ENTWICKLUNG IN DER KINDER- UND JUGENDPSYCHIATRISCHEN VERSORGUNG - BEISPIELE AUS DEN ERGEBNISSE DES APK-PROJEKTS KIJU (GEFÖRDERT VOM BMG) 4.7.2018 ...

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ENTWICKLUNG IN DER KINDER- UND JUGENDPSYCHIATRISCHEN VERSORGUNG - BEISPIELE AUS DEN ERGEBNISSE DES APK-PROJEKTS KIJU (GEFÖRDERT VOM BMG) 4.7.2018 ...
Entwicklung in der kinder- und
jugendpsychiatrischen Versorgung
Beispiele aus den Ergebnisse des APK-Projekts
KiJu (gefördert vom BMG)

4.7.2018 – ZfP Weissenau
                      Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane
Prof. Dr. Michael Kölch
ENTWICKLUNG IN DER KINDER- UND JUGENDPSYCHIATRISCHEN VERSORGUNG - BEISPIELE AUS DEN ERGEBNISSE DES APK-PROJEKTS KIJU (GEFÖRDERT VOM BMG) 4.7.2018 ...
coi

Forschungsunterstützung: BMBF, BMFFSJ, BMG, Schweizer Bundesamt für
Justiz, EU, Eli Lilly International Foundation, Boehringer Ingelheim, Servier
Klinische Studien (letzte 5 Jahre): Servier, Lundbeck, Pascoe
Vortragstätigkeit Industrie : keine in den letzten 5 Jahren
Beratertätigkeit Industrie: keine in den letzten 5 Jahren
Mitgliedschaften: Kinderarzneimittelkommission BfArM, SAG Psychiatry EMA
ECNP, AACAP, DGKJP, BAG

               Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane - www.mhb-fontane.de
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Forschung in der KJP

• Grundlagenforschung (genetisch, neurobiologisch)
• Therapieforschung (psychotherapeutisch, pharmakotherapeutisch)
• Epidemiologische und Risikoforschung (Kohorten, repräsentative
  Stichproben)
• Versorgungsforschung (Daten aus der Routineversorgung, GKV-Daten,
  KBV- Daten etc.)

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Bedeutung der Versorgungsforschung

•   ADHS: Thema Überversorgung mit „Pillen“ ?
•   Suizide durch Antidepressiva ?
•   Regionale Versorgung ?
•   Was geschieht in der Versorgung ?
•   Leitliniengerechte Therapie findet nicht statt ?

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Gliederung

• Projekt der APK – Projektgruppe & Ablauf
• Versorgungsdaten zu stationärer KJP Versorgung
• Versorgungsdaten zu ambulanter Versorgung von Kindern und
  Jugendlichen mit psychischen Störungen
• Pharmakotherapie in der KJP in D
• Versorgung von Kindern mit ADHS in der Routineversorgung
• Zwangsmaßnahmen in der KJP

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Projektleitung und Mitarbeitende

                          Projektleitung
                      Prof. Dr. Jörg M. Fegert
                      Prof. Dr. Michael Kölch
                           Ulrich Krüger

      Projektmitarbeitende         Mitarbeitende in der Berichterstellung
            Silke Rabe                           Dr. Anja Baumann
            Ivonne Hein                          Dr. Maik Herbehold
        Stephanie Kamann                          Dr. Tina Wessels
                                                  Dr. Ute Mendes
                                                   Dr. Ulrich Raub
Projektziele

• Durchführung einer Bestands- und Bedarfsanalyse der Hilfs- und
  Versorgungsangebote für psychisch kranke Kinder und
  Jugendliche in Deutschland als erster Projektteil
   Beschreibung der ambulanten und stationären psychiatrisch-
    psychotherapeutischen Behandlung und Rehabilitation sowie sonstiger
    Leistungen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche nach SGB V
   Verzahnung zu weiteren Leistungsbereichen wie z. B. der Kinder- und
    Jugendhilfe (SGB VIII) war ein Schwerpunkt der Bestandsanalyse
   Untersuchung der Transitionsproblematik in die Erwachsenensysteme und
    die Übergänge in Arbeit
   Abgleich von Unterschieden des regionalen Versorgungsangebotes
 Nach erfolgreichem Abschluss und der Diskussion der Ergebnisse zweiter
  Projektteil mit Entwicklung von Empfehlungen geplant
Projektablauf

2015                                                 2016                                    2017

                                     Expertenkommission
  1                         2                  3                            4
       Workshop I               Workshop II      Workshop III                   Workshop IV

