Bioenergie Basisdaten 2015 - Österreich - Walter Weber KG
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Basisdaten 2015
Bioenergie
eflüssen
Mit Biomass d neuem
un
Österreich terial!
Kartenma
Österreich
www.biomasseverband.atVorwort Inhaltsverzeichnis
Biomasse-Wissen auf dem neuesten Stand Energie allgemein ………………………………………………………………………………..……… 04
Klima ……………………………………………………………………………………………………...…… 07
Verehrte Leserinnen und Leser!
Wir freuen uns, Ihnen hiermit die 6. Auflage der „Basisdaten Bioenergie Österreich“ Biomasse-Landkarte Österreich …………………………………………………………………… 10
präsentieren zu können. In diesem Taschenbuch finden Sie die wesentlichen aktuel-
len Statistiken rund um das Thema Energiewende. Volkswirtschaftliche Effekte ……………………………………………………………………..… 12
Über 70 Schaubilder und Tabellen zeigen neue Daten zur Energie allgemein, zu Fossile Energien …………………………………………………………………………………...……… 13
Wärme aus Biomasse, Ökostrom und Biotreibstoffen sowie zur Preisentwicklung am Bioenergie-Potenziale bis 2020 …………………………………………………………………... 16
Energiesektor. Dazu kommen Kapitel zu den Themen fossile Energien, Klimawandel,
Wald und Holz sowie zu Biomasse-Potenzialen. Im Vergleich zur vorherigen Auflage Energiefluss Österreich 2013 ………………………………………………………………….…… 18
wurden die Basisdaten um weiteres Daten- und Kartenmaterial ergänzt. Mitsamt
ihren Umrechnungstabellen und wichtigen Zahlenwerten stellen die Basisdaten Bio- Wärme aus Biomasse ………………………………………………………………………………...… 20
energie Österreich somit ein überaus praktisches Nachschlagewerk dar.
Pelletsproduktion in Österreich …………………………………………………………………… 27
Wie die neuen Basisdaten Bioenergie 2015 belegen, hat sich in den letzten Jahren Biotreibstoffe ……………………………………………………………………………………….......… 28
der Ausbau der Bioenergie und der weiteren Erneuerbaren zumindest bei der
Wärme- und Stromerzeugung aller Hürden zum Trotz fortgesetzt. Leider reicht dies Strom aus Biomasse …………………………………………………………………………………..… 35
bei weitem nicht aus, um den immer rascher voranschreitenden Klimawandel ein-
dämmen zu können. Es sind dringend stärkere politische Anstrengungen nötig, um Biogas ………………………………………………………………………………………………………..... 40
endlich vom fossilen auf ein erneuerbares Energiesystem umzusteigen. Wald und Holz …………………………………………………………………………………………..… 42
Stichhaltige Argumente müssen mit fundiertem Datenmaterial untermauert werden Biomasseflüsse in Österreich 2011 …………………………………………………………….… 52
können; hierbei mögen Ihnen die vorliegenden Informationen behilflich sein.
Die Basisdaten bieten für Außenstehende einen guten Überblick in S achen Bioener- Umrechnungstabellen ………………………………………………………………………………….. 56
gie und halten für die Experten die gängigsten Kennzahlen immer griffbereit.
Heizwerte von Holzsortimenten …………………………………………………………………... 57
Energieträger im Vergleich ………………………………………………………………………….. 58
Wichtige Zahlenwerte …………………………………………………………………………………. 59
PEFC zertifiziert
Dipl.-Ing. Josef Plank Dipl.-Ing. Christoph Pfemeter Dieses Produkt stammt aus
nachhaltig bewirtschafteten
Präsident des Geschäftsführer des Wäldern und kontrollierten
Österreichischen Österreichischen Quellen
Biomasse-Verbandes Biomasse-Verbandes PEFC/06-39-03 www.pefc.at
2 3Energie allgemein Bruttoinlandsverbrauch Bioenergie 2013
25,3 % Brennholz
36,5 % Hackschnitzel, Sägenebenprodukte, Rinde
Brennholz
6,3 % Pellets
Bruttoinlandsverbrauch Energie 2013
Ablauge 13,3 % Ablauge der Papierindustrie
Gesamt
der Papier- 9,0 % Bioethanol, Biodiesel, Pflanzenöle
29,8 % Erneuerbare Energien industrie 244,8 PJ
Öl %
31,3 Öl 3,6 % Tiermehl, Klärschlamm, Stroh, div. Biogene
Kohle
Erneuerbare
4,8 % Öl, nicht energetischer Verbrauch Pellets 3,3 % Bio-, Deponie- und Klärgas
Hackschnitzel,
19,4 % Gas Sägenebenprodukte, 2,5 % Hausmüll Bioanteil
Gesamt 1,2 % Gas, nicht energetischer Verbrauch Rinde
Gas
1.425 PJ 7,3 % Kohle Anteil Holz: 81,5 % Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013
2,4 % Kohle, nicht energetischer Verbrauch
1,9 % Abfälle nicht erneuerbar Mit einem Anteil von rund 25 % an der Bioenergie ist Scheitholz (Brennholz) der wichtigste bio-
Öl gene Energieträger. In Summe wurde 2013 durch Hackschnitzel, Sägenebenprodukte und Rinde
1,8 % Elektrische Energie
(36,5 %) jedoch mehr Primärenergie bereitgestellt als durch Scheitholz. Hackschnitzel, Säge-
Anteil Holz: 14,0 % Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013 nebenprodukte und Rinde werden vor allem in der Säge- und Holzindustrie sowie in KWK- und
Fernwärmeanlagen eingesetzt, Pellets in wachsender Menge hauptsächlich in Einzelhausheizungen.
Der österreichische Bruttoinlandsverbrauch an Energie betrug 2013 1.425 Petajoule (PJ). Es Ablaugen und Schlämme der Papierindustrie werden in der Papier- und Zellstoffindustrie zur Er-
dominieren weiterhin die fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle. Der Anteil erneuerbarer zeugung von elektrischer Energie und Prozesswärme genutzt.
Energieträger liegt bei 29,8 % oder 424,5 PJ. Bei den fossilen Energieträgern (nicht aber bei den
erneuerbaren) ist auch der nicht energetische Verbrauch (zum Beispiel Erdöl, das für die Kunst-
stoff-Produktion verwendet wird) enthalten – er macht in Summe etwa 120 PJ aus (69,0 PJ bei
Öl, 34,0 PJ bei Kohle und 16,9 PJ bei Gas). Um diesen Betrag bereinigt, beträgt der Bruttoinlands
verbrauch rund 1.305 PJ, der Anteil der Erneuerbaren erhöht sich dadurch auf 32,5 %.
Neues Konzept!
Bruttoinlandsverbrauch erneuerbare Energieträger 2013
Internationale
Bioenergie 57,7 % Bioenergie Fachmesse für
35,6 % Wasserkraft Heizung, Klima,
2,7 % Windenergie Sanitär, Bad
Gesamt & Design und
1,8 % Geothermie und Wärmepumpe
424,5 PJ erneuerbare
1,8 % Solarthermie
Energien.
0,5 % Photovoltaik
Wasserkraft
Anteil Holz: 47,0 % Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013
Mit 57,7 % des Bruttoinlandsverbrauchs ist die Bioenergie (Energie aus fester, flüssiger oder gasförmiger
Biomasse) die bedeutendste erneuerbare Energiequelle. Aus ihr wird mehr Energie erzeugt als aus allen an-
26. – 29.1.2016, Messe Wien
deren Erneuerbaren zusammen. Die Wasserkraft hatte 2013 einen Anteil von 35,6 %. Ihr Beitrag schwankt
geringfügig von Jahr zu Jahr, abhängig vom Wasserangebot der Flüsse. Bei Photovoltaik und Wärmepum-
pen gab es in den letzten Jahren die relativ stärksten Zuwächse, bei Biomasse die absolut größten.
