INNSBRUCK TIROL / VORARLBERG 2021 - Wohnbau - WV Verlag
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Wohnbau
INNSBRUCK
TIROL / VORARLBERG
2021
Wirtschafts- und
382419-08/21
Verlagsgesellschaft
mbH
ISBN 978 3 944820 99 6Wohnbau
INNSBRUCK
TIROL / VORARLBERG
2021
Wirtschafts- und
382419-08/21
Verlagsgesellschaft
mbH
ISBN 978 3 944820 99 6STANDPUNKTE
6
10 Wohnbauprojekt „Am Schlosshang“, Feldkirch
Wohnen in Tirol fördern und leistbarer machen
Beitrag: „Im Blickpunkt“
Von Günther Platter
Landeshauptmann von Tirol
Bildnachweise siehe Redaktionsbeiträge
7
Wohnen in attraktiver Atmosphäre
Von Mag. Markus Wallner
Landeshauptmann von Vorarlberg
und
Mag. Marco Tittler
Wirtschafts-, Raumplanungs- und Wohnbaulandesrat in Vorarlberg
8
Moderne Stadtentwicklung mit Fokus auf leistbares Wohnen
10 Stadtquartier „Stadt Carré“, Innsbruck
Von Georg Willi
Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck
Beitrag: „Im Blickpunkt“
10 Villa B, Aldrans
Beitrag: „Im Blickpunkt“
IM BLICKPUNKT
9
Per Mausklick Überblick über Baubranche
Ausgaben der Architekturtitel des WV-Verlages unter www.bauenundwirtschaft.com
als Vollversion im Internet. Verlags-App und -Newsletter informieren zusätzlich
10
Wohnbau in Tirol und Vorarlberg
Leistbar, klimafit und zukunftsweisend wohnen in Tirol / Leistbarer Wohnraum in
Vorarlberg: Neubau-Beispiel „Alberschwende Hof“ in Alberschwende / Wohnbaupro-
10 „Ernas Haus“, Dornbirn
jekt „Am Schlosshang“ in Feldkirch / Stadtquartier „Stadt Carré“ in Innsbruck / Villa B
in Aldrans / Studentenwohnungen und Micro-Living „Ernas Haus“ in Dornbirn /
Beitrag: „Im Blickpunkt“ Mehrfamilienhaus mit Konzept 2226 in Dornbirn / Einfamilienhaus in Thurn
2 InhaltÖFFENTLICHE BAUTEN / WOHNUNGSBAU / SANIERUNG
24
Zum Wohle der Wohn- und Lebensqualität
Innsbruck: Haus der Musik / Entwicklung Campagne Areal, Baufeld 1 / Passivhaus-
wohnanlage „Eichhof“, Kranewitterstraße 11, Baustufe 1 / Aufstockung und Sanierung
10 Einfamilienhaus, Thurn
Schubert-/Mozart-Block / Aufstockung Gutenbergstraße 2, 4, 6 / Passivwohnbebauung
Bienerstraße 10, 10a / Sanierung und Modernisierung Volksschule Altwilten /
MS Leopoldstraße / Neubau American-Football-Zentrum, Wiesengasse 58 Beitrag: „Im Blickpunkt“
ÖFFENTLICHE BAUTEN / WOHNUNGSBAU /
GEWERBEBAUTEN/ SANIERUNG
24 Campagne Areal, Innsbruck
84 Beitrag: IIG - Innsbrucker Immobilien GmbH & Co. KG
Ein kleines Bier oder die Heizkosten pro Monat und Wohnung?
