NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern

Die Seite wird erstellt Marlene Geiger
 
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NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
Nr.42 | Februar 2021

                         grün       NEIN
                                 am 7. März zu
                                mehr Sonnta
                                             gs -
                                     arbeit

                                   STAND
                                   Natalie Imboden
                                   ●Nein zu mehr
                                   Sonntagsarbeit!
                                   MITTEL
                                   Markus Heinzer
                                   ● Wer sind die drei
                                   neuen GB-Stadt-
                                   rätinnen?
                                   SICHT
                                   Katharina Gallizzi
                                   ● ZBB stärkt
Gestärkt in die neue               auch den Fuss- und
Legislatur:                        Veloverkehr
Für ein solidarisches,
feministisches
und grünes Bern!
NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
STAND                                                                                                               grün . Nr.42 | Februar 2020   2   STAND                                                                                                                   grün . Nr.42 | Februar 2020   3

                                 Nein zu mehr Sonntagsarbeit!                                                                                                                              Stopp Palmöl!
                                 Wirtschaftsverbände und Grossverteiler fordern mehr     dem das Stimmvolk Sonntagsverkäufe in Bahnhöfen                                                   Am 7. März wird über das Freihandelsabkommen             men mit Indonesien wird zum ersten Mal eine Pro-
                                 Sonntagverkäufe. Für die Beschäftigten im Detailhan-    und Tankstellenshops knapp gutgeheissen hatte, sol-                                               mit Indonesien abgestimmt. Klima- und Agrarorga-         duktedifferenzierung vorgenommen: Nur Palmöl,
                                 del würde das eine weitere Verschlechterung der Ar-     len jetzt weitere Sonntagsverkäufe eingeführt wer-                                                nisationen haben das Referendum ergriffen, weil          das nach ökologischen und sozialen Kriterien produ-
                                 beitsbedingungen bedeuten.                              den. Gegen das Gesetz hat eine breite Allianz erfolg-                                             für die Produktion von Palmöl immer mehr Regen-          ziert worden ist, kann von tieferen Zöllen profitie-
                                                                                         reich das Referendum ergriffen. Dank eines Eventual-                                              wald abgeholzt wird. Nachhaltigkeitskriterien sol-       ren. Dieses Konzept entspricht der «Fair-Food-Ini-
                                 Der Kanton Bern hat heute schon liberalisierte Laden-   antrages ist der sinnvolle Rest der Gesetzesrevision                                              len diese Gefahr bannen. Doch es fehlen wirksame         tiative», welche die GRÜNEN 2018 zur Abstimmung
                                 öffnungszeiten. So können alle Läden von 6 bis 20       (Jugendschutz bei E-Zigaretten) nicht gefährdet.                                                  Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Die GRÜNEN           brachten. Damals hiess es, dass die Internationale
                                 Uhr und am Samstag bis 17 Uhr offen haben. Total                                                                       «Eigentlich könnten wir jubeln:    lehnen das Abkommen ab – als einzige Partei in Bun-      Handelsorganisation WTO keine Differenzierung
                                 sind dies ca. 80 Stunden pro Woche. Dazu gibt es un-    Liberalisierung auf Kosten des Personals                       Zum ersten Mal bindet die          desbern.                                                 nach Produktionsmethode erlaube. Nun ist es plötz-
                                 zählige Ausnahmen: am Sonntag für kleine Lebens-        Längere Ladenöffnungszeiten nützen vor allem den               Schweiz in einem Handelsver-                                                                lich möglich. Das ist gut, aber nicht gut genug. Denn
                                 mittelläden, für die Weihnachtsverkäufe oder an Tank-   Grossverteilern. Das Nachsehen haben die kleinen Lä-           trag Zollreduktionen direkt an     Palmöl ist überall anzutreffen. Der günstige Roh-        das Kapitel über nachhaltige Entwicklung enthält
                                 stellen, Bahnhöfen und in Tourismusgebieten. Nach-      delibesitzer_innen und insbesondere die Angestell-             Nachhaltigkeitskriterien. Das      stoff wird zur Herstellung von Lebensmitteln, Kos-       weder Kontroll- noch Sanktionsmöglichkeiten und
                                                                                         ten: Die rund 30'000 Angestellten im Berner Detail-            fordern wir GRÜNEN seit vielen     metika, Reinigungs- und Waschmitteln verwendet.          ist von der Schiedsgerichtsordnung ausgenommen.
