Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Polizeivollzugsbeamten in Ausbildung
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Originalien
Zbl Arbeitsmed
https://doi.org/10.1007/s40664-021-00439-5
Eingegangen: 18. Januar 2021
Prävalenz kardiovaskulärer
Überarbeitet: 26. Mai 2021
Angenommen: 10. Juni 2021 Risikofaktoren bei
© Der/die Autor(en) 2021 Polizeivollzugsbeamten in
Ausbildung
Ergebnisse einer Querschnittsstudie in Thüringen
S. Koch1,2 · L. Werdecker2 · T. Esch2
1
Bildungseinrichtungen der Thüringer Polizei, Meiningen, Deutschland
2
Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin), Institut für Integrative Gesundheitsversorgung
und Gesundheitsförderung, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland
Zusammenfassung
Hintergrund: Für Polizeibeamte besteht durch gleichzeitiges Auftreten von beruflichem
Stress, wie etwa dem Schicht- und Wechseldienst, dem Bewältigungserfordernis
dynamisch-komplexer Einsatzlagen sowie einer erhöhten Risiko- und Gefährdungsstufe
und gesundheitsschädlichen Lebensgewohnheiten ein erhöhtes Risiko für
kardiovaskuläre Erkrankungen. Der Fokus bisheriger Studien lag auf älteren
Polizeibeamten, während zur Situation bei jüngeren Rekruten nur wenig bekannt ist.
Ziel der Arbeit: Die Prävalenz und Ausprägung individueller Risikofaktoren sollten in
einem Kollektiv von jungen Polizeirekruten untersucht werden.
Methodik: Alle Thüringer Polizeibeamten des Ausbildungsjahres 2017/2018 (n = 199,
151 männlich) wurden untersucht. Das Durchschnittsalter lag bei 24,3 ± 4,3 Jahren
(Männer) bzw. 23,4 ± 3,8 Jahren (Frauen). Ruhepuls, Blutdruck, Body-Mass-Index (BMI)
und Bauchumfang wurden als körperliche Indikatoren kardiovaskulärer Risikofaktoren
gemessen, Lebensstil-Parameter wurden anhand selbst auszufüllender Fragebögen
(soziodemografische Daten, Aktivitäten des täglichen Lebens etc.) erfasst.
Ergebnisse: Wesentliche Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen wie
Übergewicht, vergrößerter Bauchumfang und Nikotinabusus traten bei Männern und
Frauen in 37 % und 9 % (Übergewicht), 11 % und 23 % (Bauchumfang) bzw. 34 % und
47 % (Nikotinabusus) auf. Rekruten mit Übergewicht rauchten signifikant häufiger
(p = 0,008). Bei zwei Studienteilnehmern lag eine arterielle Hypertonie vor, bei 19 %
war der Blutdruck akut erhöht.
Schlussfolgerung: Bei Polizeirekruten besteht eine erhöhte Prävalenz von
kardiovaskulären Risikofaktoren wie Übergewicht, großer Bauchumfang oder
Nikotinabusus. Da insbesondere übergewichtige Polizeianwärter verstärkt zu Nikotin-
und Alkoholkonsum neigen, stellen diese ein besonders gefährdetes Risikokollektiv
dar. Maßnahmen zur Prävention und Förderung der Gesundheitskompetenz sollten die
Rekruten bei der Risikominimierung unterstützen.
Schlüsselwörter
Kardiovaskuläre Risikofaktoren · Übergewicht · Bluthochdruck · Rauchen · Polizeibeamte
Berufsbedingter Stress spielt eine über- onsprogramme zu entwickeln, die dem
aus wichtige Rolle in der Entstehung entgegenwirken und dabei helfen, im
zahlreicher Erkrankungen, nicht zuletzt Arbeitsleben gesund und fit zu bleiben.
bei kardiovaskulären Krankheiten. Dem- Die vorliegende Studie stellt einen Ver-
entsprechend wichtig kann das Identi- such dar, kardiovaskuläre Risikofaktoren
fizieren berufsspezifischer Risikofakto- bei Polizeirekruten zu identifizieren.