      Stationäre und                                                               Inklusion,
  teilstationäre Kinder-                                                        Vernetzung und
            und                                          Kinder- und                Teilhabe
    Jugendpsychiatrie        Subjekt oder Objekt     jugendpsychiatrische       Unterstützung
                               der Behandlung           Versorgung im       bestimmter Bedarfe in
      Strukturqualität,                                                         der kinder- und
   regionale Versorgungs-                             ambulanten Setting
                                                                             jugendpsychiatr. und
      erfordernisse und                                                     psychotherapeutischen
    Leistungserbringung                                                          Versorgung

                                Daten-Workshop
                                    Experten
                      Robert-Koch-Institut (Epidemiologie),
                    Gesundheitsberichterstattung, Statistisches
                      Bundesamt, Deutsches Jugendinstitut,
                                Krankenkassen
Prävalenz psychischer Erkrankungen D
Epidemiologische Kohorte KIGGS
Prävalenz nach KIGGS-Survey (Basiserhebung 2003-2006, veröffentlicht 2012)
und der ersten Welle KIGGS (2017)
• Ca. 1/5 der Kindern und Jugendlichen sind von psychischen
  und/oder Verhaltensproblemen betroffen
• Ca. 6 % aller Kinder unter 18 Jahren sind behandlungsbedürftig
  psychisch krank und erfüllen entsprechende Diagnosekriterien
• 50 % der behandlungsbedürftigen Kinder bekommen keine
  Behandlung
Erhöhtes Risiko für psychische Störungen

• Niedriger sozioökonomischer Status der Familie
• Alleinerziehender Elternteil
• Psychische Erkrankung eines Elternteils (Kölch et al. 2008)
• Niedriger Bildungsabschluss der Eltern (Meltzer et al., 2000; Hölling et al.,
  2014)
• Fremduntergebrachte Kinder (Fegert & Besier 2009; Dölitzsch et al., 2014)
• Kinder in Schulen für Erziehungshilfe (Schmid & Kölch, 2007)
• Adverse Childhood Experiences v.a. schwer (Teicher & Samson 2013):
  – Vernachlässigung (körperlich, emotional)
  – Misshandlung (körperlich, emotional)
  – sexueller Missbrauch
Wer stellt psychische Auffälligkeiten fest?

Erstfeststellung im niedergelassenen Bereich (Mehrfachnennungen
möglich)

• Kinderärztinnen/-ärzte: 63,1 %
• Hausärztinnen/-ärzte: 59,1 %
• Kinder- und Jugendpsychiater/-innen: 21 %
• Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-innen:
  11,3 %
• Psychologische Psychotherapeut/-innen: 2,3 %
Steigende Zahl niedergelassener
Ärztinnen und Ärzte
SPV und Behandlungsfälle in der Praxis

Quelle: Vortrag von Frau D. Kurch-Bek (KBV) am 4. Februar 2016
Berufsgruppen mit denen nur außerhalb der Praxis
kooperiert werden kann

• Jugendamt: 95,1 %
• Lehrkräfte: 94,9 %
• Beratungsstelle: 92,2 %
• Vorschuleinrichtungen: 89,9 %
• Erzieher/-innen: 87,5 %
• Sozialamt: 76 %

Quelle
Hagen B: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Evaluation der Sozialpsychiatrie-
Vereinbarung - Abschlussbericht 2014. Köln, 2015.
Inzidenz-Kohorten-Analyse der KBV bezogen auf
KBV-Daten

Im Jahr 2012
• 2 % der gesetzlich
  krankenversicherten Kinder und
  Jugendlichen bis 20 Jahre
  erhielten in diesem Jahr erstmals
  eine F-Diagnose
• Typisch ist die Alters- und
  Geschlechtsverteilung in Bezug auf
  die größte Inzidenz von Störungen
   Beim männlichen Geschlecht
    zwischen 5 und 15 Jahren
   Beim weiblichen Geschlecht
    zwischen 15 und unter 20
    Jahren
                                       Quelle: Vortrag von Hr. Tenckhoff am 14.06.2016
Inzidenz-Kohorten-Analyse der KBV bezogen auf KBV-
Daten

                                     Quelle: Vortrag von Hr. Tenckhoff am 14.06.2016
"Top 10“ der ICD-Diagnosen: Differenzierung nach F-Diagnose
und Geschlecht: Auswertung der KBV (zur Verfügung gestellt
von Frau D. Kurch-Bek (eigene Darstellung)
                                                                                                             23,3
                                 F90: Hyperkinetische Störungen
                                                                                                         20,4                     47,7
                    F93: Emotionale Störungen des Kindesalters
                                                                                                   17,1

