SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
SAARLÄNDISCHES
                  STAATSTHEATER

TANZFESTIVAL SAAR 2020
SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
TANZFESTIVAL SAAR 2020

     5.–10. März 2020
     Saarbrücken und Saarlouis

     Künstlerische Leitung: Stijn Celis und Klaus Kieser

     SPIELZEIT 2019/2020

U2
SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Liebe Freunde des Tanzes,                                                              TANZFESTIVAL SAAR 2020

wir freuen uns sehr, dass wir Ihnen in dieser Spielzeit das dritte Tanzfestival Saar
präsentieren können. Wie 2015 und 2018 bringen wir an den Festivaltagen – vom          Future World                                                            5. März
5. bis 10. März 2020 – wichtige, aufsehenerregende Stücke der internationalen          Saarländisches Staatstheater, 19:30 Uhr, Saarländisches Staatsballett
Tanzszene ins Saarland. Mit dabei sind etablierte Kompanien, aufstrebende
jüngere Choreographen und wunderbare Performer, packendes Drama, große                 The Waves                                                               6. März
Gefühle, abstrakte Gestaltung, Freches, Hintersinniges, Lebenslustiges und vieles      Alte Feuerwache, 19:30 Uhr, Noé Soulier
mehr.
                                                                                       Carmen                                                                  7. März
Beginnend mit der Premiere »Future World« des Saarländischen Staatsballetts,
                                                                                       Saarländisches Staatstheater, 19:00 Uhr, Ballett Theater Basel
haben wir ein Festivalprogramm zusammengestellt, das jedem etwas bietet. Eins
                                                                                       A Night’s Game
verbindet die eingeladenen Produktionen: choreographische Qualität. Alle
                                                                                       Alte Feuerwache, 21:30 Uhr, Alleyne Dance
Stücke garantieren für exquisite Tanzkunst.
Ein erstklassiges Festival ist heutzutage ohne Sponsoren kaum möglich. Darum           Promenade au musée                                                      8. März
danken wir insbesondere der Staatskanzlei des Saarlandes und Victor’s Residenz-        Moderne Galerie, 12:00, 14:00, 16:00 Uhr, Ambra Senatore
Hotels für ihre großzügige Unterstützung.                                              The Manufactured Series: Duet #2: Made in China
                                                                                       Theater im Viertel, 16:00 Uhr, Tilman O’Donnell
                                                                                       zeitwärts
                                                                                       Alte Feuerwache, 18:00 Uhr, iMove
                                                                                       My Ladies Rock
                                                                                       Saarländisches Staatstheater, 20:00 Uhr, Groupe Émile Dubois /
Bodo Busse                                            Stijn Celis
                                                                                       Compagnie Jean-Claude Gallotta
Generalintendant des                                  Direktor des Saarländischen
Saarländischen Staatstheaters                         Staatsballetts                   Breath Made Visible und Mr. Gaga                                        9. März
                                                                                       Kino achteinhalb, 19:00 Uhr

                                                                                       Danser Casa                                                            10. März
                                                                                       Theater am Ring, 19:30 Uhr, Kader Attou und Mourad Merzouki

                                         2                                                                                       3
SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Donnerstag, 5. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Großes Haus), 19:30 Uhr,
Saarländisches Staatsballett

FUTURE WORLD

Clara
Choreographie und Bühnenbild Stijn Celis
Kostüme Laura Theiss
Licht André Fischer mit Björn Schöck
Musik Isao Tomita, Krassimir Kjurktschiski, Christo Todorow, Max Richter,
Peder Mannerfelt
Uraufführung

Liedgut
Choreographie, Bühnenbild, Kostüme und Licht Richard Siegal
Video Jean-Philippe Lambert
Einstudierung Diego Tortelli, Shelby Williams
Musik Atom™ (d. i. Uwe Schmidt)
Uraufführung 17. Oktober 2014, Staatstheater Darmstadt,
Hessisches Staatsballett