ren sein, um selektiv passende Präventi-
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 1Originalien
Hintergrund und Fragestellung die Risikofaktoren mit zunehmender Wir- band, Sprint), Krafttraining (Kraftraum,
kungsdauer stärker bemerkbar machen. Ausdauer, Fitness), Kampfsport (Judo, Ju-
Die tägliche Polizeiarbeit mit potenziell In der vorliegenden Studie hingegen wur- Jutsu, Selbstverteidigung, Boxen, Taek-
gefährlichen Situationen ist mit einem ho- de das Vorliegen von Risikofaktoren für wondo, Kickboxen), Radfahren (Spinning,
hen Maß an physischem und psychischem kardiovaskuläre Erkrankungen bei jungen Rennrad, Ergometer), Schwimmen und
Stress verbunden und stellt einen Risiko- Polizeirekruten untersucht, einer Perso- Ballsportarten (Tennis, Teamballsport und
faktor für kardiovaskuläre Erkrankungen nengruppe, die bislang nicht ausreichend andere) differenziert. Darüber hinaus wur-
dar [4, 7, 25, 31]. Neben derartiger und die in diesem Zusammenhang berücksichtigt den die Aktivitäten des täglichen Lebens
körperliche Unversehrtheit betreffender wurde. Zu diesem Zweck wurden knapp erhoben (Gartenarbeit, Putzen, Einkaufen
Risiken ist Stress in Form von schlecht 200 Polizeirekruten körperlichen Untersu- und andere). Aufgrund der Berufsspezifik
planbaren Einsatz- und Ruhezeiten, von chungen unterzogen und zum Ausfüllen wurde auf Basis validierter Erhebungsin-
Wechsel- und Nachtdiensten existent, mehrerer Fragebogen angehalten. Damit strumente (Profile of Mood States/POMS;
der einer gesunden Lebensführung mit sollte evaluiert werden, ob Risikofaktoren Kurzform des Gesundheitsfragebogens
ausgewogener Ernährung und regelmäßi- der o. g. Art bereits früh in der Ausbildung SF-36) ein selbst generierter und getes-
gem, erholsamem Schlaf entgegensteht. manifest werden und ob entsprechende teter Fragebogen zum Einsatz gebracht
Die Auswirkungen dieser und einer Reihe Präventionsmaßnahmen daraus ableitbar [10]. Dieser enthielt 12 Items zum so-
weiterer möglicher Belastungen auf den sind. ziodemografischen Hintergrund, 3 Items
Gesundheitszustand von Polizeibeamten zum Bewegungsverhalten und 9 Fragen
waren wiederholt im Fokus verschie- Methode zu den Aktivitäten des täglichen Lebens.
dener Untersuchungen [20]. So zeigten
Erhebungen bei amerikanischen und fin- Kollektiv und Einschlusskriterien Statistik
nischen Polizisten bei rund einem Viertel
der Polizeibeamten Bluthochdruck [15] Alle angehenden Polizeibeamten des Aus- Die Probandendaten wurden anonymisiert
und fanden erhöhte Blutfettwerte in 33 % bildungsjahres 2017/2018 in Thüringen, erfasst und mit SPSS (Version 21.0) de-
sowie erhöhtes Cholesterin in bis zu 61 % die älter als 16 Jahre und jünger als 45 Jah- skriptiv statistisch ausgewertet (Mittelwert
der amerikanischen Polizisten [31]. Bei re waren und im Rahmen der Studienauf- [MW], Standardabweichung [SD], Medi-
italienischen Polizisten waren Risikofakto- klärung ihre Bereitschaft zur freiwilligen an mit Spannweite). Kategoriale Variablen
ren für das metabolische Syndrom erhöht Teilnahme schriftlich erklärt hatten, wur- wurden als absolute und relative Häu-
[11], bei indischen Polizisten waren das den in die Studie einbezogen (n = 199, figkeiten angeben, Chi-Quadrat-Tests und
metabolische Syndrom und assoziierte 151 Männer). Die Studie entsprach dabei Mann-Whitney-U-Tests zur Identifikation
kardiovaskuläre Risikofaktoren wie ab- der Deklaration von Helsinki. geschlechtsspezifischer Unterschiede der
dominale Fettleibigkeit, erhöhter Body- Risikofaktoren durchgeführt. Zudem wur-
Mass-Index (BMI) sowie auch Triglyzeride Durchführung der Untersuchung den bivariate Analysen (Chi-Quadrat-Tests)