                                                                                         handel sind mehrheitlich Frauen. Die Löhne im Ver-             Jahren. Doch leider bleibt der     Verantwortungsbewusste Kund_innen wählen bei             Damit droht die Nachhaltigkeit ein Papiertiger zu
                                                                                         kauf sind tief, die Altersvorsorge in der Folge ungenü-        Bundesrat auf halbem Weg           ihren Einkäufen Produkte, die kein Palmöl enthal-        bleiben. Auch sozial- und entwicklungspolitisch gibt
                                                                                         gend. Aber statt die Arbeitsbedingungen zu verbes-             stecken. Sagen wir heute Ja,       ten. Doch die Palmöl-Deklarationen, die Grosskon-        es viele Gründe für ein Nein.
                                                                                         sern, verlangen die Grossverteiler immer mehr Flexi-           dann setzen wir für die Frei-      zerne auf ihren Produkten anbringen, sind selbst         Mehr dazu auf www.woz.ch.
                                                                                         bilität. Mehr Sonntagsverkäufe schaffen nämlich                handelsabkommen mit Merco-         mit einer Lupe kaum zu entziffern oder fehlen ganz.
                                                                                         nicht mehr Arbeitsplätze, stattdessen werden die Ar-           sur oder Indien zu tiefe               Anstatt die Nachfrage nach Palmöl zu reduzie-        Regula Rytz, GB-Nationalrätin
                                                                                         beitszeiten weiter zerstückelt. Sie sind bereits heute         Hürden.»                           ren, wollen die Schweizer Wirtschaftsverbände Palm-
                                                                                         in vielen Geschäften auf sechs, teils gar sieben Tage                                             öl «nachhaltiger» machen. Im Freihandelsabkom-
                                                                                         verteilt. Kein Wunder, sind die Direktbetroffenen ge-
                                                                                         gen mehr Sonntagsarbeit. Am Frauenstreik vom 14.
                                                                                         Juni 2019 haben hunderte von Frauen aus dem Detail-
                                                                                         handel in der Berner Marktgasse gegen längere La-
                                                                                                                                                                                           Eine E-ID muss staatlich sein
                                                                                         denöffnungszeiten protestiert.
                                                                                             Darum Nein zu mehr Sonntagsarbeit (Antrag des
                                                                                         Grossen Rats) und Ja zum Eventualantrag (Stichfra-                                                Das nationale Parlament hat beschlossen eine E-ID        delegiert werden. Deshalb haben wir zusammen mit
                                                                                         ge: Eventualantrag).                                                                              einzuführen – einen digitalen Identitätsausweis für      Verbündeten das Referendum lanciert. Die Abstim-
                                                                                                                                                                                           die Bürger_innen der Schweiz. Daran wäre nichts          mung dazu findet am 7. März statt.
                                                                                         Natalie Imboden, GB-Grossrätin, Präsidentin                                                       auszusetzen. Weil aber die Ausstellung dieser E-ID           Nur wenn die E-ID vom Staat ausgestellt wird, ist
                                                                                         Grüne Kanton Bern                                                                                 an Private delegiert werden soll, wehren wir uns da-     gewährleistet, dass der Datenschutz – und nicht der
Ein breites Bündnis gegen                                                                                                                                                                  gegen. Die Herausgabe eines Identitätsausweises –        Profit privater Anbieter – allerhöchste Priorität hat.
mehr Sonntagsarbeit, bei der
                                                                                                                                                                                           sei er nun analog oder digital – ist Aufgabe des Staa-   Nur mit einer staatlichen E-ID wird das Vertrauen
Einreichung der Unterschriften
                                  Abstimmungen vom 7. März                                                                                              «Bundesrat und Parlament           tes.                                                     der Bevölkerung gegeben sein – eine wichtige Vor-
                                  Stadt                                                  NEIN zur Hauptvorlage und JA zum Eventualantrag                haben immer noch nicht begrif-                                                              aussetzung für die Akzeptanz.
                                  ● JA zur Vorlage Bau- und Verkehrsmassnahmen im        (NEIN zu mehr Sonntagsarbeit!)                                 fen, dass Grundrechte auch im      Eine E-ID ist eine wichtige Voraussetzung, um im In-         Bei Privaten stehen Grundrechte im digitalen
                                  Zusammenhang mit dem Ausbau des Bahnhofs Bern:                                                                        digitalen Raum gelten. Sei dies    ternet private und öffentliche Dienstleistungen ab-      Raum nicht an erster Stelle. Wir GRÜNE haben diese
                                  Ausführungskredit (Zukunft Bahnhof Bern; ZBB)          National                                                       beim E-Voting, beim digitalen      wickeln zu können, bei denen die Identität aus-          immer verteidigt und werden dies auch jetzt wieder
                                  ● JA zur Überbauungsordnung Schwarztorstrasse/         ● NEIN zum Bundesgesetz über elektronische                     Impfausweis oder der digitalen     gewiesen werden muss – wie beispielsweise E-Ban-         tun. Wir wollen ein gutes Fundament für eine funk-
                                  Brunnmattstrasse (Meinen-Areal)                        Identifizierungsdienste (E-ID-Gesetz, BGEID)                    Identität. Bundesrätin Keller-     king oder das Ausfüllen der Steuererklärung. Das         tionierende digitale Infrastruktur.