Nach der Vorstellung Premierenfeier im Mittelfoyer

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Ein Aspekt in E. T. A. Hoffmanns Erzählung »Der Sandmann« ist Nathanaels
Faszination, eher eine Obsession, für die immergleichen Bewegungen der Puppe
in der gegenüberliegenden Wohnung. Übertrüge man dies in die Gegenwart,
würde man wohl nicht von einer Puppe, sondern von einem Androiden sprechen.
Wenn man so will, geht Nathanael zugrunde an seiner Unfähigkeit, das Künst-
liche vom Wahren zu unterscheiden. Und das führt uns zu einer höchst aktuellen
Problematik: Inwieweit beeinflusst uns die künstliche Intelligenz mit den unter-
schiedlichsten Algorithmen, dass wir buchstäblich in einem Netz gefangen
sind, aus dem wir nicht mehr herausfinden? Wir sehen uns einem schier unauf-
lösbaren Dilemma gegenüber: Welche unserer Wünsche und Bedürfnisse ent-
springen unserem Selbst, und was sind von außen, von individuell gesteuerter
Werbung, geweckte Bedürfnisse? Wohin also »steuert« uns die künstliche Intel-
ligenz?
                                                                          Stijn Celis

Ich hatte mich zunächst nicht so recht für eine bestimmte Komposition ent­
scheiden können. Die erste Option war zwar auch elektronische Musik, aber als
ich dann »Liedgut« entdeckte, kam alles anders. Dieses Album von Atom™ hat
mich richtig inspiriert, zum einen durch den Sound, zum anderen durch das
reiche Assoziationsmaterial, das darin anklingt: Romantik, Volkslied, Natur,
Zeichen­haftigkeit, Digitalisierung. Für mich veränderte sich dadurch der gesamte
Diskurs.
                                                                      Richard Siegal

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Freitag, 6. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Alte Feuerwache), 19:30 Uhr

The Waves
Choreographie, Bühnenbild und Kostüme Noé Soulier
Licht Victor Burel
Musik Tom De Cock, Gerrit Nulens, Noé Soulier
Uraufführung 30. August 2018, Hebbel am Ufer 2, Berlin
Mit Stephanie Amurao, Meleat Fredriksson, Yumiko Funaya, Nangaline Gomis,
Anna Massoni, Noé Soulier (Tanz); Tom De Cock, Gerrit Nulens (Musik)

Nach der Vorstellung Rotes-Sofa-Gespräch im Weinbistro Hauck

Noé Soulier, Jahrgang 1987, studierte an Canada’s National Ballet School und der
berühmten Akademie P.A.R.T.S. in Brüssel sowie Philosophie an der Pariser Sor-
bonne. Seit 2014 ist er associated artist am Centre National de la Danse in Pantin.
Im Juli 2020 wird er die Leitung des Centre National de Danse Contemporaine in
Angers übernehmen. In »The Waves« vertieft Soulier seine Untersuchung alltäg­
licher Gesten, die er bereits in seinen vorherigen Choreographien thematisierte.
»Hier spricht die Choreographie darüber, dass der Tanz rhythmisierte, stilisierte
Alltagsbewegungen enthält, was ihn nahbar und unserem Leben zugewandt
macht«, charakterisierte Wiebke Hüster in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«
das Stück.

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Samstag, 7. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Großes Haus), 19:00 Uhr,
Ballett Theater Basel

Carmen
Choreographie Johan Inger
Bühnenbild Curt Allen Wilmer
Kostüme David Delfín
Dramaturgie Gregor Acuña-Pohl
Musik Rodion Schtschedrin, Georges Bizet, Marc Álvarez
Uraufführung 9. April 2015, Teatro de la Zarzuela, Madrid,
Compañía Nacional de Danza
Premiere beim Ballett Theater Basel 15. November 2018, Theater Basel
Einstudierung Urtzi Aranburu Adrada, Patricia Vázquez Iruretagoyena

