ALEXANDER- FEST DAS ALTE WERK - NOVEMBER 2019 LAEISZHALLE GROSSER SAAL - Elbphilharmonie

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ALEXANDER- FEST DAS ALTE WERK - NOVEMBER 2019 LAEISZHALLE GROSSER SAAL - Elbphilharmonie
DAS ALTE WERK
 ALEXANDER-
  FEST

       1 4 . N OV E M B E R 2019
  LAEISZHALLE GROSSER SAAL
ALEXANDER- FEST DAS ALTE WERK - NOVEMBER 2019 LAEISZHALLE GROSSER SAAL - Elbphilharmonie
THE 7

BMW IST LANGJÄHRIGER PARTNER DER ELBPHILHARMONIE

Abbildung zeigt Sonderausstattungen.
ALEXANDER- FEST DAS ALTE WERK - NOVEMBER 2019 LAEISZHALLE GROSSER SAAL - Elbphilharmonie
Donnerstag, 14. November 2019 | 20 Uhr | Laeiszhalle Großer Saal
Das Alte Werk | 3. Konzert

19 Uhr | Einführung mit Habakuk Traber im Kleinen Saal

CONCERTO KÖLN
CHORWERK RUHR
EMŐKE BARÁTH SOPRAN
ALLAN CLAYTON TENOR
ANDREAS WOLF BASS
DIRIGENT      IVOR BOLTON

Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Ode for St. Cecilia’s day HWV 76 (1739)
ca. 50 Min.

Pause

Georg Friedrich Händel
Das Alexanderfest oder Die Macht der Musik HWV 75 (1736)
ca. 90 Min.

Eine Kooperation von HamburgMusik und NDR

Das Konzert wird von NDR Kultur aufgezeichnet
und zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt.

Gefördert durch den
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Es ist das Besondere,
das Wellen schlägt.

    Der offizielle Weinpartner
      der Elbphilharmonie

                                   Mehr Infos unter:
                                 hawesko.de/elphi
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WILLKOMMEN

  Die Heilige Cäcilia gilt als Patronin der Kirchen-
  musik. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert
  wurden zu ihrem Namenstag am 22. Novem-
  ber große Feste veranstaltet – natürlich immer
  mit der allerneuesten Kirchenmusik. Auch
  Georg Friedrich Händel ergatterte solch lukra-
  tive Kompositionsaufträge und schrieb zu Ehren
  Cäcilias gleich zwei schwung- und prunkvolle
  Oden, in denen zwischendurch sogar zünftig
  gebechert wird. Zusammengefunden haben sich
  dafür heute zwei Spitzenensembles: das Con-
  certo Köln und das Chorwerk Ruhr unter der
  Leitung des Alte-Musik-Spezialisten Ivor Bolton
  sowie eine großartige Solistenriege, angeführt
  von der ungarischen Sopranistin Emőke Baráth.
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DIE MUSIK

                               VON DER LEIDENSCHAFT
                               ZUR ANBETUNG
                               Georg Friedrich Händels Cäcilien-Oden

                               Alles begann mit einem Missverständnis, mit der Fehlinterpre-
                               tation eines Textes: Bei ihrer erzwungenen Hochzeit mit einem
                               Heiden betete die junge römische Christin Cäcilia allein »in
                               ihrem Herzen«, während sich die Festgesellschaft zum Klang
                               der Instrumente amüsierte – so steht es in einer frühen Lebens-
                               beschreibung der Märtyrerin. Bald wurde daraus ein Gesang
                               mit Orgelbegleitung, und kaum ein Jahrtausend später galt
                               Cäcilia auch schon als Erfinderin der Orgel und Patronin der
                               Kirchenmusik. Ihr Namensfest feierte man am 22. November,
                               und das besonders eifrig im England des späten 17. Jahrhun-
                               derts. Wenn Komponisten wie Henry Purcell, John Blow oder
                               Jeremiah Clarke für diesen Tag ihre Cäcilien-Oden schrieben,
                               betrieben sie Lobbyarbeit in eigener Sache: Schließlich witter-
                               ten die noch immer einflussreichen Puritaner überall Teufels-
                               werk, wollten den Gottesdienst von ablenkendem Beiwerk reini-
                               gen – nicht zuletzt von allzu sinnlicher oder gar instrumentaler
                               Musik. Deren wohltätige Wirkung herauszustellen und dafür die
                               Autorität einer Heiligen zu beanspruchen, erschien der Kompo-
                               nistenzunft als geeignete Gegenmaßnahme.
                                   Die 1683 begonnene Tradition der Cäcilienfeste nahm ein
                               halbes Jahrhundert später Georg Friedrich Händel noch ein-
                               mal auf. In den 1730er Jahren steckte sein Opernunternehmen
                               ohnehin in der Krise, und als vielversprechende Alternative zu
                               den teuer zu produzierenden italienischen Musikdramen hat-
                               ten sich schon mehrfach englische Oratorien mit geistlichem
Georg Friedrich Händel, 1727   Inhalt erwiesen. Ende 1735 stieß Händel auf die Ode Alexander’s
                               Feast or The Power of Music des gefeierten Dichters John Dry-
                               den (1631–1700). Sein Freund Newburgh Hamilton gliederte den
                               Text in Rezitative, Arien und Chöre, und Händel vertonte dieses
                               Libretto in der kurzen Zeit bis zum 17. Januar 1736. Schon am
                               19. Februar fand die Uraufführung statt, über die tags darauf die
                               London Daily Post berichtete: »Letzte Nacht waren Ihre König­
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Noch im Jugendstil faszinierte Cäcilia als Schutzherrin der Kirchenmusik (John William Waterhouse, 1895)

