Gemeinde Neu Wulmstorf - Erschließung Bebauungsplan Nr. 53 "Ohlenbüttel" 1. Änderung und Ergänzung
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Gemeinde Neu Wulmstorf Erschließung Bebauungsplan Nr. 53 "Ohlenbüttel" 1. Änderung und Ergänzung Entwässerungskonzept Auftraggeberin: Gemeinde Neu Wulmstorf Bahnhofstraße 39 21629 Neu Wulmstorf Verfasser: Nienhöfener Straße 29-37 25421 Pinneberg Tel.: 04101 - 6992-0 Fax: 04101 – 6992-99 NEU20002/NEU12000-DB/
Bauvorhaben: Gemeinde Neu Wulmstorf Erschließung Bebauungsplan Nr. 53 "Ohlenbüttel" 1. Änderung und Ergänzung Maßnahme: Entwässerungskonzept Auftraggeberin: Gemeinde Neu Wulmstorf Bahnhofstraße 39 21629 Neu Wulmstorf ANLAGENVERZEICHNIS Anlage Blatt Maßstab 1. Übersichtskarte 2. Übersichtspläne Übersichtslageplan 1 1 : 5.000 3. Bericht Erläuterungsbericht 4. Stellungnahmen Stellungnahme der Abteilung Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung des Landkreises Harburg zur Beteiligung nach § 4 Abs. 1 BauGB vom 25.11.2019 Stellungnahme von Hamburg Wasser zur 7. Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüttel“ 1. Änderung und Ergänzung vom 19.11.2019 5. Bestandsplanunterlagen Lageplan Bestand 1 1 : 500 6. Wassertechnische Berechnungen 6.1 Bewertungsverfahren nach Merkblatt DWA-M 153 6.2 Regendaten (KOSTRA) 6.3 Östlich Stendahl: Dimensionierung einer Versickerungsmulde nach Arbeitsblatt DWA-A 138 6.4 Westlich Stendahl: Dimensionierung einer Versickerungsmulde nach Arbeitsblatt DWA-A 138 für T = 5a Hinweis: Anlage ist im Ordner enthalten Anlage ist im Ordner nicht enthalten G:\Projekte\2020\NEU20002\12 Vorplanung & Konzepte d+p\Entwässerung\NEU12000-AV.docx
Anlage Blatt Maßstab 6.5 Westlich Stendahl: Dimensionierung einer Versickerungsmulde nach Arbeitsblatt DWA-A 138 für T = 30a 6.6 Dimensionierung einer Versickerungsmulde nach Arbeitsblatt DWA-A 138 für exemplarisches privates Grundstück 6.7 Überflutungsnachweis für ein exemplarisches privates Grundstück nach Gleichung 21 der DIN 1986-100 7. entfällt 8. Entwässerungspläne Lageplan Entwässerung 1 1 : 500 Lageplan Einzugsgebiete 2 1 : 500 9. Gutachten Bericht 20-16685 der Ingenieurgesellschaft Dr. Michael Beuße mbH aus 21255 Tostedt vom 24.08.2020 Hinweis: Anlage ist im Ordner enthalten Anlage ist im Ordner nicht enthalten G:\Projekte\2020\NEU20002\12 Vorplanung & Konzepte d+p\Entwässerung\NEU12000-AV.docx
Weg Hundekuhlen W eg Weg 20 W eg Hundekuhlen Straß e Hinter den Mistbergen Hinter den Mistbergen dahl Sten W eg Hinter den Mistbergen Hundekuhlen We Rad g er S traß e- K 71 ße Stra Hundekuhlen eg W Solt aue r Str aße -B Teilb 3 g e We reich 32 1 Goldberg Am Grauener Weg 30 Ra der S traß 28 e- K7 dahl Weg 1 Sten Weg g We 10 6 19 12 Weg 17 4 Teilb Weg 14A ereic 14B 18 3 h2 k s Ec 4 An der Chaussee Lüten 11 5 Achtern Hof 16 14 6 7 An der Chaussee 1 1 12 A 9A Gemeinde Neu Wulmstorf 9B 8 R ad Platz er e 12 nk 8 S 3 tra rä ße rT 10 -K de An der Chaussee 71 n A 4 3 6 12 2 Weg 2 5 Weg 2A 5 7 Erschließung und Entwässerung 3 6 eg W für den B-Plan Nr. 53, Teich 1 k ns Ec Teich Lüte Ra der An Str 1. Änderung in Ohlenbüttel / Neu Wulmstorf aße der - 9 19 K7 1 Tr änke An der Chaussee An der Chaussee Teilb Neue Straße Neue Straße er eich 3 11 10 Weg Neue Stra Solt ße 2 1 aue r Str Ra Achtern Hof der S traß aße e -K 71 Planart Planart 3/1 -B g We 3 2/1 Weg Übersichtslageplan Planart 3/2 Entwässerung Planart Planart 2/2 3/3 Ohlendörpen An der Chaussee 1:5000 nke Trä der An Ohlendörpen Achtern Hof NEU20002 Gemeinde Neu Wulmstorf R ad Vorplanung er S tra ße - Der Bürgermeister - -K Zeichenerklärung 71 Weg Achtern Hof Ohlendörpen Bahnhofstraße 39 21629 Neu Wulmstorf gepl. Bebauungsplangebiet Nr. 53 Achtern Hof N Achtern Busch W O nke gepl. Maßnahme Trä Neu Wulmstorf, den Achtern Hof der An Weg Weg S Achtern Hof Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung Weg Teich Weg Achtern Busch Auf dem Lohberg Achtern Busch Achtern Hof © Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), Regionaldirektion Lüneburg (http://www.lgln.niedersachsen.de) Weg Weg
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT ENTW ÄSSERUNGS KO NZEPT Anlage 3 - Erläuterungsbericht - 1 Veranlassung und Aufgabenstellung 1.1 Veranlassung Die Gemeinde Neu Wulmstorf beabsichtigt den Bebauungsplan Nr. 53 “Ohlenbüttel“ für die Erschließung mit einer 1. Änderung und Ergänzung des B-Plans vorzubereiten. Für die Erstellung eines Entwässerungskonzepts für die Erschließung des B-Plans Nr. 53 im Teilbereich 1 im Ortsteil Ohlenbüttel hat die Ge- meinde Neu Wulmstorf die Beratenden Ingenieure d+p dänekamp und partner VBI aus Pinneberg beauftragt. 1.2 Aufgabenstellung Für das Entwässerungskonzept werden folgende Aspekte untersucht und bewertet: Konzeptionelle Darstellung der Schmutzwasserableitung einschl. Anschluss an die weiterführende Kanalisation. Konzipierung einer dezentralen Oberflächenentwässerung. Überschlägliche Berechnung der Grundstücksentwässerung nach DIN 1986-100 einschl. Überflutungsnachweis für ein 30- jähriges Bemessungsregenereignis nach DIN EN 752. Das Entwässerungskonzept bezieht sich nur auf den Teilbereich 1 des Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüttel“. 1
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 2 Grundlagen der Untersuchung Das Entwässerungskonzept wird auf Grundlage von Plänen und Kon- zeptplanungen sowie Gutachten bzw. Stellungnahmen erstellt. In der Anlage 4 und 5 liegen die maßgebenden Pläne und Stellungnah- men bei. Das Bodengutachten liegt in der Anlage 9 bei. 2.1 Plane / Konzeptplanungen Lageplan des Vermessungsbüros Dr.-Ing. Christian Hesse, Dipl.- Ing. Bernd Hesse, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure aus 21614 Buxtehude, erstellt am 06.12.2019 Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüttel“ 1. Ände- rung und Ergänzung mit örtlicher Bauvorschrift, aufgestellt von Baum | Schwormstede | Stellmacher aus 22087 Hamburg, Stand: 21.08.2019 Städtebauliches Funktionskonzept - Variante 2, aufgestellt von Baum | Schwormstede | Stellmacher aus 22087 Hamburg, Stand: 02.04.2019 Leitungsbestandsplan der Hamburger Stadtentwässerung AöR, Anlagenbestand Ohlenbüttel vom 05.11.2019 2.2 Gutachten / Stellungnahmen Stellungnahme der Abteilung Kreisentwicklung und Wirtschafts- förderung des Landkreises Harburg zur Beteiligung nach § 4 Abs. 1 BauGB vom 25.11.2019 Stellungnahme von Hamburg Wasser zur 7. Änderung des Flä- chennutzungsplans und Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüttel“ 1. Änderung und Ergänzung vom 19.11.2019 Bericht 20-16685 der Ingenieurgesellschaft Dr. Michael Beuße mbH aus 21255 Tostedt vom 19.10.2020 2