                                  ● NEIN zur Neuen Festhalle: Investitionsbeitrag an     ● NEIN zum Bundesbeschluss über die Genehmigung                Sutter hat einen weiteren          neue E-ID-Gesetz sieht jedoch vor, dass private Anbie-   Deshalb NEIN am 7. März zur elektronischen ID.
                                  die Messepark Bern AG                                  des Umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsab-                   Abstimmungskampf voller Un-        ter diese E-ID entwickeln und zur Verfügung stellen
                                  ● JA zur Überbauungsordnung Mingerstrasse-Papier-      kommens zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien               wahrheiten gestartet. Ihre erste   sollen. Bereits hat sich ein Verbund aus Banken, Ver-    Aline Trede, GB-Nationalrätin,
                                  mühlestrasse                                           (NEIN zum schädlichen Freihandelsabkommen mit                  Aussage: Es gehe gar nicht um      sicherungen, Krankenkassen und staatsnahen Betrie-       Fraktionspräsidentin GRÜNE Schweiz
                                                                                         Indonesien)                                                    eine elektronische Identität.      ben in Stellung gebracht. Wir GRÜNE sehen die
                                  Kantonal                                               ● NEIN zur Volksinitiative «Ja zum Verhüllungs-                Um was dann? Pinocchio lässt       Herausgabe der E-ID als eine staatliche Aufgabe. Sie
                                  ● Änderung des Gesetzes über Handel und Gewerbe:       verbot»                                                        grüssen.»                          darf keinesfalls vollständig an private Unternehmen
NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
MITTEL                                                                                                                    grün . Nr.42 | Februar 2020 4                                                                                         grün . Nr.42 | Februar 2020   5

Wer sind die drei neuen GB-Stadträtinnen?
                                                                                                                                                                                                                  Ein grosses Dankeschön an Devrim Abbasoglu-
Facts-Box
                                                                                                                                                                                                                  Akturan und an Sophie Achermann!
Der Stadtrat wurde                                                                                                                                                                                                Die beiden Stadträtinnen mussten wegen Zeitmangels
…weiblicher                                                                                                                                                                                                       aufgrund aktueller persönlicher Umstände zurücktre-
Im Stadtrat sitzen neu 55 Frauen                                                                                                                                                                                  ten. Das GB bedauert dies sehr und dankt ihnen für
und 35 Männer. Das ist ein Frau-                                                                                                                                                                                  ihre grosse geleistete Arbeit. Die Entscheidung der bei-
enanteil von 69%!                                                                                                                                                                                                 den zeigt, dass es insbesondere für Frauen nach wie
…linker                                                                                                                                                                                                           vor eine grosse Herausforderung ist, Beruf und Familie
GB, JA!/Junge Grüne und AL                                                                                                                                                                                        mit einem politischen Amt zu vereinbaren.
legten je um 1 Sitz zu.
…grüner                                                                                                                                                                                                           Porträts: Markus Heinzer, Redaktion grün.
GFL, GB, JA!/Junge Grüne und
GAP kommen zusammen auf
27,2 % (+2,2) und 21 Sitze (+1).
Zudem legte die GLP 2 Sitze und
                                                                                                                                                                                                                    AKTIONS
die jglp 1 Sitz zu.
                                    «Mich begeistert die dezidiert linke Positionierung       «Wie wollen wir als Gesellschaft arbeiten, wohnen,          «Mich fasziniert am GB, dass ich mich als Aktivistin
…jünger
                                    des GB in Verknüpfung mit Sachkompetenz, Engage-          Ferien machen? Was essen wir, wie verhalten wir uns         voll ausleben und nun gleichzeitig im Stadtrat meinen
Die Stadtratsmitglieder sind im
                                    ment und dem frisch-frechen Auftreten der Partei.»        gegenüber Menschen und Tieren, wie begegnen wir             Überzeugungen auf institutioneller Ebene Gehör ver-
Durchschnitt 6 Jahre jünger als
                                                                                              dem Klimawandel? In welcher Welt möchten wir                schaffen kann.»
noch 2016. Das Durchschnitts-
                                    ● Anna Leissing (1982) ist Leiterin der Plattform für     leben? Zu diesen Fragen im GB grosse Antworten und
alter sank knapp unter 40 Jahre.
