IG Holzkraft - Pressespiegel

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IG Holzkraft - Pressespiegel
                        31.8.2020

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IG Holzkraft - Pressespiegel

Inhaltsverzeichnis
Themen
Wie es mit dem EEG-Gesetz weitergehen wird                                                  Seite 3
   Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.08.2020 (Seite 16)
Grünstrom als Grünen-Retter                                                                 Seite 5
   Kurier vom 28.08.2020 (Seite 2)
Klimapolitik unter Verfassungsschutz                                                        Seite 6
   Der Standard vom 24.08.2020 (Seite 8)
Oben Bioenergie, unten Kohlendioxid-Deponie                                                 Seite 8
   Der Tagesspiegel vom 25.08.2020 (Seite 26)
Mehr Mut beim Ökostrom                                                                     Seite 10
   Wiener Zeitung vom 28.08.2020 (Seite 2)
Hoffnungsträger für grüne Wirtschaft                                                       Seite 11
   Wiener Zeitung vom 27.08.2020 (Seite 7)

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Themen

"Frankfurter Allgemeine Zeitung" Nr. 198 vom 26.08.2020 Seite: 16 Ressort: Wirtschaft

Wie es mit dem EEG-Gesetz weitergehen wird
Novelle soll Akzeptanz der Windkraft stärken
itz. BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in den kommenden vier
Wochen eine Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) präsentieren, die Anfang
2021 in Kraft treten soll. "Die EEG-Novelle wird in Kürze vom BMWi vorgelegt", teilte
das Wirtschaftsministerium (BMWi) am Dienstag mit. Nach F.A.Z.-Informationen steht der
Gesetzentwurf am 23. September auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Bisher gibt es
aber noch keine zwischen den Ressorts abgestimmte Vorlage, sondern lediglich einen Entwurf
aus Altmaiers Haus.
Bekannt wurde am Dienstag, dass das neue EEG eine Digitalisierungsstrategie zum intelligenten
Steuern umweltfreundlicher Strom- und Kraftwärmekopplungsanlagen sowie weiterentwickelte
technische Standards enthalten soll. Das Ministerium bestätigte auch, dass zur Stärkung der
Akzeptanz neuer Windkraftanlagen eine höhere finanzielle Beteiligung der Kommunen und
der Bürger an den Energieeinnahmen festgeschrieben wird. Gemäß einem Eckpunktepapier
vom Mai wird das EEG Windparks dazu verpflichten, den Standortgemeinden 0,2 Cent je dort
erzeugter Kilowattstunde zu zahlen. Sofern die Kraftwerke genügend Anwohnern verbilligten
Strom anbieten, kann der Beitrag auf 0,1 Cent sinken.
Ein drittes vom Ministerium benanntes Element ist die regionale Steuerung für den Zubau neuer
Ökostromanlagen. Das Ziel sei es, mit dem neuen EEG "Netzengpässe zu vermeiden". Die
entstehen dadurch, dass die erneuerbaren Energien im windreichen Norden produziert, aber im
industriereichen Süden gebraucht werden. Das Gesetz könnte finanzielle Anreize einführen, um
Windparks im Süden und Landesinnern zu errichten und dadurch die Stromleitungen zu entlasten.
Das "EEG 2021" ist Ausfluss des im Herbst verabschiedeten Klimaschutzprogramms der
Regierung. Jetzt werde im Gesetz verankert, dass 2030 mindestens 65 Prozent des deutschen
Stromverbrauchs aus regenerativen Quellen stammen müssen, teilte das Ministerium mit. Ins
EEG integriert werden dürfte auch die Verpflichtung aus dem neuen Windenergie-auf-See-
Gesetz, die installierte Leistung von Off-Shore-Anlagen bis 2030 auf 20 Gigawatt (GW) zu
erhöhen. An Land sieht der Klimaplan 67 bis 71 GW an Windleistung vor, in der Photovoltaik sind
mindestens 98 GW geplant.
Der Umbau der Energiewirtschaft kostet viel Geld, das bisher vor allem aus der EEG-Umlage
stammt, die alle Privatkunden und viele Gewerbekunden zahlen. Damit die Belastungen der
Verbraucher nicht immer weiter zunehmen, sollen künftig andere Töpfe angezapft werden, etwa
Erlöse aus dem Handel mit Kohlendioxydzertifikaten. Zusätzlich dazu sieht der Nachtragshaushalt
für 2021 und 2022 rund 11 Milliarden Euro an Haushaltsmitteln vor, um die EEG-Umlage stabil
zu halten. Allein im Jahr 2021 sollen aus dem CO2-Handel und aus dem Budget 10,8 Milliarden
Euro dafür sorgen, dass die Umlage die Marke von 6,5 Cent je Kilowattstunde nicht übersteigt.
Interessant wird zu beobachten sein, wie sich Altmaiers Parteikollegen in der Unionsfraktion
positionieren, die das EEG im Bundestag verabschieden müssen. Während der Wirtschaftsflügel
mit dem Vorrang des Ökostroms hadert, mahnt der sogenannte Klimakreis eine "mutige EEG-
Reform" an. Dort kann man sich sogar eine Verpflichtung zu Photovoltaik-Modulen auf Neubauten
vorstellen. Zum Weiterbetrieb von Solaranlagen, die nach 20 Jahren Förderung 2021 aus der
EEG-Vergütung fallen, regt der Kreis eine Unterstützung für die Stromdirektvermarktung an. Die
Eigennutzung von Dachanlagen will man erleichtern, indem man eine umfassendere Befreiung
von der EEG-Umlage einführt und die bisherige Leistungsbegrenzung von 10 Kilowatt abschafft.

