Ein Leben auf Zeit - Österreichische Tierärztekammer
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März 2014 | 67. Jg. | € 8,50
www.tieraerztekammer.at Das Magazin für österreichische Tierärztinnen und Tierärzte
www.veterinaerjournal.at
© panthermedia/Norma Cornes
Ein Leben auf Zeit
Palliative Therapie in der Onkologie: Was effizient ist
9 Komplettpaket Was die Pfeiler Ihrer Praxis sind, wenn es ums Service geht
9 Fragwürdig Was Kalk in der Rinderhaltung für die Klauengesundheit bedeutet
9 Demontage Warum das Disneylandimage der Zoos ein falsches Bild erzeugt
9 ÖTK aktuell Leipziger Tierärztekongress, ÖTK-Mitgliederzahlen
P.b.b. Verlagspostamt A-1110 Wien, Zulassungs-Nr. GZ 05Z 036 025Es gibt Millionen Gründe, warum
Menschen ihren Hund lieben.
JEDER EINZELNE
IST ES WERT, NICHT
AUFZUGEBEN
GRUND 125: Überall steckt er seine Nase hinein.
PEXION®. Die erste und einzige speziell für Hunde
entwickelte Epilepsiebehandlung.
Pexion erlaubt Besitzern und Hunden, das Leben wieder in
vollen Zügen und ohne Kompromisse zu genießen. Mit Pexion
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das Wesen Ihrer Patienten.
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Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 100/400mg Imepitoin. Sonstige Bestandteile: Lactose Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Magnesiumstearat, Natrium
Carboxymethylstärke. Anwendungsgebiete: Zur Reduktion der Häufigkeit generalisierter Anfälle bei idiopathischer Epilepsie bei Hunden. Anwendung nach sorgfältiger Bewertung
alternativer Behandlungsmöglichkeiten. Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden
bei Hunden mit schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung oder schweren Herz-Kreislaufstörungen. Rezept- und Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen,
Wechselwirkungen und zu den besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung sind der „Austria Codex“ Fachinformation zu entnehmen. Pharmakotherapeutische
Gruppe: Anitepileptika; Zulassungsinhaber: Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH; 55216 Ingelheim/Rhein, Deutschland.
Pexion® ist eine eingetragene Handelsmarke von Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH. © 2012 Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH.Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!
„Während man über die Zukunft Wir hoffen, dass trotz der deutlichen Erhöhung
nachdenkt, muss man bereits die viele Kolleginnen und Kollegen sich dennoch
für eine freiwillige Mitgliedschaft entscheiden.
Gegenwart verändern!“
Ich bin der Meinung, dass unser vet journal ein
sehr eindrucksvolles, anspruchsvolles und infor-
Nach einigen Jahren gleichbleibender Kam- matives Magazin für alle Tierärztinnen und Tier-
merbeiträge war es in diesem Jahr leider unum- ärzte ist, und letztlich auch hier die anfallenden
gänglich, diese zu erhöhen. „Wozu schon wie- Kosten berücksichtigt werden müssen.
der mehr Kammerbeitrag zahlen, wenn ohne- Mit dem Vorliegen der versicherungsmathema-
dies nichts weitergeht“, so oder ähnlich lautet tischen Prognoseberechnungen der Firma Heu-
die Kritik. Ich habe durchaus Verständnis für beck AG aus Deutschland war endgültig klar, dass
diesen Unmut und darum möchte ich diese Erstmaßnahmen zur positiven Weiterentwicklung
Erhöhungen auch gern erklären. In den letz- des Versorgungsfonds notwendig sind. Diese ver-
ten Jahren hat man durchwegs von einer Er- sicherungsmathematischen Berechnungen waren
höhung Abstand genommen. Mit einem Blick in die Zukunft gesetzlich vorgegeben. Eine 3%ige Beitragserhöhung – auch hier
wäre aber zumindest eine jährliche Indexanpassung notwendig wurde für Angestellte eine deutliche einkommensabhängige Bei-
gewesen. Die Reserven ständig abzubauen, führt langfristig zum tragsanpassung (auf Antrag) in Form einer Beitragsstaffelung vor-
Bankrott oder letztlich zu einer sprunghaften unangenehmen genommen – sowie die Anhebung der Beitragsmonate wurden
Beitragsanpassung, um diesen zu verhindern. neu festgelegt. In Zukunft werden 420 Beitragsmonate anstatt der
Auch wir mussten uns erst von der Notwendigkeit dieser Bei- bisherigen 360 zum Bezug der Vollpension notwendig sein. Die
tragserhöhung überzeugen lassen. Trotz ausgabenseitiger Ein- 420 Beitragsmonate kommen allerdings erst nach einer angemes-
sparung durch Optimierungsmaßnahmen bleibt zu wenig üb- senen Übergangsfrist zum Tragen. Dies, um die wohlerworbenen
rig, um nachhaltige, für die Mitglieder wirkungsvolle Kammer- Rechte derer zu wahren, deren Ausscheiden aus dem Berufsleben
arbeit zu leisten. in näherer Zukunft bevorsteht. Natürlich werden auch weiterhin
Erklärungen zur Beitragserhöhung sind unumgänglich und aliquote Pensionsansprüche berücksichtigt, und es stehen Un-
sollen zur allgemeinen Akzeptanz beitragen. Der Kammerbei- terstützungsmöglichkeiten bei vorübergehender und dauernder
trag der Selbstständigen, wie mittlerweile bekannt, erhöht sich Erwerbsunfähigkeit sowie Karenz zur Verfügung.
in diesem Jahr um 35 €. Diese Mehreinnahmen sollen zu 100% Obwohl diese Erstmaßnahmen zur kurz- und mittelfristigen
in die Öffentlichkeitsarbeit fließen und sollen nun endlich einen (10-15 Jahre) positiven Entwicklung unseres Versorgungsfonds
Impuls in Richtung öffentlichkeitswirksamer Präsentation unseres beitragen werden, haben wir bereits den nächsten Schritt zur Op-
Berufsstands geben. timierung der langfristigen positiven Entwicklung gesetzt; wir
Für die Angestellten gab es trotz massiver Forderungen der An- befinden uns in Gesprächen mit der Fa. Heubeck AG, um neue
passung an den Selbstständigenbeitrag einen vertretbaren und Modelle bis zur kommenden DV im Mai vorlegen zu können.
