Digital Infrastructure Innovation 2020 - Studie, Dezember 2018 - Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft - Fujitsu
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Studie, Dezember 2018 Digital Infrastructure Innovation 2020 Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft Ein aktuelles Research- und Studienprojekt durchgeführt mit Fujitsu
2 3
Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
Inhalt/
Vorwort 05
Executive Summary 06
#01 Einleitung 08
Studienreport von #02 Studienergebnisse 11
Crisp Research Digitalisierung läuft auf Hochtouren 12
in Kooperation
Auf dem Weg zur Data Driven Company 13
Daten als strategisches Asset und große Herausforderung 17
mit Fujitsu IoT, digitale Produkte und Marketing-Applikationen als Treiber
des Datenwachstums 20
Ganzheitliches Datenmanagement und zentrale Governance
auf dem Vormarsch 24
IT- Infrastruktur als Backbone der Digitalisierung 27
Storage-Strategie 2020 – Der richtige Mix machts 32
Datenhoheit und Datenschutz als zentrale Design- und Erfolgskriterien 38
Storage Budget-Shift – Mehr Innovation statt Betrieb von
Bestandssysteme 41
Storage Trends und Innovationen – All-Flash, HCI und Object Storage 43
#03 Strategische Empfehlung 50
#04 Methodik und Stichprobe 52
Über Crisp Research 56
Digital
Infrastructure Über Fujitsu 57
Innovation 2020
Über die Autoren 58
Storage-Strategien
für das Rechenzen- Kontakt 59
trum der Zukunft
Copyright 59
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
Vorwort/
Liebe Leser,
in Zeiten in denen digitalen Geschäftsmodellen eine strategische Bedeutung
zukommt, werden Daten zur neuen Leit- und Zukunftswährung.
Dies gilt nicht nur für die Unternehmen mit digitaler DNA, wie Google, Facebook & Co, deren
Geschäftsmodell seit je her auf der schnellen Verfügbarkeit riesiger Datenmengen beruht. Auch
mittelständische Unternehmen, Konzerne oder Organisationen der öffentlichen Hand stehen
im Zuge der digitalen Transformation vor vollkommen neuen Herausforderungen im Hinblick
auf ihre IT-Infrastruktur. So werden sich die Ansprüche in Bezug auf Performance, Skalierbarkeit
und Speicherkapazität der Storage-Systeme signifikant verändern.
Die vorliegende Studie untersucht daher, welchen Einfluss die zunehmende Datenflut resultierend
aus den digitalen Geschäftsmodellen auf die Storage-Konzepte deutscher Unternehmen hat.
Es wird untersucht, welche Gestaltungskriterien CIOs an ihre zukünftige IT- und Storage-
Infrastruktur anlegen, wie sich Budgets zukünftig verlagern und auf welche technologischen
Innovationen die Entscheider in den kommenden Jahren setzen.
Die Studie soll als konkrete Entscheidungshilfe dienen, um essentielle strategische Entschei-
dungen in Bezug auf die digitale Infrastruktur und Storage-Strategien für das Rechenzentrum
der Zukunft zu unterstützen. Hierfür ist zunächst entscheidend herauszufinden, welcher
Stellenwert datengetriebenen Geschäftsmodellen heute und zukünftig beigemessen wird. Daraus
resultierend können die Kriterien für eine erfolgreiche Storage-Strategie abgeleitet werden,
die Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen liefert, um die zukünftige digitale
Infrastruktur optimal an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,
Dr. Carlo Velten Stefan Roth
Crisp Research AG Fujitsu
CEO Head of Storage, CE
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
Executive Summary/
• Digitalisierung auf Hochtouren – Unternehmen stecken mitten in • In den eigenen vier Wänden – Trotz des Cloud-Booms verfolgen
Umsetzung der digitalen Transformation (62%). Schon jedes fünfte 44% der befragten Unternehmen eine Storage-Strategie, bei der die
Unternehmen (18%) befindet sich in der Wachstums- und Skalierungsphase Unternehmensdaten mehrheitlich bzw. vollkommen auf eigenen und
seiner digitalen Geschäftsmodelle - moderne, flexible IT-Infrastrukturen eigens kontrollierten IT- und Storage-Infrastrukturen gespeichert und
sind die Grundlage eines erfolgreichen Digital Business. gemanaged werden.
• Nachholbedarf – Allerdings sehen sich rund 40% der Unternehmen • Datenhoheit und Verfügbarkeit als zentrale Gestaltungsmerkmale –
technologisch wie organisatorisch noch nicht gut genug aufgestellt, um Für die Storage-Strategie der Zukunft ist vor allem eine Kontrolle über
in der digitalen Welt erfolgreich zu sein. Es gibt eindeutigen Nachhol- die Datenströme, Datenzugriffe und Datenspeicherung notwendig.
bedarf in vielen Handlungsbereichen der Digitalisierung sowie bei der Ebenso wichtig ist eine hohe Datenverfügbarkeit und Performance,
Modernisierung der IT-Infrastruktur. um unternehmenskritische Anwendungen und digitale Plattformen im
24/7-Modus zu betreiben.
• Ob in der Cloud oder im eigenen RZ – Sicherheit & Datenschutz und
Ausfallsicherheit sind immer noch die obersten Designkriterien für die • Innovation is King! Die befragten Unternehmen planen den Budget-
Ausgestaltung der zukünftigen IT-Infrastruktur. Anteil für Storage-Innovationen gegenüber Betrieb und Konsolidierung
von Bestandssystemen von derzeit 25% auf zukünftig 28% zu erhöhen.
• Daten sind das neue Gold – aber auch eine große Herausforderung! Ein klarer Beitrag für mehr Innovation und eine erfolgreiche digitale
Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen in Deutschland sehen das Transformation.
Speichern, Managen und den Schutz der Unternehmensdaten primär als
große Herausforderung. • All-Flash im Unternehmenseinsatz – Ein Großteil der befragten
Unternehmen gab an, sich gerade in der Phase der Evaluierung und
• Technology meets People – Um der Herausforderung heute zu begegnen, Einführung von Flash-basierten Storage-Systemen zu befinden (rund 70%).
investiert die Hälfte der Unternehmen in ein ganzheitliches Daten-
management auf Basis von neuen Storage-Systemen- und Technologien
(46 %) sowie in Datenschutz- und Governance-Trainings für Mitarbeiter
(52%).
• Digital treibt das Datenwachstum – Neue digitale Geschäftsmodelle,
IoT und Digital Marketing sind die stärksten Treiber des Datenwachstums
in deutschen Unternehmen.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
Einleitung
In den vergangenen Jahren wurde meist die Entwicklung des weltweiten
Datenwachstums in Zettabyte als Messgröße für die strategische Relevanz
von Daten herangezogen. Doch auch wenn die Datenmengen unfassbar
groß erscheinen und die jährlichen Wachstumsraten immer noch von einer
hohen Dynamik zeugen - einen Hinweis auf den echten digitalen Wertbeitrag
#01
liefern diese Statistiken nicht.
Doch mit der digitalen Transformation hat sich vieles nachhaltig geändert.
Heute sind datenbasierte Geschäftsmodelle und Analytics-getriebene
Produkte keine Zukunftsmusik mehr, sondern stehen im Fokus von
Vorständen und Digitalisierungsmachern. Es existiert mittlerweile eine große
Einleitung
Vielfalt an eben jenen Services und Geschäftsmodellen, die entweder von
Data Driven Startups oder von Konzernen und mittelständischen Firmen am
Markt etabliert werden - vom Verkauf von Wetter- und Verkehrsdaten, über
Predictive Maintenance-Lösungen bis hin zu Preisprognosen im Einzelhandel.