4
www.aquatherm.at 5Entwicklung Bruttoinlandsverbrauch Energie 1970 bis 2013
und Potenziale bis 2030
Klima
PJ Reduktion des BIV 2030
laut Szenario WAM plus, Umweltbundesamt Gesamt
1.500 icht energeti-
N Das globale CO2-Budget von 1750 bis 2013 (Mrd. Tonnen CO2/J)
scher Verbrauch
40
1.200 Fossile Energie
Umgebungs-
wärme
900 20 Fossile Energie
Solarthermie
Photovoltaik Quellen Entwaldung
600
Wind Aufforstung
0
Wasserkraft
300 Anreicherung
Bioenergie Senken
in der Atmosphäre
Quelle: Statistik Austria,
0 –20
Energiebilanzen 1970–2013, Anreicherungen
1975
1980
1985
1990
1995
2000
2005
2030
2020
2025
1970
2015
2010
Potenziale laut
EE-Verbänden in den Ozeanen
Quelle:
Der Bruttoinlandsverbrauch Energie ist zwischen den Jahren 1970 und 2005 von 797 PJ auf einen –40 Global Carbon Project, 2014
Rekordwert von fast 1.450 PJ gestiegen. Verbesserungen bei der Energieeffizienz konnten den 1750 1800 1850 1900 1950 2000
Verbrauch bis 2013 (weiße Linie) nur unwesentlich auf 1.425 PJ senken. Parallel dazu hat sich der
Bruttoinlandsverbrauch an erneuerbarer Energie seit 1970 von 124 PJ auf 425 PJ im Jahr 2013 er- Die globalen CO2-Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe erreichten 2013 mit 36 Gigatonnen
höht. Bei einer Reduzierung des Energieverbrauchs auf 1.229 PJ (Szenario WAM plus) könnten die den höchsten Wert in der Geschichte der Menschheit. Sie machten 92 % der gesamten weltweiten
erneuerbaren Energien ihren Anteil bis zum Jahr 2030 von derzeit 30 % auf fast 60 % verbessern. CO2-Emissionen aus. Das globale CO2-Budget zur Begrenzung des durchschnittlichen globalen Tempe-
raturanstiegs auf maximal 2 °C liegt für die Jahre 2000 bis 2050 bei 886 Gt CO2. Bis 2010 wurde bereits
Entwicklung Bruttoinlandsverbrauch Bioenergie 1970 bis 2013 ein Drittel dieses Budgets aufgebraucht, bis 2050 verbleiben somit nur noch 565 Gt. Im Vergleich dazu
beträgt das globale CO2-Potenzial der sicheren fossilen Reserven mit 2.795 Gt rund das Fünffache.
PJ
Vergleich des globalen CO2-Budgets für das 2 °C-Ziel
350
mit dem CO2-Potenzial der globalen s icheren fossilen Reserven
300 Mittelfristiges
250 Potenzial
Quelle: PIK
CO2 gebunden in globalen Reserven an fossilen Brennstoffen
200 iogene Brenn-
B
150 und Treibstoffe Kohle Öl Gas
100 Brennholz
50
Globales Kohlenstoff-Budget für 2°C-Ziel
0 Quelle:
Statistik Austria, bereits verbrannt
1970
1972
1974
1976
1978
1980
1982
1984
1986
1988
1990
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2013
Energiebilanzen 1970–2013, übrig bis 2050
Potenzial ÖBMV
von 2000 bis 2010
Der Bruttoinlandsverbrauch von Bioenergie hat sich seit 1970 mehr als verfünffacht und erreichte
im Jahr 2013 etwa 245 PJ. Der Brennholzverbrauch ist seit den 1980er-Jahren relativ konstant ge- 565 886 GtCO2
blieben. Biogene Brenn- und Treibstoffe haben vor allem seit dem Jahr 2002 einen steilen Anstieg
erfahren. Mittelfristig könnten 340 PJ Bioenergie in Österreich bereitgestellt werden. 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
6 7Treibhausgasemissionen 2013 (CO2-Äquivalente) Änderung der Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2013
Mio. t CO2-Äquivalente
Land- 45,6 % Energie und Industrie
wirtschaft
8 +8,5 Verkehr
28,0 % Verkehr
6
Gebäude Gesamt Energie
10,5 % Gebäude +0,4 Fluorierte Gase
und
79,6 Mio. t Industrie 4
CO2-Äq. 9,7 % Landwirtschaft –0,2 Energie und Industrie
2
3,8 % Abfallwirtschaft
–1,4 Abfallwirtschaft
Verkehr
2,6 % Fluorierte Gase 0
-2 –1,6 Landwirtschaft
Quelle: Umweltbundesamt, 2015
-4 –4,8 Gebäude
Österreich muss gemäß EU-Vorgabe die Treibhausgasemissionen der nicht vom Emissionshandel
(EH) erfassten Quellen bis 2020 gegenüber 2005 um 16 % reduzieren. Der Zielwert für 2020 liegt -6
bei 49,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten (ohne EH), im Jahr 2013 wurden 49,8 Tonnen emittiert. Die Quelle: Umweltbundesamt, 2015
gesamten Emissionen beliefen sich auf 79,6 Mio. Tonnen CO2-Äq. Die Inventurdaten für 2013 sind
erstmals in der Sektoreinteilung des Klimaschutzgesetzes aufgegliedert. Dabei sind die Sektoren
Verkehr sowie Energie und Industrie für nahezu 75 % der Emissionen verantwortlich.
Den stärksten Anstieg der Treibhausgasemissionen seit 1990 verzeichnet der Verkehr mit plus Durch Nutzung erneuerbarer Energien vermiedene Treibhausgas-
61 %. Neben den gestiegenen Fahrleistungen auf Österreichs Straßen ist dafür auch der Tanktouris- emissionen (CO2-Äquivalente) im Jahr 2013
mus verantwortlich. Die größte Emissionsreduktion wurde mit minus 4,8 Mio. Tonnen CO2-Äq. im
Bereich Gebäude erzielt. Hauptgrund ist der reduzierte Einsatz von Heizöl und Erdgas.
Treibstoffe
Gesamt: 29,7 Mio. Tonnen
Entwicklung Treibhausgasemissionen 1990 bis 2013
Wärme
Mio. t CO2-Äquivalente
100 Gesamte
Emissionen 2013: Strom
79,6 Mio. t
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Emissionen ohne EH
80 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente
2013: 49,8 Mio. t
Emissionen ohne EH Treibstoffe aus: Biodiesel Bioethanol Pflanzenöl
Zielwert 2020:
Wärme aus: Holzbrennstoffen Biogas Fernwärme Laugen Solarthermie
49,6 Mio. t
60 Umgebungswärme Geothermie
Energie und Strom aus: Wasserkraft Holzbrennstoffen Laugen Windkraft Biogas
Industrie – EH Photovoltaik Geothermie
Quelle: Erneuerbare Energie in Zahlen, Peter Biermayr, 2014
40 Energie und
Industrie – Nicht EH Im Jahr 2013 konnten durch den Einsatz erneuerbarer Energien in Österreich 29,7 Mio. Tonnen
Verkehr CO2-Äquivalente vermieden werden. 17,5 Mio. Tonnen CO2-Äq. entfielen auf den Sektor Strom,
Gebäude 10,5 Mio. Tonnen CO2-Äq. auf den Bereich Wärme und 1,7 Mio. Tonnen CO2-Äq. auf Treibstoffe.
20
Landwirtschaft 14,5 Mio. eingesparte Tonnen CO2-Äq. gehen auf das Konto der Wasserkraft, rund 13 Mio. Tonnen
Abfallwirtschaft CO2-Äq. wurden durch den Einsatz biogener Energieträger vermieden.
Fluorierte Gase Im Stromsektor dominiert die Wasserkraft, weitere größere Beiträge liefern die Windkraft mit
0 1,1 Mio. Tonnen und die feste Biomasse mit 1,0 Mio. Tonnen. Die größte Einsparung im Wärmesektor
Quelle:
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Umweltbundesamt, 2015 erbringen Holzbrennstoffe mit 6,3 Mio. Tonnen (60 %), gefolgt von Fernwärme (20 %) und energetisch
genutzten Ablaugen (12 %). Bei den Treibstoffen weist Biodiesel mit 83 % den größten Anteil auf.
