Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Polizeivollzugsbeamten in Ausbildung

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Originalien
Zbl Arbeitsmed
https://doi.org/10.1007/s40664-021-00439-5
Eingegangen: 18. Januar 2021
                                             Prävalenz kardiovaskulärer
Überarbeitet: 26. Mai 2021
Angenommen: 10. Juni 2021                    Risikofaktoren bei
© Der/die Autor(en) 2021                     Polizeivollzugsbeamten in
                                             Ausbildung
                                             Ergebnisse einer Querschnittsstudie in Thüringen
                                             S. Koch1,2 · L. Werdecker2 · T. Esch2
                                             1
                                                 Bildungseinrichtungen der Thüringer Polizei, Meiningen, Deutschland
                                             2
                                                 Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin), Institut für Integrative Gesundheitsversorgung
                                                 und Gesundheitsförderung, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland

                                                 Zusammenfassung

                                                 Hintergrund: Für Polizeibeamte besteht durch gleichzeitiges Auftreten von beruflichem
                                                 Stress, wie etwa dem Schicht- und Wechseldienst, dem Bewältigungserfordernis
                                                 dynamisch-komplexer Einsatzlagen sowie einer erhöhten Risiko- und Gefährdungsstufe
                                                 und gesundheitsschädlichen Lebensgewohnheiten ein erhöhtes Risiko für
                                                 kardiovaskuläre Erkrankungen. Der Fokus bisheriger Studien lag auf älteren
                                                 Polizeibeamten, während zur Situation bei jüngeren Rekruten nur wenig bekannt ist.
                                                 Ziel der Arbeit: Die Prävalenz und Ausprägung individueller Risikofaktoren sollten in
                                                 einem Kollektiv von jungen Polizeirekruten untersucht werden.
                                                 Methodik: Alle Thüringer Polizeibeamten des Ausbildungsjahres 2017/2018 (n = 199,
                                                 151 männlich) wurden untersucht. Das Durchschnittsalter lag bei 24,3 ± 4,3 Jahren
                                                 (Männer) bzw. 23,4 ± 3,8 Jahren (Frauen). Ruhepuls, Blutdruck, Body-Mass-Index (BMI)
                                                 und Bauchumfang wurden als körperliche Indikatoren kardiovaskulärer Risikofaktoren
                                                 gemessen, Lebensstil-Parameter wurden anhand selbst auszufüllender Fragebögen
                                                 (soziodemografische Daten, Aktivitäten des täglichen Lebens etc.) erfasst.
                                                 Ergebnisse: Wesentliche Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen wie
                                                 Übergewicht, vergrößerter Bauchumfang und Nikotinabusus traten bei Männern und
                                                 Frauen in 37 % und 9 % (Übergewicht), 11 % und 23 % (Bauchumfang) bzw. 34 % und
                                                 47 % (Nikotinabusus) auf. Rekruten mit Übergewicht rauchten signifikant häufiger
                                                 (p = 0,008). Bei zwei Studienteilnehmern lag eine arterielle Hypertonie vor, bei 19 %
                                                 war der Blutdruck akut erhöht.
                                                 Schlussfolgerung: Bei Polizeirekruten besteht eine erhöhte Prävalenz von
                                                 kardiovaskulären Risikofaktoren wie Übergewicht, großer Bauchumfang oder
                                                 Nikotinabusus. Da insbesondere übergewichtige Polizeianwärter verstärkt zu Nikotin-
                                                 und Alkoholkonsum neigen, stellen diese ein besonders gefährdetes Risikokollektiv
                                                 dar. Maßnahmen zur Prävention und Förderung der Gesundheitskompetenz sollten die
                                                 Rekruten bei der Risikominimierung unterstützen.

                                                 Schlüsselwörter
                                                 Kardiovaskuläre Risikofaktoren · Übergewicht · Bluthochdruck · Rauchen · Polizeibeamte

                                             Berufsbedingter Stress spielt eine über-               onsprogramme zu entwickeln, die dem
                                             aus wichtige Rolle in der Entstehung                   entgegenwirken und dabei helfen, im
                                             zahlreicher Erkrankungen, nicht zuletzt                Arbeitsleben gesund und fit zu bleiben.
                                             bei kardiovaskulären Krankheiten. Dem-                 Die vorliegende Studie stellt einen Ver-
                                             entsprechend wichtig kann das Identi-                  such dar, kardiovaskuläre Risikofaktoren
                                             fizieren berufsspezifischer Risikofakto-                 bei Polizeirekruten zu identifizieren.