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Die Opposition bewertet Altmaiers Pläne skeptisch. Der stellvertretende Fraktionschef der
Grünen, Oliver Krischer, sieht zwar "positive Ansätze in der EEG-Novelle", befürchtet aber, dass
sie der Wirtschaftsflügel der Union zerpflücken wird. Dieser habe sich offenbar zum Ziel gesetzt,
"auch noch die Windbranche mit ihren vielen zehntausend Arbeitsplätzen in den Ruin zu treiben",
sagte Krischer der F.A.Z. Altmaier habe "viel gefordert, aber wenig umgesetzt". Um das Klima
zu schützen, müssten jährlich sechsmal so viele Windräder aufgestellt werden wie bisher: "Aber
gerade der Ausbau der Windkraft dümpelt aktuell vor sich hin."
Altmaiers neue EEG-Ziele für On-Shore sähen bis 2030 nur einen Zubau von 1,5 GW im Jahr
vor, die Grünen fordern 6 GW. Auch ohne den angeblichen Schub durch das "EEG 2021" seien
2030 in der Photovoltaik 96 GW zu erwarten. Dynamik sehe anders aus. Dem Energieverband
BDEW zufolge ist ein jährlicher Zubau von 3,7 GW in der Windenergie an Land und von 5 GW in
der Photovoltaik notwendig, um das Klimaziel 2030 zu erreichen. Die grünen Forderungen an das
EEG sind denen des Klimakreises ähnlich, etwa zum Ausbau des Mieterstroms, zur Solarpflicht
auf Neubauten oder für die Photovoltaik-Anschlussregelungen.
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                                                                                      Copyright: APA-DeFacto GmbH - Seite 4
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"Kurier" vom 28.08.2020 Seite: 2 Ressort: S2 Abend, Abend, Länder
Leitartikel