Nach Einschätzungen von Crisp Research werden im Jahr 2019 weltweit rund
272 Milliarden Euro mit datenbasierten Produkten und Diensten umgesetzt.
// Global Market for Analytics Services & Data Products
350 324,5
300
271,6
250
225,2
// Quelle: © crisp research AG, 2018
200
184,1
150
132,0
100
85,2
50 48,4
31,7
25,9 21,0 26,0
4,5 16,9
12,7 13,3
10,2
10,4 12,7
0
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Analytics Services Big Data IT IoT Infrastructure Angaben in Mrd. €
& Data Products Infrastructure
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#01
Der Beweis für die strategische Relevanz von Daten als strategischem Asset
Einleitung
in Zeiten der Digitalisierung ist also erbracht.
Somit schließt sich die Frage an, wie sich die riesigen Datenmengen effizient
speichern, nachhaltig schützen und performant für die digitale Nutzung
in Apps und Plattformen bereitstellen lassen? Wie managen CIOs und
Infrastrukturverantwortliche Storage-Systeme die kontinuierlichen
#02
Veränderungen und Anforderungen unterliegen?
Hinzu kommt eine Reihe an Trends und Einflüssen, die einen Blick auf
die Veränderungen der Storage-Strategien der Unternehmen dringend
notwendig machen:
Studienergebnisse
• Die Anforderungen an Storage-Strategien und -Systeme verändern sich
mit dem digitalen Reifegrad der Unternehmen. Das Storage-Game wird
anspruchsvoller!
• Die breite Akzeptanz von Cloud Services und deren globale Verfügbar-
keit erweitert die Sourcing-Optionen und schafft “hybride Realitäten”!
• Die Innovationssprünge und der Preisverfall bei All-Flash-Arrays machen
diese Systeme potenziell zum neuen de-facto Storage-Standard für
den Unternehmenseinsatz (geringe Latenz, höhere IOPS, eine höhere
Speicherdichte und ein geringerer Stromverbrauch). Die ehemalige
High-end-Technologie Flash wird Commodity und avanciert zur attrak-
tiven Konsolidierungs-Plattform!!
• Hyper Converged Infrastructures (HCI) und Software-Defined Storage
(SDS) verändern den traditionellen Formfaktor in Rack und Rechenzent-
rum sowie die Administrations-Experience für das Storage Management!
• Non-Volatile Memory Express (NVMe) schafft als innovativer und offener
Standardtreiber deutlich verkürzte Latenzen zwischen Server oder
Controller und NVMe-Laufwerken. Proprietäre Treiber-Stack-Lockins
werden vermieden und neue Möglichkeiten durch “NVMe over Fabrics”
oder “NVMe SSDs” geschaffen!
• Open-Source-Storage-Software wie CentOS, Ceph, Docker, FreeBSD,
Linux, Swift und ZFS liefert weitere Impulse und senkt die Eintrittsbar-
rieren für neue SDS- oder Storage-Systeme.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Digitalisierung läuft auf Hochtouren Relevanz und Dringlichkeit der Digitalisierung sind den Entscheidern bewusst geworden.
Studienergebnisse
Und dies gilt nicht nur für CIOs und die “Chief Digital Officers” in den Unternehmen,
Während noch vor zwei Jahren die Mehrheit der deutschen Unternehmen am sondern auch für Vorstände, Aufsichtsräte und Gesellschafter – gerade in mittelständi-
Beginn ihrer Digitalisierungsreise waren, so hat sich dieses Bild mittlerweile schen Familienunternehmen.
deutlich verändert. Egal ob moderne Unternehmenskultur und mobiler Arbeits-
platz, vernetzte Produkte und Prozesse oder datengetriebene Geschäfts- Es hat zwar lange gedauert, aber die Einsicht, dass Innovationskraft und
modelle - heute befinden sich mehr als zwei Drittel der Unternehmen mitten Wettbewerbsfähigkeit heute primär von den Möglichkeiten der Digitalisie-
in der Umsetzungs- und Wachstumsphase ihrer Digitalisierungsaktivitäten. rung ausgehen, hat sich mittlerweile fast überall durchgesetzt. So liegt der
Anteil derjenigen Unternehmen, die noch keine Initiativen im Kontext der
// In welchem Stadium der digitalen Transformation befindet sich Ihr Digitalisierung ergriffen haben, bei nur noch 15 Prozent.
// Quelle: © crisp research AG, 2018
Unternehmen?
14 % Auf dem Weg zur Data Driven Company
Am Beginn der Reise – noch keine Initiativen ergriffen
25 %
Anfangsphase – es wurde mit der Ausarbeitung einer Auch wenn Relevanz und Dringlichkeit der digitalen Transformation den
Digitalisierungsstrategie begonnen
Entscheidern bewusst sind, so fragt man sich, welche Themen und Heraus-
20 % Umsetzungsphase – erste Projekte wurden initiiert und die forderungen die Unternehmen angehen und wie sie sich dafür gerüstet
Digitalisierung von Produkten und Prozessen hat begonnen
sehen. Denn eines ist klar, die Digitalisierung etablierter Unternehmen mit
18 %
Wachstumsphase – die Digitalisierung von Leistungsspektrum eingespielten Prozessen und lange tradierten Unternehmenskulturen ist kein
und Geschäftsmodell ist weitgehend abgeschlossen und
wird nun skaliert Spaziergang. Hier braucht es eine klare Strategie, langen Atem und zudem
die richtigen Skills und IT-Infrastrukturen, um die Digitalisierung erfolgreich
n = 179
und vor allem nachhaltig zu gestalten.
Schaut man auf die verschiedenen Handlungsfelder der Digitalisierung, so
Schaut man genau hin, sind 44 Prozent der befragten Unternehmen gerade sehen sich rund zwei Drittel der Unternehmen auf einem guten Weg und
dabei, die Digitalisierung ihrer Produkte und Prozesse im Rahmen von ersten durchaus in der Lage ihre digitalen Herausforderungen zu meistern. Dies
Projekten und Initiativen in Angriff zu nehmen. Immerhin sieht sich schon stimmt positiv und wird mehrheitlich von denjenigen Unternehmen geäußert,
fast jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) in der Wachstumsphase seiner die schon eigene Erfahrungen mit der Umsetzung von Digital-Projekten
Digitalisierungsaktivitäten - was bedeutet, dass die Digitalisierung des eigenen gemacht haben. Man hat also gelernt, dass Digitalisierung keine Zauberei ist
Leistungsspektrums und Geschäftsmodells weitgehend abgeschlossen ist und sich mit den richtigen Technologien, Partnern und einer unternehmeri-
und nun ausgebaut bzw. “skaliert” wird. schen Herangehensweise durchaus erste Erfolge einstellen.
Mitten in der Digitalisierung – 62 Prozent der deutschen Unternehmen stecken mitten
in der Umsetzung der digitalen Transformation. Dabei haben einige einen echten
“Digitalisierungs-Sprint” hingelegt.
Dies zeigt nicht nur, dass die befragten Unternehmen (mehr als 250
Mitarbeiter) die Digitalisierung mittlerweile sehr ernst nehmen - und viele
in den letzten Jahren einen echten “Digitalisierungs-Sprint” hingelegt haben.
Relevanz und Dringlichkeit sind den Entscheidern bewusst geworden. Und
dies gilt nicht nur für CIOs und die “Chief Digital Officers” in den Unter-
nehmen, sondern auch für Vorstände, Aufsichtsräte und Gesellschafter –
gerade in mittelständischen Familienunternehmen.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
// Handlungsfelder der Digitalisierung: // Wie ist Ihr Unternehmen im Hinblick auf die folgenden
Studienergebnisse
Handlungsfelder der Digitalisierung aufgestellt?
