At+s tätigkeitsbericht 2017 / 2018 - technik + schule
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ARCHITEKTUR • TECHNIK + SCHULE
das salzburger modell prozessorientierter architekturvermittlung
tätigkeitsbericht
2017 / 2018Das Schuljahresprogramm 2017 / 2018 im Überblick
1. Rückblick in Zahlen S. 3
2. Kommunikation S. 3
2.1 Newsletter Nr. 32, 33 und 34 S. 3
2.2 Website und YouTube-Channel S. 3
2.3 Österreichweite Vernetzung S. 4
3. Kooperationsprojekte S. 4
3.1 Impulswochen technik bewegt S. 4
3.2 Workshops Leonardo-Brücke S. 7
3.3 Ausstellung Neues Salzburg S. 8
3.4 KinderUNI 2018 S. 9
4. Projektförderungen an Schulen S. 10
4.1 Chr.-Doppler-Gym. Salzburg – Lebensraum für Tomaten S. 10
4.2 BAfEP Bischofshofen – Modellbau-WS Waldkindergarten S. 11
4.3 HAS Neumarkt am Wallersee – Neumarkt einst und heute S. 12
4.4 NMS Salzburg-Taxham – Comic - Graffiti & Co S. 14
4.5 BG Seekirchen am Wallersee - Architekturquartett S. 15
5. Materialien für den Unterricht S. 17
5.1 arch-mat – Architektur Freiarbeitsmaterial S. 17
5.2 Stadtplanung - Wie neu kann Salzburg werden S. 18
5.3 Architekturquartett - Spielesets für den Unterricht S. 19
5.4 Leonardobrücke – Kleine Bausätze & Didaktik S. 20
5.5 MaschinenTechnik-Koffer - Kurzanleitungen S. 21
6. Weitere Aktivitäten S. 22
6.1 Vorwissenschaftliche Arbeiten zum Thema Architektur S. 22
6.2 Info-Veranstaltung – Architektur für alle S. 22
6.3 KustodInnentreffen – at+s stellt sich vor S. 23
6.4 Fortbildungsangebot für ZEKIP S. 23
6.5 Arbeitskreis NEU Kulturvermittlung S. 24
6.6 at+s Programm im Architekturhaus Salzburg S. 25
7. Anhänge S. 26
7.1 Newsletter Nr. 32 September 2017 S. 26
7.1 Newsletter Nr. 33 November 2017 S. 30
7.1 Newsletter Nr. 34 Juni 2018 S. 36
7.2 Programm technik bewegt 2017 S. 39
7.3 Presseclippings S. 41
7.4 Sponsoren, Förderer und Partner S. 50
21. Rückblick in Zahlen
Im Nachweisjahr 2017/2018 wurden vier Vorstandssitzungen abgehalten.
Die Vereinsmitglieder und AbonnentInnen wurden durch drei
Newsletter sowie projektspezifische E-Mails über diverse Vereins- und
Kooperationsveranstaltungen informiert. Die Website www.at-s.at
leistet diesen Dienst auch für neue InteressentInnen und stellt
vertiefende Informationen bereit.
Der Verein architektur • technik + schule beteiligte sich an einem
bundesweiten Vernetzungstreffen in Krems und förderte damit aktiv
die Zusammenarbeit und Stärkung der Technik- und Baukultur-
vermittlung in Österreich.
Insgesamt konnten vier Kooperationsprojekte und fünf Projekt-
förderungen an Schulen abgewickelt werden. Im Bereich der
Unterrichtsmaterialien gab es ebenso fünf erfolgreiche Neu- bzw.
Weiterentwicklungen.
2. Kommunikation
2.1 Newsletter
Im Jahr 2017/18 sind drei
Newsletter 32, 33 und 34 per
E-Mail versendet worden (siehe
Anhang). Auch auf der Website
stehen die Newsletter zum
Download zur Verfügung.
2.2 Website und YouTube
Neben aktuellen Informationen und
Ausschreibungen sowie den zahlreichen
Projektdokumentationen führen die
pädagogisch aufbereiteten Videos an
unterschiedliche Themenbereiche von at+s
heran, ebenfalls auf dem YouTube-
Channel: http://www.at-s.at/youtube.
32.3 Österreichweite Vernetzung
Im Jahr 2017/18 gab es wieder zwei Vernetzungstreffen
mit dem österreichweiten Dachverband bink – Initiative
Baukulturvermittlung für junge Menschen.
26. Vernetzungstreffen, 27. Nov. 2017 (Eisenstadt)
Während der alljährlichen Kurzberichte der teilnehmenden Institutionen wurden
Diskurse über die Förderung von Kunst und Kultur im Allgemeinen und die
Entlohnung von Baukultur-VermittlerInnen im Speziellen, den Nachwuchs in der
Vermittlungsarbeit oder auch die Arbeit mit Geflüchteten geführt.
Besonderes Augenmerk galt der Einladung der Österreich-
Kommissärin der Architekturbiennale Verena Konrad an bink,
einen Beitrag zu entwickeln.
Zum vierten Mal wird in Venedig das get involved IV -
Symposium zum Thema freespace als sozialpolitische
Herangehensweise an das Thema Architektur einer neuerlichen
internationalen Vernetzung dienen.
27. Vernetzungstreffen, 13. Apr 2018 (Krems)
Es wurde über das Format und die Qualität der Impulswochen technik bewegt
diskutiert, konkrete Planungen für einen stärkeren Erfahrungsaustausch mit
internationalen PartnerInnen erstellt, Unterrichtsmaterialien zur Vermittlung von
Baukultur besprochen uvm.
at+s-Kooperation mit der Universität Mozarteum (Ziel: in Lehrveranstaltungen
mit Studierenden Materialien zu entwickeln) stand genauso auf der Agenda wie die
Nachwuchsförderung. Konkrete Strategien wurden vorgeschlagen, wie man
junge Menschen für Baukultur interessieren kann:
Studierende als VermittlerInnen über ein Praktikum gewinnen
Über stärkere Förderung von Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) an den
AHS den Nachwuchs für Baukulturvermittlung gewinnen
Lehrende im Unterrichtspraktikum für Architektur begeistern
3. Kooperationsprojekte
3.1 Impulswochen technik bewegt
Im Rahmen der österreichweiten Impulswochen technik bewegt (vom 6. bis 30.
Nov. 2017) tauchten SchülerInnen der 8. und 9. Schulstufe bereits zum siebten Mal
in den spannenden und abwechslungsreichen Berufsalltag der ZiviltechnikerInnen
ein.
