Gesundheit für Ihr Kind - Für unsere Zukunft! - Impf-Info-Heft - Land Niederösterreich
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Impfo_2021_RZ_DRUCK_ENDE.qxp_Impfo 2021 28.04.21 09:41 Seite 1
Stand: April 2021
Gesundheit
für Ihr Kind
Impf-Info-Heft
Für unsere Zukunft!Impfo_2021_RZ_DRUCK_ENDE.qxp_Impfo 2021 28.04.21 09:41 Seite 2
Impressum: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung – Abteilung Gesundheitswesen,
A-3109 St.Pölten, Landhausplatz 1, E-Mail: post.gs1@noel.gv.at, Tel. 02742 9005
Druck: Amt der NÖ Landesregierung, Landesamtsdirektion, Abt. Gebäudeverwaltung – AmtsdruckereiImpfo_2021_RZ_DRUCK_ENDE.qxp_Impfo 2021 28.04.21 09:41 Seite 3
Liebe Eltern!
Impfen schützt. Viele Infektionskrankheiten werden aber heutzu-
tage leider unterschätzt und die notwendige Schutzimpfung ver-
nachlässigt, obwohl es oft keine wirksame Behandlung gibt. Als
Folge sinkt die Durchimpfungsrate, was die Ausbreitung der
Krankheitserreger zusätzlich fördert. Wer sich hingegen recht-
zeitig impfen lässt, schützt sich nicht nur selbst, sondern auch
andere.
Eltern wollen für Ihre Kinder immer das Beste. Daher ist es ver-
ständlich, dass infolge mancher Berichte über das Impfen in den
Medien, die Menschen verunsichert sind. Es ist mir daher ein
großes Anliegen, mit diesem Heft, den Eltern diese Ängste zu
nehmen.
Das heimische Gratisimpfprogramm für Kinder sichert allen bis
zum 15. Lebensjahr einen kostenlosen Zugang zu den wichtig-
sten Impfungen, die nach neuesten wissenschaftlichen Empfeh-
lungen ausgewählt wurden. Im Zuge dessen wurde auch darauf
geachtet, dass Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen
möglichst viele Krankheiten geschützt werden können.
Das vorliegende Impfheft soll Ihnen nun helfen, sich über das
wichtige Thema der Schutzimpfung zu informieren und alles
über das österreichische Impfkonzept zu erfahren. Als zu-
ständiges Mitglied der NÖ Landesregierung für die öffentliche
Gesundheit möchte ich Sie ersuchen, im Interesse der Gesund-
heit Ihres Kindes von diesem Angebot Gebrauch zu machen und
Ihrem Kind den notwendigen Schutz zukommen zu lassen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Gesundheit
und alles Gute!
Ulrike Königsberger-Ludwig
NÖ Gesundheitslandesrätin
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Das Österreichische Impfkonzept
Das Österreichische Impfkonzept – ins zwei Dritteln vom Bund und zu je ei-
Leben gerufen durch ein verbindliches nem Sechstel vom Land und dem
Übereinkommen zwischen der Bun- Hauptverband getragen; die Honorar-
desregierung, den neun Landesregie- kosten für die Impfärztinnen und -ärzte,
rungen und dem Hauptverband der die Kostenabgeltung für Großhandel
österreichischen Sozialversicherungs- und Apotheken usw. trägt das jeweili-
träger im Jahre 1997 – beabsichtigt, ge Bundesland zur Gänze.
die Durchimpfungsquote der österrei-
chischen Kinder auf ein von der Welt- Um Ihrem Kind Unannehmlichkeiten
gesundheitsorganisation als wün- soweit wie möglich zu ersparen, wer-
schenswert erachtetes Niveau anzuhe- den vorwiegend Kombinationsimpf-
ben. Die Impfungen im Rahmen des stoffe verwendet, das heißt Schutz-
Österreichischen Kinderimpfkonzeptes impfungen gegen verschiedene Krank-
sind für Kinder in NÖ für die jeweili- heiten werden in einem Impfvorgang
gen Altersgruppen kostenlos. Die verabreicht. Alle Krankheiten, gegen
Kosten für den Impfstoff werden zu die Schutzimpfungen angeboten wer-
den, sind ernster Natur. Das „Durch-
machen“ dieser Krankheiten ist we-
sentlich riskanter und unangenehmer,
ja zum Teil lebensgefährlich, während
die Nebenwirkungen der Impfungen in
den allermeisten Fällen zu vernachläs-
sigen sind. Darüber hinaus bietet das
Österreichische Impfschadengesetz
im Falle ernster Komplikationen bzw.
Schädigung des Impflings eine Ent-
schädigung an.
Sämtliche personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral gemeint.
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Nur Impfen schützt – Wichtige Informationen
Schutzimpfungen gehören heute zur
wirksamsten Prophylaxe gegen Infekti-
onskrankheiten. Dies zeigt sich am Bei-
spiel der Kinderlähmung. Während
noch in den Jahren 1954 bis 1959 bei
der letzten Kinderlähmungsepidemie in
Österreich rund 600 Todesopfer zu be-
klagen gewesen sind, ist diese Krank-
heit nun seit mehr als zwanzig Jahren
bei uns nicht mehr vorhanden. Ein wei-
teres Ziel der Weltgesundheitsorgani-
sation ist es, auch die Masern auszu-
rotten. Wie man am Beispiel der USA,
aber auch Finnlands, sehen kann, wäre
das völlige Eliminieren dieser Krankheit
bei ausreichender Impfbeteiligung kein
Problem.
de epidemiologische Situation macht
Die Entwicklung neuer und die Verbes- es erforderlich, die Impfempfehlungen
serung bestehender Impfstoffe ma- stets den aktuellsten Gegebenheiten
chen rasante Fortschritte und bieten anzupassen und zu überarbeiten. Die
Schutz gegen Krankheiten, denen die Evidenz-basierten Empfehlungen des
Menschen früher ausgeliefert waren. Nationalen Impfgremiums werden jähr-
Neue Kombinationsimpfstoffe ermögli- lich im „Impfplan Österreich“ festge-
chen es, mit einer Impfung gegen halten.
mehrere Krankheiten zu schützen –
dies kommt vor allem unseren Kindern Der aktuelle Impfplan ist unter
zugute. Die sich immer wieder ändern- www.sozialministerium.at erhältlich.
