DIE UNTERSCHÄTZTE HORIZONTALE. DAS GESIMS IN KUNST UND ARCHITEKTUR - GRAPHISCHE SAMMLUNG ETH ZÜRICH, RÄMISTRASSE 101
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Meister GA mit der Fussangel, Dorisches Gesims, 1530–1540, Kupferstich, 21.7 × 13.6 cm, Graphische Sammlung ETH Zürich
DIE UNTERSCHÄTZTE
HORIZONTALE. GRAPHISCHE SAMMLUNG
ETH ZÜRICH, RÄMISTRASSE 101
DAS GESIMS IN KUNST 25. AUGUST —
14. NOVEMBER 2021
UND ARCHITEKTUREINFÜHRUNG
Gesimse finden sich überall. Die Trauflinie jeder urba Die unterschätzte Horizontale steht für einmal im
nen Strasse stellt ein Sammelsurium von Gesimsen in Fokus und lädt nicht zuletzt auch dazu ein, über sich
verschiedensten Ausgestaltungen, Materialien und verändernde Ausdrucksformen in einer Kultur zu
Wartungszuständen dar. Fenster, Türen, Decken, Spie sprechen. Das Gesims ist sowohl in realer als auch
gel und Wandverkleidungen aus allen Jahrhunder in gedachter Form Architektur, und daher ein wich
ten schmücken sich mit kunstvollen Profilen. Autos, tiges Element nicht nur der gebauten Umwelt, son
Kleidung, Möbel und Haushaltsgegenstände weisen dern ebenso der Druckgraphik und Zeichnung. Diese
ihre eigenen gesimsartigen Elemente auf. Streifen, Aspekte lassen sich in der Graphischen Sammlung
Bänder und Linien aus Farbe wirken wie Gesimse, ETH Zürich anhand einer einzigartigen Auswahl von
wenn sie Artefakte jeglicher Art einrahmen oder krö über 150 Zeichnungen, Drucken, Büchern und Objek
nen. In Gemälden, Radierungen und Fotografien von ten vom 15. Jahrhundert bis heute entdecken. Dabei
Gebäuden und Strassen bilden Gesimse ein kompo folgt die Präsentation nicht einer chronologischen
sitorisches Element und können den Rahmen für eine Ordnung, sondern gruppiert sich in verschiedene The
Szene sein, die sich darin abspielt. men, die unterschiedliche in der Geschichte stets wie
derkehrende ästhetische und kulturelle Phänomene
Gesimse erzählen viel über unsere Geschichte. Ein reflektieren. Diese Themenbereiche stellen Werke aus
wesentliches Anliegen der Ausstellung ist es daher, verschiedensten Stilrichtungen, historischen Epochen
die Aufmerksamkeit auf die Persistenz des Gesimses und Ländern nebeneinander und erlauben es so den
in der europäischen Architektur und Bildkultur zu len Besucher*innen das Phänomen «Gesims» aus ver
ken und aufzuzeigen, wie dieses grössere kulturelle schiedenen Blickwinkeln zu entdecken.
und ästhetische Bewegungen reflektiert. Als zentra
ler Bestandteil der klassischen Architektur wurde das Kuratiert von der Graphischen Sammlung ETH Zürich,
Gesims seit der Antike gezeichnet, vermessen, entwor Dr. Linda Schädler, und der Professur für Geschichte
fen, fabriziert, konstruiert und diskutiert. Dabei stand und Theorie der Architektur ETH Zürich, Prof. Dr.
es erstaunlich oft im Zentrum der Aufmerksamkeit: Maarten Delbeke
von Kritiker*innen, die ihre Architekturvorstellungen Assistenzkurator*innen: Anneke Abhelakh (gta), David
formulierten, von Architekt*innen, die ein gebautes Bühler (gta) und Dr. Emma Letizia Jones (ehemals gta)
Statement abgaben, sowie von Kunstschaffenden, die
das Potential ihres Mediums ausloteten. So eröffnet
die Geschichte des Gesimses einen neuen Blickwinkel
auf die grössere Geschichte der Architektur und ihrer
bildlichen Umsetzungen.
Weit davon entfernt, ein nur für Fachpersonen inter
essantes Detail zu sein, verkörpert das Gesims durch
seine Allgegenwärtigkeit viele Schnittstellen zwischen
Gebäuden und ihrem grösseren Kontext. Gesimse for
men gleichsam die Silhouette von Strassenzügen und
die Ränder von Innenräumen. Sie machen Eigentums
grenzen sichtbar und verweisen auf soziale Aspira
tionen. Sie zeigen, wie Formen aus Gewohnheit fort
bestehen, selbst wenn sich Herstellungsmethoden
ändern. Sie veranschaulichen die Art und Weise, wie
die bruchstückhaften Geister der klassischen Archi
tektur popularisiert werden und über verschiedene
Massstäbe, Materialien und Medien hinweg mutie
ren. Sie erzählen von den unterschiedlichen Absichten
ihrer Urheber*innen, wenn diese Räume dekorieren,
Fugen artikulieren, technische Installationen ver
Mit freundlicher Unterstützung: stecken, Fassaden verschönern, Möbel monumenta
lisieren, Kostbarkeiten einrahmen und Ereignisse in
ORAC, Oostende Szene setzen. 31 2
DAS GESIMS IN DER KRISE DER STOFFWECHSEL DES GESIMSES
Im Jahr 1930 hielt Frank Lloyd Wright einen Vortrag (ca. 30–15 v. Chr.) zu verstehen. So etwa bei Francesco Der beständige Charakter bestimmter Gesimsformen
mit dem Titel The Passing of the Cornice (dt. Das Ver di Giorgio Martini. Das erste volkstümliche (nicht kann materielle, zeitliche und sogar geografische
schwinden / Hinscheiden des Gesimses). Wright for lateinische) Kompendium zur klassischen Architektur, Grenzen transzendieren und dabei Fragen dazu auf
derte die völlige Abschaffung des Gesimses, da es der spanische Medidas del Romano (1526) von Diego werfen, wie das Gesims durch fortwährende Mate
sich um eine aus der Vergangenheit übernommene Prévost Sagredo, enthält zwei Holzschnitte, die erklä rialerneuerung zeitgenössisch bleibt und wie das
und aufgesetzte Form der Gebäudedekoration han ren, wie die verschiedenen Teile des Gesimses den architektonische Ornament seine Relevanz für das
dele. Le Corbusier äusserte ähnliche Gedanken, als Gesichtszügen entsprechen. Diese Bilder verbreiteten heutige Leben bewahrt. Das Gesims ist ein beständi
er seinen Fünf Punkten zu einer neuen Architektur als sich dank der zahlreichen Übersetzungen und Aus ges Zeugnis alchemistischer Stoffwechsel, nicht nur
sechsten die «Unterdrückung des Gesimses» hinzu gaben des Werks in ganz Europa, so auch über die hier von Holz zu Stein, sondern auch von Stein zu anderen
gefügt hatte, da er die Meinung vertrat, dass dieses gezeigte französische Übersetzung von 1555. hier ausgestellten Materialien wie Keramik, Polystyrol,
durch die modernen Konstruktionsweisen überflüssig Glasfaser und Gips.
