUM zu               der Universität und der Gesellschaft miteinan-
bündeln und der Öffentlichkeit zu präsen-          der zu vernetzen.
tieren. Mit dem Round Table „Challenges
of Governance and Education in Africa“             Ihr
sollte zusätzlich der gesellschafts- und           Prof. Michael Molls

                                                                                                 VORWORT   10   11
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Schulkinder warten auf den Unterrichtsbeginn
          im Operndorf in Burkina Faso.

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Programm
                                                           Begrüßung und Eröffnung
                                                                                                                   13.00	Posterausstellung
                                                                                                                                 Referenten bis 14 Uhr am Poster
                                                           09.00	Prof. Michael Molls
                                                                          Sprecher der TUM Emeriti of Excellence
                                                                                                                                 Mittagspause mit Imbiss im Foyer
                                                           	Prof. Eugénia da Conceição-Heldt
                                                                          Dekanin TUM School of Governance
                                                                                                                   14.00	Prof. Johannes Kollmann
                                                           09.15	Prof. Francis Kéré                                            Biodiversität und
                                                                                                                                 Ökosystemmanagement
                                                                          Inspired to build

                                                                                                                   14.30	Prof. Andrea Winkler
                                                                                                                                 Multidisziplinarität als Voraussetzung
                                                                                                                                 für globale Gesundheitsforschung

      Programmausschuss                                    TUM-Projekte in Afrika
                                                                                                                   15.00	Prof. Juliane Winkelmann
      TUM Emeriti of Excellence (EoE)                      Moderation: Prof. Ralf Reichwald                                      Vizepräsidentin Int. Allianzen und Alumni
                                                           TUM Emeritus of Excellence                                            TUM.Africa-Konzept
      Prof. Michael Molls

                                                                                                                   15.30
      Sprecher der EoE

      Prof. Jörg Eberspächer                               10.00	Prof. Walter de Vries                                          Kaffeepause

      Stellvertretender Sprecher der EoE                                  Kooperative Forschung und
                                                                          Ausbildung in verantwortungsvollem
      Prof. Georg Färber                                                  und „smartem“ Landmanagement
                                                                          in und für Afrika
      Prof. Thomas Herzog                                                                                          Round Table “Challenges
      Prof. Udo Lindemann                                  10.30	Prof. Thomas Hamacher                           of Governance and
                                                                          Macht günstige Photovoltaik
      Prof. Klaus Mainzer
                                                                          einen Unterschied in Afrika?             Education in Africa”
      Prof. Ralf Reichwald
                                                                                                                   Moderation: Prof. Eugénia da Conceição-Heldt
      Prof. Jürgen Scheurle                                10.45	Dr. Dêlidji Eric Degila                         Dekanin TUM School of Governance
                                                                          Graduate Institute Geneva
      Prof. Peter Wilderer                                                The Role of the WHO in Africa
                                                                                                                   16.00	Prof. Thomas Hofmann
      TUM School of Governance (GOV)                       11.00          Kaffeepause
                                                                                                                                 Geschäftsführender Vizepräsident
                                                                                                                                 für Forschung und Innovation der
                                                                                                                                 Technischen Universität München
      Prof. Eugénia de Conceição-Heldt
      Dekanin TUM School of Governance
                                                           11.30	Prof. Peter Rutschmann                                        Prof. Chiheb Bouden
                                                                                                                                 Universität Tunis El Manar
                                                                           asser des Nils, Lebenselixier
                                                                          W
                                                                          Afrikas – Formen der Nutzung                           Prof. Francis Kéré TUM
                                                                          und gesellschaftlicher Nutzen
      Center for Global Health an der TUM                                                                                        Dr. Nathalie von Siemens
                                                                                                                                 Siemens Stiftung
      Prof. Andrea Winkler                                 12.00	Prof. Markus Lienkamp                                         Prof. Noël Gbaguidi
                                                                          a-Car – ein Fahrzeugkonzept                            UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechte,
      Prof. Clarissa Prazeres da Costa                                    für Afrika                                             Nationale Universität Benin
                                                                                                                                 Roland Polte
      TUM Internationale Allianzen und Alumni              12.30	Prof. Annette Menzel                                          Executive Board Member und Head of
                                                                                                                                 Human Resources der DRÄXLMAIER Group
                                                                          und Peter Trautwein
      Prof. Juliane Winkelmann                                            Wasserstiftung
      Geschäftsführende Vizepräsidentin                                   Trinkwassergewinnung aus Nebel           17.30         Ende der Veranstaltung

                                           PROGRAMM   14   15   PROGRAMM
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Fast alle afrikanischen Länder    Die Nutzung indigenen

Erkenntnisse
                                            weisen einen hohen Anteil         Wissens bei der Entwicklung
                                            der Jugendlichen in der           technischer Lösungen muss
                                            Gesellschaft auf; das Durch-      als Voraussetzung für die
                                            schnittsalter liegt meist unter   Entstehung selbstbestimmten
                                            30 Jahren.                        Lebens, gesellschaftlicher

aus dem
                                                                              Stabilität und wirtschaftlichen
                                                                              Erfolgs verstanden werden.

Symposium?                                   ie jungen Menschen in Afrika
                                            D
                                            sind in hohem Maße weltweit
                                            vernetzt über soziale Netz-
                                            werke und die Nutzung von
                                            digitalen Endgeräten (Smart-
                                                                              Bildungs- und Ausbildungs-
                                                                              anstrengungen erfordern
                                                                              ein koordiniertes Zusammen-
                                            phones, Tablets, Laptops).        wirken europäischer und
                                                                              afrikanischer Universitäten
                                                                              und Hochschulen unter Ein-
                                                                              beziehung von Handwerks-
                                                                              kammern und kirchlichen
                                                                              Einrichtungen.

                                            Die Nutzung moderner
                                            Kommunikationstechniken
                                            bei der Entwicklung und
                                            Implementierung von eigen-
                                            ständigen, lokal angepassten
                                            technischen Lösungen ist als      An der TUM studieren derzeit
          frika befindet sich im Wandel,
         A                                  wichtiger Bildungsauftrag zu      weit mehr als 1000 junge
         wobei die einzelnen afrikani-      verstehen.                        Menschen aus Afrika, die einen
         schen Länder und Regionen                                            akademischen Abschluss,
         sehr unterschiedliche Aus-                                           meist in den technischen
         gangssituationen und Ent-                                            oder naturwissenschaftlichen
         wicklungsstadien besitzen.                                           Fächern anstreben.

                                            Dem Aufbau und Erhalt
                                            leistungsfähiger und zu-
                                            verlässiger Infrastrukturen
                                            (Telekommunikation / Internet,
         Unterschiedlich sind auch          Wasserversorgung, Verkehr,        Schulische, akademische und
         der Ressourcenreichtum, das        Gesundheitssystem, Energie,       vor allem berufliche Bildung
         Bildungs- und Ausbildungs-         Lebensmittel, Bildung ...)        bilden Schlüsselfaktoren für
         niveau und das jeweilige           kommt eine zentrale               die zukünftige Entwicklung
         politische System.                 Bedeutung zu.                     und den Wandel in Afrika.