4Auf Grund der großen Nachfrage in den vergangenen Jahren wurde das Format
probeweise verlängert – von einer Woche auf fast dreieinhalb Wochen. Mit großem
Erfolg, denn es wurden rund 300 SchülerInnen im Bundesland Salzburg erreicht!
Der Verein at+s koordinierte abermals für
den Dachverband bink insgesamt neun
Workshops zu folgenden Themen:
Tragwerksplanung
Architektur
Verkehrsplanung
Raum-/ Stadtplanung
Vermessung
Maschinenbau
Mit elf Workshops waren die ZiviltechnikerInnen zu Gast an den Salzburger Schulen,
sechs Module wurden in der Geschäftsstelle der Ziviltechnikerkammer am
Gebirgsjägerplatz 10 abgehalten. Vom Schultyp
her nahmen sowohl Gymnasien als auch Neue
Mittelschulen sowie die Fachschule Elisabethinum
das Angebot wahr. 2017 ist es auch gelungen, die
Schulen im ländlichen Raum stärker für die
Impulswochen zu begeistern – insgesamt sechs
Schulen aus dem Flachgau, Tennengau, Pinzgau
und Pongau haben die Workshops besucht. In der
Stadt Salzburg waren es elf Schulen.
Neu im Programm war der Workshop mit
dem Architektur-Schwerpunkt Warum
bauen wir Häuser. Sowohl das Interesse
als auch die Nachfrage war groß – gleich drei
Schulen haben sich für diesen Workshop, ein
spannendes Experiment rund um die zweite
Haut des Menschen, entschieden. Die
SchülerInnen errichteten gemeinsam mit
dem Architekten Peter Horner einen
symbolischen Bau und setzten sich mit
Fragen wie Schutz vor Witterung oder Heizen
mit der Sonne (und vielen mehr) kritisch
auseinander.
Bei dem neu adaptierten und erweiterten
Workshop Erlebnis Fahrrad ging es um die
grundsätzliche Frage: Was hat das Fahrrad
mit Physik zu tun? Anhand des
Alltagsgegenstands Fahrrad wurden von den
Experten Christian Löw und Rudolf
Hörschinger altersgerecht aufbereitete
Grundprinzipien der Reibung und Mechanik
hautnah und spielerisch erklärt.
Feedbacks zu den Impulswochen
5Warum bauen wir Häuser, Musisches Gymnasium Salzburg, Lehrerin:
„Der Besuch des Architekten IN der
Schule war thematisch nicht nur eine
willkommene Abwechslung, sondern
auch ein Exkurs in eine andere Welt, die
des Professionisten: Was muss alles
bedacht werden, welche Bedingungen,
Hürden sind zu bewältigen, welche
Entscheidungen zu treffen – die
Komplexität beim Bau eines „einfachen“
Hauses, erklärt und spielerisch
erfahrbar gemacht von einem Profi –
das war lebensnaher Unterricht“.
Stadt der kurzen Wege, BRG Zell am See, Lehrerin:
„Das Arbeiten mit den bereitgestellten
Materialien (Luftbild von Schüttdorf,
Fähnchen, der Fragebogen,...) hat den
Schülern Spaß gemacht.
Vor allem die anschließende Diskussion
über Raum- und Verkehrsplanung im
Bezirk Zell am See war sehr interessant
und hat die Schüler in der
Wahrnehmung ihres unmittelbaren
Lebensraumes "geschult".“
Geodätische Kuppel, WRG Salzburg, Lehrerin:
„Der Workshop war insgesamt toll! Die
SchülerInnen hatten Spaß beim
Mitmachen. Die Mischung aus
inhaltlichem Input und Praxis war sehr
gut angemessen. Die SchülerInnen
selbst haben rückgemeldet, dass es für
sie ein sehr positives Erlebnis war, dass
die Arbeit in den Gruppen so gut
funktioniert hat.“
63.2 Workshops Leonardo-Brücke auf Burg Hohenwerfen
In Kooperation mit der Burgverwaltung
Hohenwerfen und der Salzburger Burgen-
und Schlösserbetriebsführung bietet at+s
seit dem Frühjahr 2017 Workshops zur
Leonardo-Brücke für Schulklassen an.
Diese finden im Rahmen der großen
Leonardo-da-Vinci-Ausstellung bis 4. Nov-
ember 2018 statt. Für Jung und Alt wurden
die Workshops anlässlich der Familientage
und Mittelalterfeste angeboten und von
jeweils rd. 1.200 Interessierten
besucht.
Mit finanzieller Unterstützung des
Bildungsressorts des Landes Salzburg und
einem Sponsoring von proHolz Salzburg
konnten für das Vermittlungsprogramm
zwei große Bausätze und auch kleine
Bausätze in Auftrag gegeben und
angeschafft werden. Nun ist es künftig
verstärkt möglich, in den Stadt- und Land-
Schulen die Leonardo-Brücken-Workshops
anzubieten, bei denen somit ein
methodisch vielfältiges Repertoire zum
Einsatz kommen kann.
Die Workshops geben Jugendlichen einen
praktischen Einblick in die technischen
Genieleistungen des Ausnahmekünstlers
und Erfinders Leonardo da Vinci. Im
Vordergrund steht die Analyse und
Erprobung der Brücke.
Je nach Gruppengröße wird das
Konstruktionsprinzip der Leonardo-Brücke
im kleinen und/oder großen Maßstab
mittels Holzstäbchen bzw. -latten erprobt.
Wurde die Brücke stabil genug gebaut,
kann sich betreten werden.
Neben den, von Neuen Mittelschulen bis HTLs sowie für Kinder und Jugendliche in
der Ferienbetreuung gebuchten Workshops für SchülerInnen-Gruppen wurden
an den Sonderprogramm-Wochenenden insgesamt 13 Ganztagesworkshops von
acht speziell geschulten VermittlerInnen durchgeführt. Mit dabei waren auch
Lehramt-Studierende für Werk- und Bildnerische Erziehung der Universität
Mozarteum in Salzburg.