Nach der Vorstellung Rotes-Sofa-Gespräch im Schillerfoyer

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Carmen			         Andrea Tortosa Vidal                                                Johan Inger zählt zu den gefragtesten Choreographen unse-
Don José		        Javier Rodriguez Cobos                                              rer Zeit. Er war Tänzer beim Königlichen Schwedischen Ballett
Kind			           Alba Carbonell Castillo                                             und dem Nederlands Dans Theater und danach künstlerischer
Zuniga			Piran Scott                                                                  Leiter des Cullberg-Balletts. Seine Stücke entstanden insbe-
Torero			         Frank Fannar Pedersen                                               sondere für das Nederlands Dans Theater und das Cullberg-
Arbeiterinnen		   Paige Borowski, Lydia Caruso, Gaia Mentoglio,                       Ballett, in jüngerer Zeit auch für das Ballett Theater Basel und
			               Marina Sanchez Garrigós, Claudine Schoch,                           die italienische Kompanie Aterballetto. »Walking Mad« (2001)
			               Dévi-Azélia Selly, Lisa Horten-Skilbrei                             gehört seit Jahren zu den populärsten Stücken des Reper-
Vier junge Männer Diego Benito Gutierrez, Mirko Campigotto,                           toires (2015 vom Saarländischen Staatsballett einstudiert).
			               Jorge García Pérez, Anthony Ramiandrisoa        Sein Handlungsballett »Carmen« wurde 2016 in Moskau mit dem renommierten
Wärter			         Giacomo Altovino, Rubén Bañol Herrera           Prix Benois de la Danse ausgezeichnet.
                                                                  Über dieses Werk sagt Johan Inger: »In meinem Ballett steht nicht allein die weib-
                                                                  liche Hauptfigur Carmen im Mittelpunkt der Geschichte. Wie in Prosper Mérimées
                                                                  Original konzentriert sich das Stück auf Don Josés Liebeskummer. Er ist unfähig,
                                                                  den Freiheitsdrang seiner Geliebten zu ertragen, und wird getrieben von blinder
                                                                  Leidenschaft und zermürbenden Rachegelüsten. Ich wollte aus dem universalen
                                                                  Mythos Neues schaffen und habe mich entschieden, mich auf die entstehende
                                                                  Gewalt zu konzentrieren. Eine Annäherung an das Thema wollte ich mit Hilfe
                                                                  einer reinen, unberührten Sichtweise zugänglich machen: der eines Kindes. Es ist
                                                                  eine Figur, die uns dazu bringen soll, einerseits das Geschehen mit unschuldigem
                                                                  Blick zu beobachten, die uns andererseits aber auch zwingt, Zeuge davon zu wer-
                                                                  den, was die Gewalt wiederum mit diesem Kind macht. Dabei könnte es ein belie-
                                                                  biges Kind sein, etwa Don José als Knabe, oder vielleicht das ungeborene Kind
                                                                  von Carmen und Don José. Einfach ein Kind, dessen angeborene Herzenswärme
                                                                  durch die Erfahrung der Gewalt verletzt wird. Kurze Momente, die es prägen und
                                                                  vielleicht ein Leben lang negativ beeinflussen.«

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Samstag, 7. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Alte Feuerwache), 21:30 Uhr,
Alleyne Dance

A Night’s Game
Choreographie Kristina und Sadé Alleyne
Kostüme Leila Ransley
Licht Lucy Hansom, Salvatore Scollo
Musik Alan Dicker, Samuel Kerridge, Paul Englishby, Ólafur Arnalds,
Kevin MacLeod, Armand Amar
Uraufführung 24. April 2018, The Place, London, Alleyne Dance

Nach der Vorstellung Publikumsgespräch

Kristina und Sadé Alleyne sind die Zwillingsschwestern, die hinter Alleyne Dance
stehen. In London groß geworden, starteten sie ihre Karriere im Sport und wand-
ten sich später dem Tanz zu. Sie studierten an der London School for Performing
Arts and Technology und an der Northern School of Contemporary Dance in
Leeds. Nach dem Abschluss tanzten die beiden unter anderem für Cho­reo­gra­
phen wie Akram Khan und Wim Vandekeybus. 2014 gründeten sie Alleyne Dance
für ihre eigenen Projekte. Sie legen auf zwei Bereiche besonderen Wert: Perfor-
mance und Tanzpädagogik. In »A Night’s Game« geht es um die Emotionen
angesichts eines drohenden Freiheitsverlusts.