              ERKENNTNISSE       16         17   ERKENNTNISSE
Resümee des TUM Afrika-Symposiums
Fragen
                                                                            Antworten
                                                                            Welche Fragestellungen lassen
                                                                            sich aus dem Symposium ableiten?

                                                                                      1.                                 2.
                                                                                                                                                    nicht in das koloniale Idyll von
                                                                                                                                                    „Onkel Toms Hütte“ abzugleiten –
                                                                                                                                                    so nach der Devise: Betreibt Ihr
                                                                                                                                                    in Afrika Euer heimisches Hand-
                                                                                                                                                    werk. High Tech und Künstliche
                                                                                                                                                    Intelligenz (KI) und Industrie der
                                                                            Welchen Beitrag kann die           Welche Rolle spielen die             Zukunft entwickeln wir in USA,
                                                                            TUM durch Vernetzung mit           Informations- und Kommu-             Europa und Asien. Vielmehr muss
                                                                            afrikanischen Universitäten        nikationstechnologien für            beides miteinander verbunden
                                                                            leisten, damit die Forschung       die Entwicklung Afrikas?             werden.
                                                                            und akademische Ausbildung         Welche Bedeutung haben
                                                                            an Partneruniversitäten lang-      die Digitalisierung und das          Die Verknüpfung der heutigen
                                                                            fristig unterstützt wird?          „Internet der Dinge“ für Afrika?     deutschen Industrie mit Informa-
                                                                                                                                                    tions- und Kommunikationstech-
                                                                            ‹ Der Beitrag von Frau SVP         ‹ Frau von Siemens hat in ihrem      nologien (IuK) und Künstlicher
                                                                            Juliane Winkelmann zum Thema       Beitrag dafür votiert, dass Afrika   Intelligenz (KI) zu Industrie 4.0
                                                                            „TUM.Afrika-Partnerschaft für      nicht die klassischen Entwick-       (mit den Entwicklungsstufen der
                                                                            Innovation und nachhaltige         lungsstufen von Wirtschaft und       europäischen Industrialisierung
                                                                            Entwicklung“ hat gezeigt, dass     Gesellschaft Europas durch-          von der Dampfmaschine bis zum
                                                                            die TUM die Partnerschaft          laufen muss, um den heutigen         Internet der Dinge) kann hier bei-
                                                                            mit der Kwame Nkrumah              Entwicklungsstand führender          spielgebend für entsprechende
                                                                            University of Science and          Wirtschaftsnationen zu erreichen.    „Transformationen“ und Entwick-
                                                                            Technology (KNUST) als strate-     Wenn wir uns die heutige Verbrei-    lungsschritte der afrikanischen
                                                                            gisches Projekt angelegt hat.      tung der Telekommunikation in        Wirtschaft und Industrie sein.
                                                                                                               afrikanischen Staaten anschauen,
                                                                            Deutsche und lokale Partner in     wird klar, dass dabei Informa-       Das Internet der Dinge lässt sich
                                                                            Ghana (Universitäten, Schulen,     tions- und Kommunikations-           auf die heutige Lebenswelt in
                                                                            NROs, Unternehmen) sind in         technologien eine Schlüsselrolle     afrikanischen Staaten direkt an-
                                                                            dieses Projekt einbezogen.         spielen und hier große Chancen       wenden. Ein Beispiel sind die ein-
                                                                                                               bestehen. Das heißt übrigens         zigartigen Nationalparks und die
                                                                            Partnerschaftsprojekte dieser      keineswegs, dass praktisches         phantastische Ökologie (Pflanzen
Gesundheitszentrum in Léo, Burkina Faso (Kéré Architecture)                 Art werden auch mit anderen        Handwerk und die Verwendung          und Tiere), deren Bestände durch
                                                                            Universitäten in afrikanischen     gewachsener afrikanischer            Sensoren und IT-Netze (auch
                                                                            Ländern angestrebt. Eine der       Materialien aufgegeben werden        Drohnen) geschützt und gefördert
                                                                            Herausforderungen besteht          müssen. Insofern ist das Plädo-      werden können. Hinzu kommt
                                                                            dabei darin, dass aus solchen      yer während des Symposiums           die Notwendigkeit nationaler und
                                                                            gemeinsamen Projekten in der       für eine Stärkung der handwerk-      globaler Kommunikationsnetze
                                                                            Regel erst mittel- und langfris-   lichen Fähigkeiten vor Ort abso-     dieses gewaltigen Kontinents –
                                                                            tig Forschungsergebnisse auf       lut richtig. Wenn wir allerdings     enorm wichtig für die soziale,
                                                                            Exzellenz-Niveau (z. B. heraus-    Ausbildung von Handwerk und          medizinische, wirtschaftliche
                                                                            ragende Publikationen) entste-     Nutzung heimischer Werkstoffe        und politische Versorgung und
                                                                            hen können.                        fordern, müssen wir aufpassen,       Entwicklung.

                                                              FA Q S   18   19   FRAGEN UND ANTWORTEN
Das Internet kann und muss          der Berufsausbildung in den          auch in anderen afrikanischen        das Leben in den Städten teuer       und Wertschöpfung vor Ort zu          die TUM-Gemeinschaft während
auch in Afrika möglichst flächen-   afrikanischen Ländern von            Ländern an. Mit dem „Marshall-       ist. Viel einschneidender ist aber   schaffen, muss das schöpferi-         der Studienzeit und nach dem
deckend verfügbar sein. Lokale      besonderer Bedeutung.                plan MIT Afrika“ (Bundesminister     der Verlust an familiären Bindun-    sche Talent der Menschen besser       Modell amerikanischer Alumni-
bzw. nationale (IuK-)Infrastruk-                                         Gerd Müller) startet das Bundes-     gen und gewachsenen Freund-          genutzt und gefördert werden.         Konzepte würde die nachhal-
turen sollten durch Bildung,        Hier geht es um die Ausbildung       ministerium eine strategische        schaften. Die Folge ist eine         Die Projektbeispiele beim Sym-        tige Bindung der afrikanischen
Ausbildung und Investitionen        von Fachkräften, Handwerkern         Initiative der Berufsausbildung      Vereinsamung der Zugewander-         posium haben gezeigt, dass es         TUM-Absolventen fördern, die
seitens der Entwicklungspolitik     und Technikern in den diversen       für Afrika. Dabei ist Tunesien       ten, aus der letztendlich seeli-     in den Ländern eine Vielzahl          besonders dann von strategischer
und der dort ansässigen Unter-      Berufsfeldern. Das in Deutsch-       neben Ghana und der Elfenbein-       sches und körperliches Leid          von Problemen und Heraus-             Bedeutung wird, wenn sie in die
nehmen gestärkt werden, um          land etablierte Prinzip der dualen   küste Modellpartner des BMZ          entsteht, bis hin zu Aggressionen    forderungen gibt, die gerade          Heimatländer zurückkehren und
dadurch die Entstehung eines        Berufsausbildung kann dabei als      und Muster für die deutsche Wirt-    und Kriminalität. Die Erfahrung      nicht mit „Standardlösungen“          dort Karriere machen.
eigenständigen Innovations-         Orientierung dienen.                 schaft. Für dieses berufsbezoge-     zeigt, dass dadurch der Zusam-       der entwickelten Welt bewältigt
raums Afrika zu fördern.                                                 ne Ausbildungsprogramm werden        menhalt der Gesellschaft leidet.     werden sollten, sondern effektiver,