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Vorentwurf der Begründung Bebauungsplan Nr. 53 „Ohlenbüttel“ 1. Änderung und Ergänzung der Gemeinde Neu Wulmstorf für das Gebiet „nördlich der Rader Straße (K71) sowie westlich und nördlich der Straße "Stendahl" (Teilbereich 1), nordöstlich der Rader Straße (K71) (Teilbereich 2) und östlich der Straße "Lü- tens Eck" (Teilbereich 3)“, aufgestellt von Baum | Schwormstede | Stellmacher aus 22087 Hamburg, Stand: 21.08.2019 3
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 3 Örtliche Verhältnisse In der Anlage 5 liegt ein Bestandslageplan mit allen erforderlichen topo- grafischen, geologischen und technischen Gegebenheiten bei. 3.1 Verortung Das Plangebiet (Teilbereich 1 des Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüt- tel“) befindet sich in der Ortschaft Ohlenbüttel in der Gemeinde Neu Wul- mstorf, in der Gemarkung Rade, Flur 1. Südlich grenzt das Hauptplangebiet an die Rader Straße, die als Kreis- straße 71 (K71) klassifiziert ist. Die K71 verläuft in nordwestliche Rich- tung zur Ortschaft Eversen und in südöstliche Richtung zur Ortschaft Rade. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans liegt innerhalb der festge- setzten Ortsdurchfahrt. Östlich des Plangebiets befindet sich die in Nordsüdrichtung verlau- fende Gemeindestraße Stendahl. Ein Teil des Plangebiets im Teilbereich 1 liegt nördlich des in Ostwest- richtung verlaufenden Wirtschaftswegs, der ebenfalls mit dem Straßen- namen Stendahl als Gemeindestraße gewidmet ist. Bestandsdokumentation Bild 1: Plangebiet, Blickrichtung Nordwest Bild 2:Stendahl Wirtschaftsweg mit SW-PW, Blickrichtung Ost 4
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 3.2 Verkehrseinrichtungen In der Ortsmitte befindet sich auf der asphaltierten Kreisstraße 71 (K71) in beiden Fahrtrichtungen eine Bushaltstelle. Die Busse halten hier auf der Fahrbahn. In Höhe der Bushaltestellen ist die Fahrbahn aufgeweitet. In der Fahr- bahnmitte ist ein mit Strauchwerk bepflanzter Fahrbahnteiler vorhanden, der u.a. auch als Querungshilfe dient. Beidseitig der K71 sind Gehwege in Pflasterbauweise vorhanden. Die Gehwege sind durch Hochbordanlagen von der Fahrbahn abgesetzt. 3.3 Bodenverhältnisse Gem. dem Bericht 20-16685 der Ingenieurgesellschaft Dr. Michael Beuße mbH stehen im Plangebiet unter einer 0,40 m bis 0,50 m dicken Oberbodenschicht überwiegend locker bis mitteldicht gelagerte Sande an. Westlich der Straße “Stendahl“ sind unter den locker bis mitteldichten Sanden in ca. 1,5 bis 3,5 m Tiefe Geschiebelehme und Lößböden erbohrt worden. Im Bereich der geplanten Retentionsmulde ist unter der Oberboden- schicht eine ca. 1,60 m dicke Geschiebedecksand- und Geschiebelehm- schicht erbohrt worden. Nordöstlich der Bushaltestelle an der Kreis- straße K71 ist ausschließlich Löß und Geschiebelehm vorgefunden wor- den. Diese Böden sind schwer wasserdurchlässig. Lediglich nordwest- lich der Bushaltstelle sind unter der Oberbodenschicht ausschließlich Sande festgestellt worden, die gute Versickerungseigenschaften auf- weisen. Östlich “Stendahl“ ist auf der nördlichen Seite des Wirtschaftswegs eine Bohrung bis zu einer Endteufe von 5,0 m durchgeführt worden. Unter der 0,50 mächtigen Oberbodenschicht sind Fein- und Mittelsande fest- gestellt worden. Diese Sande weisen gute Versickerungseigenschaften auf. 5
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Die chemische Analyse des anstehenden Oberbodens hat ergeben, dass die Vorsorgewerte des Bundes-Bodenschutzgesetzes eingehalten werden. Der Oberboden ist wiedereinbaufähig. Die anstehenden Sande wurden nach Bund/Länder-Arbeitsgemein- schaft Abfall (LAGA) analysiert. Für die Sande wurde der Zuordnungs- wert Z0 ermittelt. Auch die Sande sind somit wiedereinbaufähig. Die Geschiebelehme und Lößböden wiesen neben den geringen Versi- ckerungseigenschaften sowohl schlechte Frostunempfindlichkeiten als auch mangelhafte Verdichtungseigenschaften auf. 3.4 Grundwasserverhältnisse Grundwasser ist bei den Feldarbeiten der Ingenieurgesellschaft Dr. Mi- chael Beuße mbH nicht erbohrt worden. Gem. dem Bericht 20-16685 ist bis zu einer Tiefe von 11 m mit keinem Grundwasser zu rechnen. Lokal und temporär kann nach Starkregen aufgrund schwer wasser- durchlässiger Geschiebelehme und auch Lößhorizonte im Plangebiet Schichtenwasser auftreten. 3.5 Höhenverhältnisse Unmittelbar nördlich der Kreisstraße 71 fällt das Gelände an der südli- chen Grenze des Plangebiet von ca. 48 mNHN am Knoten Rader Straße / Stendahl auf ca. 46,50 mNHN in nordwestliche Richtung. Entlang der Gemeindestraße Stendahl steigt das Gelände an der östli- chen Grenze des Plangebiets von ca. 48 mNHN am Knoten Radener Straße / Stendahl in nördliche Richtung auf ca. 48,40 mNHN bis zum Knoten Stendahl/Stendahl (Wirtschaftsweg) an. Das innere Plangebiet fällt in westliche Richtung auf bis 46 mNHN ab. 6
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 3.6 Schmutzentwässerung Netzbetreiberin für die Schmutzentwässerung ist die Hamburger Stadt- entwässerung AöR, die zusammen mit den Hamburger Wasserwerken GmbH in der Unternehmensgruppe Hamburg Wasser zusammenge- fasst sind. Die Entwässerung in Ohlenbüttel erfolgt im Trennsystem. Für die Schmutzentwässerung ist in der Ortschaft ein Mix aus Freigefälleent- wässerung und Druckentwässerung über Kleinpumpstationen herge- stellt worden. Eine Kleinpumpstation befindet sich im Querschnitt des neu geplanten Knotens Rader Straße / Planstraße. Bestandsdokumentation Bild 1: K71 mit Kleinpumpstation, Bild 2: SW-PW P315 Stendahl Blickrichtung West Östlich der Straße “Stendahl“ befinden sich im Wirtschaftsweg zwei Frei- gefällehaltungen (Siele). Diese Siele liegen im Kronenbereich großer Bäume. Das anfallende Schmutzwasser wird zentral dem Pumpwerk P315 “Stendahl“ am Knoten Stendahl/ Stendahl Wirtschaftsweg zugeleitet. Vom Pumpwerk P315 wird das Abwasser in nördliche Richtung zum Pumpwerk P314 “Kraienberg“ in der Ortschaft Bachheide gepumpt. Der Leitungsbestandsplan der HSE geht aus dem beiliegenden Gesamt- bestandsplan hervor. 7