geworden sei. Diese extreme Ablehnung des Gesim Doch im 20. Jahrhundert interessierten sich die Archi
ses durch die Architekt*innen des frühen 20. Jahrhun tekten weniger für dekorative Architektur und deren Als ein Fragment, das sein Material im Laufe der Zeit
derts illustriert, wie dieses Element, weit mehr als die über lange Zeit hinweg geglaubten Ausdrucksformen verändert, aber seine wesentlichen formalen Aspekte
Säule oder das Gebälk, das symbolisierte, was die des Charakters. Argumente für ihre Beibehaltung, wie beibehält, kann das Gesims vor dem Hintergrund
Modernisten als grösstes Hindernis zur Verwirklichung beispielsweise die Wirkung von Gesimsornamenten Jacques-François Blondel, Entablement Toscan de S cammozy (li) der Stoffwechseltheorie des deutschen Architekten
ihrer Architektur betrachteten: Konservatismus, Macht in Bezug zum menschlichen Antlitz, erschienen zuneh und Entablement Toscan de Vignole (re) aus: Blondel, Gottfried Semper aus dem neunzehnten Jahrhundert
Jacques-François; Patte, Pierre: Cours d’architecture, ou Traité
der Gewohnheit, Irrationalität und das gedankenlose mend irrational. Dennoch verblieb das Gesims wei de la décoration, d
istribution & construction des bâtiments, betrachtet werden. Sempers Theorie, die er in Der Stil
Kopieren historischer Formen ohne die Erfordernisse terhin ein Thema in der Genealogie der modernen Paris 1771–1777, Tome 1 (1771), Pl. 11 & 12. in den technischen und tektonischen Künsten (1860–
der Gegenwart zu berücksichtigen. Indem sie die Architektur. Dies vielleicht nirgendwo so sehr wie ETH-Bibliothek Zürich, RAR 441, 1862) aufgestellt hatte, untersuchte das Phänomen,
https://doi.org/10.3931/e-rara-366 / Public Domain Mark
Abschaffung des Gesimses als eine radikale Geste beim Abriss der frühen Wolkenkratzer in Chicago dass die Architektur ihre charakteristischen Formen
darstellten, anerkannten die Modernisten dessen (entworfen von Wrights Mentoren Adler & Sullivan) bei Übergängen von einem Baumaterial zum ande
Macht, während sie gleichzeitig stillschweigend ein in den 1960er und 1970er Jahren. In dieser Zeit wurde ren beibehält. Bei der Verwendung neuer Materia
gestanden, dass das Gesims mit seinen dekorativen das Gesims erneut zum Symbol einer kulturellen Krise, lien werden Gesimsprofile manchmal beibehalten, in
Elementen menschliche Empfindungen ansprach, die wobei es aber dieses Mal zum Ausdruck einer zu anderen Fällen aber auch so verändert, dass sie neue
sich einer Rationalisierung entziehen. Unrecht aufgegebene Architektur wurde, deren Orna Bedeutungen annehmen und hybride kulturelle und
ment und Raffinesse in starkem Kontrast zur Tristesse technologische Erinnerungen erzeugen. So weisen
In seiner Publikation Cours d‘Architecture versuchte des übertriebenen Rationalismus der Nachkriegssied beispielsweise Gesimsfragmente, die in der indischen
der französische Architekt und Lehrer Jean-François lungen stand. und buddhistischen Tempelarchitektur zu finden sind,
Blondel im 18. Jahrhundert diese «menschlichen» auf den reichen indisch-hellenistischen Austausch hin,
Qualitäten, die das Gesims seiner Meinung nach der über Persien stattfand. In anderen Fällen sind die
besitzt, zu vermitteln, indem er die Gesimsprofile Gesimse über ihre ornamentale Kategorisierung hin
verschiedener Säulenordnungen mit menschlichen ausgewachsen und zu Skulpturen geworden, in wel
Gesichtern verglich. Blondels Darstellung suggeriert, chen zeitgenössische Künstler*innen und Architekt*in
dass das Gesims idealerweise im Schnitt komponiert nen neue, persönliche Interpretationen des Gesimses
wird, damit es, sobald es sich in der Horizontalen aus inszenieren. Das Gesims ist nun nicht länger nur ein
dehnt, dem Gebäude wortwörtlich ein Gesicht ver Fragment, das auf seine Vervollständigung wartet,
leiht. Durch diese Analogie wird das Gesims zum zen sondern es ist zu einem eigenständigen Kunstobjekt
tralen Element für die nach Auffassung von Blondel geworden.
wichtigste Qualität eines Gebäudes: seinen «Charak
ter». Gemeint ist hier, dass bei einem Gesims dieser
Art den Betrachter*innen dessen Funktion und Zweck
vermittelt werden können und gleichzeitig die ent
sprechenden Emotionen ausgelöst werden, damit
es angemessen wahrgenommen und wertgeschätzt
wird.
Diese eindrücklichen Bilder stehen in einer Tradi Francesco di Giorgio Martini (1439–1501),
tion, welche in zahlreichen früheren Versuchen der Trattato di a
rchitettura, ms., 1480
Renaissance wurzelt, die aus der römischen Antike Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale,
Fondo Nazionale, II.I. 141
stammenden anthropomorphen Beschreibungen von Su concessione del Ministero della Cultura /
Gebäuden aus Vitruvs Zehn Büchern über Architektur 4 Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze 53 4
DIE TEKTONIK DES GESIMSES DAS GESIMS IN DER STADTPERSPEKTIVE
Das Gesims, das wie das massive Gesims der Opera Im Massstab der Stadt wird das Gesims zu einem urba
Garnier in der Fotografie aus dem 19. Jahrhundert nen Element, das den Strassenraum perspektivisch
von Louis-Émile Durandelle aus der Fassade her rahmt und den Blick der Strasse entlangführt – sowohl
vorragt und mit seinem Überhang oftmals der Schwer im gebauten Umfeld wie auch auf Bildern. Beim Auf
kraft zu trotzen scheint, ist das perfekte Element, um kommen der Zentralperspektive wurde die Beziehung
einen verborgenen konstruktiven Erfindergeist zu zwischen der Architektur als Motiv und als Technik zur
veranschaulichen. Auf den Seiten der hier gezeigten Gestaltung des Bildraums besonders stark ausgeprägt.
Bücher dekonstruieren Constantin Uhde und Johann Unter anderen hat insbesondere Johannes Grave dar
Mathäus Mauch das Gesims in seine grundlegenden auf hingewiesen, dass Architektur – sobald sie in einer
materiellen Bestandteile und legen die ihrer Ansicht zweidimensionalen Darstellung vorkommt – nicht nur
nach universellen Konstruktionsregeln dar, die den zeigt, was dargestellt wird, sondern immer auch, wie
verschiedenen Stilen und Profilen zugrunde liegen. es dargestellt ist. Dies trifft auch auf Gesimse zu. Sie
Dieser Ansatz ist typisch für viele Versuche von Archi geben einen erhellenden Einblick in Darstellungs
tekt*innen des 19. Jahrhunderts, vor allem im deutsch konventionen, vor allem in der Zeit der Renaissance,
sprachigen Raum, das Studium historischer Architek als die Zentralperspektive dominant war. Dieses auf
turbeispiele in eine Lehre universeller Baugesetze zu mathematischen Regeln fussende Perspektivsystem Joannes van Doetecum (d. Ä.) (gest. 1605) und Lucas van
überführen. Durch die Herausarbeitung der tektoni kreiert die Illusion des Renaissance-Stadtraums, der Doetecum (gest. 1575/1589), nach Hans Vredeman de Vries,
Ansicht einer aufsteigenden Strasse zu einem zweitürmigen
schen Prinzipien, die allen Stilen der Vergangenheit in einem zentralen Fluchtpunkt konvergiert. Diese Gebäude hin, Blatt der Folge «Kleine perspektivische
zugrunde liegen, hoffte man zu dieser Zeit, neue Stil- Perspektiven idealisieren und überhöhen (oder ver Architek t uransichten», 1562
Lösungen für die Gegenwart finden zu können. Indem fälschen) die Wahrnehmung der Stadt – von der Radie Radierung auf Papier vergé, NHD II/II
Graphische Sammlung ETH Zürich
diese Darstellungen die Geheimnisse seiner Konstruk rung von Johannes van Doetecum bis zur Fotomon
tion enthüllen, verleihen sie dem Gesims eine neue tage von Mies van der Rohe.
und möglicherweise zeitgenössischere Bedeutung,
die von seinem früheren symbolischen oder reprä Bei der Nachtansicht der Saruwakastrasse des aus
sentativen Stellenwert als Teil des klassischen Systems Edo (Tokyo) stammenden Utagawa Andô H iroshige
losgelöst ist. Ichiryûsai handelt es sich um einen Holzschnitt im
Constantin Uhde (1836–1905), Die Konstruktion Stil von ukiyo-e, oder «Bilder einer fliessenden Welt».
und die Kunstformen der Architektur, 1902 Die geometrische Perspektive der Gebäude, die
Herausgeber: Ernst Wasmuth, Berlin
ETH-Bibliothek Zürich einfachen Linien der Figuren und die Inschriften im
Rechteck verleihen dem Werk eine abstrakte Qualität
wie sie für japanische Holzschnitte typisch ist. Trotz
dem erinnern die ausgeprägte Tiefenperspektive der
Strasse, die fliehenden Gesimse und die Schatten am
Boden auch an idealisierte europäische Perspektiven.