                                             ren sein, um selektiv passende Präventi-

                                                                                     Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie   1
Originalien

Hintergrund und Fragestellung                       die Risikofaktoren mit zunehmender Wir-         band, Sprint), Krafttraining (Kraftraum,
                                                    kungsdauer stärker bemerkbar machen.            Ausdauer, Fitness), Kampfsport (Judo, Ju-
Die tägliche Polizeiarbeit mit potenziell           In der vorliegenden Studie hingegen wur-        Jutsu, Selbstverteidigung, Boxen, Taek-
gefährlichen Situationen ist mit einem ho-          de das Vorliegen von Risikofaktoren für         wondo, Kickboxen), Radfahren (Spinning,
hen Maß an physischem und psychischem               kardiovaskuläre Erkrankungen bei jungen         Rennrad, Ergometer), Schwimmen und
Stress verbunden und stellt einen Risiko-           Polizeirekruten untersucht, einer Perso-        Ballsportarten (Tennis, Teamballsport und
faktor für kardiovaskuläre Erkrankungen             nengruppe, die bislang nicht ausreichend        andere) differenziert. Darüber hinaus wur-
dar [4, 7, 25, 31]. Neben derartiger und die        in diesem Zusammenhang berücksichtigt           den die Aktivitäten des täglichen Lebens
körperliche Unversehrtheit betreffender              wurde. Zu diesem Zweck wurden knapp             erhoben (Gartenarbeit, Putzen, Einkaufen
Risiken ist Stress in Form von schlecht             200 Polizeirekruten körperlichen Untersu-       und andere). Aufgrund der Berufsspezifik
planbaren Einsatz- und Ruhezeiten, von              chungen unterzogen und zum Ausfüllen            wurde auf Basis validierter Erhebungsin-
Wechsel- und Nachtdiensten existent,                mehrerer Fragebogen angehalten. Damit           strumente (Profile of Mood States/POMS;
der einer gesunden Lebensführung mit                sollte evaluiert werden, ob Risikofaktoren      Kurzform des Gesundheitsfragebogens
ausgewogener Ernährung und regelmäßi-               der o. g. Art bereits früh in der Ausbildung    SF-36) ein selbst generierter und getes-
gem, erholsamem Schlaf entgegensteht.               manifest werden und ob entsprechende            teter Fragebogen zum Einsatz gebracht
Die Auswirkungen dieser und einer Reihe             Präventionsmaßnahmen daraus ableitbar           [10]. Dieser enthielt 12 Items zum so-
weiterer möglicher Belastungen auf den              sind.                                           ziodemografischen Hintergrund, 3 Items
Gesundheitszustand von Polizeibeamten                                                               zum Bewegungsverhalten und 9 Fragen
waren wiederholt im Fokus verschie-                 Methode                                         zu den Aktivitäten des täglichen Lebens.
dener Untersuchungen [20]. So zeigten
Erhebungen bei amerikanischen und fin-               Kollektiv und Einschlusskriterien               Statistik
nischen Polizisten bei rund einem Viertel
der Polizeibeamten Bluthochdruck [15]               Alle angehenden Polizeibeamten des Aus-         Die Probandendaten wurden anonymisiert
und fanden erhöhte Blutfettwerte in 33 %            bildungsjahres 2017/2018 in Thüringen,          erfasst und mit SPSS (Version 21.0) de-
sowie erhöhtes Cholesterin in bis zu 61 %           die älter als 16 Jahre und jünger als 45 Jah-   skriptiv statistisch ausgewertet (Mittelwert
der amerikanischen Polizisten [31]. Bei             re waren und im Rahmen der Studienauf-          [MW], Standardabweichung [SD], Medi-
italienischen Polizisten waren Risikofakto-         klärung ihre Bereitschaft zur freiwilligen      an mit Spannweite). Kategoriale Variablen
ren für das metabolische Syndrom erhöht             Teilnahme schriftlich erklärt hatten, wur-      wurden als absolute und relative Häu-
[11], bei indischen Polizisten waren das            den in die Studie einbezogen (n = 199,          figkeiten angeben, Chi-Quadrat-Tests und
metabolische Syndrom und assoziierte                151 Männer). Die Studie entsprach dabei         Mann-Whitney-U-Tests zur Identifikation
kardiovaskuläre Risikofaktoren wie ab-              der Deklaration von Helsinki.                   geschlechtsspezifischer Unterschiede der
dominale Fettleibigkeit, erhöhter Body-                                                             Risikofaktoren durchgeführt. Zudem wur-
Mass-Index (BMI) sowie auch Triglyzeride            Durchführung der Untersuchung                   den bivariate Analysen (Chi-Quadrat-Tests)
im Plasma und der Blutdruck ebenfalls                                                               und Korrelationen (nach Spearman) be-
signifikant höher als in der Allgemein-              Zunächst wurde im Rahmen einer körper-          rechnet, um festzuhalten, ob zwischen ein-
population [26]. Eine Metaanalyse von               lichen Untersuchung (KU) nach zehnmi-           zelnen Risikofaktoren sowie Risikofaktoren
insgesamt 16 derartigen Studien beleg-              nütiger Ruhephase im Sitzen der Ruhepuls        und dem Blutdruck statistisch signifikante
te, dass trotz heterogener Qualität der             sowie der Blutdruck manuell an beiden           Zusammenhänge bestehen. Dabei wurde
Untersuchungen eine deutliche Bezie-                Oberarmen durch eine qualifizierte Fach-         ein p-Wert von < 0,05 zweiseitig bei allen
hung besteht zwischen dem beruflichen                person gemessen, nach weiteren 5 min            Analysen als statistisch signifikant gewer-
Stress der Polizeibeamten und einer er-             elektronisch. Bei einem arteriellen Blut-       tet (α = 0,05).