73.3 Ausstellung Neues Salzburg im Museum der Moderne
Die Architekturausstellung Neues Salzburg. Zwischen Erinnerung und
Zeitgenossenschaft war vom 11. November 2017 bis 25. Februar 2018 im
Museum der Moderne Salzburg auf dem Mönchsberg zu sehen. Im Auftrag der
Wissensstadt Salzburg und der Stadtplanungsabteilung erstellte at+s ein vielfältiges
Vermittlungsprogramm für Unter- und Oberstufenklassen, bei dem
SchülerInnen die Herangehensweise nachspüren konnten, wie ArchitektInnen
Bauten und Räume – und damit die Zukunft einer Stadt wie Salzburg – gestalten.
Die Museumspädagoginnen, die von at+s bei
der Erstellung des Vermittlungsprogramms mit
eingebunden worden waren, führten 24
Unterstufen-Workshops mit insgesamt 274
SchülerInnen sowie 24 Oberstufen-Workshops
mit insgesamt 336 SchülerInnen durch. 610
Jugendliche entwarfen in den Workshops
anhand von echten Lageplänen mit
Modellbaumaterialien ihre Vorschläge zu
ausgewählten Orten in der Stadt Salzburg.
Anschließend konnten die in den Workshops im Museum begonnenen Modelle im
Unterricht in der Schule fertig gestellt und mit erläuternden Texten versehen
werden. Beim gleichzeitig ausgeschriebenen SchülerInnen-Wettbewerb konnte
jede Klasse maximal drei Projekte einreichen. Die Siegerprojekte sahen viel
Grünraum und neue Freizeiteinrichtungen für die speziellen Orte in der Stadt vor
und boten als phantasievolle Architekturen viel Abwechslung für Groß und Klein, wie
in der Ausstellung der SchülerInnen-Projekte in der Kammer der
ZiviltechnikerInnen in der dritten Februarwoche 2018 zu sehen war.
Im Rahmen der Preisverleihung
am 19. Februar 2018 erhielten
drei Schulklassen, die 1A und
2C des BG Seekirchen sowie
die 2B des BG Nonntal, ihre
Belohnung: Preisgelder für die
Klassenkassa, dotiert vom Amt
für Stadtplanung und Verkehr,
Sachpreise und Gutscheine, zur
Verfügung gestellt von der
Wissensstadt und der Kammer
der ZiviltechnikerInnen, sowie
weitere lobende Erwähnungen.
83.4 KinderUNI 2018
In der ersten Julihälfte 2018 boten die
Universität Salzburg und die Universität
Mozarteum mit der KinderUNI bereits zum 10.
Mal ein abwechslungsreiches Programm für 8- bis
12-Jährige an.
Zwei Programmpunkte dieser Stadtteilaktion
wurden in Kooperation mit at+s entworfen und
als altersgerechte Mitmach-Projekte angeboten
und abgehalten.
Der erste Termin am 3. Juli 2018 fand auf der
Wiese zwischen Stadt:Bibliothek und der
Tribühne Lehen statt und bestand aus acht
Mitmachstationen.
Tags darauf, am 4. Juli 2018 war die
KinderUNI am Abenteuerspielplatz Taxham
und dem Sportplatz der neuen Wohnanlage
Rosa Zukunft zu Gast und bot ein ebenso
vielfältiges Programm.
An beiden Vormittagen wurde das Seminar
KAMERA LÄUFT! STADT IM BILD mit DI
Hannes Valtiner und Hanna Neuhauser für
angemeldete Schulkassen angeboten. Die
Mitmachstation SCHLAUES BAUEN UND
KNIFFLIGE KONSTRUKIONEN mit
Mag.arch. Charlotte Malmborg und DI Dr. Paul
Raspotnig war im Nachmittagsprogramm
verankert und erfuhr rege Anteilnahme von
Jung und Alt.
94. Projektförderungen an Schulen
4.1 Christian-Doppler-Gymnasium Salzburg
Lebensraum für Tomaten
Mit Architekturvermittlerin DI Michaela Ludwig und PädagogInnen Mag.
Ilena Meier und Mag. Herwig Geroldinger
In einem fächerübergreifendem Projekt (Biologie und Werken) der 2D Klasse am
Christian-Doppler-Gymnasium wurde für den Gemeinschaftsgarten ein
Tomatenhaus entworfen und in weiterer Folge auch 1:1 gebaut.
Nach einer gemeinsamen Begehung
und ersten Bestandsaufnahme des
Bauplatzes (nach Exposition, Lage
und Umgebung) entstanden erste
Entwurfsstudien aus Styropor und
Holzstäben.
Die SchülerInnen beschäftigten sich
dabei mit den Funktionen des
Gebäudes wie Schutz vor Regen,
Entwässerung, Belüftung, Stützen
für Pflanzen, den örtlichen
Gegebenheiten, der Statik sowie
diversen gestalterischen und
konstruktiven Ansätzen.
Die Komplexität der Aufgabenstellung, sämtliche Anforderungen in einem Entwurf
zu vereinbaren, der später auch tatsächlich als 1:1-Prototyp gebaut werden soll,
wurde schnell deutlich.
Für die Umsetzung 1:1 sponserte der
at+s den Holz-Bausatz einer
geodätischen Kuppel mit einem
Durchmesser von 3,5 Meter. Da die
Kuppel für den Bauplatz viel zu groß
geworden wäre, entstand aus dem
Bausatz ein Stabtragwerk – in den
Dimensionen angepasst an die
örtlichen Gegebenheiten – als
Unterkonstruktion für das neue
Tomatenhaus. Diese wurde auf
Torstahl und Birkenästen
aufgeständert und mit Pflanzenfolie
bezogen.
104.2 BAfEP Bischofshofen
Modellbau-Workshop Waldkindergarten
Mit Architekturvermittlerin DI Michaela Ludwig und PädagogInnen Mag.
Ulrike Kraft-Walkner und Mag. Herbert Reiter
Im Rahmen des Unterrichtsfaches
TEX/TEW setzten sich SchülerInnen
des 4. Jahrgangs (17-18 Jahre) der
Bildungsanstalt für Elementar-
pädagogik Bischofshofen mit dem
Thema Raum auseinander.
Nach einer kurzen Einführung in die
Thematik der Architektur bekamen
die Schüler die Aufgabenstellung
anhand von Arbeitsmodellen eine
räumliche Einheit für einen
Waldkindergarten zu entwerfen.
Grundsätzlich sind mit einem Waldstück die räumlichen Gegebenheiten für einen
Waldkindergarten bereits geschaffen. Es benötigt dennoch eine räumliche Einheit,
die als Schutz vor Wind und Wetter dienen soll. Ein Rückzugsort, der im starken
Dialog mit der Umgebung steht.