Giovanni Battista Piranesi (1720–1778), Ansicht des Palazzo
Odescalchi, Blatt der Folge «Ansichten von Rom», 1753
Radierung auf Papier vergé, Hind II/V
Graphische Sammlung ETH Zürich
6 75 6
DAS GESIMS ALS BÜHNE GESIMSFRAGMENTE
DER ANTIKEN RUINEN
Architektur übernimmt in der frühneuzeitlichen Das ikonische Gesims der Castor & Pollux-Kolonnade
Druckgraphik oft auch die Funktion eines Komposi ist eines von vielen immer wieder abgebildeten Frag
tionselements. So findet man sie als Bühne für die menten des antiken Roms, die als Ausgangspunkt für
Inszenierung bedeutender religiöser oder kultureller die Architektur der Renaissance und nachfolgende
Ereignisse. In den Beispielen von Marco Dente (nach Epochen dienten. Die Radierungen von Stefano della
Raffael), Marcantonio Raimondi und Albrecht Dürer Bella und Jan Gerritsz. van Bronchorst veranschau
verbindet sich das Gesims mit den anderen Elementen lichen die Omnipräsenz der Antike in Rom, indem sie
des klassischen Gebälks und ruht auf offenen Säulen die Ruinen in Szenen des alltäglichen Lebens einge
gängen, die den statischen Rahmen für dramatische bettet zeigen. Die Gesimse verweisen auf die vergan
figurative Szenen mit biblischen Themen schaffen: gene Pracht des Römischen Reiches, wobei die Ero
ein vernichtendes Feuer, das Martyrium der Heiligen sion ihrer feinen Ornamente gleichzeitig deren Verfall
Cäcilia oder der Eintritt der Jungfrau Maria in den im Laufe der Zeit spürbar macht. Mitte des 18. Jahr
Tempel. In diesen Fällen ist das Gesims die unschein hunderts hob Giovanni Battista Piranesi in seinem Johann Baptist Marzohl (1792–1863)
bare Horizontale, die den Körpern in den virtuos Buch De Romanorum magnificentia et architectura Forum Romanum, um 1810–1863
Aquarell und Bleistift auf Velin
komponierten Szenen als erdende Kraft dient. Doch die einstmals kraftvolle Massivität der römischen Bau Graphische Sammlung ETH Zürich
wenn Pablo Picasso im 20. Jahrhundert das Gemälde werke hervor, indem er ihre Gesimse fast massstabs
David und Bathseba (1526) von Lucas Cranach d. Ä. getreu als beeindruckende individuelle Fragmente
interpretiert, verliert bei ihm das Gesims, den umge Albrecht Dürer (1471–1528), Mariens Tempelgang, abbildete, von denen er sich versprach, dass sie die
benden Figuren entsprechend, seine Stabilität und Blatt 6 der Folge «Das Marienleben», um 1503 Grundlage für eine neue Architektur bilden würden.
Holzschnitt auf Papier vergé, Meder f-g, Ausgabe ohne Text
beginnt zu kollabieren. Dadurch reflektiert es seinen Graphische Sammlung ETH Zürich
unsicheren Status in der sich verändernden Architek Mit der Wiederentdeckung der Polychromie (die Pra
tursprache der Nachkriegsmoderne. xis der farbigen Bemalung von Architektur, Skulptur
und Keramik in der Antike) im 19. Jahrhundert erhielt
Im Gegensatz dazu zeigt eine indische Miniatur- das Gesims, das zuvor nur mittels Licht und Schatten
Pigmentmalerei aus dem 18. Jahrhundert von Shrihathi moduliert worden war, durch die neue farbige Dar
Ragini eine ruhigere und idyllischere Szene. Auch hier stellung eine paradoxe kompositorische Flächigkeit.
rahmen das Gesims und die Säulen das Geschehen in Gottfried Sempers Zeichnungen zeigen Gesimse in
einer Weise ein, welche eine Vertrautheit der indischen zahlreichen spekulativen Farben, die teils auf archäo
Miniaturisten jener Zeit mit westlichen künstlerischen logischen Forschungen beruhten und teils ein Produkt
Vorbildern und Konventionen nahelegt, auch wenn der Phantasie des Architekten waren. Neue Druck
sie dabei einem völlig anderen Blickregime folgen. techniken, wie die Möglichkeit, mit der Chromolitho
Die Beziehung des Gesimses zu den Körpern wird in graphie farbig zu drucken, erleichterten die Verbrei
diesem Fall nicht durch perspektivische Konstruktio tung der Theorie der Polychromie weiter, wie die bunt
nen mit einer hohen Tiefenwirkung geprägt, sondern leuchtenden Gesimse in den Büchern von Jacques
durch ein flächigeres Arrangement der einzelnen Ele Marcantonio Raimondi (um 1470/1482 – um 1527/1534), Ignace Hittorff oder Georges Perrot und Charles
mente und den kraftvollen Einsatz von Farbe in einer nach Raffael, Martyrium der H eiligen Cäcilia, um 1520–1525 Chipiez zeigen. Später nutzte Constantin Uhde die
Kupferstich, dubliert
Ebene. Diese werden so kombiniert, dass ein hierar Graphische Sammlung ETH Zürich neue Technik der Fotomontage, um die plastische Stefano della Bella (1610–1664), Tempel des Vespasian
chisches Grössenverhältnis auf einer Ebene entsteht, Wirkung von Gesimsen in den Mittelpunkt zu stellen und das Forum Romanum, 1656, Blatt 4 der Folge
«Die grossen römischen Ansichten»
in der das Gesims nicht in den Hintergrund rückt, son und sie als ruinöse Fragmente einer vergangenen Zeit Radierung auf Papier vergé, De Vesme/Massar II/II
dern im Vordergrund eine dominante Rolle spielt und und einer potentiellen architektonischen Zukunft zu Graphische Sammlung ETH Zürich
mit den menschlichen und tierischen Körpern selbst isolieren, genauso wie dies Piranesi bereits zwei Jahr
rivalisiert und wetteifert. hunderte zuvor getan hatte.
8 97 8
DIE VERMESSUNG DES GESIMSES URSPRUNGSMYTHEN
In der klassischen Architektur ist das Gesims ein Teil Als die Architekt*innen der Renaissance mit der
des Gebälks, das die Säulen überspannt und nebst Rekonstruktion der idealen klassischen Vergangenheit
dem Gesims aus Architrav und Fries besteht. Ab dem beschäftigt waren, entstanden im architektonischen
späten 15. Jahrhundert versuchten Architekt*innen Diskurs Ursprungsmythen, die erklären sollten, warum
diese antiken architektonischen Ordnungssysteme die Griechen und Römer der Antike so bauten, wie sie
und ihre dekorativen Schemata wiederzubeleben. es taten. Diese Mythen entwickelten sich zunächst aus
Neben den erhaltenen Relikten antiker römischer Bau Renaissance-Interpretationen von Vitruv, wie zum Bei
ten, die vermessen werden konnten, griffen die Archi spiel der frühen illustrierten Ausgabe der Zehn Bücher
tekten auch auf andere Quellen zurück. So enthält zum von Cesare Cesariano. Allerdings hielten sie sich bis
Beispiel das Vitruv-Manuskript aus der Bibliothèque ins 20. Jahrhundert und finden sich auch in den Schrif
Humaniste Sélestat die erste bekannte Zeichnung ten und grafischen Arbeiten von Frank Lloyd Wright.