im Plasma und der Blutdruck ebenfalls und Korrelationen (nach Spearman) be-
signifikant höher als in der Allgemein- Zunächst wurde im Rahmen einer körper- rechnet, um festzuhalten, ob zwischen ein-
population [26]. Eine Metaanalyse von lichen Untersuchung (KU) nach zehnmi- zelnen Risikofaktoren sowie Risikofaktoren
insgesamt 16 derartigen Studien beleg- nütiger Ruhephase im Sitzen der Ruhepuls und dem Blutdruck statistisch signifikante
te, dass trotz heterogener Qualität der sowie der Blutdruck manuell an beiden Zusammenhänge bestehen. Dabei wurde
Untersuchungen eine deutliche Bezie- Oberarmen durch eine qualifizierte Fach- ein p-Wert von < 0,05 zweiseitig bei allen
hung besteht zwischen dem beruflichen person gemessen, nach weiteren 5 min Analysen als statistisch signifikant gewer-
Stress der Polizeibeamten und einer er- elektronisch. Bei einem arteriellen Blut- tet (α = 0,05).
höhten Anfälligkeit für kardiovaskuläre hochdruck (SBP ≥ 140 mm Hg und/oder
Erkrankungen [19]. Begleitet sind diese DBP ≥ 90 mm Hg) wurde entsprechend Ergebnisse
körperlichen Manifestationen von einer den aktuellen ESC/ESH 2013 Guidelines
erhöhten Neigung zur Entwicklung von for the management of arterial hyper- Körperliche Parameter,
Depressionen [2, 28] und zum Burnout bis tension ein Termin zur wiederholten Mes- soziodemografische Daten und
hin zu vermehrten Selbstmorden unter sung vereinbart [29]. Der anschließend Risikofaktoren
besonders belasteten Polizisten [21]. Ins- ausgefüllte Fragebogen beinhaltete Fra-
gesamt scheint somit deutlich eine höhere gen zu soziodemografischen Daten (Alter, Die Teilnehmer der Studie waren im Mittel
Prävalenz entsprechender Erkrankungs- Geschlecht, Bildungsstand, Dauer im Poli- knapp 24 Jahre alt, und die durchschnittli-
bilder bei Polizeibeamten im Vergleich zeidienst), Größe, Gewicht, Bauchumfang, che Dauer der Polizeiausbildung zum Zeit-
zur Allgemeinpopulation gut belegt. Die Ernährungs- und Bewegungsgewohnhei- punkt dieser Umfrage betrug 1,24 Jahre,
Mehrzahl dieser Studien beschäftigte sich ten, familiären Vorbelastung sowie der das heißt, die meisten Rekruten befanden
allerdings mit Polizisten, die ihrem Be- Höhe des Alkohol- und Nikotinkonsums. sich im zweiten Ausbildungsjahr. Signifi-
ruf bereits länger nachgingen, da davon Bei den Bewegungsgewohnheiten wur- kante Unterschiede zwischen männlichen
ausgegangen werden kann, dass sich den die Kategorien Laufen (Joggen, Lauf- und weiblichen Probanden bestanden er-
2 Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und ErgonomieTab. 1 Körperliche Parameter und Risikofaktoren: Vergleich von männlichen und weiblichen als 3 h pro Woche Sport zu treiben, wo-
Polizeibeamten in Ausbildung bei aber zu beachten ist, dass in der
MW (SD); Median Männliche Proban- Weibliche Proban- Statistische Signifi- Ausbildung neben den angegebenen Ak-
[Spannweite] den den kanz (p) tivitäten Dienstsport/Einsatztraining mit
(n = 151) (n = 47)
mindestens 180 min pro Woche obligato-
Alter (Jahre) 24,3 (4,3); 23 [17–42] 23,4 (3,8); 23 [19–32] 0,177
risch sind. Im Hinblick auf gelegentlichen
Gewicht (kg) 79,2 (9,4); 78 63,1 (6,5); 62 [52–84] < 0,001*
Alkoholkonsum bestand kein Unterschied
[60–112]
zwischen Männern und Frauen, nur ein
Körpergröße (cm) 180,6 (6,4); 189 169,6 (5,4); 168 < 0,001*
[168–197] [163–186] verschwindend kleiner Anteil der Männer
gab an, täglich Alkohol zu konsumieren,
BMI (kg/m2) 24,2 (2,1); 24,2 21,9 (1,9); 21,4 0,017*
(19,6–32,7) [18,4–26,3] zwischen 11 % und 21 % der Rekruten
Übergewichta 56 (37 %) 4 (9 %) < 0,001* tranken nie Alkohol.