                                                                                                                                                                                                    7.
                                    Die Bedeutung der Berufsaus-         1,7 Mrd. Euro bereitgestellt.        Wie schwer es ist, den Trug-         kostengünstiger und nachhaltiger
Afrika wird sich der Digitalisie-   bildung für Afrika haben sowohl                                           schlüssen der „zum Umsiedeln         mit innovativen lokalen und
rung nicht entziehen können.        der Eröffnungsvortrag von Francis    Die Partneruniversität Tunis El      Entschlossenen“ entgegenzu-          regionalen Ansätzen (Beispiele:
Ob diese für Afrika gut ist, ist    Keré, als auch die Beiträge von      Manar hat zusammen mit dem           wirken, kennen wir aus eigener       Wasserwirtschaft).
eine offene Frage, weil die Ent-    Thomas Hamacher (Photovoltaik),      TUM-Campus Straubing ein             Anschauung. Umso wichtiger
stehung neuer Arbeitsplätze         Johannes Kollmann (Biodiversität     Projekt beantragt zur Ausbildung     ist es, durch kluge Konzepte

                                                                                                                                                             6.
vermutlich langsamer voran-         und Ökosystem-Management),           afrikanischer Studenten in den       die Attraktivität des dörflichen                                           Welchen Beitrag können
schreitet als der Wegfall beste-    Annette Menzel und Peter Traut-      Studiengängen Biotechnologie /       Lebens ins allgemeine Bewusst-                                             wir mit der TUM-Afrika
hender infolge verstärkter Auto-    wein (Trinkwassergewinnung aus       Bioökonomie an den Standor-          sein zu rücken. Partnerschaften                                            Strategie leisten, um den
matisierung. Genau hier müssen      Nebel) als auch der Beitrag von      ten Tunis und Straubing. Dabei       zwischen Regionen in Europa                                                Wandel in Afrika durch
also kreative Köpfe ansetzen,       Markus Lienkamp (aCar-Fahr-          bildet die Berufsausbildung ein      und Afrika könnten dazu einen                                              schulische, akademische
um Wertschöpfung zu erzeugen.       zeugkonzept für Afrika) eindrucks-   komplementäres Programm.             Beitrag leisten.                                                           und vor allem berufliche
Andere Weltregionen haben ge-       voll belegt. Ohne Fachkräfte und                                                                               Wie können wir die hohe Zahl          Bildung zu unterstützen?
zeigt, dass das geht, auch wenn     solide ausgebildete Techniker                                             Um der Abwanderung der länd-         an TUM-Absolventen aus

                                                                                   4.
man Asien nicht ohne weiteres       und Handwerker vor Ort sind                                               lichen Bevölkerung in die Städte     Afrika nach deren Rückkehr            ‹ Die TUM Afrika-Strategie
mit Afrika vergleichen kann.        alle vorgestellten Projektideen                                           entgegenzuwirken, ist für eine       in ihre Heimatländer länger-          TUM.Africa, z. B. die Univer-
                                    ohne Zukunftschance vor Ort.                                              gute Verfügbarkeit von Infrastruk-   fristig an uns binden als             sitäts-Partnerschaft mit der
Nicht zielführend wäre, bei den                                                                               turen (Wasser, Kommunikation,        Bestandteil des strategischen         Kwame Nkrumah University
jungen Afrikanern den Eindruck      Die Bedeutung der beruflichen                                             Verkehr, Energie, Lebensmittel-      TUM-Afrika-Programms?                 of Science and Technology
zu verstärken, das Heil komme       Bildung wurde auch im Round                                               versorgung, Bildungssystem,                                                (KNUST) ist darauf angelegt,
nur aus der Software. Das haben     Table zum zentralen Thema.           Welche Rolle kommt der               medizinische Versorgung, Öffent-     ‹ Die TUM-Absolventen der             Allianzen mit deutschen und
viele der Symposiums-Beiträge       Es wurde deutlich, welche über-      Stärkung des ländlichen              liche Verwaltung) zu sorgen.         unterschiedlichen Studiengänge        lokalen Partnern in Ghana zur
verdeutlicht.                       greifenden Allianzen zwischen        Raums in Afrika zu?                  Funktionierende Infrastrukturen      aus afrikanischen Ländern bilden      Stärkung des Bildungssystems
                                    Industrie, Universitäten, Fach-                                           sind die Voraussetzung für das       langfristig die besten Partner in     (Universitäten, Schulen, NROs,
                                    hochschulen, Kammern und             ‹ Die Stärkung des ländlichen        Allerwichtigste: die Schaffung       den Beziehungen zu Unterneh-          Unternehmen) zu bilden (siehe

          3.
                                    staatlichen Institutionen (GIZ,      Raums ist für Afrika außeror-        und Erhaltung auskömmlicher          men und Verwaltungen vor Ort in       Punkt 1). Besonders die Bedeu-
                                    Ministerien) notwendig sind, um      dentlich wichtig. Anzustreben        Beschäftigungsverhältnisse.          den afrikanischen Ländern. Mit        tung der beruflichen Bildung
                                    die Berufsausbildung in afrika-      ist eine enge Verzahnung von                                              467 Studierenden an der TUM ist       bildet ein zentrales Thema für
                                    nischen Ländern zu realisieren.      Entwicklungsprozessen in                                                  Tunesien derzeit das am stärks-       die Umsetzung von Innovation
                                    Frau Nathalie von Siemens hat        Städten und Dörfern.                                                      ten vertretene Land aus Afrika.       und kreative Lösungen vor Ort.