eines Gesimses. Sie basiert auf einer Beschreibung, In den Narrativen dieser Mythen ist das Gesims ein
die im einzigen überlieferten Text aus der Antike wichtiges Element der klassischen Architektur, das
zu finden ist, den Zehn Bücher[n] über Architektur häufig als «Beweis» für den Wahrheitsgehalt der
von Vitruv. Die Gesimszeichnungen von Giovanni Ursprungslegenden herangezogen wird. Das als
Antonio Dosio und Meister GA mit der Fussangel Hypnerotomachia Polyphili (1499) bekannte Buch,
stellen ebenfalls einige der frühen Versuche dar, die welches von Poliphilos traumartigen Wanderungen
komplexen Profile des Gesimses anhand der ihnen durch eine fantastische Landschaft erzählt, enthält die
zur Verfügung stehenden schriftlichen und physi erste bekannte gedruckte Darstellung eines Gesimses
schen Fragmente zu definieren und zu benennen. Es als fetischisiertes Fragment einer verlorenen klassi
handelt sich dabei noch nicht um perfekt proportio schen Welt. Später versuchten die aufklärerischen
nierte Kompositionen, da ihre Autor*innen vor allem Autoren Jacques-François Blondel, Marc-Antoine
damit beschäftigt waren, Darstellungskonventionen Giovanni Antonio Dosio (1533–1611), Laugier und Giovanni Battista Piranesi, die klas
für zukünftige, präzisere Architekturbetrachtungen Gesimse und Profile, um 1550 sische Architektur auf ihre sogenannten primitiven Charles Dominique Joseph Eisen (1720–1778),
Feder und Tusche auf Büttenpapier Die Urhütte, Design für das Frontispiz von
zu etablieren. Solche Drucke und Zeichnungen, die Drawing Matter Collections (UK) Ursprünge zurückzuführen, indem sie das Gesims
Marc-Antoine Laugiers «Essai sur l‘architecture», um 1755
Architekturdetails aus der Antike abbildeten, spielten gänzlich von seinen dekorativen Profilen befreiten. Feder und Tusche, grau laviert
jedoch im 16. Jahrhundert für die Verbreitung eines Laugier formulierte in seinem Essai sur l’architecture Drawing Matter Collections (UK)
standardisierten klassischen Formenvokabulars über (1753) den Ursprungsmythos der «Primitiven Hütte»
ganz Europa eine sehr wichtige Rolle. als Urform des klassischen Tempels: ein Ort der ele
mentarsten Behausung, dessen biblischer Vorläufer in
Dieses Formenvokabular wurde von nachfolgenden Nicoletto da Modenas rudimentärer Beherbergung
Architekten wie Sebastiano Serlio, Andrea Palladio für die Geburt Christi zu finden ist.
und Vignola als Fundament der «wahren» Architek
tur der klassischen Antike aufgefasst, wie er nach der In Charles Dominique Joseph Eisens berühmter
Stilpluralität des Mittelalters wiederentdeckt worden Druckgraphik, die zum Frontispiz der zweiten Auf
war. Diese Architekten begannen Traktate zu verfas lage von Laugiers Buch werden sollte, erhebt sich im
sen, die als architektonische Regelwerke fungierten, hinteren Teil des Bildes die primitive, aus einfachen
in denen Gesimse in ihren vielfältigen Variationen Holzstämmen gebaute Hütte. Wie die ausgestellte
akribisch bildlich festgehalten wurden. Wie man im vorbereitende Zeichnung zeigt, liegt bereits bei ihr ein
Vergleich der verschiedenen Versionen unschwer Gesimsfragment im Vordergrund. Es ist hier sowohl
feststellen kann, herrschte allerdings nicht immer ein eine Andeutung des zukünftigen architektonischen
Konsens über die «richtige» Gestaltung. Potentials der primitiven Urhütte als auch ein Abbild
der immer wiederkehrenden Zerstörung der Archi
Meister GA mit der Fussangel, (um 1538 tätig), Korinthischer tektur: ein Zeichen ihrer ständigen Rückkehr zu ihren
Sims mit Akanthusblättern verzierter Konsole, 1530–1540 Ursprungsmythen.
Kupferstich
Graphische Sammlung ETH Zürich
Nicoletto da Modena (um 1488 – um 1512),
Geburt Christi, 1500–1506
Kupferstich, Gegenüber Hind I/II überarbeiteter Zustand
ohne die Verlegeradresse «Petri de Nobilibus Formis»
10 Graphische Sammlung ETH Zürich 119 10
VOM MUSTER ZUM PRODUKT DAS FUNKTIONALE GESIMS
Die im späten 15. und vor allem im 16. Jahrhundert einen späten Versuch dar, der Kommerzialisierung Architekten*innen haben sich dem Gesims sowohl aus
aufkommende Druckgraphik spielte bei der Heraus des Bauwesens entgegenzutreten. Visuell reflektie ästhetischer als auch aus funktionaler Sicht angenä
bildung eines visuellen Gedächtnisses in Europa sowie ren die aufeinander gestapelten Gesimse die neue hert. So wurde etwa in der Zeichnung von Herman
bei der Verbreitung einer künstlerischen und architek Tendenz hin zu einer Serialisierung und Vorfabrika Spielberg das Gesims nicht nur wegen seiner ästhe
tonischen Formensprache eine entscheidende Rolle. tion des Bauelements. Doch konzeptionell lieferte tischen Qualität gewählt, sondern ebenso aufgrund
Mehr als jedes andere Medium ermöglichte sie eine die zugehörige Publikation dekorative Vorbilder, die seiner Funktion als Regenwassersammler. Ähnlich
neue Mobilität von Bildern. Mit ihr konnten geografi von Handwerker*innen nachgeahmt werden sollten – geht Theodor Fischer vor, wenn er das Gesimse als
sche, zeitliche, ja gar mediale Distanzen überbrückt eine Reminiszenz an die alten Musterbücher, die einst idealen Ort bestimmt um einer Glühbirne eine archi
werden. Dies führte – gemeinsam mit den gelegentli in ganz Europa verbreitet waren. Indem sie den Ein tektonische Fassung zu verleihen, damit sie von einem
chen Reisen der Kunstschaffenden – zu einem Transfer fluss des Architekt*innen wieder in die Produktions diskreten Platz aus ihr Licht ausstrahlt. Diese Überla
der Darstellungskonventionen wie auch zu einem Wis kette der industriell gefertigten Gesimse und anderer gerung von ästhetischen und praktischen Qualitäten
senstransfer. Dies hatte ebenfalls einen Einfluss auf Details einbrachten, erhofften sich die Herausgeber von Gesimsen ist sogar in einigen Architekturentwür
die Verbreitung der Formensprache der Renaissance- des Buches den Erhalt eines qualitätsvolleren gestal fen von Le Corbusier zu entdecken, der zumindest
Architektur mit ihren typischen Gesimsen. Bald tauch terischen Standards. theoretisch das Gesims als irrelevant abqualifizierte,
ten solche Elemente nicht nur im Süden sondern auch da es in modernen Konstruktionsweisen nicht mehr
im Norden in Drucken auf (und davon ausgehend nötig sei. Trotzdem hielt er in einigen Entwürfen daran
wiederum in gebauter Architektur), allerdings eher fest. So zum Beispiel bei der Villa Schwob, wo er das
als Anregung für innovative Entwicklungen, denn Gesims dazu einsetzte, die Fassade in seinem Sinne
als buchstabengetreue Übernahme der klassischen zu gestalten, ihm dabei jedoch eine rein ästhetische
Regeln. So veränderten zum Beispiel deutschsprachige Verwendung absprach. Während das Gesims nämlich
Handwerker*innen und Künstler*innen die klassischen die Anmutung seiner Fassade aufwertete, wurde es
Details und transformierten sie in eigenwillige, lan gleichzeitig zu einer Sitzbank, welche die Verwendung
destypische Interpretationen. Die Eisenradierungen in seinem Entwurf als funktionales Element recht
von Daniel Hopfer aus Augsburg und das Muster fertigte.