                                    Friedensförderung KOFF bei swisspeace. Sie wohnt          kleine Lösungsschritte zu finden, das gefällt mir.»         ● Jelena Filipovic (1992) hat Politikwissenschaften
Die neue GB/JA!-Fraktion:
                                    mit Partner, dessen Sohn (12) und einem Kater im                                                                      studiert und ist seit 2019 politische Sekretärin des
● Anna Leissing, GB (neu)
                                    Breitenrain. Sie geniesst das Leben im Stadtquartier      ● Franziska Geiser (1975) unterrichtet am Bildungs-         GB. Sie wohnt gerne im Westen von Bern und pendelt
● Eva Krattiger, JA! (seit 2017)
                                    mit den Beizen, dem Kino und der Badi gleich um die       zentrum Wirtschaft und Dienstleistung und an der            – wenn nicht Homeoffice angesagt ist – an die Brei-
● Franziska Geiser, GB (neu)
                                    Ecke und dem Arbeitsplatz in kurzer Velodistanz.          Pädagogischen Hochschule Bern. Sie hat Germani-             tenrainstrasse mit dem ÖV und dem Velo. Jelena ist
● Jelena Filipovic, GB (neu)
                                    Annas Herz schlägt für Lateinamerika. Sie singt im la-    stik und Geschichte studiert. Mit Partner, Kind (11)        im Vorstand von «Läbigi Stadt», engagiert sich beim
● Katharina Gallizzi, GB
                                    teinamerikanischen Frauenchor von Bern und mit            und Katze wohnt sie in der Schosshalde. Mit der             «jungVCS» und ist Gründungs- und Leitungsmitglied
(seit 2015)
                                    Freund_innen und Gitarre am Feuer. Zudem enga-            Nachbarsfamilie besteht eine grosse Nähe: Sie ko-           des Vereins «Landwirtschaft mit Zukunft». Von An-
● Lea Bill, GB (seit 2017),
                                    giert sich Anna in mehreren Vereinen und leitet die       chen und essen miteinander und schauen gegensei-            fang an war sie beim Klimastreik und beim Frauen-       Jetzt Lokalgruppe
Co-Fraktionspräsidentin
                                    Gemeinschaftswerkstatt im Spinnrad in der Felse-          tig zu den Kindern.                                         streikkomitee Bern sehr aktiv beteiligt. Jelena ist     gründen und auf
● Nora Joos, JA! (neu)
                                                                                                                                                                                                                  strikeforfuture.ch
                                    nau, um dort Raum für eine weitere Leidenschaft von            Franziska fährt mit dem Velo zur Schule und            durch und durch und von Herzen Aktivistin. Sie liebt
● Rahel Ruch, GB (seit 2017)                                                                                                                                                                                      anmelden.
● Regula Bühlmann, GB (seit
                                    ihr – die kreative handwerkliche Arbeit – zu schaffen.    streift gerne spazierend durch die Stadt. In der Reit-      es, Demos und Aktionen zu organisieren und Men-
2014), Co-Fraktionspräsidentin           Politisiert wurde Anna als Jugendliche. Sie ver-     schule hat sie ihre Jugend verbracht und dort gefällt       schen zu vernetzen.                                     ● Am 21. Mai findet der diesjährige «Strike4Future»
● Sarah Rubin, GB (seit 2019)
                                    brachte viel Zeit mit einer Gruppe Punks und war          es ihr noch heute sehr. Sie liebt das Schlachthaus               Jelena möchte im Stadtrat bei allen Geschäften     statt. Mit diesem bunten Aktions- und Streiktag
● Seraina Patzen, JA! (seit 2014)   aktiv in der Antifa. Dort lernte sie viel über Ausgren-   Theater und das Kino Rex. Franziska arbeitet beim           die ökofeministische Perspektive einbringen. In der     möchte die Klimastreikbewegung aufzeigen, dass
● Seraphine Iseli, GB (seit 2019)   zung, Polizeigewalt, Rassismus, Globalisierungs-          Radiesli (solidarische Landwirtschaft) mit.                 Stadtplanung, in der Verkehrspolitik und bei den        der Begriff «Klimajugend» längst überholt ist. Dass
● Ursina Anderegg, GB (seit 2016)   und Kapitalismuskritik. Ein Schlüsselerlebnis war              Politisiert hat Franziska die Räumung der offe-        Massnahmen für die Klimaanpassung. Sie findet,          die Bewegung viel breiter in der Bevölkerung veran-
Auch im Gemeinderat konnten         die Anti-G8-Demo in Genua. Längere Aufenthalte in         nen Drogenszene im Kocherpark 1992. Sie fand es             dass es noch viele Dinge zu tun gibt in einer Stadt,    kert ist, soll am 21. Mai durch die Präsenz von Lokal-