Bauchumfang (cm) 85,1 (6,8); 85 75,2 (6,8); 75 [65–91] < 0,001*
[71–102] Korrelation verschiedener
Systolischer Blutdruck 131,5 (12,4); 131 125,9 (11,4); 126 0,007* Risikofaktoren
(mm Hg) [103–180] [105–163]
Diastolischer Blutdruck 73,3 (10,6); 75 76,8 (10,9); 77 0,412 Zwischen Gewicht, BMI und Bauchumfang
(mm Hg) [48–127] [49–101] einerseits und Alkoholkonsum anderer-
Ruheherzfrequenz 66,5 (12,5); 65 71,3 (10,9); 71 0,018* seits zeigte sich je eine statistisch signifi-
(1/min) [35–150] [43–94] kante positive Korrelation, das heißt, bei
Hypertonieb 2 (1 %) – – ansteigendem Gewicht (r = 0,238), BMI
Andere Erkrankungenc 5 (3 %) 1 (2 %) 0,679 (r = 0,227) oder Bauchumfang (r = 0,215)
* Statistisch signifikant bei p < 0,05 wurde auch häufiger Alkohol konsumiert
a
Berechnet aus Körpergröße und Gewicht, die im Fragebogen abgefragt wurden (p = 0,001–0,002; Anlage 1). Der Bauch-
b
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung ermittelt umfang war negativ mit der Aktivität im
c
Mittels Fragebogen erfragt – abgefragt wurden dabei Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Schilddrü-
Alltag korreliert (r = –0,184; p = 0,009),
senerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma bronchiale, Nierenerkrankungen, Arthrose,
chronische Rückenschmerzen, Depression andere Faktoren mit einem bekannten
Zusammenhang mit kardiovaskulären Ri-
sikofaktoren zeigten keine signifikanten
wartungsgemäß im Gewicht und der Kör- Probanden) und 4 Frauen (8 % aller weib- Korrelationen.
pergröße, aber auch bezüglich des BMI, lichen Probanden).
der bei den Männern 24,2 betrug, bei den Durch die Befragung nach bekannten Diskussion
Frauen 21,9 (. Tab. 1). Gemäß der WHO- Vorerkrankungen wurde bei zwei männli-
Definition für Übergewicht ergab sich da- chen Probanden das Vorliegen einer Hy- Der durch verschiedene Studien nahege-
raus, dass 37 % der männlichen und 9 % pertonie festgestellt, die auch durch die legte Befund, dass Polizisten auf Grund
der weiblichen Probanden übergewichtig eigenen Messungen bestätigt wurde. Von ihrer häufig mit Stress assoziierten be-
waren, was ebenfalls einen signifikanten den Frauen war niemand unmittelbar be- ruflichen Tätigkeit einem erhöhten Risiko
Unterschied zwischen den Geschlechtern troffen. Andere gängige Erkrankungen wa- zur Entwicklung kardiovaskulärer Erkran-
bedeutete. Ein männlicher Studienteilneh- ren sowohl bei Männern als auch Frau- kungen unterliegen [4, 7, 25, 31], konnte
mer hatte einen BMI > 30, dies traf für keine en selten und traten nicht unterschiedlich auch in der vorliegenden Untersuchung
Frau zu. Der mittlere Bauchumfang betrug häufig auf. bestätigt werden. Dies ist vor allem des-
bei den Männern 85,1 cm, bei den Frauen halb erstaunlich, weil die Probanden der
75,2 cm (p < 0,001), 11 % bzw. 23 % über- Lebensstilassoziierte hier vorgestellten Studie im Mittel erst seit
schritten dabei die kritische Grenze von Risikofaktoren 1,24 Jahren in der Ausbildung für diesen
94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen), ab der Beruf waren und zudem die Aufnahme-