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 3.7 Oberflächenentwässerung Für die Ableitung des anfallenden Oberflächenwassers auf den öffentli- chen Verkehrsflächen der Gemeinde Neu Wulmstorf stehen in der Ort- schaft Ohlenbüttel nur rudimentär Kanalisationen zur Verfügung. Das anfallende Oberflächenwasser auf den Gemeindestraßen wird hauptsächlich im Straßenseitenraum versickert. Südlich der Kreisstraße K71 sorgt z.B. das natürliche Gefälle der Straße “Zu der Tränke“, dass das Oberflächenwasser dem Dorfteich zugeleitet wird, von dem wiede- rum eine Leitung für den Grabenabfluss bis zur Neuen Straße an den südlichen Ortsrand verlegt worden ist. Das auf den privaten Grundstücken anfallende Oberflächenwasser ver- bleibt auf den Grundstücken. In der K71 befindet sich für die Verkehrsflächenentwässerung ein Lei- tungssystem mit Straßenabläufen für das dem Verfasser jedoch keine Katasterunterlagen oder dgl. vorliegt. I.d.R. sind die Entwässerungssys- tem in den Kreisstraßen ausschließlich der Straßenentwässerung ge- widmet. 3.8 Wasserschutzgebiete Der Geltungsbereich des Bebauungsplan Nr. 53 befindet sich wie auch die gesamte Ortschaft Ohlenbüttel außerhalb von Trink- und Wasser- schutzgebieten. 8
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 4 Geplante Nutzung / Vorgaben 4.1 Art der baulichen Nutzung Das Plangebiet wird gem. § 4 BauNVO als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Es sind 18 Grundstücke mit einer Mindestgröße von 750 qm geplant. Davon befinden sich 13 Grundstücke westlich der Straße Stendahl und 5 Grundstücke nordöstlich der Gemeindestraße. 4.2 Vorgaben des Landkreises Harburg Die Untere Naturschutz- und Waldbehörde des Landkreises Harburg weist in ihrer Stellungnahm im Rahmen der Beteiligung nach § 4 Abs. 1 BauGB darauf hin, dass die Herstellung eines möglichen Regenrückhal- tebeckens in der ausgewiesenen Retentionsfläche als technisches Bau- werk zu behandeln ist, dass bei der Eingriffsbilanzierung naturschutz- rechtlichen Kompensationsmaßnahmen entsprechend berücksichtigt werden muss. 4.3 Stellungnahme von Hamburg Wasser In ihrer Stellungnahme zur 7. Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans Nr. 53 “Ohlenbüttel“ 1. Änderung und Ergänzung vom 19.11.2019 schreibt Hamburg Wasser, dass die Pumpwerke “Stendahl“ und “Kraienberg“ an ihre Leistungsgrenze ist und vor einem Anschluss des Bebauungsplans ertüchtigt werden müssen. Dies ist nicht vor 2021 vorgesehen. Ein Anschluss vor 2022 ist daher nicht möglich. 9
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 4.4 Vorgaben der Hamburger Stadtentwässerung Gem. § 12 Nr. 2 - Sicherung gegen Rückstau - der Satzung über die zentrale Schmutzwasserbeseitigung der Hamburger Stadtentwässe- rung (Hamburg Wasser) – Anstalt des öffentlichen Rechts – für das Ge- biet der Gemeinde Neu Wulmstorf vom 11.02.2008 (Schmutzwasserbe- seitigungssatzung) mit Änderung vom 28.04.2017 ist die Rückstau- ebene die Straßenoberfläche vor dem anzuschließenden Grundstück. “Gegen den Rückstau des Schmutzwassers aus der öffentlichen Abwas- seranlage für Schmutzwasser hat sich jeder Anschlussnehmer selbst zu schützen. Aus Schäden, die durch Rückstau entstehen, können Ersatz- ansprüche gegen die Hamburger Stadtentwässerung nicht hergeleitet werden. Der Anschlussnehmer hat die Hamburger Stadtentwässerung außerdem von Schadenersatzansprüchen Dritter freizuhalten.“ Weiter heißt es, dass “unter dem Rückstau liegende Räume, Schächte, Schmutz- und Regenwasserabläufe usw. gem. DIN EN 12056 vom Ja- nuar 2001 in Verbindung mit DIN 1986-100 vom März 2002 gegen Rück- stau abgesichert sein müssen. Die Sperrvorrichtungen sind dauernd ge- schlossen zu halten und dürfen nur bei Bedarf geöffnet werden. Wo die Absperrvorrichtungen nicht dauernd geschlossen sein können oder die angrenzenden Räume unbedingt gegen Rückstau geschützt werden müssen, z. B. Wohnungen, gewerbliche Räume, Lagerräume für Lebensmittel oder andere wertvolle Güter, ist das Schmutzwasser mit einer automatisch arbeitenden Abwasserhebeanlage bis über die Rückstauebene zu heben und dann in die öffentliche Schmutzwasser- anlage zu leiten.“ 10
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 5 Geplante Schmutzentwässerung In der Anlage 8 liegt die konzeptionell geplante Schmutzentwässerung in einem Lageplan bei. 5.1 Östlich Stendahl Für die neu geplanten Wohnbebauungen am östlichen Wirtschaftsweg Stendahl bestehen Anschlussmöglichkeit an die zwei bestehenden Frei- gefällehaltungen (Siele). Die zwei Siele liegen im Kronenbereich größerer Bäume, so dass für die Herstellung der neuen Grundstücksanschlüsse erhebliche Baumschutz- maßnahmen erforderlich werden. 5.2 Westlich Stendahl Die neu herzustellende Planstraße wird sich höhentechnisch an die vor- handenen Geländehöhen orientieren (müssen). Diese Höheverhältnisse erlauben nur im östlichen Bereich Grundstücksanschlüsse an einen neuen Freigefällekanal. Der Großteil der neuen Grundstücke muss aufgrund der Höhenverhält- nisse mittels Kleinpumpstationen über eine Druckrohrleitung zum Pump- werk P315 Stendahl entwässern. Für den Anschluss des neuen Sielnetzes an das bestehende Entwässe- rungssystem wird die Erneuerung des Kontrollschachts unmittelbar vor dem Pumpwerk erforderlich. Im Übergang von der Druckentwässerung zur Freigefälleentwässerung wird ein Druckentspannungsschacht erforderlich, um die Fließgeschwin- digkeit in der Freigefälleleitung herabzusetzen. 11