akzeptablen Kompromiss. Bei der Berechnung ist man grund- Ich ersuche um Verständnis für die notwendig gewordenen
sätzlich von einem mit den Selbstständigen gleichgestellten Jah- Maßnahmen und für die Entscheidungen, welche umfassend dis-
reskammerbeitrag ausgegangen. Durch Abschläge und einkom- kutiert, vorbereitet und ständig unter der Prämisse der Weiter-
mensabhängige Anpassungen ergab sich aber ein deutlich gerin- entwicklung unseres Berufsstands und der sorgsamen Zukunfts-
gerer Jahresbeitrag. Jahrelang wurde kritisiert, dass die Kammer planung unserer Versorgungseinrichtungen getroffen wurden.
den Angestellten zu wenig Mitsprache sowie zu wenig Leistungs- Bitte nutzen Sie auch unser Informationsangebot (Newsletter,
angebote bietet. Nunmehr wird durch das TÄKamG und der da- Homepage, vet journal), um sich über die weiteren Details zu
mit verbunden Kammerumstrukturierung sowie durch ein deut- informieren, oder scheuen Sie sich nicht, mit dem Kammeramt
lich verbessertes Leistungs- und Beratungsangebot diesen Forde- direkt Kontakt aufzunehmen.
rungen Rechnung getragen. Die dadurch verursachten Mehrkos-
ten verstehen sich von selbst. Die Sonderumlage (für Angestellte) Mit freundlichen Grüßen
wegen der KV-Verhandlungen soll den Aufwand für diese Kos-
ten abbilden und auch abdecken. Die Erhöhung für freiwillige
Mitglieder erklärt sich durch die anfallenden Kosten für das vet Mag. Kurt Frühwirth
journal (Abo aktuell 76 €/Jahr) sowie einen Verwaltungsbeitrag. Präsident der ÖTK
vet journal 03/1404 | Inhalt
22
Inhalt 03/14
03 Leitartikel
Mag. Kurt Frühwirth: Erhöhte Kammerbeiträge – warum?
14 Gekommen, um zu bleiben
Kundenbindung leicht gemacht
Komm, süßer Tod ... Tiere mit unheilbaren (Krebs)Erkrankungen 22 Ende ohne Schrecken
würdevoll zu begleiten, ist in Zeiten immer älter werdender Palliative Therapie in der Onkologie
Patienten ein wichtiges Thema.
32 Hui oder pfui?
14 32 Kalk in der Rinderhaltung: Wo Vorsicht angebracht ist
44 Schwergeburt auf der Alm
Fetotomie bei missgebildetem Kalb
48 Fressen und gefressen werden
Zoos und ihr (falsches) Disneyland-Image
Serviceleistung Was in der Zwiespältig Kalk ist für Rin-
Ordination effizient ist. derklauen problematisch.
44 48 56 Kammer aktuell
Leipziger Tierärztekongress, Umlagenverordnung ÖTK,
Geringfügige Beschäftigung und Schmutzzulage, Kalku-
latorischer Stundensatz, Information zum FTA Bienen,
Generalversammlung Landesstelle Niederösterreich,
Ausschreibung des „Nutztierpreises“ der Gesellschaft
der Freunde der Veterinärmedizinischen Universität,
Ausschreibung des „Armin Tschermak von Seysenegg“
Preises der Gesellschaft der Freunde der Veterinärme-
dizinischen Universität, Ausschreibung des „Heimtier-
preises“ der Gesellschaft der Freunde der Veterinärmedi-
Fall des Monats Ein missge- Fragwürdig Warum eine zinischen Universität
bildetes Kalb wird geholt. Giraffe die Gemüter erregt.
61 Tierärzteliste
Anmeldungen, Korrekturen, Berufssitz-, Dienstort- und
56 90 Wohnsitzverlegungen
65 VETAK
Die Tierarztpraxis – ein erfolgreiches Unternehmen,
Kardiologie-Ultraschall für Anfänger, Fachtierarzt Modul I,
Sonografie Abdomen für Anfänger und Fortgeschrittene
67 Kalendarium
Terminvorschau für die nächsten Wochen
77 Job- & Warenbörse
ÖTK aktuell Leipziger Tierärz- Events Pet Ribbon-Projekt, Angebote, Nachfragen, Verkäufe und Verschiedenes
tekongress, Kammerumlagen. Schlittenhunderennen.
vet journal 03/14VeyFo®
E-Selen-Mulgat
80 VÖK aktuell
Vereinsleben und Veranstaltungen
90 Seitenblicke
Veranstaltungen, Seminare und Ehrungen
R U B RIKEN
06 VetForum
07 Jahresregister
NZPJOLYU
:LSLU]LYZV \U
08 VetWelt
10 MedWelt YN
52 Interview
82 Vetmarkt
p
it
Ergänzungsdiät m
89 Bibliothek
Der Redaktionsschluss der weißen (nicht von der Kammer aufberei- Immun-Potential
teten) Seiten für die Aprilausgabe 2014 ist am 5. März, der Redakti-
onsschluss für die Maiausgabe am 4. April.
IMPRESSUM:
Herausgeber: Österreichische Tierärztekammer, 1130 Wien, Hietzinger Kai 87,
p Für Eutergesundh
eit
und Fruchtbarkeit
Tel. + 43 1 512 17 66, Fax + 43 1 512 14 70, E-Mail: oe@tieraerztekammer.at
Homepage: www.tieraerztekammer.at
p Überlegene Resor
ption
Chefredakteur: Mag. Kurt Frühwirth, Tel. +43 512 17 66, Fax +43 512 14 70,
E-Mail: oe@tieraerztekammer.at, Ines Prater, Tel. +43 1 512 17 66 84, E-Mail:
keit
vetjournal@tieraerztekammer.at
Themenvorschläge an:
vetjournal@tieraerztekammer.at oder e.kaiserseder@medianet.at
und Bioverfügbar
Medieninhaber/Verleger:
medianet Verlag AG
A-1110 Wien, Brehmstr. 10/4, Tel. + 43 1 91920-0, Fax +43 1 91920-2231
Vorstand des Verlages: Markus Bauer, m.bauer@medianet.at
Anzeigenleitung: Regina Stelzl, Tel. +43 1 91920-2134, r.stelzl@medianet.at
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Chris Radda, Tel. +43 1 91920-2200, c.radda@medianet.at Söhreweg 6 · 34639 Schwarzenborn
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Deutschland · www.veyx.de
Mag. Alexandra Binder, Viktoria Hausegger, Dr. Silvana Klammer, Rene Pijl,
Mag. Eva Kaiserseder, Dr. Katharina Kinner Lektorat: Mag. Christoph Strolz
Grafikdesign/Produktion: Raimund Appl, Bildredaktion: Jürgen Kretten, Li- Vertretung in Österreich
thografie: Beate Schmid Druck: Bösmüller Druck GmbH, Vertrieb: Post AG
Slemr GmbH · Krappweg 2/1/7
Jahresabo: Inland EUR 75,90 inkl. Versand. Ausland EUR 85,90 inkl. Versand.