                  lichen Hoheiten der Herzog und die Prinzessin Amalia im Theatre Royal in Covent
                  Garden, um Mr. Drydens Ode zu hören, die Mr. Handel in Musik gesetzt hat. In
                  keinem Londoner Theater fand sich je zu einer solchen Gelegenheit ein so zahl-
                  reiches und glänzendes Publikum ein. Wenigstens 1300 Personen waren anwe-
                  send, und man schätzt die Einnahmen des Hauses auf mindestens 450 Pfund.
                  Das Werk fand allgemeinen Beifall.«
                     In den folgenden Jahren erwies sich Alexander’s Feast als eines der beliebtes-
                  ten oratorischen Werke Händels. Der Verleger John Walsh druckte 1738 sogar
                  die komplette Partitur, was damals sehr ungewöhnlich war und dem Kompo-
                  nisten weitere 105 Pfund einbrachte – das Vier- bis Fünffache dessen, was er
                  sonst für eine Oper oder ein Oratorium bekam. An diesen Erfolg wollte Händel
                  offenbar anknüpfen, als er im September 1739 eine zweite Dichtung von Dryden
                  vertonte. Die Ode for St. Cecilia’s Day wurde am 22. November im Londoner Lin-
                  coln’s Inn Fields Theatre uraufgeführt, nachdem zuvor noch einmal Alexander’s
                  Feast erklungen war. Auch heute noch findet man das Stück in Händels Werk-
                  verzeichnis direkt hinter Alexander’s Feast.
                     John Dryden hatte die Libretti in entgegengesetzter Reihenfolge gedichtet:
                  1687 zuerst die Cäcilien-Ode; sie wurde noch im selben Jahr von dem Italiener
                  Giovanni Battista Draghi vertont. 1692 folgte Alexander’s Feast; die (nicht erhal-
                  tene) Originalmusik stammt von Jeremiah Clarke. Aus literarischer Sicht ist
                  Alexander’s Feast ein eher untypischer, besonders inspirierter Beitrag zur Cäci-
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lien-Verehrung, die Ode for St. Cecilia’s Day dagegen das konventionellere Stück.
                  Es war üblich, den Lobpreis der Heiligen mit einer Vorstellung einzelner Musik­
                  instrumente und ihrer Fähigkeiten zu verbinden, und so hielt es auch John
                  Dryden in seiner Cäcilien-Ode, der er noch eine Rahmenerzählung beigab: Der
                  Beginn beschreibt, wie durch die himmlische Harmonie aus dem Chaos die
                  Schöpfung entstand; der Schluss verweist auf das Weltende, bei dem ebenfalls
                  Musik im Spiel ist – nun in Form der sprichwörtlichen Posaunen des Jüngs-
                  ten Gerichts (im Englischen »trumpets«). In den Mittelstrophen ist auch von
                  »Jubal’s chorded shell« die Rede. Jubal war der biblische Urvater aller Musiker,
                  und er spielte vermutlich eine Art Leier. Händel ersetzte das antike Instrument
                  in seiner Sopran-Arie dann allerdings durch ein obligates Cello. Schmetternde
                  Trompeten und donnernde Trommeln rufen danach zu den Waffen; Händel lässt
                  seine Tenor­-Arie sinnfällig in einen Marsch münden. Nach den sanft klagen-
                  den Flöten und den schärfer tönenden, leidenschaftlichen Violinen kommt end-

Alexander der Große unterwarf die antike Welt. So sah Charles Le Brun 1665 die Eroberung Babyloniens
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DIE MUSIK

lich Cäcilias und auch Händels Lieblingsinstrument
zum Einsatz, die Orgel. Die mehrfach eingetragenen
ad-libitum-Hinweise in der Partitur deuten darauf
hin, dass der Komponist an diesen Stellen improvi-
sierte. Ein groß angelegter Chor schließt das Werk
eindrucksvoll ab.
   Die Macht der Musik beschwört Dryden auch in
Alexander’s Feast, doch hier verbindet er sie mit einer
zumindest rudimentären Handlung: Alexander der
Große, seine Geliebte Thais und ihr Gefolge feiern die
Eroberung von Persepolis mit einem glanzvollen Fest-
mahl, zu dem der legendäre griechische Barde Timo-
theus die Unterhaltung beisteuert. Von Sängern ver-         John Dryden
schiedener Stimmfächer dargestellt, weckt er ganz
unterschiedliche Gemütsregungen bei den Gästen.
Auf Begeisterung stößt seine Erzählung von Alexanders gött­licher Abstammung.
Dann versetzt ein Loblied auf den Weingott Bacchus – von Händel mit zünfti-
gen Hornrufen ausgeschmückt – den Feldherrn in einen wahren Siegesrausch
und lässt ihn seine Schlachten noch einmal erleben. Timotheus führt Alexander
danach das traurige Schicksal des besiegten Perserkönigs Darius vor Augen
und erregt prompt sein Mitleid, das durch weitere Manipulationen des Sängers
bald in den Affekt der Liebe umschlägt. Ermattet von diesem Wechselbad der
Gefühle und nicht weniger vom Alkohol, sinkt Alexander weinend in Schlummer.
   Allerdings nur, um zu Beginn des zweiten Teils von schallenden Trompeten-
klängen geweckt zu werden: Timotheus verlangt nun Rache für die gefallenen
griechischen Krieger, deren fahle Geister Händel im Mittelteil der Bass-Arie in
einer unheimlichen Prozession vorbeiziehen lässt. Auch dieses Mal hat Timo-
theus Erfolg: Von Thais angeführt, ziehen Alexander und seine Mitstreiter los,
um die persische Residenzstadt in Brand zu setzen.
   Wie kriegen Dryden und Händel wohl die Kurve von diesem barbarischen
Kriegsverbrechen zu den segensreichen Wirkungen der Musik, mag man sich
fragen. Mit einem kühnen Zeitsprung aus Alexanders in Cäcilias Epoche: Gewiss
vermochte bereits Timotheus alle nur erdenklichen Leidenschaften anzusta-
cheln, so erfährt man aus den Schlussnummern. Doch erst die Christin Cäci-
lia hob die Musik auf ein neues Niveau, das sie nun auch zur Anbetung des
Gött­lichen tauglich macht. Händel führt die Schutzheilige der Kirchenmusik mit
einem choralartigen Satz ein, doch die eigentliche Krönung des Werks bildet eine
Chorfuge über nicht weniger als vier Themen – höchste polyphone Kunst, von
der der alte Timotheus sicher noch nichts ahnte …
                                                             JÜRGEN OSTMANN
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GESANGSTEXTE

ODE FOR ST. CECILIA’S DAY
Text: John Dryden

Ouvertüre

Tenor (Rezitativ)
From harmony, from heav’nly harmony             Aus Harmonie, aus heil’ger Harmonie
This universal frame began.                     erwuchs dies Weltall, endlos weit.
When nature underneath a heap                   Als formlos die Natur noch war
Of jarring atoms lay,                           und ganz verworren lag,
And could not heave her head,                   sich selbst noch kaum bewusst,
The tuneful voice was heard from high,          klang wie Musik des Schöpfers Wort:
Arise ye more than dead.                        »Erstarrte Welt, wach’ auf!«
Then cold, and hot, and moist, and dry,         Da ordneten sich Kalt und Heiß,
In order to their stations leap,                und Feucht und Trocken schieden sich,
And Music’s pow’r obey.                         gehorchend der Musik.

