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„Lucky-Methodenkoffer zur Prävention von Glücksspielsucht - ein Angebot für MultiplikatorInnen“ Mag.a Dr.in Doris Malischnig – Institut für Suchtprävention Wien Mag.a (FH) Claudia Mikosz - Institut für Suchtprävention Wien Webinar, 30.11.2020
Definition Glücksspiele
… sind jene Spiele, bei denen die Entscheidung über das
Spielergebnis ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall
abhängen.
Folie 4Inhalte und Schwerpunkte
Glücksspiel
• Rechtliche Grundlagen
• Teilnahme an Glücksspiel/Wetten
• Therapie
• Präventionsmaßnahmen
• Lucky Methodenkoffer
Folie 5Bundeskonzessionäre Österreich
Durchführung dem Bund (BMF) vorbehalten
Recht zur Durchführung von "Ausspielungen" kann BMF
an andere übertragen
Für Konzession zahlreiche Voraussetzungen notwendig
Konzessionäre für Lotterien, Online-Glücksspiel, Video Lottery Terminals
und Spielbanken (Casinos Austria AG; Österreichischen Lotterien GmbH)
Folie 6Sidestep: Online Glücksspiele in
Österreich
„Elektronische Lotterien“ (GSpG § 12a Abs. 1)
BMF Konzession an die Österreichische Lotterien GesmbH ->
win2day.at
Konzession von einem anderen EU/EWR-Mitgliedstaat
-> keine Berechtigung zum Anbieten von
Online Glücksspielen in Österreich
Malischnig D., Griffiths M.D. & Auer, M. (2018). A brief overview of the Austrian Gambling Regulation ans Implications
for Player Protection and Harm Minimization. Gambling Law Review 9, p. 564-567.
Folie 7Landesausspielungen --
Glücksspielautomaten
Erlaubnisländer -> NÖ, OÖ, Burgenland, Kärnten, Steiermark,
Bewilligung durch Landesgesetze geregelt
Verbotsländer –> Wien, Salzburg, Tirol, Vorarlberg
Derzeit 6 Firmen, die laut landesgesetzlichen Bestimmungen in
den Erlaubnisländern Automaten aufstellen dürfen:
Admiral Casinos & Entertainment AG, Amatic Entertainment AG, Excellent
Entertainment AG, Fait Games GmbH, PA Entertainment & Automaten AG,
PG Enterprise AG
Folie 8Sportwetten
Kein Glücksspiel in Österreich
Regelung im Buchmacher- und Wettgesetz
Landesgesetzliche Bewilligung notwendig
Folie 9Glücksspielteilnahme in Österreich
Teilnahme an Glücksspiel in den letzten 12 Monaten (Kalke
et al., 2011):
47,4 % aller Männer und 36,5 % aller Frauen
am häufigsten: Lotto, Joker, Euromillionen, Rubbellose
Folie 10ESPAD - EUROPEAN SCHOOL SURVEY PROJECT ON ALCOHOL AND OTHER DRUGS Österreich Sample (2019) • Befragung an 10.279 SchülerInnen, aus 9 und 10. Schulstufe • 6% im letzten Jahr Teilnahme an GS • Davon 3% Mädchen, 9% Burschen
ESPAD - EUROPEAN SCHOOL SURVEY PROJECT ON ALCOHOL AND OTHER DRUGS Wiener Sample (2019) • Befragung an 1520 SchülerInnen • 9% im letzten Jahr Teilnahme an GS • Davon 4% Mädchen, 13% Burschen
Jugendliche und Glücksspiel
90% der befragten 12- bis 24-Jährigen kommen in
Freundeskreis oder Familie mit Glücksspiel in Berührung
15% der Burschen und 5% der Mädchen spielen
wöchentlich mit Geldeinsatz
Bei Jugendlichen mit niedriger bzw. mittlerer Bildung
spielen 14% wöchentlich mit Geldeinsatz, bei
Jugendlichen mit höherer Bildung 6%
Studie „Nutzung von (Online-) Glücksspielen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich“ (Institut für
Jugendkulturforschung, 2013)
Folie 13Alter bei Erstkontakt
Internationale Studien belegen Zusammenhang
zwischen Alter beim Erstkontakt mit
Glücksspiel und der Wahrscheinlichkeit im späteren
Entwicklungsverlauf glücksspielbezogene Belastungen
zu erfahren (http://youthgambling.com/).