8 9Biomasse-Landkarte Österreich
Bioenergie-Branche in Österreich, Datenbasis 2014/2015
Anzahl Farbe Sektor Anzahl Farbe Sektor
886 Biowärme-Partner 2108 Biomasse-Heizwerke
671 Biowärme-Installateursbetriebe und 1.860 MW Gesamtleistung,
222 Biowärme-Rauchfangkehrerbetriebe 4.650 GWh Wärme/Jahr
266 Hafner 117 Biomasse-KWK-Anlagen
(nur Anlagen im Ökostromregime)
300 Biogasanlagen 318 MW elektrische Leistung,
80 MW elektrische Leistung, 1.980 GWh Strom/Jahr,
560 GWh Strom/Jahr, 4.520 GWh Wärme/Jahr
300 GWh Wärme/Jahr,
90 GWh Biomethan/Jahr 60 Lehre, Forschung und Ausbildung
20 Forschungseinrichtungen
21 Biotreibstoffe 13 Hochschulen
1 Bioethanolanlage 27 Ausbildungsstätten
8 Biodieselanlagen
12 Pflanzenölanlagen 96 Biomasse-Technologien
57 Kessel- und Ofenhersteller
38 Pelletsproduzenten 14 Anlagenplaner/Engineering
945.000 Tonnen Pellets/Jahr 10 Zulieferindustrie
15 Holzhackmaschinen/
22 Holzgas-KWK-Anlagen Brennholztechnik
10 11Volkswirtschaftliche Effekte Fossile Energien
Primäre Umsätze Entwicklung des Rohölpreises 1990 bis 9/2015
aus Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien 2013 US-Dollar/Barrel Brent
160
Feste Biomasse 1.083/1.344
140
Biotreibstoffe 6/302
120
Biogas 70/37
100
Geothermie 0/15
Photovoltaik Investitionseffekte 868/35 80
Solarthermie Betriebseffekte 293/70 60
Wärmepumpe 250/119 40
Wasserkraft 500/267 20
Windkraft 757/278
0
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
9/2015
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
Mio. Euro Quelle: U. S. Energy Information Administration eia
Quelle: Erneuerbare Energie in Zahlen, Peter Biermayr, 2014
Anfang des Jahrhunderts kam es zu einem starken Preisanstieg für Erdöl auf fast 144 US-Dollar bis
Mit 2,4 Mrd. Euro leistet der Sektor der festen Biomasse den größten Beitrag zum Gesamtumsatz Juli 2008. Grund war die weltweit steigende Nachfrage, auf die nicht mit einer Produktionsaus-
(39 %) der erneuerbaren Energien. Fast jeder zweite Arbeitsplatz der Branche Erneuerbare Energie weitung reagiert werden konnte. Nach einem Preisabfall im Zuge der Wirtschaftskrise überschritt der
ist im Bereich der Nutzung fester Biomasse angesiedelt. Der überwiegende Anteil der Betriebs Ölpreis 2011 wieder 100 US-Dollar. Im Winter 2014/15 sank der Preis auf unter 50 US-Dollar. Dies
effekte resultiert aus der Bereitstellung der Brennstoffe (Stückgut, Hackgut, Holzpellets, …). führen Experten auf einen Preiskrieg zwischen den Öl fördernden Staaten zurück. Eng mit der Ölpreis-
kurve korreliert der Lebensmittelpreisindex, der vor allem von Öl- und Transportkosten bestimmt wird.
Primäre Beschäftigung
aus Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie 2013 Entwicklung des FAO-Lebensmittelpreisindex 1990 bis 8/2015
Realer Lebensmittelpreisindex (2002–2004 = 100)
Feste Biomasse 5.043/13.060
21/773
180
Biotreibstoffe
Biogas 254/339
160
Geothermie 0/89
Investitionseffekte
Photovoltaik 4.843/193 140
Solarthermie Betriebseffekte 2.900/528
Wärmepumpe 1.271/894 120
Wasserkraft 3.205/1.505
Windkraft 100
4.264/585
80
0
2.500
5.000
7.500
10.000
12.500
15.000
17.500
20.000
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
8/2015
Vollzeit-
äquivalente
Quelle: Erneuerbare Energie in Zahlen, Peter Biermayr, 2014 Quelle: FAO
12 13Österreichische Energie-Außenhandelsbilanz 2003 bis 2014 Entwicklung Energiepreisindex für Haushalte bzw.
Milliarden Euro Netto-Exporte PJ
Verbraucherpreisindex in Österreich 1970 bis 5/2015
1 Strom %
0 0
-1 -100 600
-2 -200 ohle, Koks,
K
-3 -300 Briketts 515 Energie-
500
-4 -400 preisindex (EPI)
-5 -500 l und
Ö
-6 -600 400 436 Verbraucher-
Ölprodukte
-7 -700 preisindex (VPI)
-8 -800 300
-9 -900 Gas
-10 -1.000 200
-11 -1.100 Energetische
Nettoimporte 118 Realer Energie-
-12 -1.200
-13 -1.300 100 preisindex
Netto-Importe gesamt (in PJ)
-14 -1.400 1970 = 100 %
-15 -1.500 0
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
1970
1972
1974
1976
1978
1980
1982
1984
1986
1988
1990
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
5/2015
Quelle: Statistik Austria,
Quelle: Statistik Austria, Außenhandelsbilanzen 2003–2014, Energiebilanzen 1970–2013 Österreichische Energieagentur
Das Nettoimportvolumen für Erdöl, Erdgas, Kohle und Strom ist zwischen 2003 und 2012 von
Der Energiepreisindex steigt, mit einigen Schwankungen, genauso wie der Verbraucherpreisindex
4,4 Mrd. Euro auf den Rekordwert von 12,8 Mrd. Euro gestiegen. Im Jahr 2014 betrug das Defizit
kontinuierlich an. Inflationsbereinigt blieb der EPI jedoch mit Ausnahme der zweiten Ölkrise in den
etwa 10 Mrd. Euro; das Gros entfiel mit rund 7 Mrd. Euro auf Erdöl. Milliarden Euro fließen aus
1980er-Jahren bis 2004 nahezu unverändert. Die ab 2007 einsetzende Rohstoff-Hausse führte
Österreich an politisch instabile Krisenstaaten. Zu Österreichs Top-10-Rohöllieferanten zählen
zu einem Preisanstieg bei Energie, der sich bis zur Wirtschaftskrise fortsetzte. Auch Hackgut,
Nigeria, Libyen und der Irak – Länder, die zum Teil von radikalen Terrormilizen kontrolliert werden.
Scheitholz und Pellets sind einer Preissteigerung unterworfen, jedoch bewegen sich diese Preise im
Haushaltsbereich gegenüber dem unbeständigen Heizölpreis auf relativ konstantem Niveau.
Importabhängigkeit und Erzeugung von Energie 2003 und 2013
PJ Preisentwicklung Energieträger für Haushalte 1998 bis 8/2015
91 %
600 Importe (%) Cent/kWh
93 % Öl
Inländische Erzeugung 10
500
Gas
Heizöl EL Hackgu
5%
400 8 Erdgas Scheith
76 % 84 % Kohle
300 0% Pellets
Erneuerbare 6
200 93 % Energien Erdgas
100 % Pellets
Heizöl E
100 4
Scheitholz
Quelle:
0 Statistik Austria,
2003 2013 2003 2013 2003 2013 2003 2013 Energiebilanzen 2 Hackgut
Öl Gas Kohle Erneuerbare 1970–2013
j1998
j1999
j2000
j2001
j2002
j2003
j2004
j2005
j2006
j2007
j2008
j2009
j2010
j2011
j2012
j2013
j2014
j2015
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
8/2015
Österreich ist bei seiner Energieversorgung stark von Importen fossiler Energieträger abhängig. Bei
Kohle wird nahezu der komplette Bruttoinlandsverbrauch importiert. Bei Erdöl erhöhte sich die Quelle: proPellets Austria,
Importabhängigkeit zwischen 2003 und 2013 auf 93 %, bei Erdgas auf 84 %. Erneuerbare Energie LK Österreich, LK Steiermark, Regionalenergie Steiermark, E-Control, Statistik Austria, IWO-Austria (Heizöl EL 2014 und 8/2015)
Preise inklusive Zustellung, Abgaben und Steuern; Datengrundlage: durchschnittliche Haushaltsmenge für Einfamilienhäuser
wird dagegen fast ausschließlich im Inland gewonnen und fördert die heimische Wertschöpfung.