höhten Anfälligkeit für kardiovaskuläre             hochdruck (SBP ≥ 140 mm Hg und/oder
Erkrankungen [19]. Begleitet sind diese             DBP ≥ 90 mm Hg) wurde entsprechend              Ergebnisse
körperlichen Manifestationen von einer              den aktuellen ESC/ESH 2013 Guidelines
erhöhten Neigung zur Entwicklung von                for the management of arterial hyper-           Körperliche Parameter,
Depressionen [2, 28] und zum Burnout bis            tension ein Termin zur wiederholten Mes-        soziodemografische Daten und
hin zu vermehrten Selbstmorden unter                sung vereinbart [29]. Der anschließend          Risikofaktoren
besonders belasteten Polizisten [21]. Ins-          ausgefüllte Fragebogen beinhaltete Fra-
gesamt scheint somit deutlich eine höhere           gen zu soziodemografischen Daten (Alter,         Die Teilnehmer der Studie waren im Mittel
Prävalenz entsprechender Erkrankungs-               Geschlecht, Bildungsstand, Dauer im Poli-       knapp 24 Jahre alt, und die durchschnittli-
bilder bei Polizeibeamten im Vergleich              zeidienst), Größe, Gewicht, Bauchumfang,        che Dauer der Polizeiausbildung zum Zeit-
zur Allgemeinpopulation gut belegt. Die             Ernährungs- und Bewegungsgewohnhei-             punkt dieser Umfrage betrug 1,24 Jahre,
Mehrzahl dieser Studien beschäftigte sich           ten, familiären Vorbelastung sowie der          das heißt, die meisten Rekruten befanden
allerdings mit Polizisten, die ihrem Be-            Höhe des Alkohol- und Nikotinkonsums.           sich im zweiten Ausbildungsjahr. Signifi-
ruf bereits länger nachgingen, da davon             Bei den Bewegungsgewohnheiten wur-              kante Unterschiede zwischen männlichen
ausgegangen werden kann, dass sich                  den die Kategorien Laufen (Joggen, Lauf-        und weiblichen Probanden bestanden er-

2   Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Tab. 1 Körperliche Parameter und Risikofaktoren: Vergleich von männlichen und weiblichen               als 3 h pro Woche Sport zu treiben, wo-
 Polizeibeamten in Ausbildung                                                                           bei aber zu beachten ist, dass in der
 MW (SD); Median           Männliche Proban-      Weibliche Proban-      Statistische Signifi-           Ausbildung neben den angegebenen Ak-
 [Spannweite]              den                    den                    kanz (p)                       tivitäten Dienstsport/Einsatztraining mit
                           (n = 151)              (n = 47)
                                                                                                        mindestens 180 min pro Woche obligato-
 Alter (Jahre)             24,3 (4,3); 23 [17–42] 23,4 (3,8); 23 [19–32] 0,177
                                                                                                        risch sind. Im Hinblick auf gelegentlichen
 Gewicht (kg)              79,2 (9,4); 78         63,1 (6,5); 62 [52–84] < 0,001*
                                                                                                        Alkoholkonsum bestand kein Unterschied
                           [60–112]
                                                                                                        zwischen Männern und Frauen, nur ein
 Körpergröße (cm)          180,6 (6,4); 189       169,6 (5,4); 168       < 0,001*
                           [168–197]              [163–186]                                             verschwindend kleiner Anteil der Männer
                                                                                                        gab an, täglich Alkohol zu konsumieren,
 BMI (kg/m2)               24,2 (2,1); 24,2       21,9 (1,9); 21,4       0,017*
                           (19,6–32,7)            [18,4–26,3]                                           zwischen 11 % und 21 % der Rekruten
 Übergewichta              56 (37 %)              4 (9 %)                < 0,001*                       tranken nie Alkohol.