Studentenabo: EUR 29,--/Jahr inkl. Versand 1230 Wien · Tel. 0699 19205039
Mitglieder der ÖTK erhalten das vet journal kostenlos.
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Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz: siehe unter
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Artikel, in denen Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen besprochen wer- Tel. 0800 293058 (kostenfrei)
den, stehen in ausschließlicher Verantwortung des Verlages und müssen nicht der
Meinung der österreichischen Tierärztekammer entsprechen.
Fax 0800 293204 (kostenfrei)
E-Mail zentrale@veyx.de
vet journal 03/1406 | Forum
STANDPUNKT DIE WELT IN ZAHLEN
Petra Gerhold Füchse, Marder und Co.: Die Wildnis ist ihr Zuhause – kein ungefährliches.
Wildtierhilfe Wien
282.000: So viel Rehwild wurde im Jagdjahr 2012/13 österreichweit erlegt
© privat
210.000: So viel Federwild wurde österreichweit abgeschossen – ein Minus von 3,6 Prozent.
Erstversorgung ist entscheidend!
24.700: So viele Marder blieben im Jagdjahr 2012/13 österreichweitauf der Strecke (+ 14,5 Prozent)
TierärztInnen sind oft Ansprechpart- 3.200: So viele Wildtiere hat der Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“ 2013 betreut
nerInnen für Menschen, die ein Wildtier
gefunden haben. Die große Anzahl ver- 80: So viele Jungtiere (in Prozent) sterben bei den Füchsen bereits im ersten Jahr.
schiedenster Wildtiere, die sich in medizi- Quelle: Statistik Austria
nischer Behandlung stark von Heimtieren
unterscheiden, stellt für Veterinärmedizi-
nerInnen eine Herausforderung dar. Die Zitat des Monats
Wildtierhilfe Wien bietet eine zentrale „Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier.
Anlaufstelle zur Hilfestellung zum The-
ma „Wildtiere kompetent versorgen“. Die Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung."
richtige Erstversorgung ist oft sehr ent- Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph (1788-1860)
scheidend für die Findlinge. Oftmals wer-
fen TierärztInnen nur einen zögerlichen
Blick auf die Wildtiere, um die Stressbe-
lastung möglichst gering zu halten. Ob- WEBSITE DES MONATS
wohl dies ein löbliches Motiv ist, werden
auf diese Weise jedoch viele Verletzungen
übersehen. Es empfiehlt sich, das Tier stets
auf Wunden, Brüche und Ausflüsse hin
zu untersuchen. Bei der Medikamenten-
Gabe muss beachtet werden, dass viele
Wildtiere die für Heimtiere üblichen
Medikamenten-Wirkstoffe nicht vertragen
oder in einer gänzlich anderen Dosierung
© www.wildtiere-in-not.at
benötigen. Informieren Sie sich stets in der
Fachliteratur über die Dosierungsangaben
und Verträglichkeiten der jeweiligen Art.
Viele FinderInnen wollen ihre Schützlinge
gern selbst aufziehen, obwohl sie nicht
über das nötige Fachwissen verfügen. In http://www.wildtiere-in-not.at
solchen Situationen sollten TierärztInnen
ihrer Verantwortung gerecht werden und Egal, ob es um einen Eichhörnchen- weisen für den Erstkontakt, wenn ver-
von einer selbstständigen Aufzucht abra- findling geht oder um einen Jungvogel, letzte Jungtiere gefunden werden, und
ten. Neben fehlender Fachkenntnis stellt der plötzlich Waise geworden ist – der Infos zu den jeweiligen Tieren, was für
die mangelnde Sozialisierung und Fehl- Grazer „Verein Kleine Wildtiere in gro- Laien genauso praktisch relevant ist wie
prägung auf den Menschen ein großes ßer Not“ hat es sich zur Aufgabe ge- für den Fachmann. Einen großen Nied-
Problem dar. Die Pflege von Wildtieren macht, allem, was da so kreucht und lichkeitsfaktor haben natürlich die Fotos
hat einen hohen Stellenwert. Ein großer fleucht, unter die Arme respektive Flü- der Tierbabies (Große Begeisterung hier
Teil der Wildtiere, die in Not gerieten, gel zu greifen. 2005 wurde diese Anlauf- beim Anblick des Rehkitzes!).
kam durch den menschlichen Eingriff zu stelle für Wildtiere als Verein gegründet Medienberichte und Basics, wie man
Schaden. Eben weil sich unsere moderne – mit regem Zulauf: Allein 2013 wurden optimal helfen kann (Vereinsmitglied-
Gesellschaft so zügig entwickelt, ist es den 3.200 animalische Patienten betreut. schaft, Spendenkonto, etc.) runden den
Wildtieren nicht möglich, auf natürliche Die dazugehörige Website des Vereins Onlineauftritt ab. Fazit: Klein, aber fein
Weise Schritt zu halten. Das Ergebnis ist ist sehr übersichtlich gestaltet, mit Hin- und benutzerfreundlich gestaltet.
eine stetig wachsende „Rote Liste“.