Chor
From harmony, from heav’nly harmony             Aus Harmonie, aus heil’ger Harmonie
This universal frame began:                     erwuchs dies Weltall, endlos weit:
From harmony to harmony                         Von Harmonie zu Harmonie
Through all the compasss of the notes it ran,   durchlief die Schöpfung aller Töne Klang
The diapason closing full in man.               zur letzten Stufe, die da war der Mensch.

Sopran (Arie)
What passion cannot Music raise and quell?      Wie weckt und dämpft Musik die Leidenschaft!
When Jubal struck the corded shell,             Als Jubal einst die Laute schlug,
His list’ning brethren stood around             stand lauschend um ihn seine Schar,
And wond’ring, on their faces fell              die voll Erstaunen niedersank,
To worship the celestial sound.                 anbetend diesen Himmelsklang.
Less than a god they thought there could not    Dies konnte nur ein Gott sein,
dwell                                           der dort sang
Within the hollow of that shell                 in dieser hohlen Laute Leib,
That spoke so sweetly and so well.              die derart süß zu ihnen sprach.
What passion cannot Music raise and quell!      Wie weckt und dämpft Musik die Leidenschaft!
Tenor (Arie) und Chor
The Trumpets loud clangor                  Der Schall der Trompete
Excites us to arms                         ruft uns zum Gefecht,
With shrill notes of anger                 ihr zorniges Tönen
And mortal alarms.                         verkündet Alarm!
The double double double beat              Der großen Trommeln Donnergroll’n
Of the thundring Drum                      weckt den wilden Schrei:
Cries, hark the foes come;                 »Voran! Auf den Feind!
Charge, charge,‘tis too late to retreat.   Auf, auf! Und es gibt kein Zurück.«

Marsch

Sopran (Arie)
The soft complaining Flute                 Die Flöte, klagend sanft,
In dying notes discovers                   singt, sterbend fast, den Kummer
The woes of hopeless lovers,               der hoffnungslosen Liebe;
Whose dirge is whisper’d by the warbling   ihr Grablied flüstert aus der Laute Klang.
Lute.

Tenor (Arie)                               Die schrille Geige singt
Sharp Violins proclaim                     von Eifersucht und von Verzweiflung,
Their jealous pangs, and desperation,      wilder, rasender Empörung,
Fury, frantic indignation,                 tiefster Qual und höchstem Leiden
Depths of pains, and height of passion,    um der schönen Dame Stolz.
For the fair, disdainful dame.

Sopran (Arie)                              Doch welcher Kunst gelingt,
But oh! what art can teach                 wess’ Menschen Stimme singt
What human voice can reach                 der heil’gen Orgel Preis!
The sacred Organs praise?                  Liebe weckt ihr mächt’ger Ton,
Notes inspiring holy love,                 und sie stimmt am Himmelsthron
Notes that wing their heavn’ly ways        im Engelschor mit ein.
To join the choirs above.

Sopran (Arie)                              Orpheus brach wilder Tiere Wut,
Orpheus could lead the savage race;        der Baum verließ den sich’ren Grund
And trees unrooted left their place;       und folgt’ der Leier Klang.
Sequacious of the lyre.
                                                  Cäcilia wirkt’ ein größers Wunder noch,
Sopran (Rezitativ)                                als sie der Orgel Stimm’ und Atem gab:
But bright Cecilia rais’d the wonder high’r;      Ein Engel lauscht’, und gleich schien ihm,
When to her Organ, vocal breath was giv’n         als sei die Erd’ der Himmel.
An angel heard, and straight appear’d
Mistaking earth for heaven.
                                                  Wie durch der heil’gen Klänge Macht
Chor                                              der Sphären Lauf begann,
As from the pow’r of sacred lays                  so singen sie des Schöpfers Lob
The spheres began to move,                        den Sel’gen in der Höh’.
And sung the great Creator’s praise               Wenn dann die letzte Stunde schlägt,
To all the bless’d above;                         das Weltenall zu Staub zerfällt,
So when the last and dreadful hour                wird der Posaune Ruf erschall’n.
This crumbling pageant shall devour,              Was stirbt, steht auf, was lebt, vergeht,
The Trumpet shall be heard on high,               und der Sphärenklang im All verweht.
The dead shall live, the living die,
And Music shall untune the sky.                   Übersetzung: Heidi Kirmße

                                               Pause
GESANGSTEXTE

ALEXANDER’S FEAST
Text: Newburgh Hamilton nach John Dryden

Erster Teil

Tenor (Rezitativ)
’Twas at the royal feast for Persia won    Es war auf dem königlichen Fest,
By Philip’s warlike son:                   das Philipps kriegerischer Sohn
Aloft in awful state                       nach seinem Sieg über die Perser gab;
The godlike hero sate                      hoch oben saß der gottgleiche Held
On his imperial throne;                    in ehrfurchtgebietendem Pomp
His valiant peers were placed around;      auf seinem majestätischen Thron.
Their brows with roses                     Um ihn hatte man seine tapferen, mit Rosen
and with myrtles bound:                    und Myrten bekränzten Edelleute gesetzt:
So should desert in arms be crowned.       So sollten Waffenverdienste gekrönt werden.
The lovely Thais, by his side,             Neben ihm saß die liebliche Thais,
Sate like a blooming Eastern bride,        einer blühenden orientalischen Braut gleich,
In flower of youth and beauty‘s pride.     Blüte der Jugend und der Schönheit Stolz.

Tenor (Arie) und Chor
Happy, happy, happy pair!                  Glückliches Paar!
None but the brave deserve the fair.       Nur dem Wagemutigen gebührt die Schöne!

Tenor (Rezitativ)
Timotheus, placed on high                  Timotheus, den man oben in die Mitte
Amid the tuneful quire,                    der Schar der Sänger gesetzt hatte,
With flying fingers touched the lyre:      griff mit wirbelnden Fingern in die Saiten der
The trembling notes ascend the sky,        Leier; die vibrierenden Klänge schwangen sich
And heavenly joys inspire.                 gen Himmel, erweckten seliges Entzücken.