Zertifizierte Wohnanlage Langenegg Unterstein erhält verschiedene Energiepreise / Die
Zukunft des Wohnens in Unterkrummbach 334, 335 und 336
ÖFFENTLICHE BAUTEN / WOHNUNGSBAU
46
Leistungsspektrum mit allen baurelevanten Aufgaben
Nach nur zwölf Monaten Bauzeit rollt der Ball im American Football Zentrum Tivoli /
84 Wohnanlage, Langenegg Unterstein
Wohnanlagen Frieden in Völs und Vomp / Wohngebäude Tirolerhof in Trins wenden
sich der Sonne zu / Wohnanlage Tarzens in Ellbögen nutzt die wirtschaftliche Nähe zu
Innsbruck / Klimapreis für Neubau in der Josef-Franz-Huterstraße in Innsbruck / Unter
Beitrag: Morscher Bau- & Projektmanagement GmbH
dem Motto „Stadtnah. Naturnah“ entstanden in der Klammstraße elf neue Wohnungen /
Sportliche Bauzeit von neun Monaten für das neue Sportzentrum in Matrei am Brenner /
Wohnanlage Gufeltalweg mit vielen optischen Highlights
WOHNUNGSBAU
80
Vorarlberg, das „Land der Häuslebauer“ 46 Wohnanlage Frieden, Vomp
Flexible Reihenhäuser aus Holz in Langen bei Bregenz / Ökologisches Doppelhaus am Beitrag: STRABAG AG, Direktion AF Tirol/Vorarlberg
Linaweg in Feldkirch-Nofels
Inhalt 388
Kreativer, raumgebender Rahmen für Mensch und Umwelt
Wohnanlage in Innsbruck in Massivholz-Bauweise für acht Wohneinheiten /
Wohnanlage in Vils in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern / Terrassenwohnanlage
in Patsch am Greideweg / Wohnprojekt in Südwestlage an der Nagillergasse in
Innsbruck
80 Reihenhäuser, Gschwend bei Langen
Beitrag: trimana GmbH
WOHNUNGSBAU / GEWERBEBAUTEN
66
Wohnen und leben mit Licht
Bäumlequartier in einzigartiger Bodensee-Lage in Lochau / Moderne Wohnanlage, nur
wenige Gehminuten von der Bregenzerach entfernt / Attraktive Wohnanlage mit 26
Wohnungen in der Gemeinde Zwischenwasser / 16 neue Wohnungen in bester Lage
von Feldkirch
88 Wohnanlage Karl-Innerebner-Straße, Innsbruck
Beitrag: teamk2 [architects] ZT GMBH
SANIERUNG / WOHN- UND GESCHÄFTSBAUTEN
74
Wohnobjekte in zeitloser Eleganz und flexibler Nutzung
Vogelfrei wohnen in Hötting-West / Colin Collection privée und Colin Collection im
Herzen der pulsierenden Stadt Innsbruck / Wohnen im Grünen in der verkehrsberuhigten
Tiergartenstraße in der Höttinger Au / Wohn- und Geschäftshaus Heiliggeiststraße in
Innsbruck mit innovativer Architektur
66 Wohnanlage Heldendankstraße, Bregenz
Beitrag: Rhomberg Bau GmbH
SERVICE
90
Die Bauspezialisten – Branchenverzeichnis
97
Impressum
Diese Ausgabe finden Sie auch im Internet unter
74 Colin Collection privée, Innsbruck
www.wv-verlag.at
mit vielen Suchfunktionen und mehr!
Beitrag: Moser Wohnbau & Immobilien GmbH
4 InhaltUnterstützung für leistbares Wohnen
Gerade weil Tirol als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum gilt, ist auch die Preisdynamik im
Bereich Wohnen enorm. Grund dafür sind neben dem in Tirol beschränkten Siedlungsraum sowie
weltweit steigenden Baumaterialkosten auch Veranlagungen und Spekulationen. Grund genug für
die Tiroler Landesregierung, nach der umfassenden Wohnreform aus dem Jahr 2019 an weiteren
Schrauben in den Bereichen Raumordnung, Wohnbauförderung und Grundverkehr zu drehen. „Wir
wollen die Rahmenbedingungen für leistbares Wohnen in Tirol verbessern und steuern dort, wo wir
die Möglichkeit haben, mit aller Kraft gegen Negativentwicklungen. Damit sollen die Preisdynamik
gedämpft und die Menschen unterstützt werden“, sagte Finanzreferent LH Günther Platter Anfang
Juni 2021. Gemeinsam mit LHStvin Ingrid Felipe, LHStv Josef Geisler, Wohnbaulandesrätin Beate
Palfrader und Raumordnungs- und Gemeindelandesrat Johannes Tratter wurden die Eckpunkte des
neuen Wohnpakets präsentiert.