     F43: Reaktionen auf schw. Belastungen u. Anpassungsstör.                                               22,7
                                                                                                  15,5
                                                                                               13,4
     F81: Umschrieb. Entwicklungsstör. schulischer Fertigkeiten
                                                                                                15,4
                                         F32: Depressive Episode                     9,8

                                                                                   8,5
F98: And. Verhalt.- u. emot. Stör. mit Beginn i.d. Kindheit u. Jug.
                                                                                        10,5
                                                                             4,8
   F80: Umschrieb. Entwickl.stör. des Sprechens u. der Sprache                     7,9

          F82: Umschrieb. Entwickl.stör. der motor. Funktionen                    7,5
                                                                            4,4
        F92: Komb. Stör. des Sozialverhaltens u. der Emotionen
                                                                             6,0

                                     F41: Andere Angststörungen             4,0

                                                                            3,8
              F83: Komb. umschriebene Entwicklungsstörungen                    6,0

                            F91: Störungen des Sozialverhaltens              5,3

                                                                      0,0         10,0             20,0             30,0   40,0     50,0

                                                                                                         Anteil in %
                                       Weibliche Pat.   Männliche Pat.
Verteilung externalisierende/internalisierende Störungen
nach Geschlecht (Mehrfachnennungen)

                                                                  Bei allen                 Bei allen
                               Patientinnen und
Jeweils bezogen auf KJPP                                        weiblichen                männlichen
                               Patienten gesamt
                                                               Patientinnen                Patienten

%-Anteil externalisierende
                                       51,7%                        36,1%                     61,5%
Störungen

%-Anteil internalisierende
                                       54,0%                       65,5%                      46,8%
Störungen

                        Internalisierende Störungen: F32.- bis F51.- (außer F44), F54.-, F63.3, F93.-, F94.0
                        Externalisierende Störungen: F63.1, F63.2, F90.- bis F92.-
Geschlechterverteilung von Patientinnen und
Patienten in ambulanter Psychotherapie
nach Altersgruppen

              80,0

                                                              69,3
              70,0

              60,0                         55,3
                            53,0                                            53,5

              50,0   47,0                                                          47,5
Anetil in %

                                   44,7

              40,0
                                                                     30,7
              30,0

              20,0

              10,0

               0,0
                      0-6 Jahre     7-13 Jahre                14-17 Jahre     Gesamt
                                           Mädchen   Jungen

Quelle: BPtK-Studie “Ambulante psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen”
Diagnosespektrum von Patientinnen und
 Patienten in ambulanter Psychotherapie

                              Entw.stör. (F80; F82-89)
    Einf. Aktivitäts- u. Aufmerksamkeitsstör. (F90.0)
                          Somatoforme Störung (F45)
      Sonstige Verhaltens- u. emot. Störung (F98.8)
                    Emot. Stör. des Kindesalters (F93)
                 Anpassungsstör. (F. 43.0; F43.2-43.9)
                       Stör. des Sozialverhaltens (F91)
       Hyperkinet. Stör. des Sozialverhaltens (F90.1)
              Komb. Stör. des Sozialverhaltens (F92)
  Depress. Stör. nicht näher bezeichnet (F32.9; F33.9)
                                   Essstör. nnb (F50.9)
                    Generalis. Zwangsstörung (F41.1)
                                 Spezif. Phobie (F40.2)
            Depress. Stör. mittelgradig (F32.0; F33.0)
                Angst u. Depression gemischt (F41.2)
                                  Zwangsstörung (F42)
                    Depress. Stör. leicht (F32.0; F33.0)
                                           PTBS (F43.1)
               Panikstör./Agoraphobie (F40.0; F41.0)
                                Anorexie (F50.0; F50.1)
                                 Soziale Phobie (F40.1)
    Depress. Stör. schwer (F32.2; F32.3; F33.2; F33.3)
                                 Bulimie (F50.2; F50.3)
                                                           0,0   10,0              20,0             30,0           40,0       50,0   60,0
Quelle: BPtK-Studie “Ambulante                                                            Anteil in %
psychotherapeutische Versorgung von Kindern
und Jugendlichen”                                                       Psychother. in 2010       Keine Psychother. in 2010
                                                                                                                              20
Stationäre Versorgung
  Bettenmesszahlen
                   Betten     Verän-   Einwohner/ Zu- oder      BMZ 2015        BMZ 2005
Bundesland          KJPP    derung gü.    -innen Abnahme seit (Betten/ 10.000 (GMK-Bericht
                    2015       2010      T < 18 J  Vorjahr       EW < 18)        2007)
Baden-Württemb.     630       +63       1.843,2        +           3,41           2,62
Bayern              667       +178      2.110,7        +           3,16           1,74
Berlin              197       +32        556,6         -           3,53           2,85
Brandenburg         245       + 34       373,0         =           6,57           5,61
Bremen               50        =         108,8         =          4,60            4,51
Hamburg             159       +32        288,8         +           5,51           3,57
Hessen              549       +89       1.022,2        +           5,37           3,63
Mecklenb.-Vorp.     184       +10        236,3         +           7,79           6,89
Niedersachsen       690       +69       1.322,3        +           5,22           3,92
Nordrhein-Westf.   1.171      +43       2.963,4        +           4,35           3,06
Rheinland-Pfalz     264       +64        651,3         +           4,05           2,27
Saarland             51        +5        143,4         +           3,56           2,50
Sachsen             405       +44        612,2         =          6,62            5,88
Sachsen-Anhalt      333        =         313,9         =          10,61           8,74
Schleswig-Holst.    256        +7        465,9         =          5,49            4,31
Thüringen           297       +28        316,7         +          9,38            7,07
Bund               6.148                13.325,7       +          4,61            4,32
                                                                             21
Studie: Behandlung psychischer Erkrankungen von Kindern
in deutschen Krankenhäusern