Sopran (Accompagnato)
The song began from Jove,                  Der Gesang begann mit Jupiter,
Who left his blissful seats above,         der seinen paradiesischen Himmelssitz verließ.
(Such is the power of mighty love.)        (So groß kann der Einfluss der Liebe sein!)
A dragon’s fiery form belied the god:      Der Gott verbarg sich in Gestalt eines Drachens
Sublime on radiant spires he rode,         und ritt erhaben auf strahlenden Rädern herab,
When he to fair Olympia pressed:           als er sich an die schöne Olympia drängte,
And while he sought her snowy breast,      und als er nach ihrem weißen Busen tastete,
Then round her slender waist he curled,    um sich um ihre Hüften zu schlängeln,
And stamped an image of himself,           da prägte er ihr sein Abbild auf,
a sovereign of the world.                  das eines Herrschers der Welt.
Chor
The listening crowd admire the lofty sound,        Die Zuhörer bewunderten den Klang:
»A present deity!« they shout around;              »Ein Gott ist unter uns«, riefen sie.
»A present deity!« the vaulted roofs rebound.      »Ein Gott ist unter uns«, echote das Gewölbe.

Sopran (Arie)
With ravished ears                                 Entzückt lauscht
The monarch hears,                                 auch der König,
Assumes the god,                                   nimmt zustimmend nickend
Affects to nod,                                    das Gebaren eines Gottes an
And seems to shake the spheres.                    und scheint das All erbeben zu lassen.

Tenor (Rezitativ)
The praise of Bacchus then the sweet               Darauf sang der bezaubernde Musiker
musician sung,                                     den Lobpreis auf Bacchus,
Of Bacchus ever fair, and ever young.              auf den ewig schönen und jungen Bacchus.
The jolly god in triumph comes;                    Im Triumph zieht der fröhliche Gott ein:
Sound the trumpets, beat the drums;                Blast die Trompeten, schlagt die Trommeln!
Flushed with a purple grace                        Anmutig errötend
He shows his honest face:                          zeigt er sein offenes Gesicht.
Now give the hautboys breath; he comes.            Nun spielt auf, ihr Oboen! Er kommt!

Bass (Arie) und Chor
Bacchus, ever fair and young,                      Bacchus, ewig schön und jung,
Drinking joys did first ordain;                    empfahl als Erster die Freuden des Trinkens.
Bacchus’ blessings are a treasure,                 Die Gaben des Bacchus sind ein Schatz,
Drinking is the soldier’s pleasure;                Trinken ist für den Krieger ein Vergnügen:
Rich the treasure,                                 Übervoll ist die Schatzkammer,
Sweet the pleasure,                                voll Wonne das Vergnügen, wonnevoll
Sweet the pleasure after pain.                     ist das Vergnügen nach dem Schmerz.

Tenor (Rezitativ)
Soothed with the sound the king grew vain;         Berauscht vom Klang wurde der König eitel,
Fought all his battles o’er again;                 durchlebte noch einmal alle seine Schlachten,
And thrice he routed all his foes, and thrice he   schlug dreimal alle seine Feinde in die Flucht
slew the slain.                                    und erschlug, die er schon erschlagen hatte.
GESANGSTEXTE

The master saw the madness rise,               Der Meister sah, wie Irrsinn in ihm aufstieg,
His glowing cheeks, his ardent eyes;           die glühenden Wangen, die funkelnden Augen.
And while he heaven and earth defied,          Er wechselte, während der König Himmel
Changed his hand, and checked his pride.       und Erde herausforderte, die Stimmung der
                                               Musik und dämpfte dessen Hochmut.

Sopran (Arie und Accompagnato)
He chose a mournful Muse,                      Er wählte eine trauernde Weise aus,
Soft pity to infuse.                           um sanftes Mitgefühl zu erwecken.

He sung Darius great and good,                 Er besang den mächtigen
By too severe a fate,                          und gutherzigen Darius:
Fallen, fallen, fallen, fallen,                Durch ein überhartes Schicksal
Fallen from his high estate,                   aus seinem hohen Stand gestürzt,
And weltering in his blood;                    wälzt er sich nun in seinem Blut.
Deserted at his utmost need                    In äußerster Not von all denen verlassen,
By those his former bounty fed;                die seine Güte vorher ernährt hatte,
On the bare earth exposed he lies,             liegt er nun auf nackter Erde,
With not a friend to close his eyes.           und kein Freund, der ihm die Augen schlösse.

With downcast looks the joyless victor sate,   Gesenkten Blickes saß schwermütig der Sieger
Revolving in his altered soul                  und bedachte veränderten Sinnes
The various turns of chance below;             die Wechselfälle des Lebens.
And, now and then, a sigh he stole,            Hin und wieder seufzte er verstohlen auf,
And tears began to flow.                       und die Tränen begannen zu fließen.

Chor
Behold Darius, great and good,                 Da seht Darius, groß und gütig,
Fall’n, welt’ring in his blood;                gestürzt, wälzt er sich in seinem Blut.
On the bare earth expos‘d he lies,             Auf nackter Erde liegt er,
Without a friend to close his eyes.            und kein Freund, der ihm die Augen schlösse.

Tenor (Rezitativ)
The mighty master smiled to see                Der große Meister lächelte, als er sah,
That love was in the next degree;              dass der nächste Schritt der zur Liebe war;
’Twas but a kindred-sound to move,             es galt nur eine nahe Harmonie zu spielen,
For pity melts the mind to love.               denn Mitleid macht die Seele für Liebe bereit.
Sopran (Arioso)
Softly sweet, in Lydian measures,               Mit zarten Klängen in lydischer Tonart
Soon he soothed his soul to pleasures.          gewann er die Seele schnell für die Lust.

Sopran (Arie)
War, he sung, is toil and trouble;              Krieg, sang er, ist nichts als Plage und Unheil,
Honour but an empty bubble;                     Kriegsruhm eine leere Blase, ohne Ende,
Never ending, still beginning,                  nur immerwährender Beginn und Kampf,
Fighting still, and still destroying:           immerwährende Zerstörung.
If the world be worth thy winning,              Willst du die Welt für dich gewinnen,
Think, O think it worth enjoying:               denk daran, dass sie wert ist, sie zu genießen!
Lovely Thais sits beside thee,                  Neben dir sitzt die liebliche Thais:
Take the good the gods provide thee.            Nimm das Glück, das dir die Götter bereiten!