                                                                                                                        5.
                                    die Bedeutung der Fachkräfte-                                                                                  Viele Absolventen planen, in ihre     Bildungsinitiativen für die schu-
Wie kann die TUM über-              entwicklung in Afrika als Förder-    Die Abwanderung von Menschen                                              Heimat zurückzukehren, wenn sie       lische, akademische und vor
greifende Allianzen bilden,         schwerpunkt der Siemens-Stif-        aus ländlichen Regionen in die                                            dort adäquate Arbeit in Industrie-,   allem berufliche Bildung benöti-
um den Wandel in Afrika             tung herausgestellt. Roland Polte    Städte ist ein weltweites Phä-                                            Dienstleistungs- oder Staatsbe-       gen Allianzen zwischen Industrie,
so zu unterstützen, dass            (Drexlmaier) und Chiheb Bouden       nomen. Ausgelöst wird diese                                               trieben finden. Diese Absolventen     Universitäten, Fachhochschulen,
der Anschluss an die hoch           (Universität Tunis El Manar) haben   Wanderungsbewegung durch             Wie kann die Kreativität und         sind teilweise in landsmann-          Kammern und staatlichen Institu-
entwickelten Regionen               gleichermaßen die Erfolge der        die Vorstellung, in den Städten      Umsetzungsfähigkeit der afri-        schaftlichen Gruppierungen gut        tionen (GIZ, Ministerien). Sie sind
und Märkte besser gelingt?          Berufsausbildung für den Indus-      ein besseres Leben zu finden –       kanischen Menschen angeregt          organisiert (z. B. TAG Tunesische     eine notwendige Voraussetzung,
                                    triestandort Tunesien und den        konkret: Steigerung des Einkom-      und gefördert werden?                Akademiker Gesellschaft), nicht       um den Wandel in afrikanischen
‹ Neben einer soliden Ausbildung    dortigen Arbeitsmarkt belegt.        mens, Zugang zu materiellen                                               dagegen innerhalb der TUM.            Ländern zu fördern.
der jungen Menschen an den          Tunesien bietet sich als Brücken-    Gütern und Unterhaltung aller        ‹ Wenn man die Hauptaufgabe          Eine stärkere Einbindung der
Universitäten sind Programme        kopf für die Berufsausbildung,       Art. Übersehen wird dabei, dass      angehen will, nämlich Arbeit         afrikanischen Studierenden in

                                                                         FRAGEN UND ANTWORTEN            20   21   FRAGEN UND ANTWORTEN
22   23
Abstracts
    CVs
 Sustainable Development in Africa
 Die TUM sieht den afrikanischen Kontinent als eine große Zukunftsaufgabe und stellt
 sich mit ihren vielfältigen Kompetenzen dieser Herausforderung. Sie ist bereits in
 unterschiedlichsten Themenfeldern von Forschung und Lehre mit Afrika eng verbunden
 und kann mit ihrer signifikanten Projekterfahrung und mit ihrer Expertise zur nachhaltigen
 Entwicklung in Afrika beitragen.

 Das Symposium
 Das Afrika-Engagement der TUM wurde in ihrem Jubiläumsjahr mit einem Symposium der
 Öffentlichkeit präsentiert. Die Initiative kam vom interdisziplinären Kreis der „TUM Emeriti
 of Excellence“, der hiermit ein Thema aufgriff, das in der europäischen und in der Weltpolitik
 von allergrößter Relevanz geworden ist.

 Vorträge und Poster
 Das weit gefächerte Afrika-Engagement der TUM in den unterschiedlichen Bereichen wurde
 durch ausgewählte Vorträge abgebildet und durch eine Posterausstellung abgerundet.

 Round Table
 Technische Lösungen ohne eine solide Staatsführung und ohne breit angelegte Ausbildung
 der Jugend vor Ort können in Afrika nur begrenzt hilfreich sein. Bei einem „Round Table“
 diskutierten deshalb namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über das
 Thema „Challenges of Governance and Education in Africa“.

 Moderation

                                                                                                                                Prof. Dr. Thomas Hofmann
                                                                                                                                und Prof. Noël Gbaguidia

   Prof. Michael Molls          Prof. Ralf Reichwald             Prof. Eugénia da
   Sprecher der TUM Emeriti     TUM Emeritus of Excellence       Conceição-Heldt
        of Excellence                                            Dekanin TUM School
                                                                   of Governance

                                                                     ABSTRACTS UND CVS            24   25   ABSTRACTS UND CVS
09.15   Prof. Francis
          Kéré
BIS

10.00

        Lehrstuhl Architectural Design and Participation
        Technische Universität München

        Inspired to build
                                                                                                                            Grundschulgebäude in Gando
        Afrika, ein Riesenkontinent – ein Problemkontinent?
        Afrika, ein krisengebeutelter Kontinent – ein Ort                    Professor Kéré hat schon als
        ohne Zukunft? Afrika, angesichts der fortdauernden                   Student seinen Schwerpunkt darauf
        Flüchtlingsströme die schwarze Gefahr für Europa?                    gelegt wie man klimagerechte,
        Afrika, ein ewiger Patient der nur von der Hilfe                     nachhaltige und in die Soziokultur
        des Westens lebt? Afrika, eine neue Kolonie Chinas?                  und Sozioökonomie eingebettete
        Afrika, ein wirklich hoffnungsloser Kontinent?                       Architektur in seiner Heimat Burkina
                                                                             Faso schaffen kann.

        All dies sind Fragen die in der Luft schweben, wenn man über         Seine Projekte und Konzepte haben
        den afrikanischen Kontinent redet.                                   zahlreiche internationale Preise
                                                                             erzielt, darunter den Aga Kahn
        In der Keynote hat Francis Kéré jenseits dieser Kritiken versucht    Award, Markus Preis, Schelling
        anhand von eigenen Projekten und Erfahrungen aufzuzeichnen,          Preis, Holcim Award und den Swiss
        dass es dort möglich ist erfolgreiche Projekte zu realisieren.       Architecture Award.
        Des weiteren hat er erläutert, weshalb Afrika Zukunftschancen
        bietet und weshalb es gerade jetzt für eine Hochschule wichtig       Seit 2005 leitet er das Büro Kéré
        ist, dort eine dauerhafte Kooperation zu initiieren, um aus diesem   Architecture GmbH in Berlin und hat
        anscheinend problembehafteten Kontinent einen Partner für die        an der TU Berlin, GSD Harvard und
        Zukunft zu machen.                                                   der Academia di Mendrisio gelehrt.
                                                                             Seit Oktober 2017 ist er Professor
        Die TUM, eine der führenden Hochschulen der Welt – heute             an der TUM für „Architectural
        150 Jahre alt, die ihre Gründung der Vision eines Königs             Design and Patrticipation“.
        verdankt – hat Dank ihrer langjährigen Geschichte und ihrer
        Erfolge alle Ingredienzien hier eine Pionierrolle zu spielen.

                                                                                                                                                         Pyramidenförmiger Neubau des
                                                                                                                                                         Parlamentsgebäudes in Ouagadougou,
                                                                                                                                                         Burkina Faso

                                                                                                SPEAKER           26   27
10.00   Prof. Walter
          de Vries
BIS

10.30
                                                                                                                                     Stadterweiterung in Kigali, Rwanda – März 2018

        Lehrstuhl Land Management
        Technische Universität München

        Kooperative Forschung und
        Ausbildung in verantwortungs-
        vollem und „smartem“ Land-                                           Lehrstuhlinhaber Bodenordnung
                                                                             und Landentwicklung
        management in und für Afrika
                                                                             Studiendekan Geodäsie
                                                                             und Geoinformation