„Leistbares Wohnen für alle“ ist und bleibt das vorrangige Ziel der Landes-Wohnbaupolitik in Vorarl-
berg, betonte Landesrat Marco Tittler anlässlich der Jahres-Bilanz der VOGEWOSI im Dezember 2020:
„Allein heuer sind knapp 45 Mio. Euro für die Fortführung der Wohnbauoffensive des Landes veran-
schlagt“. Die erhöhte Bauleistung im gemeinnützigen Wohnbau ist eine der Maßnahmen, mit denen
das Land dem gestiegenen Bedarf an Wohnraum begegnete, sagte Tittler. In den vergangenen Jahren
wurden neben dem Bauprogramm auch weitere Initiativen gestartet, die zum leistbaren Wohnen
beitragen. Dazu zählt das Programm „Wohnen 500“, bei dem durch intelligente Planung und System-
bauweise Kosteneinsparungen erzielt werden, ebenso wie auch das Projekt „Sicher vermieten“, das
die Mobilisierung von Leerstand zum Ziel hat. „Beide Projekte wurden gemeinsam mit der VOGEWOSI
entwickelt. Auch daran zeigt sich die Bedeutung und der Beitrag der Gemeinnützigen für das Thema
leistbares Wohnen“, so Tittler abschließend.
Wir haben uns mit dieser Ausgabe die Aufgabe gestellt, anhand ausgewählter Wohnbauprojekte die
vielfältige Bandbreite architektonischer Kreativität und intelligenter Lösungskonzepte in Tirol und
Vorarlberg aufzuzeigen. „Wohnbau INNSBRUCK/TIROL/VORARLBERG 2021“ ist eine Publikation über
die baulichen Aktivitäten im Wohnbau in und um Innsbruck und zugleich ein nützliches Nachschlage-
werk. Die vorgestellten und im Branchenverzeichnis „Die Bauspezialisten“ am Ende der Ausgabe
aufgeführten Firmen präsentieren sich als leistungsstarke Baupartner, die durch Kompetenz, Flexibilität
und Innovationsbereitschaft überzeugen.
Ihre WV Chefredaktion
Editorial 5Wohnen in Tirol fördern und
leistbarer machen
Von Günther Platter
Landeshauptmann von Tirol
Abb.: Land Tirol – Blickfang
Tirol als Land im Gebirge ist geprägt von einem hohen Anteil an Gebirgsfläche, Wald und
Weidewiesen sowie engen Tälern. Dadurch ergibt sich eine besondere Situation mit vielen Herausfor-
derungen im Wohnbau. Durch eine gezielte Raumordnung und eine nachhaltige Wohnbauförderung
investiert das Land Tirol seit jeher intensiv im Bereich Wohnen.
Auf die Wohnbauförderung als ein wesentliches Instrument zur Förderung leistbareren Wohnens legt
das Land Tirol ein besonderes Augenmerk. So wurde erst kürzlich die größte Reform im Bereich der
Wohnbauförderung für junges Wohnen beschlossen. Dafür stellt das Land Tirol zusätzliche Budget-
mittel in der Höhe von 50 Mio. Euro zur Verfügung.
So haben wir mit der „Subjektförderung light“ der Bevölkerung ein wichtiges Fundament zum
Erwerb einer Eigentumswohnung gelegt. Um jungen Menschen zu helfen, kann diese Förderung mit
dem Zuschuss für junges Wohnen kombiniert werden. Das Reformpaket soll noch im heurigen
Sommer in Kraft treten. Ebenso wurde das „5-Euro-Wohnen“ für junge Menschen und einkommens-
schwache Personen weiterentwickelt und soll Menschen bis 35 Jahren den Sprung in die Eigenstän-
digkeit ermöglichen. Beim „5-Euro-Wohnen“ betragen die anfänglichen Mietkosten inklusive Be-
triebs- und Heizkosten für einen Quadratmeter nicht mehr als 5 Euro. Dieses Fördermodell eignet sich
nicht nur für die Städte, sondern auch für Gemeinden am Land.