gemäß den Leitlinien der Deutschen Adi- Auch bei den Lebensstilfaktoren und den kriterien zur Ausbildung bei der Thüringer
positas-Gesellschaft das Risiko kardiovas- Aktivitäten des täglichen Lebens zeigten Polizei ein Mindestmaß an gesundheitli-
kulärer Erkrankungen gesteigert ist [1]. Der sich geschlechtsspezifische Unterschiede cher und psychischer Fitness voraussetzen
mittleresystolischeBlutdruckund der mitt- (. Tab. 2). Weibliche Probanden waren [17]. Zudem sind die Rekruten zu täglicher
lere diastolische Blutdruck lagen für beide mit knapp 47 % signifikant häufiger Rau- sportlicher Aktivität im Ausmaß von min-
Geschlechter im Normbereich. Bei insge- cherinnen als Männer mit 34 %, gaben destens 3 h verpflichtet, was als Maßnah-
samt 37 Personen (19 %) konnte aus den aber auch signifikant häufiger an, spa- me zur Vorbeugung gegen kardiovaskulä-
Messungen zumindest temporärer Blut- zieren zu gehen und sich im Haushalt re Erkrankungen im allgemeinen effektiv
hochdruck diagnostiziert werden, davon körperlich zu betätigen. Die männlichen wirksam ist [12].
waren 33 Männer (22 % aller männlichen Probanden gaben statistisch signifikant Dennoch wurde bei 37 % der männ-
häufiger als ihre Kolleginnen an, mehr lichen und 9 % der weiblichen Rekru-
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 3Originalien
Tab. 2 Geschlechtsbezogene Unterschiede bei Lebensstilfaktoren und Sportverhalten stilbedingte Risikofaktoren, wovon am
Parameter Männliche Pro- Weibliche Pro- Statistische Signi- auffälligsten jener war, dass bei fast der
banden (n = 151) banden (n = 47) fikanz (p) Hälfte der weiblichen und mehr als einem
Lebensstilfaktoren (Anzahl/% der Probanden) Drittel der männlichen Probanden der
Nikotinabususa 52 (34 %) 22 (46,8 %) 0,005* Risikofaktor Nikotinabusus bestand.
Alkoholkonsumb Insgesamt betrachtet, traten einige kar-
Niemals 17 (11,3 %) 10 (21,3 %) 0,081 diovaskuläre Risikofaktoren im Kollektiv
Manchmal 130 (86,1 %) 37 (78,7 %) 0,225 häufiger als in der Allgemeinbevölkerung
Täglich 4 (2,6 %) – – auf: Bei den weiblichen Probanden lag
Diät c
8 (5,3 %) 2 (4,3 %) 0,776 der Anteil an Raucherinnen mit knapp
Aktivitäten des täglichen Lebens (Anzahl/% der Probanden)
47 % deutlich über dem der gleichaltri-
gen Gesamtbevölkerung (28,4 % bei den
Zu Fuß zur Arbeit laufend 78 (51,7 %) 26 (55,3 %) 0,661
18- bis 29-jährigen Frauen und 26,9 % bei
Zum Einkaufen zu Fuß laufen 42 (27,8 %) 16 (34 %) 0,413
den 30- bis 44-jährigen Frauen; [30]). Der
Spazieren gehen 85 (56,3 %) 37 (78,7 %) 0,006*
Anteil von über einem Drittel männlicher
Zur Arbeit mit dem Fahrrad 1 (< 1 %) 0 –
Raucher entspricht hingegen genau dem
fahren
der 18- bis 29-jährigen Männer in der
Zum Einkaufen mit dem Fahr- 13 (8,6 %) 7 (14,9 %) 0,254
rad fahren
Gesamtbevölkerung [30]. Auch dass 37 %
der männlichen Probanden übergewichtig
Radtouren unternehmen 56 (37 %) 22 (46,8 %) 0,234
waren, entspricht den Werten der männ-
Körperliche Arbeit zu Hause 96 (63,6 %) 38 (80,1 %) 0,027*