 Bauchumfang (cm)          85,1 (6,8); 85         75,2 (6,8); 75 [65–91] < 0,001*
                           [71–102]                                                                     Korrelation verschiedener
 Systolischer Blutdruck    131,5 (12,4); 131      125,9 (11,4); 126      0,007*                         Risikofaktoren
 (mm Hg)                   [103–180]              [105–163]
 Diastolischer Blutdruck 73,3 (10,6); 75          76,8 (10,9); 77        0,412                          Zwischen Gewicht, BMI und Bauchumfang
 (mm Hg)                   [48–127]               [49–101]                                              einerseits und Alkoholkonsum anderer-
 Ruheherzfrequenz          66,5 (12,5); 65        71,3 (10,9); 71        0,018*                         seits zeigte sich je eine statistisch signifi-
 (1/min)                   [35–150]               [43–94]                                               kante positive Korrelation, das heißt, bei
 Hypertonieb                    2 (1 %)              –                         –                        ansteigendem Gewicht (r = 0,238), BMI
 Andere Erkrankungenc 5 (3 %)                        1 (2 %)                   0,679                    (r = 0,227) oder Bauchumfang (r = 0,215)
 * Statistisch signifikant bei p < 0,05                                                                 wurde auch häufiger Alkohol konsumiert
 a
   Berechnet aus Körpergröße und Gewicht, die im Fragebogen abgefragt wurden                            (p = 0,001–0,002; Anlage 1). Der Bauch-
 b
   Im Rahmen der körperlichen Untersuchung ermittelt                                                    umfang war negativ mit der Aktivität im
 c
  Mittels Fragebogen erfragt – abgefragt wurden dabei Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Schilddrü-
                                                                                                        Alltag korreliert (r = –0,184; p = 0,009),
 senerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma bronchiale, Nierenerkrankungen, Arthrose,
 chronische Rückenschmerzen, Depression                                                                 andere Faktoren mit einem bekannten
                                                                                                        Zusammenhang mit kardiovaskulären Ri-
                                                                                                        sikofaktoren zeigten keine signifikanten
wartungsgemäß im Gewicht und der Kör-               Probanden) und 4 Frauen (8 % aller weib-            Korrelationen.
pergröße, aber auch bezüglich des BMI,              lichen Probanden).
der bei den Männern 24,2 betrug, bei den                Durch die Befragung nach bekannten              Diskussion
Frauen 21,9 (. Tab. 1). Gemäß der WHO-              Vorerkrankungen wurde bei zwei männli-
Definition für Übergewicht ergab sich da-            chen Probanden das Vorliegen einer Hy-              Der durch verschiedene Studien nahege-
raus, dass 37 % der männlichen und 9 %              pertonie festgestellt, die auch durch die           legte Befund, dass Polizisten auf Grund
der weiblichen Probanden übergewichtig              eigenen Messungen bestätigt wurde. Von              ihrer häufig mit Stress assoziierten be-
waren, was ebenfalls einen signifikanten             den Frauen war niemand unmittelbar be-              ruflichen Tätigkeit einem erhöhten Risiko
Unterschied zwischen den Geschlechtern              troffen. Andere gängige Erkrankungen wa-             zur Entwicklung kardiovaskulärer Erkran-
bedeutete. Ein männlicher Studienteilneh-           ren sowohl bei Männern als auch Frau-               kungen unterliegen [4, 7, 25, 31], konnte
mer hatte einen BMI > 30, dies traf für keine       en selten und traten nicht unterschiedlich          auch in der vorliegenden Untersuchung
Frau zu. Der mittlere Bauchumfang betrug            häufig auf.                                          bestätigt werden. Dies ist vor allem des-
bei den Männern 85,1 cm, bei den Frauen                                                                 halb erstaunlich, weil die Probanden der
75,2 cm (p < 0,001), 11 % bzw. 23 % über-           Lebensstilassoziierte                               hier vorgestellten Studie im Mittel erst seit
schritten dabei die kritische Grenze von            Risikofaktoren                                      1,24 Jahren in der Ausbildung für diesen
94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen), ab der                                                              Beruf waren und zudem die Aufnahme-
gemäß den Leitlinien der Deutschen Adi-             Auch bei den Lebensstilfaktoren und den             kriterien zur Ausbildung bei der Thüringer
positas-Gesellschaft das Risiko kardiovas-          Aktivitäten des täglichen Lebens zeigten            Polizei ein Mindestmaß an gesundheitli-
kulärer Erkrankungen gesteigert ist [1]. Der        sich geschlechtsspezifische Unterschiede             cher und psychischer Fitness voraussetzen
mittleresystolischeBlutdruckund der mitt-           (. Tab. 2). Weibliche Probanden waren               [17]. Zudem sind die Rekruten zu täglicher
lere diastolische Blutdruck lagen für beide         mit knapp 47 % signifikant häufiger Rau-              sportlicher Aktivität im Ausmaß von min-
Geschlechter im Normbereich. Bei insge-             cherinnen als Männer mit 34 %, gaben                destens 3 h verpflichtet, was als Maßnah-
samt 37 Personen (19 %) konnte aus den              aber auch signifikant häufiger an, spa-               me zur Vorbeugung gegen kardiovaskulä-
Messungen zumindest temporärer Blut-                zieren zu gehen und sich im Haushalt                re Erkrankungen im allgemeinen effektiv
hochdruck diagnostiziert werden, davon              körperlich zu betätigen. Die männlichen             wirksam ist [12].