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Impfkalender des kostenfreien Kinderimpfprogramms
Säuglinge und Kleinkinder Details zu weiteren empfohlenen Kinderimpfungen
siehe Österreichischer Impfplan: www.sozialministerium.at
Alter →
1. Lebensjahr 2.
Lebens-
↓Impfung
7. 3. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. jahr
Woche Monat Monat Monat Monat Monat Monat Monat Monat Monat
2 Teilimpfungen ab der 7. Woche
Rotavirus (RV)
bis zur 24. Woche (Schluckimpfung)
Diphtherie (DIP)
Tetanus (TET) 3.
1. 2. 6-fach-Impfung
Pertussis (PEA)
6-fach- 6-fach- frühestens
Poliomyelitis (IPV)
Impfung Impfung 6 Monate nach
Haemophilus infl. B (HIB) 2. Teilimpfung
Hepatitis B (HBV)
3.
1. 2. PNC
Pneumokokken (PNC) frühestens
PNC PNC
6 Monate nach
2. Teilimpfung
Mumps
MMR
Masern (MMR)
2 Impfungen*
Röteln
*Impfabstand bei Erstimpfung im 1. Lebensjahr mindestens 3 Monate, dann 4 Wochen.
Auch die Influenzaimpfung wird im Jahr 2021/2022 in das kostenfreie Kinderimpfkonzept aufgenommen werden.
Details dazu sind zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Schulkinder
Alter → 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.
Lebens- Lebens- Lebens- Lebens- Lebens- Lebens- Lebens- Lebens- Lebens-
↓ Impfung jahr jahr jahr jahr jahr jahr jahr jahr jahr
Diphtherie (DIP) nachholen bei Kindern,
Tetanus (TET) 4-fach- die im 7. Lebensjahr 1
Pertussis (PEA) Impfung noch nicht
Poliomyelitis (IPV) geimpft wurden
Hepatitis B (HBV) Grundimmunisierung (0/1/6 Monate) oder auffrischen
Mumps
Masern (MMR) MMR nachholen
Röteln
Meningokokken
MEC4
(MEC4)
Humane HPV HPV2
Papillomaviren 2 Impfungen 2 Impfungen
(HPV) Abstand 6 Monate Abstand 6 Monate
Impfkalender des kostenfreien Impfprogramms für Schulkinder
1 Nachholen bei Kindern, die im 7. bis 9. Lebensjahr nur eine Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis erhalten haben.
2 Catch up Programm zu einem vergünstigten Selbstkostenpreis
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Erklärung
Kostenfreie Impfungen*
Rotavirus (Brechdurchfall) 2x ab der 7. Woche
Schluckimpfung
bis zur 24. Lebenswoche
Diphtherie
Keuchhusten (Pertussis)
Tetanus (Wundstarrkrampf) 6-fach-Impfung 3., 5. und 11.–12. Lebensmonat
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Hämophilus influenzae Typ B
Hepatitis B
2 Impfungen, Impfabstand bei Erstimpfung
Masern, Mumps, Röteln MMR-Impfstoff im 1. Lebensjahr mindestens 3 Monate, dann
4 Wochen
Pneumokokken 3., 5., 12. Lebensmonat, für Risikokinder bis
zum vollendeten 5. Lebensjahr kostenfrei
Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio 4-fach-Impfung 7. – 9. Lebensjahr (Auffrischung)
spätestens bei Schulaustritt (für Kinder, die
vorher nur eine Diphtherie-Tetanus-Polio
Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio Impfung erhalten haben wegen fehlender
Pertussiskomponente (Keuchhusten))
Hepatitis B ab 7. bis 15. Lebensjahr Auffrischung
vollendetes 10. bis vollendetes
Meningokokken (A,C,W,Y) 13. Lebensjahr
ab vollendetem 9. bis vollendetem 12. Lj.
Humane Papillomaviren (HPV) (2 Teilimpfungen)
*Auch die Influenzaimpfung wird 2021/2022 voraussichtlich in das kostenfreie Impfprogramm aufgenommen werden (für Kinder ab
dem 7. Lebensmonat und dem 15. Geburtstag). Details dazu sind zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Folgende Impfungen sind nicht kostenfrei, werden aber empfohlen
Meningokokken C (MEC-C): Impfung ab dem 2. Lebensmonat möglich (unterschiedliche Impfschemata
abhängig vom Impfstoff und vom Alter bei der Erstimpfung)
Meningokokken B: ab dem 2. Lebensmonat (Impfschemata je nach Alter unterschiedlich)
Varizellen (Windpocken)-Impfung bei Kindern, welche noch nicht an Varizellen erkrankt waren (2 Dosen
empfohlen), eventuell als Vierfachimpfstoff Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (ab 9. Lebensmonat)
Impfung gegen humane Papillomaviren für Mädchen und Buben ab vollendetem 12. Lebensjahr bis voll-
endetem 15. Lebensjahr (2 Teilimpfungen)
Nachholimpfung, für alle bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geimpften Kinder
Impfungen gegen: FSME . . . . . . . . . . . . . ab 2. Lebensjahr
Hepatitis A . . . . . . . . 2 x im 2. Lebensjahr
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Warum impfen? schmerzen, Mattigkeit, Müdigkeit,
Infektionskrankheiten werden heute Übelkeit, Schwellung der regionären
unterschätzt, obwohl es bei vielen die- Lymphknoten und Unwohlsein für die
ser Krankheiten keine wirksame Be- Dauer von 1–3 Tagen sind generell
handlung gibt. Die durch Impfung ver- Ausdruck der normalen Auseinander-
meidbaren Krankheiten können mit setzung des Organismus mit dem
schweren Komplikationen einherge- Impfstoff. Da es sich bei Impfstoffen
hen, eventuell bleibende Schäden ver- um immunologisch wirksame Arznei-
ursachen und oft sogar tödlich verlau- mittel handelt, treten diese Symptome
fen. Durch Schutzimpfungen können im Rahmen der Immunreaktion auf.
diese Risiken weitgehend vermieden Impfstoffe können wie Medikamente,
werden. Nahrungsmittel oder Stoffe aus der
täglichen Umgebung sehr selten auch
Wie schützt die Impfung? allergische Reaktionen hervorrufen.