vet journal 03/14Jahresregister | 07
JAHRESREGISTER 2013
Jänner Juli/August
Praxismanagement Sicherer Umgang mit Zytostatika Hintergrund Tiere in der Literatur
Kleintierpraxis Otitis externa Kleintierpraxis Übergewicht bei Hund und Katze
Nutztierpraxis Zinkoxid in der Schweinefütterung Nutztierpraxis 1 Schmerzmanagement beim Nutztier
Fall des Monats Katze mit Kuhpocken Nutztierpraxis 2 Parasiten im Schweinestall
Reportage Porträt Rinderexpertin Temple Grandin Fall des Monats Osteochondrose beim Neufundländer
Reportage Selbstheilung im Tierreich
Februar
Praxismanagement Studie „Zukunft der Veterinärmedizin” September
Kleintierpraxis Canine granulozytrope Anaplasmose Hintergrund Entwicklung des Schmerzmanagements
Nutztierpraxis PRRS Diagnostik: Leitfaden Kleintierpraxis1 Epilepsie bei der Katze
Fall des Monats Venöse Stauungsgangrän Hund Kleintierpraxis2 Hüftdysplasien beim Hund
Reportage 1 Hygiene anno dazumal Nutztierpraxis Zwergwuchs beim Fleckvieh
Reportage 2 Robotertiere auf Forschungsmission Pferdepraxis Equidenpass
Fall des Monats Lungenödem bei der Katze
März Reportage Fasten beim Tier
Praxismanagement Optimales Beschwerdemanagement
Kleintierpraxis Allgemeinanästhesie Überblick Oktober
Nutztierpraxis Kannibalismus im Schweinestall Praxismanagement Die Praxis als Marke, Teil 1
Pferdepraxis Sehnenverletzungen im Fokus Kleintierpraxis 1 Rostrale Mandibulektomie beim Hund
Fall des Monats Riesenzellsarkom bei der Würgeschlange Kleintierpraxis 2 Harnblasengrieß beim Kaninchen
Reportage Neue Perspektiven in der Nahrungproduktion Nutztierpraxis Strukturelemente in der Mastputenhaltung
Reportage Bienen üben die Landflucht
April
HIntergrund Tiere in der Bildenden Kunst November
Kleintierpraxis Dentalprophylaxe Praxismanagement Die Praxis als Marke, Teil 2
Nutztierpraxis Klauenerkrankungen beim Schwein Kleintierpraxis Leptospirose beim Hund
Pferdepraxis 2 Rezidivierende Uveitis: Überblick Nutztierpraxis Wirtschaftsfaktor Eutergesundheit
Fall des Monats Alveoläre Echinococcose Fall des Monats punch-grafts bei Abräsionsverletzungen
Reportage Ausverkauf der Natur Reportage Ausgediente Immuno-Laboraffen
Mai Dezember
Hintergrund Wegwerfware Reptil Praxismanagement Mehr Gelassenheit im Job
Kleintierpraxis Optimale Welpenfütterung Kleintierpraxis Zytodiagnostik
Nutztierpraxis Masthahnprojekt Nutztierpraxis Die effiziente Kuh
Pferdepraxis Komplementärmethoden Fesselbeinfraktur Fall des Monats Trockene FIP bei der EKH
Fall des Monats Übergangsepithelkarzinom Bourdeauxdogge Reportage Wie die Mathematik am Tier scheitert
Reportage Meeresbewohner und der Mond
Juni
Hintergrund 25. Geburtstag von Vier Pfoten
Kleintierpraxis1 Kontaktlinsen als Option bei Boxerkeratitis
Kleintierpraxis 2 Mammatumore bei der Hündin
Nutztierpraxis Paratuberkulose beim Rind
Fall des Monats Herzwurmkrankheit beim Hund
Reportage Animalische Raumfahrt08 | International
Schneeeulen-Wanderung
News Ticker… Die USA erlebten in diesem Winter die größte
Wanderung von Schneeeulen seit mehreren
Q Q Q Invasive Arten Dekaden. Schneeeulen, die natürlicherweise
Die Züchtung invasiver Tier- und um den Polarkreis vorkommen, haben in großer
Pflanzenarten soll weiterhin in Zahl ihre angestammte Heimat verlassen, um
der EU erlaubt bleiben, wenn es nach Süden zu fliegen. Einige wenige Exem-
nach dem Willen des Umwelt- plare flogen sogar bis Florida. Auch in Europa
ausschusses des Europäischen wurde das Phänomen beobachtet, wobei es
© iStockphoto
Parlaments geht. Die EU-Kom- Sichtungen an der Küste Frankreichs und in
mission hatte einen Vorschlag Belgien gab.
zur gesetzlichen Regelung im www.healthywildlife.ca/?p=3250
Umgang mit invasiven Arten
vorgelegt. Der Umweltausschuss
drängt jedoch auf Ausnahme-
VetWelt
regelungen des von der Kommis-
sion vorgeschlagenen Züchtungs-
verbots.
www.eu-koordination.de/
Q Q Q Falsche Kennzeichnung
Aus aller Welt – Daten, Fakten, Kuriosa
Italien ist mit einem Eierskandal
konfrontiert: In zwei Eiervertriebs-
firmen in Apulien im Südosten
Italiens sind insgesamt über 50.000
Hühnereier aufgrund falscher
oder fehlender Deklarierung
beschlagnahmt worden. Die dem
italienischen Landwirtschaftsminis-
terium untergeordnete Forstpolizei
(CFS) hatte bei Sicherheitskontrol-
len festgestellt, dass im ersten
Betrieb ca. 41.000 Eier als von Neapolitanische
Hühnern aus Lösung Wer nicht zur
Freilandhaltung
Fre Gen-Datenbank für
© sxc.hu/greenbay
gekennzeich-
ge Hunde beiträgt, die
net
ne waren, es möglich macht,
obwohl
o sie in die dort hinterlegten
© www.wien.gv.at
konventio- DNA-Infos mit den
neller Kä- Hinterlassenschaften
fighaltung abzugleichen, muss
produziert 150 € berappen.
worden
waren.
w Und
der zweite Be-
trieb hatte es gänzlich unterlassen,
DNA-Test für Hundstrümmerl?
11.000 seiner Eier zu kennzeichnen.