14 15Bioenergie-Potenziale bis 2020 Energetischer Endverbrauch Bioenergie in Österreich –
Entwicklung und Potenziale 2005 bis 2020
2005 2010 2013 Potenzial 2020
Wärme aus Biomasse
Endenergieverbrauch Österreich Potenziale 2020 Energieträger PJ PJ PJ PJ
PJ 1.320 PJ Holz-basiert inkl. Laugen 111,3 130,3 133,2 140,1
1.200 Effizienzsteigerung
Klärgas 0,3 0,3 0,2 0,4
Effizienzsteigerung um ca. 200 PJ 1.150 PJ 1.050 PJ
Stabilisierung des Biogas 0,5 0,3 1,4 2,5
900 Energieverbrauchs
870 PJ 525 PJ Sonstige Biogene fest 2,2 4,6 5,5 6,9
Fossile 66 % 760 PJ
600 Biowärme - Einzelfeuerungen 114,3 135,6 140,3 149,9
Hausmüll Bioanteil 1,2 2,0 1,9 2,1
300
Ausbau 390 PJ 450 PJ
525 PJ Holz-basiert inkl. Laugen 10,4 31,4 33,5 40,0
Erneuerbare 34 %
0
erneuerbare Energie Biogas 0,2 0,3 0,3 1,0
2005 2020 2020 Biogene flüssig 0,3 0,2 0,0 0,0
Strom aus mit Umsetzung ohne Umsetzung Potenzial NAP
Erdöl
Kohle Erneuerbaren Energiestrategie Energiestrategie der EE-Verbände Sonstige Biogene fest 0,6 1,7 1,4 4,9
Energieverbrauch EEffG
Erdgas Fernwärme aus Erneuerbaren Biowärme - Fernwärme 12,7 35,6 37,1 48,0
Abfall nicht erneuerbar Wärme aus Erneuerbaren Quelle: Österreichische Energieagentur,
Elektrische Energie Biotreibstoffe Verbände der Erneuerbaren Energien
Wärme aus Biomasse gesamt 127,0 171,2 177,5 197,9
Im Juni 2009 wurde der Prozess zur Energiestrategie Österreich gestartet, um die Klima- und Ener-
gieziele der EU zu erreichen und ein nachhaltiges Energiesystem zu entwickeln. In der Energiestra- Strom aus Biomasse
tegie wurde für das Jahr 2020 die Stabilisierung des Endenergieverbrauchs aus dem Basisjahr 2005 Energieträger PJ PJ PJ PJ
(1.118 PJ) beschlossen. Als Umsetzung der Richtlinie 2012/27/EG trat in Österreich mit 1.1.2015
das Energieeffizienzgesetz (EEffG) in Kraft. Damit verpflichtet sich Österreich, den Endenergiever- Hausmüll Bioanteil 1,0 0,8 0,9 0,9
brauch bis 2020 auf 1.050 PJ zu reduzieren. Nach den Berechnungen der Verbände der Erneuer- Holz-basiert inkl. Laugen 6,7 12,0 12,7 13,9
baren Energien könnten die erneuerbaren Energien bis 2020 in diesem Fall bereits die Hälfte des Biogas 1,1 2,3 2,3 4,0
Endenergieverbrauches decken, wenn die richtigen politischen Maßnahmen gesetzt werden. Biogene flüssig 0,2 0,1 0,0 0,0
Endenergieverbrauch an Biomasse 2013 nach Sektoren Sonstige Biogene fest 0,3 0,9 0,8 1,1
Strom aus Biomasse gesamt 9,3 16,1 16,7 19,9
PJ
250 Biotreibstoffe
200 Energieträger PJ PJ PJ PJ
Biotreibstoffe
Biotreibstoffe pur 0,9 3,3 2,9 5,0
150
Ökostrom aus
100 Biomasse Bioethanol - Beimischung 0,0 3,3 2,8 5,3
Biodiesel - Beimischung 1,4 15,7 16,2 25,3
50 Biowärme
Biotreibstoffe - Beimischung 1,4 18,9 19,0 30,6
0 Quelle:
2005
2006
2008
2009
2020
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2007
2010
2011
Statistik Austria, Biotreibstoffe gesamt 2,3 22,3 21,9 35,6
Potenziale ÖBMV
Der energetische Endverbrauch von Bioenergie hat sich in Österreich seit 2005 um 56 % auf 216 PJ Summe Bioenergie 138,6 209,5 216,1 253,4
im Jahr 2013 erhöht. Mit 82 % ist die Wärmenutzung das zentrale Einsatzgebiet für die Biomasse,
gefolgt von Biotreibstoffen mit 10 % und der Ökostromerzeugung aus Biomasse und Biogas mit Quelle: Statistik Austria, Energiebilanzen 1970–2013, Potenzialanalyse Österreichischer Biomasse-Verband
8 %. Bis 2020 könnte der Verbrauch an Bioenergie um weitere 17 % auf 253 PJ gesteigert werden.
16 17Energiefluss Österreich 2013
Aufkommen und Nutzung für Wärme, Strom und Treibstoffe
4 % 2 %1 %
7%
37 %
1.119 PJ ENDENERGIEVERBRAUCH 35 % 55 % 10 % 33 %
1.207 PJ IMPORTE 513 PJ PRODUKTION
1.119 PJ 385 PJ 213 PJ
38 % 14 %
22 % 2% 29 %
30 % 4%
70 % 23 % 7%
2%
2% (+29 PJ LAGERÄNDERUNG)
Energieträgermix Erneuerbare Energie Bioenergie
3% 1.425 PJ 4 % 3% 2%
BRUTTOINLANDSVERBRAUCH Wärme 11 %
16 % 42 %
1.720 PJ 36 %
PRIMÄRENERGIEEINSATZ
45 % 13 % 580 PJ 52 %
40 %
33 %
1%
10 % 75 PJ 1%
1%
Strom 9% 137 PJ
13 %
61 % 12 %
20 % 9% 70 % 25 %
11 PJ
4% 3% 2,5 % 0,5 %
6% 5%
Treibstoffe
87 % 92 %
35 % 402 PJ 36 %
324 PJ Exporte
120 PJ nicht energetischer Verbrauch
Energieträgermix Anteile Wirtschaftssektoren
75 PJ Verbrauch Energiesektor
111 PJ Umwandlungs- u. Transportverluste Energieträger Bioenergie Wirtschaftssektoren
Erdöl Erneuerbare Energien Hackschnitzel, SNP, Rinde Gasförmige Biogene Private Haushalte
Erdgas Bioenergie Brennholz Biogene Abfälle Dienstleistungen
Abfall nicht erneuerbar Wasserkraft Ablauge Sonstige Biogene Sachgüterproduktion
Tiermehl, Klährschlamm
Kohle Sonstige Erneuerbare Flüssige Biogene Stroh etc. Landwirtschaft
Wind, Solarthermie, Photovoltaik, Pellets, Holzbriketts
Strom Geothermie u. Wärmepumpen
Transport
Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013, Berechnungen: Österreichische Energieagentur, ÖBMV
18 19Wärme aus Biomasse Energetischer Endverbrauch für Raumwärme
in österreichischen Haushalten von 2003/04 bis 2011/12
PJ
70 Biomasse
Energieträgermix Endenergieverbrauch Wärme 2013
60 Heizöl
36,2 % Gas
Bioenergie Gas 50 Erdgas
11,2 % Öl
4,3 % Kohle 40 Kohle
Gesamt 2,8 % Abfall nicht erneuerbar
30 Strom
580 PJ 12,9 % Elektrische Energie
1,2 % Solarthermie 20 Solar,
Elektrische 1,4 % Geothermie und Wärmepumpe Wärmepumpe
Energie Öl 10
30,0 % Bioenergie Fernwärme
Werte für Prozesswärme, Raumwärme und Kälte
Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013, Österreichische Energieagentur 0 Quelle: Statistik Austria,
2003/04 2005/06 2007/08 2009/10 2011/12 Energieeinsatz der Haushalte
580 PJ Energie wurden 2013 in Österreich zur Wärmegewinnung verwendet. Den größten Anteil
unter den Energieträgern hatte Erdgas mit einem Energieeinsatz von 210 PJ. An zweiter Stelle folg- Der energetische Endverbrauch für Raumwärme in österreichischen Haushalten ist zwischen
te die Bioenergie mit 174 PJ; die anderen erneuerbaren Energien – Solarthermie und Umgebungs- 2003/04 und 2011/12 um 3 % auf 194 PJ gestiegen. Biomasse hat in diesem Zeitraum mit einer
wärme – spielten erst eine kleinere Rolle. Die zur Wärmeerzeugung eingesetzte Biomasse war zu Steigerung um 11,3 PJ auf 63,6 PJ Heizöl als wichtigsten Energieträger überholt. Berücksichtigt man
94 % Holz-basiert, wobei Brennholz mit 61 PJ und Sägerestholz (Hackschnitzel, Sägenebenproduk- die Fernwärme auf Basis von Biomasse, erhöht sich der Verbrauch sogar um weitere 11 PJ auf 75 PJ.
te, Rinde) mit 70 PJ die größten Anteile einnahmen. Mit 75 PJ elektrischer Energie wurde etwa ein Der Heizöleinsatz ist dagegen um 15 PJ auf 44,7 PJ gesunken, womit Heizöl hinter Erdgas nur noch
Drittel des gesamten Stromverbrauches (223 PJ) im Jahr 2013 für die Wärmeerzeugung genutzt. auf dem dritten Platz bei der Beheizung von Wohnräumen in Österreich liegt.