buch des in Strassburg und Stuttgart tätigen Wendel
Dietterlin sind wichtige Beispiele dafür. Die beiden Das Foto aus Le Corbusiers modernistischem Mani
Möbelstücke aus dem Landesmuseum illustrieren das fest Vers une Architecture (1923), das Michelangelos
für Nordeuropa typische ambivalente und lockere Ver Gesimse an der Rückseite des Petersdoms in Rom
hältnis zwischen der freien Verwendung von Gesimsen zeigt, ist Teil eines weiteren visuellen Arguments, mit
für alle möglichen handwerklichen Anwendungen und dem der Architekt seine Zeitgenossen dazu auffor
den aus Italien übernommenen kanonischen Regeln derte, die Architektur nicht länger in chronologischen
der klassischen Architektur. historischen Stilen zu denken. Michelangelos Gesimse
Daniel Hopfer (um 1470–1536), Ornamentstich mit W aschschrank und andere Bilder aus der griechischen Antike und
Mit dem Durchbruch der Industrialisierung im 19. Jahr und zwei Waschbassins, aus «Opera Hopferiana [...]»,1505–1536 dem Rom der Renaissance bringen die Chronologie
Eisenradierung, Metzger III/V
hundert wurden die alten handgezeichneten und Herausgeber: David Funck, Abzug 1684 zum Einsturz und verbinden das Dekorative mit dem
gedruckten Musterbücher, die Gesimsvorlagen zur Graphische Sammlung ETH Zürich Funktionalen und Technologischen, indem sie Bildern
freien Nachahmung durch Handwerker*innen zur Ver aus der modernen Welt wie Flugzeugen, Autos und
fügung stellten, zunehmend von Katalogen abgelöst, Ozeandampfern, gegenübergestellt werden.
in denen die Gesimse direkt von Firmen zum Verkauf
angeboten wurden. Durch diese Veränderungen in
der Druck- und Bautechnologie verloren die Gesimse
als reproduzierbare Muster zwar an Bedeutung, wur
den ab dann aber zu urheberrechtlich geschützten
Produkten. In den Katalogen von George Jackson &
Sons, Chicago Decorative Supply Co. und Daniel
D. Badger‘s Eisengiesserei wurden Gesimse in den
verschiedensten Stilen und Materialien den Kunden
wünschen entsprechend als Fertigteile zum Verkauf
angeboten. Johann Mathäus Mauchs Kupferstich
für das Buch Vorbilder für Handwerker und Fabrikan-
ten (1821–1837) nach einem Entwurf des berühmten
preussischen Architekten Karl Friedrich Schinkel stellt 12 1311 12
DAS GESIMS ALS BILD DAS GESIMS ALS ZEICHEN
Gesimse lassen sich am besten im Profil oder im Herzog & de Meuron das Ricola Lagerhaus Ende Während der Moderne zumindest theoretisch ver
Schnitt verstehen. In diesen Darstellungen erschei der 1980er-Jahren entwarfen, stellten sie visuelle bannt, kehrte das Gesims in den 1970er Jahren im
nen sie endlich und begrenzt. In der Ansicht von vorne Bezüge zur Tradition her, gesägtes Holz zu stapeln, Zuge der Postmoderne mit aller Macht zurück. Post
jedoch, also im Aufriss, wirken sie völlig anders: Sie so wie es in den zahlreichen Sägewerken in der Nähe moderne Architekt*innen lehnten die in ihren Augen
fallen optisch auf eine Ebene zusammen, verlieren ihre des Gebäudes gemacht wird. Ebenso schufen sie eine sterile, internationale moderne Architektur ab und
Körperlichkeit und werden zu grafischen Bildern ihrer Referenz zur horizontalen Schichtung des Kalkstein blickten stattdessen auf die klassische europäische
selbst, die sich horizontal potenziell ins Unendliche bruchs, demgegenüber das Lagerhaus zu stehen kam. Baukunst zurück, welche sie bewusst (und zugleich
ausdehnen. Diese langgezogene Ansicht des Gesim In direkter Nachbarschaft mit Tathams Zeichnung und spielerisch) in ihre Arbeit integrierten. Infolgedessen
ses war vom 16. bis zum 20. Jahrhundert immer wieder vor dem Hintergrund des Themas Gesims scheint der taucht das Gesims in ihren Entwürfen als kraftvolle
Thema. In Innenräumen wurden Gesimse auf flache Entwurf für die Ricola-Fassade dieses architektonische kompositionelle Verzierung, als ironisches Statement,
Wände gemalt, um deren grosse Flächen – ähnlich Element über die gesamte Gebäudehöhe zu verviel als Kritik an der historischen Architektur und manch
wie in antiken pompejanischen Wanddekorationen – fältigen und die vermeintliche Hierarchie zu unterlau mal sogar als Mittel des persönlichen und individuel Ordinary Architecture (Charles Holland and Elly Ward),
zu unterteilen. Mit den Fortschritten der industriel fen, mit der das Gesims als privilegierter, krönender len Ausdrucks auf. Die digitale CAD -Zeichnung des Essex Coast Cornice, Axonometrische Zeichnung, deren
Umriss der Küstenlinie in Essex (GB), entspricht, 2016
len Produktion im 19. Jahrhundert wurden Gesimse Abschluss der Fassade etabliert wurde. britischen Architekturbüros Ordinary Architecture C AD-Zeichnung
nicht mehr von Hand gemalt, sondern auf Tapeten (Charles Holland & Elly Ward) hingegen stellt den © Ordinary Architecture (Charles Holland and Elly Ward)
gedruckt und einschliesslich der optischen Illusion provokanten Versuch einer kritischen Neuinterpre
eines Schattens direkt auf die Wände geklebt. Die tation des Gesimses dar. Ihr Gesimsprofil lässt eine
Bordüre von 1810 eines anonymen Künstlers ist ein Darstellungstradition aus früheren Jahrhunderten
gutes Beispiel für ein derartiges Versatzstück einer anklingen, als zum Beispiel Jacques-François Blondel
Scheinarchitektur. das Gesims mit dem Profil eines menschlichen Kopfes
überlagerte. Doch statt einer Bezugnahme auf das
Die horizontale Ebene, welche das Gesims in der Anthropomorphe, stellen die Architekt*innen nun
Ansicht erzeugt, wird auch als Element zur Fassa einen starken Bezug zu ihrem Wohnort und damit
denkomposition verwendet, um einen Bezug zum zu ihrer Biographie her: Das Profil des Gesims folgt
menschlichen Massstab herzustellen. So zeigt Charles dem Umriss der Küste in ihrem Heimatland England.
Heathcote Tathams seltsam modernes Beispiel aus Dadurch widerspiegelt der Entwurf das territoriale
dem 18. Jahrhundert eine reduzierte Fassade, in der Interesse der Architekt*innen.
das Gesims sowie die Fenster und Türen als grafische
Elemente verwendet werden. Sie dienen nicht zuletzt
dazu, einer ansonsten schmucklosen Wand einen
Massstab zu verleihen. Als die Schweizer Architekten
Herzog & de Meuron, Lagerhaus Ricola (Nr. 038),
Laufen, Schweiz, Projekt 1986, Realisierung 1987,
Nordfassade, Massstab 1:350
Pause vom Originalplan, Überarbeitung mit
Bleistift und Buntstift
Jacques Herzog und Pierre de Meuron Kabinett, Basel 14 1513 14
GESIMSE IN FRONTISPIZES BAROCKE UND GEKRÜMMTE GESIMSE
UND ANDACHTSBILDERN
In Frontispizen – auf grossen Einzelblattdrucken oder In der Barockarchitektur des 17. Jahrhunderts wurde
in Auszügen aus Büchern der frühen Neuzeit – werden das Gesims zu einem Schlüsselelement des archi
die Gesimse oft zu einem Teil einer architektonischen tektonischen Ausdrucks. Statt lediglich eine Struk
Miniaturkomposition, die Porträts von Autor*innen, tur aus Wänden und Säulen zu krönen, formte und
Mentor*innen oder Künstler*innen umrahmen und definierte das Gesims Fassaden und Innenräume. In
diese huldigen. Wenn sie das tun, krönen sie oft den der Nachfolge Michelangelos vervielfältigten und
Horizontalbalken eines klassischen Architektursystems, manipulierten Architekten wie Francesco Borromini
das als Fenster zu weiteren Szenen dient: Ein Bild im und Gianlorenzo Bernini die Gesimse in alle drei
Bild wird gerahmt. Diese kleinen architektonischen Dimensionen. Im Falle Borrominis war das Gesims
Studien entstehen unabhängig von einem bestimmten ein Mittel, um eine visuelle und materielle Synthese
Gebäude oder einem Design für ein Gebäude und kön der seiner Architektur zugrunde liegenden Geome
nen daher – manchmal ziemlich deutlich – von den archi trie zu schaffen. Das S-förmige Gesims im Treppen
tektonischen und statischen Gesetzen abweichen, wie haus des Palazzo di Propaganda Fide (1646) zeigt, wie
sie in der gebauten Umwelt zu gelten haben. Dadurch das System der architektonischen Ordnungen dazu
werden sie zu einem Ort der architektonischen Erfin gezwungen wurde, die Höhenversätze im Treppenlauf
dung. In solchen Darstellungen entwickeln Gesimse zu überwinden. Auf der Kuppel seiner Kirche Sant‘ Ivo
gleichsam ein Eigenleben. della Sapienza (1642) wird das Gesims symbolisch
eingesetzt und verweist sowohl auf den Turmbau zu
Das Gesims im Kupferstich Maria ihr Kind anbetend in Babel als auch auf das Pfingstfest.