www.agrarheute.com Wer hat diesen Haufen gemacht? Der anfallende und von den Haltern nicht entsorgte Hun-
dekot ist definitiv in vielen Großstädten ein großes Problem. Neapel versucht nun auf einem
neuen unkonventionellem Weg, des Problems Herr zu werden: In Neapels Stadtbezirk Vo-
Q Q Q CH: Nutztierärzte fehlen
Nicht nur in Deutschland, auch mero-Arenella sind Hundehalter fortan angehalten, die DNA ihrer Hunde durch einen Blut-
in der Schweiz wird künftig test registrieren zu lassen. Auf diesem Wege können dann künftig die Hundehaufen einem
ein Mangel an Großtierärzten Hund bzw. ihrem Besitzer zugeordnet werden, der den Haufen nicht ordnungsgemäß entsorgt
erwartet. Nutztierärzten, die in den
wohlverdienten Ruhestand treten
hat. Haltern, die die DNA ihres Hundes nicht wie vorgeschrieben registrieren lassen, drohen
wollen, fällt es zunehmend schwer, Geldstrafen von bis zu 150 €. Um die Einhaltung der neuen Vorschrift soll sich eine spezielle
einen Nachfolger für ihre Praxis zu „Hundekot-Polizei“ des Veterinärdienstes kümmern. www.meinekleinefarm.com
finden. Das meldet die Schweizer
Bauernzeitung. Obwohl sich im
Studium durchschnittlich 30% der
Studierenden in der Schweiz für
Nein zu Antibiotika Die USA wollen Maßnahmen zur Reduzierung
des Antibiotika-Einsatzes ergreifen. So sollen Antibiotika in den USA
eine Vertiefung im Gebiet Nutztiere
künftig nicht mehr prophylaktisch oder als Leistungssteigerer, sondern
entscheiden, arbeiten sie als Tier-
nur noch bei medizinischer Notwendigkeit und unter Aufsicht des
ärzte dann nur wenige Jahre
Tierarzts angewendet werden dürfen. Das teilte die US-Gesundheitsbe-
in diesem Beruf.
hörde FDA mit. Außerdem soll überprüft werden, welche Wirkstoffe, die
www.bauernzeitung.ch
© dapd
auch in der Humanmedizin zum Einsatz kommen, künftig weiterhin in
der Tiermedizin angewendet werden dürfen. http://tinyurl.com/ks894wf
vet journal 02/14Die erste
zugelassene
'KNDSLEÐECECLÐ
den von der OIE
CKNDMFJCLCLÐ1R?KKÐ
0GAFKMLB
Die Herausfoderungen bewältigen...
Nachgewiesene Kreuzimmunität gegen die
von der OIE empfohlenen Influenza viren
HCRXRÐSLBÐGLÐBCPÐ8SISLDR
sowohl vom Stamm 1 (South Africa/4/03)
als auch vom Stamm 2 (Richmond/1/07)
Bezeichnung: Duvaxyn IE Plus, IE-T Plus – Injektionssuspension fur Pferde. Zusammensetzung:ÐÐ"MQGQÐ ÐKJÐCLRF?JRÐ5GPIQRM˾CÐ'L̀SCLX?TGPSQÐ1R?KKÐ COSG .P?ESC ÐGL?IRGTGCPRÐÐоEÐ& Ð'L̀SCLX?TGPSQÐ
1R?KKÐ COSGÐ ,CUK?PICRÐ ÐGL?IRGTGCPRÐÐоEÐ& Ð'L̀SCLX?TGPSQÐ1R?KKÐ ÐCOSG 1S˾MJI ÐGL?IRGTGCPRÐÐоEÐ& Ð5GPRQQWQRCKÐ#K@PWMLGCPRCÐ&SFLCPCGCP Ð2CR?LSQRMVMGBÐÐÐ0. ÐÐ&?K?EEJSRGLGLÐECKCQQCLÐ
KGRRCJQÐ10" 2CQR ÐÐ0CJ?RGTCÐ.MRCLAW #GLFCGRCL ÐBGCÐKGRRCJQÐ#*'1Ð1CPMJMEGC Ð+CCPQAFUCGLAFCLÐGKÐ4CPEJCGAFÐXSÐCGLCKÐ0CDCPCLXGKNDQRM˾Ð@CQRGKKRÐUCPBCL ÐBHST?LXGCLÐ!?P@MKCPÐ.ÐÐKE ÐJSKGLGSKFWBPMVGBÐ ÐKE Ð
Anwendungsgebiete:Ð8SPÐ?IRGTCLÐ'KKSLGQGCPSLEÐECQSLBCPÐ.DCPBCÐSLBÐ.MLWQÐECECLÐCOSGLCÐ'L̀SCLX?ÐTCPSPQ?AFRÐBSPAFÐBGCÐ1R?KKCÐ COSG ÐSLBÐ COSG ÐKCPGI?LGQAFCÐSLBÐ#SPMN?GQAFCÐ1R?KKC ÐGLIJSQGTCÐBCPÐ1R?KKCÐ
COSG 1MSRFÐDPGA? ÐSLBÐ COSG 0GAFKMLB ÐQMUGCÐXSPÐ0CBSIRGMLÐIJGLGQAFCPÐ1WKNRMKCÐSLBÐ0CBSIRGMLÐBCPÐ4GPSQ?SQQAFCGBSLEÐL?AFÐ'LDCIRGML Ð8SPÐ?IRGTCLÐ'KKSLGQGCPSLEÐTMLÐ.DCPBCLÐSLBÐ.MLWQÐECECLÐ2CR?LSQÐ
XSPÐ4CPFGLBCPSLEÐBCPÐ+MPR?JGRdR Ð CEGLLÐBCPÐ'KKSLGRdRÐÐ5MAFCLÐL?AFÐ4CP?@PCGAFCLÐBCPÐXUCGRCLÐ"MQGQÐBCPÐ%PSLBGKKSLGQGCPSLEÐ"?SCPÐBCPÐ'KKSLGRdRÐKGLBCQRCLQÐÐ+ML?RCÐL?AFÐBCPÐ Ð'KNDSLE ÐL?AFÐ4CP?@PCGAFSLEÐBCPÐ Ð
'KNDSLEÐCLRQNPCAFCLBÐBCKÐ1AFCK?ÐBCPÐ%PSLBGKKSLGQGCPSLEÐÐ(?FP Ð%CECL?LXCGECLÐ,GAFRÐ?LUCLBCLÐ@CGÐ@CI?LLRCPÐ`@CPCKN˿LBJGAFICGRÐECECLS@CPÐBCLÐ5GPIQRM˾CL ÐBCLÐ&GJDQQRM˾CLÐMBCPÐCGLCKÐBCPÐQMLQRGECLÐ CQR?LBRCGJC Ð
,GAFRÐ?LUCLBCLÐ@CGÐ2GCPCLÐKGRÐQR?PICKÐ#LBM ÐSLBÐ#IRMN?P?QGRCL@CD?JJ Ð,GAFRÐ?LUCLBCLÐ@CGÐIP?LICLÐ2GCPCL ÐNebenwirkungen:Ð"?QÐS̃PCRCLÐTMLÐ,C@CLUGPISLECLÐL?AFÐBCPÐCPQRCLÐSLBÐXUCGRCLÐ"MQGQÐGQRÐQCJRCL Ð,?AFÐBCPÐ
BPGRRCLÐ"MQGQÐSLBÐL?AFÐUCGRCPCLÐ"MQCLÐQRCGERÐBGCÐ&dS˿EICGRÐBCQÐS̃PCRCLQÐTMLÐ,C@CLUGPISLECL ÐGKÐQNCXGCJJCLÐJMI?JCPÐ0C?IRGMLCLÐ?L Ð CGÐBGCQCLÐJMI?JCLÐ0C?IRGMLCLÐXCGECLÐQGAFÐQCFPÐFdS˿EÐQGAFR@?PCÐ1AFUCJJSLECL ÐKGRÐCGLCKÐ