Die räumliche Einheit soll auf Wände
und Decken im herkömmlichen Sinne
verzichten, fließende Übergänge die
Dualität von Raum und Hülle
aufbrechen. Der Entwurf soll sich
aufgrund gewählter Formensprache
und natürlicher Materialien (wie z. B.
Holz, Lehm, Weiden etc.) bestmöglich
in die Umgebung einfügen, auf den
kindlichen Maßstab reagieren und
neben der primären Funktion (Schutz
vor Wind und Wetter) noch weitere
Funktionen wie z. B. die Nutzung des
Daches als Klettergarten/Spielplatz
bieten.
Anhand von Architekturbeispielen wurde aufgezeigt, wie ein Entwurf das soziale
Zusammenleben stärken, haptische Anreize schaffen und beispielsweise die
Wahrnehmung fördern kann.
114.3 Handelsschule Neumarkt am Wallersee
Neumarkt einst und heute
Mit Architekturvermittlerin DI Michaela Ludwig und Pädagogen Dr.
Wolfgang Richter
Das Projekt wurde vom BKA im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Republik finanziert
und von Kulturkontakt Austria ausgeschrieben. In Zusammenarbeit mit dem
Museum Fronfeste in Neumarkt am Wallersee entwickelte at+s mit der Pädagogin
Elisabeth Fritz und der Klasse 2A der Handelsschule ein Konzept, bei dem drei
Interviewgruppen mit Wolfgang Richter und Belinda Simon (Museum Fronfeste) das
Leben in Neumarkt früher und heute erforschten, und zwei Architekturgruppen mit
Vermittlerin Michaela Ludwig an aktuellen Themen der Stadtentwicklung arbeiteten.
Neumarkt einst und heute - Fallbeispiel: Schuhhaus Umlauft
Im Zuge des Themenfindungsprozesses im April 2018 entschied sich die Gruppe
beim Workshop „Neumarkt einst und heute“ ein Modell zu bauen. Fest stand, dass
etwas Altes in etwas Neues verwandelt werden sollte.
Die SchülerInnen beschäftigen
sich daher mit der Fragestellung,
was den BewohnerInnen von
Neumarkt aber auch ihnen selbst
am meisten in der Stadt fehlen
würde. Die bauliche Struktur und
die angebotenen Nutzungen des
Ortszentrums wurden dazu
anhand von Plänen und
Stadtspaziergängen analysiert.
Sie kamen zu dem Entschluss,
dass ein Kino fehlen würde.
Tatsächlich wurde bei einem
Treffen mit dem Bürgermeister
der Stadt Neumarkt am Waller-
see, Dipl.-Ing. Adolf Rieger, von
diesem bestätigt, dass es seitens der Stadt bereits konkrete Überlegungen
hinsichtlich eines Kino gäbe. Als nächsten Schritt galt es, für den Entwurf eine
Baulücke zu finden. Dazu wurde die Hauptverkehrsstraße im Maßstab 1:500 als
Baumassemodell nachgebaut. Die Grundrisse entnahmen die SchülerInnen dem
SAGIS (Salzburger Geographisches Informationssystem), die Höhen wurden
anhand Fotos und Anzahl der Stockwerke maßstabgetreu abgeleitet.
Nach Analyse der Hauptstraße entschied sich die Gruppe, eine sehr schmale
Baulücke, das Haus mit der Nummer 33, als Bauplatz für den Entwurf eines neuen
Kinos heranzuziehen. Der städtebauliche Ansatz sah vor, mit dem Bauvolumen auf
die bauliche Struktur der Umgebung zu reagieren bzw. diese durch einen
geschaffenen Vorplatz (um eine großzügige Eingangssituation zu schaffen, wird das
Gebäude von der Straße zurückgesetzt) bewusst aufzubrechen.
12Gestalterisch wurde mit moderner Formensprache auf die historischen Gebäude im
Ortszentrum reagiert. Über den Straßenraum, von allen Seiten sichtbar, ragte ein
Baukörper aus Glas. Zur Darstellung der Innenräume bzw. des Raumprogrammes
im Inneren wurden Axonometrien angefertigt.
Neumarkt einst und heute - Analyse Raumplanung
Die zweite Gruppe entschied sich für eine Auseinandersetzung mit der
städtebaulichen Entwicklung der heutigen Stadt Neumarkt am Wallersee.
Um die notwendigen Informationen für die städtebauliche Analyse der Stadt
Neumarkt am Wallersee zu bekommen, besuchten die SchülerInnen unter anderem
die Bauverwaltung der Stadtgemeinde. Sie konnten dort alle notwendigen
Planunterlagen ausheben. Die SchülerInnen organisierten darüber hinaus einen
Besuch von Frau Heike Rieder, zuständig für die Bauverwaltung der Stadt Neumarkt,
an der Schule. Dabei brachten sie Einiges über die historische Entstehung und
Entwicklung als auch die zukünftig geplanten baulichen Maßnahmen im Stadtkern
in Erfahrung. Zudem wurden mehrere Stadtspaziergänge während des Unterrichtes
unternommen.
Eine Gegenüberstellung des historischen
und heutigen Ortes Neumarkt am
Wallersee sollte anhand von
Baumassenmodellen erfolgen. Schnell
wurde klar, dass sich die bauliche
Struktur des historischen Ortszentrums
gegenüber dem heutigen Neumarkt kaum
verändert hat. Geändert haben sich aber
die raumplanerischen Rahmen-
bedingungen wie Verkehr, Handel,
Rechte, etc.
Nach Analyse der städtebaulichen
Struktur von einst und heute wurde eine
städtebauliche Zukunftsvision in Anleh-
nung an die Agenda 21 (hierbei handelt
es sich um Leitlinien für eine nachhaltige
Entwicklung) entwickelt und aufgezeigt.
Die SchülerInnen beschäftigten sich in
diesem Zusammenhang mit den Ansätzen
einer Ortskernbelebung und
-kernstärkung und Begegnungszonen.
Am 21. September 2018 wurde die Ausstellung mit
den Ergebnissen der Projekte der SchülerInnen im
Museum Fronfeste von der Museumsdirektorin
Ingrid Weydemann und Grußworten von Bgm. Dipl.-
Ing. Adi Rieger eröffnet. Zu sehen waren die
Projektergebnisse bis 26. Oktober 2018.