Altarrahmung, im Tympanon Christus als Schmerzens
mann (Anonym) zum Beispiel ist in erster Linie Teil einer Dieser barocke Erfindungsreichtum hat zahlreiche
grösseren Komposition und erst in zweiter Linie Archi Kritiker*innen mit Abscheu erfüllt und trug zur all
tektur. Das Gesims, der Rundbogen und die Pilaster gemeinen Ablehnung der Barock- und Rokokoarchi
sind alle reich mit Ornamenten versetzt und die ver tektur ab dem späten 17. Jahrhundert bei. Mit dem
schiedenen Gesteinstypen durch unterschiedliche Argument, dass die Form architektonischer Elemente
Schraffuren herausgearbeitet. Sie bilden den Rahmen ihren ursprünglichen Zweck widerspiegeln sollte,
um das Andachtsbild und suggerieren einen Perspektiv erachtete man in solchen Kritiken das Gesims als Teil
raum – eine Darstellungsform, die von den illuminierten des Gebälks, welches die Verbindung des Balkens mit
Büchern des Mittelalters inspiriert ist. Allerdings wer Cherubino Alberti (1553–1615), dem Dach und dessen Lastabtragung auf die Säulen
den die Gesimse hier ebenfalls als Elemente verwendet, Büste des Giacomo Barozzi in Säulenarchitektur, 1583 ausdrücken sollte, wobei ein gebogenes Gesims, das Pierre-Edmé Babel (1720–1775),
Kupferstich auf Papier vergé, Bartsch I/III Fontaine Décorée à Paris, 1735–1775
auf denen sich kleine Szenen abspielen: im oberen Teil Herausgeber: Francesco Zanetti keine offensichtliche strukturelle Funktion hat, natür
Herausgeber: Jacques II Chereau, Paris
befindet sich der Sarkophag mit Jesus als Schmerzens Graphische Sammlung ETH Zürich lich einen solchen Zweck verfehlt. Sie beklagten, dass Sammlung Prof. Maarten Delbeke
mann auf dem Gesims, im unteren Bildteil die Nelken, gedruckte Vorlagen diese absurden Erfindungen noch
welche die Passion Christi symbolisieren. Beide Ele befeuerten und kritisierten die Bildhauer*innen und
mente gehören zu den biblischen Szenen, die in den Handwerker*innen, welche architektonische Orna
Bildfeldern darstellt sind. Damit werden die Gesimse mente mit einer derart grossen künstlerischen Frei
zu wichtigen Teilen der sich abspielenden Szenen. Der heit ausführten.
Effekt dieser Struktur ist, dass die Gesimse einerseits als
rahmendes Element auftreten, der die Betrachter*innen Einige dieser barocken Schöpfungen sind auf den hier
von den Szenen distanziert, die einzig von «ausser gezeigten Glasdias festgehalten, die im Lehrarchiv
halb» betrachtet werden können, dass sie jedoch auf ehemaliger ETH -Architekturprofessoren wiederent
der anderen Seite zugleich durch die hergestellten deckt wurden. Sie sind zudem auch auf digitalen Foto
Relationen über die Platzierung des Sarkophags und grafien zu sehen, wie sie in heutigen Vorlesungen ver
der Nelken die Betrachter*innen wieder näher ans Bild wendet werden. Sie geben Aufschluss darüber, wie
bringen. Damit werden insbesondere über die Gesimse diese erfinderischen, aber umstrittenen Momente der
visuelle Transformationen vom realen Raum zum Bild Architekturgeschichte sowohl damals wie auch heute
raum möglich. in der zeitgenössischen Lehre des architektonischen
Entwerfens nachwirken.
Anonym, Maria ihr Kind anbetend in Altarrahmung,
im Tympanon Christus als Schmerzensmann, um 1470–1480
Kupferstich [Neudruck nach der Platte im British Museum]
Graphische Sammlung ETH Zürich 16 1715 16
SEMPERS GESIMSE FÜR DAS DAS GESIMS IM BAU
HAUPTGEBÄUDE DER ETH ZÜRICH
Im Hauptgebäude der ETH Zürich sind wir von Das Gesims bildet meist den oberen Abschluss eines
Gesimsprofilen umgeben, auch wenn diese nicht Bauabschnittes und ist durch seine Auskragung im
immer auf den ersten Blick auffallen. Eine Sammlung Bau entsprechend anspruchsvoll zu erreichen. Um
von Konstruktionsplänen des Architekten Gottfried es in Position zu halten, ist daher während seiner
Sempers hebt diese hervor und rückt das Schnittprofil Konstruktion ein Gerüst notwendig. Einmal aufge
des Gesimses auf sehr graphische Weise ins Zentrum stellt und mit der Hauptstruktur verbunden, kann die
der Aufmerksamkeit. Diese Zeichnungen zeugen von Auskragung eines Gesimses jedoch selbst wieder als
dem hohen Qualitätsanspruch, den Semper und sein Gerüst für weitere Konstruktionen dienen. Das Buch
Büro bis hin zur Perfektion kleinster Details bei der Contignationes, ac Pontes von Nicolai Zabaglia und
Realisierung des Gebäudes verfolgten. In einigen Dominicum Fontana et. al. aus dem Jahr 1743 ver
Zeichnungen verweisen unterschiedlich übereinan sammelt Gerüstentwürfe verschiedener Autoren, die
der verlaufende, teils ausradierte und neu gezeich als eigenständige Architekturformen erscheinen und
nete Linien auf die gestalterische Suche nach dem auf einfallsreiche Weise mit den Schwierigkeiten der
idealen Gesimsprofil. Die Zeichnungen im Massstab Gesimskonstruktion umgehen. Ein Stich zeigt eine
1 : 1 stellen dabei die unmittelbare Schnittstelle zur Holzbaulösung, welche die Arbeit an einem sich im
konstruktiven Ausführung der Bauteile dar. Dies ver Gottfried Semper (1803–1879) Bau befindlichen Gesims ermöglicht, während ein
deutlichen die Einstichlöcher, welche beim schablo ETH Zürich, Vestibül, 2. Obergeschoss, Gurt Treppenhaus, anderer illustriert, wie das Gesims zum Auflager für
um 1860–1872
nenartigen Übertragen der Konturen auf die Stein Planzeichnung in Bleistift und Feder, aquarelliert eine nachfolgende Gerüstung, beispielsweise eines
blöcke als Grundlage für den Zuschnitt entstanden. (Nr. 20-0300-448) Gewölbes, wird. In diesem Fall wirkt das Gerüst selbst
Ausgestellt im Gebäude, das sie abbilden, vermitteln gta Archiv / ETH Zürich wie eine temporäre Erweiterung des Gesimses. Die
die Gesimsdetails zwischen der abstrakten Repräsen Gegenüberstellung dieses Buches mit den Fotos
tation der Architektur in der Zeichnung und der rohen von Christiane Pinatel zeigt die Konstruktion von
materiellen Realität der Baustelle. Gesimsen in Relation zum menschlichen Massstab der
Arbeiter. Ihre überraschende Massivität erinnert an
den Bericht des Architekten Frank Lloyd Wright, der in
seinem Essay The Passing of the Cornice aus dem Jahr
1931 von einem schweren Unfall berichtet, bei dem Niccola Zabaglia (1674–1750), Domenico F ontana
ein Gesims, das gerade restauriert wurde, aufgrund (1543–1607) et. al., Contignationes ac pontes […], 1743
Herausgeber: Ex typographia Palladis, escudebant
seiner schieren Grösse und seines Gewichts aus seiner Nicolaus et Marcus Palearini […], Rom
Verankerung fiel und einen Arbeiter verletzte. Als er Graphische Sammlung ETH Zürich
Zeuge dieser grausamen Szene wurde, war Wright
mehr denn je davon überzeugt, dass Gesimse aus der
modernen Architektur verbannt werden sollten.