Grünstrom als Grünen-Retter
Energieministerin Gewessler hofft, die gordischen Knoten für die Energiewende lösen zu
können. Für die Grünen ist das Projekt lebenswichtig
Die neueste Ankündigung von Klima- und Energieministerin Leonore Gewessler von
Energiegemeinschaften ab 2021 (siehe Seite 9) klingt nicht nach einem großen Aufreger. Die Idee,
gemeinsam mit den Nachbarn eine Solaranlage samt Batterie-Energiespeicher zu betreiben, wird
auch noch niemanden vom Hocker reißen. Für die Elektrizitätsbranche ist das aber eine richtig
große Veränderung, da letztlich jeder Bürger zum Stromproduzenten werden kann - und soll.
Gewessler setzt damit nur schneller als die meisten anderen EU-Staaten um, was die
Kommission, die Staats- und Regierungschef der EU-27 und das EU-Parlament längst auf
Schiene gebracht haben. Die EU-Richtlinie für diese Bürger-Energiegemeinschaften klingt fast
pathetisch: Es geht um eine Veränderung der Energiewirtschaft, in deren "Mittelpunkt die Bürger"
stehen, die "Verantwortung für die Energiewende übernehmen" und "aktiv am Markt teilnehmen"
sollen. Die "Verbraucher sollen die Möglichkeit erhalten, sich stärker und auf neue Art und Weise
am Energiemarkt zu beteiligen", damit die Ziele für Klimaschutz und Energiewende erreicht
werden. Wir Bürger wandeln uns vom Strom-Konsumenten also zum Strom-Produzenten.
Eingebettet werden diese Energiegemeinschaften im längst überfälligen Entwurf für das EAG,
das Erneuerbaren- Ausbau-Gesetz. Diese Novelle wird uns seit Jahren versprochen, Gewessler
glaubt nun, die gordischen Knoten bei der Energiewende gelöst zu haben. Die Knoten sind
zahlreich: Österreich will bis 2030 Strom nur mehr aus Erneuerbaren Energien erzeugen.
Im türkis-grünen Regierungsprogramm ist ein massiver Ausbau von Photovoltaik, Windkraft,
Wasserkraft, Erdwärme und Biogas versprochen. Doch es fehlen die Investitionen - vor allem
aus zwei Gründen. Erste Hürde ist die Unklarheit, wo neue Großanlagen wie Windparks oder
Photovoltaik-Kraftwerke überhaupt gebaut werden dürfen? Vor allem bei der Windkraft sind
Anrainer selten begeistert über die riesigen Türme und legen sich quer. Bei PV-Anlagen wird die
Frage sein, ob man einfacher auf Hausdächern kleine und etwa auf brachliegendem Ackerland
große PV-Paneele installieren können soll.
Zweite große Hürde sind die Einspeistarife: Wie viel Cent pro eingespeister Kilowattstunde ins
Stromnetz sollen bezahlt werden? Was wird Gewessler da vorlegen?
Für die Ministerin selbst dürfte das Energiegesetz zudem ein Befreiungsschlag werden, damit
in dieser Regierung die Grünen endlich mit echten grünen Projekten punkten können. Auch das
1-2-3-Ticket ist ja noch nicht auf Schiene. Die Stromnovelle ist auch für Grünen-Chef Werner
Kogler immens wichtig. Geht das alles schief, müssen sich die Grünen schon fragen, was sie
eigentlich in dieser Regierung zu suchen haben.

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"Der Standard" vom 24.08.2020 Seite: 8 Ressort: Wirtschaft Bundesland Abend, Bundesland