Kräftig von 1.000 auf 1.600 Euro pro Quadratmeter angehoben haben wir auch die Heimfördersätze
für Studierendenwohnungen. Das Land Tirol leistet somit einen Beitrag, um die Monatsmieten für
Studentinnen und Studenten auf unter 400 Euro zu bringen. Als weitere Hilfe beim Wohnen flachen
wir die Zinssteigerungen bei den Wohnbauförderdarlehen massiv ab, um die Mietpreise möglichst
stabil zu halten. Dazu gehört auch die Erhöhung der Fördersätze für verdichtete Bauweise um bis zu
130 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt nun der höchste Fördersatz bei 1.400 Euro pro Quadratmeter,
die maximale Kreditförderung beträgt 154.000 Euro.
Nicht zuletzt durch die Corona-Krise spielt für immer mehr Menschen das Homeoffice eine wichtige
Rolle. Dem werden wir nun mit der Förderung zur Einrichtung eines Homeoffice für 10 m² zu Hause
gerecht. Erhöht und angepasst wird auch noch die Wohnbeihilfe.
Als Landeshauptmann von Tirol ist es mir ein ständiges Anliegen, Wohnen in Tirol zu fördern und
leistbarer zu machen.
6 StandpunkteWohnen in attraktiver
Atmosphäre
Von Mag. Markus Wallner
Landeshauptmann von Vorarlberg und
Mag. Marco Tittler
Wirtschafts-, Raumplanungs- und Wohnbaulandesrat
in Vorarlberg
Abbildungen: Land Vorarlberg/Mathis Fotografie
Vorarlberg nimmt beim Wohnen, Bauen und Sanieren ebenso wie bei der Raum- und Verkehrspolitik
eine aktiv gestaltende Rolle ein, weil die Lebens- und Standortqualität einer Region maßgebend auch
von diesen Faktoren bestimmt wird. Im Vordergrund steht das Anliegen, für die Bürgerinnen und Bür-
ger bedarfsgerecht und zu leistbaren Bedingungen neuen Wohnraum zu schaffen. Sehr großes Au-
genmerk liegt darüber hinaus auf den Themenbereichen Nachhaltigkeit, spar- und sorgsamer
Umgang mit Grund und Boden, Energieeffizienz sowie Klimaschutz.
Für die räumliche Gestaltung und Entwicklung in den nächsten Jahren wurde mit dem Raumbild Vor-
arlberg 2030 erstmals ein landesweiter strategischer Leitfaden erarbeitet, der ganzheitlich alle Stand-
punkte, Bedürfnisse und Interessen in die Betrachtung miteinbezieht. Denn klar ist, dass die Dynamik
Vorarlbergs als attraktiver Lebens- und erfolgreicher Wirtschaftsraum eher noch zu- als abnimmt. Die
Anforderungen werden dadurch vielfältiger, aber der Raum ist nicht vermehrbar. Mit dem Raumbild
2030 ist es möglich, eine gute Abstimmung zwischen Siedlungsentwicklung und Mobilität, Wirtschaft,
Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, aber auch dem Erhalt von Freiräumen und Naturlandschaft si-
cherzustellen.
Neben finanziellen Unterstützungen mit u.a. ökologischen Boni und der Mobilisierung leer stehender
Wohnungen (Initiative „Sicher vermieten“) wird seitens des Landes auch großes Augenmerk auf die
Siedlungsentwicklung gelegt. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden soll die Wohn- und Aufent-
haltsqualität für Menschen allen Alters in den Siedlungsgebieten weiter erhöht werden. So wird mit
vielfältigen Maßnahmen der öffentliche Raum aufgewertet, um diesem wieder stärkere Bedeutung
im Alltag zukommen zu lassen, Gemeinschaftsleben zu fördern und zugleich die Voraussetzungen für
eine qualitätsvolle und maßvolle Nachverdichtung innerhalb des Siedlungsgebiets zu schaffen.