• Untersucht wurden Daten der Krankenhäuser im Bundesgebiet
• Zeitraum: 2003-2012
• Statistische Mittel: Regressionsanalyse und t-Test
• Daten wurden nach Altersgruppen getrennt
  - 0- bis 15-Jährige (Kinder)
  - 15- bis 20-Jährige
  - 20- bis 25-Jährige
 Deutliche Zunahme der F-Diagnosen in den Altersgruppen der
  0- bis 15-Jährigen sowie der 15- bis unter 25-Jährigen bei
  Jungen und Mädchen

 Plener PL, Straub J, Fegert JM & Keller F (2015): Behandlung psychischer Erkrankungen
 von Kindern in deutschen Krankenhäuser. In: Nervenheilkunde, Vol.34(1), pp.18-23.
Studie: Behandlung psychischer Erkrankungen von Kindern
 in deutschen Krankenhäusern

                                                                                        Steigungs-
         Kategorie                                                                                      p
                                                                                        koeffizient
        Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit
 F9 und Jugend                                                                            492,25
Studie: Krankenhaushäufigkeiten Jugendliche

           Kategorie                                                      Steigungskoeffizient      P
F3        Affektive Störungen                                                        2525,28
Studie: Behandlung psychischer Erkrankungen von Kindern
in deutschen Krankenhäusern

Bundesland                                                       Steigungskoeffizient                         p

Baden-Württemberg                                                           90,12
Studie: Behandlung psychischer Erkrankungen von
 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in deutschen
 Krankenhäusern
                     15- bis < 20-Jährige                    20-25-Jährige
 Kategorie                                                                                df     T        p
                             M (SD)                               M (SD)
  Gesamt              68322,3 (7192,95)                    76961,7 (5658,52)              18   -2,985    ,008
     F0                  321,0 (46,42)                        512,9 (26,45)               18   -11,358
Regionale Versorgung im stationären Sektor: alle
Diagnosengruppen exkl. F1

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Jugendsuchtbehandlung im Bereich des SGB V

• Aktuell stehen 300 Behandlungsplätze in kinder- und jugendpsychiatrischen
  Kliniken mit dem Schwerpunkt Sucht an 20 Kliniken bundesweit zur
  Verfügung, die sehr unterschiedlich auf die Bundesländer verteilt sind
  (MELCHERS, unveröffentlicht).

VIPP-Datensatz Analyse:
• F1: 1.181 Patientinnen und Patienten bzw. 1.755 Fälle (weiblich = 569,
   männlich = 1.186)
• Hauptsächlich:
    – psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide (F12),
    – durch Alkohol (F10)
    – multipler Substanzmissbrauch und Konsum anderer psychotroper
       Substanzen (F19)
• Multipler Substanzmissbrauch: Vergleich mit Erwachsenenpsychiatrie (>
   18 Jahre), Anteil Kindern und Jugendlichen: 22,34 % vs. 16,4 %
VIPP-Datensatz Analyse