lichen Durchschnittsbevölkerung der glei-
Treppen steigen bei der Arbeit 147 (98 %) 45 (95,7 %) 0,575
chen Altersklasse [23]. Demgegenüber ste-
Treppen steigen zu Hause 137 (90,7 %) 43 (91,5 %) 0,874
hen die weiblichen Rekruten mit nur 9 %
Sportverhalten (Anzahl/% der Probanden) Übergewichtigen im Vergleich zu 26,2 %
Körperliche Bewegung in den 150 (99 %) 46 (98 %) 0,380 der 18- bis 29-jährigen Frauen in der Ge-
letzten vier Wochen
samtbevölkerung sehr gut dar. Trotzdem
Sportliche Aktivitäten pro Woche
sollte angesichts der Tatsache, dass in der
>4 118 (78,7 %) 36 (78,3 %) 0,823 Genese von 65–75 % aller Hypertoniefäl-
3 19 (12,7 %) 6 (13 %) 0,974 le Übergewicht eine wichtige Rolle spielt
2 11 (7,3 %) 4 (8,7 %) 0,864 [13], der für so kurzgediente Polizeibeam-
1 2 (1,3 %) 0 – te hoch scheinenden Prävalenz des Risi-
Zeit pro Woche für Sport (Stunden) kofaktors Augenmerk geschenkt werden.
3 129 (86 %) 34 (74 %) 0,048* ten mit einem Bauchumfang über dem
* Statistisch signifikant bei p < 0,05 empfohlenen Maß kritisch gesehen wer-
a
Als Nikotinabusus wurde jeder regelmäßige und unregelmäßige Zigarettenkonsum unabhängig von den, insbesondere, da dieser Parameter
der Anzahl an Zigaretten bewertet als besonders guter Prädiktor des kardio-
b
Gefragt wurde, wie häufig Alkohol konsumiert wurde und nicht wie viel; es kann also nicht zwischen vaskulären Erkrankungsrisikos gilt [6]. In
vertretbarem und gesundheitlich riskantem Alkoholkonsum differenziert werden
c
Als Diätformen wurden anabole Diät, Atkins, Protein und Low Carb angegeben; als Gründe für die
einer rezenten Studie mit weiblichen deut-
aktuelle Diät wurde auf die Aspekte Muskelaufbau, Fettreduzierung und Gewichtsreduzierung verwie- schen Büroangestellten und Polizisten hat-
sen ten 60 % der Ersteren und immerhin auch
d
Aufgrund der kasernierten Unterbringung liegen die Unterkünfte 750 m bis 1,5 km von der Ausbil- 25 % der Letzteren einen Bauchumfang
dungsstätte entfernt ≥80 cm, wobei das Durchschnittsalter der
Polizistinnen 31 Jahre war [24]. Im Ver-
gleich dazu hatten nur 8 % der Polizistin-
ten Übergewicht (BMI > 25) festgestellt, Einzelbefund aber noch nicht als Hin- nen einen BMI > 25, was dem hier ge-
gleichzeitig lag der Bauchumfang bei weis auf eine Hypertonie ausreicht. Die messenen Anteil bei den jüngeren Rekru-
11 % der Männer und 23 % der Frau- jüngsten Leitlinien der ESC/ESH definieren tinnen entspricht. Aufgrund der kritischen
en an oder über der Grenze von 94 cm eine arterielle Hypertonie als dauerhaf- Bewertung des BMI sollten künftig weitere
(Männer) bzw. 80 cm (Frauen), die gemäß te und situationsunabhängige Erhöhung Parameter wie Körperfett in Relation zum
den Leitlinien der Deutschen Adipositas- des systolischen mit > 140 mm Hg oder Körperumfang, Alter und kulturelle Stan-
Gesellschaft nicht überschritten werden diastolischen Blutdrucks mit > 90 mm Hg dards für die Erfassung des Risikofaktor
sollte [1]. Des Weiteren wurde bei 19 % [29], und dies konnte tatsächlich nur bei Übergewicht analysiert werden [5, 16].