        Die negativen Auswirkungen multipler globaler Phänomene wie          Program Direktor ‘Landmanagement
        Klimawandel, Migration und Urbanisierung sind besonders in           and Land Tenure‘
        Afrika fühlbar. Viele dieser Phänomene stehen im Zusammenhang
        mit Bodenrechten. Diese müssen neu so gestaltet werden, dass         Project Director ADLAND Project
        sie verantwortungsvoll und intelligent mit den Herausforderungen
        umgehen können. Universitäten können hierbei eine Schlüsselrolle     Längerfristige internationale
        spielen. Neben der Entwicklung sehr konkreter kollaborativer         Erfahrung in Projekten, die sich
        Forschungsergebnisse wird die gemeinschaftliche Entwicklung          mit Landinformationen, Kataster,
        gleichzeitig die Kapazitäten afrikanischer und europäischer          Landreform, Geodateninfrastruk-
        Forscher stärken und ihre Erfahrung als Zentren für Wissens-         turen und Berufsausbildung und
        entwicklung und -verbreitung stärken.                                Ausbildung im Land-(Informations-)
                                                                             Management befassen
        Die Ergebnisse werden die Sichtbarkeit der Forschungszentren
        in ihren jeweiligen Ländern und auf internationaler Ebene erhöhen.
        Durch die Aktivitäten rund um das Thema verantwortungsvolles                                                 Praktische Übungen zur Landvermessung am INES-Institut in Musanze, Rwanda – Dezember 2017
        und intelligentes Landmanagement können zwei Seiten besser
        miteinander verbunden werden: einerseits die normative, politische
        und öffentlich-administrative Seite der Bodenpolitik, anderseits
        die technische und methodologische Seite der Durchführung
        von Landinterventionen.

                                                                                                                     Teilnehmer des PhD Workskops für Landführung und -politik        ADLAND Forschungsentwicklungsworkshop für
                                                                                                                     in Bahir Dar, Ethiopia – Januar 2017                             ostafrikanische Forscher im Bereich Landmanagement
                                                                                                                                                                                      in Musanze, Rwanda – August 2018

                                                                                                SPEAKER         28   29
Prof. Thomas
                                                                                                                                                                                                  Kleine tragbare Solarlampen sorgen für etwas
                                                                                                                                                                                                  Licht auch daheim z. B. für die Bearbeitung

10.30                                                                                                                                                                                             der Hausaufgaben (Simbabwe, Afrika).

          Hamacher
BIS

11.00

        Lehrstuhl Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme
        Technische Universität München

        Macht günstige Photovoltaik (PV)
        einen Unterschied in Afrika?
                                                                                 Thomas Hamacher forscht auf dem
                                                                                 Gebiet der Energie- und System-
        Nach dem zweiten Weltkrieg wurden in vielen Länder Afrikas               analyse und neuer Stromnetze.
        Wasserkraftprojekte als Grundlage der Energieversorgung gebaut.
        Eine starke Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung blieb aus.        Nach seinem Studium der Physik
                                                                                 promovierte Thomas Hamacher an
        „Dezentrale“ Technologien wie die Mobiltelefonie haben sich heute        der Universität Hamburg in Physik.
        in allen Ländern des Sub-Sahara-Afrikas durchgesetzt. Kann die
        Photovoltaik mit ähnlichen Erfolgen rechnen? Bis heute stehen            Seit 1996 arbeitete Prof. Hamacher
        dem einige Hürden entgegen. Zum einen ist die Finanzierung               am Max-Planck-Institut für
        schwieriger und zum anderen fehlen oft ausgebildete Fachkräfte.          Plasmaphysik. Seit 2010 ist
        Eine Kopplung der Finanzierung an zertifizierte Ausbildungen und         Thomas Hamacher an der TUM
        neue Ausbildungskonzepte könnten diese Hürden überwinden.                unter anderem Direktor der Munich
                                                                                 School of Engineering (MSE).
        Sollte sich hier ein Erfolg einstellen, dann ist mittelfristig auch an
        eine Verbindung der PV an die erheblichen Wasserkraftpotentiale
        denkbar, die dann nicht nur die Elektrifizierung ländlicher Regionen
        fördern, sondern auch Industrie und große Städte mit Strom
        versorgen können.                                                                                                       Regelmäßige Reinigung und Wartung einer Photovoltaik-Anlage in Simbabwe (Afrika).

        Diese neue Verbindung von PV und Wasserkraft stellt für alle
        tropischen Gebiete eine enorme Chance dar, verlangt aber hier
        mehr koordinierte Forschung.
                                                                                                                                                 Elektrische Pumpen für die
                                                                                                                                                 Bewässerung von Feldern
                                                                                                                                                 können direkt mit Hilfe einer
                                                                                                                                                 Photovoltaik-Anlage ohne
                                                                                                                                                 Batteriespeicher betrieben
                                                                                                                                                 werden (Simbabwe, Afrika).

                                                                                                   SPEAKER         30   31   ERKENNTNIS
Dr. Dêlidji Eric
                                                                                                                       “WHO is
11.00

          Degila
BIS

11.30

        Global Migration Centre
        at The Graduate Institute Geneva                                                                                doing his
        The Role of the WHO in Africa
                                                                                                                        best to make
                                                                                                                        health the
        In recent years, few studies in social sciences have been
        conducted on Africa as a recipient of specific programmes           Senior Researcher at the Graduate
        in global health policies. One year after the election of a new     Institute’s Global Migration Centre
        Director-General, a key priority of the World Health Organization   and a Visiting Professor in the
        is to promote Universal Health Coverage (UHC), in the context of    Department of Political Science

                                                                                                                        most precious
        achieving Sustainable Development Goals (SDGs) notably Goal 3.      and International Relations

        What are WHO main challenges in Africa and how institutional        Specialises in international security
        reforms initiated by the new leadership of the Organization can     and armed conflicts, state-building
        help to achieve them? How to think and design global health         in Africa, diplomacy and global

                                                                                                                        commodity
        policies in a divided world in terms of gap access to health        governance, global health, geo-
        between the North and the South, especially Africa?                 politics and African regionalism

                                                                            Regularly serves as a consultant to
                                                                            international organizations such as

                                                                                                                        for all every-
                                                                            the African Union, WHO and several
                                                                            UN agencies

                                                                                                                        where around
                                                                                                                        the world.”
                                                                                                                                         Dr. Dêlidji Eric Degila

                                                                                                SPEAKER           32   33   ERKENNTNIS
11.30   Prof. Peter
        Rutschmann
BIS

12.00
                                                                                                                            Schachtkraftwerk im Container,
                                                                                                                            ökologische Mikro-Wasserkraft für
                                                                                                                            dezentrale Energieversorgung.