Diagnosegruppe                                                                 Fallzahl   Anteil
F12 Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide                        786      44,79 %
F10 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol                             430      24,50 %
F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen
                                                                                 392      22,34 %
Substanzmissbrauch
F15 Psychische und Verhaltensstörungen durch andere
                                                                                 104      5,93 %
Stimulanzien
F16 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene                       13       0,74 %
F11 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide                             10       0,57 %
F18 Psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige
                                                                                 10       0,57 %
Lösungsmittel
F13 Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder
                                                                                  6       0,34 %
Hypnotika
F14 Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain                               2       0,11 %
F17 Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak                                2       0,11 %
F1                                                                              1.755     100 %
                         Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane
Entfernungsanalyse Diagnosegruppe F1. Eigene
Darstellung auf Grundlage des VIPP-Datensatzes

Vor allem in Ostdeutschland und dem ländlichen Bereich zeigen sich hier Defizite, und
die Behandlungsstrukturen sind insgesamt für Kinder und Jugendliche nicht
ausreichend (Vgl. auch zu Fegert & Schepker 2009)

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Versorgungssituation Kinder mit IM und
psychischen Störungen

•   Kinder und Jugendliche mit einer Intelligenzminderung haben besondere
    Behandlungsbedürfnisse, was die Toleranz von Gruppengrößen, Geschwindigkeit
    und Art der Therapieschritte etc. angeht
•   Diagnostik und Therapie erfordern spezielle Methoden und Verfahren
•   Spezialisierte Einrichtungen können die notwendigen Settings und die
    entsprechende Expertise für die Diagnostik und Behandlung vorhalten.
•   Anzahl der Schwerpunktkliniken in den letzten 13 Jahren kaum verändert (HENNICKE
    & KLAUTH (2014))
•   Ergebnisse zeigen heterogene Versorgungslage in D: im Vergleich zu anderen
    Bundesländern scheint in BW und BY das Angebot am stärksten ausgebaut zu sein
    (z.B. B und BB kein Angebot, NRW Überlegungen Abbau der Plätze).
•   Parallel Ausbau der SPZ und Diagnoseverteilung dort: großer Teil der Behandlung
    intelligenzgeminderter Kinder und Jugendlicher mit psychischer Störung findet
    ambulant auch in Sozialpädiatrischen Zentren statt

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Verweildauer bei Kindern und Jugendlichen mit
Intelligenzminderung: extrem niedrig
Quelle: VIPP-Datensatz

             Anzahl
Diagnose                     Geschlecht                      Durchschnittliche Verweildauer
         Patientin bzw.
-gruppe                        w/m                         (Angabe in Tagen; inkl. Abwesenheit)
          Patient/Fall

                                                  2011              2012              2013           2014
                                                Patientin         Patientin         Patientin      Patientin
Gesamt:    33.390/47.944     23.415/24.524         bzw.             bzw.               bzw.          bzw.
                                               Patient/Fall      Patient/Fall      Patient/Fall   Patient/Fall
                                                   (SD)              (SD)              (SD)           (SD)

                                              48,88/40,40        44,33/36,63       40,38/35,11    41,20/38,11
F7           403/529          158/371
                                                 (39,3)             (34,8)            (39,6)         (36,7)

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Transitionsalter: Veränderung der Diagnosen? Die
      eigentliche Bedeutung der Früherkennung – VIPP
      Datensatz                       Kinder- und
                                Jugendpsychiatrie, Anzahl Häufigste
                                                                       Allgemeine
                                                                       Psychiatrie,    Häufigste
                            Alter: 
                                             Fälle      Diagnosen:    Anzahl Fälle    Diagnosen:
                            .
                                         (insgesamt):                 (insgesamt):
                                                        F9 (52,8 %)
                            13 Jahre        4.738       F4 (21,5 %)        (-)            (-)
                                                        F3 (14,3 %)
                                                        F9 (43,7 %)                   F4 (23,5 %)
                            14 Jahre        6.104       F4 (21,5 %)        17         G4 (23,5 %)
                                                        F3 (20,4 %)                   F1 (17,7 %)
                                                        F9 (36,8 %)                   F4 (35,5 %)
                            15 Jahre        6.927       F3 (24,4 %)        31          F1 (29 %)
                                                        F4 (21,7 %)                    F2 (9,7 %)
                                                        F9 (27,2 %)                   F1 (58,1 %)
                            16 Jahre        6.727       F3 (26,7 %)       174         F4 (14,4 %)
                                                        F4 (22,6 %)                    F9 (8,6 %)
                                                        F3 (28,0 %)                   F1 (42,2 %)
                            17 Jahre        6.239       F4 (23,2 %)       713         F4 (18,5 %)
                                                        F9 (19,5 %)                   F3 (13,6 %)
                                                        F1 (27,0 %)                   F3 (25,9 %)
                            18 Jahre         437        F3 (23,3 %)      8.569        F4 (24,8 %)
                                                        F4 (21,7 %)                   F1 (18,1 %)
                                                        F1 (44,6 %)                   F3 (24,3 %)
                            19 Jahre         92         F4 (17,4 %)      9.571        F1 (22,3 %)
                                                        F3 (14,1 %)                   F4 (21,1 %)
                                                        F4 (33,3 %)                   F3 (25,0 %)
[1]
                            20 Jahre          9         F3 (22,2 %)      9.896        F1 (23,4 %)
  Wenn die Anzahl der
Krankenhäuser < 4 ist,
                                                        F6 (22,2 %)                   F4 (19,3 %)
können keine Ergebnisse                                                               F3 (25,5 %)
mehr ermittelt werden       21 Jahre         (-)            (-)         10.630        F1 (24,7 %)
                                                                                      F4 (17,8 %)
SGB VIII