Anteile Wirtschaftssektoren am Endenergieverbrauch Wärme 2013 Eingesetzte Heiztechnologien in österreichischen Haushalten
Holz, Hackschnitzel,
Holz, Holz, Pellets, Holzbriketts
Dienst- Private Hackschnitzel, Hackschnitzel, von 18,7 auf 20,3 %
leistungen Haushalte 42,1 % Private Haushalte Fernwärme Holzbriketts, Holzbriketts, Kohle, Koks, Briketts
Fernwärme von 2,0 auf 0,5 %
Pellets Pellets
Heizöl, Flüssiggas
40,0 % Sachgüterproduktion von 26,5 auf 19,2 %
Gesamt 2003/2004 2011/2012
Elektr. Strom
580 PJ 15,9 % Dienstleistungsbereich 3.429.721 3.646.830 von 7,8 auf 6,5 %
Haushalte Haushalte Heizöl, Erdgas von 26,3 auf 25,5 %
Erdgas Heizöl, Flüssiggas Solar, Wärmepumpen
2,1 % Landwirtschaft Flüssiggas von 0,8 auf 2,9 %
Fernwärme
Sachgüter- Erdgas
Elektr. von 18,0 auf 25,0 %
produktion Elektr.
Werte für Prozesswärme, Raumwärme und Kälte Strom
Strom Quelle: Statistik Austria,
Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013, Österreichische Energieagentur Energieeinsatz der Haushalte
Die wichtigsten Wärmenutzer unter den heimischen Wirtschaftssektoren waren im Jahr 2013 private Der Marktanteil der fossilen Energien bei der Beheizung österreichischer Haushalte ist zwischen
Haushalte, gefolgt von der Sachgüterproduktion. Bei einem endenergetischen Gesamtverbrauch in der 2003/04 und 20011/12 von 54,8 % auf 45,2 % gesunken. Einen starken Rückgang verzeichnen vor
Höhe von 580 PJ inklusive Strom für Wärme lagen die privaten Haushalte mit 244 PJ nur knapp vor der allem die mit Heizöl oder Flüssiggas beheizten Haushalte, deren Anzahl sich im Vergleichszeitraum
Industrie mit 232 PJ. Auf den Dienstleistungsbereich entfielen 92 PJ. Nur einen sehr geringen Anteil um über 207.000 auf 700.848 reduzierte. Nur mehr 17.940 Haushalte griffen auf Kohle zurück. Die
machte die Landwirtschaft mit einem Endenergieverbrauch von 12 PJ aus. Anzahl der mit Holz beheizten Haushalte stieg um etwa 100.000 auf 740.000 Stück an.
20 21Leistung und Stückzahl jährlich neu installierter Entwicklung der neu installierten Leistung von Pellets-, Stückholz-
Biomassefeuerungen < 100 kW von 2004 bis 2014 und Hackgutkesseln < 100 kW von 2001 bis 2014
MW Anzahl MW
500 12.000 Anzahl 7.000
Hackgutfeuerung 6.000 Pelletsfeuerung
400 10.000 Stückholzkessel
8.000 Pelletskessel 5.000 Hackgutfeuerung
300 4.000
6.000 Leistung Stückholzkessel
200 Hackgutfeuerung 3.000
4.000 Stückholzkessel
100 Pelletskessel 2.000
2.000
1.000
0 0 Quelle:
Landwirtschaftskammer 0 Quelle:
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Niederösterreich, Landwirtschaftskammer
Biomasseheizungserhebung
2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2014 Niederösterreich,
kumulierter Zuwachs der Nennwärmeleistung, ohne Biomasseöfen und -herde Biomasseheizungserhebung
Der Markt für Biomassekessel war von1994 bis 2007 durch starkes Wachstum geprägt. Nach einem
deutlichen Knick im Jahr 2007, bedingt durch niedrige Ölpreise – bei Pelletskesseln verstärkt durch Die Gesamtleistung der zwischen 2001 und 2014 in Österreich installierten Biomassefeuerungen
die Angebotsverknappung des Brennstoffes – erholte sich der Markt wieder. Mit fast 12.000 instal- < 100 kW summiert sich auf mehr als 6.700 MW. Dabei liegen Pellets-, Hackgut- und Stückholz
lierten Einheiten erreichten die Verkaufszahlen bei Pelletskesseln im Jahr 2012 einen neuen Rekord. kessel nach Leistungssummen in etwa gleich auf. Der Höchstwert der jährlich installierten Gesamt-
Zwei warme Winter in Folge und der starke Rückgang der Erdölpreise führten 2014 zu einem dras- leistung datiert aus dem Jahr 2012 mit 632 MW, gefolgt von 2008 mit 615 MW.
tischen Einbruch beim Absatz von Biomassekesseln. Die durchschnittliche Kesselgröße der im Jahr
2014 installierten Anlagen unter 100 kW betrug bei Hackgutanlagen 48 kW, bei Stückgutkesseln
26 kW und bei Pelletskesseln 22 kW.
Die meisten Biomassefeuerungen gibt es in Niederösterreich: Hier wurden seit dem Jahr 2004
Qualitativ hochwertigste Biomasse- Feuerungssysteme
53.119 Biomasse-Zentralheizungsgeräte mit einer Leistung von 1.445 MW installiert. Bei Hackgut
anlagen liegt Oberösterreich mit 11.039 errichteten Feuerungen und 517 MW an der Spitze.
Leistung und Anzahl installierter Biomassefeuerungen < 100 kW
nach Bundesländern (Summe 2004 bis 2014)
MW
Hackgut- Kesselgrößen von 150 kW bis 6500 kW
600
feuerung Innovative Kesseltechnik für Industrie und Gewerbe
500 Speziell für Industrielle Brennstoffe:
400 Stückholz- Hackschnitzel bis Feuchtigkeit M 62
kessel Altholz, Körner jeder Art, Tischlereiabfälle usw.
300 Hochleistungs-Abgaskondensationsanlagen
200 Pellets- Warmwasser- / Heißwasser- / Dampfanlagen
feuerung 365 Tage / 24 Stunden Störungshotline 24/7
100 Kompakte Container-Heizwerk- Lösungen
Quelle:
Landwirtschafts
Anzahl
Anlagen
9.332
16.671
27.116
11.039
12.430
21.369
7.705
13.437
15.596
3.656
6.188
10.924
2.210
5.813
6.785
2.670
5.299
7.475
1.034
3.825
3.356
489
2.866
2.001
163
811
1.250
kammer Nieder Schmid energy solutions GmbH
österreich, Biomasse- Hans Thalammer Straße 4
NÖ OÖ Stmk Ktn T Sbg Bgl Vbg W heizungserhebung 8501 Lieboch
Tel.:03136 / 61580
info@schmid-energy.at
22 www.schmid-energy.at 23Verkaufte Biomasseöfen und -herde in Österreich 2008 bis 2014 Entwicklung der neu installierten Leistung von Biomassekesseln
< 100 kW und der Feinstaubemissionen im Sektor Kleinverbrauch
Anzahl
40.000 Emissionen in Leistung in MW
1.000 Tonnen
2.766 3.273 3.501
35.000 12 6.000 ennwärmeleistung
N
1.870 8.210 Pelletsöfen 11 5.000 Biomassekessel
30.000 8.118 8.802 2.857
7.419 Herde 10 4.000
25.000 F einstaubemissionen
9.155 2.454
26.130 Kleinverbrauch PM 10
20.000 2.399 Kaminöfen 9 3.000
7.411
25.965 24.969 Feinstaubemissionen
8 2.000
15.000 22.354 6.710 Kleinverbrauch PM 2,5
18.564 7 1.000 Quelle:
10.000 14.923 Quelle: Innovative Landwirtschaftskammer
Energietechnologien 6 0 Niederösterreich, Biomasse-
11.692 in Österreich – 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 heizungserhebung,
5.000 Marktentwicklung 2014, Emissionstrends,
BMVIT; kumulierter Zuwachs der Nennwärmeleistung, ohne Biomasseöfen und -herde Umweltbundesamt, 2015
0 Datenerhebung
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Bioenergy 2020+
Die Emissionen bei den Feinstaubgrößen PM 10 und PM 2,5 im Sektor Kleinverbrauch (z. B. Haus-
Nur österreichische Hersteller berücksichtigt
Ein Ofen ist ein Heizgerät, das im Unterschied zum Heizkessel nicht zum Betrieb einer Zentralheizung dient. halte, Gewerbe) sind zwischen den Jahren 2001 und 2013 jeweils um etwa 20 % zurückgegangen.