waren 33 Männer (22 % aller männlichen              Probanden gaben statistisch signifikant                  Dennoch wurde bei 37 % der männ-
                                                    häufiger als ihre Kolleginnen an, mehr               lichen und 9 % der weiblichen Rekru-

                                                                                         Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie   3
Originalien
    Tab. 2 Geschlechtsbezogene Unterschiede bei Lebensstilfaktoren und Sportverhalten                      stilbedingte Risikofaktoren, wovon am
    Parameter                      Männliche Pro-     Weibliche Pro-        Statistische Signi-            auffälligsten jener war, dass bei fast der
                                   banden (n = 151)   banden (n = 47)       fikanz (p)                      Hälfte der weiblichen und mehr als einem
    Lebensstilfaktoren (Anzahl/% der Probanden)                                                            Drittel der männlichen Probanden der
    Nikotinabususa                 52 (34 %)          22 (46,8 %)           0,005*                         Risikofaktor Nikotinabusus bestand.
    Alkoholkonsumb                                                                                             Insgesamt betrachtet, traten einige kar-
    Niemals                         17 (11,3 %)         10 (21,3 %)                 0,081                  diovaskuläre Risikofaktoren im Kollektiv
    Manchmal                        130 (86,1 %)        37 (78,7 %)                 0,225                  häufiger als in der Allgemeinbevölkerung
    Täglich                         4 (2,6 %)           –                           –                      auf: Bei den weiblichen Probanden lag
    Diät c
                                    8 (5,3 %)           2 (4,3 %)                   0,776                  der Anteil an Raucherinnen mit knapp
    Aktivitäten des täglichen Lebens (Anzahl/% der Probanden)
                                                                                                           47 % deutlich über dem der gleichaltri-
                                                                                                           gen Gesamtbevölkerung (28,4 % bei den
    Zu Fuß zur Arbeit laufend              78 (51,7 %)         26 (55,3 %)            0,661
                                                                                                           18- bis 29-jährigen Frauen und 26,9 % bei
    Zum Einkaufen zu Fuß laufen            42 (27,8 %)         16 (34 %)              0,413
                                                                                                           den 30- bis 44-jährigen Frauen; [30]). Der
    Spazieren gehen                        85 (56,3 %)         37 (78,7 %)            0,006*
                                                                                                           Anteil von über einem Drittel männlicher
    Zur Arbeit mit dem Fahrrad             1 (< 1 %)           0                      –
                                                                                                           Raucher entspricht hingegen genau dem
    fahren
                                                                                                           der 18- bis 29-jährigen Männer in der
    Zum Einkaufen mit dem Fahr-            13 (8,6 %)          7 (14,9 %)             0,254
    rad fahren
                                                                                                           Gesamtbevölkerung [30]. Auch dass 37 %
                                                                                                           der männlichen Probanden übergewichtig
    Radtouren unternehmen                  56 (37 %)           22 (46,8 %)            0,234
                                                                                                           waren, entspricht den Werten der männ-
    Körperliche Arbeit zu Hause            96 (63,6 %)         38 (80,1 %)            0,027*
                                                                                                           lichen Durchschnittsbevölkerung der glei-
    Treppen steigen bei der Arbeit 147 (98 %)                  45 (95,7 %)            0,575
                                                                                                           chen Altersklasse [23]. Demgegenüber ste-
    Treppen steigen zu Hause               137 (90,7 %)        43 (91,5 %)            0,874
                                                                                                           hen die weiblichen Rekruten mit nur 9 %
    Sportverhalten (Anzahl/% der Probanden)                                                                Übergewichtigen im Vergleich zu 26,2 %
    Körperliche Bewegung in den            150 (99 %)          46 (98 %)              0,380                der 18- bis 29-jährigen Frauen in der Ge-
    letzten vier Wochen
                                                                                                           samtbevölkerung sehr gut dar. Trotzdem
    Sportliche Aktivitäten pro Woche
                                                                                                           sollte angesichts der Tatsache, dass in der
    >4                                     118 (78,7 %)        36 (78,3 %)            0,823                Genese von 65–75 % aller Hypertoniefäl-
    3                                      19 (12,7 %)         6 (13 %)               0,974                le Übergewicht eine wichtige Rolle spielt
    2                                      11 (7,3 %)          4 (8,7 %)              0,864                [13], der für so kurzgediente Polizeibeam-
    1                                      2 (1,3 %)           0                      –                    te hoch scheinenden Prävalenz des Risi-
    Zeit pro Woche für Sport (Stunden)                                                                     kofaktors Augenmerk geschenkt werden.