wir punkten: 63,7 Prozent Stim-     Zentralamerika, das Studium der Sozialanthropolo-         schäbig, wie der Staat mit Junkies umsprang und en-         die immer noch auf männliche Durchschnittsbiogra-       gruppen, Kollektiven, Einzelpersonen und diversen
menanteile sind das beste RGM-      gie und der Berufseinstieg rückten dann Themen wie        gagierte sich dann viele Jahre in der Gassenküche der       fien zugeschnitten ist. Durch ihre bisherige Erfah-     Organisationen deutlich werden. Gemeinsam soll auf-
Resultat ever. GB-Gemeinderätin     Konflikte, Gewalt, Menschenrechte und Feminismus          «SchülerInnenkoordination Bern» .                           rung im GB-Sekretariat fühlt sie sich gut auf dieses    gezeigt werden, dass es für den Wandel eine inklu-
Franziska Teuscher machte zum       in den Fokus.                                                  Für Franziska war es ein grosser Schritt, in eine      neue Abenteuer vorbereitet.                             sive und umfassende Klimastrategie braucht, die
wiederholten Mal das beste               Für das Amt im Stadtrat baut Anna auf ihre Er-       Partei einzutreten, denn bisher sah sie sich eher in            Jelena hofft, dass dieses neu gewählte und histo-   durch die Bevölkerung getragen wird. Ein erster
Wahlresultat aller GR-Mitglieder.   fahrungen im Vorstand der Studierendenschaft der          der ausserparlamentarischen Opposition. An einer            risch bedeutsame Parlament auch historische Fort-       Schritt war der ClimateActionPlan (CAP) 1.0, welcher
Herzliche Gratulation an alle Ge-   Uni Bern auf. Sie freut sich darauf, im Stadtrat mit      AG-Sitzung im GB merkte sie aber schnell, dass hier         schritte in der Stadt Bern bewirken wird. Sie möchte    einen gesamtgesellschaftlichen Wandel fordert und
wählten und ein grosses Danke-      all den starken Frauen der Fraktion zu politisieren.      auch direkte Aktionen möglich sind. Im Stadtrat             die Stadt Bern zu einem internationalen Vorbild für     konkrete Umsetzungsmassnahmen aufzeigt – im
schön an alle, die mit ihrem En-    Und sie hofft, sich auch über die Fraktion hinaus zu      freut sie sich vor allem auf den Ideenaustausch mit         andere progressive Städte machen – insbesondere in      Hinblick auf den Aktionstag im Mai folgt nun ein kol-
gagement diese tollen Ergeb-        vernetzen, um radikale und doch mehrheitsfähige           den vielen linken Frauen im Parlament, um gemein-           der Klimapolitik. Und zwar rasch. Denn für Jelena       lektiv erarbeitetes Manifest.
nisse möglich gemacht haben!        Lösungen zu finden.                                       sam etwas zu bewegen.                                       muss es jetzt schnell voran gehen.
NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
BERN                                                                                           grün . Nr.42 | Februar 2020   6     SICHT                                                                                                            grün . Nr.42 | Februar 2020   7

       Nein zum städtischen Beitrag                                                                                                                          «ZBB stärkt den Velo- und
       an die Eventhalle                                                                                                                                     Fussverkehr»
       Investieren wir lieber in die Kulturszene als in eine      sein werden. Nach der Corona-Krise brauchen wir eine                                       So richtig zufrieden scheint mit den begleitenden         tert und die Veloführung wird verbessert. Auch das
       ungewisse Zukunft!                                         lebendige städtische Kulturszene.                                                          Verkehrsmassnahmen der Stadt zum Projekt Zu-              Bollwerk wird für die Velofahrer_innen angenehmer
       Das Grüne Bündnis empfiehlt die Nein-Parole zum                Die Betreiber_innen der Bernexpo-Festhalle, in                                         kunft Bahnhof Bern (ZBB) niemand zu sein – weder          und sicherer. Insgesamt soll der motorisierte Indivi-
       städtischen Beitrag an die neue Eventhalle. Deren Be-      der der Stadtrat zurzeit coronabedingt tagt, wollen                                        links noch rechts. Trotzdem hat der Stadtrat den          dualverkehr rund um den Bahnhof um 60% abneh-
       darf und Nutzen ist ungewiss. Viel sinnvoller sind In-     diese durch einen Neubau ersetzen. Die Stadt soll 15                                       Kredit für Anpassungen der Verkehrssituation rund         men.