Gerade dieser Fokus auf die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität gepaart mit ökologischem
Bewusstsein und hohem gestalterischem Innovationsgrad zeichnet die Vorarlberger Bau- und Wohn-
kultur aus.
Mit der vorliegenden Publikation werden wichtige regionale Aspekte von (Wohn)Bau und Architektur
näher beleuchtet und ins Blickfeld einer interessierten Öffentlichkeit gerückt. Dafür bedanken wir
uns im Namen des Landes sehr herzlich. Den Leserinnen und Lesern wünschen wir bei der Lektüre
gute Unterhaltung.
Standpunkte 7Moderne Stadtentwicklung mit
Fokus auf leistbares Wohnen
Von Georg Willi
Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck
Abb.: Franz Oss
Alpin, urban und smart – so beschreiben wir gerne Innsbruck, eine Stadt, die durch ihre Lage in den
Bergen geprägt ist. Diesen Bergen verdanken wir unseren internationalen Ruf, wir profitieren von
ihnen wirtschaftlich. Als Naherholungsraum steigern sie die Lebensqualität und tragen so zur Attrak-
tivität Innsbrucks als Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsort bei. Leben in den Bergen, insbesondere ur-
banes Leben in den Bergen, stellt aber auch eine besondere Herausforderung dar: Es heißt Leben auf
natürlich begrenztem Raum. Da sind smarte Lösungen gefragt.
Innsbruck wächst, Wohnen ist teuer, Wohnraumbeschaffung, und zwar leistbares Wohnen für unter-
schiedlichste Bedürfnisse, ist eine der zentralen Aufgaben der Stadt. Das betrifft Mieten, aber auch
Wohneigentum. Wir setzen dabei sowohl auf Nachverdichtung im Bestand als auch auf die
Erschließung neuer Wohngebiete. Egal ob Sanierungen und Aufstockungen oder Großbauprojekte,
wo in den nächsten Jahren ganz neue Stadtteile entstehen, wie am Campagne-Areal in der Reichenau
mit 1.100 geplanten Wohnungen, den Sillhöfen in Pradl-Süd mit bis zu 800 Wohnungen oder dem
Projekt Harterhöfe im Westen der Stadt mit einem Potenzial für bis zu 1.500 Wohnungen, bemühen
wir uns bei allen Wohnbauvorhaben um beste Wohn- und Lebensqualität.
Das heißt architektonisch anspruchsvoll, passend zu einer Universitätsstadt mit eigener Architektur-
Fakultät, aber auch mit Blick auf das große Ganze. Infrastrukturen, wie die Anbindung an das öffent-
liche Verkehrsnetz, Radwege, Spielplätze und Grünanlagen und Raum für wichtige Nahversorger und
Kinderbetreuungseinrichtungen werden von Anfang an eingeplant. Dabei versuchen wir durch inno-
vative kooperative Planungsverfahren Innsbrucks Bevölkerung in den Prozess einzubinden. Auch das
macht Wohnqualität aus.
Nachhaltigkeitsstandards beim Bauen und Sanieren, zum Beispiel Passivhausbauweise oder die
Nutzung innovativer erneuerbarer Energielösungen, tragen nicht nur zur Lebensqualität bei, sie
öffnen auch den Weg zu europäischen Förderprogrammen, wie Sinfonia oder Europan, und tragen
zusätzlich durch geringere Betriebskosten längerfristig zu leistbarem Wohnen bei.
Ich freue mich, dass mit dieser Publikation ein Einblick in modernes Wohnen im alpinen Raum ermög-
licht wird.
8 StandpunktePer Mausklick und App Überblick über Baubranche
Ausgaben der Architekturtitel des WV-Verlages unter www.bauenundwirtschaft.com als Vollversion
im Internet. Verlags-App und -Newsletter informieren zusätzlich
vieles mehr. Den Gesamtüberblick bieten Ihnen die Branchenver-
zeichnisse „Die Bauspezialisten“ unserer Ausgaben, von dort erhal-
ten Sie nach einem Mausklick auf die Adresse den entsprechenden
Beitrag oder das gewünschte Firmenprofil angezeigt. Wurde in der ge-
druckten Ausgabe eine Homepage-Adresse veröffentlicht, so sind Sie
durch die von uns als Service gesetzte Verlinkung wiederum nur ei-
nen Mausklick von der gewünschten Firmenhomepage entfernt.