        Lehrstuhl Wasserbau und Wasserwirtschaft
        Technische Universität München

        Wasser des Nils, Lebenselixier
        Afrikas – Formen der Nutzung
        und gesellschaftlicher Nutzen

                                                                         Ordinarius des Lehrstuhls
        Die Nutzung des Nilwassers durch die Anrainerstaaten ist ein     für Wasserbau und
        grenzüberschreitendes und konfliktträchtiges Thema. Im Vertrag   Wasserwirtschaft (TUM)
        von 1929 haben die Engländer die „historischen Wasserrechte“
        Ägyptens festgeschrieben und verfügt, dass die in Ägypten        Direktor des Oskar von Miller
        ankommenden Wasservolumina durch die Oberlieger nicht            Instituts und des Dieter Thoma
        gemindert werden dürfen. Äthiopien anerkennt dieses Vertrags-    Labors (TUM)
        werk nicht und wird mit Fertigstellung des Grand Ethiopian
        Renaissance Dam (GERD) stark in die Abflussverteilung des        Leiter des DAAD Netzwerkprojekts
        Nils eingreifen.                                                 NeXus zu Water-Food-Energy
                                                                         mit Partnern aus Afrika
        Ich ging im Vortrag der Frage nach, welche Wasservolumina
        sinnvollerweise einer landwirtschaftlichen bzw. energetischen
        Nutzung im Sinne des Water-Energy-Food Nexus Konzepts
        (WEF) zugeführt werden sollen. Dazu werden Ausbau-Szenarien
        mit dem Ist-Zustand verglichen, und verschiedene Pareto-
        optimale Lösungen mittels einer sozialen Kosten-Nutzen-Analyse
        verglichen. Die resultierenden Erkenntnisse sind einigermaßen
        überraschend und offenbaren, dass der Weg zu einer einver-
        nehmlichen Wassernutzung weit offen ist.

                                                                                                                                                                Bau des Grand Rennaissance Damms in Äthiopien, der
                                                                                                                                                                größten Wasserkraftanlage Afrikas.

                                                                                                                    ERKENNTNIS

                                                                                             SPEAKER      34   35
12.00   Prof. Markus
        Lienkamp
BIS

12.30
                                                                                                                                     Fahrten auf den Wegen
                                                                                                                                     von Kumasi meisterte das
                                                                                                                                     aCar problemlos während
                                                                                                                                     der Erprobung.
        Lehrstuhl Fahrzeugtechnik Technische Universität München

        a-Car – ein Fahrzeugkonzept
        für Afrika
                                                                              Wissenschaftliche Beteiligung
                                                                              am CREATE Forschungsprojekt
        Ein Elektroauto für Afrika, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerung   „Electromobility in Megacities“
        zugeschnitten ist, die ländliche Struktur stärkt und die Wirtschaft   und „Towards the Ultimate Public
        ankurbelt. Mobilität gehört zu unserem täglichen Leben. Wir trans-    Transportsystem“ (seit 2010)
        portieren große Lasten, pendeln zur Arbeit und fliegen im Urlaub
        in ein fernes Land. Für viele Menschen in Afrika ist der Zugang       TUM, Ordinarius des Lehrstuhls
        zu Fahrzeugen dagegen nicht selbstverständlich. Für Bauern, die       für Fahrzeugtechnik (seit 2009)
        weit von den urbanen Zentren entfernt leben, bedeutet das, dass
        sie keinen direkten Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung       VW Konzernforschung
        und zum politischen Geschehen haben. Um ihren Lebensunterhalt         (2002 – 2009)
        bestreiten zu können, sind sie auf Transportunternehmen angewie-
        sen, die ihre Erzeugnisse zum Verkauf in die nächste Stadt fahren.    VW Konzern, diverse Stationen
        Viele Menschen verlassen daher die ländliche Umgebung, weil sie       (1995 – 2002)
        in der Stadt auf bessere Lebensbedingungen hoffen. Das aCar ist
        für den Personen- und Gütertransport konzipiert und aufgrund der      Promotion, TU Darmstadt (1995)
        vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ebenfalls für den europäischen
        Automobilmarkt interessant.                                           Diplomingenieur Maschinenbau
                                                                              TU Darmstadt (1992)

                                                                              Master Mechanical Engineering           Zukünftiges Einsatzfeld des aCars.
                                                                              Cornell University, USA (1991)

                                                                                                                                 Während der Erprobung wurde das aCar-Team von jedem   Im Sommer 2017 näherte sich Zeichnung für Zeichnung
                                                                                                                                 mit Begeisterung empfangen.                           das Design des aCars dem des aktuellen Prototypen an.

                                                                                                 SPEAKER         36   37   ERKENNTNIS
12.30
BIS

13.00   Prof. Annette
        Menzel
        Ökoklimatologie Technische Universität München

        Peter
                                                                           Professorin für Ökoklimatologie
                                                                           (TUM), Leitautorin im 5. Assessment
                                                                           Report des IPCC, Forschungs-
                                                                           schwerpunkte im Bereich Klima-

        Trautwein
                                                                           wandel / Vegetation / Wasser

        Wasserstiftung
                                                                                                                  Nebelkollektoren mit verschiedenen Netzmaterialien und ausgestattet mit Messgeräten im Anti-Atlasgebirge
                                                                                                                  in Südwestmarokko zur Trinkwassergewinnung.
        Trinkwassergewinnung aus Nebel

        Wassergewinnung mit Nebelnetzen ist eine passive und relativ
        kostengünstige Methode, die nach dem bionischen Prinzip
        des Nebeltrinker-Käfers in der Namib-Wüste funktioniert, der
        mit seinen aufgestellten Flügeldecken Nebeltröpfchen aus der
        Luft filtert. Nebelkollektoren mit feinmaschigen Netzen erlauben   Inhaber der Design Agentur
        so weltweit in regenarmen und schwer zugänglichen Gebieten mit     ergon3Design, Ehrenamtlicher
        hohem Nebelaufkommen ausreichend Trinkwasser zu gewinnen.          Mitarbeiter der Wasserstiftung,
        Untersuchungen der TUM in Kooperation mit der Munich Re Foun-      Entwickler des Cloud-Fisher
        dation und der Wasserstiftung auf dem Mount Boutmezguida im        Nebelkollektors
        Anti-Atlas-Gebirge in Marokko zeigen, dass das dort gesammelte
        Nebelwasser dem WHO-Standard entspricht, sich die Erträge                                                                           Weiterhin werden die Effektivität und Windanfälligkeit
        verschiedener getesteter Netztypen aber deutlich unterscheiden.                                                                     verschiedener Netzmaterialien ermittelt und die
                                                                                                                                            Wasserqualität untersucht.
        Am 16. Oktober 2018 wurde dort der weltgrößte Nebelkollektor
        Park eröffnet. Er liefert ausreichend Trinkwasser für 16 Berber-
        Dörfer mit 1.150 Einwohnern und eine Schule. Die enorme
        Wasserernte, die in acht Zisternen gesammelt wird, kommt auch
        dem landwirtschaftlichen Anbau und ca. 7.000 Nutztieren zugute.
        Tägliche Fußmärsche von 3,5 Stunden, die Frauen und Mädchen
        bislang zu den im Tal liegenden Brunnen mit ihrem teils nur                                                                                                                                        Zusammen mit lokalen Partnern, der Wasserstiftung und
        brackigen Wasser zurücklegen müssen, sind heute schon nicht                                                                                                                                        der Münchener Rück Stiftung entwickelt und testet die
        mehr nötig.                                                                                                                                                                                        Professur für Ökoklimatologie der Technischen Universität
                                                                                                                                                                                                           München einen robusteren Nebelkollektor.