• Agility & New Workplace: Steigerung der Innovationsgeschwindigkeit
und organisatorischen Anpassungsfähigkeit 9% 52 %
34 % 5%
Agility & New Workplace: Steigerung der
Innovationsgeschwindigkeit und
• IoT & Connected Products: Entwicklung von software- bzw. sensor- organisatorischen Anpassungsfähigkeit
basierten Produkten und Lösungen (Smart Products, IoT-Lösungen) 12 % 25 % 57 % 6%
IoT & Connected Products: Entwicklung von
Software- bzw. Sensorbasierten Produkten und
Lösungen (Smart Products, IoT-Lösungen)
• Data Driven Business: Etablierung einer datenzentrierten Unterneh-
12 % 25 % 53 % 11 %
menskultur sowie Konzeption neuer datenbasierter Geschäftsmodelle Data Driven Business: Etablierung einer
// Quelle: © crisp research AG, 2018
datenzentrierten Unternehmenskultur sowie
Konzeption neuer datenbasierter
Geschäftsmodelle
• AI-driven Company: Einsatz von künstlicher Intelligenz, Machine Learning 17 % 30 % 44 % 10 %
AI-driven Company: Einsatz von künstlicher
und Bots für intelligente, automatisierte Geschäftsprozesse Intelligenz, Machine Learning und Bots für
intelligente, automatisierte Geschäftsprozesse
• Automation: Automatisierung von Geschäftsprozessen in IT, Logistik, 10 % 28 % 51 % 11 %
Automation: Automatisierung von
Geschäftsprozessen in IT, Logistik, Produktion
Produktion und Wartung als Grundlage global skalierfähiger Geschäfts- und Wartung als Grundlage global
skalierfähiger Geschäftsmodelle
modelle
8% 32 % 50 % 10 %
Digital User Experience: Digitalisierung und
Personalisierung der Kundenbeziehung sowie
Product und Service Experience (Personalisier-
• Digital User Experience: Digitalisierung und Personalisierung der ter Vertrieb, Online Marketing, Social Media)
Kundenbeziehung sowie Product und Service Experience (personalisierter
Vertrieb, Online Marketing, Social Media) Sind wir schlecht Haben noch Nachholbedarf Sind auf einem gutem Weg Best in class
aufgestellt (“Beginner”) (“Follower”) (“Challenger”) (“Leader”)
Dennoch darf nicht unterschlagen werden, dass rund 40 Prozent der
n=179
befragten Unternehmen mit der digitalen Transformation eher überfordert
sind und angeben, hier einigen Nachholbedarf zu haben. So fehlt es in
der Tat in vielen Unternehmen an allen Ecken. Man stößt auf veraltete IT- Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse zeigt sich, dass die Unternehmen
Infrastrukturen, komplexe und schlecht dokumentierte Prozesse sowie zwar in nahezu allen Handlungsfeldern noch Nachholbedarf sehen und sich
auf einen Mangel an Ideen und Pragmatismus, den es für die erfolgreiche nur eine kleine Minderheit als “Best in Class” bzw. als digitalen “Leader” in der
Umsetzung der digitalen Transformation dringend braucht. jeweiligen Domäne sieht. Dennoch fällt auf, dass die deutschen Unternehmen
sich vor allem bei den Themen “Agilität” und “künstliche Intelligenz” schwer
tun. Dies ist durchaus nachvollziehbar, handelt es sich beim Handlungsfeld
“Agilität” doch um ein klassisches Organisations- und Kultur-Thema, in dem
Veränderungen meist nur langfristig wirken und sich Probleme nicht allein
durch den Einsatz moderner Technologien lösen lassen. Anders gelagert
ist der Fall beim Thema künstliche Intelligenz. Zwar wollen fast alle Unter-
nehmen vom Einsatz der neuen Technologien im Kontext des maschinellen
Lernens, der autonomen Robotik und der selbstlernenden Systeme (“Deep
Learning”) profitieren, aber die Kenntnisse und Skills reichen vielfach noch
nicht aus, um aus der Vielfalt der Technologien und möglichen Use Cases
eine sinnvolle “AI-Strategie” für das Unternehmen zu formen - und diese
auch erfolgreich umzusetzen.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Digitale Überforderung – Rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich in der “Big” Data Business – Mehr als zwei Drittel der Entscheider (67 Prozent) erwarten
Studienergebnisse
Umsetzung der digitalen Transformation als überfordert an und haben Nachholbedarf – bis 2020 mindestens 10-20% Umsatz mit digitalen Produkten und datenbasierten
gerade im Hinblick auf die Themen Agilität und AI. Geschäftsmodellen – jeder fünfte Entscheider ist noch optimistischer.
Denn bevor die Unternehmen die Ernte im Sinne einer “AI-Strategie” Diese optimistischen Erwartungen scheinen nicht ganz zu den antizipierten
einfahren können, steht für viele erst einmal die erfolgreiche Umsetzung Herausforderungen und eigenen Schwächen zu passen, die die Unternehmen
einer unternehmensweiten Datenstrategie an. Nur wenn Prozesse und immer noch bei sich sehen, wenn es an die Umsetzung der digitalen Transfor-
Geschäftsmodelle erfolgreich digitalisiert sind und die Daten einheitlich mation geht. Aus Sicht von Crisp Research deutet dies aber auf einen generell
strukturiert und verwaltet (“gemanaged”) sind, können Algorithmen und besseren Informationsstand und Reifegrad beim Thema Digitalisierung hin.
künstliche Intelligenz ihre Arbeit tun. Und auch hier zeigen die Studien- So sind die Entscheider mittlerweile besser in der Lage, ihre eigene Situation
ergebnisse, dass noch 37 Prozent der befragten Unternehmen Nachholbedarf sowie die Stärken und Schwächen zu beurteilen. Viele Unternehmen haben
sehen, wenn es darum geht, sich zum “Data Driven Business” zu wandeln und in den letzten Jahren “Digital Readiness”-Analysen durchführen lassen
eine unternehmensweite Datenstrategie zu implementieren. Zwar sieht sich und erste Umsetzungserfahrungen gesammelt. Man weiß nun, wo man
ein Großteil der Unternehmen (53 Prozent) bereits auf einem guten Weg, Nachholbedarf hat und wo man zusätzlich investieren muss.
aber nur jedes zehnte Unternehmen ist überzeugt (11 Prozent), mit seinem
Aktivitäten “Best in Class” zu sein. Man kann konstatieren, dass die deutschen Unternehmen digital reifer
geworden sind. Die Herausforderungen und Probleme bei der Umsetzung
// Wie viel Prozent des Umsatzes erwartet Ihr Unternehmen mit der Digitalisierung und vor allem der datenbasierten Geschäftsmodelle ist
digitalen Produkten / datenbasierten Geschäftsmodellen bis 2020 ihnen durchaus bewusst. Dennoch verliert man das große Ziel nicht aus den
zu erwirtschaften? Augen und definiert klare Ambitionen (z.B. mehr als 10 Prozent Digital- und
// Quelle: © crisp research AG, 2018
mehr als 50 % Datenumsatz). Auch hier haben viele Entscheider gelernt, dass es ohne ein
0-5 %
klares Ziel und ohne eine Vision nichts wird mit dem digitalen Wandel.
4 10 5-10 %
Daten als strategisches Asset und große Herausforderung
18
20-50 %
27
Umsatz mit
Dass sich die Entscheider den Chancen sowie Herausforderungen der
datenbasieten
Digitalisierung und der Umsetzung datenbasierter Geschäftsmodelle bewusst
Geschäftsmodellen
sind, hat sich in den Studienergebnissen klar gezeigt. Doch wie beurteilen
die Business- und IT-Entscheider den Stellenwert von und den Umgang mit
Daten? Werden diese unkritisch als das “neue Öl” betrachtet oder gibt es
41
n = 179
konkrete Herausforderungen beim Handling der dynamisch wachsenden
10-20 %
Angaben in Prozent
Datenmengen in den Unternehmen?