Folie 14Spielmotive von Jugendlichen
• Erhoffte Aussicht auf Geldgewinn
• Unterhaltung und Spaß
• Problembewältigung
• Glücksspiele haben „cooles“ Image
• Bedürfnis nach Anschluss und Anerkennung
• Spannung und Aufregung
• Wettbewerbscharakter
• Neugier und Risikobereitschaft
Folie 15Zurück ins Plenum
Bildquelle: www.unsplash.com
Folie 16Psychotrope Wirkung von Glücksspielen
Action gambling: Stimulierende,
euphorisierende Wirkung
Escape gambling: Beruhigende,
entspannende Wirkung
Folie 17Spielanreiz von Sportwetten
• Verfügbarkeit
• Ereignisfrequenz, Live-Wetten
• Variable Einsatzhöhe und Gewinnmöglichkeiten
• Sportbegeisterung
• Emotionale Beteiligung
• Illusionäre Kontrollüberzeugungen
• Selbstwertsteigerung
• Soziale Dynamik
Folie 18Spielanreiz Online Glücksspiel
(Tobias Hayer, Universität Bremen, 2012)
Folie 19Unterschiede bei Spielformen
Je kürzer die Zeitspanne zwischen Geldeinsatz
und Ergebnis ist, umso höher die Suchtgefahr.
Folie 20Gefährdungspotenzial
Quelle: Kalke, J. & Wurst, F. (2015)
Glücksspielautomaten
Sportwetten
Casinospiele,
z.B.
Poker
Roulette
Rubbellose Black Jack
Lotto
Niedriges
Hohes Suchtpotenzial
Suchtpotenzial
Folie 21Entwicklung einer Glücksspielstörung
• Größere oder kleinere Gewinne zu Beginn
1. • Erfolge werden als persönliche Leistung bewertet
Gewinnphase • Risikobereitschaft steigt, Einsätze werden größer
• Spielen wird intensiver, Geldverluste nehmen zu
2. • Spielen wird zum zentralen Lebensinhalt
• Verheimlichung, Lügen, Täuschungsmanöver
Verlustphase • Negative Auswirkungen auf Familie, Beruf, soziale Kontakte
3. • Kontrollverlust und große, finanzielle Probleme
Verzweiflungs- • Nachjagen von Verlusten, zwanghafter Drang zu spielen
phase • Schuldzuweisungen, Suizidgedanken (4xhöher/weltweit)
Folie 22Gründe für Glücksspielstörung nach
Ladouceur
Gewinne
Genetische
Faktoren
Art des Spieler Wahrnehmung
Spiels
Erreich Geschichte
barkeit Werte Unterhaltung
Folie 23Problematisches & Pathologisches
Spielverhalten in Österreich
64.000 Personen (davon 0,4% problematisch und 0,7%
pathologisch, Kalke et al. 2011, Kalke & Wurst, 2015)
• Erhöhter Anteil bei 18- bis 35-Jährigen
• Männer
• Personen mit Pflichtschulabschluss
• Arbeitslose
• gering Verdienende
• Personen mit Migrationshintergrund
• bei aktuellen glücksspielbezogenen Problemen in der Familie
Folie 24Medizin
Sozialarbeit
Behandlungskonzept
Psychotherapie
Aktive Freizeitgestaltung
Folie 25Hilfsangebote
Folie 26Empfehlungen für Präventions-
massnahmen nach Kalke et al., 2011
Spielerschutz bei Glücksspielautomaten
1. Technischer Spielerschutz
• Spieldauer reduzieren
• Niedrige Einsatz-Verlustlimits
• Spielpausen
• Verbot der Stopptaste
• Verbot überzufällig häufiger Fast-Gewinne
2. Intensive Schulung des Aufsichtspersonals
3. Namentliche Registrierung in allen Spielstätten
Folie 27Empfehlungen für Präventions-
massnahmen nach Kalke et al., 2011
Intensiver Spielerschutz beim Onlineglücksspiel
1. Begrenzung der maximal pro Zeiteinheit (Tag, Woche, Monat)
einsetzbaren Geldbeträge für das Onlineglücksspiel
2. Einführung der Spielersperre
3. Optimierung der Verweise auf die Spielerschutzwebseiten der
Anbieter
Folie 28Zurück ins Plenum
Bildquelle: www.unsplash.com
Folie 29PAUSE
Bildquelle: www.unsplash.com„Müller-Lyersche Pfeiltäuschung“
Perspektivische Größentäuschung
Die alte oder die junge Frau?
https://www.blickcheck.de/auge/funktion/optische-taeuschungen/)
Folie 31„lucky“ Methodenkoffer
Folie 32Zurück ins Plenum
Bildquelle: www.unsplash.com
Folie 33Feedbackbogen im Chat
Bitte ausfüllen!
DANKE!!
Folie 34Weiterführende Informationen
Schulangebotsblatt des ISP:
https://sdw.wien/wp-content/uploads/Angebote-Schule_reloaded_WEB.pdf
Bestellungen diverser Broschüren/Flyer unter:
https://sdw.wien/de/unser-angebot/dokumente/
Kommende Seminare/Fortbildungen :
https://bildung.sdw.wien/seminare
Einrichtungen zur Weitervermittlung:
https://sdw.wien/adressen/?filter=bbb
Infos zu Sucht und psychischer Erkrankungen:
https://www.mindbase.at
Folie 35Danke. Institut für Suchtprävention Modecenterstr. 14, Block B, 2OG 1030 Wien Tel: 01/4000/87370 https://sdw.wien/de/praevention/ Email: doris.malischnig@sd-wien.at; claudia.mikosz.cm1@sd-wien.at www.sdw.wien
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