Gottfried Semper (1803–1879)
ETH Zürich, Gewände Sturz, Verdachung der Fenster 1. OG,
um 1860–1864
Planzeichnung in Bleistift und Feder, aquarelliert
(Nr. 20-0300-296)
gta Archiv / ETH Zürich 18 1917
DAS GESIMS IN DER WAHRNEHMUNG
Im 18. Jahrhundert erörterten Jacques-François
Blondel und Johann Georg Sulzer in ihren geschrie
benen und gezeichneten Abhandlungen, wie Gesimse
auf den Betrachter wirken sollten. Durch eine sorgfäl
tige Komposition und Ausgestaltung der Gesimse an
der Fassade sollten die Augen der Betrachter*innen
erfreut werden. Im 1926 erschienen Buch The Theory
of Mouldings von Howard Walker wird die ange
messene Verwendung von Gesimsprofilen akribisch
genau aus der Perspektive der Betrachter*innen sowie
deren Physiologie erörtert. Dies erfolgt nun in der
Sprache der Wahrnehmungspsychologie (Theorie der
Raumgestaltung), die ab der Mitte des neunzehnten
Jahrhunderts entwickelt wurde. Anhand von Schema
zeichnungen erläutert Walker, dass das Gesims oft
den krönenden Abschluss eines Gebäudes darstelle.
Das Gesims vermag die Wahrnehmung der Betrach
ter*innen zu lenken. Seine Winkel und Profile lassen
sich in Bezug zu deren schweifenden Blicken konzi
pieren, da die konkaven und konvexen Formen das Howard Charles Walker (1857–1936),
Auge mit optischen Illusionen manipulieren. So kann The Theory of M ouldings, 1926
Verlag: J. H. Jansen, Cleveland
zum Beispiel die Grösse eines Gesimses ein Indikator Sammlung Professur Maarten Delbeke
für seine Wirkungskraft sein. Je grösser der Massstab,
desto weniger architektonische Details benötigt das
Gesims.
Nach Walker besteht der primäre Zweck von Gesims
profilen darin, die realen strukturellen Gegebenheiten
abzubilden und zu akzentuieren. Der sekundäre Zweck
ist die Erzeugung von harmonischen Licht- und Schat
teneffekten, wobei dafür keine Methode so zufrieden
stellend ist wie eine Gestaltung der Gesimsprofile mit
einem gesichtsähnlichen, anthropomorphen Charak
ter. Diese ideale Physiognomie sollte in der gesamten
Komposition eingehalten werden, indem horizontale
Gesimse in parallelen Ebenen angeordnet werden.
«Wenn er [der Gestalter] diese Aspekte im Hinterkopf
hat», sagt Walker, «wird er zu dem Schluss kommen,
dass Profile ehrenwerte Dinge sind, die nicht leicht
fertig gehandhabt oder blindlings kopiert werden
sollten.»
20WERKLISTE Iain Hales (geb. 1977) Utagawa Andô Hiroshige Ichiryûsai 6
Gesims, 2013–14 (1797–1858) GESIMSFRAGMENTE DER
Expandiertes Polystyrol, quadraxiales Nachtansicht der Saruwakastrasse, aus ANTIKEN RUINEN
Fiberglas, pigmentierter Jesmonite- der Serie «Hundert berühmte Ansichten
Verbundwerkstoff, Zement von Edo» (Meisho Edo hyakkei), Japan, Pascal Coste (1787–1879)
1 Ludger Gerdes (1954–2008) Le Corbusier (1887–1965) © Iain Hales Edo-Zeit, 9. Monat 1858 Le Palais de Darius a Perseopolis,
DAS GESIMS IN DER KRISE Paralipomena, 2010 Vers une architecture, 1923 [?] Holzdruck um 1840
Verlag der Buchhandlung Walther König, Herausgeber: Les Editions G. Crès et Cie., Chaletbau Matti Holzbau AG Museum Rietberg Zürich Feder, Aquarelltusche und Goldtusche
Giovanni Battista Piranesi (1720–1778) Köln Paris Bundverzierung, um 2010 Geschenk Julius Mueller auf Büttenpapier
Ansicht des Palazzo Farnese, Blatt der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK Graphische Sammlung ETH Zürich Fichte, Bearbeitung mit CNC und Drawing Matter Collections (UK)
Folge «Ansichten von Rom», 1773 Medien- und Informationszentrum O berfräse, von Hand geschliffen Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969)
Radierung auf Papier vergé, Hind I / III Deutscher Werkbund Chaletbau Matti Holzbau AG, Gstaad Mansion House Project, um 1981–1986 Gottfried Semper (1803–1879)
Graphische Sammlung ETH Zürich Christian Ludwig Stieglitz (1756–1836) Jahrbuch des Deutschen Werkbundes, Photomontage Détails de l‘Intérieur du péristil du temple
Plans ed dessins tirés de la bellle architec 1913 Drawing Matter Collections (UK) de Thésé à Athène, o. D.
Anonym (Formschneider), Schule: ture our représentation d‘édifices exécu ETH-Bibliothek Zürich Probedruck der Bildtafel Nr. 2, aus:
Deutsch tés où projettés en CXV planches avec les 3 Joannes van Doetecum (d. Ä.) (gest. 1605) «Der Stil in den technischen und tektoni
Vilerley Gesims der Cornizen / Frysen und explications nécessaires, 1801 Joseph Michael Gandy (1771–1843) DIE TEKTONIK DES GESIMSES und Lucas van Doetecum schen Künsten oder Praktische Ästhetik»,
Architraben. Die erste Tafel, 1501–1600 Herausgeber: A. Dulau, London Tempel des Jupiter Tonans, Rom (gest. 1575 / 1589), nach Hans Vredeman Frankfurt a. M. / München 1860–1863
Holzschnitt, Mehrplattendruck ETH-Bibliothek Zürich (Detail des Hauptgesimses), 1796 Louis-Émile Durandelle (1839–1917) de Vries (Nr. 20-0163-110A)
Herzog Anton-Ulrich-Museum Braun Coloured Drawing Charles Garnier, Frise et corniche de la Ansicht einer aufsteigenden Strasse zu gta Archiv / ETH Zürich
schweig, Kunstmuseum des Landes Frank Lloyd Wright (1867–1959) RIBA Collections scène, 1875 oder früher Albumindruck einem zweitürmigen Gebäude hin,
Niedersachsen Modern architecture–being the Kahn Canadian Centre for Architecture Blatt der Folge «Kleine perspektivische Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc
lectures for 1930 (The CCA), Montreal Architekturansichten», 1562 (1814–1879)
Nicolas Beatrizet (um 1507 / 1515–nach Chapter Passing of the Cornice Radierung auf Papier vergé, NHD II / II Entretiens sur l‘architecture, 1863–1872
1577), nach Michelangelo Herausgeber: Princeton University Press, 2 Johann Mathäus Mauch (1792–1856) Graphische Sammlung ETH Zürich Blatt aus Atlas
Titius wird von einem Geier gefressen, New Jersey DER STOFFWECHSEL DES GESIMSES Neue systematische Darstellung der Herausgeber: Morel, Paris (2 Bände +
1540–1565 ETH-Bibliothek Zürich architektonischen Ordnungen der Atlas)
Kupferstich, III / IV Anonym Griechen, Römer und neuern Baumeister; ETH-Bibliothek Zürich
Herausgeber: Giovanni Giacomo de Rossi Richard Cahan Buddha-Kopf mit zwei Adorantenbüsten. P. 112–113; Construction of the Palazzo 5
Graphische Sammlung ETH Zürich They all fall down: Richard Nickel‘s strug Pakistan, Gandhara, 4. / 5. Jh. Strozzi, 1845 DAS GESIMS ALS BÜHNE Gottfried Semper (1803–1879)