Auch ein Überblick über ausländische Bauprojekte und die Architek-
turszene ist auf der Seite www.bauenundwirtschaft.com möglich: Die
Ausgaben des WV-Verlages erscheinen mit regionalem Bezug in
Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechten-
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Im Blickpunkt 9Wohnbau in Tirol und Vorarlberg
Leistbar, klimafit und zukunftsweisend wohnen in Tirol / Leistbarer Wohnraum in Vorarlberg: Neubau-
Beispiel „Alberschwende Hof“ in Alberschwende / Wohnbauprojekt „Am Schlosshang“ in Feldkirch /
Stadtquartier „Stadt Carré“ in Innsbruck / Villa B in Aldrans / Studentenwohnungen und Micro-Living
„Ernas Haus“ in Dornbirn / Mehrfamilienhaus mit Konzept 2226 in Dornbirn / Einfamilienhaus in Thurn
LEISTBAR, KLIMAFIT UND ZUKUNFTSWEISEND WOHNEN IN
TIROL
Leistbar, klimafit und zukunftsweisend soll Wohnen in Tirol werden.
Das Land Tirol hat dazu ein umfangreiches Maßnahmenpaket ge-
schnürt. Tirol hat es sich dabei zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050
energieautonom zu werden. Dabei spielt auch klimafittes Wohnen eine
bedeutende Rolle. So ist es mit dem neuen Klimapaket so günstig wie
noch nie, bei der Heizung aus dem Öl auszusteigen. Seit Anfang 2021
dürfen Ölheizungen nicht mehr im Neubau eingesetzt werden, und
bestehende Ölheizungen, die älter als zehn Jahre sind, müssen bei gro-
ßen Renovierungen erneuert werden. Ab 2025 ist ein verpflichtender
Austausch von Ölkesseln, die älter als 25 Jahre sind, geplant, und ab
dem Jahr 2035 sollen sämtliche bestehende Ölheizungen ausgetauscht
werden.
„Bis zu 70.000 Ölkessel gibt es noch in Tirol. Um diese Zahl deutlich
zu reduzieren, gibt es beim Umstieg zusätzlich zu den Bundes- und
Landesförderungen jetzt auch noch einen Einmal-Bonus in der Höhe
von 3.000 Euro“, informiert Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader. Denn
mehr als ein Viertel des Tiroler Energiebedarfs geht aktuell auf das
Heizen unserer Wohnungen zurück.
Ökologische Impulse können gerade für die Zeit nach der Pandemie
wesentlich zur Belebung der heimischen Bau- und Energiewirtschaft Leistbar, klimafit und zukunftsweisend wohnen in Tirol: Starke ökologische Impulse
beitragen. „Das sind genau die richtigen Maßnahmen zum richtigen kennzeichnen die Reform der Wohnbauförderung in Tirol Abb.: Quelle Land Tirol
Zeitpunkt, denn sie haben enormes wirtschaftliches Potenzial und
schaffen Arbeitsplätze sowie regionale Wertschöpfung“, betont LRin dem Zuschuss für „Junges Wohnen“ kombiniert werden.