Durch eine Impfung kommt der Orga- Besonders Lebendimpfstoffe können
nismus mit abgetöteten oder abge- Nebenwirkungen hervorrufen, die der
schwächten Krankheitserregern bzw. „Impfkrankheit“ ähneln, wie z.B. ein
mit ihren Bestandteilen in Kontakt und Hautausschlag und/oder Gelenks-
bildet dagegen Abwehrstoffe (Antikör- schmerzen nach der Masern-, Mumps-,
per). Diese Abwehrstoffe bewirken bei Röteln- bzw. Varizellen-Impfung. In der
einer nachfolgenden Infektion, dass die Regel sind diese Beschwerden
Krankheit nicht oder nur in abge- vorübergehender Natur und klingen
schwächter Form zum Ausbruch rasch und folgenlos ab.
kommt. Auffällige Nebenwirkungen sind nach
der Impfung, spätestens rechtzeitig vor
Welche Nebenwirkungen der nächsten Impfung, dem Impfarzt
haben Impfungen? zu melden.
Lokal- und Allgemeinreaktionen, wie
z.B. Rötung, Schwellung, Schmerzen Wer soll geimpft werden?
an der Injektionsstelle, Temperaturer- Jeder, der sich und seine Familienan-
höhung/Fieber, Kopf- und Glieder- gehörigen (Kontaktpersonen) schützen
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will, soll sich impfen lassen. Rezept mit der Aufschrift „Impfkon-
Entsprechend der UN-Konvention vom zept“. Mit dem Rezept beziehen Sie in
20.11.1989 haben Kinder das Recht Ihrer Apotheke kostenlos den Impf-
auf beste Gesundheitsversorgung. Da- stoff.
zu gehört auch der Schutz vor Erkran- Auf die Einhaltung der vom Apotheker
kungen, die durch Impfung vermeidbar empfohlenen Temperatur für Transport
sind. Den Eltern obliegt es, die Schutz- bzw. Lagerung ist unbedingt zu achten.
impfungen bei ihren Kindern durchfüh- Temperaturen über 25°C sowie direkte
ren zu lassen. Sonneneinwirkung sind strikt zu ver-
meiden.
Wann soll geimpft werden? Den Impfstoff bringen Sie (am besten
Um rechtzeitig geschützt zu sein, soll noch am selben Tag) zu Ihrem Arzt und
jedes Kind möglichst früh geimpft wer- lassen Ihr Kind impfen (ebenfalls kos-
den. Das im Impfplan angegebene Al- tenlos). Damit die Impfung ordnungs-
ter stellt die Empfehlung für den bes- gemäß vom Impfarzt dokumentiert
ten Zeitpunkt dar. Versäumte Impfun- werden kann, bringen Sie unbedingt
gen sollen zum nächstmöglichen Ter- den Impfpass Ihres Kindes mit!
min nachgeholt werden. Im Einzelnen
sind die Impftermine mit dem Arzt zu Lassen Sie in Ihrem eigenen
besprechen. Bei Frühgeborenen und Interesse und im Interesse Ihres
bei Kindern mit Störungen in der Ent- Kindes alle Impfungen sorgfältig
wicklung sollte vom Arzt der geeignete in einen Impfpass sowie in die
Impfzeitpunkt festgesetzt werden. Impfdatenbank eintragen. Auf
diese Weise können Sie und Ihr
Wie kommen Sie zur (Gratis-) Arzt jederzeit überprüfen, ob und
Impfung Ihres Kindes? wann eine Auffrischungsimpfung
Sie bekommen mit der Anmeldung der notwendig ist.
Geburt Ihres Kindes bei Ihrer Gemein-
de oder auch in der ersten Mutterbera- Der Impfpass ist – ein wichtiges
tung dieses Impf-Informationsheft. Dokument – sorgfältig aufzu-
Von Ihrem Arzt bekommen Sie ein bewahren!
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Impfungen im Rahmen des Gratis-Impfkonzeptes
(alphabetisch geordnet)
Diphtherie Die Toxine (Giftstoffe) der Diphtherie-
Die Diphtherie ist heute infolge der ho- bakterien verbreiten sich über den gan-
hen Impfbeteiligung der Bevölkerung zen Körper und können schwere Schä-
bei uns eine sehr seltene Krankheit ge- den hervorrufen. Es kann zu Atemnot,
worden. In osteuropäischen Ländern Herz- und Kreislaufstörungen, zu Läh-
hingegen kommt es zu ausgedehnten mungen und zu Nierenschädigungen
Diphtherie-Epidemien sowohl bei Kin- kommen. Auch heute noch enden
dern wie auch bei Erwachsenen. Die 5 – 20 % der Diphtherieerkrankungen
Krankheit kann jederzeit auch bei uns tödlich.
wieder eingeschleppt werden. Diph- Die Diphtherie-Impfung wird im Rah-
therie verläuft trotz der modernen Be- men der Sechsfachimpfung (siehe
handlungsmethoden sehr bedrohlich. weiter) im Säuglingsalter verabreicht.
Sie ist eine Infektion der Nase und des Im Schulkindalter wird die Kombinati-
Rachens, gelegentlich auch der Haut. onsimpfung Diphterie, Tetanus, Per-
tussis und Polio im 7. (bis 9.) Lebens-
jahr wiederholt.
Haemophilus influenzae Typ B
Der Haemophilus influenzae Typ B ist
ein Keim, der für kleine Kinder sehr ge-
fährlich werden kann. Vor Einführung
der HiB-Impfung war dies der häufigs-
te Erreger einer eitrigen Hirnhautent-
zündung bei den Kindern. Er kann auch
eine Entzündung des Kehldeckels her-
vorrufen. Beides sind lebensgefährli-
che Erkrankungen, die innerhalb weni-
ger Stunden zum Tode führen können.
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Die Impfung gegen H. influenzae wird
im Rahmen der Sechsfachimpfung
(siehe weiter) im Säuglingsalter verab-
reicht. Mit Ausnahme von bestimmten
Risikopersonen wird diese Impfung
nach dem 5. Lebensjahr derzeit für
nicht mehr notwendig erachtet.
Hepatitis B
Die Hepatitis B wird durch Blut und an-
dere Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma,
Vaginalsekret, Speichel) übertragen, sucht, hellem Stuhl, dunklem Urin,
sowohl durch direkten Kontakt (ein- Juckreiz, flüchtigem Exanthem, Ge-
schließlich Geschlechtsverkehr), wie lenksbeschwerden, druckempfindli-
auch indirekt durch kontaminierte Ge- cher und vergrößerter Leber, Fieber
genstände verschiedenster Art (Zahn- einhergehen. Im mitteleuropäischen
bürsten, Rasierklingen, kontaminierte Raum verläuft etwa 1 % der Infektio-
Instrumente wie z.B. Kanülen, Täto- nen dramatisch mit tödlichem Aus-
wierbestecke). Auch infizierte Mütter gang.
können das Virus bei der Geburt auf Infektionen bei der Geburt führen in et-
das Neugeborene übertragen. wa 90 % der Fälle zum Zustand des le-
Bei der Hepatitis B handelt es sich um benslangen Virusträgers. Mit zuneh-
eine Erkrankung mit unterschiedlichs- mendem Alter nimmt die Häufigkeit ei-
tem Verlauf. So kann die Infektion oh- ner chronischen Infektion ab. Bei Er-
ne äußere Symptome ablaufen, mit wachsenen liegt das Risiko eines
Gelbsucht einhergehen, schwerste chronischen Verlaufs bei etwa 5 %.