Chor
The many rend the skies with loud applause;     Die Menge füllte die Himmel mit lautem Beifall:
So Love was crowned,                            Gekrönt wurde die Liebe,
but Music won the cause.                        doch die Musik trug den Sieg davon!

Sopran (Arie)
The prince, unable to conceal his pain,         Der Fürst konnte seine Qual nicht verbergen,
Gazed on the fair                               er starrte auf die Schöne, die Anlass für seine
Who caused his care,                            Zerrissenheit war,
And sighed and looked, sighed and looked,       und seufzte und sah wieder auf sie
Sighed and looked, and sighed again;            und seufzte wieder.
At length, with love and wine at once oppres-   Endlich, gleichzeitig vom Wein und seiner
sed,                                            Verliebtheit übermannt,
The vanquished victor sunk upon her breast.     sank er, ein besiegter Sieger, an ihre Brust.

Chor
The many rend the skies with loud applause;     Die Menge füllte die Himmel mit lautem Beifall:
So Love was crowned,                            Gekrönt wurde die Liebe,
but Music won the cause.                        doch die Musik trug den Sieg davon!
GESANGSTEXTE

ZWEITER TEIL

Tenor (Accompagnato)
Now strike the golden lyre again;                 Nun streich das goldene Saitenspiel!
A louder yet, and yet a louder strain.            Doch lauter jetzt und noch lautere Klänge!
Break his bands of sleep asunder,                 Zerreißt die Fesseln seines Schlafes
And rouse him, like a rattling peal of thunder.   und weckt ihn wie mit feurigem Donnerschlag.

Chor
Break his bands of sleep asunder,                 Zerreißt die Fesseln seines Schlafes
And rouse him, like a rattling peal of thunder.   und weckt ihn wie mit feurigen Donnerschlag.

Tenor
Hark, hark, the horrid sound                      Hört! Der Schrecken erregende Donner
Has raised up his head;                           hat ihm seinen Kopf hochgerissen:
As awaked from the dead,                          Wie von den Toten erweckt,
And amazed, he stares around.                     blickt er verwirrt um sich.

Bass (Arie und Accompagnato)
Revenge, Timotheus cries,                         Rache! singt Timotheus mit lauter Stimme:
See the Furies arise;                             Seht nur, die Furien erheben sich!
See the snakes that they rear,                    Seht die Schlangen, wie sie sich aufbäumen,
How they hiss in their hair,                      wie sie in ihren Haaren zischen,
And the sparkles that flash from their eyes!      seht das Funkeln, das aus ihren Augen blitzt!

Behold a ghastly band,                            Seht dort eine gespenstische Schar,
Each a torch in his hand!                         ein jeder mit einer Fackel in der Hand!
Those are Grecian ghosts,                         Das sind die Geister der Griechen,
that in battle were slain,                        die in der Schlacht erschlagen wurden
And unburied remain                               und unbestattet ruhmlos auf der Ebene
Inglorious on the plain.                          zurückgelassen wurden.

Tenor (Accompagnato und Arie)
Give the vengeance due                            Rächt sie gebührend,
To the valiant crew.                              die tapferen Männer sind es wert!
Behold how they toss their torches on high,       Seht, wie sie ihre Fackeln hochreißen,
How they point to the Persian abodes,             wie sie auf die persischen Behausungen deuten
And glittering temples of their hostile gods.     und die glitzernden Tempel feindlicher Götter!

The princes applaud with a furious joy;           Voll wilder Freude applaudierten die Edelleute,
And the king seiz’d a flambeau                    und der König griff mit rasender Zerstörungs-
with zeal to destroy.                             lust nach einer Fackel.
Sopran (Arie)
Thais led the way,                             Thais aber ging mit einem Licht voran,
To light him to his prey,                      um ihm den Weg zu seinen Opfern zu weisen,
And, like another Helen, fired another Troy.   wie Helena legte sie Feuer an ein zweites Troja.

Chor
The princes applaud with a furious joy;        Voll wilder Freude applaudierten die Edelleute,
And the king seiz’d a flambeau                 und der König griff mit rasender Zerstörungs-
with zeal to destroy.                          lust nach einer Fackel.
Thais led the way,                             Thais aber ging mit einem Licht voran,
To light him to his prey,                      um ihm den Weg zu seinen Opfern zu weisen,
And, like another Helen, fired another Troy.   wie Helena legte sie Feuer an ein zweites Troja.

Tenor (Accompagnato)
Thus long ago,                                 So verstand es Timotheus vor langer Zeit,
Ere heaving bellows learned to blow,           lange bevor die Glocken läuten gelernt hatten,
While organs yet were mute,                    zu einer Zeit, da die Orgeln noch stumm waren,
Timotheus, to his breathing flute              mit seiner atmenden Flöte
And sounding lyre,                             und seiner klangvollen Leier
Could swell the soul to rage,                  die Seele zum Zorn anzustacheln
or kindle soft desire.                         oder sanftes Verlangen in ihr zu erregen.

Chor
At last divine Cecilia came,                   Endlich aber erschien die göttliche Cäcilia,
Inventress of the vocal frame;                 die Erfinderin der Sangeskunst;
The sweet enthusiast, from her sacred store,   von süßer Begeisterung erfüllt, voll Fantasie,
Enlarged the former narrow bounds,             schafft sie Raum der eingeschränkten Kunst
And added length to solemn sounds,             und dehnt feierlich den Lobgesang
With Nature’s mother-wit,                      mit Mutterwitz und
and arts unknown before.                       bislang unbekannter Kunstfertigkeit.

Tenor (Rezitativ)
Let old Timotheus yield the prize,             Lasst Timotheus den Preis davontragen!

Bass (Rezitativ)
Or both divide the crown:                      Oder lasst beide sich die Krone teilen:
He raised a mortal to the skies.               Er versetzte einen Sterblichen in die Himmel.

Tenor (Rezitativ)
She drew an angel down.                        Sie aber zog einen Engel auf die Erde.
GESANGSTEXTE

Soli und Chor
Let old Timotheus yield the prize,       Bittet Timotheus, ihr den Preis abzutreten,
Or both divide the crown:                oder bittet beide, sich die Krone zu teilen:
He raised a mortal to the skies;         Er versetzte einen Sterblichen in die Himmel,
She drew an angel down.                  sie aber zog einen Engel auf die Erde.