134.4 Neue Mittelschule Taxham
Comic - Graffiti & Co
Mit Architekturvermittlerin Mag.arch. Charlotte Malmborg und Pädagogin
Mag. Anke Fleißner
Die SchülerInnen der Klassen 1b, 1c, 2b, 3b,
3c, und 4b beschäftigten sich in diesem Jahr
intensiv mit dem Thema Comic - Graffiti & Co.
Durch die Projektpartnerschaft mit dem Verein
at+s hatte die Klasse 2b Gelegenheit, mit der
Architekturvermittlerin Charlotte Malmborg
das neu bebaute Gebiet Stadtwerk zu
erkunden und mit dem zwinkernden Auge
eines Comic- oder Graffitikünstlers unter die
Lupe zu nehmen.
Dabei machten die SchülerInnen sehr überraschende und spannende
Entdeckungen, die weit über die gängige Wissensvermittlung im Bereich Architektur
hinausgingen. Zu Beginn der gemeinsamen Arbeit eröffnete Charlotte Malmborg ein
Wissensbuffet zum Thema Stadtwerkeareal, das von der Geschichte über die
Planung, Überlegungen zu künftigen Bewohnern bis hin zur Nutzung der einzelnen
Gebäude und deren Einbindung in das öffentliche Verkehrsnetz gut verdauliche
Happen für die SchülerInnen bot.
Danach machte sich die Gruppe mit Plänen in der Hand auf den Weg, das Gebiet zu
erkunden. Überraschenderweise waren die Dächer der Gebäude des Areals mit
Solarpaneelen bestückt und begrünt. Das Klima in der Umgebung und die
Energieversorgung wurden so ganz nebenbei zum Architekturthema.
Die Jugendlichen erfuhren, dass in den
Gebäuden sehr unterschiedliche Dinge gelebt
und gelernt werden und dass besonders auch
die gemeinsamen Außenbereiche sehr genau
geplant und durchdacht sind. Es gab große
Augen, als plötzlich aus der Tiefgarage Bäume
hervorragten. Das Thema Licht und Frischluft
in Gebäuden konnte so leicht verständlich
vermittelt werden.
Ein anderer sehr überraschender Moment war der Durchgang vom Park-Garten-
Spielbereich zur Ignaz-Harrer-Straße. Dieser starke atmosphärische Gegensatz war
geradezu körperlich spürbar. Ein mucksmäuschenstiller Besuch in der PMU
(Aufnahmetests), die Jause beim integrierten Spar und ein laut hallender
Blitzbesuch im Studentenheim machten die unterschiedlichen Ansprüche und
Bedürfnisse an Gebäude erlebbar.
All diese Einzelheiten und vielfältigen Eindrücke verarbeiteten die SchülerInnen sehr
fantasievoll und kreativ mit Hilfe von Schwarz-Weiß-Fotos in der Schule. Manche
Häuser erhielten neue Farbakzente, Gestaltungselemente wurden hinzugefügt und
Sprechblasen mit lockeren Sprüchen versehen.
144.5 Bundesgymnasium Seekirchen am Wallersee
Architekturquartett
Mit Dipl.-Ing. Dr.techn. Paul Raspotnig und Pädagogin MMMag. Charlotte
Rührlinger
Die zwölf SchülerInnen der 7b wussten zu
Projektbeginn nur, dass sie in den kommenden
Monaten ein Architekturquartett entwickeln und
zur Druckreife bringen sollten. Deshalb mussten
zuerst die beiden Vorgaben Quartett und
Architektur näher untersucht werden.
Die SchülerInnen hatten alte Quartette zu
unterschiedlichen Themen zur Ansicht, Analyse
und zum Probespielen. Sie stellen dabei fest,
dass Spielkarten unterschiedlich aufgebaut sein
können. Aufgeworfen wurde die Frage, welche
Kategorien sinnvoll sein könnten für ein
Kartenset von 36 Karten. Als weiteren Input
erhielten die SchülerInnen einen Fachvortrag
über Funktionen der Architektur, einen kurzen
Abriss über die Architekturgeschichte, es wurden
unterschiedliche Baumaterialien vorgestellt, ein
Einblick in Tragwerks-konstruktionen vermittelt.
Viel Anschauungsmaterial zu inter-
nationaler und regionaler Architektur sowie
Internetquellen wurden vorgestellt. Die
SchülerInnen bekamen kleinere Aufgaben-
stellungen zur Recherche- und Analyse-
arbeit. Diese dienten auch dazu, dass die
Jugendlichen Interessensgebiete ent-
wickeln und erste mögliche Themenpools
formulieren und zur Diskussion stellen
konnten.
Anschließend sollte geprüft werden, welche
Themen sich in welchem Umfang für ein
Quartett eignen könnten. Diskutiert wurden
räumliche, zeitliche, stilistische Ein-
grenzungen sowie Baumaterialien,
Baukonstruktionen etc. Als neun Themen-
bereiche Quartettsets boten sich die
Bundesländer an. Je Bundesland wurde
eine Gliederung nach Nutzungen gewählt:
Infrastruktur, Sakral, Bildung und Freizeit,
beschränkt Architektur ab dem Jahr 2000.
15Nach diesen Vorgaben wurden Projekte
recherchiert, präsentiert und diskutiert.
Innerhalb der einzelnen Nutzungs-
kategorien bemühte man sich, die
Bandbreite der jeweiligen Nutzung im
möglichen Rahmen zu veranschaulichen
(z.B. umfasst die Kategorie Sakral
katholische, evangelische, jüdische und
islamische Bauwerke). Die Quartettkarten
sollten die Kerndaten des Projekts, ein
aussagekräftiges Bild und eine
Kurzbeschreibung aus der Internetseite
nextroom.at bieten.
Im nächsten Schritt befüllten die SchülerInnen
die Quartettkartenblankos und gestalteten
Entwürfe für die Spielkartenrückseite. Zur
Produktion wurden die PDFs an die Wiener
Firma Piatnik geschickt. Als Folgeprojekt
werden im nächsten Schuljahr 2018/19 die
ersten 100 Quartette zu Sechser-Packs
gebündelt und zusammen mit einer
didaktischen Anleitung als Spieleset für
Schulklassen zur Verfügung gestellt.
Durch die offene Herangehensweise wurden
viele Architekturthemen berührt und Einblicke
gewährt. Durch die Auswahl des konkreten
Themas wurden der Blick und die Offenheit für
zeitgenössische österreichische Architektur
gefördert. Die SchülerInnen waren begeistert,
am Ende ihre Karten als professionell gefertigte
Spielkarten vor sich zu haben. Der
Identifikationsfaktor war enorm hoch.