Klimapolitik unter Verfassungsschutz
Die EU wird ihre Klimaziele heuer voraussichtlich deutlich verschärfen. Österreich hat sich
verpflichtet, bei den Verhandlungen besonders viel Elan an den Tag zu legen. Bisher war die
Republik kein Klima-Musterkind.Nora Laufer
Das Ziel klingt hoch: Die EU hat sich dazu verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoß bis 2030
im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Nur: Damit der globale
Temperaturanstieg bei deutlich unter zwei Grad Celsius bleibt, ist das nicht genug. Aus Sicht
der Wissenschaft ist das Vorhaben der Union bei weitem zu niedrig, um die Vorgabe des
Pariser Klimaabkommens zu erreichen. „Eigentlich wäre eine Reduktion von mehr als 55 Prozent
notwendig“, erklärt der Klimaökonom Karl Steininger. Das hat die EU-Kommission offenbar auch
erkannt. Sie will die EU-Klimaziele nun deutlich nachschärfen.
Minus 55 Prozent bis 2030
Geplant ist, den Treibhausgasausstoß EU-weit bis 2030 um 50 bis 55 Prozent zu reduzieren
und bis 2050 klimaneutral zu werden. Im September will die EU-Kommission genaue Pläne
dazu veröffentlichen. An dem Zeitplan werde nicht gerüttelt, heißt es auf Nachfrage in Brüssel.
EU-Klimachef Frans Timmermans rechnet jedenfalls mit einem Minus von 55 Prozent. Im
kommenden Monat soll eine genaue Zahl vorliegen, an der sich dann auch die Reduktionsziele
der Mitgliedsstaaten orientieren. Nach Veröffentlichung des Plans müssen EU-Parlament, Rat
und Mitgliedsstaaten das Vorhaben noch absegnen.
Österreich – in diesem Fall von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler repräsentiert –
kann sich dabei jedenfalls nicht querlegen. Das mag bei einer grünen Politikerin nicht weiter
verwunderlich wirken, nun hat aber auch der große Koalitionspartner ÖVP verbindlich zugestimmt,
sich deutlich stärker für den Klimaschutz einzusetzen.
Geschehen ist das bereits Anfang Juni beim EU-Unterausschuss. In einem Antrag auf
Stellungnahme, für den ÖVP, Grüne, SPÖ und Neos stimmten, wurden weitreichende
Engagements im Klimaschutz beschlossen (siehe Wissen). Darin wurde die Regierung unter
anderem dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die neuen EU-Klimaziele ein „dem
Pariser Übereinkommen entsprechendes Ambitionsniveau aufweisen“ – also mindestens ein
Minus von 55 Prozent.
Darüber hinaus soll das Klimaneutralitätsziel in allen Mitgliedsstaaten verankert werden. Zudem
muss sich Österreich konsequent „in der Gruppe der Klimaschutzvorreiter positionieren“. Fordern
einzelne Länder in den Verhandlungen besonders ambitionierte Klimaziele, muss Österreich
mitziehen.
Insgesamt bedeutet das nicht weniger, als dass sich die Republik vom europäischen
Klimaschutznachzügler zum Musterkind mausern muss. Für die Grünen kam das Ja der
ÖVP durchaus überraschend, tat sich diese in der Vergangenheit doch nicht immer als
Klimaschutzpartei hervor. Wie es letztlich zu dem Ergebnis kam, war für den STANDARD nicht
in Erfahrung zu bringen, der türkise Parlamentsklub meldete sich trotz mehrfacher Anfrage nicht
zurück.
Kein Rückzieher möglich
Auf dem Papier klingen die Formulierungen zwar schwammig und wurden teilweise auch
bereits im Regierungsprogramm festgehalten. Diesmal bringen sie Türkis-Grün allerdings deutlich
unter Zugzwang. Ein Rückzieher in Brüssel ist ohne Verfassungsbruch nicht möglich, wie
der Verwaltungsrechtsexperte Karl Weber von der Uni Innsbruck erklärt. Hat der Nationalrat
eine Stellungnahme zu einem Vorhaben erstattet, das auf die Erlassung eines verbindlichen
Rechtsakts gerichtet ist, der sich wiederum auf die Erlassung von Bundesgesetzen auswirkt