    3                                     129 (86 %)          34 (74 %)              0,048*               ten mit einem Bauchumfang über dem
    * Statistisch signifikant bei p < 0,05                                                                 empfohlenen Maß kritisch gesehen wer-
    a
      Als Nikotinabusus wurde jeder regelmäßige und unregelmäßige Zigarettenkonsum unabhängig von          den, insbesondere, da dieser Parameter
    der Anzahl an Zigaretten bewertet                                                                      als besonders guter Prädiktor des kardio-
    b
      Gefragt wurde, wie häufig Alkohol konsumiert wurde und nicht wie viel; es kann also nicht zwischen   vaskulären Erkrankungsrisikos gilt [6]. In
    vertretbarem und gesundheitlich riskantem Alkoholkonsum differenziert werden
    c
     Als Diätformen wurden anabole Diät, Atkins, Protein und Low Carb angegeben; als Gründe für die
                                                                                                           einer rezenten Studie mit weiblichen deut-
    aktuelle Diät wurde auf die Aspekte Muskelaufbau, Fettreduzierung und Gewichtsreduzierung verwie-      schen Büroangestellten und Polizisten hat-
    sen                                                                                                    ten 60 % der Ersteren und immerhin auch
    d
      Aufgrund der kasernierten Unterbringung liegen die Unterkünfte 750 m bis 1,5 km von der Ausbil-      25 % der Letzteren einen Bauchumfang
    dungsstätte entfernt                                                                                   ≥80 cm, wobei das Durchschnittsalter der
                                                                                                           Polizistinnen 31 Jahre war [24]. Im Ver-
                                                                                                           gleich dazu hatten nur 8 % der Polizistin-
ten Übergewicht (BMI > 25) festgestellt,                Einzelbefund aber noch nicht als Hin-              nen einen BMI > 25, was dem hier ge-
gleichzeitig lag der Bauchumfang bei                    weis auf eine Hypertonie ausreicht. Die            messenen Anteil bei den jüngeren Rekru-
11 % der Männer und 23 % der Frau-                      jüngsten Leitlinien der ESC/ESH definieren          tinnen entspricht. Aufgrund der kritischen
en an oder über der Grenze von 94 cm                    eine arterielle Hypertonie als dauerhaf-           Bewertung des BMI sollten künftig weitere
(Männer) bzw. 80 cm (Frauen), die gemäß                 te und situationsunabhängige Erhöhung              Parameter wie Körperfett in Relation zum
den Leitlinien der Deutschen Adipositas-                des systolischen mit > 140 mm Hg oder              Körperumfang, Alter und kulturelle Stan-
Gesellschaft nicht überschritten werden                 diastolischen Blutdrucks mit > 90 mm Hg            dards für die Erfassung des Risikofaktor
sollte [1]. Des Weiteren wurde bei 19 %                 [29], und dies konnte tatsächlich nur bei          Übergewicht analysiert werden [5, 16].
der Teilnehmer zum Zeitpunkt der Mes-                   2 Studienteilnehmern festgestellt werden.              Häufig werden die hohen beruflichen
sung Bluthochdruck festgestellt, was als                Hinzu kamen aber auch diverse lebens-              Belastungen mit Maßnahmen kompen-

4      Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
siert, die ebenfalls das kardiovaskuläre         von jungen Polizeivollzugsbeamten wirkt,                 licherweise auch aufgrund der Dienst-
Risiko erhöhen, wie der Konsum von Zi-           um gesundheitsförderliche Ressourcen zur                 pflicht zur regelmäßigen sportlichen Be-
                                                                                                          tätigung.
garetten oder von ungesunder Nahrung.            Bewältigung von Stressoren aufzubauen.              4    Gleichzeitig waren aber Risikofaktoren
Somit verstärken sich die Risikofaktoren         Dass diese Strategien häufiger zum Ein-                   wie Rauchen (bei Frauen) und Überge-
gegenseitig [14]. In Übereinstimmung             satz kommen, müsste durch Aufklärung                     wicht (bei Männern) und ein kritischer
damit fanden wir, dass im untersuch-             noch intensiver im Bewusstsein verankert                 Bauchumfang stark oder zumindest über-
ten Kollektiv Zusammenhänge zwischen             werden [8, 25].                                          raschend häufig ausgeprägt, wenn man
Übergewicht, Nikotinabusus und Alkohol-                                                                   die noch relativ kurze Dienstzeit mit in
                                                                                                          Betracht zieht.