       vestitionen in die vielfältige Berner Kulturszene, von     Millionen Franken beitragen – à fonds perdu. Der Ge-                                       um den umgebauten Berner Bahnhof mit 50 zu 14
       der viele Existenzen abhängen und deren unschätz-          meinderat begründet dies mit einer Wertschöpfungs-                                         Stimmen im Dezember sehr deutlich verabschiedet.          Autofrei wird der Bahnhofplatz aber noch nicht. Wäre
       baren Wert wir alle kennen. Wir brauchen heute keine       studie aus dem Jahr 2015, die den wirtschaftlichen                                         Katharina Gallizzi – müssen wir zu den Verkehrs-          das Projekt nicht DIE Chance gewesen?
       Eventhalle, in der in fünf Jahren vielleicht internatio-   Nutzen des Messetourismus untersucht hat.                                                  massnahmen wirklich «Ja» sagen?                           ● Ja, und der Stadtrat hat sich das auch klar so ge-
       nale Megastars oder Schweizer Musicals zu sehen                Doch 2021 ist nicht 2015: Damals stand Bern fi-                                                                                                  wünscht! Hier erfahren wir vor allem Widerstand vom
                                                                  nanziell solide da. Heute haben Einbrüche bei den                                          ● In den nächsten Jahren rechnen wir mit einer mas-       Kanton. Die Verhandlungen zwischen Stadt und Kan-
                                                                  Steuereinnahmen und Mehrausgaben aufgrund der                                              siven Zunahme der Passant_innen am Bahnhof Bern:          ton laufen, sind aber noch zu keinem Ende gelangt.
                                                                  Corona-Krise ein Loch in die Stadtkasse gerissen, das                                      Momentan queren zu Spitzenzeiten rund 6000 Per-           Somit bleibt der autofreie Bahnhofsplatz vorerst ein
                                                                  mit einschneidenden Sparmassnahmen gestopft wer-                                                                                                     Fernziel. Aber: Die Vorlage schliesst dieses Fernziel
                                                                  den soll. Bei der Beratung des Budgets 2021 hat der                                                                                                  nicht aus. Das war für uns wichtig.
                                                                  Stadtrat um ein Sparpaket von ca. 20 Millionen Fran-
                                                                  ken gerungen, das schmerzhafte Auswirkungen auf                                                                                                      Viel zu reden gibt es vor allem rund um den Hirschen-
                                                                  die städtischen Kulturschaffenden und Menschen                                                                                                       graben. Was ist die Position des GB?
                                                                  mit tieferem Budget haben wird. Dass nun drei Vier-                                                                                                  ● Dass sich Fussgänger_innen über die neue Passage
                                                                  tel dieses Betrags in eine überdimensionierte Event-                                                                                                 unterirdisch bewegen sollen, während die Autos wei-
                                                                  halle fliessen sollen, deren Nutzen heute ungewisser                                                                                                 terhin ebenerdig fahren können, haben wir anfangs
                                                                  ist denn je, lehnt das GB ab.                                                                                                                        stark kritisiert. Doch Studien haben uns gezeigt: Die
                                                                      Die Messe- und Eventbranche hat schon vor der                                                                                                    Fussgänger_innenpassage ist tatsächlich sinnvoll. Zu
                                                                  Corona-Pandemie Federn gelassen – und ist während                                                                                                    Stosszeiten wäre auf den Trottoirs schlicht nicht
           Öffentliche Gelder für private Profite?                der Pandemie ganz eingebrochen. Ob und wann sie                                                                                                      genug Platz für die die vielen Fussgänger_innen und
                                                                  sich wieder erholt, ist ungewiss. Der städtische à fonds                                                                                             wir hätten ein Platzproblem mit den Bussen und

          Nein!
                                                                  perdu-Beitrag ist vor diesem Hintergrund eine hoch-                                                                                                  Trams.