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– wie in diesem Fall –, kann der zuständige Minister „nur aus zwingenden integrations-
und außenpolitischen Gründen von dieser Stellungnahme abweichen“, heißt es dazu in der
Verfassung. Das sei hier nicht der Fall, meint Weber: „Die Ministerin muss dem folgen.“
Uneinigkeit auf EU-Ebene
Mögliche Zwischenrufe der ÖVP müsste Gewessler also ignorieren. „Kurz hat da keine
Zuständigkeit“, sagt Weber. Es gebe keine Möglichkeit, von dem Vorhaben abweichen zu können
– zumal die Volkspartei bereits zugestimmt hat. „Hinterm Rücken die Finger zu kreuzen geht in
der Verfassung nicht.“
Ganz ohne Handschrift der Volkspartei verblieb der Antrag allerdings auch nicht. So wurde darin
festgehalten, dass ein Level Playing Field – also gleiche Wettbewerbsbedingungen – für die
heimische Industrie sichergestellt werden muss.
Auf europäischer Ebene waren Grüne und ÖVP in Sachen Klimaschutz nicht immer einer
Meinung: Im November des Vorjahres sprachen sich die Grünen etwa für die Ausrufung des
Klimanotstands aus, bei der Volkspartei waren alle bis auf einen Parlamentarier dagegen. Der
europäische Green Deal wurde im Jänner hingegen von beiden Parteien unterstützt, bei der ÖVP
gab es eine Enthaltung. Bei der Abstimmung für strengere CO2-Grenzwerte bei Autos stimmten
nur drei von fünf VP-Parlamentariern zu.
Aus Brüsseler Kreisen ist zu hören, dass die ÖVP auf EU-Ebene intern beim Thema Klimaschutz
uneins sei. Da gebe es etwa die Interessen der Industrie, Vertreter aus der Landwirtschaft würden
sich aber zunehmend dafür einsetzen, das Problem ernster zu nehmen. Zumeist würde die Partei
den Mittelweg wählen und sich auf keine konkreten Maßnahmen einigen, die mit Verpflichtungen
verbunden sind. So gesehen wäre der Beschluss im Unterausschuss ein Novum.
Welche Reduktionsziele auch immer die EU festzurren wird, Österreich muss eigentlich noch
etwas drauflegen. Während die gesamte Union 2050 klimaneutral sein soll, haben sich ÖVP und
Grüne im Regierungsprogramm auf das Jahr 2040 geeinigt. Laut EU-Vorgabe muss Österreich
seinen Ausstoß außerhalb des Emissionshandels bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 36 Prozent
reduzieren. Um binnen der nächsten zwanzig Jahre klimaneutral zu werden, sei relativ zu 2005
aber ein Minus von 65 Prozent notwendig, rechnet Klimaökonom Steininger vor.
Ausstoß zuletzt gestiegen
Damit nicht genug: Der nationale Energie- und Klimaplan, den die Übergangsregierung im Vorjahr
nach Brüssel geschickt hat, wird bei weitem nicht ausreichen, um die minus 36 Prozent zu
erreichen. Die im neuen Regierungsprogramm festgehaltenen Maßnahmen – wie die geplante
CO2-Abgabe – wurden darin allerdings noch nicht berücksichtigt. Derzeit ist Österreich jedenfalls
nicht gut unterwegs, zuletzt ist der heimische Treibhausgasausstoß wieder gestiegen.
Bild: Foto: dpa / Silas Stein / STANDARD

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"Tagesspiegel" vom 25.08.2020 Seite: 26 Ressort: WISSEN_FORSCHEN Von: Patrick Eickemeier (mit smc)