Verlaufsformen zeigen oder chronisch Die Entwicklung schwerwiegender
werden. Die ersten Anzeichen wie Mü- Spätfolgen hängt von mehreren Fakto-
digkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit ren ab, es kann jedoch geschätzt wer-
sind uncharakteristisch. Die Erkran- den, dass mindestens 25 % der chroni-
kung selbst kann mit Erbrechen, Gelb- schen Virusträger vorzeitig an Leber-
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zirrhose oder Leberkrebs sterben. munisierung bekommen haben, haben
Eine aktive und passive Immunisierung die Möglichkeit sie nachzuholen.
gegen Hepatitis B wird Neugeborenen Spätestens bis zum 15. Lebensjahr
von HBsAg-positiven Müttern sofort sollten alle Kinder gegen Hepatitis B
nach der Geburt angeboten. geimpft sein, da das Ansteckungsrisiko
Die Hepatitis B - Impfung wird allge- für diese Krankheit in den Jahren nach
mein für alle Kinder ab dem 3. Lebens- der Pubertät sehr stark ansteigt.
monat empfohlen. Die sogenannte Regelmäßige Auffrischungsimpfungen
Grundimmunisierung erfolgt mit bzw. Titerkontrollen werden nur für
3 Teilimpfungen im 3., 5. und 11 bis Risikopersonen, wie bspw. medizini-
12. Lebensmonat mit dem Sechsfach- sches Personal und Kontaktpersonen
Kombinationsimpfstoff. von Hepatitis-B-Infizierten, empfohlen.
Der hexavalente Impfstoff, auch
Sechsfachimpfstoff genannt, ist ein
allgemein gut verträglicher Impfstoff,
der per intramuskuläre Injektion bei
Säuglingen und Kleinkindern zur Immu-
nisierung gegen sechs unterschiedli-
che Infektionskrankheiten eingesetzt
wird: Diphtherie, Tetanus, Keuchhus-
ten, Haemophilus influenzae Typ B,
Kinderlähmung und Hepatitis B.
Zwischen 7. und 15. Lebensjahr ist Für die Impfung von Kindern ab dem
eine Auffrischungsimpfung gegen 2. Lebensjahr steht auch (nicht kosten-
Hep. B empfohlen. Diese Impfung wird los) ein Zweifach-Kombinationsimpf-
als kostenlose Schulimpfung mit ei- stoff (HBV-HAV) zur Verfügung, der
nem monovalenten Hepatitis B-Impf- gleichzeitig gegen Hepatitis A schützt.
stoff angeboten. Das genaue Impfschema hängt vom je-
Schulkinder, die noch keine Grundim- weils verwendeten Impfstoff ab.
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HPV-Humane Papilloma Viren
Die Impfung mit dem 9-valenten Impf-
stoff schützt gegen die häufigsten
HPV-Stämme, die für einen Großteil
der HPV assoziierten Karzinome ver- Zum Stand 2021 ist die Impfung gegen
antwortlich sind: bis zu 90 % der Ge- HPV für Mädchen und Buben zwischen
bärmutterhalskarzinome, 80 % der 9 und 12 Jahren kostenfrei (2 Teilimp-
HPV-assoziierten Vulva-und Vaginalkar- fungen), sowohl auf den Bezirksver-
zinome und deren Vorstufen, 80 % der waltungsbehörden/Gesundheitsämtern
Analkarzinome/Vorstufen sowie einen als auch bei den niedergelassenen Ärz-
großen Teil der Karzinome im Rachen. ten möglich.
Männer werden durch die Impfung vor Ab dem vollendeten 12. Lebensjahr bis
der Entstehung der HPV assoziierten zum vollendeten 15. Lebensjahr kann
Analkarzinome, sowie Karzinome im die Impfung zum Selbstkostenpreis
Mund und Rachenraum geschützt und von Euro 65,- pro Teilimpfung (2 Tei-
haben somit auch einen direkten Nut- limpfungen) auf den Bezirksverwal-
zen von der Impfung. tungsbehörden/Gesundheitsämtern
Außerdem schützt der 9-valente Impf- durchgeführt werden.
stoff in bis zu 90 % vor Genitalwarzen. Für Personen zwischen dem vollendeten
Der größte Nutzen der Impfung bzw. 15. Lebensjahr und dem vollendeten
Wirksamkeit tritt ein, wenn diese zu 26. Lebensjahr wird die Impfung
einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch (3 Teilimpfungen erforderlich) in den Lan-
kein Kontakt mit HPV stattgefunden deskliniken angeboten (zum Preis von
hat. 100 Euro pro Impfung mit Stand 2021).
Die gebildeten Antikörper können ein Abgesehen von der Impfung wird aber
Eindringen der Viren in die Körperzellen auch weiterhin dringend angeraten, die
und somit die Infektion optimal verhin- regelmäßigen PAP-Abstriche (gynäko-
dern. Daher ist die kostenfreie Impfung logischen Vorsorgeuntersuchungen)
zum frühestmöglichen Zeitpunkt, mit durchführen zu lassen, da die Impfung
dem abgeschlossenen 9. Lebensjahr vor den häufigsten und gefährlichsten,
vorgesehen. aber nicht vor allen HPV-Typen schützt.
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Influenza (Virusgrippe)*
Die Influenza-Erkrankung beginnt meis-
tens plötzlich mit hohem Fieber (oft bis
41°C). Typische Symptome sind
Schnupfen, Heiserkeit, Reizhusten,
Halsschmerzen, Schüttelfrost,
Schweißausbrüche, insbesondere
Muskel- und Gliederschmerzen sowie
Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit. Zu
den gefährlichen Komplikationen zäh-
len Lungenentzündung, Mittelohrent-
zündung sowie Entzündung des Herz- Die Impfung ist Jeder/Jedem zum
muskels. Es können schwere Erkran- Schutz vor der Influenza zu empfeh-
kungen des Herz-Kreislauf-Systems len. Besonders ist sie empfohlen für
wie Herzrhythmusstörungen, Herzver- chronisch kranke Personen (unabhän-
sagen, Lungenödem, Kreislaufschock gig von deren Alter), Schwangere, Kin-
oder auch eine Gehirnentzündung ent- der ab dem 7. Lebensmonat, Men-
stehen. schen über 50 Jahren, für Betreuungs-
Der Impfstoff gegen die durch Viren personen von Säuglingen, Kleinkindern
ausgelöste Influenza wird immer wie- oder älteren Menschen, Personen mit
der den sich laufend ändernden Virus- häufigem Publikumskontakt, generell
typen angepasst. für Reisende, etc.