der Teilnehmer zum Zeitpunkt der Mes- 2 Studienteilnehmern festgestellt werden. Häufig werden die hohen beruflichen
sung Bluthochdruck festgestellt, was als Hinzu kamen aber auch diverse lebens- Belastungen mit Maßnahmen kompen-
4 Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomiesiert, die ebenfalls das kardiovaskuläre von jungen Polizeivollzugsbeamten wirkt, licherweise auch aufgrund der Dienst-
Risiko erhöhen, wie der Konsum von Zi- um gesundheitsförderliche Ressourcen zur pflicht zur regelmäßigen sportlichen Be-
tätigung.
garetten oder von ungesunder Nahrung. Bewältigung von Stressoren aufzubauen. 4 Gleichzeitig waren aber Risikofaktoren
Somit verstärken sich die Risikofaktoren Dass diese Strategien häufiger zum Ein- wie Rauchen (bei Frauen) und Überge-
gegenseitig [14]. In Übereinstimmung satz kommen, müsste durch Aufklärung wicht (bei Männern) und ein kritischer
damit fanden wir, dass im untersuch- noch intensiver im Bewusstsein verankert Bauchumfang stark oder zumindest über-
ten Kollektiv Zusammenhänge zwischen werden [8, 25]. raschend häufig ausgeprägt, wenn man
Übergewicht, Nikotinabusus und Alkohol- die noch relativ kurze Dienstzeit mit in
Betracht zieht.
konsum bestehen. Rekruten mit Überge- Limitationen 4 Da die Analyse zeigt, dass insbesondere
wicht rauchten signifikant häufiger. Damit übergewichtige Polizeianwärter verstärkt
könnte eine Vervielfachung des kardio- Einige Limitationen beschränken die Ge- zu Nikotin- und Alkoholkonsum neigen,
vaskulären Risikos auftreten, da mehrere neralisierbarkeit der Ergebnisse: sollten diese Personen als besonders ge-
Risikofaktoren gleichzeitig vorlagen [9]. – Es wurden Lebensstilrisiken erho- fährdetes Risikokollektiv wahrgenommen
und eine zielgruppenspezifische Gesund-
Ob dies in Zusammenhang mit berufli- ben, jedoch nicht überprüft, ob sie heitsförderung durch entsprechende kar-
chem Stress und/oder Schichtarbeit steht, im konkreten Zusammenhang mit diovaskuläre Präventionsprogramme ent-
bleibt vorerst unklar. Studienergebnisse beruflichem Stress stehen. wickelt werden.
zu Polizeibeamten deuten darauf hin, dass – Auch lagen keine Daten über die unter- 4 Stressoren sowohl des Polizeiberufes an
durch beruflichen Stress und vermutlich suchten Risikofaktoren und Erkrankun- sich als auch spezifische Stressoren in der
Polizeiausbildung müssen identifiziert
zum Wachbleiben in der Nachtschicht gen in der Zeit vor Ausbildungsbeginn und Maßnahmen zur Unterstützung ei-
häufiger geraucht wird, während nach vor. So bleibt unklar, ob sich die unter- nes gesundheitsfördernden Lebensstils
der Tagschicht der Alkoholkonsum höher suchten Lebensstilfaktoren nach dem ergriffen werden.
war [27]. In vorliegender Studie gaben Ausbildungsbeginn geändert haben.
2,6 % der männlichen Rekruten an, täg- – Ebenso bleibt unklar, ob diejenigen
lich Alkohol zu trinken. Dieser Anteil war Probanden, bei denen im Rahmen der Korrespondenzadresse
deutlich geringer als in der Literatur, da KU Übergewicht oder eine bestehende S. Koch
z. B. in der Studie von Ballenger et al. Hypertonie identifiziert wurde, diese/s Fakultät für Gesundheit (Department für
mit 747 US-amerikanischen Polizeibeam- erst zu Ausbildungsbeginn erworben Humanmedizin), Institut für Integrative
ten die Quote für Männer 11 % und für wurde oder bereits bestanden hatte. Gesundheitsversorgung und Gesundheitsför-
derung, Universität Witten/Herdecke
weibliche Beamte 15,9 % betrug [3]. Der – Ferner wurde nicht untersucht, ob noch
Witten, Deutschland
selbstberichtete tägliche Alkoholkonsum andere kardiovaskuläre Risikofaktoren steven.koch@uni-wh.de
der Rekruten lag deutlich unter dem der (z. B. erhöhte Blutfette) vorlagen.