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SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER - TANZFESTIVAL SAAR 2020 - Saarländisches Staatstheater
Sonntag, 8. März 2020
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                                                                                                                       Promenade au musée
                                                            E N T S PA                                                 Konzept und Realisierung Ambra Senatore
                                                                       NNTER
                                                             ANKOM                                                     Mit Claudia Catarzi, Ambra Senatore (Tanz); Jonathan Seilman (Musik)
                                                                       MEN:
                                                          Parken Sie
                                                                     kostenfre
                                                       vor unsere                 i
                                                                  m Hotel o
                                                         unserer Tie        d e r  in                                  Ambra Senatore, die ihre Ausbildung unter anderem bei Jean-Claude Gallotta
                                                                     fgarage.
                                                                                                                       absolviert hat, begann Ende der neunziger Jahre zu choreographieren. 2012 grün-
                                                                                                                       dete sie in Besançon ihre Kompanie EDA, und 2016 übernahm sie die Leitung des
       Ihre Beauty-Adresse                                                                                             Centre Chorégraphique National von Nantes. Immer wieder entwickelt sie Site-
                                                                                                                       specific-Events, etwa in Museen oder öffentlichen Anlagen. Ihre »Promenade au
          in Saarbrücken                                                                                               musée« betitelten Museumsparcours lassen durch mimetische Aktionen die aus-
                                                                                                                       gestellten Kunstwerke in einem neuen Licht erscheinen.
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Sonntag, 8. März 2020
Theater im Viertel, Saarbrücken, 16:00 Uhr,
Tilman O’Donnell

The Manufactured Series: Duet #2: Made in China
Choreographie Fabrice Mazliah mit Tilman O’Donnell und Marialena Marouda
Uraufführung 9. März 2019, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main,
Tilman O’Donnell

Fabrice Mazliah, Tänzer im Ballett Frankfurt und in der Forsythe Company von
1997 bis 2015, beschäftigt sich in zehn Duetten mit dem Zusammenspiel von
menschlichem und nichtmenschlichem Partner (»The Manufactured Series«). Den
zweiten Teil dieser Reihe erarbeitete er für Tilman O’Donnell, der zwischen 2007
bis 2012 ebenfalls Mitglied der Forsythe Company war. Duettpartner in »Made in
China« ist eine Eschenbach-Porzellantasse, die Mitte des 20. Jahrhunderts in
Deutschland handgefertigt wurde. Dieser Gegenstand, ein Behälter, spiegelt den
menschlichen Körper wider. Er muss jedoch sehr vorsichtig transportiert werden –
die Zerbrechlichkeit seines Materials stand einst für Kultiviertheit und Raffinesse.

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Sonntag, 8. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Alte Feuerwache), 18:00 Uhr, iMove

zeitwärts
Choreographie, Kostüme und Licht Claudia Meystre
Musik Ólafur Arnalds, Ludovico Einaudi, Princess Chelsea, Andreas Bick, Bliss,
Archive, Alberto Iglesias, Oliver Lodge, Lamb
Uraufführung
Mit Luise Brenner, Jillian Chini, Annemarie Fischer, Franziska Hasel, Paula
Lambert, Lina Monecke, Pauline Neuer, Rebecca Pelster, Anna Petri, Jona Ricken,
Kim-Lisa Rothenberg, Joel Schanz, Aline Stilz, Capucine Venus, Ani Warner,
Carina Weishaupt

Die Zeit, mal vergeht sie zu schnell, mal viel zu langsam. Wie das Leben. Oder ist
Zeit Leben? Gibt es Menschen, die die Zeit anhalten können? Oder verlieren wir
uns in der alltäglichen Eile, wenn Zeit zu Geld wird? Zeit als Konstante, die wir
nicht beeinflussen können. Wahrgenommen als Druck und Stress. Oder ein kost-
bares Geschenk? Sollten wir nicht versuchen, jeden Augenblick erinnerungs­
würdig zu machen? Sind wir nicht weise genug dafür?