Daher die Empfehlung – die Grippe-
Impfung jährlich zu wiederholen! *Auch die Influenzaimpfung wird
Die Influenza-Impfung schützt nicht vor 2021/2022 voraussichtlich ins kosten-
Infektionen, die durch andere als Influ- freie Impfprogramm aufgenommen
enza-Viren verursacht werden. Fast je- werden (für Kinder zwischen dem 7.
des Jahr kommt es zu einer Epidemie, Lebensmonat und dem 15. Geburts-
welche in Österreich zu einer Über- tag). Details dazu sind zu Redaktions-
sterblichkeit von mehr als 1000 Perso- schluss noch nicht bekannt.
nen führt.
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Keuchhusten (Pertussis) Kinderlähmung (Poliomyelitis)
3–12 Tage nach der Ansteckung Die Übertragung der Polioviren erfolgt
kommt es vor allem nachts zu schwe- fäkal-oral (sog. Schmierinfektion).
ren Hustenanfällen. Die einzelnen Hus- Die Erkrankung beginnt mit Fieber,
tenstöße erfolgen immer rascher hin- Übelkeit und Erbrechen sowie Glieder-
tereinander. Das Kind droht zu ersti- schmerzen. Die Lähmungserscheinun-
cken, bis eine ziehende Einatmung gen setzen erst später ein und begin-
folgt, die wiederum zu einigen Husten- nen meist an den Beinen. Sie können
stößen führt. Nach 4–6 Wochen lassen im fortschreitenden Stadium auf die
Schwere und Anzahl der Hustenanfälle Arme und schließlich auf die Atem-
nach und klingen im Verlauf der darauf muskulatur übergreifen. Nach Abklin-
folgenden Wochen völlig ab. Säuglinge gen der akuten Phase der Kinderläh-
sind besonders gefährdet, weil bei ih- mung bleiben oft Dauerschäden. Mus-
nen statt der typischen Hustenanfälle keln, die zu diesem Zeitpunkt gelähmt
mitunter Atemstillstand eintreten kann, sind, werden selten wieder vollkom-
der zum plötzlichen Tod führt. Bei men funktionstüchtig.
Keuchhusten können auch Komplika- Die Kinderlähmung kommt in Ländern
tionen wie Mittelohrentzündung, eitri- mit schlechten hygienischen Verhält-
ge Bronchitis oder Lungenentzündung nissen noch vor und kann jederzeit bei
auftreten. uns eingeschleppt werden. Im Falle ei-
ner Einschleppung der Krankheit kann
Die Schutzimpfung gegen Keuchhus- jeder Nicht-Geimpfte daran erkranken.
ten ist ab dem 3. Lebensmonat mit
dem Sechsfachimpfstoff (siehe oben) Die Impfung gegen Kinderlähmung er-
möglich. folgt mit dem Sechsfachimpfstoff im
Besonders für Schwangere ist eine 3., 5. und im 11. bis 12. Lebensmonat
aufrechte Immunität gegenüber (sog. Grundimmunisierung, siehe oben).
Keuchhusten sehr wichtig. Die Auffrischungsimpfung erfolgt zu-
sammen mit der Impfung gegen Diph-
therie, Tetanus und Keuchhusten
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(Vierfachimpfstoff) zwischen dem sklerosierende Panenzephalitis), die
7. und 9. Lebensjahr. unheilbar ist und immer tödlich endet.
Für vollständig grundimmunisierte Per- Fast alle Nicht-Geimpften erkranken im
sonen werden in weiterer Folge Auffri- Laufe ihres Lebens an Masern. Bei Er-
schungsimpfungen gemeinsam mit wachsenen verläuft die Krankheit be-
Diphterie-Tetanus-Pertussis alle sonders schwer. In vielen Ländern
10 Jahre empfohlen (ab dem 60. Le- Europas (Ausnahme Nordeuropa) sind
bensjahr alle 5 Jahre). bei unzureichender Durchimpfung
(< 95 %) Masern-Ausbrüche häufig.
Masern – Mumps – Röteln Wegen der hohen sog. Kontagiosität
Masern (d.h. Ansteckungskraft bzw. Übertra-
Die Masern gelten fälschlicherweise gungsfähigkeit des Erregers) ist eine
als harmlose Kinderkrankheit. Sie ge- 95%ige Durchimpfungsrate der Bevöl-
hören zu den schwersten der sog. Kin- kerung mit 2 Teilimpfungen notwendig!
derkrankheiten. Es gibt keine spezifi- Derzeit ist die Impfung für Kinder
sche Therapie. Gewöhnlich treten und Jugendliche vor dem 15. Ge-
Schnupfen, Husten, hohes Fieber, trä-
nende Augen und ein Hautausschlag
auf. In 20% der Maserninfektionen
kommt es zu Komplikationen wie Lun-
genentzündung oder Mittelohrentzün-
dung. Etwa bei 0,1% der erkrankten
Kinder tritt als besonders ernste Folge-
erkrankung von Masern eine Gehirn-
entzündung (Enzephalitis) auf, die
Krämpfe, Schwerhörigkeit, körperliche
oder geistige Behinderung nach sich
ziehen kann. Eines von einer Million
Kindern mit Masern entwickelt Jahre
später eine schleichende, das Gehirn
zerstörende Erkrankung (subakute
Seite 16Impfo_2021_RZ_DRUCK_ENDE.qxp_Impfo 2021 28.04.21 09:41 Seite 17
burtstag kostenfrei. Für Jugendliche sicht auf, der sich auf den Körper aus-
über 15 Jahren und Erwachsenen ist breitet. Dieser Ausschlag kann wegen
der Impfstoff kostenfrei, die Verab- seiner Geringfügigkeit sehr oft auch
reichung der Impfung muss aber bei übersehen werden. Es kommt zu einer
niedergelassenen Ärzten bezahlt Lymphknotenschwellung, charakteris-
werden (in den Gesundheitsämtern tisch ist die Schwellung der Lymphkno-
ist auch die Verabreichung der Imp- ten im Nacken. Besonders bei erwach-
fung kostenfrei). senen Frauen sind Gelenksbeschwer-
den häufig. Die Rötelninfektion kann
Mumps oft auch unbemerkt verlaufen.