•   2014: 1.037.728 Kinder, Jugendliche
    und junge Volljährige Hilfen zur
    Erziehung
•   7 % der unter 21-jährigen Bevölkerung
    erhielten eine HzE-Leistung (KOMDAT,
    2015)
•   Durchschnittsalter der jungen
    Menschen bei Hilfebeginn: 10,3 Jahre
•   Dauer der Hilfen durchschnittlich zehn
    Monate
•   Anteil der alleinerziehenden Familien
    bei Hilfebeginn: 41,5 %.
•   Gros der Familien Bezug von
    Transferleistungen (32,3 %).
                                             Abb. 2.2: Junge Menschen in den Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge
•   Familien, in denen vorrangig nicht       Volljährige) nach Leistungssegmenten (Deutschland; 2010 bis 2016; Aufsummierung
                                             der zum 31.12. eines Jahres andauernden und der innerhalb eines Jahres beendeten
    Deutsch gesprochen wird: 12,3 % der      Leistungen; Angaben absolut, Inanspruchnahme pro 10.000 der unter 21-Jährigen1)
                                             (HZE Monitor)
    Fälle HzE
Gründe für Fremdunterbringungen

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Jugendhilfeentwicklung : Zahlen

•   Laut JULE-Studie (Bauer, 1998) verlaufen lediglich 57% aller stationären und
    teilstationären Hilfen positiv
•   Ca. 1/3 der Care Leaver bei Beendigung der Hilfe: weder Schule, Ausbildung noch
    Berufsförderung - verzögerte Bildungs- und Erwerbsintegration (Zeller 2012)
•   79.500 junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren: ausgegrenzte Jugendliche,
    die nicht oder nur sporadisch am Bildungs-, Erwerbs- und Sozialsystem teilnehmen
    und oft wohnungslos sind (DJI, Tillmann et al. 2012)
•   37.000 Straßenjugendliche (29,3% weiblich, 70,7% männlich), hoher Anteil von ca.
    64% der Altersgruppe unter 18 Jahren, der zumindest sporadisch im Kontakt mit
    der Jugendhilfe steht (DJI, Hoch, 2017)
• Schnittmenge KJP: hoher Anteil stationär behandelter Patienten in KJH:
• Vor KJP: 38% Jugendhilfe, nach KJP 33 % neu in Jugendhilfe (Beck 2015)

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Psychopharmakotherapie bei Minderjährigen in
Deutschland (Franke, Fegert, Kölch 2016)

• Keine generelle Überversorgung
• „Risiko“ für Pharmakotherpie von Diagnose abhängig
• Anstieg Einsatz zur Verhaltenssteuerung („behavioural use“)
• Wahrscheinlichkeit für komplexe Medikation im stationären Sektor höher
• Regionale Unterschiede hinsichtlich der Verordnungspraxis
• Einsatz von Psychopharmaka erfolgt nach epidemiologischen Studien in
  Deutschland an den vorhandenen Leitlinien und dem Wissen aufgrund der
  wissenschaftlichen Evidenz ausgerichtet
• Problem „off-lable-use“
  – Großer Anteil der Psychopharmaka ist nicht für Minderjährige zugelassen
  – Daten und Untersuchungen fehlen häufig
• Gesetzliche Initiativen zur Verbesserung der Zulassungslage von
  Arzneimitteln haben für den Bereich der Psychopharmakotherapie bisher
  keine tiefgreifenden Verbesserungen erbracht
Altersverteilung Medikation bei AHDS
AP Verordnungen

                  Bachmann et al., Dt. Ärzteblatt Int.; 2014
AD: Pharmakoepidemiologie

•   BARMER GEK Daten: 2005-2012
•   N=1,4-1,6 Millionen Kinder und
    Jugendliche
•   Anstieg: 49,2% (von 0,32 auf 0,48)
•   Signifikanter Anstieg nur in
    Altersgruppe 15-19
•   Anstieg der SSRIs, Abnahme der TCAs