Palfrader, die zugleich auch für die Bereiche Arbeit und Bildung in Ti- Für die Realisierung von Studierenden-Wohnungen werden die Heim-
rol zuständig ist. sätze kräftig von 1.000 auf 1.600 Euro pro Quadratmeter erhöht. Da-
Wer ökologisch baut, erhält mehr und höhere Förderungen. Bei- mit leistet das Land Tirol einen wesentlichen Beitrag, um die Mo-
spielsweise werden Photovoltaik-Anlagen, eine effiziente Warmwas- natsmieten auf unter 400 Euro senken zu können.
ser-Aufbereitung und Dachbegrünungen gefördert. Eine höhere För- Weiters werden die Zinssteigerungen massiv abgeflacht, und es wird
derung gibt es auch für die Verwendung ökologischer Baustoffe. Die damit sichergestellt, dass die Mietpreisentwicklung stabil bleibt. Ein-
Zielsetzung, Grund und Boden sparsam einzusetzen, wird durch eine hergehend werden auch noch die Fördersätze für verdichtete Bauweise
stärkere Förderung der Nachverdichtung erreicht. noch einmal um bis zu 130 Euro pro Quadratmeter erhöht. Damit liegt
Zum Klimapaket gehört auch der neue Öko-Bonus als Zusatzförde- nun der höchste Fördersatz bei 1.400 Euro pro Quadratmeter und die
rung für umfassende Sanierungen. Dabei müssen mindestens drei von maximale Kreditförderung bei 154.000 Euro.
fünf Bauteilen eines Hauses saniert werden. Damit kann zwischen Während der Corona-Pandemie hat auch die Bedeutung von Home-
3.850 und 18.150 Euro zusätzliches Fördergeld abgeholt werden. Die office stark zugenommen. Deshalb wird im Wohnbauförderungs-Re-
neue Sanierungsoffensive wurde bis 31. Dezember 2021 verlängert. formpaket eine neue Förderung für Homeoffice eingeführt. Die dafür
Es war die bisher größte Reform der vergangenen Jahre im Bereich notwendigen zusätzlichen 10 m² einer Wohnung werden in der För-
der Wohnbauförderung, die im März 2021 von der Tiroler Landesre- derung zusätzlich berücksichtigt. Zuletzt wird auch noch die Wohn-
gierung beschlossen wurde und die noch im heurigen Sommer in Kraft beihilfe erhöht und angepasst.
treten soll: Dabei wurde ein 50 Mio. Euro schweres Paket für leistba- Die Wohnbauförderung des Landes Tirol informiert über die ver-
res Wohnen geschnürt. Zu diesem Paket zählt eine völlig neue Sub- schiedenen Fördermöglichkeiten rund um Bauen, Sanieren und
jektförderung light – eine weitere große Schiene für den Eigentums- Wohnen: Tel.: +43 512 508 2732, wohnbaufoerderung@tirol.gv.at,
erwerb. Um gerade auch junge Leute zu unterstützen, kann diese mit www.tirol.gv.at/wohnbau.
10 Im BlickpunktLEISTBARER WOHNRAUM IN VORARLBERG: NEUBAU-BEISPIEL
„ALBERSCHWENDE HOF“, ALBERSCHWENDE
Vom Vorarlberger Rheintal durch den Achraintunnel kommend ist Al- Förderbeispiel Einfamilienhaus Tirol:
150 m² Wohnnutzfläche, Niedertemperatur-Verteilsystem
berschwende der erste Ort im Bregenzerwald. Im Ortsteil „Hof“ – mit-
Ölkessel wird durch Luft-Wärmepumpe ersetzt
ten im Zentrum der rund 3.300 Einwohner Gemeinde – entstand ein
Kosten – förderungsfähig 20.000 Euro
neues Herzstück, welches sich unscheinbar in die vorhandene Orts-
bebauung eingliedert.