Chor
Your voices tune, and raise them high,   Stimmt an den Sang im Freudenschall
Till th’echo from the vaulted sky        bis hell in Echos Wiederklang
The blest Cecilia’s name;                Cäcilias Namen erklingt.
Music to Heav’n and her we owe,          Engeln und ihr entsprang die Kunst,
The greatest blessing that’s below;      des Himmels höchste Segenkunst.
Sound loudly then her fame:              Singt laut zu ihrem Ruhm:
Let’s imitate her notes above,           Im Wettgesang strebt alle ihr nach,
And may this evening ever prove,         und so mag dieser Abend immer
Sacred to harmony and love.              geweiht sein der Harmonie und Liebe.

                                         Übersetzung nach Joachim C. Martini
DIE KÜNSTLER

    DIRIGENT   IVOR BOLTON
Ivor Bolton ist Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel,
Künstlerischer Leiter des Teatro Real in Madrid und Chefdiri-
gent des Dresdner Festspielorchesters. Als Ehrendirigent des
Mozarteumorchesters Salzburg tritt er alljährlich bei den Salz-
burger Festspielen auf und geht regelmäßig mit dem Orchester
auf Tournee. Gemeinsam erarbeiteten sie bereits eine umfang-
reiche Diskografie, darunter eine von der Kritik sehr gelobte
Serie mit Sinfonien Anton Bruckners. In seinem Heimatland
Großbritannien war Ivor Bolton musikalischer Leiter der Eng-
lish Touring Opera und der Glyndebourne Touring Opera sowie
Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra.
   Der Bayerischen Staatsoper München ist der Experte für
historisch informierte Aufführungspraxis seit gut 25 Jahren
eng verbunden und leitete dort eine Reihe an Neuproduktio-
nen, da­runter Opern von Claudio Monteverdi, Georg Friedrich
Händel und Wolfgang Amadeus Mozart. Allein Händels Giulio
Cesare aus dem Jahr 1994 in der Regie von Richard Jones hat
Kult­status. Erst jüngst brachte Ivor Bolton die gefeierte Hän-
del-Oper Agrippina bei den Münchner Opernfestspielen auf die
Bühne. Für seine herausragende Arbeit in München erhielt der
Dirigent den renommierten Bayerischen Theaterpreis.
   Regelmäßig zu Gast ist Ivor Bolton beim Opernfestival Mag-
gio Musicale Fiorentino und bei der Opéra national de Paris.
Weitere Opernengagements umfassen London, Brüssel, Ams-
terdam, Lissabon, Sydney, Berlin und Genua. Als Konzertdi-
rigent stand er am Pult bei den BBC Proms und im Lincoln
Center New York. Er leitete das Tonhalle-Orchester Zürich, das
Royal Concertgebouw Orchestra, das Orchestre de Paris, das
Gürzenich Orchester Köln, die Wiener Symphoniker und das
Freiburger Barockorchester.
   Höhepunkte der Saison 2019/20 sind unter anderem Mozarts
Zauberflöte und Francesco Corsellis Achille in Sciro am Teatro
Real in Madrid, Jean-Philippe Rameaus Castor et Pollux und
Joseph Haydns Orlando paladino an der Bayerischen Staatsoper
in München sowie Così fan tutte an der Niederländischen Natio-
naloper in Amsterdam. Ivor Bolton ist derzeit Artist in Residence
an der Philharmonie Essen und konzertiert in dieser Spielzeit
auch in Japan, Wien und Valencia.
EMŐKE BARÁTH
SOPRAN

Die ungarische Sopranistin Emőke Baráth lernte erst Kla-
vier und Harfe, bevor sie ihre Gesangsausbildung im Alter von
18 Jahren an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest begann.
Mit der Rolle des Sesto in Händels Giulio Cesare begann ihre
künstlerische Laufbahn 2011 beim Theater an der Wien an der
Seite von Marie-Nicole Lemieux und Karina Gauvin unter der
Leitung von Alan Curtis.
   Wenig später gab sie ihr gefeiertes Debüt beim Festival
d’art lyrique d’Aix-en-Provence in der Titelpartie von Francesco
Cavallis Elena. Seitdem trat Emőke Baráth etwa als Susanna
in Mozarts Le nozze di Figaro erneut am Theater an der Wien
unter Marc Minkowski auf, in Händels Messiah unter Nathalie
Stutzmann mit dem Detroit sowie dem Washington Symphony
Orchestra und ging als Morgana an der Seite von Counterte-
nor Philippe Jaroussky und Dirigent Ottavio Dantone in Hän-
dels Oper Alcina auf Tournee. Darüber hinaus gastiert sie eben-
falls in den großen Konzerthäusern, darunter das Théâtre des
Champs-Élysées in Paris und die Londoner Wigmore Hall.
   Anfang des Jahres erschien Emőke Baráths erstes Solo-Al-
bum Voglio Cantar, das Barockarien von Barbara Strozzi, Antonio
Cesti und Francesco Cavalli versammelt. Die CD wurde mit dem
Timbre de diamant des renommierten Musikmagazins Opera
international ausgezeichnet.
DIE KÜNSTLER