Oben Bioenergie, unten Kohlendioxid-Deponie
Biomasse zu verstromen und Abgase einzufangen könnte das Treibhausgas aus der Luft
holen. Wie viel, zeigen Simulationen
Die Theorie leuchtet ein: Schnell wachsende Gräser oder Bäume wie Pappeln und Weiden
ziehen Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Wird die entstandene Biomasse als Brennstoff in
Kraftwerken genutzt und das wieder freigesetzte Kohlendioxid eingelagert, bleiben unterm Strich
der Elektrizitätsertrag und negative Emissionen: die Menge des Treibhausgases Kohlendioxid,
die von den Pflanzen aufgenommen, bei der Verstromung aber nicht wieder in die Atmosphäre
abgegeben wurde.
Ein niederländisches Forschungsteam legt nun Ergebnisse von Computersimulationen vor, die
für Bioenergie mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung (Bioenergy with Carbon Capture
and Storage, BECCS) ein gewaltiges globales Potenzial ergeben. "In 80 Jahren könnte es auf
jährlich 220 Exajoule Elektrizität und Speicherung von 40 Gigatonnen Kohlendioxid anwachsen",
berichten die Forschenden um Steef Hanssen von der Universität Radboud in der Fachzeitschrift
"Nature Climate Change".
220 Exajoule Energie entsprechen etwa einem Drittel des derzeitigen weltweiten Verbrauchs,
und 40 Gigatonnen Kohlendioxid sind etwas mehr, als jeweils in den letzten Jahren durch die
Verbrennung von Kohle, Öl und Gas freigesetzt wurde. Dem Klimaziel der Vereinten Nationen,
den globalen Temperaturanstieg gegenüber vorindustrieller Zeit auf zwei oder wenn möglich
1,5 Grad Celsius zu begrenzen, käme man damit beträchtlich näher - zumindest was die
Kohlendioxidbilanz angeht.
Wie der Weltklimarat IPCC in seinem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel zusammenfasst, führen
alle Wege dorthin über drastische Einsparungen weiterer Emissionen und die Entnahme von
jährlich 100 bis 1000 Gigatonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre. In der Klimaforschung
ist die Übereinstimmung darüber groß. Noch ist aber nicht klar, welche Negative-Emissionen-
Technologie die wirkungsvollste ist. Diskutiert werden großflächige Aufforstungen, das Verstärken
natürlicher Verwitterungsprozesse, die Kohlendioxid binden, sowie das maschinelle Herausfiltern
des Treibhausgases aus der Luft. Im Klimaschutz nur auf BECCS zu setzen, wird kritisch gesehen.
Zu groß sind die Risiken, zum Beispiel für die Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung der
vorerst weiterwachsenden Weltbevölkerung oder den Naturschutz.
"Neben erneuerbaren Energiequellen, weiteren Negative-Emissionen-Technologien und großen
Emissionseinsparungen kann BECCS eine wichtige Rolle für den Klimaschutz und die Erneuerung
des Energiesystems spielen", resümieren die Forschenden. Sie weisen aber auch auf negative
Auswirkungen auf die Biodiversität der Erde hin. 50 bis 90 Prozent der genutzten Flächen, des
gespeicherten Kohlenstoffs und der gelieferten Energie würden von natürlichen Wäldern und
Graslandschaften stammen, die in ihren Szenarien Biomasse-Plantagen weichen.
So ist auch zu erklären, dass die großen Beiträge zum Klimaschutz erst nach 80 Jahren erreicht
werden. Am Anfang steht die Umgestaltung riesiger Naturflächen mit entsprechend negativer
Bilanz. Die Wirkung von BECCS hänge stark vom Ort des Anbaus und der Vegetation auf der
Fläche, dem hergestellten Energieträger und der Dauer der Nutzung ab, sagen die Autoren. Der
Anbau von Biomasse in warmen gemäßigten Breiten und den Subtropen für die Verstromung und
zu einem Teil auch für die Erzeugung von Biodiesel schneiden in ihren Szenarien am besten ab.
"Die Studie ist wegen einer problematischen Annahme bestenfalls als intellektuelle Spielerei zu
verstehen", sagt Felix Creutzig vom Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and
Climate Change (MCC) in Berlin. Dass Landfläche in der Größenordnung der USA, Russlands,
Chinas und Brasiliens für Bioenergie zur Verfügung stehe, übersteige selbst die höchsten
Annahmen in der Literatur um mehr als das Zehnfache. Creutzig kritisiert, dass die Autoren dies

                                                                          Copyright: APA-DeFacto GmbH - Seite 8
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nicht thematisieren. "Deswegen halte ich die Studie nicht für ein relevantes Ergebnis", so der
Leiter der Arbeitsgruppe Landnutzung, Infrastruktur und Transport am MCC.
Daniela Thrän, Leiterin des Departments Bioenergie des Helmholtz-Zentrums für
Umweltforschung in Leipzig, bewertet die Ergebnisse dagegen als nachvollziehbar. "Die Studie
arbeitet die biophysikalischen Möglichkeiten und Grenzen heraus und spezifiziert die BECCS-
Potenziale." Dabei sei positiv hervorzuheben, dass Konkurrenz mit Nahrungsmittelproduktion
vermieden und ungenutzte oder degradierte Flächen genutzt werden sollten.
Creutzig führt an, dass man die Auswirkungen auf die Biodiversität nicht vernachlässigen
dürfe. Das Ziel von Klimaschutz sei das Aufrechterhalten planetarer Gesundheit.
"Klimaschutzmaßnahmen, die diese planetare Gesundheit selbst angreifen, sind nicht kompatibel
mit dem eigentlichen Ziel", sagte er dem Tagesspiegel. Patrick Eickemeier (mit smc)
Der Tagesspiegel
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"Wiener Zeitung" vom 28.08.2020 Seite: 2 Ressort: Meinung Von: Anja Stegmaier Abendausgabe, Morgenausgabe