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Sonntag, 8. März 2020
Saarländisches Staatstheater (Großes Haus), 20:00 Uhr,
Groupe Émile Dubois / Compagnie Jean-Claude Gallotta

My Ladies Rock
Choreographie Jean-Claude Gallotta
Bühnenbild Jeanne Dard
Kostüme Marion Mercier mit Anne Jonathan und Jacques Schiotto
Text Claude-Henri Buffard (deutsche Fassung: Almuth Voß)
Licht Dominique Zape
Videomontage Benjamin Croizy
Musik gesungen von Wanda Jackson, Brenda Lee, Marianne Faithfull, Siouxsie
and the Banshees, Aretha Franklin, Nico, Lizzy Mercier Descloux, Laurie Anderson,
Janis Joplin, Joan Baez, Nina Hagen, Betty Davis, Patti Smith, Tina Turner
Zusätzliche Musik Benjamin Croizy, Strigall
Uraufführung 27. September 2017, Maison de la Culture, Bourges,
Groupe Émile Dubois / Compagnie Jean-Claude Gallotta
Mit Axelle André, Naïs Arlaud, Paul Upali Gouëllo, Ibrahim Guétissi, Georgia
Ives, Bernardita Moya Alcalde, Fuxi Li, Lilou Niang, Clara Protar, Jérémy Silvetti,
Gaetano Vaccaro, Thierry Verger

Nach der Vorstellung Konzert mit Aino Laos im Mittelfoyer

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Jean-Claude Gallotta studierte bildende Kunst, ehe er sich       Montag, 9. März 2020
                    dem Tanz zuwandte und Ende der siebziger Jahre in New York       Kino achteinhalb, Saarbrücken, 19:00 Uhr
                    den Postmodern Dance entdeckte. 1979 gründete er in Gre-
                    noble die Groupe Émile Dubois, aus der 1984 das dortige
                    Centre Chorégraphique National hervorging. Das Ensemble –        Breath Made Visible
                    dessen Name später um den Zusatz »Compagnie Jean-Claude          Dokumentation von Ruedi Gerber
                    Gallotta« ergänzt wurde – residiert heute in der Maison de la    Schweiz/USA 2009
                    Culture von Grenoble. Seine zahlreichen Stücke etablierten ihn
                    als einen höchst originellen Choreographen des modernen          Mr. Gaga
Tanzes in Frankreich.                                                                Dokumentation von Tomer Heymann
Aufgewachsen sowohl mit dem Rock ’n’ Roll als auch mit dem Modern und Post-          Israel/Deutschland/Niederlande/Schweden 2015
modern Dance, findet er in beidem stets Inspiration. Obwohl beide aus derselben
Zeit und zum Teil auch aus demselben Land stammen, sind Rockmusik und zeit­          Zwei Dokumentarfilme in einem Doppelprogramm: über die Choreographin
genössischer Tanz nie wirklich zusammengekommen. Deshalb hat er es sich zur          Anna Halprin (geb. 1920), die zeitlebens der Frage nachgegangen ist, was Tanz
Aufgabe gemacht, diese beiden kulturellen Strömungen miteinander zu vereinen.        sein kann, und über den israelischen Tänzer und Choreographen Ohad Naharin
»Der Rock«, so sagt er, »hat meine jugendlichen Träumereien beeinflusst und mir      (geb. 1952), der zu den einflussreichsten Tanzkünstlern unserer Zeit zählt.
damit möglicherweise erlaubt, andere verlorene Seelen kennenzulernen und mir
aus meiner Existenzangst herauszuhelfen.«
Durch seine Arbeit an »My Rock« im Jahr 2005, das sich unter anderem mit Elvis
Presley, den Rolling Stones und Bob Dylan befasst, wurde Jean-Claude Gallotta
auf die Frauen des Rock und die von ihnen ausgetragenen Kämpfe um die Rechte
der Frauen aufmerksam. »My Ladies Rock« erzählt also die gleiche Geschichte wie
»My Rock«, betrachtet die gleiche musikalische und kulturelle Landschaft, jedoch
durch das gegenüberliegende Fenster, das auf die weibliche Seite hinausgeht.