Demgegenüber sind die Erwartungen an das Datengeschäft in der Zukunft
recht hoch. So erwarten zwei Drittel der befragten Entscheider (67 Prozent),
dass das eigene Unternehmen im Jahr 2020 mehr als 10 Prozent seiner
Umsätze mit digitalen Produkten und datenbasierten Geschäftsmodellen
erwirtschaften wird. Während 41 Prozent dieser Gruppe etwas vorsich-
tiger in die Zukunft blicken und einen Digital- und Datenumsatz von 10-20
Prozent erwarten, glaubt immerhin mehr als jeder fünfte Entscheider, dass
sein Unternehmen mehr als 20% Umsätze digital und mit Daten einfahren
wird. Eine kleine Minderheit plant sogar Digitalumsätze von mehr als 50
Prozent bis 2020.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
// Welchen Stellenwert haben Daten in Ihrem Unternehmen? bzw. nur marginal erhöht wurden, so lässt sich diese Einschätzung nachvoll-
Studienergebnisse
ziehen. Müssen die IT-Entscheider auch in den kommenden Jahren mit scharfen
Budget-Restriktionen leben, die den operativen Spielraum einengen, fällt es
9% Daten sind maßgeblich ein Kostenfaktor. Die Generierung,
12 % Pflege und Haltung der Daten ist aufwändig und teuer. diesen schwer, sich mit den strategischen Chancen des Datenmanagements
Die Erfassung und Haltung der Daten führt zu einem auseinanderzusetzen.
13 %
Speicherproblem. Daten sind in großen Mengen und dezentral
vorhanden, die einheitliche Speicherung fällt schwer.
// Welchen Stellenwert haben Daten in Ihrem Unternehmen?
Der rechtskonforme Schutz der Daten ist schwierig und
// Quelle: © crisp research AG, 2018
nicht zu gewährleisten. Daten führen somit zu einem – Auswertung nach Entscheidertypen
// Quelle: © crisp research AG, 2018
27 % Datenschutzproblem. Business-Entscheider
Daten sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, der dem IT-Entscheider
Unternehmen einen Vorsprung verschaffen kann.
18 %
Daten sind ein Vermögenswert, der den Wert des Unternehmens
und den Geschäftserfolg maßgeblich determiniert.
Daten sind ein strategisches Asset für die Zukunft, das insbesondere
im Kontext der Digitalisierung die Grundlage der Entwicklung und des
20 % Geschäftserfolgs darstellt
n = 179
6% 18 % 31 % 24 % 20 % 21 % 22 % 16 % 11 % 16 %
Daten sind maßgeb- Die Erfassung und Der rechtskonforme Daten sind ein Daten sind ein Ver-
lich ein Kostenfaktor. Haltung der Daten Schutz der Daten ist wichtiger Wettbe- mögenswert, der den
Erst einmal muss konstatiert werden, dass die Mehrheit der Entscheider Die Generierung, führt zu einem schwierig und nicht werbsvorteil, der dem Wert des Unterneh-
Pflege und Haltung Speicherproblem. zu gewährleisten. Unternehmen einen mens und den
(57 Prozent) das Speichern, Managen und den Schutz der Unternehmens- der Daten ist aufwän- Daten sind in großen Daten führen somit Vorsprung verschaffen Geschäftserfolg maß-
daten als große Herausforderung betrachtet - und zwar immer noch etwas dig und teuer. Mengen und dezenral zu einem Daten- kann. geblich determiniert.
vorhanden, die ein- schutzproblem.
gewichtiger als die Chancen von Daten als Vermögenswert und strategisches heitliche Speicherung
Asset im digitalen Zeitalter. Zumindest ergibt sich dieses Bild, wenn man fällt schwer. n = 179
Entscheider im Rahmen der Erhebung nicht mit Multiple Choice-Fragen,
sondern mit einer Auswahl bzw. Zustimmung zu folgenden Aussagen (siehe Demgegenüber sehen nur 6 Prozent der “Business-Entscheider” (Geschäfts-
oben) konfrontiert. führung, Leiter Digitalisierung etc.) das Datenwachstum als Kostenproblem.
Hier herrscht die Perspektive vor, dass Daten schon heute ein Wettbewerbs-
Daten sind das neue Gold – aber auch eine große Herausforderung! Gut zwei Drittel der vorteil und strategisches Asset im Rahmen der Digitalisierung von Geschäfts-
befragten Unternehmen in Deutschland sehen das Speichern, Managen und den Schutz modellen und Prozessen sind. Da sich diese Entscheider nur wenig oder
der Unternehmensdaten als große Herausforderung. überhaupt nicht mit den technischen und operativen Herausforderungen
des Datenmanagements und der sicheren Speicherung von Daten befassen
Zwar ist die Anzahl derjenigen Entscheider welche Daten maßgeblich als müssen, lässt sich diese Einschätzung ebenfalls nachvollziehen.
Kostenfaktor betrachten auf mittlerweile 12 Prozent gesunken. Dieser Wert
lag noch vor zwei Jahren deutlich höher. Es zeigt sich, dass die Innovationen Anhand dieser unterschiedlichen Sichtweisen und Einschätzungen kann
und Effizienzgewinne (z.B. All-Flash, Object Storage etc.) bei den Storage- ein fundamentales Problem aufgezeigt werden. Denn nur wenn auf “beiden
Technologien ihre Wirkung zeigen. So setzt sich die Überzeugung durch, dass Seiten” das gemeinsame Verständnis vorliegt, dass datenbasierte Geschäfts-
selbst bei dynamisch wachsenden Datenbeständen keine Kostenexplosion modelle und eine exzellente IT- und Storage-Infrastruktur zwei Seiten einer
zu erwarten ist, sondern die Innovationen gut mit dem Datenwachstum Medaille sind, kann die digitale Transformation erfolgreich gemeistert werden.
mithalten können, bzw. dieses ja erst ermöglichen. Bei genauerer Betrachtung Aber in vielen Unternehmen reden die “Digitalisierer vom Dienst” und die
der Ergebnisse nach Entscheider-Kategorien, ergibt sich ein leicht verän- IT-Verantwortlichen leider immer noch aneinander vorbei. So fokussieren die
dertes Bild. So hat die Gruppe der “IT-Entscheider” (CIO, RZ-Leiter, Leiter Business- und Digitalentscheider zu sehr auf Agilität und neue Geschäfts-
Storage etc.) die Herausforderungen mit der Kostenentwicklung deutlicher modelle und vergessen dabei die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Dagegen
vor Augen. Hier ist es fast jeder fünfte IT-Entscheider (18 Prozent), der Daten beschäftigen sich noch immer viele IT-Infrastruktur-Manager viel zu wenig mit
primär als Kostenproblem betrachtet. Führt man sich vor Augen, dass in vielen den Belangen und neuen digitalen Anforderungen ihrer Business-Kollegen.
Unternehmen die Investitionen in IT- und Storage-Infrastruktur “gedeckelt” Dabei wird vielfach übersehen, dass die heutigen digitalen Champions und
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Internetkonzerne à la Google, Facebook oder eBay vor allem aufgrund ihrer Die Studienergebnisse zeigen klar, dass der Trend hin zum digitalen und
Studienergebnisse
hochleistungsfähigen und skalierbaren IT-Infrastrukturen erst in den Lage datengetriebenen Unternehmen nicht mehr nur Parole ist, sondern sich klar
waren, kostenfreie Dienste für Milliarden von Nutzern auf globaler Basis in der Entwicklung des Datenwachstums in den Unternehmen abzeichnet.
anzubieten. So sehen 37 Prozent der befragten Entscheider in vernetzten Produkten
und digitalen Geschäftsmodellen den wichtigsten Datentreiber im Unter-
nehmen - und das schon heute. Im gleichen Atemzug wurden von 30 Prozent
IoT, digitale Produkte und Marketing-Applikationen als Treiber des der Entscheider IoT- und Industrie 4.0-Lösungen genannt, die ebenfalls zu
Datenwachstums den zentralen Treibern des Datenwachstums zählen.