Gesamtbevölkerung (25- bis 29-Jährige: – Viele Risikofaktoren wurden aus-
14,1 %, 30- bis 39-Jährige: 11,9 %; [22]). Für schließlich über Fragebögen erhoben.
Funding. Open Access funding enabled and organi-
diese Angabe könnte auch die Tatsache Vor dem Hintergrund eines sozial er- zed by Projekt DEAL.
bedeutsam sein, dass die Verbeamtung wünschten Antwortverhaltens bleibt
auf Lebenszeit noch nicht erfolgt war und offen, ob alle Fragen wahrheitsgemäß
somit sozioökonomische Aspekte zum beantwortet wurden. Einhaltung ethischer Richtlinien
Tragen kommen. Andererseits wurden
Interessenkonflikt. S. Koch, L. Werdecker und T. Esch
Zigaretten- und Alkoholkonsum bereits Auf Basis der vorhandenen Daten kann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
von Rekruten angegeben, die den Stres- angenommen werden, dass der Polizeibe-
soren des Polizeiberufes noch gar nicht ruf schon von Ausbildungsbeginn an das Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine
Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt.
im strengen Sinne ausgesetzt waren. Das Auftreten kardiovaskulärer Risikofaktoren Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort
widerspricht anderen Erhebungen, aus fördert. Die weitere Forschung sollte insbe- angegebenen ethischen Richtlinien.
denen sich Tabak- und Alkoholabusus als sondere Longitudinalstudien durchführen,
Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative
Kompensationsmechanismus für länger- um die Auswirkungen der Risikofaktoren Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
fristigen beruflichen Stress ergab [18]. auf das tatsächliche Auftreten solcher Er- veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung,
Die Rekruten gaben ein ausgeprägtes krankungen im zeitlichen Verlauf zu un- Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jegli-
chem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die
Bewegungsverhalten an, so dass Bewe- tersuchen. ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsge-
gungsmangel als Risikofaktor für kardio- mäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz
vaskuläre Erkrankungen bei der untersuch- beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenom-
Fazit für die Praxis
men wurden.
ten Gruppe nicht vorlag, da sportliches 4 Diese Studie verweist auf eine im Ver-
Verhalten klar präventive Wirkungen zeigt gleich zur Gesamtbevölkerung geringe Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges
[9, 31]. Vor dem Hintergrund dieser Ergeb- Prävalenz von Risikofaktoren für kardio- Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten
vaskuläre Erkrankungen bei jungen Po- Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbil-
nisse wird in einer anknüpfenden Studie dungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das be-
untersucht, wie eine Stressmanagement- lizeirekruten, zum Teil bedingt durch ein
treffende Material nicht unter der genannten Creative
entsprechendes Auswahlverfahren, mög- Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung
Intervention auf den Gesundheitszustand
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 5Abstract
nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für
die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Ma- Prevalence of cardiovascular risk factors in police officers in training.
terials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers Results of a cross-sectional study in Thuringia
einzuholen.
Background: Police officers face a significantly increased risk for cardiovascular diseases
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der
due to occupational stress, such as shift work and variable working hours, the necessity
Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/
licenses/by/4.0/deed.de. to overcome dynamic complex deployment situations as well as an increased degree of
risks and danger and unhealthy lifestyle habits. Previous studies have focused on older
officers and little is known on the situation in younger police recruits.
Objective: The aim of this study was to investigate the prevalence of cardiovascular
Literatur
risk factors in young police recruits.
1. Adipositas Gesellschaft (2021) Leitlinien. https:// Methods: All police officers in training from Thuringia/Germany in the year 2017/2018
adipositas-gesellschaft.de/dag/leitlinien/. Zuge- (n = 199, 151 male) were examined. The average age was 24.3 ± 4.3 years (men) and
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2. Allison P, Mnatsakanova A, McCanlies E et al
(2019) Police stress and depressive symptoms:
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https://doi.org/10.1111/j.1521-0391.2010.00092. 9% (overweight), 11% and 23% (increased waist circumference) and 34% and 47%
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