165. Materialien für den Unterricht
Das at+s Projekt Freiarbeitsmaterialien zu Material / Konstruktion / Raum /
Architektur ging in diesem Schuljahr in die nächste Runde.
Angelehnt an die Materialien zur Freiarbeit in der Montessori-Pädagogik wollen wir
in den nächsten Jahren Sets entwickeln, mit denen SchülerInnen Grundprinzipien
von Architektur und Raum kennenlernen können. Methodisch sollen die Sets
experimentierend - erarbeitend oder als Sicherung von Gelerntem für Einzel- oder
Partnerarbeit einsetzbar sein.
Die Suche nach Verlagspartnern und Firmen, welche die Materialien
produzieren, läuft weiter. Chancen auf dem Lehrmittelmarkt haben nur Materialien,
welche einfach einzusetzen, nicht voluminös und sperrig sind. Um das gewünschte
Zielpublikum zu erreichen, wären Fortbildungsveranstaltungen für LehrerInnen und
andere Multiplikatoren sinnvoll, bei denen die Materialien zum Ausprobieren
vorgestellt werden können.
Die Arbeit an Prototypen wurde an fünf folgenden Projekten fortgesetzt:
arch-mat – Geodätische Kuppel
Stadtplanung - Wie neu kann Salzburg werden
Architekturquartett – Spielesets für Schulklassen
Leonardobrücke – Kleine Bausätze für den Unterricht
MaschinenTechnikKoffer – kurze Anwendungsbeispiele
5.1 arch-mat – Architektur Freiarbeitsmaterial
Projektleiter: Mag. Erwin Neubacher (Mozarteum, at+s)
Architekturexpertin: Mag.arch. Charlotte Malmborg (at+s)
Studierende: Nathalie Ventola, Benjamin Piotrowski
Die Zusammenarbeit zwischen at+s
und der Universität Mozarteum für
das Sommersemester 2018 wurde von
Seiten des Vereins bereits im Januar
2018 initiiert. Auch von Seiten der
Universität wurde die Zusammenarbeit
beschlossen.
Im Rahmen der Fachdidaktischen
Lehrveranstaltung zu ausgewählten
Bereichen wurde das Projekt arch-mat
mit Studierenden der Werkpädagogik
umgesetzt.
Projektmotivation: Gemeinsames Ziel war es, Freiarbeitsmaterial für die
Architektur- bzw. Technikvermittlung zu entwickeln und auf Praktikabilität zu
testen. Dabei sollten Prototypen entstehen und eine Vorbereitung zur Serienreife
angestrebt werden. Dazu sollte auch ein zusätzlicher Partner für Herstellung bzw.
Vertrieb gewonnen werden.
17Analyse-Recherche: Im ersten Schritt
wurden bestehende at+s Materialien
gesichtet und auf mögliche Weiter-
entwicklung geprüft. Die Studierenden
entschieden, sich der Weiterentwicklung
des Prinzips Geodätische Kuppel nach
Buckminster Fuller zu widmen, das beim
Verein in einem noch nicht funktions-
fähigen Modell auflag.
Dabei konnte auf Erfahrungen aus den at+s-Workshops zum Kuppelbau
zurückgegriffen werden, wie sie etwa bei den technik bewegt-Wochen seit Jahren
betreut werden. In den zahlreichen Lehrveranstaltungssitzungen wurden die
Konzepte und Materialproben immer wieder diskutiert und optimiert, verworfen
und neu gedacht. Montageabläufe wurden durch oftmaliges Auf- und Abbauen
verfeinert und wichtige Erfahrungen für zukünftige NutzerInnen gesammelt.
5.2 Stadtplanung - Wie neu kann Salzburg werden
Im Zusammenhang mit der
Ausstellung Neues Salzburg.
Zwischen Erinnerung und
Zeitgenossenschaft, welche vom
11. November 2017 bis 25. Februar
2018 im Museum der Moderne zu
sehen war, wurde at+s von der
Magistratsabteilung 2/00 Kultur,
Bildung und Wissen beauftragt, für
die Vermittlungstätigkeit des
Museums ein Konzept zu entwickeln.
Dazu organisierte at+s auch den Wettbewerb Wie neu kann Salzburg werden?
für SchülerInnen.
Auf diesen Aufgabenstellungen auf-
bauend erarbeiteten Christian Schmirl
und Wolfgang Richter ein Materialien-
paket. Dabei geht es darum, für
markante innerstädtische Orte neue
Ideen zu entwickeln, um diese wieder
attraktiv und lebenswert zu gestalten.
Diese Materialien werden künftig in
Workshops eingesetzt, die LehrerInnen
entweder buchen oder auch selbst
durchführen können.
185.3 Architekturquartett – Spielesets für den Unterricht
Während der Projektentwicklung des
neuen Architekturquartetts mit den
SchülerInnen der 7b des BG Seekirchen
ergaben sich Fragen nach der Spielbarkeit
des Quartetts im Unterricht. Da ja mit
einer Kartensammlung nur drei bis sechs
MitspielerInnen beschäftigt sind, war es
klar, dass ein Unterrichtsset aus vier bis
sechs Quartetten bestehen sollte. Um auch
mit der ganzen Gruppe bzw. Klasse spielen
zu können, ergaben sich erste Anregungen
für Spielvarianten.
Im kommenden Schuljahr 2018/19 werden MMMag.
Charlotte Rührlinger und Dipl.-Ing. Dr.techn. Paul
Raspotnig an dem Erstkonzept einer Didaktischen
Anleitung zum Architekturquartett weiterarbeiten.
Mit dem Quartett soll der Unterricht einzelner
Supplierstunden, von Doppelstunden oder im Rahmen
eines Architektur-Schwerpunkts (dem Lehrplan
entsprechend) von bis zu acht – oder mehr –
Doppelstunden gestaltet werden. Der
Vorbereitungsaufwand steigt dabei von kein Aufwand
bis zum geringen oder mittleren Aufwand. Die
Spielvarianten sind so aufgebaut, dass die ersten Spiele
sich nicht nur für den Unterricht in Bildnerischer- oder
Werkerziehung eignen, sondern auch in Gegenständen
wie Geographie (Thema Raumordnung, Bebauung etc.),
in Deutsch (Beschreiben, Argumentieren, Diskutieren,
Referieren etc.) o. ä. zum Einsatz kommen können, und
zwar sowohl in der Unter- als auch in der Oberstufe.