Auch wenn alle Entscheider davon überzeugt sind, dass sich das Daten- Betrachtet man die beiden strategischen Trends und Treiber etwas genauer,
wachstum in den kommenden Jahren dynamisch fortsetzen wird, so ist es werden die Implikationen von vernetzten Produkten und datenbasierten
trotzdem wichtig, sich mit den Trends und Treibern des Datenwachstums zu Geschäftsmodellen auf das Datenwachstum schnell klar. So erzeugen über
beschäftigen. Was sind also die Themen, Projekte und Applikationen, welche Sensoren und Aktoren vernetzte Geräte - egal ob Kettensäge, Küchenmaschine
die Datenmengen in den kommenden Jahren ansteigen lassen? oder Werkzeugmaschine in der industriellen Fertigung - einen konstanten
Strom an Zustands- und Log-Daten. Diese müssen kontinuierlich überwacht,
// Welche Workloads weisen in Ihrem Unternehmen das höchste ausgewertet und größtenteils gespeichert werden. Nur so lassen sich ex
Datenwachstum auf? post Analysen durchführen oder Algorithmen trainieren, beispielsweise für
Predictive Maintenance oder die Personalisierung von Geräten. Hinzu kommen
Logs aus Security- und Netzwerkmanagement-Lösungen, die den IoT-Daten-
Automatisierung/ Log-Daten 25 %
verkehr kontrollieren und absichern. Auch die Interaktionen der Nutzer mit
Industrie 4.0/ IoT 30 % den Geräten und integrierten Apps muss revisionssicher gespeichert und
verwaltet werden. Kommen dann noch hohe rechtliche Auflagen für eine
Neue Geschäftsmodelle / vernetzte
Produkte 37 % Langzeitarchivierung hinzu (wie beispielsweise beim Use Case autonomes
Fahren), dann entstehen schnell vollkommen neue Dimensionen in Bezug
Monitoring / IT-Management 23 % auf das Datenvolumen - sowie ebenfalls an die Anforderungen hinsichtlich
Speicherung und Datenzugriff.
Enterprise Mobility/ Digital Workplace/
E-Mail/ Collaboration 18 %
IoT und neue digitale Geschäftsmodelle sind neben Digital Marketing die stärksten Treiber
ERP / Business Process Management 22 % des Datenwachstums in deutschen Unternehmen
Digital Marketing / Social Media 30 %
Aber auch IoT-Lösungen zur Optimierung interner Fertigungs- oder Logistik-
prozesse können die Prognosen zur Entwicklung des unternehmensweiten
Infrastruktur/ Desktop Virtualisierung 21 %
Datenvolumens schnell über den Haufen werfen. So erzeugen einzelne
Maschinen oder Fertigungsprozesse sehr schnell Datenmengen von mehreren
// Quelle: © crisp research AG, 2018
File Sync & Sharing 13 %
Terabyte (TB) pro Tag, was bei einem weltweiten Roll-Out in 20 Fertigungs-
Online Archivierung/ Repository 17 % standorten vollkommen neue Storage-Konzepte erfordert. Auch wird schnell
klar, dass man sich in den Unternehmen intensiv damit beschäftigen muss,
Development & Test 16 % welche Daten man zukünftig noch benötigt, welche aktiv vorgehalten werden
müssen und welche man getrost in kostengünstige Archive abschieben kann
Recruiting & HR 10 % (siehe unten).
Finance 19 %
eCommerce 16 %
BI / Analytics/ Big Data 43 %
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Neben IoT-Lösungen und digitalen Produkten, sind es vor allem Applika- // Wie sieht die prozentuale Verteilung von heißen (Daten,
Studienergebnisse
tionen mit Kundenbezug, die heute und zukünftig für einen großen Teil die kontinuierlich in Prozesse und Geschäftsmodelle einfließen)
des Datenwachstums in den Unternehmen stehen (30 Prozent). So wissen und kalten Daten (z.B. Archiv-Daten) in Ihrem Unternehmen aus?
Unternehmen heute so viel wie noch nie über ihre Kunden - und das gilt für
// Quelle: © crisp research AG, 2018
Consumer- und Brand-getriebene Unternehmen ebenso wie für Mittelständler
mit B2B-Fokus. Neben klassischen kundenbezogenen Datenbeständen, wie
kalte Daten
Kundenstamm- oder Bestelldaten, sammeln und verarbeiten Unternehmen 41 %
heute eine Vielzahl von Kunden- und Social Mediadaten im Rahmen weit heiße Daten
verzweigter und tief integrierter Digital Marketing- und CRM-Lösungen. 59 %
Auch treibt die Perfektionierung der “User Experience” über verschiedene
digitale Kanäle die Marketingmanager dazu, große Mengen an Nutzungs-
und Interaktionsdaten zu sammeln, zu aggregieren und auszuwerten, um
den eCommerce-Shop, die App oder das Analytics-Dashboard zu optimieren.
n = 179
Natürlich ist das Spektrum an Anwendungen mit hohem Datenwachstum noch
deutlich größer und von Firma zu Firma individuell unterschiedlich. Als Muster
über Branchen und Größenklassen hinweg haben sich neben IoT, digitalen
Produkten und Marketing noch zwei weitere Wachstumstrends gezeigt. Im Zuge der Digitalisierung wird an die IT-Infrastruktur sowie an das Data
Und dies sind diejenigen Datenbestände, die im Rahmen von Monitoring und Management zunehmend die Anforderung gestellt, verschiedenste Unter-
Automatisierung der anderen produktiven IT- und Digitalisierungssystemen nehmensdaten schnell, flexibel und skalierbar zur Verfügung zu stellen. Denn
anfallen. So werden im Rahmen der Überwachung und Steuerung große die Entwickler neuer mobiler Apps oder datenbasierter Geschäftsmodelle
Mengen an Log- und Meta-Daten erzeugt, die zusätzlich gespeichert und brauchen den Zugriff auf Bestandsdaten oder auch historische Daten,
auditierbar gemacht werden müssen. Denn im Zuge von Branchenstandards z.B. für die Entwicklung und das Training von Algorithmen für Predictive
und regulatorischen Anforderungen sind die Unternehmen zunehmend Maintenance. Da diese Anfragen schlecht planbar sind und auch die
gezwungen, eine nahezu komplette Nachvollziehbarkeit und Transparenz Anforderungen sich initial schlecht abschätzen lassen (z.B. wie viele parallele
über die Datennutzung im Unternehmen zu gewährleisten. API-Zugriffe ein Storage-System verarbeiten können muss), stehen IT-
Infrastrukturverantwortliche vor einer großen Herausforderung. Sie müssen
Dies führt auch zur spannenden Frage, welche Daten im Unternehmen aktiv Storage- und Data Management-Lösungen implementieren, die einerseits
und kontinuierlich genutzt werden (“heiße Daten”) und welche Datenbestände kosteneffizient große Datenmengen speichern und gleichzeitig flexibel
nur selten genutzt bzw. nur zu Dokumentationszwecken gespeichert oder und standardisiert an neue Applikationen bereitstellen können. Um dies zu
archiviert werden (“kalte Daten”). Nach Aussagen der befragten Entscheider bewerkstelligen, sind vielfach neue Storage-Technologien und -Ansätze
liegt der Anteil an “heißen Daten” in den Unternehmen mittlerweile bei gefragt (vgl. Kapitel Innovationen).
59 Prozent. Dieser hohe Anteil ist einerseits auf die Anforderungen der
Digitalisierung zurückzuführen. Andererseits spielen die vielzitierten Digitalisierung und Regulatorik treiben Anteil “heißer Daten” in die Höhe. IT-Verantwortliche
rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. stecken in Zwickmühle zwischen Kosteneffizienz und neuen Anforderungen.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Wie angeführt, ist die Digitalisierung nicht alleine für steigende Anforderungen Ein ganzheitliches Datenmanagement auf Basis von neuen Storage-Systemen-/
Studienergebnisse
und einen größer werdenden Anteil an “heißen Daten” in den Unternehmen Technologien (46 %) sowie Datenschutz- und Governance-Trainings für Mitarbeiter (52%)
verantwortlich. Auch die nationalen und übernationalen Gesetzgeber und stehen heute ganz oben auf der Agenda.