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 5.3 Wassertechnische Berechnungen Die Berechnungen nach EN 12056-2 werden in Verbindung mit DIN 1986-100 überschlägig durchgeführt, um den Mehrwasseranfall am Pumpwerk P315 Stendahl zu dokumentieren. Ein Dauerabfluss Qc ist nicht geplant, dafür aber Pumpenförder- ströme Qp. Konzeptionell müssen 9 Grundstücke auf der Westseite Stendahl über Kleinpumpstationen entwässern. Kleinpumpstationen ha- ben i.d.R. eine Förderleistung von Q = 2,0 l/s, so dass im ungünstigsten Fall QP = 9 x 2,0 l/s = 18,0 l/s abgeleitet werden. Die voraussichtlichen (angenommenen) Anschlusswerte für die restli- chen 9 Wohneinheiten errechnen sich wie folgt: Tabelle 1: Anschlusswerte nach DIN 1986-100 für 9 WE Entwässerungsge- Anzahl DU gem. Anschlusswerte genstand DIN ∑DU Waschtisch 18 0,5 9 Dusche ohne Stöpsel 9 0,6 5,4 Badewanne, Dusche 9 0,8 7,2 mit Stöpsel Küchenspüle und 18 0,8 14,4 Geschirrspülma- schine mit einem Ge- ruchsverschluss Waschmaschine (8 kg) 18 0,8 14,4 WC mit 7,5 l Spüler 27 2,0 54 Summe 104,4 12
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Werden Sammelleitungen – also Leitungen über die zwei oder mehrere Sanitärobjekte entwässern – bemessen, wird mit der Abflusskennzahl K die Art der Entwässerungsanlage und damit der Grad der zu erwarten- den Belastung der Anlage berücksichtigt. Die Entwässerungsanlagen werden regelmäßig benutzt. Die Abflusskennzahl beträgt K = 0,5. Der Spitzenabfluss QS beträgt gem. der nachfolgenden Formel: QS = K x √ΣDU + Qc + Qp = 0,5 x√104,4 + 0 + 18= 28,22 l/s Im ungünstigsten Fall muss das Pumpwerk P315 Stendahl weitere 28,22 l/s fördern. 13
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 6 Geplante öffentliche Oberflächenentwässerung In der Anlage 8 liegt die konzeptionell geplante Oberflächenentwässe- rung in einem Lageplan bei. Die für die Bemessung der Entwässerungsanlagen erforderlichen Nie- derschlagshöhen nach KOSTRA-DWD 2010R liegen dem Entwässe- rungskonzept in der Anlage 6 bei. Die in Nordsüdrichtung verlaufende Straße Stendahl trennt das Plange- biet in einen östlichen und einen westlichen Teil. Die Planungen sehen daher zwei Einzugsgebiete mit unterschiedlichen Entwässerungsanla- gen vor. Die privaten Grundstücke müssen das anfallende Oberflächenwasser jeweils auf den eigenen Grundstücken versickern (siehe Ziffer 7 - Private Oberflächenentwässerung). 6.1 Wahl der Regenwasserbehandlungsanlagen Durch die verkehrliche Nutzung des Verkehrsraums im Plangebiet ist mit Verschmutzungen zu rechnen. Anhand des Bewertungsverfahrens gem. dem Merkblatt DWA-M 153 “Handlungsempfehlungen zum Um- gang mit Regenwasser“ wurde die gewählte Versickerung für das Plan- gebiet überprüft. Das Bewertungsverfahren berücksichtigt neben dem Oberflächenab- fluss in Abhängigkeit von der Herkunftsfläche auch die Schutzbedürftig- keit des Gewässertyps, in der das anfallende Oberflächenwasser abge- leitet werden soll. Des Weiteren fließen hier auch die Einflüsse aus der Luftverschmutzung mit ein. Im Plangebiet soll das anfallende Oberflächenwasser wenn möglich ver- sickern. Der Geltungsbereich des B-Plangebietes Nr. 53 befindet sich außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten, so dass gem. DWA-M 153, Tabelle 1a - Bewertungspunkte für Gewässer (G) mit normalen Schutz- bedürfnis - der normale Gewässertyp G12 mit einer Punktzahl von 10 gewählt ist. 14
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Die offenen, an der Oberfläche herzustellenden Entwässerungseinrich- tungen befinden sich im Einflussbereich eines Siedlungsbereichs mit ge- ringem Verkehrsaufkommens. Die Luftverschmutzung wird daher auf- grund der zu erwartenden geringen Verkehrsdichte als gering eingestuft. Als Typ ist daher gem. DWA-M153 Tabelle 2 - Bewertungspunkte für Einflüsse aus der Luft (L) - L1 mit einer Punktzahl 1 gewählt worden. Im Plangebiet ist die Herstellung einer Wohnstraße geplant. Von dieser Wohnstraße ist mit einer geringen Flächenverschmutzung zu rechnen. Gem. DWA-M153 Tabelle 3 - Bewertungspunkte des Regenwasserab- flusses in Abhängigkeit von der Herkunftsfläche (F) ist als Belastungstyp daher F3 mit einer Punktzahl 12 gewählt worden. Die Abflussbelastung B errechnet sich aus der Summe der gewählten Verschmutzungspunkte die mit einem Flächenanteil fi der undurchlässi- gen Teilflächen zu multiplizieren ist. Der Flächenanteil fi beträgt im Plangebiet hier 1,0, da die undurchlässi- gen Teilflächen durch die Summe der undurchlässigen Teilflächen gleich sind. Die Abflussbelastung B beträgt daher: B = 1,0 x (12+1) = 13 Da die Abflussbelastung mit einer Punktzahl von B = 13 größer als die Punktzahl der Schutzbedürftigkeit des Grundwassers mit G = 10 ist, ist eine Regenwasserbehandlung erforderlich. Vor Festlegung der gewählten Regenwasserbehandlung ist der maximal zulässige Durchgangswert Dmax zu ermittelt. Dieser Wert errechnet sich aus der Division der Punktzahl des Gewässertyps G mit der Ab- flussbelastung B und beträgt: Dmax = G / B = 10 / 13 = 0,77. Als Regenwasserbehandlung wird die beabsichtigte Versickerung mit Straßenmulden über eine belebte Oberbodenzone mit einer Dicke von 20 cm gewählt. 15
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Gem. DWA-M153 Tabelle 4a - Durchgangswerte (D) bei der Bodenpas- sage von Versickerungsanlagen – liegt die Flächenbelastung aus dem Verhältnis der undurchlässigen Flächen Au zur Sickerfläche As bei 15 : 1 < Au : As < = 50 : 1. Der Durchgangswert D wird daher mit 0,60 gewählt und damit kleiner als der maximale rechnerische Durchgangs- wert Dmax = 0,77. Aus der Multiplikation der Abflussbelastung und dem gewählten Durch- gangswert D ergibt sich ein Emissionswert E Der Emissionswert beträgt: E = 13 x 0,6 = 7,8 Der Emissionswert E ist kleiner als die Punktzahl des Gewässertyps G12 (E = 7,8 < 10 = G), so dass keine weiteren Regenwasserbehand- lungsmaßnahmen erforderlich werden. In Anlage 6 liegt das Ergebnis des Bewertungsverfahrens nach DWA- M153 bei. 6.2 Versickerungsanlage östlich Stendahl Der Wirtschaftsweg Stendahl ist mit alten Kopfsteinpflaster und Boden- material befestigt und wird für eine ordnungsgemäße Anbindung der fünf Baugrundstücke ausgebaut. Für den Ausbau des Wegs steht gem. dem Vorentwurf des Bebauungs- plans Nr. 53 “Ohlenbüttel“ eine Verkehrsflächenbreite von ca. 4,0 m zur Verfügung. Eine Entwässerungsfläche ist - anders als auf der Westseite der Straße Stendahl - nicht gesondert ausgewiesen. Das Oberflächenwasser der Fahrbahn sollte hier in einer auf kompletter Ausbaulänge herzustellenden Entwässerungsmulde auf der nördlichen Seite der auszubauenden Straße gesammelt und versickert werden. Die 1,0 m breite Mulde wird ausgerundet und wird mit einer maximalen Tiefe von 0,30 m geplant. 16