"SPAFKCQQCPÐ@GQÐXSÐÐ8CLRGKCRCPLÐSLBÐCGLCPÐ"?SCPÐTMLÐ@GQÐXSÐCGLCKÐ2?E Ð&dS˿ECÐ0C?IRGMLCLÐQGLBÐR?QR@?PC ÐTMPPv@CPECFCLBCÐ1AFUCJJSLECLÐSLBÐEPM~C ÐKrEJGAFCPUCGQCÐQAFKCPXF?̃CÐ1AFUCJJSLECL ÐBGCÐQGAFÐGLLCPF?J@ÐTMLÐ
5MAFCLÐXSPvAI@GJBCL ÐSLBÐ,?AICLQRCGDCÐСÐÐ2?ECÐL?AFÐBCPÐ'KNDSLE Ð1CJRCLÐRPCRCLÐ@QXCQQCÐ?SD Ð#QÐEG@RÐICGLCÐ'LDMPK?RGMLÐXSÐBCLÐKGIPMQIMNGQAFCLÐ+CPIK?JCLÐBCPÐ0C?IRGMLQQRCJJC Ð1CJRCLÐRPGRRÐCGLCÐRP?LQGCLRCÐ&WNCPRFCPKGCÐ
?SD ÐBGCÐ@GQÐXSÐÐ2?ECLÐB?SCPLÐI?LL Ð1CFPÐQCJRCLÐIMKKRÐCQÐXSÐFWNCPQCLQGRGTCLÐ0C?IRGMLCLÐ?SDÐBCLÐ'KNDQRM˾ Ð'KÐ$?JJCÐ?JJCPEGQAFCPÐ0C?IRGMLCLÐQMJJRCÐQMDMPRÐCGLÐJrQJGAFCQÐ%JSIMIMPRGIMGBÐX Ð"CV?KCRF?QMLÐ,?RPGSKNFMQNF?RÐ
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News Ticker… Die Partnerwahl spielt nicht nur in der Welt der
Menschen eine tragende Rolle. Auch Mäuse
© Kerstin Thonhauser/vetmeduni vienna
Q Q Q Evolutionäres wählen ihre Partner auf Basis bestimmter Krite-
Ein internationales Team unter rien. Forschende vom Konrad-Lorenz-Institut für
Beteiligung des Museums für Vergleichende Verhaltensforschung an der Vet-
Naturkunde Berlin zeigte, dass meduni Vienna fanden nun heraus, dass sogar
die Evolution der Insekten immer das Überleben der Nachkommen von dieser
noch Überraschungen bereithält. Wahl abhängt. Mäuseweibchen, die sich mit
In Current Biology beschreiben dem Partner ihrer Wahl paaren, bringen Junge
die Forscher ein bisher einzigar- zu Welt, die besser mit Infektionen umgehen
tiges, hochkompliziert organisier- können. www.vetmeduni-vienna.ac.at
tes Sinnesorgan beidseits an der
Hinterleibsbasis einer südosta-
sischen Kleinzikadengruppe. Die
MedWelt
Entdeckung des LASSO (Lateral
Abdominal Sensory and Secreto-
ry Organ) zeigt, dass bei entspre-
chendem Selektionsdruck aus
alten genetischen Bausteinen
neuartige Strukturen gebildet
werden können. LASSO scheint Aktuelles aus Forschung & Medizin
ein Frühwarnsystem gegenüber
Räubern und Parasiten zu sein.
naturkundemuseum-berlin.de
Q Q Q Kastrations-Methode
Flusspferde vermehren sich in
Gefangenschaft bestens; das
kann in Zoos zum Platzproblem
werden. Ohne Kastrationen geht
es daher nicht. Die Anatomie
der männlichen Fortpflanzungs- Gewissheit
organe stellt Veterinäre aber vor Hauptnahrung der
eine Herausforderung. Forscher Flamingos sind Cyano-
vom Forschungsinstitut für bakterien, sogenannte
Wildtierkunde und Ökologie der Blaualgen. Werden die
Vetmeduni Vienna entwickelten Blaualgen von Viren
erfolgreich eine Kastrations- befallen, was von Zeit
© Michael Schagerl
methode für Flusspferde und zu Zeit geschieht,
veröffentlichten die Resultate verschwinden damit
im Fachjournal Theriogenology. auch Hunderttausen-
www.vetmeduni-vienna.ac.at de Flamingos.
Viren raffen Flamingopopulationen dahin
© House Cologne
Erkenntnis Ein Team um den Virenökologen Peter Peduzzi und den Algenforscher Michael
Schagerl fand heraus, dass Viren für das Verschwinden von Flamingo-Populationen in Afrika
verantwortlich sind. Dabei spielen besonders Algen eine zentrale Rolle. Im ostafrikanischen Rift
Q Q Q Junkfood-Problem
Auch ein kurzzeitiger Verzehr von Valley lebt rund 75% des weltweiten Bestands des kleinen Flamingos. Ihre Hauptnahrungsquel-
Junkfood kann sich negativ auf le stellt die auch Cyanobakterium genannte Blaualge dar; darüber erhalten die Tiere ihre Farbe.
die Gehirnleistung auswirken, Allerdings können die Algen auch ein Problem darstellen: Werden die Blaualgen von Viren
wie Forschungsergebnisse der
University of New South Wales
infiziert und kommt es zum Absterben, fehlt den Tieren die Nahrungsgrundlage. Offenbar sind
in Australien zeigen. Erstmalig Viren bereits öfter für das massenhafte Absterben der Blaualgen verantwortlich gewesen, was
haben Forscher nachgewie- dann direkte Auswirkungen auf die Flamingo-Population hatte. http://tinyurl.com/pler83a
sen, dass Ratten, die mit sehr
fett- und zuckerhaltigem Futter
gefüttert wurden, nach nur einer
Woche unter Gedächtnisstö-
Klügere Wölfe? Wölfe lernen besser von Artgenossen als Hunde.