      2005            %       2012           %
1     Fluoxetin       12,2    Fluoxetin      24,3
2     Johanniskraut   11,0    Citalopram     15,7
3     Opipramol       10,0    Opipramol      7,6
                                                    Hoffmann et al.,
4     Citalopram      9,4     Mirtazapin     7,3    Pharmacoepidemiol
5     Imipramin       8,1     Amitryptilin   5,5    Drug Saf, 2014
Pharmakoepidemiologie: ADHS Behandlung in
Deutschland

•   Prädiktoren für Behandlung in der Regelversorgung von neu diagnostizierten
    Kindern mit ADHS: wer bekommt was wann in den fünf Folgejahren nach
    Erstdiagnose?
•   Pharmakotherapie und Psychotherapie in Routineversorgung verfügbar
•   Kohortenstudie GePaRD- Daten(German Pharmacoepidemiological Research
    Database): 12,250 behandlungsnaive Kinder und Jugendliche 5–12 J. mit einer
    inzidenten ADHS Diagnose (ICD-10 codes F90/F98.8) in 2010 und mind 5 Jahre
    follow-up
•   72% Jungen; Alter — 5–6 J: 20%, 7–9 J: 52%, 10–12 J: 28%;
•   Diagnose “mit Hyperaktivität”: 78%;

                                           Time since first ADHD diagnosis
                                                    (n = 12,250)
Treatment received                 ≤1 year ≤2 years ≤3 years ≤4 years ≤5 years
Medicationa (%)                     24.5      30.7       33.8      35.8    36.8
  Medication and                     2.9      5.1         7.1       8.7    10.1
psychotherapy (%)
Only psychotherapyb (%)              6.4       7.9        9.1       9.8       10.9
Ergebnisse

•   Facharztgruppe:
     •   Kinderarzt 55%,
     •   KJP 23%,
     •   Hausarzt 13%,
     •   KH Arzt 2.6%,
     •   Psychotherapeut 2%,
     •   andere/unbekannt: 4.4%.
•   Häufigste Komorbiditäten:
     •   Entwicklungsstörungen (48%),
     •   SSV (18%),
     •   emotionale Störungen (11%),
     •   Depression (8%)
•   “Patients with externalizing symptoms were more prone to receive any of the
    studied treatments than the average child diagnosed with ADHD; internalizing
    symptoms were predictors for PT”

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Zwangsmaßnahmen

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Arten von Zwangsmaßnahmen

                          Zwangsmaßnahmen

                         Unterbringungsähnliche
 Freiheitsentziehende
                        Maßnahmen mit freiheits-   Zwangsbehandlungen
     Maßnahmen
                          entziehender Wirkung

                         Festhalten                Zwangsmedikation
                                                   (Behandlung der
                         Fixierung
Freiheitsentziehende                               Grunderkrankung)
Unterbringung            Isolierung
                                                   Zwangsernährung
Einschluss               Videoüberwachung, 1:1
                                                   Diagnostik unter Zwang
                         Sedierung („chemische
                                                   Körperhygiene unter
                         Zwangsjacke“)
                                                   Zwang
Anzahl der Verfahren nach § 1631b BGB (deutschlandweit)

  18000
                                                                                   15534
  16000
                                                                     14304
                                          13470         13662
  14000                       13024
                    11791
  12000   10969

  10000

   8000

   6000

   4000

   2000

      0
          2010      2011      2012         2013         2014          2015          2016

• Erfasst ist die Anzahl der Verfahren, nicht der Ausgang.
• Unterbringungen im Rahmen der Jugendhilfe sind eingerechnet.

                              Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 10, Reihe 2.2
Umfrage zum Thema Zwangsmaßnahmen und
Freiheitsentziehung bei Kindern und Jugendlichen
(Brünger & Schepker)

• Angeschrieben wurden 178 Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft der
  Leitenden Klinikärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
  Psychotherapie (BAG)

• Rücklaufquote 39 %

Zentrales Ergebnis:

• Hinsichtlich der Unterscheidung von Unterbringung und
  unterbringungsähnlichen Maßnahmen gibt es eine große Verunsicherung
  sowie ein heterogenes Vorgehen von Kliniken und Familiengerichten
Beschwerdeverfahren

                       80
                            68
                       70

                       60
Anzahl der Nennungen

                       50
                                 43   41   41   39
                       40                            35