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Zwischen den Grundstücksgrenzen und der Fahrbahn steht ein ausrei- chend breiter Grünstreifen mit Baum- und strauchbewuchs zur Verfü- gung. Die Versickerungseigenschaften der im Zuge der Baugrundsondierun- gen erbohrten und anstehenden Böden sind gut. Um die 1,0 m breite Mulde im Bereich der Grundstückszufahrten nicht zu unterbrechen sind Muldenüberfahrten vorzusehen. Die Wahl der Ausgestaltung der Grundstückszufahrten sollte im Zuge der Entwurfs- oder Ausführungsplanungen festgelegt werden. 6.3 Versickerungsanlage westlich Stendahl Das anfallende Oberflächenwasser auf der Fahrbahn wird auf komplet- ter Ausbaulänge der Fahrbahn auf der West- bzw. Nordseite in einer herzustellenden Entwässerungsmulde mit einer Breite von 1,50 m ge- sammelt und versickert. Im Einmündungsbereich von der Kreisstraße 71 erlauben die Bodenver- hältnisse jedoch eine eher geringe Versickerungsrate. Diese wird im weiteren nördlichen Verlauf der Mulde jedoch deutlich besser. Um die Mulde im Bereich der westlichen bzw. nördlichen Grundstücks- zufahrten nicht zu unterbrechen sind Muldenüberfahrten herzustellen. Die Wahl der Ausgestaltung der Grundstückszufahrten sollte im Zuge der Entwurfs- oder Ausführungsplanungen festgelegt werden. Um einer Verdichtung des Bodens in der Mulde durch ggf. parkende Fahrzeuge vorzubeugen, sollte zwischen Mulde und Fahrbahn eine Barriere in Form von z.B. Pollern vorgesehen werden. Die neu herzustellende Planstraße wird sich höhentechnisch an die vor- handenen Geländehöhen orientieren (müssen). Die Höheverhältnisse ermöglichen es bei Starkregen zu viel in den Mulden anfallendes Ober- flächenwasser über eine mit Geh-, Fahr- und Leitungsrechten zu belas- tende Fläche zugunsten der Anlieger einer Retentionsfläche nordwest- lich des Plangebiets zuzuleiten. Die Zuleitung ist über eine herzustel- lende Entwässerungsrinne aus Sickerpflaster geplant. 17
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Im Bereich der Retentionsfläche erlauben die im Zuge der Baugrund- sondierungen erbohrten und anstehenden Böden keine ausreichende Versickerungsrate. Unterhalb der ca. 0,4 m dicken Oberbodenschicht sind mitteldicht gelagerte Geschiebedecksande in einer Dicke von 0,70 m festgestellt worden. Die versickerungshemmende Schicht befindet sich jedoch unterhalb der Geschiebedecksandschicht. Hier sind in 0,90 m Dicke Geschiebelehme erbohrt worden. Diese Schicht sollte für eine zielführende und ausreichende Versicke- rung gegen einen grobkörnigen, gut versickerungsfähigen Boden aus- getauscht werden. Um Kosten zu sparen, kann der Geschiebedecksand ggf. mit dem grobkörnigen Boden gemischt und wieder eingebaut wer- den. Wichtig ist jedoch, dass ein Bodengemisch mit einem Durchlässig- keitsbeiwert in der gesättigten Zone von größer Kf = 1 x 10-5 m/s einge- baut wird. Es wird empfohlen, den Einbau durch einen Sachverständi- gen / Geologen überwachen zu lassen. 6.4 Parameter für wassertechnische Berechnungen Die wassertechnischen Berechnungen werden anhand des Arbeitsblatts DWA-A 138 - Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser – der Deutschen Vereinigung für Wasserwirt- schaft, Abwasser und Abfall e.V. durchgeführt. Aufgrund möglicher inhomogener Bodenschichten sollen die wasser- technischen Berechnungen für die Dimensionierung der Versickerungs- anlagen ohne Korrekturfaktor durchgeführt werden (vgl. Bericht 20- 16685 der Ingenieurgesellschaft Dr. Michael Beuße mbH). Durchlässigkeitsbeiwert Zu beachten ist, dass die oberhalb der sandigen Böden eine Oberbodenschicht (mit Rasen) aufgebracht werden muss, die ggf. eine geringere bzw. eingeschränkte Wasserdurchlässigkeit aufweisen kann. Der Durchlässigkeitsbeiwert in der gesättigten Zone wird daher mit ungünstigeren Kf = 5 x 10-6 m/s gewählt. 18
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Durch diese Wahl wird eine Verschlechterung der Versicke- rungseigenschaften u.a. durch Nachverdichtungen der oberen Bodenschicht bedingt durch Wartungsarbeiten (Mäheinsatz mit Maschinentechnik) oder aber durch ggf. parkende Fahrzeuge am Fahrbahnrand Rechnung getragen. Häufigkeit für Bemessungsregen Ohlenbüttel kann mit seinem Ortsbild und auch das neue Wohn- gebiet mit seinen Grundstücken von > 750 m² als ein ländliches Gebiet eingestuft werden. Gem. DIN EN 752, Tabelle 2 kann eine empfohlene Häufigkeit für Bemessungsregen für den Entwurf für ländliche mit 1-mal in einem Jahr angegeben. Die Überflutungshäufigkeit wird mit 1- mal in 10 Jahren angegeben. Um Planungssicherheit zu erhalten wird die Mulde mit einem Be- messungsregen der Häufigkeit von 1-mal in fünf Jahren und die Überflutungssicherheit mit 1-mal in 30 Jahren berechnet. Einzugsgebiete Für die Bemessungen wurden anhand der Topografie zwei Ein- zugsgebiete festgelegt. Das Einzugsgebiet “Östlich Stendahl“ umfasst rd. A = 365 m², das Einzugsgebiet “West Stendahl“ rd. A = 1034 m². Folgende geometrische und hydraulisch-hydrologische Parameter sind für die Berechnungen festzulegen: Mittlerer Abflussbeiwerte Zur Bestimmung der Regenwasserabflüsse aus dem öffentlichen Straßenraum wurden zunächst verschiedene Flächentypen defi- niert. In Abhängigkeit der Oberflächenbeschaffenheit wurden die gemäß DWA-Arbeitsblattes A138 empfohlenen mittleren Ab- flussbeiwerte festgelegt. 19