                                                                  riskante Wette auf die Zukunft. Das GB will diese Wet-                                                                                                   Damit man diese Fussgänger_innenpassage bauen
                                                                  te nicht eingehen, sondern finanzpolitische Schwer-                                                                                                  kann, muss das Bubenberg-Denkmal verschoben wer-
                                                                  punkte setzen, die der Berner Bevölkerung im Hier                                                                                                    den. Die Denkmalpflege will das Verschieben des Denk-
                                                                  und Jetzt zugutekommen.                                                                                                                              mals aber nur bewilligen, wenn der ganze Platz um-
                                                                  Regula Bühlmann, GB-Stadträtin, Co-Fraktions-                                                                                                        gestaltet wird und dabei die alten Bäume gefällt wer-
                                                                  präsidentin GB/JA!                                                                                                                                   den. Das macht keinen Sinn. In einem Antrag haben wir
                                                                                                                                 Der Kampf für einen auto-   sonen pro Stunde den Bubenbergplatz, bald dürften         gefordert, die Bäume stehen zu lassen. Leider sind wir
                                                                                                                                 freien Bahnhofsplatz geht
                                                                                                                                                             es 16’000 sein. Es ist also klar: Wir müssen uns vorbe-   hier im Stadtrat gescheitert.
       Vorstösse I Erfolge                                                                                                       weiter
                                                                                                                                                             reiten, um den Menschenmassen gerecht zu werden.
       Mit Bodycams gegen das geltende Recht                      Grundlage für einen solchen Einsatz von Bodycams                                           Und auch von diesem Handlungsdruck abgesehen:             Am 7. März entscheiden die Berner Stimmberechtig-
       ● Ab 2021 setzt die Berner Kantonspolizei Bodycams         dient. Gemäss StPO werden aber Videoaufnahmen                                              Obwohl nicht alles am Projekt unseren Wunschvor-          ten über den Kredit für die Verkehrsmassnahmen.
       ein. Nicht bei Routineeinsätzen, sondern bei Fussball-     ausschliesslich von der Staatsanwaltschaft in einem                                        stellungen entspricht: Die Vorlage verbessert die Si-     Wird es die Vorlage schwierig haben vor der Stimmbe-
       spielen, Demos oder der Räumung von besetzen Häu-          laufenden Strafverfahren in Auftrag gegeben. Wird                                          tuation für Fussgänger_innen, Velofahrer_innen und        völkerung?
       sern. Deshalb sei dafür auch kein neues Gesetz nötig,      der Einsatz der Bodycams also so begründet, nimmt                                          den öffentlichen Verkehr – und ist somit auf jeden        ● Ich gehe davon aus, dass die meisten Parteien – wie
       so der zuständige Regierungsrat Müller. Damit liegt        der Entscheid über das Ein- und Ausschalten einer Bo-                                      Fall im Interesse vom GB.                                 schon im Stadtrat – die Ja-Parole ergreifen werden
       die Entscheidung, bei welchen Einsätzen und zu wel-        dycam durch eine_n Polizist_in die Frage eines Straf-                                                                                                und die Vorlage entsprechend angenommen werden
       chen Zeitpunkten Kameras ein- oder ausschaltet wer-        verfahrens vorweg. Und gibt der Polizei eine                                               Was wird sich nach dem Umbau alles ändern – insbe-        wird. Das GB unterstützt die Vorlage.
       den, vollständig bei den Polizist_innen.                   Definitionsmacht, die ihr nicht zusteht.                                                   sondere für den Langsamverkehr in der Stadt?
       Dies ist umso problematischer im Zusammenhang mit          Das kann nicht unbeantwortet bleiben und wir wer-                                          ● Aus dem Bahnhof heraus entsteht ein neuer Aus-          Interview: Saskia Rebsamen, ehm. GB-Praktikantin,
       der Antwort des Gemeinderates auf eine Kleine An-          den uns weitere Schritte überlegen. Zumindest der                                          gang unter dem Bubenbergzentrum und eine Fuss-            JA!-Mitglied
       frage der GB/JA!-Fraktion, wonach die Strafprozess-        rot-grüne Gemeinderat wird sich erklären müssen.                                           gänger_innenpassage bis zum Hirschengraben. Rund
       ordnung (StPO) als ausreichende gesetzliche                Lea Bill, GB-Stadträtin, Co-Fraktionspäsidentin GB/JA!                                     um den Hirschengraben werden die Trottoirs verbrei-
NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
info@gbbern.ch
                                                                                                                            Tel. 031 301 82 09
                                                                                                                            P.F. 3001 Bern
                                                                                                                            Grünes Bündnis
                                                                                                                            AZB, 3000 Bern 1
 TREFF                                                                               grün . Nr.42 | Februar 2020   8

                                                                                                                                                 grün
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Hier findest du die Daten für unsere nächsten           Unsere Arbeitsgruppen und das Sekretariat
Mitgliederversammlungen:                                freuen sich über deine Kontaktaufnahme.