konsum bestehen. Rekruten mit Überge-            Limitationen                                        4    Da die Analyse zeigt, dass insbesondere
wicht rauchten signifikant häufiger. Damit                                                                  übergewichtige Polizeianwärter verstärkt
könnte eine Vervielfachung des kardio-           Einige Limitationen beschränken die Ge-                  zu Nikotin- und Alkoholkonsum neigen,
vaskulären Risikos auftreten, da mehrere         neralisierbarkeit der Ergebnisse:                        sollten diese Personen als besonders ge-
Risikofaktoren gleichzeitig vorlagen [9].        – Es wurden Lebensstilrisiken erho-                      fährdetes Risikokollektiv wahrgenommen
                                                                                                          und eine zielgruppenspezifische Gesund-
Ob dies in Zusammenhang mit berufli-                 ben, jedoch nicht überprüft, ob sie                   heitsförderung durch entsprechende kar-
chem Stress und/oder Schichtarbeit steht,           im konkreten Zusammenhang mit                         diovaskuläre Präventionsprogramme ent-
bleibt vorerst unklar. Studienergebnisse            beruflichem Stress stehen.                             wickelt werden.
zu Polizeibeamten deuten darauf hin, dass        – Auch lagen keine Daten über die unter-            4    Stressoren sowohl des Polizeiberufes an
durch beruflichen Stress und vermutlich              suchten Risikofaktoren und Erkrankun-                 sich als auch spezifische Stressoren in der
                                                                                                          Polizeiausbildung müssen identifiziert
zum Wachbleiben in der Nachtschicht                 gen in der Zeit vor Ausbildungsbeginn                 und Maßnahmen zur Unterstützung ei-
häufiger geraucht wird, während nach                 vor. So bleibt unklar, ob sich die unter-             nes gesundheitsfördernden Lebensstils
der Tagschicht der Alkoholkonsum höher              suchten Lebensstilfaktoren nach dem                   ergriffen werden.
war [27]. In vorliegender Studie gaben              Ausbildungsbeginn geändert haben.
2,6 % der männlichen Rekruten an, täg-           – Ebenso bleibt unklar, ob diejenigen
lich Alkohol zu trinken. Dieser Anteil war          Probanden, bei denen im Rahmen der                   Korrespondenzadresse
deutlich geringer als in der Literatur, da          KU Übergewicht oder eine bestehende              S. Koch
z. B. in der Studie von Ballenger et al.            Hypertonie identifiziert wurde, diese/s           Fakultät für Gesundheit (Department für
mit 747 US-amerikanischen Polizeibeam-              erst zu Ausbildungsbeginn erworben               Humanmedizin), Institut für Integrative
ten die Quote für Männer 11 % und für               wurde oder bereits bestanden hatte.              Gesundheitsversorgung und Gesundheitsför-
                                                                                                     derung, Universität Witten/Herdecke
weibliche Beamte 15,9 % betrug [3]. Der          – Ferner wurde nicht untersucht, ob noch
                                                                                                     Witten, Deutschland
selbstberichtete tägliche Alkoholkonsum             andere kardiovaskuläre Risikofaktoren            steven.koch@uni-wh.de
der Rekruten lag deutlich unter dem der             (z. B. erhöhte Blutfette) vorlagen.
Gesamtbevölkerung (25- bis 29-Jährige:           – Viele Risikofaktoren wurden aus-
14,1 %, 30- bis 39-Jährige: 11,9 %; [22]). Für      schließlich über Fragebögen erhoben.
                                                                                                     Funding. Open Access funding enabled and organi-
diese Angabe könnte auch die Tatsache               Vor dem Hintergrund eines sozial er-             zed by Projekt DEAL.
bedeutsam sein, dass die Verbeamtung                wünschten Antwortverhaltens bleibt
auf Lebenszeit noch nicht erfolgt war und           offen, ob alle Fragen wahrheitsgemäß
somit sozioökonomische Aspekte zum                  beantwortet wurden.                              Einhaltung ethischer Richtlinien
Tragen kommen. Andererseits wurden
                                                                                                     Interessenkonflikt. S. Koch, L. Werdecker und T. Esch
Zigaretten- und Alkoholkonsum bereits            Auf Basis der vorhandenen Daten kann                geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
von Rekruten angegeben, die den Stres-           angenommen werden, dass der Polizeibe-
soren des Polizeiberufes noch gar nicht          ruf schon von Ausbildungsbeginn an das              Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine
                                                                                                     Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt.
im strengen Sinne ausgesetzt waren. Das          Auftreten kardiovaskulärer Risikofaktoren           Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort
widerspricht anderen Erhebungen, aus             fördert. Die weitere Forschung sollte insbe-        angegebenen ethischen Richtlinien.