Die später folgenden Spielvarianten bzw. daran
angeschlossenen Arbeitsaufträge sind für die Oberstufe
gedacht und bilden schwerpunktmäßig eine immer
weiter vertiefende Auseinandersetzung mit den
Grundlagen und Gestaltungskriterien der Architektur –
speziell der Architektur in Österreich nach dem Jahr
2000. Diese Auseinandersetzung bietet auch
Anhaltspunkte für die mögliche Themenwahl von
VWAs und für Maturafragen.
Als erster Sponsor aus der Wirtschaft für die Produktion
von 15 Unterrichtssets konnte bereits das Unternehmen
PRISMA Zentrum für Standort- und Regionalentwicklung
GmbH in Salzburg gewonnen werden.
195.4 Leonardobrücke – Kleine Bausätze & Didaktik
Aufgrund des großen Interesses und der Nachfrage nach
kleinen Bausätzen für die Leonardo-Brücke bei den
Schulworkshops, Familien- und Kindertagen auf der
Burg Hohenwerfen entschloss sich at+s eine 100er-
Serie dieses Konstruktionsspiels herzustellen. Dazu
wurden bei Schulbedarf Winkler 3.240 Holzleisten mit
einem Querschnitt von 5x20mm bestellt. Ausgewählt
wurde auch eine Dreiecks-Kartonbox als Verpackung
und die Anbringung der Aufbauanleitung mittels einer
Klebefolie. Das Layout wurde von einem jungen Grafik &
Design-Studenten Felix Malmborg erstellt.
Die Leonardo-Brücke ist eine Bogen-
konstruktion, die erstmals in Form einer
Skizze von dem italienischen Renaissance-
Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci
(1452–1519) in seinem „Codex atlanticus“
dokumentiert wurde. Die Grundidee
besteht in der Übertragung des Flecht-
prinzips auf starre Bauteile. Fixiermittel wie
Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile sind
nicht nötig. Ursprünglich war die Brücke als
transportable Konstruktion aus Rund-
hölzern für das Militär vorgesehen.
Die 100 Konstruktionssets sind bereits in einigen Schulen im Einsatz. Sie sind
ebenso als Give-Aways für Interessierte und PartnerInnen von at+s gedacht und
können bei weiterer Nachfrage nochmals in einer zweiten 100er-Serie hergestellt
werden.
205.5 MaschinenTechnik-Koffer – Kurzanleitungen
Für die Impulswochen technik bewegt haben Rudi Hörschinger, Christian Löw und
Erwin Neubacher aus dem Forschungsprojekt Technische Sachverhalte am
Beispiel des Fahrrads spielerisch begreifbar machen ein Modul entwickelt, das
von folgenden Fragen ausgeht:
Wie wirken sich verschiedene Untergründe
auf das Fahrverhalten, die Beschleunigung
aus?
Warum rolle ich mit großen Reifen auf
holprigem Untergrund viel leichter?
Hat die Reifengröße Auswirkung auf das
Fahrverhalten bei unebener Fahrbahn?
Rollt ein schwerer Radfahrer nach dem
Berghang weiter als leichter in die Ebene
aus?
In welchem Verhältnis stehen Masse und
Geschwindigkeit?
Die Materialien dazu stehen auch für Workshops für Schulklassen zur Verfügung.
216. Weitere Aktivitäten
6.1 Vorwissenschaftliche Arbeiten zum Thema Architektur
Wohnen in den Alpen an ausgewählten Beispielen der Jahre 1922-2017
Im Anschluss an die Beratungsphase mit der Erarbeitung und Formulierung des
Themas erwies es sich als sinnvoll, auch in der Phase des Verfassens im Kontakt
mit dem betreuenden Lehrer und mit dem Schüler zu bleiben.
Im ersten Teil der Arbeit wird die kulturgeschichtliche Entwicklung des Lebens in
den Alpen skizziert. Anschließend werden Zweck und Funktion der Gebäude in
Wechselwirkung mit der Topografie erläutert. Form, Material und Konstruktion
alpiner Architektur stehen im nächsten Kapitel im Mittelpunkt. Danach werden drei
traditionelle Haustypen, ein Stein-, ein Block- und ein Mischhaus beschrieben und
verglichen.
Im zweiten Teil folgen fünf Beispiele von Architektenhäusern, jeweils mit
Erklärung, Analyse und kurzer Information zu den Architekten, welche die
wichtigen Beiträge zum Thema Bauen in den Alpen lieferten und weiterhin liefern:
Alois Johann Welzenbacher - Haus Settari, Peter Zumthor - Ferienhäuser,
marte.marte - Schutzhütte Laterns und Burg mit Loch, Pedevilla - Wohnhaus
Pliscia und Ferienhaus Chalet La Pedevilla, Florian Lüftenegger - Wohnhaus-A.
Den dritten Teil bildete ein eigenes Modellbauprojekt: Ferienhaus in einer
Hanglage, angelehnt an eine Topografie in Werfenweng mit der Aufgabenstellung,
Funktion, Form und Topografie aufeinander zu beziehen. Gerade in der
Schlussphase war es für Lehrer und Schüler hilfreich, in heiklen Fragen auf eine
externe Expertise zurückgreifen zu können.
6.2 Info-Veranstaltung – ARCHITEKTUR FÜR ALLE
Praxis-Beispiele für Sekundarstufe I
Am 9. November 2017 sammelten die Lehrerinnen
anhand einfacher Übungen in der Altstadt mit
Charlotte Malmborg und Wolfgang Richter
Erfahrungen, wie man über Architektur anhand der
Download-Materialien http://www.at-s.at/materialien
sprechen kann. Die Aufgabe, auf welche Weisen man
ein A4-Blatt Papier stabilisieren und daraus
Konstruktionen bauen kann, führte zu einem kreativen
und motivierenden Wettbewerb.
22Zuvor gab es eine Fülle von Anregungen zur
Architekturvermittlung, wie man Raum als
dritte Haut erkunden kann, einfache Übungen
zur Raumwahrnehmung sowie den Austausch
darüber, wie man Kompetenzen in der
Architekturvermittlung vermitteln kann.
Vorgestellt wurde auch das Materialienpaket
„Architektur für Alle“. Alle TeilnehmenrInnen
erhielten zum Abschluss ein Exemplar der
gleichnamigen Broschüre.