                       30

                       20                                 16
                                                               9
                       10                                          6
                                                                       2
                        0
Freiheitsbeschränkungen und freiheitsentziehende
                Maßnahmen
                       80                          70   68   65
                       70                                         61
                       60                                              51   49
Anzahl der Nennungen

                       50                                                         41
                       40
                       30
                       20                                                              12
                       10
                        0

                        70                         60
                        60                              51   50   48
                        50
                            Anzahl der Nennungen

                                                                       38   36
                        40
                        30
                                                                                 19
                        20
                        10                                                             2
                         0
Untersuchung der gerichtlichen Praxis bezüglich
Maßnahmen nach § 1631 b BGB (Kölch & Vogel 2016)

• Überwiegender Teil der freiheitsentziehenden Unterbringungen nach
  § 1631 b BGB ist auf medizinische Maßnahmen aufgrund psychiatrischer
  Diagnosen zurückzuführen, die in Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  behandelt werden
• Maßnahmen sind in den meisten Fällen von begrenzter Dauer (meist nicht
  länger als sechs Wochen).
• Freiwilligkeit stellt sich im Rahmen der Behandlung oft innerhalb von Tagen
  her, so dass freiheitsentziehende Maßnahmen nicht mehr notwendig sind.
• Typische Störungsbilder bzw. Symptome: Substanzabusus/Suchtstörungen,
  Schuldistanz, Störung des Sozialverhaltens, akute Suizidalität

                                 Kölch M, Vogel H (2016). Unterbringung von Kindern und Jugendlichen mit
                                 freiheitsentziehenden Maßnahmen. Eine rechtstatsächliche Untersuchung zur
                                 familiengerichtlichen Genehmigung der Unterbringung bei Minderjährigen in der
                                 Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Justiz nach § 1631 b BGB.
                                 Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. 44:39-50.

             Tagung der APK; Prof. Dr. Jörg M. Fegert
                                                                                              49
Probleme bei Zwangsmaßnahmen

• In Deutschland regional sehr unterschiedliche Erfassungssysteme bezüglich
  Zwangsmaßnahmen und freiheitsentziehenden Maßnahmen bei
  Minderjährigen

• Bundeseinheitliche Statistiken zu Anzahl, Dauer, Art und Indikation von
  Zwangsmaßnahmen fehlen weitgehend

• Besuchskommissionen, die Kliniken hinsichtlich der eingesetzten
  Maßnahmen monitorieren, sind in den Psychisch-Kranken-Gesetzen der
  Länder unterschiedlich niedergelegt und nicht bundesweit vorhanden
Diskussion der Ergebnisse

• Deutschland hat ein breites und in mehreren Sozialgesetzbüchern
  verortetes Versorgungssystem für Kinder und Jugendliche mit psychischen
  Erkrankungen sowie emotionalen und Verhaltensproblemen

• Es gibt vielfältige und differenzierte heilberufliche und
  gesundheitsbezogene Versorgungsangebote

• Schnittstellenproblematik

  – z.B. zum wichtigen Bereich Schule

  – z.B. bei der Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit (drohender) seelischer
    Behinderung
Diskussion der Ergebnisse

• Sozialpsychiatrische Komponente bei Kindern und Jugendlichen mit
  psychischen Störungen

  – Ansetzen der Versorgungsangebote sowohl beim Kind/Jugendlichen als
    auch bei den Systemen der Lebenswelt (Familie, Schule)

  – Behandlung möglichst nah an ihrer Lebenswirklichkeit

• Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher vermehrt ambulant

  – ein Teil der früher stationär behandelten Patient/-innen wird ambulant versorgt

• stationär: Verdichtung

   Abnahme der vollstationären Plätze über die vergangenen Jahrzehnte bei
    gleichzeitigem Anstieg stationärer Behandlungen (hohe Notfallquoten),
    Selektionseffekt (höherer Schweregrad und Komplexität)
Diskussion der Ergebnisse

• Umfeldfaktoren beeinflussen die durch die psychische Erkrankung bedingte
  Teilhabebeeinträchtigung individuell unterschiedlich

• Hilfesuchverhalten und die Inanspruchnahme von Diensten der Versorgung
  verändern sich

  – Ziele und Strukturen der Versorgung müssen angepasst werden (z.B. Transition)

  – Verbesserte Versorgung im Vorfeld von Krisen gestalten

  – Beachtung der besonderen Bedarfe von Hochrisikogruppen (z.B. Kinder
    und Jugendliche in stationären Jugendhilfemaßnahmen) und Kindern
    psychisch kranker Eltern
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
         XXXX           XXXX

  michael.koelch@mhb-fontane.de
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