Die Leistung der installierten Biomassekessel hat sich im gleichen Zeitraum vervielfacht. Moderne
Die jährlichen Verkaufszahlen österreichischer Hersteller von Biomasse-befeuerten Herden und Biomassefeuerungen weisen sehr geringe Feinstaubemissionen auf und ersetzen neben fossilen
Kaminöfen stiegen bis zu den Jahren 2010 und 2011 auf nahezu 40.000 Geräte. Seit 2011 ist ein Heizsystemen auch alte Festbrennstoffheizungen mit hohen Emissionswerten.
Rückgang um 44 % zu verzeichnen. 2014 wurden nur mehr 20.801 Geräte abgesetzt. Besonders
deutlich ging die Zahl der verkauften Kaminöfen zurück. Ein Grund dafür liegt darin, dass einige
österreichische Hersteller sich aus dem Baumarktverkauf zurückgezogen und mehr auf höherpreisi-
ge Sortimente konzentriert haben. Angaben der Regionalenergie Steiermark gehen für das Jahr
Umweltfreundlich Heizen mit HERZ & BINDER
2014 von insgesamt etwa 20.000 verkauften Kaminöfen in Österreich aus.
In Österreich werden jährlich etwa 12.000 Kachelöfen installiert. Insgesamt gibt es in den
heimischen Haushalten derzeit rund 450.000 Kachelöfen (etwa 14 % der Haushalte).
• Biomasseanlagen
Biomasseheizwerke und -KWK-Anlagen im Jahr 2015
4 - 20.000 kW Herz Energietechnik GmbH
7423 Pinkafeld,
office-energie@herz.eu,
Biomasseheizwerke
• Warm-, Heißwasser- www.herz-energie.at
Biomasse-KWK-Anlagen
& Dampfkessel,
Warmluftsysteme
• Wärmepumpen BINDER Energietechnik GmbH
8572 Bärnbach,
Quelle: ÖBMV,
Landwirtschaftskammer Niederösterreich
5 - 110 kW office@binder-gmbh.at,
www.binder-gmbh.at
24 25Wirkungsgrad von geprüften Biomassekesseln
Prozent
Pelletsproduktion in Österreich
100
90 Pellets: Produktionsstandorte und Außenhandel 2014
80 < 20.000 t/a
0 t
DE
20.000–60.000 t/a
.00
:6
70
: 70
60.000–150.000 t/a
7.0
00
CZ
Import: 341.000 t
DE
t
60 Export: 481.000 t
:2
8.0
SK: 6.000 t
00
50 Gesamtproduktion: 945.000 t
t
40 RO: 17
5.000
1980 1985 1990 1996 2001 2007 2012 t
t
CH: 7.200
SI: 6.400 t
Quelle: FJ BLT Wieselburg, Darstellung: Bioenergy 2020+
t
00
6.0
Seit Einführung der Prüfnorm EN 303-5 „Heizkessel für feste Brennstoffe“ in Österreich und der
43
Umsetzung der geltenden strengen gesetzlichen Vorgaben für Wirkungsgrade und Emissionen zeigt
IT:
sich eine signifikante Verbesserung der geprüften Technologien. Heute erreichen sowohl automa- Quelle: proPellets Austria
tische Feuerungen (Pellets, Hackgut) als auch moderne Scheitholzkessel durchwegs Wirkungsgrade
von über 90 %. Die Kohlenmonoxid (CO)-Emissionen als Leitemissionen für die Qualität der Ver- Mit 880.000 Tonnen erreichte der österreichische Pelletsverbrauch im Jahr 2013 einen Höchstwert.
brennung sind bei Biomassekesseln in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich gesunken. 2014 wurden 810.000 Tonnen verbraucht und 945.000 Tonnen produziert. Durch den Aufbau neuer
Standorte in Aspang, Wels und Martinsberg stieg die Produktionskapazität auf fast 1,5 Mio. Tonnen.
Kohlenmonoxid-Emissionen von geprüften Biomassekesseln Die Exporte übertrafen 2014 die Importe bei weitem und wurden zum Großteil in Italien abgesetzt.
CO (mg/NM3)
Österreichische Pelletsproduktion, Produktionskapazität
25.000 und Pelletsverbrauch 1997 bis 2014
Tonnen
20.000 1.600.000
1.400.000
Kapazität
15.000 1.200.000 1.478.000
1.000.000 Produktion
10.000 800.000 945.000
600.000 Verbrauch
5.000 400.000 810.000
200.000
0 0
1980 1985 1990 1996 2001 2007 2012
1997
1998
1999
2000
2003
2004
2005
2006
2008
2009
2002
2001
2012
2013
2014
2007
2010
2011
Quelle:
Quelle: FJ BLT Wieselburg, Darstellung: Bioenergy 2020+ proPellets Austria
26 27Biokraftstoffe-Kreislauf
O C O
Energie O C O
1.770 kg
Biodiesel 18.500 km/ha
O C O
2.000 kg
Presskuchen
18.400 km/ha
1 ha Raps
Pflanzenöl
1.690 kg
Eiweißfutter
Dünger 19.300 km/ha
1 ha Getreide Bioethanol
71.200 km/ha
Annahmen:
Biogas
1 ha Mais Gärreste Durchschnittserträge in Österreich,
Treibstoffverbrauch auf 100 km:
je 6 l für Biodiesel und Pflanzenöl,
7,5 l für Bioethanol, 5 kg für Biogas
28 29Biotreibstoffe Anteile Wirtschaftssektoren am Endenergieverbrauch Treibstoffe 2013
91,8 % Transport
Energieträgermix Endenergieverbrauch Verkehr 2013 5,0 % Sachgüterproduktion
Gesamt Transport
71,6 % D iesel 2,7 % Landwirtschaft
402 PJ
20,3 % B enzin
Benzin 6,3 % B iogene
sonst. 0,5 % Dienstleistungsbereich
Biogene 403.680 t Biodiesel
flüssig
89,274 t Bioethanol
Gesamt Biogener Bioethanol 78,953 t sonst. Biogene Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013, Österreichische Energieagentur
Diesel 324 PJ Anteil
flüssig
Biodiesel 1,5 % Elektrische
Energie In Österreich wurden über alle Sektoren im Jahr 2013 402 PJ an Treibstoffen verbraucht, inklusive
11 PJ Strom, die für Verkehrszwecke eingesetzt wurden. Anders als in der Grafik auf der linken
0,4 % Erd- und
Seite sind hier Luftfahrt, Schifffahrt, Eisenbahn und Transport in Pipelines mit berücksichtigt.
Flüssiggas
Fast ausschließlich wurden dabei fossile Energieträger eingesetzt. Zu 63,4 % wurde Diesel
Quelle: Statistik Austria, genutzt und zu 23,9 % Benzin. Wenig überraschend wurden Treibstoffe bei einem Verbrauch von
Sonstiger Landverkehr ohne Eisenbahn, Schifffahrt, Flugverkehr und Transport in Pipelines Energiebilanz 2013 370 PJ zu 91,8 % im Transportbereich verwendet. Für die Sachgüterproduktion kamen 20 PJ zum
Einsatz. Der Anteil der Landwirtschaft erreichte 11 PJ bzw. 2,7 %. Kleinster Verbraucher war der
Der österreichische Treibstoffverbrauch ist seit Mitte der 1980er-Jahre rasant angestiegen und Dienstleistungsbereich mit 2 PJ.
lag im Jahr 2005 bei 8,24 Mio. Tonnen bzw. 357 PJ. Die Nachfrage nach Diesel vervierfachte sich
in diesem Zeitraum und blieb seitdem auf diesem hohen Niveau. Der gesamte Treibstoffverbrauch
erreichte im Jahr 2013 etwa 7,7 Mio. Tonnen oder 324 PJ.