                                                                                              SPEAKER        38   39   ERKENNTNIS
14.00   Prof. Johannes
        Kollmann
BIS

14.30

        Lehrstuhl Renaturierungsökologie
        Technische Universität München

        Biodiversität und
        Ökosystemmanagement
                                                                            Sprecher Department Ökologie und
                                                                            Ökosystemmanagement, WZW, TUM            Die junge Bevölkerung in
        Bevölkerungswachstum, Landnutzungsänderungen, invasive                                                       vielen Ländern Afrikas birgt
        Fremdarten und der Klimawandel beeinträchtigen die Biodiversität    Leiter Lehrstuhl für Renaturierungs-     viele Chancen und Risiken.
        und das Ökosystemmanagement weiter Teile Afrikas. Dadurch sind      ökologie, TUM                            Strandleben in Cape
        essentielle Ökosystemdienstleistungen gefährdet, wie zum Beispiel                                            Coast, Ghana
        die Bodenfruchtbarkeit, Trinkwasserversorgung und Bestäubung        Associate Professor, Norwegian
        von Nutzpflanzen.                                                   Institute of Bioeconomy Research,
                                                                            Oslo
        Anhand aktueller Afrika-Projekte aus dem Department Ökologie
        und Ökosystemmanagement wird Prof. Kollmann darlegen, welche        Forschung und Lehre an den
        Aktivitäten in Forschung und Lehre sich diesen Herausforderungen    Universitäten Freiburg, Cambridge,
        stellen. Durch Integration der lokalen Bevölkerung werden solche    Kopenhagen, ETH Zürich und TUM
        Projekte erfolgreich und langfristig gesichert.
                                                                            25-jährige Erfahrung in Forschung
                                                                            und Umsetzung ökologischer
                                                                            Projekte, u.a. in Brasilien,
                                                                            Guatemala, Namibia und Südafrika

                                                                                                                                                    Der Ökotourismus ist in vielen Gegenden Afrikas ausbaufähig und trägt zur Bewahrung der Biodiversität bei.
                                                                                                                                                    Hängebrücken im Kakum Nationalpark, Ghana

                                                                                                                                                                                                                                                   Die Naturressourcen Afrikas
                                                                                                                                                                                                                                                   sind großen Belastungen
                                                                                                                                                                                                                                                   ausgesetzt.

                                                                                                                                     Degradierter Fluss in Accra, Ghana            Degradiertes Küstenmoor bei Manguzi, Südafrika

                                                                                                 SPEAKER        40   41
Prof Winkler untersucht
                                                                                                                                                                        Kinder im ländlichen
                                                                                                                                                                        Tansania neurologisch,
                                                                                                                                                                        im Bild dargestellt ist eine

        Prof. Andrea
                                                                                                                                                                        Balance-Untersuchung
                                                                                                                                                                        mittels Romberg-Tests.

14.30

        Winkler
BIS

15.00

        Center for Global Health und Neurologie,
        Klinikum rechts der Isar Technische Universität München                                                                                                                                Kinder spielen mit freilaufenden Schweinen in Sambia.

        Multidisziplinarität als
        Voraussetzung für globale
        Gesundheitsforschung                                                 Ko-Direktorin (zusammen mit
                                                                             Frau Prof. Prazeres da Costa) des
                                                                             Centers for Global Health, TUM

        Durch die zunehmende Vernetzung unserer Welt ist auch Gesund-        Neurologin und Leiterin AG Global
        heit zu einem Thema geworden, das global und multidisziplinär        Neurology / Mental Health, TUM
        betrachtet werden muss. Heute gibt es auf diesem Gebiet viele
        komplexe Herausforderungen, die sich nicht mit lokalen Ansätzen      Lehrstuhl für Global Health und
        bewältigen lassen.                                                   Direktorin des Centres for Global
                                                                             Health an der Universität Oslo
        Mit dem Ziel, das Thema der globalen Gesundheitsförderung
        und Krankheitsprävention multidisziplinär an der TUM anzugehen,      17-jährige Erfahrung in Klinik /
        haben Prof. Andrea Winkler und Prof. Clarissa Prazeres da Costa      Forschung (groß angelegte
        das Center for Global Health an der medizinischen Fakultät der       multidisziplinäre u.a. epidemio-
        TUM gegründet. Anhand von drei konkreten, Global Health-             logische Gesundheitsstudien)
        relevanten Beispielen hat Prof. Winkler dargelegt, welche wichtige   in Subsahara Afrika
        Rolle Multidisziplinarität sowie das One Health Konzept in Gesund-
        heitsforschung in Afrika und auf weiterer globaler Ebene spielen:
        armutsassoziierte vernachlässigte Erkrankungen, neu auftretende
        Infektionskrankheiten, sowie antimikrobielle Resistenzen.

                                                                                                                      Globale Gesundheitsforschung beinhaltet Bildung
                                                                                                                      von lokalen Gemeinden, vor allem Kinder.

                                                                                                                                                                                         Lokales Labor das mit Mitteln einer Nord-Süd
                                                                                                                                                                                         Forschungskollaboration finanziert werden
                                                                                                                                                                                         konnte, Mozambique.

                                                                                                 SPEAKER         42   43   ERKENNTNIS
Prof.
                                                                                                                                                                  Scientific               Student / staff
                                                                                                                                                                   writing                   exchange
                                                                                                                                                                 workshops
                                                                                                                                                                                               Refresher / summer
                                                                                                                                                        Joint                                       courses
15.00                                                                                                                                                fieldwork

        Juliane
BIS                                                                                                                                                                                                              Professional
15.30                                                                                                                                       Research
                                                                                                                                                                                                                  coaching
                                                                                                                                             clinics

                                                                                                                                                                    h d
                                                                                                                                                                 arc nte

                                                                                                                                                                                             Pr velo
                                                                                                                                                                                             Ed fess pme
                                                                                                                                                                                                                         Curriculum

                                                                                                                                                                                              De
                                                                                                                                                                                                                           review

                                                                                                                                                                                               o
                                                                                                                                                              se rie

                                                                                                                                                                                               uc io nt
                                                                                                                                        Design

        Winkelmann

                                                                                                                                                            Re ct-o

                                                                                                                                                                                                  ati na
                                                                                                                                       research

                                                                                                                                                                                                     on l
                                                                                                                                      workshops                                                                             E-Learning

                                                                                                                                                            pa
                                                                                                                                                                               KNUST-                                      development

                                                                                                                                                           Im
                                                                                                                                                                                                                            workshop
                                                                                                                                      Research
                                                                                                                                                                                TUM
                                                                                                                                     development                                                                         Executive &
                                                                                                                                      workshops                                                                          practitioners
        Geschäftsführende Vizepräsidentin Internationale Allianzen                                                                                                                                                        workshops
        und Alumni Technische Universität München                                                                                                                      Entrepreneurship,
                                                                                                                                                                         MakerSpace

                                                                                                                                                       Start-up                                             Hackatons
                                                                                                                                                     consultancy