Regulierungsbehörden haben in den letzten 5 Jahren eine Vielzahl an neuen
Regelungen erlassen, die Unternehmen zwingen, ihre Daten und die Daten Im Hinblick auf eine unternehmensweite Datenstrategie stehen viele
ihrer Kunden noch besser und schneller im Zugriff zu haben. Gerade mit Unternehmen, gerade im Mittelstand, noch am Anfang der Reise. So
europaweiter Einführung der “GDPR” (Europäische Datenschutzgrund- planen viele Unternehmen dies in den kommenden Jahren nachzuholen
verordnung) haben sich Anforderungen an den Umgang mit Kundendaten (Zustimmung steigt auf 55 Prozent zukünftig). Hinzu kommen eine Reihe
nochmals verschärft, was vor allem zu einer stärkeren “Traceability”, Kontrolle weiterer Initiativen, die bislang erst von rund einem Drittel der Unternehmen
und Transparenz von Daten im Unternehmen führt. Da Kunden und Nutzer umgesetzt wurden, die in den nächsten Jahren aber zum Mainstream werden.
nun jederzeit das Recht haben, alle personenbezogenen von und über sie Dies gilt beispielsweise für die Schaffung einer zentralen Verantwortlichkeit
gespeicherten Daten unverzüglich löschen zu lassen, müssen IT-Verantwort- in Form der Position eines “Chief Data Officers”, der über die Ausgestaltung,
liche in der Lage sein, dies auch in komplexen und verteilten Storage-Systemen Weiterentwicklung und Umsetzung der Datenstrategie wacht (zukünftig 46
revisionssicher zu gewährleisten. Prozent der Unternehmen).
// Welche Maßnahmen ergreift Ihr Unternehmen heute und zukünftig,
Ganzheitliches Datenmanagement und zentrale Governance auf dem um ein erfolgreiches Datenmanagement und eine Datenkultur im
Vormarsch Kontext der Digitalisierung voranzutreiben?
Die Vielfalt und Geschwindigkeit mit der Digitalisierung und auch Regulatorik
Etablierung einer unternehmens- 40
neue Anforderungen an das Speichern und Managen der unternehmens- weiten Data Strategie/ Data Governance 55
weiten Datenbestände stellen, ist nun deutlich geworden. Doch wie gehen 38
Etablierung der Position “Chief Data Officer” 46
die Unternehmensleitungen und das IT-Management damit um? Welche
// Quelle: © crisp research AG, 2018
Strategien und Initiativen werden ergriffen, um das Datenmanagement neu Einführung neuer Analytics- 37
Tools- und Machine Learning-Verfahren 50
aufzustellen? Wie lassen sich Kosteneffizienz, Flexibilität und Sicherheit
Ganzheitliches Datenmanagement auf Basis von 46
bestmöglich vereinen und die Datenhoheit auch in digitalen Zeiten bewahren? neuen Storage-Systemen-/ Technologien 47
Wie können auch traditionelle Unternehmen eine “Datenkultur” im eigenen Entwicklung einer API- 35
Strategie zum Management der Datenströme 49
Unternehmen etablieren?
Etablierung Digital Labs/ Data Labs 35
51
Ohne die Mitarbeiter geht es nicht! Diese Erkenntnis hat sich quer durch Datenschutz- und Governance- 52
alle Branchen und Entscheider-Level mittlerweile durchgesetzt. So sind Trainings für Mitarbeiter 45
Trainings zum Thema “Datenschutz” und “Data Governance” heute eines 36
Open Data-Konzepte 45
der wichtigsten und meistgenutzten Instrumente. Mehr als die Hälfte der
15
Sonstiges 34
befragten Unternehmen (52 Prozent) setzt diese auf dem Weg zu einem
datengetriebenen Unternehmen derzeit ein. Ebenfalls oberste Priorität hat heute zukünftig n = 179
für die Entscheider die Einführung eines ganzheitlichen Datenmanagements Angaben in Prozent
auf Basis von neuen Storage-Systemen und -Technologien (46 Prozent). Dies
geht Hand in Hand mit der Etablierung einer unternehmensweiten Data-
Strategie bzw. einer Data Governance (40 Prozent), welche die Spielregeln
für den Umgang mit Daten im Unternehmen festlegt, während das Data- und
Storage Management für die operative Umsetzung der Datenstrategie steht.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Auch plant die Hälfte der Unternehmen den Einsatz neuer Analytics-Tools // Wie gestalten sich die Verantwortlichkeiten für die
Studienergebnisse
und will Verfahren des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz unternehmensweite Daten-Strategie?
einführen, um seine Daten noch intelligenter und automatisierter zu nutzen.
Ein ebenfalls großer Anstieg ist beim Thema “Digital Lab / Data Lab” zu
verzeichnen. Hier klettert der Anteil an Unternehmen, die in solche “Kreativ-
labore” investieren von heute 35 Prozent auf zukünftig 51 Prozent. Denn es
hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt, dass die Kombination
// Quelle: © crisp research AG, 2018
aus kreativen Freiräumen, interdisziplinären Teams und den richtigen
Rahmenbedingungen ein großes Maß an Innovationen hervorbringen kann.
So entstehen in den “Data & Digital Labs” die Prototypen und MVPs für neue
datenbasierte Geschäftsmodelle. Es werden Integrations- und API-Strategien
entworfen, um Daten standardisiert und flexibel im eigenen digitalen Ökosystem 60 % 26 % 14 %
bereitzustellen. Oder man beschäftigt sich mit den neuen Technologien des
Machine Learning, um relevante Use Cases für das eigene Unternehmen zu Zentral (CIO, Chief Dezentral (Tochter- Keine klar zuzuordnenden
identifizieren und die Schwachstellen der neuen Technologien zu explorieren. Data Officer, Chief firmen, Business-Units Verantwortlichen
Digital Officer) etc. entscheiden
autonom) n = 179
Die Entwicklung und Umsetzung einer unternehmensweiten API-Strategie
zählt ebenfalls zu den relevanten Initiativen, um die eigene Datenstrategie
voranzutreiben. In diesem Sinne wächst der Anteil an Unternehmen, die
APIs als fundamentalen Bestandteil ihrer Datenstrategie ansehen von heute Demgegenüber sind es nur 26 Prozent der Unternehmen, die es in der
35 Prozent auf zukünftig 49 Prozent. Dies zeigt, dass die Unternehmen dezentralen Verantwortung ihren Tochterfirmen oder Business Units
verstanden haben, dass nicht nur die sichere Speicherung der Daten wichtig überlassen, sich um das Thema Datenstrategie und Datenmanagement
ist, sondern man auch die richtigen Werkzeuge benötigt, um die Datenströme autonom zu kümmern. Dies kann im Fall von klassischen Holding-Strukturen
zu lenken und Zugriffe auf die unternehmenseigenen Daten zu managen. mit sehr heterogenen Geschäftsfeldern durchaus Sinn machen. Bei den
14 Prozent der Unternehmen, die über keine klar zuzuordnenden
API-First – Knapp die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) sieht das API-Management Verantwortlichkeiten verfügen, stehen die Erfolgsaussichten der Daten-
als zentralen Bestandteil seiner unternehmensweiten Datenstrategie an. strategie sicherlich in Frage. Denn nur wenn auf allen Ebenen – vom Daten-
modell, über die Integrationslogik, das Berechtigungsmanagement bis
Beschäftigt man sich mit der Frage nach den Datenzugriffen und dem hin zum Storage-Layer - eine gemeinsame Sprache und entsprechende
Management der Datenströme, so kommt einem auch die Frage nach der Regelungen gefunden werden, kann eine unternehmensweite Datenstrategie
Ausgestaltung der Verantwortlichkeiten und Data Governance in den Sinn. funktionieren.