ALLAN CLAYTON
TENOR

Der Brite Allan Clayton studierte am St John’s
                                                  ANDREAS WOLF
                                                  BASS
College in Cambridge und an der Royal Aca-
demy in London. Sein breit gefächertes Reper-     »Markanz, Kernigkeit und gleichzeitig fließen-
toire umfasst Werke des Barock bis in die         der Sanftheit« kennzeichne die Stimme And-
Gegenwart.                                        reas Wolfs, schreibt das Musikmagazin bach-
   Allan Clayton wirkte in Produktionen wie       track über den deutschen Bassbariton, der an
Wagners Meistersinger von Nürnberg am             den internationalen Opern- und Konzerthäu-
Royal Opera House in London, Henry Purcells       sern gleichermaßen gefragt ist. Unter Dirigen-
Miranda an der Pariser Opéra Comique und          ten wie William Christie, René Jacobs und Ingo
Hector Berlioz’ La damnation de Faust beim        Metzmacher feierte er Erfolge etwa als Gug-
Glyndebourne Festival. Großes Lob erntete er      lielmo in Mozarts Così fan tutte am Teatro Real
unter anderem für die Interpretation der Titel-   Madrid und La Monnaie in Brüssel, als Lepo-
rolle bei der Uraufführung von Brett Deans        rello in Don Giovanni an der Tschaikowsky Con-
Hamlet beim Glyndebourne Festival 2017.           cert Hall in Moskau und als Ariodate in Händels
   Als Konzertsänger trat er darüber hinaus       Serse in Wien und Paris.
mehrfach bei den BBC Proms auf, so etwa in            Im Konzertbereich trat Andreas Wolf in Hec-
der Titelrolle von Strawinskys Oedipus Rex mit    tor Berlioz’ Messe Solennelle mit Le Concert
dem BBC Symphony Orchestra unter Sakari           Spirituel in Versailles auf, in Händels Belshaz-
Oramo. 2017 sang er dort in der Uraufführung      zar mit dem RIAS Kammerchor und der Aka-
von Gerald Barrys Canada an der Seite des         demie für Alte Musik Berlin bei den Salzburger
City of Birmingham Symphony Orchestra und         Festspielen und an der Berliner Philharmonie.
Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla. Außerdem         Darüber hinaus wirkte er in Bachs h-Moll-
wirkte er in Edward Elgars The dream of Geron-    Messe an der Seite des Chores des Bayeri-
tius im Barbican Centre unter Sir Mark Elder      schen Rundfunks unter Peter Dijkstra beim
und in Brittens War Requiem unter Semyon          Rheingau Musikfestival und in München.
Bychkov.
CHORWERK RUHR
Das Chorwerk Ruhr, musikalisches Markenzeichen der Metropolregion Ruhr, zählt
zu den bedeutendsten Kammerchören Deutschlands. 1999 gegründet, entwickelte
sich das Ensemble schnell zu einer festen Säule der Vokalmusik im deutschspra-
chigen Raum. Viele Solopartien werden von den Chormitgliedern selbst übernom-
men, die aber zugleich den Spagat zwischen herausragenden solistischen Auf-
tritten und Verschmelzung des Ensembles im Chorklang meistern.
    2011 übernahm der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath die
künstlerische Leitung des Chorwerks Ruhr. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt
in der Verbindung neuer Chormusik mit traditionellen Musikformen, um den
Zuschauern moderne Werke vor dem Hintergrund der Musikgeschichte nahe-
zubringen. So veranstaltet das Ensemble Konzerte mit Musik aus allen Epochen
bis in die Gegenwart. Dabei arbeitet es mit namhaften Dirigenten wie George
Benjamin, Frieder Bernius, Sylvain Cambreling, Kent Nagano, Kirill Petrenko,
Emilio Pomàrico und Peter Rundel.
DIE KÜNSTLER

                                                                  SOPRAN
                                                                  Inga Balzer
                                                                  Lucy De Butts
                                                                  Elma Dekker
                                                                  Katharina Eberl
                                                                  Natasha Goldberg
                                                                  Katja Kunze
                                                                  Christiane Rittner
                                                                  Tineke Roseboom
                                                                  Anja Scherg

                                                                  ALT
                                                                  Aurélie Franck
                                                                  Katharina Guglhör
                                                                  Franziska Gündert
                                                                  Eva Hage
                                                                  Melissa Hegney
                                                                  Verena Kortmann
                                                                  Irina Makarova
                                                                  Andra Isabel Prins

                                                                  TENOR
Konzerte veranstaltete es mit renommierten Klangkörpern wie       Friedrich Custodio Bracks
der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Berliner             Patrick Brandt
Philharmonikern, Concerto Köln, Ensemble Resonanz, Ensem-         Jörg Deutschewitz
ble Musikfabrik, Ensemble Modern und dem Symphonieorches-         Matthias Klosinski
                                                                  Martin Logar
ter des Bayerischen Rundfunks. Darüber hinaus ist es auf inter-
                                                                  Fabian Strotmann
nationalen Festivals präsent. So kooperiert das Chorwerk Ruhr     Hitoshi Tamada
alljährlich mit der Ruhrtriennale.
    Regelmäßig erntet das Chorwerk Ruhr für seine Auftritte       BASS
begeisterte Kritiken und hohen Publikumszuspruch. Für den         Andrey Akhmetov
                                                                  Johannes Hill
WDR und Deutschlandfunk hat es zudem zahlreiche Aufnah-
                                                                  Menno Koller
men realisiert.                                                   Jakob Kreß
                                                                  Georg Preißler
                                                                  Alexander Emanuel Schmidt
                                                                  Christian Walter
CONCERTO KÖLN
»Das knallt«, kommentierte Die Zeit eine Aufnahme des Concerto Köln, das unter
den Ensembles für Alte Musik für sein leidenschaftliches Spiel und die Lust an
unbekanntem Repertoire bekannt ist.
   Seit mehr als 30 Jahren zählt das Orchester zu den führenden Ensembles im
Bereich der historischen Aufführungspraxis. Als Kulturbotschafter der Europäi-
schen Union ist es zudem ein musikalisches Aushängeschild Nordrhein-Westfa-
lens. Internationale Aufmerksamkeit erregte etwa 2017 der Start des gemeinsam
mit Kent Nagano initiierten mehrjährigen Forschungsprojekts »WagnerLesar-
ten«, das sich mit Richard Wagners Der Ring des Nibelungen aus dem Blickwin-
kel der historischen Aufführungspraxis beschäftigt.
   Mit vielen unterschiedlichen Programmen ist das Ensemble in zahlreichen
großen deutschen und europäischen Konzertsälen sowie bei internationalen Fes-
tivals zu Gast. In der Elbphilharmonie gastierte Concerto Köln im vergangenen
Herbst mit Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe. Tourneen führten die Musi-
ker darüber hinaus nach Sankt Petersburg und erst in diesem Jahr gemeinsam
mit dem Countertenor Valer Sabadus nach Japan. Regelmäßig arbeiten sie mit
Musikern wie dem Geiger Giuliano Carmignola, der Sopranistin Simone Kermes,
dem Cembalisten Jean Rondeau und dem Bratschisten Nils Mönkemeyer sowie
mit Dirigenten wie Kent Nagano und Andrea Marcon.
DIE KÜNSTLER