                                                                                                                                                                   Entreprenurial          Africa Venture
                                                                                                                                                                    or scientific             Program                      TUM und KNUST setzen zusammen auf die
        TUM.Africa – Partnerschaft                                                                                                                                  incubators                                             Förderung bestehender und neuer Projektideen,

        für Innovation und nachhaltige                                                                                                                                                                                     die im Rahmen eines Action Frameworks in den
                                                                                                                                                                                                                           Schlüsselbereichen Lehre, Forschung und

        Entwicklung                                                         Prof. Dr. Juliane Winkelmann                                                                                                                   Entrepreneurship anzusiedeln sind.
                                                                            begann ihre akademische Karriere
                                                                            am Münchner Max-Planck-Institut
                                                                            für Psychiatrie.
        Gemäß ihrem Grundverständnis als Dienerin der Gesellschaft
        und aus Verantwortung für nachfolgende Generationen setzt sich      Sie ist seit 2015 Inhaberin des
        die TUM für den afrikanischen Kontinent mit einer strategischen     Lehrstuhls für Neurogenetik
        Partnerschaft für Innovation und nachhaltige Entwicklung ein:       und Direktorin des Instituts für
        Ziel ist die Förderung von Unternehmertum, innovativer Methoden     Neurogenomik am Helmholtz
        und der Einsatz neuer angepasster Technologien vor Ort in enger     Zentrum München; zuvor war sie
        Zusammenarbeit mit der ghanaischen Kwame Nkrumah University         Full Professor of Neurology and
        of Science and Technology (KNUST) unter Einbeziehung weiterer       Neuroscience an der Stanford
        lokaler und deutscher Stakeholder (Universitäten, Schulen, NROs,    Universität in Kalifornien, USA.
        Wirtschaft). Dabei wird ein interdisziplinärer Ansatz rund um die
        Schwerpunkte Wasser – Energie – Ernährungssicherung – Umwelt –      Seit 2017 ist sie Geschäftsführende
        Infrastruktur – Land – Mobilität – Global Health – Governance       Vizepräsidentin für Internationale
        verfolgt.                                                           Allianzen und Alumni an der TUM.
                                                                                                                      Bereits zu 20 afrikanische Staaten
        Diese Strategie wird von einem fakultätsübergreifenden Afrika-                                                pflegt die TUM Kontakte.
        Netzwerk an der TUM flankiert. Formate und konkrete Maßnahmen
        wie die Einberufung eines TUM.Africa Roundtables, Arbeitstreffen
        mit bundesstaatlichen und bayerischen Akteuren sowie ein
        TUM.Africa Newsletter helfen dabei, Synergien bei Aktivitäten
        verschiedener Lehrstühle herzustellen sowie Best Practice
        Austausch zu ermöglichen.

                                                                                                                                                                           Eine Delegation um Prof. Juliane Winkelmann, Vizepräsidentin für internationale
                                                                                                                                                                           Allianzen und Alumni, besiegelt im Oktober 2018 in Kumasi die strategische
                                                                                                                                                                           Partnerschaft für Innovation und nachhaltige Entwicklung.

                                                                                                SPEAKER          44   45   ERKENNTNIS
46   47
“Challenges
 of Governance
 and Education
 in Africa”                                                                         Prof. Chiheb Bouden
                                                                                  National Engineering School of Tunis,
                                                                                       Universität Tunis El Manar
                                                                                                                                                    Dr. Nathalie
                                                                                                                                                   von Siemens
                                                                                                                                                           Sprecherin
                                                                                                                                                        Siemens Stiftung

                              Prof. Dr. Thomas
                                 Hofmann
                           Geschäftsführender Vizepräsident
                           für Forschung und Innovation der
                           Technischen Universität München

               TION
          RA
      E
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 MO

                                                                                                                     Prof. Noël Gbaguidi
                                                                                                                 UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechte,
                                                                                                                     Nationale Universität Benin

                                                   Prof. Francis Kéré
  Prof. Eugénia da
  Conceição-Heldt                                    Lehrstuhl Architectural
                                                    Design and Participation,
      Dekanin TUM School                         Technische Universität München                                                                                               Roland Polte
        of Governance
                                                                                                                                                                                Board Member,
                                                                                                                                                                           Head of Human Ressources
                                                                                                                                                                              DRÄXLMAIER Group

                                                  R O U N D TA B L E   48                  49   R O U N D TA B L E
Impressum

Herausgeber	Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang A. Herrmann
             Präsident der Technischen Universität München

Redaktion          Projektbüro TUM Emeriti of Excellence

V.i.S.d.P.         Dr. Birgit Herbst-Gaebel

Gestaltung         KW NEUN Grafikagentur | www.kw-neun.de

Kontakt	Dr. Birgit Herbst-Gaebel | TUM ForTe | Projektbüro TUM Emeriti of Excellence
         Arcisstr. 21 | 80333 München | Tel. +49.89.289.22092 | Fax +49.89.289.25245
         E-Mail: herbst-gaebel@zv.tum.de | www.emeriti-of-excellence-tum.de

Druck              SYLVIA LERCH | Material & Produktion | Schöttlstraße 16 | 81369 München

Papier             Druck auf FSC-zertifiziertem Papier | Umschlag: Muskat, Innenteil: PlanoJet®

Auflage            300 Stück

Bildnachweise                                                © Lehrstuhl für Industrial Design / TUM
S. 9: © Magdalena Jooss / TUM                                S. 38: © Astrid Eckert / TUM;
S. 11: © Astrid Eckert / TUM                                 © norbert guthier photography
S. 12 / 13: © Erik-Jan Ouwerkerk                             S. 39: © C. Schunk / TUM
S. 18: © Kéré Architecture                                   S. 40: © Astrid Eckert / TUM
S. 24: © Andreas Heddergott / TUM;                           S. 41: © Peter Trautwein;
© Astrid Eckert / TUM                                        © Johannes Kollmann / TUM
S. 25 : © Uli Benz / TUM                                     S. 42: © Fotografie Stephan Rumpf
S. 26: © Andreas Heddergott / TUM                            S. 43: © Andrea Winkler;
S. 27: © Siméon Duchoud;                                     © Veronika Schmidt;
© Kéré Architecture                                          © Clarissa Prazeres da Costa
S. 28: © Astrid Eckert / TUM                                 S. 44: © Andreas Heddergott / TUM
S. 29: © TUM                                                 S. 45: © TUM International Center
S. 30: © Astrid Eckert / TUM                                 S. 46 / 47: © Uli Benz / TUM
S. 31: © Stephan Baur / XXX                                  S. 48 / 49: © Andreas Heddergott / TUM;
S. 32: © Dr. Dêlidji Eric Degila                           © Astrid Eckert / TUM;
S. 34: © Andreas Heddergott / TUM                            © Prof. Chiheb Bouden;
S. 35: © TUM                                                 © Uli Benz / TUM;
S. 36: © Astrid Eckert / TUM                                 © Siemens Stiftung;
S. 37: © Maximilian Eiba;                                    © DRÄXLMAIER Group

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in der Broschüre überwiegend darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden.
Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.

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