denen sich Tabak- und Alkoholabusus als          sondere Longitudinalstudien durchführen,
                                                                                                     Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative
Kompensationsmechanismus für länger-             um die Auswirkungen der Risikofaktoren              Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
fristigen beruflichen Stress ergab [18].          auf das tatsächliche Auftreten solcher Er-          veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung,
    Die Rekruten gaben ein ausgeprägtes          krankungen im zeitlichen Verlauf zu un-             Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jegli-
                                                                                                     chem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die
Bewegungsverhalten an, so dass Bewe-             tersuchen.                                          ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsge-
gungsmangel als Risikofaktor für kardio-                                                             mäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz
vaskuläre Erkrankungen bei der untersuch-                                                            beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenom-
                                                     Fazit für die Praxis
                                                                                                     men wurden.
ten Gruppe nicht vorlag, da sportliches          4    Diese Studie verweist auf eine im Ver-
Verhalten klar präventive Wirkungen zeigt             gleich zur Gesamtbevölkerung geringe           Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges
[9, 31]. Vor dem Hintergrund dieser Ergeb-            Prävalenz von Risikofaktoren für kardio-       Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten
                                                      vaskuläre Erkrankungen bei jungen Po-          Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbil-
nisse wird in einer anknüpfenden Studie                                                              dungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das be-
untersucht, wie eine Stressmanagement-                lizeirekruten, zum Teil bedingt durch ein
                                                                                                     treffende Material nicht unter der genannten Creative
                                                      entsprechendes Auswahlverfahren, mög-          Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung
Intervention auf den Gesundheitszustand

                                                                                      Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie          5
Abstract

nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für
die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Ma-             Prevalence of cardiovascular risk factors in police officers in training.
terials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers       Results of a cross-sectional study in Thuringia
einzuholen.
                                                             Background: Police officers face a significantly increased risk for cardiovascular diseases
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der
                                                             due to occupational stress, such as shift work and variable working hours, the necessity
Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/
licenses/by/4.0/deed.de.                                     to overcome dynamic complex deployment situations as well as an increased degree of
                                                             risks and danger and unhealthy lifestyle habits. Previous studies have focused on older
                                                             officers and little is known on the situation in younger police recruits.
                                                             Objective: The aim of this study was to investigate the prevalence of cardiovascular
Literatur
                                                             risk factors in young police recruits.
 1. Adipositas Gesellschaft (2021) Leitlinien. https://      Methods: All police officers in training from Thuringia/Germany in the year 2017/2018
    adipositas-gesellschaft.de/dag/leitlinien/. Zuge-        (n = 199, 151 male) were examined. The average age was 24.3 ± 4.3 years (men) and
    griffen: 1. Apr. 2021                                     23.4 ± 3.8 years (women). Resting heart rate and blood pressure, body mass index
 2. Allison P, Mnatsakanova A, McCanlies E et al
    (2019) Police stress and depressive symptoms:
                                                             (BMI) and waist circumference were measured as physical indicators of cardiovascular
    role of coping and hardiness. Policing 43:247–261.       risk factors. In addition, a comprehensive lifestyle/risk profile analysis was performed
    https://doi.org/10.1108/PIJPSM-04-2019-0055              with a questionnaire capturing sociodemographic data, activities in daily life and other
 3. Ballenger JF, Best SR, Metzler TJ et al (2011)           parameters of interest.
    Patterns and predictors of alcohol use in male and
    femaleurbanpoliceofficers. AmJAddict20:21–29.              Results: Substantial risk factors for cardiovascular diseases were observed in 37% and
    https://doi.org/10.1111/j.1521-0391.2010.00092.          9% (overweight), 11% and 23% (increased waist circumference) and 34% and 47%
    x                                                        (nicotine abuse) of male and female recruits, respectively. Overweight individuals
 4. Bishop GD, Enkelmann HC, Tong EMW et al
                                                             smoked significantly more frequently (p = 0.008). Arterial hypertension was detected
    (2003) Job demands, decisional control, and
    cardiovascular responses. J Occup Health Psychol         in two study participants and acutely elevated blood pressure in 19%.
    8:146–156. https://doi.org/10.1037/1076-8998.8.          Conclusion: Young police officers were found to display a increased prevalence of
    2.146                                                    cardiovascular risk factors, such as overweight, increased waist circumference or
 5. Bombelli M, Facchetti R, Sega R et al (2011)
    Impact of body mass index and waist circumfe-
                                                             nicotine abuse. As overweight police officers are particularly inclined to nicotine
    rence on the long-term risk of diabetes mellitus,        and alcohol consumption, they should be perceived as a particularly vulnerable risk
    hypertension, and cardiac organ damage. Hyper-           collective. Young police officers could benefit from specific cardiovascular prevention
    tension 58:1029–1035. https://doi.org/10.1161/           programs and measures to promote health literacy.
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