Und hier zeichnet sich ein recht klares Bild ab. So bündeln zwei Drittel der
befragten Unternehmen (60 Prozent) die Verantwortlichkeiten für die IT- Infrastruktur als Backbone der Digitalisierung
unternehmensweite Datenstrategie in einer zentralen Position (Chief Digital
Officer, Chief Data Officer, CIO). Dies passt auch zu den vorher geäußerten Es hat sich im Verlauf der Studie schon an mehreren Stellen gezeigt, dass der
Planungen in Bezug auf die konkreten Initiativen und Projekte zur Umsetzung IT-Infrastruktur im Hinblick auf die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung
der eigenen Datenstrategie. Hier gaben 46 Prozent der Unternehmen explizit eine strategische Rolle zukommt. Doch wie groß ist der Innovations- und
an, die Rolle eines “Chief Data Officer” installieren zu wollen. Wertbeitrag, den Business- und IT-Entscheider der IT-Infrastruktur wirklich
beimessen? Welchen Impact hat die digitale Transformation auf die Ausgestal-
Data Governance wird zur zentralen Funktion – Mehrheit der Unternehmen (60 Prozent) tung und Ausstattung der Rechenzentren? Auf welche Designkriterien und
plant zentrale und feste Verantwortlichkeiten für die Data Governance und die Umsetzung Anforderungen kommt es Business- und IT-Entscheidern bei der nächsten
der Datenstrategie. Investitionsrunde in neue IT-Infrastruktur an?
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Im statistischen Durchschnitt wird der IT-Infrastruktur bislang nur ein mittelmäßiger Betrachtet man die Ergebnisse der Studie nämlich nicht auf aggregierter
Studienergebnisse
Innovations- und Wertbeitrag zur Digitalisierung beigemessen (6,2 Punkte auf 10er Skala). Ebene, sondern nimmt einzelne Interviews exemplarisch heraus, so zeigt
In der Praxis stechen einzelne CIOs und IT-Abteilungen mit exzellenter Performance und sich ein teils sehr breites Spektrum an Meinungen und Einschätzungen zum
Bewertungen heraus und verdienen sich Respekt im Unternehmen. Innovations- und Wertbeitrag der IT. Das bedeutet, dass es in der Praxis
eine ganze Reihe an CIOs geschafft hat, den Innovationsbeitrag der IT-
Beim Blick auf den Innovations- und Wertbeitrag der IT-Infrastruktur zu Infrastruktur nicht nur zu liefern, sondern diesen auch erfolgreich im eigenen
den verschiedenen Disziplinen der Digitalisierung lassen sich zwei Dinge Unternehmen kommuniziert.
feststellen. Erstens: Die IT-Infrastruktur spielt für die Entscheider in allen
Digitalisierungsbereichen eine ungefähr gleichgewichtige Rolle. Zweitens: Betrachtet man Ergebnisse nach Eigenwahrnehmung der IT und Ein-
Der IT-Infrastruktur kommt “nur” eine solide Rolle im Mittelfeld zu. Auf einer schätzung durch die Business-Kollegen im Unternehmen, ergibt sich ein
Skala von 1-10 Punkten (1=niedrig bis 10=sehr hoch) bewegen sich die leicht differenziertes Bild:
Bewertungen zwischen 5,8 und 6,6. Sprich - in der Gesamtschau leistet die
IT-Infrastruktur einen soliden, aber noch keinen herausragenden Job. Oder // Welchen Innovations- und Wertbeitrag leistet die IT-Infrastruktur
der Innovations- und Wertbeitrag wird von den Kollegen im Unternehmen im Hinblick auf folgende Handlungsfelder der Digitalisierung in Ihrem
// Quelle: © crisp research AG, 2018
nicht recht gewürdigt. Dies kann einerseits mit dem Kommunikationsdefizit Unternehmen? (Anteil Nennungen hoch bis sehr hoch in %)
zwischen “Digitalisierern” und “IT” erklärt werden, das in vielen Unterneh-
men leider immer noch vorherrscht. Andererseits kämpft die “klassische IT”
vielerorts immer noch mit ihrem Image als behäbiger Verwalter. Vielerorts Agility & 35
New Workplace 19
hat man es einfach noch nicht geschafft, die Trendwende einzuläuten und IoT & 30
sich zum Motor der digitalen Innovation im Unternehmen zu machen. Connected Products 34
Data Driven Business 32
29
// Welchen Innovations- und Wertbeitrag leistet die IT-Infrastruktur im
AI-driven Company 40
34
Hinblick auf folgende Handlungsfelder der Digitalisierung in Ihrem Business-Entscheider
Unternehmen? Automation 37 IT-Entscheider
40
n = 179
Digital User Experience 39
38 Angaben in Prozent
Agility & New Workplace
5,76
Während sich IT- und Business-Entscheider über den Innovations- und
// Quelle: © crisp research AG, 2018
Wertbeitrag der IT-Infrastruktur zur Digitalisierung in einigen Feldern
einig sind (z.B. im Fall “Digital User Experience”), so ergeben sich in anderen
Digital User Experience Data Driven Business
6,56 6,20 Feldern durchaus interessante Unterschiede. So sind deutlich mehr Business-
Entscheider überzeugt, dass die IT einen wesentlichen Beitrag zur Agilität
im Unternehmen und zur Gestaltung der neuen Arbeitsumgebungen (“New
Workplace”) liefern kann. Die IT-Entscheider sind hier weniger optimistisch
bzw. sind sich gegebenenfalls dieser Erwartungshaltung gar nicht bewusst.
Hier liegt nach Einschätzung von Crisp Research eine große Chance für die
Automation AI-driven Company
6,40
internen IT-Abteilungen. Gleiches gilt für den Beitrag der IT zur erfolgreichen
5,80
IoT & Connected Products n = 179
6,27
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Umsetzung von IoT-Projekten. Auch hier gibt es in vielen Unternehmen eine Befragt nach der zukünftigen RZ-Strategie gaben 36 Prozent der Befragten
Studienergebnisse
große Wertschätzung für und eine gehobene Erwartungshaltung an die an, ihre eigenen Rechenzentren weiter auszubauen. Ein klarer Beweis für
IT-Infrastruktur von Seiten der Business- und Digitalisierungsentscheider. die Notwendigkeit eigener IT-Infrastrukturen - auch in Zeiten von Cloud
CIOs und RZ-Verantwortliche tun gut daran, diese Chancen zu ergreifen. Computing. Allerdings planen 38 Prozent - und somit der größte Teil der
Umgekehrt scheinen die IT-Entscheider ihren Einfluss und Beitrag in den befragten Entscheider - eine Konsolidierung der von ihnen betriebenen
Bereichen “Data Driven Company” und “Automation” leicht zu überschätzen. Rechenzentren. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von Skalen-
vorteilen, Lifecycle Management, Energieeffizienz bis hin zu den Möglichkeiten
Chancen durch bessere Selbsteinschätzung – Die Unternehmens-IT unterschätzt ihre neuer Technologien (Hyperconverged, IaaS & PaaS), die veraltete und
Rolle im Hinblick auf die digitalen Handlungsfelder Agilität und IoT überschüssige RZ-Kapazitäten obsolet machen. Fast jedes fünfte Unter-
nehmen (16 Prozent) betreibt zwar weitere eigene Rechenzentren, wird
Die Rolle der IT-Infrastruktur und deren Beitrag zur Digitalisierung ist eng aber die Möglichkeiten zur Verlagerung von Rechenleistung und Speiche
verknüpft mit der Rechenzentrums-Strategie der Unternehmen. Denn hier kapazitäten in Cloud- und Public Cloud-Umgebungen nutzen, um einen
laufen die Datenströme zusammen, hier werden wichtige Daten-Assets Großteil des kommenden Datenwachstums abzufangen.
gespeichert und vor fremdem Zugriff geschützt und viele der unternehmens-
kritischen Anwendungen und digitalen Lösungen betrieben. Wie gestaltet In direktem Zusammenspiel mit der Ausgestaltung der RZ-Strategie der
sich also die Rolle des bzw. der unternehmenseigenen Rechenzentren? Unternehmen steht das Design der zukünftigen IT-Infrastruktur, welche in
den Rechenzentren betrieben und abgesichert wird. Auch hier stellen sich
// Wie gestalteten sich die Rollen des eigenen RZs und die der für Digitalisierungs- und vor allem IT-Entscheider grundlegende Fragen
Infrastruktur Ihres Unternehmens? hinsichtlich der zukünftigen Designkriterien für die digitale Infrastruktur.