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Durch die spezifische Vergabe von Abflussbeiwerten entspre- chend der vorliegenden Beschaffenheit der Oberfläche wird eine detailscharfe Betrachtung des Abflussgeschehens in den jewei- ligen Einzugsgebieten möglich. Die abflusswirksamen Flächen reduzieren sich somit um den Faktor des Abflussbeiwerts und werden somit zu einer undurch- lässigen Fläche. Tabelle 2: Mittlerer Abflussbeiwert Flächentyp Art der Befestigung Abflussbeiwert Straße Pflaster mit dichten Fugen 0,75 Grünflächen Flaches Gelände 0,10 Randstreifen Flaches Gelände 0,10 In der Anlage 8 liegt ein Lageplan bei, der die hydraulischen Ein- zugsgebiete östlich und westlich Stendahl mit den dazugehöri- gen Oberflächenbefestigungen dargestellt. Beim sogenannten Überflutungsnachweis wird aufgrund der gro- ßen Wiederkehrzeiten (T = 30 a) und des i.d.R. anfallenden Starkregens mit Spitzenabflussbeiwerten von 1,0 gerechnet. Zuschlagsfaktor Der Zuschlagsfaktor ist ein Risikomaß im Hinblick auf eine mög- liche Unterbemessung der Anlage. Das Risikomaß wird zwi- schen gering, mittel und hoch unterschieden. Für das Mulden- system in den Planstraßen wird das Risiko als mittel eingestuft. Gemäß A 117 beträgt damit der Zuschlagsfaktor dimensionslose 1,15. 20
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Entleerungsdauer Für eine Bereitstellung von Retentionsraum bei kurz aufeinander folgenden Starkregenereignissen ist die Entleerungsdauer der Rückhaltevolumina auf einen möglichst geringen Zeitraum zu be- grenzen. Die Entleerungsdauer der Anlagen sollte daher 24 Stunden nicht überschreiten. Einstauhöhe Die Einstauhöhe einer Mulde sollte u.a. aus Gründen der Unfall- verhütung 30 cm nicht überschreiten. Mulden sind technische Anlagen. I.d.R. müssen technische Anlagen gegen Zutritt (z.B. Zaunanlage) gesichert werden. Bei tieferen Einstauen in Mulden kann daher eine Einzäunung erforderlich werden. Ziel sollte es daher sein, den Einstau in den Mulden deutlich unter 30 cm zu dimensionieren. 6.5 Wassertechnische Berechnungen Die nachfolgend beschriebenen Ergebnisse der wassertechnischen Be- rechnung liegen in der Anlage 4 bei. Östlich Stendahl T = 5a Die Einzugsgebietsfläche Aöstlich Stendahl umfasst gem. Anlage 8 rd. 365 m². Gem. den unter Ziffer 6.4 genannten mittleren Ab- flussbeiwerten für die relevanten Flächentypen und Arten der Be- festigungen ergibt sich für das Einzugsgebiet folgende reduzierte und undurchlässige Fläche. Tabelle 3: Reduzierte, undurchlässige Fläche Art der Befestigung Teilfläche in Mittlerer Ab- red. Teilflä- / Flächentyp m² flussbeiwert che in m² Pflasterfläche 365 0,75 274 Die Versickerungsfläche ist mit 100 m² gewählt worden. 21
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem Regenereignis der Wie- derkehrzeit von 5 Jahren die Mulde ein Speichervolumen von mind. V = 10,7 m³ aufweisen muss. Wird dieses Muldenspeichervolumen gewählt, wird in der Mulde temporär max. ca. 11 cm Wasser stehen. Hierbei ist zu berück- sichtigen, dass die Einstauhöhe aus der Division des Mulden- speichervolumens und der gewählten Versickerungsfläche er- rechnet wird. Die Geometrie der Mulde mit Ausrundungen in Form eines Kreisabschnitts wird in der Literatur nicht berücksich- tigt. Bei einer ausgerundeten flachen Mulde wird sich annähernd eine Einstauhöhe von 22 cm einstellen. Die Entleerungszeit beträgt 11,9 Stunden < 24 Stunden. Der Nachweis ist erbracht. Überflutungsnachweis östlich Stendahl Bei der Bestimmung des Abflusses bei Starkregen (T>30 a) wird keine Abminderung durch Abflussbeiwerte berücksichtigt. Wer- den diese berücksichtigt, werden unbefestigte Flächen gemäß der Berechnungsformel nicht berücksichtigt, was gerade bei schlecht durchlässigen Böden durchaus kritisch zu sehen ist. Das Ergebnis zeigt, dass das erforderliche Muldenspeichervolu- men bei 21,9 m³ liegt. In der gewählten Mulde mit einer Größe von 100 m² steht temporär ca. 22 cm Wasser. In der Realität wird temporär Wasser im Grünstreifen und ggf. auf der Fahrbahn ste- hen. Dieses führt aufgrund der Lage zu keinen Schäden und kann daher toleriert werden. Die Entleerungszeit beträgt jedoch 24,9 Stunden. Diese liegt et- was über der maximal empfohlenen Entleerungszeit von 24 Stunden. Da aufgrund der Lage der Fahrbahn und der Mulde von keinen Schädigungen privater Einrichtungen ausgegangen wird, kann diese kurzzeitige Überschreitung der empfohlenen Entlee- rungsdauer toleriert werden. Der Nachweis ist erbracht. 22
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Westlich Stendahl T = 5a Für das Einzugsgebiet Awestlich Stendahl ist gem. Anlage 8 eine Flä- che von rd. 1034 m² ermittelt worden. Die mittleren Abflussbei- werte für die relevanten Flächentypen und Arten der Befestigun- gen ergeben für das Einzugsgebiet folgende reduzierte und un- durchlässige Flächen: Tabelle 4: Reduzierte, undurchlässige Fläche Art der Befestigung Teilfläche in Mittlerer Ab- red. Teil- / Flächentyp m² flussbeiwert fläche m² Pflasterfläche 744 0,75 558 Randstreifen 175 0,1 18 Grüninseln 115 0,1 12 Summen 1034 588 Die Versickerungsfläche ist mit 263 m² gewählt worden. Bei einem Regenereignis der Wiederkehrzeit von 5 Jahren ergibt sich ein Speichervolumen von mind. V = 23,6 m³. Dieses Muldenspeichervolumen wird auch gewählt, so dass in der Mulde temporär max. ca. 9 cm Wasser stehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Einstauhöhe aus der Division des Mul- denspeichervolumens und der gewählten Versickerungsfläche errechnet wird. Muldenausrundungen werden in den Richtlinien nicht berücksichtig. Bei einer ausgerundeten flachen Mulde mit flachen Böschungen ergibt sich annähernd eine Einstauhöhe von 18 cm < 30 cm. Die Entleerungszeit beträgt 10 Stunden < 24 Stunden. Der Nachweis ist erbracht. 23
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Überflutungsnachweis westlich Stendahl Für den Abfluss bei Starkregen (T>30 a) werden keine Abminde- rung durch Abflussbeiwerte vorgenommen. Für die worst-case- Betrachtung wird davon ausgegangen, dass auch die Mulde im Seitenraum der Fahrbahn wassergesättigt bzw. nicht mehr ver- sickerungsfähig ist. Die Fläche der straßenbegleitenden Mulde fließt mit ihrer Fläche von 263 m² vollständig in die Berechnun- gen mit ein. Das erforderliche Muldenspeichervolumen beträgt 78,4 m³. In der gewählten Mulde mit einer Größe von 400 m² steht temporär ca. 20 cm Wasser. Die Entleerungszeit beträgt 21,8 Stunden und somit unter den empfohlenen maximalen 24 Stunden. Der Nachweis ist erbracht. Im Zuge der Dimensionierungen wurden auch kleinere Mulden- flächen gewählt. Kleinere Flächen haben Entleerungszeiten deutlich über der empfohlenen Entleerungszeit von 24 Stunden ergeben. Da aufgrund der Lage der Fahrbahn und der Mulde Schädigun- gen privater Einrichtungen hier nicht ausgeschlossen werden können, werden Überschreitungen der empfohlenen Entlee- rungsdauer nicht empfohlen. 24