Anhand eines einfachen Lerntests untersuchten Verhaltensbiologinnen
rungen litten. Interessanterweise
vom Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Vienna, wie gut Wölfe
waren die Ergebnisse bei Ratten,
und Hunde voneinander lernen. Ihre Studie belegt, dass Wölfe deutlich
die zwar gesundes Futter, aber
© Walter Vorbeck
erfolgreicher Artgenossen imitieren als Hunde. Wölfe scheinen sich un-
Zuckerwasser erhielten, ähnlich.
tereinander genauer zu beobachten als Hunde. Wahrscheinlich liegt sogar
www.ranke-heinemann.de
der Ursprung der guten Hund-Mensch-Beziehung in dieser Fähigkeit der
Wölfe, untereinander zu kooperieren. www.vetmeduni-vienna.ac.at
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vet journal 00/0014 | Praxismanagement
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Wir können es Ihnen nicht oft genug ans Herz legen: Kunden erwarten optimalen Service, damit sie kom-
men – und bleiben. Was für das Unternehmen Tierarztpraxis das A und O ist. Wie das geht? Siehe unten.
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Kundenbindung – und zwar richtig Heutzutage wird eine ten. Zu einem professionellen Service in einer Tierarztpraxis
erfolgreiche Tierarztpraxis wie ein Unternehmen geführt. Ein gehören:
wichtiges Kriterium, um die Bindung zu stärken und damit
den wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen, ist das Anbieten • Dienstleistungen strategisch und operationell als Umsatz-
von Serviceleistungen. Damit beim Service eine gleichbleibend träger zu entwickeln
hohe Qualität gewährleistet ist, müssen maßgebliche Voraus- • Dienstleistungen gezielt als Instrument zur langfristigen
setzungen bei seiner Vorbereitung und Erbringung erfüllt sein: Klienten-Bindung einzusetzen.
Professionalität, Konsistenz, Effizienz sowie eine klare Orien-
tierungsmöglichkeit im Leistungsangebot. Ziele des Patientenservice Bedürfnisse zu erkennen, schnell
Der Grundgedanke eines professionellen Service allgemein zu unterstützen, Tierhalter langfristig zu binden und die Kos-
muss es sein, dass der Erwerb eines Produkts oder einer Dienst- ten der Patientenbetreuung auf den erwarteten Gewinn abzu-
leistung nicht den Abschluss eines Geschäfts darstellt, sondern stimmen, sind klassische Ziele des Service. Gerade in der Op-
den Auftakt zu einer langfristigen Beziehung zum Tierhalter. timierung von Serviceprozessen und der Unterstützung durch
Insbesondere nach dem erfolgreichen „Patientenentscheid“ Informationssysteme besteht jedoch Nachholbedarf. Prozess-
geht es nicht einfach nur darum, einzelne Services zu vermark- verbesserungen im Service führen zu nachhaltiger und kosten-
vet journal 03/14Praxismanagement | 15
© panthermedia.net/Darius Turek
sparender Klientenbindung, denn sie profitieren von schnellen spezialisierten Partnern zur Bündelung von Komplemen-
Reaktionszeiten, lösungsspezifisch eingebundenen Diensten tärleistungen oder Nutzung von Web-Services)
oder bereichsübergreifenden Patientenprofilen. • Einsatz moderner Informationstechnologien zur Reali-
sierung effizienter und patientenorientierter Geschäfts-
prozesse (Beispiel: Internet- oder Mobiltechnologien).
„Voraussetzung für ein erfolgreiches Service-
management ist die durchgängige Unterstüt- Serviceleistungen in der Tierarztpraxis Bei einem auf die
zung des Patienten entlang des Lebenszyklus.“ Patienten zugeschnittenen Service sind einige Aspekte zu be-
rücksichtigen:
Produkt- und Leistungsangebote gezielt bereitstellen • Entwicklung einer Strategie und konkreter strategischer
Voraussetzung für ein erfolgreiches Servicemanagement ist eine Ziele und Maßnahmen für eine professionelle Gestaltung,
durchgängige Unterstützung des Patienten entlang des kom- Planung und Durchführung von Leistungen
pletten Lebenszyklus. Dies erfordert die patientenindividuelle • Beschreibung, Strukturierung und Validierung des Ser-
Sammlung und das Nutzen von Informationen. So kann eine vice-Portfolios
gezielte Bereitstellung von abgestimmten Produkt- und Leistungs- • Entwicklung von neuen Services sowohl ausgehend von
angeboten erfolgen. Ansatzpunkte dafür sind: den Patientenbedürfnissen als auch ausgehend von den
eigenen Fähigkeiten.
• Abgestimmte Klientenkontakte über mehrere Kanäle und • Individualisierung vs. Standardisierung: Management des
sämtliche Phasen des Klientenprozesses hinweg. Spannungsverhältnisses zwischen Patientennähe und Effi-
• Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern zur zienz bei der Leistungserstellung
Abdeckung des Patientenprozesses und somit zur Stei- • Zielvorgaben von Services
gerung des Patientennutzens (Beispiel: Kooperation mit • Organisation des Service-Bereichs.
vet journal 03/1416 | Praxismanagement
© panthermedia.net/Dima Lomachevsky
Stimmiger Gesamteindruck Ein hervorragender Service Aus diesem Grund ist ein systematisches Beschwerdemanage-
zeichnet sich vor allem durch Konsistenz im Gesamtprozess ment für den Erhalt guter Beziehungen unverzichtbar. Dabei
aus. Auch ein gelungener Start in die Servicebeziehung oder he- sind diejenigen Praxen im Vorteil, die in der Regel nicht auf
rausragende Elemente im Prozess können durch inkonsistentes automatisierte Systeme zurückgreifen. So fühlen sich die Tier-
Verhalten der Mitarbeiter oder Brüche im Prozess entwertet halter persönlicher betreut und ihre Bedürfnisse können direkt
werden. Es gibt mehrere Phasen im Serviceprozess: In der An- erkannt und berücksichtigt werden. Jeder einzelne Kontakt ist
gebotsphase werden Erwartungen abgeglichen, die Leistungen ein entscheidendes Puzzleteil im Aufbau erfolgreicher Bezie-
definiert und somit die Grundlage für den weiteren Prozess ge- hungen – heutzutage geht es daher verstärkt um „Patienten“-
legt. In der Erfüllungsphase muss das Unternehmen Tierarzt- bindung und weniger um „Patienten“-gewinnung.