Seit 2005 müssen fossilen Treibstoffen biogene Kraftstoffe beigemischt werden (EU-Richtlinie
2003/30/EG). Der Einsatz von Biotreibstoffen wurde zwischen 2005 und 2013 von 2,3 PJ auf 21,9 PJ
gesteigert. Biodiesel wurde 2013 zu 88 % in der vorgeschriebenen Beimischung zu fossilem Diesel
abgesetzt, der Rest wurde in Reinform oder anderen Mischungsverhältnissen verwendet. Bioetha-
nol wurde nahezu ausschließlich als Beimischung zu Benzin, Pflanzenöl in Reinform genutzt. • Die österreichische Plattform für F&E im Bereich der Bioenergie
Entwicklung des Treibstoffverbrauchs in Österreich 1970 bis 2013 • Ihr kompetenter Partner für spezielle Technologietransferleistungen
und internationale Innovationsprogramme
Inkrafttreten Biokraftstoffbeimischverpflichtung 255,1 Diesel
PJ Okt. 2005
300 66,0 Benzin
250 16,2 Biodiesel
(Beimischung)
200
2,9 sonstige Biogene
150 flüssig (Biodiesel pur
100 und Pflanzenöle)
50 2,8 Bioethanol
(Beimischung)
0
1973
1976
1979
1982
1985
1988
1994
1997
2000
2003
2006
2009
1970
1991
2012
2013
Quelle: Statistik Austria,
Energiebilanzen 1970-2013
Energetischer Endverbrauch der Energieträger Benzin, Diesel, Biodiesel (Beimischung), Bioethanol (Beimischung) und sonstige
Biogene flüssig (Biodiesel pur und Pflanzenöle). Der Endverbrauch umfasst sämtliche Sektoren (Haushalte, Landwirtschaft, produ-
zierender Bereich, Verkehr, öffentliche und private Dienstleistungen).
30 31
BIOENERGY 2020+ GmbH, Inffeldgasse 21b, 8010 Graz, 0316 / 873 9201, office@bioenergy2020.eu; www.bioenergy2020.euBiokraftstoffproduktion in Österreich 2005 bis 2014 Verwendung der österreichischen Ackerfläche 2013
Tausend Tonnen 48,1 % Futtermittel (651.200 ha)
32,3Öl% Lebensmittel (437.600 ha)
700 Biodiesel - 8,8 % Ölfrüchte (119.300 ha)
600 Produktionskapazität Ölfrüchte
2,8 % Bracheflächen (38.600 ha)
500 Biodiesel - 0,9 % Sonstiges (12.500 ha)
Futter- 7,0 % Bioenergie Gesamtfläche (94.800 ha)
400 produziert Gesamt mittel
1,35 Mio. ha 1,8 % Sonstige Bioenergie:
300 Bioethanol -
Biogas, Miscanthus, Kurzumtrieb (24.700 ha)
200 Produktionskapazität Lebens- 0,4 % Nettofläche Biotreibstoffe (5.100 ha)
100 Bioethanol - mittel
4,8 % Substitutionseffekte durch Eiweißfuttermittel
produziert Biotreibstoffproduktion (65.000 ha)
0
Quelle: Grüner Bericht 2014, BMLFUW, Landwirtschaftskammer Österreich
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Quelle: Arge Biokraft,
Umweltbundesamt
Im Jahr 2013 wurde eine Ackerfläche von 1,35 Mio. ha (16,2 % der Staatsfläche) in Österreich
bewirtschaftet. Den größten Anteil nahm der Getreideanbau mit 784.000 ha (57,9 %) ein, gefolgt
Die Produktionskapazität der österreichischen Biodiesel-Anlagen ist zwischen 2012 und 2014 von
vom Feldfutterbau mit 272.800 ha (20,1 %). 48,1 % der Ackerfläche wurden für die Futtermittel-
650.000 Tonnen auf 480.000 Tonnen zurückgegangen. Die Anzahl der Produktionsanlagen ist von
erzeugung, 32,3 % für die Nahrungsmittelproduktion und 7,0 % zur Energieproduktion eingesetzt.
14 auf acht gesunken. Trotzdem ist die Produktion 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 15 % auf
Rund 70.000 ha (5,2 %) wurden 2013 zur Erzeugung von Biokraftstoffen genutzt. Bei der
269.000 Tonnen Biodiesel gestiegen. Diese Menge setzt sich zu 73 % aus pflanzlichen Frischölen,
Produktion von Bioethanol und Biodiesel werden Eiweißfuttermittel erzeugt, die im Inland 6.000 ha
zu 17 % aus Altspeiseöl und zu 9 % aus Tierfetten zusammen. Das bedeutet, dass ein Viertel des
Futtergetreide und in Südamerika 59.000 ha zum Teil genveränderten Soja ersetzen und damit die
in Österreich produzierten Biodiesels aus Abfällen gewonnen wird. Bei der gesamten heimischen
Importabhängigkeit auf diesem Sektor verringern. Unter Berücksichtigung der Substitutionseffekte
Biodiesel-Produktion verzichtete man gänzlich auf den Einsatz von Palmöl.
durch Eiweißfuttermittel wurden 2013 lediglich 0,4 % der Ackerfläche für Biotreibstoffe verwendet.
Mit einer Jahresproduktionskapazität von 190.000 Tonnen kann die gesamte heimische Nach-
frage nach Bioethanol aus der einzigen österreichischen Produktion in Pischelsdorf/NÖ bedient EU 28-Getreidebilanz und Vorschau bis 2024
werden. Im Jahr 2014 wurden dort 190.000 Tonnen Bioethanol hergestellt. Den größten Anteil
der eingesetzten Ausgangsstoffe nimmt Mais mit 55 % der Gesamtmenge, gefolgt von Getreide Mio. Tonnen
(45 %), ein. Als wertvolles Koppelprodukt entsteht bei der Biokraftstoff-Produktion Eiweißfutter.
350 Produktion
Produktionsstandorte für Biokraftstoffe im Jahr 2015 Export
300
Import
250
Bioethanol
200 Verbrauch
Pflanzenölanlagen
Ernährung
150
Biodieselanlagen und Industrie
100 Verbrauch
Bioethanolanlage Tierfutter
50
0
Quelle:
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Europäische
Kommission
Die EU-Getreideproduktion erzielte mit 320 Mio. Tonnen im Jahr 2014 einen Rekordwert. Auch die
Exporte übertrafen mit 34 Mio. Tonnen klar die Importe von 15 Mio. Tonnen. Der Getreideverbrauch
in der EU wird nach Prognosen der EU-Kommission bis 2024 auf 292 Mio. Tonnen steigen, aber noch
Quelle: Arge Biokraft, Agrar Plus deutlich unter der Produktion liegen. Für das zur Bioethanolerzeugung verwendete Getreide erwar-
tet die Kommission bis 2020 einen Anstieg auf 16 Mio. Tonnen, danach wieder einen Rückgang.
32 33Produktion und Verbrauch von Getreide in Zentraleuropa 2014/15 Strom aus Biomasse
Nettoexportregion: Österreich, Slowakei, Tschechien, Ungarn
in Tausend t
15.000 Weizen:
14.216 Produktion Energieträgermix Stromaufkommen 2013
12.000 8.206 Verbrauch
58,5 % Wasserkraft
11,7 % Sonstige Erneuerbare
9.000 Gerste: Wasserkraft 4,4 % Wind
4.769 Produktion 0,8 % Photovoltaik
< 0,1 % Geothermie und
6.000 3.872 Verbrauch Wärmepumpe
Laugen 0,3 % Abfall erneuerbar
Gesamt Wind 3,1 % Holz-basiert
3.000 Mais: 259 PJ
Biogas 0,8 % Biogas
1,9 % Laugen
14.267 Produktion Holz- 0,3 % Sonst. Biogene fest
0 9.658 Verbrauch Erdgas basiert 9,3 % Erdgas
8,5 % Kohle
Weizen Gerste Mais Quelle: AMA 1,0 % Öl
Importe Kohle 1,0 % Abfall nicht erneuerbar
10,1 % Stromimporte
Die mittel- und osteuropäische Region Österreich, Slowakei, Tschechien und Ungarn erwirtschaf-
tete im Jahr 2014/15 einen Marktüberschuss von 11,5 Mio. Tonnen Getreide. Hauptanteil daran Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013
hatte Ungarn mit einem Überschuss von 7,5 Mio. Tonnen. Österreich ist Getreide-Nettoimporteur:
4,9 Mio. Tonnen Produktion steht ein Verbrauch von 5,3 Mio. Tonnen gegenüber. Der energetische Endverbrauch von Strom betrug im Jahr 2013 223 PJ. Um die Verteilung auf die
Der Wert einer Tonne exportierten Weizens überstieg 2014/15 mit durchschnittlich 250 Euro Energieträger richtig wiedergeben zu können, ist jedoch das gesamte Stromaufkommen von 259 PJ
jedoch bei weitem jenen von Importweizen in der Höhe von189 Euro. Dies liegt daran, dass Öster- entscheidend, in dem auch 10 % Importe enthalten sind. Zu beinahe 60 % wurde Strom in Öster-
reich vor allem hochwertigen Qualitätsweizen nach Italien liefert und Weizen geringerer Qualität reich 2013 aus Wasserkraft gewonnen. Der Anteil der fossilen Energieträger Erdgas, Kohle und Erd-
aus östlichen Nachbarstaaten für den industriellen Bedarf importiert. öl ging auf 18,8 % (ohne Importe) zurück. Hinter der Wasserkraft hatte Strom aus Biomasse unter
den erneuerbaren Energiequellen mit 17 PJ bzw. 6,5 % die größte Bedeutung. Windkraft leistete
Energiefluss im Nahrungsmittelsystem einen Beitrag von 4,4 % (11 PJ), Photovoltaik von 0,8 % (2 PJ) an der Stromerzeugung.