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 7 Oberflächenentwässerung privater Grundstücke 7.1 Allgemeines Für die privaten Grundstücke wird eine überschlägliche Berechnung der Grundstücksentwässerung nach DIN 1986-100 - Entwässerungsanla- gen für Gebäude und Grundstücke - Teil 100: Bestimmungen in Verbin- dung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056 einschl. Überflutungsnachweis für ein 30-jähriges Bemessungsregenereignis nach DIN EN 752 durch- geführt. Gem. DIN 1986-100 werden Versickerungsanlagen auf Privatgrundstü- cken wie auch öffentliche Einrichtungen mittels des DWA-Arbeitsblatts A138 bemessen. In Ziffer 14.9.2 - Außerhalb von Gebäuden - der DIN 1986-100 werden Versickerungsanlagen “für ein Berechnungsregen T = 5a nach KOSTRA-DWD-2010 bemessen“. Nach Ziffer 14.9.2 der DIN 1986-100 ist ein Sicherheitsnachweis gegen schadlose Überflutung mit einem mindestens 30-jährigen Regenereig- nis für Grundstücke > 800 m² abflusswirksamer Fläche zu führen. Die- ses liegt lediglich beim östlichen Grundstück östlich Stendahl mit einer Größe von 802 m² vor. Alle anderen Grundstücke sind kleiner als 800 m². Die Größe der Dachflächen auf den Grundstücken ist zum derzeitigen Planungsstand nicht bekannt. Der Anteil der Dachflächen und nicht schadlos überflutbaren Flächen wird jedoch ortsüblich kleiner 70% der Gesamtgrundstücksfläche liegen, so dass die Überflutungsprüfung für ein 30- jähriges Regenereignis ausreichend ist. Der Überflutungsnachweis wird gem. Ziffer 14.9.3 - Überflutungsnach- weis- nach Gleichung 21 geführt. Um ein Gefühl für die Größe der Versickerungsflächen zu bekommen, wird exemplarisch die Versickerung für ein ortsübliches Grundstück mit einer Grundstücksgröße von 800 m² bemessen. Die Berechnungsergebnisse liegen in der Anlage 6 bei. 25
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT 7.2 Wassertechnische Berechnungen Zur Bestimmung der Regenwasserabflüsse von den privaten Grund- stücksflächen wurden zunächst verschiedene ortsübliche Flächentypen definiert, für die in Abhängigkeit der Oberflächenbeschaffenheit gemäß DWA-Arbeitsblattes A138 empfohlene mittlere Abflussbeiwerte und gem. Ziffer 14.2.3 Abflussbeiwerte, Tabelle 9 - Abflussbeiwerte C zur Ermittlung des Regenwasserabflusses - für den Überflutungsnachweis Spitzenabflussbeiwerte zugeordnet worden sind. Tabelle 5: Mittlerer Abflussbeiwert exemplarisches privates Grundstück Spitzen-Ab- Art der Befestigung Abflussbeiwert flussbeiwert Dachfläche (Schrägdach) 0,95 1,0 Carport 0,90 1,0 Zuwegungen in Pflaster 0,75 0,90 Pflaster offene Fugen 0,60 0,70 Grünanlagen 0,10 0,20 Die Versickerungsfläche ist mit 100 m² gewählt worden. Die gewählten Flächengrößen der unterschiedlichen Befestigungsarten sind in der An- lage 6 dargestellt. Die Ergebnisse in Anlage 6 zeigen, dass bei einem Regenereignis der Wiederkehrzeit von 5 Jahren die private Mulde ein Speichervolumen von mind. V = 11,9 m³ aufweisen muss. Wird dieses Muldenspeichervolumen gewählt, wird in der Mulde tempo- rär max. ca. 12 cm Wasser stehen. Die Entleerungszeit beträgt 13,2 Stunden und liegt somit unter der emp- fohlenen maximalen Entleerungszeit von 24 Stunden. 26
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT Überflutungsnachweis Die Grundstücke erhalten keinen Anschluss an eine Regenwasserkana- lisation. Der in o.g. Gleichung 21 mögliche Ansatz eines ‘maximalen Ab- flusses der Grundleitung bei Vollfüllung‘ entfällt somit. Für das exemplarische Grundstück mit einer Größe von 800 m² wurde für einen Starkregen der Wiederkehrzeit von 30 Jahren ein erforderli- ches Retentionsvolumen von V = 17,4 m³ ermittelt. Eine Abschätzung der Einstauhöhe auf ebener Fläche ergibt für die ge- samte befestigte Fläche außerhalb des Gebäudes eine Einstauhöhe von rd. 3 cm. 7.3 Vorgaben der Gemeinde Neu Wulmstorf Die Versickerung von Regenwasser bedarf einer wasserrechtlichen Er- laubnis, die für jedes Grundstück individuell nach der geplanten Bebau- ung zu beantragen ist. Die Zuständigkeit für die Prüfung und Bewilligung der Anträge liegt beim Landkreis Harburg. Verfasst: Pinneberg, im November 2020 i.A. Dipl. -Ing. Olaf Jansen Dipl. -Ing. Wolfang Kirstein 27
GEMEINDE NEU WULMSTORF - B-PLAN NR. 53 “OHLENBÜTTEL“ - ENTWÄSSERUNGSKONZEPT (Projektleiter) (Geschäftsführer) ) 28
Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung Auskunft erteilt: Torben Ziel Architektur + Stadtplanung Gebäude / Zimmer: B-245 Graumannsweg 69 Tel.- Durchwahl: 04171-693-667 22087 Hamburg Telefax: 04171-693-99595 E-Mail: t.ziel@lkharburg.de Mein Zeichen: S03.1-TZ (Bei Antwort bitte angeben) Ihr Schreiben vom: 29. Oktober 2019 Ihr Zeichen: hw Datum: 25.11.2019 Bauleitplanung der Gemeinde Neu Wulmstorf Bebauungsplan Nr. 53 „Ohlenbüttel“, 1. Änderung und Ergänzung Beteiligung nach § 4 Abs. 1 BauGB Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Warning, der Landkreis Harburg hat von den eingereichten Unterlagen des oben genannten Bebauungsplanes Kenntnis genommen und gibt dazu folgende Stellungnahme ab: Untere Landes- und Regionalplanung Unter dem Aspekt des schonenden Umgangs mit Boden sollte die Anlage der Erschließungsstraße kritisch hinterfragt werden. Es entsteht der Eindruck, dass hier Boden für einen Verkehrsweg versiegelt wird, genauso gut auch für Wohnraum genutzt werden könnte. Es ist nicht ersichtlich, dass die resultierenden Verkehrsmengen nicht auch durch das bestehende Wegenetz abgeführt werden könnte. Es sollte gepürft werden, ob bei einer anderen Art der Erschließung nicht mehr Wohnbauflächen entstehen könnten, die gleichzeitig zu keinen unverhältnismäßigen Verkehrsbelastungen an anderer Stelle führen. Untere Naturschutz- und Waldbehörde Der Unteren Naturschutzbehörde liegen keine weiteren umweltrelevanten Daten als die bereits erwähnten vor. Daher bleiben zum jetzigen Verfahrensstand die Ergebnisse der Biotoptypenkartierung und der faunistischen Potentialanalyse abzuwarten. Belange der Waldbehörde sind nicht betroffen.