gle to save America‘s Architecture, 1994 Grauer Schiefer Herausgeber: Verlag von Ferdinand Entablement restauré du Parthenon
Pietro Santi Bartoli (1635–1700), nach The Preservation Press, National Trust for Museum Rietberg Zürich Riegel, Potsdam Marco Dente (1486 / 1500–1527), d ‘Athène, um 1832
Giulio Romanos Fresken in der Sala dei Historic Preservation Dauerleihgabe Werner Coninx Stiftung ETH-Bibliothek Zürich nach Raffael Aquarellvorlage für Abbildung Nr. V,
Giganti im Palazzo Te in Mantua Sammlung Professur Maarten Delbeke Borgobrand, 1610 aus: «Die Anwendung der Farben in der
Giganten werden von den Trümmern des Anonym Constantin Uhde (1836–1905) Kupferstich, dubliert [später Zustand mit Architektur und Plastik», Dresden 1836
Tempels getroffen, um 1680 Richard Nickel Archiv, Ryerson and Corniche modillonnaire. Assise 16. Die Konstruktion und die Kunstformen Adresse von Giovanni Giacomo de Rossi] gta Archiv / ETH Zürich
Radierung auf Papier vergé, I / I [?] Burnham Art and Architecture Archives Mausolées d’En Chaplix d’Avenche, o. D. der Architektur, Band 1, 1902 Graphische Sammlung ETH Zürich
Graphische Sammlung ETH Zürich Börse von Adler & Sullivan in Chicago, Steinfragment Herausgeber: Ernst Wasmuth, Berlin Giovanni Battista Piranesi (1720–1778)
Entfernung eines Terracotta-Gesimses, Site et Musée romains d‘Avenches ETH-Bibliothek Zürich Marcantonio Raimondi De Romanorum magnificentia et
Le Corbusier (1887–1965) 1971 (um 1470 / 1482 – um 1527 / 1534), architectura, 1761
Maison Dom-Ino, Sans lieu, 1914 Reproduktion Anonym nach Raffael Herausgegeben in Rom
Planzeichnung in Bleistift und Feder, The Art Institute of Chicago Profilhobel, o. D. Martyrium der Heiligen Cäcilia, ETH-Bibliothek Zürich
nicht signiert Ballenberg–Freilichtmuseum der Schweiz 4 um 1520–1525
Fondation Le Corbusier, Paris Richard Nickel Archiv, Ryerson and DAS GESIMS IN Kupferstich, dubliert Jacques Ignace Hittorff (1792–1867)
Burnham Art and Architecture Archives Chaletbau Matti Holzbau AG DER STADTPERSPEKTIVE Graphische Sammlung ETH Zürich Restitution du Temple d Empedocle
Francesco di Giorgio Martini (1439–1501) Schiller-Gebäude von Adler & Sullivan, Holzgesims, 19. Jh. a Selinonte, 1851
Trattato di architettura, ms., 1480 Sicht auf Obergeschosse und Kuppel mit Eiche, profiliert und geschnitzt Anonym, nach Donato Bramante Shrihathi Ragini Herausgeber: librairie de Firmin Didot
Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, entferntem Gesims, 1961 Chaletbau Matti Holzbau AG, Gstaad Strassenzug flankiert von Gebäuden, Folio aus einer Ragamala-Serie. Indien, f rères, Paris
Fondo Nazionale, II.I. 141 Reproduktion Kolonnaden und Torbogen, um 1490 [?] Pahari-Gebiet, Bilaspur oder Chamba, ETH-Bibliothek Zürich
Su concessione del Ministero della The Art Institute of Chicago Anonym Kupferstich, Hind 2a (I) [Zweite seiten 1730–1740
Cultura / Biblioteca Nazionale Centrale Eckgesimskachel eines Kachelofens verkehrte Version] Pigmentmalerei mit Gold auf Papier Georges Perrot (1832–1914) und
di Firenze Richard Nickel Archiv, Ryerson and aus Keramik, o. D. Graphische Sammlung ETH Zürich Museum Rietberg Zürich, Sammlung Charles Chipiez (1835–1901)
Burnham Art and Architecture Archives Keramik Horst Metzger, Geschenk Horst Metzger Histoire de l‘art dans l‘antiquité,
Diego Prévost Sagredo (1490–1528) Schiller-Gebäude von Adler & Sullivan, Denkmal Stiftung Thurgau Domenico Maria Bonaveri (1704 erwähnt), Band 5, 1890
Raison d‘architecture antique extraicte de Demolierung des Gesimses in der Historsiches Bauteillager Ostschweiz nach Ferdinando Galli Bibiena Albrecht Dürer (1471–1528) Herausgeber: Hachette, Paris
Vitruve & autres anciens architecteurs, 13. Etage, 1961 Bühnenbild, 1700–1750 Mariens Tempelgang, Blatt 6 der Folge ETH-Bibliothek Zürich
1555 Reproduktion Radierung auf Papier vergé, I / I «Das Marienleben», um 1503
Herausgeber: [durch Benoist Prévost], The Art Institute of Chicago Ordinary Architecture (Charles Holland Graphische Sammlung ETH Zürich Holzschnitt auf Papier vergé, Meder f-g, Constantin Uhde (1836–1905)
Paris and Elly Ward) Ausgabe ohne Text Die Konstruktion und die Kunstformen
Richard Nickel Archiv, Ryerson and Cornwall, aus der Cornice Coastline Giovanni Battista Piranesi (1720–1778) Graphische Sammlung ETH Zürich der Architektur, Band 3, 1902
Jacques-François Blondel (1705–1774) Burnham Art and Architecture Archives Serie, 2016 Ansicht des Palazzo Odescalchi, Blatt der Herausgeber: Ernst Wasmuth, Berlin
Cours d‘architecture, ou traité de la déco Schiller-Gebäude von Adler & Sullivan, Drahtgeschnittenes Polystyrol mit Folge «Ansichten von Rom», 1753 Pablo Picasso (1881–1973), nach Lukas ETH-Bibliothek Zürich
ration, distribution et construction des John Vinci auf einem Fragment eines Sprühgips überzogen, zweifarbig Radierung auf Papier vergé, Hind II / V Cranach (d. Ä.)
bâtiments: contenant les leçons données Ornaments eines Gesimses liegend, 1961 © Ordinary Architecture (Charles Holland Graphische Sammlung ETH Zürich David et Bethsabée, 30.3.1947 Johann Baptist Marzohl (1792–1863)
en 1750, & les années suivantes, par Reproduktion and Elly Ward) Zinkographie auf Velin d‘Arches, Mourlot Forum Romanum, um 1810–1863
J. F. Blondel, Architecte, dans son Ecole The Art Institute of Chicago Friedrich Ohmann (1858–1927) II / XI Aquarell und Bleistift auf Velin
des Arts, 6 Bände (Band 1, erschienen Giovanni Gaspare Pedoni Projekt für das Stadtmuseum, Wien, 1903 Graphische Sammlung ETH Zürich Graphische Sammlung ETH Zürich
1771), 1771–1777 Andreas Buschmann (geb. 1974) Camina Cremona, Palazzo Comunale Tinte, Bleistift und Zeichenstift auf Papier,
Herausgeber: chez Desaint, Paris Frank Lloyd Wright, Home and Studio Municipale, Cremona (Fragment) auf einem Karton mit Goldrand montiert Giuseppe Galli Bibiena (1696–1756)
ETH-Bibliothek Zürich in Oak Park, Illinois, 2016 erworben für Landi 1883 Drawing Matter Collections (UK) Bühnenbildentwurf: «Scena per angolo»,
Reproduktion Gipsabguss 1700 – 1750 [recto und verso]
© Andreas Buschmann Archäologische Sammlung der Universität Feder in Braun, braun laviert über
Zürich, Inv. G N 121 K reidevorzeichnung
22 Graphische Sammlung ETH Zürich 23Sie können auch lesen