Mehr Mut beim Ökostrom
Leitartikel
Österreich braucht eine schnellere und innovativere Energiewende.
von Anja Stegmaier
In nicht einmal zehn Jahren soll hierzulande Strom ausschließlich aus Sonne, Wind, Wasser
und Biomasse erzeugt und verbraucht werden. Denn Österreich hat sich verpflichtet, sich ab
2030 nur noch mit Strom aus Erneuerbaren zu versorgen. Bis 2040 soll der Komplettausstieg
aus fossilen Energien erfolgen. Nicht nur die Strombranche erwartet daher sehnsüchtig das
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, auch viele Bürger fragen sich, wie dieses ehrgeizige Ziel konkret
geschafft werden soll.
Ab Jänner 2021 soll das Gesetz in Kraft treten. Damit bleibt es nicht mehr nur Hauseigentümern
und Energieversorgern vorbehalten, Photovoltaikanlagen betreiben zu dürfen. Alle Bürger sollen
künftig Energiegemeinschaften bilden können. Mit Nachbarn, im Verein oder in einem Wohnblock
wird die gemeinsame Produktion und Nutzung von Solarstrom möglich. Aber auch ortsunabhängig
soll es leichter möglich sein, sich an Projekten für erneuerbare Energie zu beteiligen.
Auf viele kleine Anlagen zu setzen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber leider nicht
mutig genug hinsichtlich der knappen Zeit, des ehrgeizigen Ziels und der vielen Möglichkeiten,
die sich bieten. Ohne Mut wird hier eine große Chance vertan – für den Klimawandel, aber auch
für Österreichs Wirtschaft. Schaffen wir unser gesetztes Ziel nicht, werden in Torschlusspanik
große Anlagen auf der grünen Wiese errichtet. Die bringen viel und günstigen Solarstrom –
tragen aber kaum zur österreichischen Wertschöpfung bei. Denn die günstigen Module für
Großanlagen kommen überwiegend aus Asien. Die Komponenten und die Dienstleistung für
Kleinanlagen hingegen bringen Wertschöpfung und schaffen Jobs in Österreich und Europa.
Beschränken wir uns bei den Kleinanlagen aber weiter nur auf Gebäudedächer, werden wir
ein Platzproblem bekommen. Denn die Vereinbarung für zusätzlichen Strom aus Erneuerbaren
bis 2030 ist nur ein Zwischenschritt. Langfristig werden wir wohl dreimal so viel Solarenergie
benötigen. Die Entwicklung innovativer Photovoltaik-Märkte ist deshalb besonders wichtig, um
den Energiewandel zu schaffen – und auch für die Stärkung des Standorts.
Die heimische Branchenindustrie fokussiert sich seit Jahren auf innovative Lösungen, wie etwa
die Überdachung von Großparkplätzen, auf integrierte Module in Wänden, Mauern, Straßen,
auf schwimmende Solarmodule oder Module über landwirtschaftlich genutzten Flächen. Aus
Kostengründen können diese Lösungen noch nicht mit den Hauptmärkten Dach und Großfläche
konkurrieren. Aber wäre jetzt nicht genau der richtige Zeitpunkt, in innovative, intelligente und
hochakzeptierte Lösungen zu investieren? leitartikel@wienerzeitung.at

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"Wiener Zeitung" vom 27.08.2020 Seite: 7 Ressort: Wirtschaft Von: Michael Ortner Abendausgabe,
Morgenausgabe