6.3 KustodInnentreffen – at+s stellt sich vor
Auch im Schuljahr 2017/2018 fand ein Treffen von at+s und den
Unterrichtspraktikanten für Technisches und Textiles Werken statt. Ziel dieser
Veranstaltung ist es, den Verein at+s weiterhin in der Salzburger Schullandschaft
zu verankern, indem zukünftige Kooperationspartner frühzeitig angesprochen
werden. Unterstützt wurden wir dabei von Mag. Renate Rinke, Leiterin der
Fachdidaktik für Technisches und Textiles Werken im Unterrichtspraktikum, die auch
in diesem Schuljahr zum nun dritten Mal das Treffen zwischen at+s und den
UnterrichtspraktikantInnen forciert und koordiniert hat.
Neben dem Verein - vertreten durch Paul Raspotnig und Michaela Ludwig - seinen
Mitgliedern und seinen Tätigkeiten konnten den UnterrichtspraktikantInnen im
Rahmen dieses Treffens im Speziellen das „stadtPLANspiel“, „technik bewegt“, der
„Baukulturkompass“ sowie die allgemeinen Vermittlungstätigkeiten bei
Schulprojekten näher gebracht werden.
Noch im selben Schuljahr konnten mit dem Projekt „Waldkindergarten“ an der BAfEP
in Bischofshofen und dem Projekt „Lebensraum für Tomaten“ am Christian-Doppler-
Gymnasium in Salzburg zwei Schulprojekte in Kooperation mit den
UnterrichtspraktikantInnen durchgeführt werden.
6.4 Fortbildungsangebot für das ZEKIP
Raum ist Überall. Raumsinnwecken, Räume entdecken, Raumwissen
erweitern, Räume bauen…
Den KursteilnehmerInnen des Zentrums für Kindergartenpädagogik des Landes
Salzburg wurden folgende Ziel(e)/Nutzen der Fortbildung vorgestellt: Jede/r wohnt
und bewegt sich in gestalteten Räumen und daher ist ein bewusster Umgang mit
der gebauten Umwelt ein wesentlicher Teil unserer Alltagskompetenz. Das Seminar
vermittelt und vertieft theoretisches und praktisches Wissen, frischt Techniken auf
und schärft die Sinne. Es macht Mut und weckt Lust, sich mit dem Thema
Architektur und Technik zu beschäftigen und mit den Kindern umzusetzen.
23Themenschwerpunkte/Inhalt der Fortbildung:
Obwohl Architektur von allen Kunstformen den
unmittelbarsten Einfluss auf das tägliche Leben hat,
gibt es nur wenige Menschen, die ihren Lebensraum
bewusst wahrnehmen und dessen Gestaltung als
wesentlichen Faktor im Wohlbefinden des/der
Einzelnen sowie als zentralen Bestandteil unserer
kulturellen Identität erfassen.
Die Themen waren Architekturerfahrungen, die
(fast) überall möglich sind: Wie in allen Maßstäben
gearbeitet werden kann, wie man Baumaterialien in
Alltagsdingen entdeckt oder in ganz Unerwartetem wie
Körper und Stimme…
• Raumentdeckung: auf der Suche nach Räumen, ganz winzige
oder riesengroße
• Raumwissen: Geometrie für Anfänger, von 2D zu 3D
• Schlaues Bauen: Ur-Konstruktionen vom Mensch und Tier.
Nützliche Informationen für weitere Arbeit mit Architektur und Technik (Bücher,
Lernmaterial, Links, Netzwerk, Vereine, Museen, Ausstellungen usw.) Diese
Workshops können auch für die eigene Pädagogische Arbeit gebucht werden.
6.5 Arbeitskreis NEU Kulturvermittlung
at+s ist seit 2018 Mitglied des Salzburger
Netzwerks der KulturvermittlerInnen.
Der Kontakt ist durch die Kooperation mit
den Museumspädagoginnen des
Museums der Moderne im Rahmen der
Ausstellung „Neues Salzburg“
entstanden. Für at+s bietet sich dadurch
die Möglichkeit des Austausches mit
anderen KollegInnen. Wir hoffen, dass
dadurch Inhalte und Angebote der
Baukulturvermittlung ein breiteres
Publikum erreichen.
Auf der Homepage https://www.arbeitskreisneu.at/kulturvermittlung-sbg.html
finden sich zahlreiche Angebote für Lehrerinnen und Lehrer.
246.6 Programm im Architekturhaus Salzburg
Schon im vorletzten Schuljahr fanden erste Gespräche zwischen der Initiative
Architektur und at+s bezüglich der Integration des Kinder-, Jugend- und
Schulprogramms in das geplante und mittlerweile am 22. September 2018 eröffnete
Architekturhaus Salzburg statt. In diesem Schuljahr wurde das spezielle Programm
entwickelt und in den Veranstaltungskalender der Initiative Architektur eingetaktet:
https://initiativearchitektur.at/kids-und-schule.
at+s möchte künftig nicht nur in der Kammer der ZiviltechnikerInnen, sondern auch
(bei entsprechender finanzieller Deckung) im neuen Zentrum für Baukultur für
unterschiedliche Nutzergruppen folgende Programmpunkte anbieten:
Workshops der Impulswochen technik bewegt
ArchitekturPLUSkurs – Modellbauwerkstatt
Laufend Ausstellungsvermittlungen
Pädagogische Fortbildungen
Periodisch Architekturwerkstatt: SCHERE – STEIN – PAPIER
Ferienprogramm KLÖTZCHEN statt KLECKERN
257.1 Anhang – Newsletter Nr. 32 September 2017
2627
28
29
Newsletter Nr. 33 November 2017
3031
32
33
34
35
Newsletter Nr. 34 Juni 2018
3637
38
7.2 Anhang – Länderprogramm Salzburg
Impulswochen technik bewegt 2017
3940
7.3 Anhang – Presseclippings
Krone, 7.11.2017
41Stadt Nachrichten, 16.11.2017
42Salzburger Nachrichten online, 30.11.2017
4344
ZT-Nachrichten, Nr. 4/2017 (Dezember)
45Krone, 31.12.2017
46Stadt Nachrichten, 11.1.2018
StadtBlatt, 28.2.2018
47Kontexis, Dezember 2018
4849
7.4 Anhang – Förderer, Sponsoren und Partner
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Rückfragen:
Verein architektur • technik + schule, Gebirgsjägerplatz 10, A-5020 Salzburg
Tel: +43 662 87 23 83 a.falger@arching-zt.at www.at-s.at
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