Mumps verursacht Fieber, Kopfschmer- Bei Rötelninfektionen bis zur
zen sowie eine Entzündung und 17. Schwangerschaftswoche kann es
Schwellung der Speicheldrüsen. Auch zu schweren Embryopathien (Taubheit,
Bauchspeicheldrüsenentzündungen Katarakt, Herzfehlern, Missbildungen
kommen vor. Bei 10% der Erkrankten an Gehirn, Augen und anderen Organ-
treten Entzündungen der Hirnhäute auf. defekten) kommen.
Bei männlichen Jugendlichen und Er-
wachsenen verursacht Mumps häufig Alle Kinder – Mädchen und Buben -
eine schmerzhafte Schwellung und Ent- sollen schon ab dem 9. Lebensmo-
zündung der Hoden. Bei Mädchen und nat zwei Masern-Mumps-Röteln-
Frauen kann eine Eierstockentzündung Impfungen (MMR) erhalten (bei Erst-
auftreten. Diese Krankheitszustände impfung im 1. Lebensjahr Mindest-
können sowohl bei Männern als auch abstand 3 Monate, dann 4 Wochen).
bei Frauen Unfruchtbarkeit verursachen.
Die meisten nicht geimpften Personen Meningokokken
machen in ihrem Leben eine Mumpser- Die Meningokokken werden durch
krankung durch. Tröpfcheninfektion übertragen. Die In-
kubationszeit einer durch Meningokok-
Röteln ken hervorgerufenen Infektion beträgt
Begleitet von leichtem Fieber tritt zu- 1–10 Tage, meist weniger als 4 Tage.
nächst ein flüchtiger Ausschlag im Ge- Die Erkrankung kann innerhalb weniger
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Stunden aus voller Gesundheit zum Die Erstimpfung ist ab dem 2. Lebens-
Tod führen. monat möglich, sie wird als monova-
Invasive Meningokokken-Infektionen lente Impfung gegen Meningokok-
können als Sepsis (sog. Blutvergiftung) ken C empfohlen. Diese Impfung ist al-
mit einer 30%igen Letalität (Todesfol- lerdings NICHT im Gratiskinderimpf-
ge), als Meningitis (eitrige Hirnhautent- programm enthalten.
zündung) oder als Kombination von bei-
dem auftreten. Mit 2012 wurde die vierfach konju-
gierte Meningokokken-Impfung (A,
C, Y, W135) in das kostenfreie Impf-
programm für Schulkinder inkludiert,
da besonders Jugendliche vor Eintritt
in eine Gemeinschaftswohneinrichtung
(Schüleraustausch, Sprachreisen in
Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko,
Studentenwohnheim, Kaserne u.ä.) ge-
schützt sein sollen.
Diese einmalige Auffrischungsimp-
Meningokokken sind weltweit verbrei- fung wird mit dem vierfachen Impf-
tet. Je nach Geographie treten sie in stoff im Schulkindalter (ab dem
verschiedenen „Serotypen“ auf: wäh- 10. Lebensjahr bis zum vollendeten
rend in Europa und Nordamerika haupt- 13. Lebensjahr, bevorzugt im 12. Le-
sächlich Meningokokken der Gruppen bensjahr) empfohlen.
B und C verbreitet sind, dominieren im
Meningitisgürtel Afrikas eher die Grup-
pen A, W, Y und C. In Österreich wer- IMPFUNG GEGEN MENINGOKOKKEN B:
den jährlich zwischen 20 und 100 Er- Meningokokken der Gruppe B können
krankungen, davon zirka 50–74% durch einen sehr schweren, auch tödlichen
Meningokokken B und 10–30% durch Krankheitsverlauf verursachen. Überle-
Meningokokken der Gruppe C regis- bende leiden häufig an gravierenden,
triert. lebenslangen Krankheitsfolgen.
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Die Pneumokokken-Meningitis verläuft
in etwa 10 % tödlich. Etwa 30 % der
daran erkrankten Kinder wiesen noch
nach 6 Monaten persistierende neuro-
Die Inzidenz der Meningokokken B- logische Spätschäden auf. Bei älteren
Erkrankungen ist bei Säuglingen am Menschen verursachen Pneumokok-
höchsten, gefolgt von Kleinkindern, ken-Infektionen schwerwiegende
und weist im Jugendlichenalter einen Atemwegserkrankungen.
weiteren Anstieg auf. Der Altersgipfel der Pneumokokken-
Derzeit sind 2 Impfstoffe in Österreich Meningitis liegt im 2. Lebenshalbjahr.
zugelassen, einer ab dem vollendeten Seit 2012 ist die Pneumokokken-Imp-
2. Lebensmonat und einer ab dem voll- fung in das Gratis-Kinder-Impfpro-
endeten 10. Lebensjahr. gramm aufgenommen worden.
Es sind mehrere Impfschemata je nach Die Impfung mit dem Konjugatimpf-
Alter möglich. stoff wird nach dem 2+1 Schema im
Die Impfung ist NICHT im Gratis- 3., 5. und 12. Lebensmonat durchge-
kinderimpfprogramm enthalten. führt. Für Risikokinder steht die Gratis-
impfung bis zum vollendeten
Pneumokokken 5. Lebensjahr zur Verfügung.
Pneumokokken besiedeln die Schleim-
haut des Nasen- und Rachenraumes Rotavirus-Brechdurchfall
und lösen von dort ausgehend endoge- (Gastroenteritis)
ne (d.h. im Körper selbst entstandene) Rotaviren sind die häufigsten Erreger
Infektionen aus. Es werden über vom Brechdurchfall bei Säuglingen und
90 verschiedene Serotypen unterschie- Kleinkindern; sie verursachen fast die
den. Hälfte aller Durchfallerkrankungen in
Pneumokokken verursachen bei Säug- dieser Altersgruppe. Rotaviren sind
lingen und Kleinkindern schwere inva- weltweit verbreitet und Ursache zahllo-
sive Erkrankungen (Blutvergiftung, ser Todesfälle bei Kindern wegen des
Hirnhautentzündung), Lungenentzün- Flüssigkeitsverlustes.