5. Mai 2021
23. Juni 2021                                           ● AG Sozialpolitik
25. August 2021                                         Kontakt: info.sozialpolitik@gbbern.ch
20. Oktober 2021                                        ● AG Frauenpolitik
Mehr Informationen zu den jeweiligen Mitglieder-        Kontakt: info.frauenpolitik@gbbern.ch
versammlungen erhältst du über den GB-Mail-             ● AG Internationales und Migration
verteiler und per Post. Du bist noch kein Mitglied?     Kontakt: info.internationales@gbbern.ch
Höchste Zeit, das zu ändern! Jetzt über                 ● AG Bildung
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● Informiert bleiben und aktiv werden:                  Kontakt: info.kommunikation@gbbern.ch
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Instagram: @gb.bern                                     Kontakt: info.oekologie@gbbern.ch                                  Die Zeitschrift grün. für
Trete unserem aktiv@GB-Chat bei                         ● AG Finanzen                                                      Mitglieder und Sympathisant_
                                                                                                                           innen des Grünen Bündnis
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mehr darüber erfahren? Dann melde dich unter            ● AG Polizei                                                       jährlich.
info@gbbern.ch oder 079 289 06 41.                      Kontakt: info.polizei@gbbern.ch                                    Abo-Preis: 20 Franken.
                                                                                                                           Redaktion:
                                                                                                                           Andi Geu, Christine Michel,
● Jetzt aktiv werden!                                   Kontakt Sekretariat
                                                                                                                           Jelena Filipovic, Marius
Treffen für Neumitglieder und Neuinteressierte          Politische Sekretärin: Jelena Filipovic                            Christen, Markus Heinzer,
finden jeweils vor den Mitgliederversammlungen          Grünes Bündnis Stadt Bern                                          Myriam Duc, Siméon Seiler
statt. Egal ob du Neumitglied oder schon lange          Breitenrainstrasse 59, 3013 Bern,                                  Fotos:
                                                                                                                           Benjamin Zumbühl, Florian
Mitglied und noch nicht aktiv bist: Du bist herzlich    Postfach 2440, 3001 Bern
                                                                                                                           Albrecht, Christof Steinmann
willkommen, an unsern Kennenlerntreffen teil-           Tel. 031 301 82 09,                                                Gestaltung:
zunehmen! Melde dich unter info@gbbern.ch               info@gbbern, www.gbbern.ch                                         TransForm
für das nächste Treffen an.                             www.facebook.com/GruenesBuendnisBern                               Druck:
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                                                        Merci!                                                             Redaktionsschluss grün. Nr. 43:
                                                                                                                           19. April 2021

  SCHLUSS                             Initiative zum «Verhüllungsverbot»: absurd!
                                      Ich habe mich mit einer Freundin über die Initiative    damit «gegen Diskriminierung muslimischer Mäd-
                                      zum sogenannten Verhüllungsverbot unterhalten.          chen» vorgehen zu wollen. Als ob sie die grossen
                                      Unser Austausch war geprägt vom Wort «absurd».          Verfechter von Frauenrechten wären! Erinnern wir
                                      ● Absurd ist, ein Problem zu kreieren, wo keines        uns daran, dass das neue Eherecht oder die Lohn-
                                      besteht. In der Schweiz gibt es kaum verhüllte          gleichheit genau aus derselben Ecke bekämpft wur-
                                      Frauen. Und wenn, sind es meist Touristinnen.           den. Wer die Frauenrechte stärken will, soll sich für
                                      ● Absurd ist, mit einem «Verhüllungsverbot» «die        Gleichstellung einsetzen, statt Symbolpolitik auf
                                      Schweiz vor Terror schützen» zu wollen.                 dem Rücken von Minderheiten zu betreiben.
                                      ● Absurd ist, Kleidung und Terrorismus miteinan-        ● Und ganz besonders absurd ist, in einer Zeit über
                                      der zu verknüpfen und diesen Unsinn auch noch in        diese Initiative abzustimmen, in der wir alle ver-
                                      der Verfassung festhalten zu wollen.                    hüllt herumlaufen. Ausser vielleicht die Initianten
                                      ● Absurd ist, dass ein Grüppchen Männer auch im         selbst. Doch das ist noch mal eine andere Geschichte.
                                      21. Jahrhundert noch Frauen vorschreiben will, wie      Es gibt also mehr als genug Gründe, dass meine
 Siméon Seiler, GB-Mitglied,          sie sich zu kleiden haben.                              Freundin und ich diese absurde Initiative mit deiner
 Redaktion grün.                      ● Absurd ist, dass eben diese Männer vorgeben,          Hilfe bachab schicken werden!
NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern NEIN grün Nr.42 | Februar 2021 - Grünes Bündnis Bern
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