Energie pro Jahr in Kilokalorien (1 x 1015 BTU) Anteile Wirtschaftssektoren am Endenergieverbrauch Strom 2013
12
10 3,7 % Einzelhandel Dienst-
61,0 % Sachgüterproduktion
leistungen
6,6 % Kommerzielle
8 Essensbereitstellung 25,0 % Private Haushalte
6,6 % Verpackungsmaterial Gesamt
6 Private
13,2 % Dienstleistungsbereich
13,6 % Transport Haushalte 137 PJ
4 16,4 % Verarbeitende Industrie
0,7 % Landwirtschaft
21,4 % Landwirtschaftliche Produktion
2 31,7 % Lagerung und Sachgüter-
Vorbereitung im Haushalt produktion
0 Elektrische Anwendungen ohne Traktion und Wärme
Verbrauchte Nährwert BTU = British Thermal Unit Quelle: Statistik Austria, Energiebilanz 2013, Österreichische Energieagentur
Energie Quelle: The University of Michigan
Vom energetischen Endverbrauch in der Höhe von 223 PJ flossen 75 PJ in die Wärmegewinnung
Laut einer Studie der University of Michigan sind pro Kilokalorie Nährwert, die in einem durch-
und 11 PJ in die Elektromobilität. Anders als beim Wärmeverbrauch lag die produzierende Industrie
schnittlichen Nahrungsmittel steckt, etwa zehn Kilokalorien fossile Energie notwendig, um dieses
beim Einsatz von elektrischer Energie deutlich vor den privaten Haushalten. 83 PJ wurden im Jahr
bereitzustellen. Untersuchungen der Preissteigerung bei Weizen für die Jahre 2007 und 2008 zei-
2013 bei der Sachgüterproduktion verbraucht. Hinter den privaten Haushalten (34 PJ) rangierte der
gen, dass etwa 80 % davon auf dem gestiegenen Erdölpreis und den von diesem stark abhängigen
Dienstleistungsbereich mit 18 PJ an dritter Stelle.
Transportkosten beruhen.
34 35Entwicklung der Engpassleistung „sonstiger Ökostromanlagen" Ökostrom-Einspeisemengen in Österreich 2014 im Rahmen
mit Vertragsverhältnis zur OeMAG der Ökostromförderung gemäß Ökostromgesetz
MW Windkraft
Photovoltaik 23,7 % Biomasse fest inkl. Abfall
3.000 Biomasse fest
Geothermie Windkraft inkl. Abfall 6,6 % Biomasse gasförmig
2.500 Deponie- und < 0,1 % Biomasse flüssig
2.000 Klärgas Gesamt 4,3 % Photovoltaik
1.500 Biomasse
flüssig 8.199 GWh Biomasse 0,2 % Deponie- und Klärgas
1.000 Biomasse (30 PJ) gasförmig
500 < 0,1 % Geothermie
gasförmig
0 Biomasse fest 20,8 % Kleinwasserkraft
Klein-
inkl. Abfall 44,4 % Windkraft
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
wasserkraft
Quelle: Quelle: E-Control Austria, OeMAG
„Sonstige Ökostromanlagen" umfassen Ökostromanlagen ohne Kleinwasserkraft bis 10 MW E-Control Austria, OeMAG
Die 2014 in Ökostromanlagen (hier wird die Großwasserkraft nicht mitgerechnet) produzierte
Im Jahr 2002 trat in Österreich das Ökostromgesetz in Kraft. Dadurch kam es ab 2003 zu einer dy- elektrische Energie von 8.199 GWh wurde zum Großteil von Windkraft, fester Biomasse und Klein-
namischen Entwicklung beim Ausbau von Ökostromanlagen. Ende 2006 hatten Anlagen mit einer wasserkraft bereitgestellt. Die geförderten Ökostrom-Einspeisemengen aus Kleinwasserkraft haben
Leistung von 1.318 MW einen vertraglich geregelten Netzzugang mit der Ökostrom-Abwicklungs- sich von fast 4.000 GWh aus dem Jahr 2004 auf 1.703 GWh im Jahr 2014 reduziert, da zahlreiche
stelle OeMAG. Die Gesetzesnovelle von 2006 brachte den Ausbau weitgehend zum Erliegen. Anbieter aufgrund des gestiegenen Marktpreises den Ökostromtarif verlassen haben. Daher wurde
Die erneute Novellierung des Ökostromgesetzes 2012 führte zu einem steilen Anstieg beim An- in der unteren Abbildung auf die Darstellung der Kleinwasserkraft verzichtet.
lagenbau von 1.542 MW (2011) auf 2.802 MW (2014). Von diesem Zugewinn profitierten vor allem Die Einspeisemengen für Windkraft haben sich seit 2003 um fast das Zehnfache auf 3.640 GWh
die Windkraft mit einer Erhöhung um fast das Zweifache auf 1.981 MW und die Photovoltaik mit erhöht. Die Photovoltaik kletterte zwischen den Jahren 2011 und 2014 von 39 GWh auf 351 GWh.
einer Steigerung der Leistung um über das Siebenfache auf 404 MW. Bei der Bioenergie (Biomasse Die von der OeMAG abgenommenen Ökostrommengen aus Biomasse und Biogas stiegen von 2003
gasförmig, flüssig und fest inkl. Abfall) stagniert die Leistung seit 2007 bei rund 400 MW elekt- bis 2009 von 143 GWh auf 2.522 GWh. Seitdem bewegen sie sich auf konstantem Niveau. Etwa
risch. Im Bereich fester Biomasse sind derzeit Anlagen mit einer Engpassleistung von 319 MWel in 54 % des aus Biomasse erzeugten Stromes wurden 2013 über das Ökostromregime abgewickelt.
Betrieb. Weitere 125 MWel sind genehmigt und könnten künftig zur Ökostromproduktion beitragen.
Überblick über die Engpassleistung anerkannter Anlagen und Von der OeMAG abgenommene Ökostrommengen zwischen
Anlagen mit Vertragsverhältnis 2003 und 2014 (ohne Kleinwasserkraft)
Energieträger Vertragsverhältnis Vertragsverhältnis Anerkannte Anlagen GWh
(Stand jeweils 31.12.) (Stand 31.12. 2014) (Stand 31.12.2014)
MWel MWel MWel MWel Anzahl MWel Anzahl
7.000
2002 2006 2010 2014 2014 2014 2014 Anderer unterstützter
6.000 Ökostrom
Biomasse gasförmig 14,3 62,5 79,2 80,5 289 113,9 384
Biomasse fest inkl. Abfall 55,0 257,9 324,9 318,6 129 443,1 234 5.000 Photovoltaik
Biomasse flüssig 12,6 14,7 9,4 2,8 27 25,2 93
Deponie- und Klärgas 9,9 13,7 21,2 14,3 39 30,8 76 4.000 Windkraft
Zwischensumme Bioenergie 91,7 348,8 434,6 416,2 484 613,0 787
3.000 Biomasse flüssig
Geothermie 0,9 0,9 0,9 0,9 2 0,9 2
Photovoltaik 12,8 15,3 35,0 404,4 17.597 1099,1 67.188 2.000 Biogas
Windkraft 114,7 953,5 988,2 1.980,6 375 2.936,4 384
Zwischensumme „sonstige Ökostromanlagen" 220,1 1.318,4 1.458,7 2.802,1 18.458 4.649,5 68.361 1.000 Biomasse fest
Kleinwasserkraft bis 10 MW 980,0 320,9 303,8 390,9 1.864 1.405,8 3.092
0 inkl. Abfall
Gesamt 1.200,1 1.639,3 1.762,5 3193,0 20.322 6.055,3 71.453
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Quelle:
Quelle: E-Control Austria, OeMAG E-Control Austria, OeMAG
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