Diese haben größtenteils auch Gültigkeit für die Ableitung der Storage-
Wir besitzen keine eigenen Rechenzentren, sämtliche Daten
Strategie und definieren einige der zentralen Anforderungen an die nächste
// Quelle: © crisp research AG, 2018
werden über externe Provider/Cloud abgedeckt Generation der Storage-Systeme (siehe nächstes Kapitel).
16
// Was sind für Ihr Unternehmen die wichtigsten Faktoren beim Design
Wir besitzen eigene Rechenzentren, Wir besitzen eigene Rechenzentren und und der Ausgestaltung der zukünftigen IT-Infrastruktur?
// Quelle: © crisp research AG, 2018
das zukünftige Datenwachstum bauen diese aus
10
wird über externe Provider/Cloud abgedeckt
36
Microservices Architektur 13 %
Rollengestaltung Hohe Innovation & Features 26 %
Möglichst wenig verschiedene Provider 17 %
38 Niedrige Kosten 32 %
Skalierbarkeit 31 %
n = 179 Performance/Latenz 16 %
Wir besitzen eigene Rechenzentren und konsolidieren diese Angaben in Prozent Sicherheit & Datenschutz 58 %
Ausfallsicherheit 45 % n = 179
Von den befragten Entscheidern gaben im Rahmen der Studie insgesamt
90% zu Protokoll, über eigene Rechenzentren zu verfügen. Dieser hohe
Anteil ist maßgeblich bedingt durch die befragte Unternehmensgröße. So
wurden im Sample nur Unternehmen ab 250 Mitarbeitern berücksichtigt.
Die große Mehrheit (>60 Prozent) beschäftigen mehr als 1.000 Mitarbeiter
und sind weltweit tätig.
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Digital Infrastructure Innovation 2020 Digital Infrastructure Innovation 2020
#02
Security First! So lässt sich die große Leitlinie beschreiben, nach der sich die “In den eigenen vier Wänden” - Dieser Umschreibung stimmten immerhin 44
Studienergebnisse
zukünftige IT-Infrastruktur ausrichtet. Das bedeutet, dass IT-Infrastrukturen Prozent der befragten Entscheider - und somit der größte Teil der Befragten
zukünftig maximale Datensicherheit gewährleisten müssen, was in einem – zu, als nach der Ausrichtung der Storage-Strategie gefragt wurde. Dieses
Umfeld steigender Risiken (mehr Vernetzung, mehr mobile Endgeräte, Szenario definiert, dass es strategisches Ziel ist, die Unternehmensdaten
IoT-Devices) und neuer Angriffsvektoren (organisierte Kriminalität, mehrheitlich bzw. vollkommen auf eigenen und eigens kontrollierten IT- und
kombinierte Angriffe, Economic DDoS, künstliche Intelligenz neue Ransom- Storage-Infrastrukturen zu speichern und zu managen. Sprich für einen
ware etc.) einen enormen Kraftakt und neue Technologien erfordert. Zudem wesentlichen Teil der Unternehmen ist und bleibt eine eigene IT-Infrastruktur
muss die Speicherung und Verwaltung der Daten jederzeit allen geltenden der sichere Hafen und das Ziel zur Speicherung der Unternehmensdaten.
Gesetzen und Verordnungen des Datenschutzes genügen, entsprechend
dokumentiert und auditierbar sein. // Wie würden Sie die Storage-Strategie in Ihrem Unternehmen
beschreiben bzw. welche strategische Zielsetzung wird langfristig
Der 24/7-Betrieb von unternehmenskritischen Workloads und digitalen verfolgt?
// Quelle: © crisp research AG, 2018
Plattformen (z.B. eCommerce, IoT-Plattformen) erfordert zudem eine hohe
14 %
Ausfallsicherheit sowie Maßnahmen für schnelle Disaster Recovery- und In den eigenen vier Wänden – Strategisches Ziel ist es, die
Unternehmensdaten mehrheitlich/ vollkommen auf eigenen und
Back-Up-Szenarien. Die Verfügbarkeit der Daten und Applikationen muss eigens kontrollierten IT-/ Storage Infrastrukturen zu speichern und
in kürzester Zeit gewährleistet sein. zu managen.
Cloud First – Strategisches Ziel ist es, die Unternehmensdaten bei
Diese Gewichtung mag auf den ersten Blick nachvollziehbar erscheinen. 44 % externen Managed Cloud Provider/ Managed Service Provider zu
speichern und verwalten zu lassen.
Existieren doch viele neue Risiken und Gefahren in der digitalen Welt.
Dennoch sollten gerade die IT-Verantwortlichen nicht vergessen, auch dem 42 % Hybrid-Storage – Strategisches Ziel ist es, die Unternehmensdaten
Thema Innovation genügend Raum zu geben. Nur wenn die IT-Infrastruktur je nach Workload und Kritikalität auf interne und externe Provider
zu verteilen und miteinander zu verbinden.
der Zukunft beides im Blick hat - Innovation und Sicherheit - kann langfristig
der Beitrag zur Digitalisierung geliefert werden (vgl. oben).
Storage-Strategie 2020 – Der richtige Mix machts Demgegenüber äußerten immerhin 42 Prozent der Entscheider, dass es
strategisches Ziel sei, die Unternehmensdaten primär bei externen Managed
Nach den Überlegungen zum Innovationsbeitrag der IT-Infrastruktur zur Service und Cloud Providern zu speichern und verwalten zu lassen. Die
Digitalisierung, stellt sich nun die Frage, wie die Unternehmen konkret an grundlegenden Fragen des “Make-or-Buy” sind also auch im Kontext der
die Ausgestaltung ihrer Storage-Strategie herangehen. Wo und wie werden Storage-Strategien noch aktuell. Dass Wunsch und Wirklichkeit vielfach weit
die unternehmenskritischen Datenbestände gespeichert und gemanaged? auseinander liegen können, wird dann bei der Analyse der Fragen nach der
Welche Partner werden in die Entwicklung und Umsetzung der Storage- konkreten Verteilung des Datenvolumens deutlich (siehe unten). Dies deutet
Strategie mit eingebunden? klar darauf hin, dass in den kommenden Jahren hybride Storage-Architek-
turen das Bild bestimmen werden. Die 14 Prozent der Entscheider, welche
In den eigenen vier Wänden – Trotz des Cloud-Booms verfolgen 44% der befragten ein “Hybrid Storage”-Szenario als ihr strategisches Zielbild definiert haben,
Unternehmen eine Storage-Strategie bei der die Unternehmensdaten mehrheitlich bzw. sind daher als “Realisten” bzw. Pragmatiker zu bezeichnen.
vollkommen auf eigenen IT- und Storage-Infrastrukturen gespeichert und gemanaged
werden. Wunsch und Wirklichkeit – auch wenn die Entscheider klare Präferenzen entweder in
Richtung Cloud oder eigenem Rechenzentrum haben, so wird die Storage-Realität der
kommenden Jahre einen hybriden Charakter haben.
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