Die Diskografie des Ensembles umfasst derzeit mehr als 75 Auf-
nahmen, von denen etliche mit Preisen ausgezeichnet wurden.
Erst 2018 erhielt das Album Carl Heinrich Graun mit der Sopra-
nistin Julia Lezhneva einen Opus Klassik. Die CD La Venezia di
Anna Maria mit der Barockgeigerin Midori Seiler stand im Früh-
sommer 2018 mehrere Monate in den Top Ten der deutschen
Klassik-Charts. Zu den weiteren Auszeichnungen des Ensem-
bles zählen der Preis der Deutschen Schallplattenkritik, der
Midem Classic Award, der Choc du Monde de la Musique, der
Diapason de l’Année und der Diapason d’Or, der Grammy Award
sowie der Echo Klassik. Besonders hervorzuheben sind die Auf-
nahme von Bachs Brandenburgischen Konzerten und die Neu-
einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten durch Shunske Sato.
   Auch für die jüngsten Zuhörer von null bis zwei Jahren veran-
staltet Concerto Köln sogenannte »Veedelkonzerte« – Stadtteil-
konzerte. Für Nachwuchsmusiker bietet das Ensemble außer-
dem Kurse in historischer Aufführungspraxis an.
SAINT-SAENS:
     WEIHNACHTS-
   ORATORIUM
THOMAS HENGELBROCK
  BALTHASAR-NEUMANN-CHOR UND -ENSEMBLE

6.12.2019 | 20 UHR
LAEISZHALLE
GROSSER SAAL
                                                © Daniel Dittus
TICKETS 040 357 666 66
WWW.ELBPHILHARMONIE.DE

                           In Kooperation mit
BESETZUNG

VIOLINE I                FLÖTE
Evgeny Sviridov          Cordula Breuer
Markus Hoffmann          Leonard Schelb
Frauke Pöhl
Monica Waisman           OBOE
Maren Ries               Clara Blessing
Wolfgang von Kessinger   Marie Therese Reith

VIOLINE II               FAGOTT
Jörg Buschhaus           Josep Casadella
Hedwig van der Linde     Anna Flumiani
Bettina von Dombois
Antje Engel              HORN
Horst-Peter Steffen      Christian Binde
Chiharu Abe              Elisa Bognetti

VIOLA                    TROMPETE
Aino Hildebrandt         Gabriel Cassone
Claudia Steeb            Luca Marzana
Cosima Nieschlag
Corina Golomoz           LAUTE
                         Joachim Held
VIOLONCELLO
Jan Kunkel               CEMBALO
Alexander Scherf         Luca Quintavalle
Candela Gomez Bonet
                         ORGEL
KONTRABASS               Roderick Shaw
Jean-Michel Forest
Robert Grahl             PAUKE
Clotilde Guyon           Frithijof Koch
TIPP

HÄNDEL RODELINDA
Wenn Ihnen der heutige Abend gefallen hat, dann sollten Sie
Ihre Schritte am 23. April 2020 (ausnahmsweise) in die Elbphil-
harmonie lenken. Im Großen Saal erklingt dann eine Oper, die
der Wahl-Engländer auf dem Zenit seines Ruhmes schrieb:
Rodelinda erzählt von der gleichnamigen Königin, die zwischen
zwei rivalisierende Männer gerät. An Bord der konzertanten
Aufführung sind erneut Künstler von Weltformat: das britische
Barock-Ensemble The English Concert sowie eine von der Sop-
ranistin Lucy Crowe (Foto) angeführte Reihe brillanter Solisten.
Eintrittskarten lassen sich übrigens auch platzsparend unterm
Tannenbaum verstauen.

23. April 2020 | Elbphilharmonie Großer Saal

                  Es ist nicht gestattet, während des Konzerts zu filmen oder zu fotografieren.

                  IMPRESSUM
                  Herausgeber: HamburgMusik gGmbH
                  Geschäftsführung: Christoph Lieben-Seutter (Generalintendant), Jochen Margedant
                  Redaktion: Clemens Matuschek, Simon Chlosta, Laura Etspüler, Janna Heider
                  Lektorat: Reinhard Helling
                  Gestaltung: breeder typo – alatur, musialczyk, reitemeyer
                  Druck: Flyer-Druck.de

                  Anzeigen: Antje Sievert, +49 40 450 698 03, antje.sievert@kultur-anzeigen.com

                  BILDNACHWEIS
                  Balthasar Denner: George Frideric Handel (1727, National Portrait Gallery, London); John
                  William Waterhouse: Saint Cecilia (1895, Private Sammlung); Charles Le Brun: Einzug
                  Alexanders des Großen in Babylon, (1665, Louvre, Paris); John Richardson: John Dryden (um
                  1730, Folger Shakespeare Library, Washington D. C.); Ivor Bolton (Nancy Horowitz); Emőke
                  Baráth (Szofi Raffay Erato Warner Classics); Allan Clayton (Sim Canetty Clarke); Andreas
                  Wolf (Dirk Schelpmeier); Chorwerk Ruhr (Pedro Malinowski); Concerto Köln (Harald
                  Hoffmann); Lucy Crowe (Marco Borggreve)
WIR DANKEN UNSEREN PARTNERN

PRINCIPAL SPONSORS   PRODUCT SPONSORS                   FÖRDERSTIFTUNGEN
BMW                  Coca-Cola                          Kühne-Stiftung
Montblanc            Hawesko                            Körber-Stiftung
SAP                  Lavazza                            Hans-Otto und
Julius Bär           Meßmer                             Engelke Schümann Stiftung
Deutsche Telekom     Ricola                             Haspa Musik Stiftung
                     Ruinart                            Hubertus Wald Stiftung
                     Störtebeker                        G. u. L. Powalla Bunny’s Stiftung
                                                        Commerzbank-Stiftung
                                                        Cyril & Jutta A. Palmer Stiftung
                     CLASSIC SPONSORS                   Mara & Holger Cassens Stiftung
                     Aurubis                            Programm Kreatives Europa
                     Bankhaus Berenberg                 der Europäischen Union
                     Commerzbank AG
                                                        Stiftung Elbphilharmonie
                     DZ HYP
                     Edekabank                          Freundeskreis Elbphilharmonie
                     GALENpharma                        + Laeiszhalle e.V.
                     Gossler, Gobert & Wolters Gruppe
                     Hamburg Commercial Bank
                     Hamburger Feuerkasse
                     Hamburger Sparkasse
                     Hamburger Volksbank
                     HanseMerkur
                     Jyske Bank A/S
                     KRAVAG-Versicherungen
                     Wall GmbH
                     M.M.Warburg & CO

                     ELBPHILHARMONIE CIRCLE
MODERNE KULTUR IN
          EINZIGARTIGER GESTALT.

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    PRINCIPAL SPONSOR

                   Julius Bär ist Principal Sponsor
                   der Elbphilharmonie Hamburg.

                                   juliusbaer.com
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