dung und häufig Mittelohrentzündung. Wegen der Erkrankung werden jährlich
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in Österreich etwa 4000 Kinder ins Mattigkeit, Frösteln und Kopfschmer-
Spital eingewiesen. zen. Später kommen Muskelverstei-
Zur Vermeidung von durch Rotavirus fungen, vor allem im Nacken und in der
verursachten Erkrankungen an Brech- Kaumuskulatur (Kiefersperre) dazu. Im
durchfall wird die generelle Anwen- weiteren Verlauf kommt es zur anfalls-
dung eines oralen Rotavirus-Impfstof- weisen krampfartigen Starre des gan-
fes für alle Säuglinge ab der zen Körpers. Absolut lebensbedrohend
7. Lebenswoche empfohlen. sind die Krämpfe der Atemmuskulatur,
Für die Immunisierung sind zwei bzw. weil der Tod durch Ersticken droht.
drei Schluckimpfungen (je nach Impf- Durch die heutigen Behandlungsmög-
stoffart) im Mindestabstand von 4 Wo- lichkeiten haben sich zwar die Erfolge
chen notwendig. In Abhängigkeit des bei der Tetanusbehandlung verbessern
verwendeten Impfstoffes kann er bis lassen, doch muss man immer noch
zur 24. Lebenswoche bzw. bis zur damit rechnen, dass 20 – 30 % der an
32. Lebenswoche verabreicht werden. Tetanus Erkrankten sterben.
Er kann gleichzeitig mit den anderen Die Grundimmunisierung ist ab dem
für diese Altersgruppe empfohlenen 3. Lebensmonat mit dem Sechsfach-
Impfungen eingesetzt werden. impfstoff möglich.
Wundstarrkrampf (Tetanus)
Tetanuserreger befinden sich in ganz
normaler Erde ebenso wie in den Aus-
scheidungen von Pferden, Schafen und
Kühen. Als Eintrittsstelle von Tetanu-
serregern kommen alle Arten von Ver-
letzungen und Wunden in Frage, insbe-
sondere kleinere Verletzungen durch
Holzsplitter und Dornen. Schließlich
können auch Verbrennungswunden in-
fiziert werden. Die Erkrankung beginnt
meist allmählich, oft mit allgemeiner
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Nicht im Gratis-Impfkonzept inkludierte empfohlene
Impfungen (alphabetisch geordnet)
FSME (Frühsommer-Meningo- 3 Jahre nach der Grundimmunisierung,
Enzephalitis) die weiteren dann alle 5 Jahre. Nach
In Österreich ist kein Bundesland dem 60. LJ reduziert sich das Impfin-
FSME-frei, daher ist die Impfung für al- tervall dann wieder auf 3 Jahre. Wie
le in Österreich lebenden Personen zu versäumte Impfungen (z.B. wegen
empfehlen. Krankheit) später nachgeholt werden
Die Impfung gegen die durch Zecken- können, entscheidet der Arzt.
stich übertragene Gehirnentzündung Im Falle einer Erkrankung leiden 75 %
ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr der Erkrankten an Spätfolgen. Da eine
möglich. Bei besonderem Risiko kann FSME-Impfung nur einen Individual-
die Impfung auch bereits frühestens ab schutz und keine Herdenimmunität bie-
dem 7. Lebensmonat durchgeführt tet, haben korrekte Impfabstände gro-
werden. ße Bedeutung.
Der Impfschutz wird nach drei Teilimp- Achtung! Die FSME-Impfung schützt
fungen erreicht: Die ersten beiden Tei- nicht vor einer Infektion mit Borrelien,
limpfungen erfolgen im Abstand von welche ebenfalls durch Zeckenstich
14 Tagen bis 3 Monaten, die dritte Tei- übertragen werden. Infektionen mit
limpfung 5–12 Monate nach der zwei- diesen Bakterien können zu Lähmun-
ten (je nach verwendetem Impfstoff). gen und Gehirnhautentzündung füh-
Die erste Auffrischungsimpfung erfolgt ren, bei frühzeitiger Erkennung kann
man aber diese Erscheinungen mit An-
tibiotika sehr gut behandeln. Da Infek-
tionen mit Borrelien sehr häufig sind,
sollte bei Auftreten einer „wandern-
den“ Rötung im Bereich eines Zecken-
stichs ein Arzt aufgesucht werden. Es
gibt derzeit noch keine Impfung gegen
Borreliose.
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Hepatitis A Hepatitis A-Impfung ist nicht bloß ei-
Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht) ne Reiseimpfung, auch in Österreich
wird fäkal-oral durch den Genuss von kommt es immer wieder zu Ausbrü-
verunreinigtem Wasser oder Nah- chen von sog. „Kleinepidemien“, be-
rungsmitteln übertragen und ist in süd- sonders in Kindergärten, Schulen, Hei-
lichen Ländern stark verbreitet. men, etc.
Gegen Hepatitis A gibt es eine sehr
wirksame und gut verträgliche Imp- Tollwut
fung. Sie ist allen Personen zu empfeh- Routinemäßig wird eine vorbeugende
len, die einem erhöhten Risiko ausge- (präexpositionelle) Tollwutschutzimp-
setzt sind. Dies gilt z.B. für Reisende in fung bei Personen mit großem Risiko
Länder mit niedrigem Hygienestandard – wie Laborpersonal in bestimmten In-
und für Personen, die durch ihre beruf- stituten, Tierärzte, Jäger, Tierhändler,
liche Tätigkeit einem höheren Anste- Tierpfleger und deren Mitarbeitern,
ckungsrisiko ausgesetzt sind. Höhlenforscher, Entwicklungshelfer
Diese Impfung wird generell allen und andere Personen – die in Tollwut-
Kleinkindern ab dem 2. Lebensjahr vor gebieten tätig sind empfohlen und
Eintritt in eine Gemeinschaftseinrich- durchgeführt. Die Impfung ist gut ver-
tung (z.B. Kindergarten) empfohlen. träglich. Sie wird auch als Reiseimpfung
Für Personen, die auch noch nicht ge- in bestimmten Gebieten empfohlen.
gen Hepatitis B geimpft sind, steht ein Postexpositionelle Impfungen (Imp-
Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis fung nach einem Biss): Da die Tollwut
A+B zur Verfügung. in Österreich bei Hunden praktisch
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ausgerottet ist, ist eine postexpositio-
nelle Impfung in Österreich nach Hun-
debissen sehr selten indiziert (z.B. bei
importierten Hunden mit unklarem
Impfstatus). Europa ist nicht frei von
Fledermaus-Tollwut. Obwohl es in
Österreich bis dato noch keinen einzi-
gen dokumentieren Fall von Tollwut
Übertragung von Fledermäusen auf
Menschen gibt, gelten Bisse von Fle-
dermäusen auch in Österreich als Indi-
kation für eine postexpositionelle Toll- Superinfektionen.
wutimpfung. Sollten Sie/Ihr Kind mit ei- Die Impfung kann ab dem 9. Lebens-
ner Fledermaus direkt in Berührung monat verabreicht werden (bevorzugt
kommen bzw. gebissen werden, so im 2. Lebensjahr, als zweimalige Imp-
nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem fung im Mindestabstand von 4 Wo-
Hausarzt zur Abklärung der Indikation chen) und wird besonders für alle nicht
für eine postexponentielle Impfung auf. geimpften 9 bis 17-Jährigen empfoh-
len, welche noch nicht an Varizellen er-
Varizellen (Windpocken, krankt waren.