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Dienstag, 10. März 2020
Theater am Ring, Saarlouis, 19:30 Uhr

Danser Casa
Choreographie Kader Attou, Mourad Merzouki
Kostüme Émilie Carpentier, Alexandra Langlois
Licht Madjid Hakimi
Musik Régis Baillet
Uraufführung 23. Juni 2018, Théâtre de l’Agora, Montpellier
Mit Ayoub Abekkane, Mosab Belhajali, Yassine El Moussaoui, Oussama El
Yousfi Lemghari, Aymen Fikri, Hatim Laamarti, Ahmed Samoud, Stella Yamba
Mackeye

Seit den späten achtziger Jahren sind Kader Attou und Mourad Merzouki aus
dem Hip-Hop in Frankreich nicht mehr wegzudenken. Die beiden begegneten
sich im jugendlichen Alter als Gründungsmitglieder der Compagnie Accrorap, die
1994 mit »Athina« bei der Tanzbiennale in Lyon ihren Durchbruch erlebte. Attou
leitet heute immer noch dieses Ensemble und ist zudem seit 2008 Leiter des
­Centre Chorégraphique National von La Rochelle. Merzouki gründete 1996 seine
 eigene Compagnie Käfig und ist Direktor des Centre Chorégraphique National
 von Créteil und Val-de-Marne. Fast 15 Jahre nach ihrer letzten gemeinsamen
 ­Produktion haben sie sich 2017 noch einmal für eine gemeinsame Produktion
  zusammengefunden. »Danser Casa« wurde innerhalb eines Jahres in Marokko mit
  acht jungen Tänzern (eine Frau, sieben Männer) entwickelt, die wie die Kinder der
  Banlieues, Favelas und Plattenbauten den Hip-Hop als ihre ureigenste Ausdrucks-
  form entdeckt haben. Attou und Merzouki wollten bewusst mit den persönlichen

                                        27
28. 05.
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                                                                                   06. 06.
Fähigkeiten der Tänzer arbeiten. So konnten diese ganz unterschiedliche Stile
einbringen: Akrobatik, afrikanischer Tanz, Popping, Locking, Parkour. Entstanden
ist ein Stück über Marokkos größte Stadt Casablanca, über die kaum gebändigte
                                                                                    2020
Kraft der marokkanischen Jugend, ihre Träume und Zweifel.
                                                                                   Save the Date!

                                       28
HINTER DER BÜHNE

                                                                                    SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER
                                                                                    Technischer Direktor Ralf Heid Leitung Beleuchtungsabteilung André Fischer,
                                                                                    Daniel Müller Leitung Tonabteilung Walter Maurer Leitung Requisite Andrea
                                                                                    Gießelmann Bühneninspektoren Christoph Frank, Philipp Sonnemann Technische
                                                                                    Produktionsleitung Nicole Martini Leitung Werkstätten kommissarisch Nadine
                                                                                    Breit Leitung Dekorationsabteilung Christoph Foss Malsaalvorstand Ella Zistler
                                                                                    Leitung Schlosserei Nadine Breit Leitung Schreinerei Armin Jost Kostümdirektor
                                                                                    Markus Maas Chefmaskenbildnerin Birgit Blume

                                                                                    THEATER IM VIERTEL
                                                                                    Künstlerische Leitung Dietmar Blume Bühnenmeister Florian Layes

                                                                                    THEATER AM RING
                                                                                    Leitung Kulturamt Julia Hennings Veranstaltungsorganisation Sabine Schmitt,
                                                 */*+&,("&$"!             Gabriela Amann Bühnenmeister Frank Kerner
                                                    (*+& +!&

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IMPRESSUM SPIELZEIT 2019/2020
HERAUSGEBER                              Texte Die Texte dieses Hefts verfassten Klaus
Generalintendant Bodo Busse              ­Kieser und Kayla Meyer.
Kaufmännischer Direktor
Prof. Dr. Matthias Almstedt              Fotos Bettina Stöß (S. 4, 7), Noé Soulier (S. 8),
                                         Lucia Hunziker (S. 10), Urban Jörén (S. 13), Lidia
Saarländisches Staatstheater GmbH        Crisafulli (S. 14), Dominik Mentzos (S. 18), Astrid
www.staatstheater.saarland               Karger (S. 20), Stéphanie Para (S. 22), Guy Dela-
                                         haye (S. 24), Michel Cavalca (S. 26).
Redaktion Dr. Klaus Kieser
Gestaltung Wiebke Genzmer, Berlin
Satz Uwe Steffen, München
Druck Kern GmbH, Bexbach

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www.staatstheater.saarland
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