praxis zeigen, dass es zu seinem Serviceversprechen steht und Im Grunde ist es für eine Tierarztpraxis einfach, Tierhalter
dies auch leisten kann. In der Verstärkungsphase (die oft zu zufriedenzustellen, indem sie deren Anliegen antizipieren und
kurz kommt) wird den Patienten bewusst gemacht, was tat- in passende (Service-)Lösungen übertragen:
sächlich geleistet wurde. Übergreifend zu diesen Phasen erfolgt
der Management-Prozess und sorgt für Konsistenz zwischen • Übersichtlichkeit: klare Orientierungsmöglichkeit im
den einzelnen Elementen sowie für die permanente Adjustie- Leistungsangebot
rung des Angebots an Klienten/Patienten- und Markterforder- • Hilfestellung bei der Navigation und schnelle Einord-
nisse (siehe Überblick Phasen rechte Seite). nung der Klientenbedürfnisse
• Verbindlichkeit: freundliche, persönliche und umgehende
Kommunikation
„Eine unerledigte E-Mail kann ihre Meinung • Verlässlichkeit: in jeglicher Hinsicht
(der Tierhalter, Anm.d.Red.) über das Unter- • Information: umfassende, präzise Beratung
nehmen Tierarztpraxis stark beeinflussen.“ • Hilfsbereitschaft: Berücksichtigung individueller Wün-
sche
• Erreichbarkeit: mehrfache Kommunikationskanäle zur
Beschwerdemanagement ist unverzichtbar Moderne Wahl und zuverlässige Rückmeldungen.
Tierhalter legen Wert auf eine rasche und freundlich vermit-
telte, kompetente Erfüllung ihrer Anliegen. Sie urteilen heute Wenn alles von vornherein vollständig und übersichtlich
schnell aufgrund von flüchtigen Kontakten. Ein kurzes Telefo- kommuniziert wird und Klienten über den laufenden Stand
nat oder eine unerledigte E-Mail kann ihre Meinung über das der Leistungen jederzeit informiert sind, entstehen keine un-
gesamte Unternehmen Tierarztpraxis nachhaltig beeinflussen. nötigen Fragen oder zeitraubende und damit kostenintensive
Auch scheinbar nichtige Ursachen führen dazu, dass Klienten Kontaktaufnahmen. Die Abwicklung wird beschleunigt und
nicht mehr wiederkommen. die Zufriedenheit steigt.
vet journal 03/14Praxismanagement | 17
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vet journal 03/14Rekord: 4.400 Besucher beim 7. Leipziger
Tierärztekongress mit begleitender vetexpo
Das war der 7. Leipziger Tierärztekongress vom 16. bis 18. Januar 2014
Der Leipziger Tierärztekongress ist europaweit bekannt und geschätzt. Auch ÖTK-Präsident Mag. Frühwirth war zu Gast.
Der 7. Leipziger Tierärztekongress mit seinen 400 Referenten tekongress. In der anschließenden Auftaktveranstaltung disku-
setzte europaweit Impulse. Insgesamt 4.400 Tierärzte, Tierme- tierten Experten über die Rolle des Tierarztes im Spannungs-
dizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin feld von Verbraucherschutz, Ökonomie und Ethik. Fazit des Po-
nutzten Deutschlands Fortbildungsveranstaltung Nr. 1 sowie die diumsteilnehmers Prof. Dr. Peter Kunzmann vom Ethikzentrum
mit 190 Unternehmen größte Industrieausstellung Deutsch- der Friedrich-Schiller-Universität Jena, derzeit abgeordnet an
lands für den fachlichen Austausch. die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover: Der Veterinär-
mediziner trage nicht nur die Verantwortung für seine Patien-
Ethische Fragen der Nutztierhaltung ten, sondern auch für dessen Halter und für den Verbraucher.
Bereits zur Eröffnung standen ethische Fragen der Nutztier- Er brauche einen Kodex, welcher den „moralischen Selbstan-
haltung im Zentrum. Die Verantwortung des Tierarztes für die spruch nach innen wie nach außen klar konturiert“. Er forder-
Gesundheit des Menschen betonten Christine Lieberknecht, te eine individuelle Selbstverp¾ichtung desVeterinärmediziners.
Ministerpräsidentin des FreistaatsThüringen, und Prof. Dr.Theo- Auf großes Interesse stieß auch das berufspolitische Podium un-
dor Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, in ihren Re- ter der Überschrift „Die Zukunft des Tierarztes – ohne GOT
den. Sie spiegelten zudem die Unterstützung der Politik für den und Dispensierrecht?“. Zur Debatte standen EU-Pläne, unter-
Berufsstand wider. „Die amtliche Lebensmittelüberwachung schiedliche nationale Rahmenbedingungen für Tierärzte inner-
wird in Deutschland maßgeblich von Tierärzten wahrgenom- halb der Mitgliedsstaaten zu prüfen. In Deutschland etwa gel-
men und geprägt. Die artgerechte Haltung gesunder Tierbe- ten die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und das Dis-
stände ist Voraussetzung für die Erzeugung hochwertiger und pensierrecht – die direkte Abgabe von verschreibungsp¾ich-
gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel“, so die Minister- tigen Medikamenten. Prof. Dr. Theodor Mantel, Präsident der
präsidentin. „Dabei hat Globalisierung sowohl der Lebensmit- Bundestierärztekammer, warnte vor einer Abschaffung der
telproduktion als auch des Handels zu tiefgreifenden Verände- Gebührenordnung und des Dispensierrechts, „die leicht zulas-
rungen vor allem für die Überwachung geführt. Rechtsverstö- ten des Patienten gehen könnten“.
ße und ihre Folgen spielen sich überwiegend im internationa-
len Raum ab, was von den zuständigen Behörden mehr denn Wie ein Fisch im Wasser
je fachliches Können, strategisches Denken und konsequentes Zur 7.Veranstaltung ging der Leipziger Tierärztekongress mit
Handeln abverlangt.“ Der Freistaat Thüringen übernahm tur- einer noch größeren Themenvielfalt an den Start. Neu im Pro-
nusgemäß die Schirmherrschaft über den 7. Leipziger Tierärz- gramm war dasThema Fisch. ZahlreicheTeilnehmer nutzten die
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