-2- Landkreis Harburg Die im Teilbereich 1 überplante Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft bzw. Fläche für die Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen ist in der Eingriffsbilanzierung zu berücksichtigen und muss sowohl als Kompensation für den aktuellen Bebauungsplan ersetzt werden, als auch als Fläche innerhalb des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans bilanziert werden. Die textlichen Festsetzungen sollten um eine Gehölzliste ergänzt werden. Die Untere Naturschutzbehörde hält dazu eine Liste mit Gehölzen für Anpflanzungen im Rahmen von naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen bereit. Sollte es sich bei der Retentionsfläche zukünftig um ein Regenrückhaltebecken, also ein technisches Bauwerk, handeln, muss auch dieses in der Bilanzierung entsprechend berücksichtigt werden. Der im aktuellen Bebauungsplan als zu erhalten festgesetzte Baum im Teilbereich 2 findet sich nicht mehr in den Festsetzungen des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans wieder. Hier sollte der Verbleib erläutert werden. Untere Bodenschutz- und Wasserbehörde Es bestehen keine grundsätzlichen Bedenken. Jedoch sollte noch eine Fachplanung für die Oberflächenentwässerung für das Neubaugebiet zur Prüfung eingereicht werden. Erst dann kann eine abschließende Stellungnahme abgegeben werden. Untere Denkmalschutzbehörde, Im Grundsatz werden Bedenken nicht geltend gemacht, Für das Straßengrundstück im südlichen Teilbereich der Teilfläche 1 wird auf den § 8 NDSchG hingewiesen. Das bedeutet: Für das zukünftige Bauvorhaben können an die Gestaltung höhere Anforderungen als die örtliche Bauvorschrift erforderlich werden, hierauf wird hingewiesen. Betrieb Abfallwirtschaft Gegen den vorgelegten Satzungsentwurf bestehen keine Bedenken, sofern bei der Umsetzung die Vorgaben aus dem Merkblatt „Technische Anforderungen an Erschließungsstraßen, die mit Müllsammelfahrzeugen befahren werden sollen“ berücksichtigt werden. Betrieb Kreisstraßen Gegen die Planung bestehen keine grundsätzlichen Bedenken. Da keine straßenbaulichen Entwurfsunterlagen der Einmündung der neuen Erschließungsstraße in die Kreisstraße K71 vorliegen, kann die Verkehrssicherheit der geplanten verkehrlichen Erschließung nicht geprüft werden. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans liegt innerhalb der festgesetzten Ortsdurchfahrt. Die geplante neue Erschließungsstraße mündet in unmittelbarer Nähe zur vorhandenen Bushaltestelle und zur Querungshilfe in die K71 ein.
-3- Landkreis Harburg Der Gehweg zur Bushaltestelle muss vom künftigen Anliegerverkehr gequert werden. Östlich der Einmündung, vermutlich auf dem Straßengrundstück, steht ein großer ortsbildprägender Straßenbaum, der die Sicht für einfahrende Fahrzeuge beeinträchtigen könnte. Im weiteren Planverfahren ist eine qualifizierte straßenbauliche Entwurfsplanung der Einmündung zur Prüfung vorzulegen. Die sichere Befahrbarkeit der Einmündung ist mittels Schleppkurven nachzuweisen. Die Sichtfelder gemäß den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06, FGSV, Ziffer 6.3.9.3) sind zu gewährleisten und im Bebauungsplan zeichnerisch darzustellen. Für die neue Einmündung und die Änderungen an der Kreisstraße 53 (Markierung, Umbau des Gehwegs und der Bordanlage) ist eine straßenrechtliche Vereinbarung mit dem Landkreis - Betrieb Kreisstraßen - abzuschließen. Untere Bauaufsicht Gegen die Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes bestehen aus Sicht der Bauabteilung keine Bedenken. Bei Bebauungsplänen bleibt bei der Berechnung der GRZ I ein Dachvorsprung einschließlich Regenrinne bis 50 cm grundsätzlich unberücksichtigt. Ab 50 cm erfolgt eine Anrechnung des Dachvorsprunges als Differenz zwischen voller Länge und der „freien“ 50 cm. Sonstige Hinweise Der textlichen Festsetzung 3.1 begegnen rechtliche Bedenke hinsichtlich der grundsätzlichen Bestimmbarkeit gesetzlicher Normen. Aus der Festsetzung soll sich eine gewisse Varianz der Festlegung des Geh-, Fahr- und Leitungsrechts in Abhängigkeit von der späteren Grundstücksaufteilung ergeben. Es ist aber fraglich, ob dies rechtlich möglich ist, da hier die Ausnutzbarkeit eines Grundstücks von der eines anderen Grundstücks abhängig gemacht wird. Darüber hinaus regelt 3.1. nur die Lage des GFL-Rechts, nicht aber die Lage der Baugrenzen (auch wenn dies eventuell planerisch so gedacht war). Ein automatisches „Auffüllen“ bei Verlagerung des GFL-Rechts ist nicht möglich. Es sollte geprüft werden, das Planungsziel mittels Kennzeichnung eines entsprechenden Bereichs und einer textlich Festsetzung zu erreichen. Darüber hinaus sollte der Sachverhalt in der Begründung entsprechend ausformuliert werden. Dies bietet die Möglichkeit der späteren Befreiung. Bisher wird die Festsetzung 3.1 jedoch in der Begründung nicht thematisiert. Es wird darauf hingewiesen, dass in einem WA ein Geruchsimmissonsrichtwert gem. GIRL von maximal 10% der Jahresstunden eingehalten werden muss. Es wird empfohlen, die getroffenen Aussagen gutachterlich zu untersuchen. Es wird um Übersendung der beschlossenen Abwägung der Stellungnahme in elektronischer Form an raumordnung@lkharburg.de gebeten. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Ziel
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