Feuchtblattern) Ein Vierfachimpfstoff gegen Masern,
Windpocken sind keine harmlose In- Mumps, Röteln und Varizellen steht
fektionskrankheit, da sie nicht selten zur Verfügung und kann analogisch
von schweren Verläufen begleitet sind. zum Dreifachimpfstoff gegen Masern-
Diese Tröpfchen- und Schmierinfektion Mumps-Röteln verabreicht werden (je-
ist äußerst ansteckend. Das klassische doch derzeit nicht kostenfrei im Rah-
Krankheitsbild sind ein juckender men des Impfkonzeptes).
Hautausschlag mit wasserklaren Bläs- In seltenen Fällen kann eine Varizellen
chen und Fieber. Gefürchtete Kompli- Virusinfektion innerhalb der ersten 20
kationen sind Meningoencephalitis, Schwangerschaftswochen zu Fehlbil-
Pneumonien, Hepatitis und bakterielle dungen beim Ungeborenen führen.
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Daher ist allen Frauen im gebärfähigen Jahren oder Jahrzehnten zum
Alter, die keine Antikörper gegen Vari- Krankheitsbild der Gürtelrose (Herpes
zellen haben, eine Varizellen-Impfung zoster).
zu empfehlen. Die Impfung gegen Herpes zoster
Durch lebenslangen Verbleib des VZV (Gürtelrose) wird ab dem 50. Lebens-
nach der Varizellen-Erkrankung kommt jahr für alle Personen mit vorangegan-
es bei Reaktivierung des Virus nach gener Varizelleninfektion empfohlen.
SCHWANGERSCHAFT & IMPFUNGEN
Manche Infektionskrankheiten können, impfstoffe), wie bspw. FSME, Hepati-
wenn sie während der Schwanger- tis, Influenza, können durchgeführt
schaft auftreten, zur Schädigung oder werden. Um Bedenken zu zerstreuen,
Fehlbildung des Kindes führen, unter ist in diesen Fällen aber als generelle
Umständen sogar zu einer Fehlgeburt. Vorsichtsmaßnahme ein Verschieben
Deshalb sollten Mädchen vor dem Er- der Impfung auf das zweite oder dritte
reichen des gebärfähigen Alters alle er- Schwangerschaftsdrittel angezeigt.
forderlichen Schutzimpfungen bereits Unbedingt zu empfehlen ist die Über-
erhalten haben. prüfung des Impfschutzes gegenüber
Lebendimpfungen (z.B. Masern, Keuchhusten. Eine Auffrischungsimp-
Mumps, Röteln, Varizellen) fung gegen Keuch-hus-
dürfen in der Schwanger- ten soll in jeder Schwan-
schaft nicht verabreicht gerschaft durchgeführt
werden. Eine versehentli- werden (bevorzugt im
che Rötelnimpfung wäh- letzten Drittel).
rend der Schwangerschaft
ist jedoch keine Indikation Besprechen Sie jede
für einen Schwanger- eventuell erforder-
schaftsabbruch. liche bzw. beabsichtig-
Impfungen mit inaktivier- te Impfung unbedingt
ten Impfstoffen (sog. Tot- mit Ihrem Arzt.
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REISEIMPFUNGEN
Die reisemedizinische Vorbereitung in Endemie Gebiete, vor Gruppen-
legt großes Gewicht auf Vorsorgeimp- und Schul-Veranstaltungen in Län-
fungen. Folgende Impfungen dürfen im dern mit erhöhtem Infektionsrisiko,
Reiseverkehr nicht vernachlässigt wer- aber auch bei Reisen in Länder mit
den (in alphabetischer Reihenfolge): hoher Inzidenz entsprechend den
dortigen Empfehlungen, z.B. Pilger-
• Gelbfieber, ausschließlich indiziert reisen nach Mekka
bei Reisen in die Endemie Gebiete • Tollwut, bei erhöhter Expositionsge-
des tropischen Afrikas und Südame- fahr durch Reiseland und –art; bei
rikas. Darf nur in autorisierten fehlender Prophylaxe dringend not-
Gelbfieberimpfstellen durchgeführt wendige postexpositionelle Verabrei-
werden chung im Urlaubsland unter oft er-
• Hepatitis A, generell bei Reisen in schwerten Bedingungen, praktisch
Länder mit niedrigem Hygienestan- immer nach einem Biss eines ver-
dart, insbesondere Rucksack-Touris- dächtigen Tieres – Hund, Katze,
ten, beruflich Reisende, diplomati- Fuchs, Fledermaus, aber auch ande-
scher Dienst und Entwicklungshilfe rer Wildtiere, die ein ungewöhnli-
in Endemie Gebieten; ches, zutrauliches Verhalten zeigen
• Japanische Enzephalitis, aus- • Typhus abdominalis, bei Reisen in
schließlich indiziert bei Reisen in die Entwicklungsländer mit deutlich er-
Endemie Gebiete Asiens höhtem Typhusrisiko und bei gleich-
• Malaria-Prophylaxe für Reisende in zeitig gefährdetem Reisestil (Ruck-
Risikogebiete, vor allem als Verhü- sacktourismus)
tung von Insektenstichen, Medika-
mente zur Chemoprophylaxe und zur Über entsprechend notwendige
Behandlung im Notfall (Stand-by- Reise-Impfungen informieren Sie
Therapie), je nach Reiseziel und Risi- sich unbedingt rechtzeitig vor der
kograd geplanten Reise bei Ihrem Arzt oder
• Meningokokken ACWY, für Reisen Apotheker.
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Notizen
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„Amt der NÖ Landesregierung“
Landessanitätsdirektion NÖ
Tel: 02742/9005-12906Sie können auch lesen