Hoffnungsträger für grüne Wirtschaft
Die technischen Universitäten Österreichs fordern zwei Milliarden Euro Investitionen in
Wasserstoff-Technologie.
Von Michael Ortner
Das Ziel sind null Emissionen. Bis 2040 will Österreich klimaneutral sein. Erneuerbare Energie
aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse soll den Energiehunger stillen. Doch damit ist es nicht
getan. Wesentlich zum Erreichen der Klimaziele beitragen soll Wasserstoff.
Geht es nach Forschern, sollen in Zukunft Frachtschiffe, Züge, Schwerlaster und Flugzeuge
mit dem chemischen Element angetrieben werden. Wasserstoff wird weitgehend schadstofffrei
verbrannt. Damit würde man Millionen Tonnen CO 2 einsparen. Ganze Industriebranchen könnten
grün produzieren. Außerdem lässt sich mithilfe von Wasserstoff Energie in großen Mengen
speichern.
Ein Wundermittel also? Das Potenzial ist jedenfalls groß, das Know-how in Österreich bereits
vorhanden. Es mangelt jedoch an finanziellen Mitteln, monieren die TU-Austria-Universitäten bei
einer Pressekonferenz in Graz. „Österreich darf bei Wasserstoff den Anschluss nicht verlieren.
Wir müssen rechtzeitig investieren“, appelliert Harald Kainz, Rektor der TU Graz. Konkret fordert
der Verbund aus TU Wien, TU Graz und Montanuniversität Leoben von der Regierung eine
„Wasserstoff-Milliarde“ bis 2024.
500 Millionen Euro benötige die Industrie für zeitnahe Prozessumstellungen, so Kainz. Weitere
400 Millionen Euro brauche die industrienahe kooperative Forschung und 100 Millionen Euro
sollen der Grundlagenforschung zugutekommen. Bis 2030 soll eine weitere Milliarde fließen.
Wasserstoff hilft bei Klimazielen
Bisher wird Wasserstoff etwa bei der Herstellung von Düngemitteln oder in der Petrochemie
verwendet. In Zukunft soll er dabei helfen, das Energiesystem umzustellen. „Wasserstoff ist
ein zusätzlicher Energieträger, weil grüner Strom nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken“,
sagt Alexander Trattner, Leiter von Hycenta, des einzigen auf Wasserstoff spezialisierten
Forschungszentrums in Österreich. Vor allem aber hilft Wasserstoff, Energie zu speichern und
sie bei Bedarf wieder in Wärme und Strom umzuwandeln.
Das Thema Wasserstoff gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die EU-Kommission hat hier die
Richtung vorgegeben. Brüssel will bis 2024 die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff um
eine Million Tonnen steigern. Derzeit werden rund 9,8 Millionen Tonnen Wasserstoff in Europa
produziert – vorwiegend aus fossilen Energieträgern.
Man spricht dann vom „grauen“ Wasserstoff, der etwa aus Erdgas gewonnen wird. Bei
der Herstellung wird allerdings Kohlendioxid freigesetzt. Das schadet dem Klima. „Grüner“
Wasserstoff hingegen kann durch Elektrolyse aus Wasser erzeugt werden – nachhaltig und CO
2 -frei. Deutschland legte nach und kündigte in seiner nationalen Wasserstoffstrategie an, neun
Milliarden Euro in den Bereich zu pumpen. Und was plant Österreich?
Im Klimaschutzministerium wird derzeit die nationale Wasserstoffstrategie erarbeitet. Sie
soll Ende des Jahres fertig werden. „Österreich wird einen Fokus auf Grünen und damit
klimafreundlichen Wasserstoff legen. Wasserstoff aus fossiler Energie oder Atomenergie halte ich
– in Hinblick auf die Klimakrise – für den falschen Weg“, sagt Klimaschutzministerium Leonore
Gewessler (Grüne). Wasserstoff soll insbesondere bei industriellen Prozessen oder auch bei der
Speicherung von Energie eingesetzt werden. Wie viel Geld die Regierung dafür in die Hand
nehmen will, ist unklar.

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IG Holzkraft - Pressespiegel

Welches wirtschaftliche Potenzial die von der TU Austria geforderten Finanzmittel haben, zeigt
eine Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung. Zwei Milliarden Euro Investitionen
würden demnach einen Wachstumsimpuls von 904 Millionen Euro bewirken. 1250 Arbeitsplätze
könnten während des gesamten Zeitraums gesichert oder neu geschaffen werden, gibt sich
Christian Helmenstein, Leiter des Economica-Institus, überzeugt.
Die heimischen TUs sind in der Wasserstoff-Forschung gut positioniert, es gibt dutzende
Forschungsprojekte vom E-Traktor mit Brennstoffzelle bis hin zur Umstellung von Prozessen
in der Stahlindustrie. „Jede zweite Publikation, die etwas mit Wasserstoff zu tun hat, kommt
von den Technischen Universitäten“, sagt Helmenstein. Bei den Patenten gibt es hingegen
Aufholbedarf. Helmenstein pocht deshalb auf Investments, um die heimische Wasserstoff-
Forschung zu stärken.
Wasserstoff ist ein Puzzlestein für eine saubere und nachhaltige Zukunft. Foto: Adobe Stock/
Emilija

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