Förderung
Schon längst ist die Herausforderung zur Schaffung von kostengüns-
Einmalzuschuss (25 Prozent) 5.000 Euro
tigen Wohnungen auch in den Talschaften Vorarlbergs angekommen,
Bonus klimafreundliches Heizen 3.000 Euro
weitestgehend vorbei sind die Zeiten, dass ausreichend Bauplätze für Summe 8.000 Euro
die Kinder vererbt werden konnten und sich jede Generation ihr Ein- Zusätzlich Bundesförderung möglich max. 5.000 Euro
familienhaus bauen konnte. Die Vorarlberger Wohnbauselbsthilfe ist max. 13.000 Euro Förderung möglich (65 Prozent der Kosten)
ein gemeinnütziges Wohnbauunternehmen und ein Garant für leist-
baren Wohnraum seit mittlerweile 70 Jahren. In den Nachkriegsjah-
ren wahrlich als Selbsthilfeverbund von Bauwilligen gegründet, die
sich wechselseitig Arbeitsleistung zur Schaffung von Eigenheimen be- werberliste, abgestimmt. Diese enge Zusammenarbeit stellt sicher, dass
reitstellten, zählt das Unternehmen Wohnbauselbsthilfe heute zu den Wohnraum dem Bedarf entsprechend geplant und errichtet wird. Da-
größeren Bauträgern und Hausverwaltern im Ländle mit nicht unwe- bei war immer wieder das Schaffen von Eigentum über die Möglich-
sentlicher regionaler Wertschöpfung. keit des Mietkaufes von besonderer Bedeutung, dieses Modell gewinnt
Insbesondere bei ländlichen Projekten ist der integrative Wohnbau gegenwärtig wieder stark an Bedeutung. Eine zentrale Rolle bei der
mittlerweile ein zentrales Element der Sozial- und Familienpolitik, ge- Finanzierung nimmt die Wohnbauförderung des Landes Vorarlberg ein,
lingt es doch durch attraktiven und kostengünstigen Lebensraum nicht über welche die Miethöhe abgefedert und somit leistbarer Wohnraum
nur die junge Generation im Dorf zu halten, sondern auch alters- entstehen kann. Die Projektplanung wie auch die Kostenvorgaben ha-
taugliche, betreubare Wohnungen mit Liftzugang für Senioren be- ben sich dabei an den Vorgaben der Vorarlberger Wohnbauförde-
reitzustellen oder jungen Familien ein attraktives Zuhause anzubie- rungsrichtlinien zu orientieren.
ten. Um den verschiedenen Lebenssituationen und den individuellen
Anforderungen gerecht zu werden, ist es notwendig, diese Rahmen-
Leistbarer Wohnraum in Vorarlberg – Neubau-Beispiel „Alberschwende Hof“, Alber-
bedingungen frühzeitig zu kennen, um entsprechende Planungen zu schwende: Gemeinsam mit Cukrowicz Nachbaur Architekten und der Gemeinde Al-
ermöglichen. Dazu wird das Bauprogramm der gemeinnützigen Wohn- berschwende ist es gelungen, auf sensible Art zwei Baukörper mit insgesamt 18
baugesellschaften in Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg und Einheiten in das vorhandene Umfeld zu integrieren
Architektur: Cukrowicz Nachbaur Architekten, Bregenz; Abb.: Wohnbauselbsthilfe Vorarlberger
mit der Standortgemeinde, basierend auf der jeweiligen Wohnungs- gemeinnützige Gen.m.b.H., Bregenz
Im Blickpunkt 11Gemeinsam mit Cukrowicz Nachbaur Architekten und der Gemeinde möglicht eine gute soziale Durchmischung in den beiden Häusern. Jede
Alberschwende ist es gelungen, auf sensible Art zwei Baukörper mit Wohnung verfügt über einen Außenraumbezug, in den Obergeschos-
insgesamt 18 Einheiten in das vorhandene Umfeld zu integrieren. Da- sen über Loggien, die in naturbelassenem Holz gehalten sind. Ein Ge-
bei besticht das Projekt in seiner Ausdrucksweise durch die klar er- meinschaftsraum dient der Gemeinschaftspflege und kann von den
kennbare traditionelle Bregenzerwälder Architektursprache und den Bewohnern für verschiedene Anlässe benutzt werden. Trockenräume,
respektvollen Umgang im Dialog mit der benachbarten Umgebung. großzügige Fahrrad- und Kinderwagenräume wie auch eine zentrale
Zeitgleich wird die Möglichkeit für durchmischte und nachhaltige Nutz- Tiefgarage runden die Gemeinschaftseinrichtungen ab. In der Hofsi-
barkeit der einzelnen Einheiten geschaffen. tuation zwischen den beiden Gebäuden gelegen fühlen sich die Kin-
Das Projekt „Alberschwende Hof“ besticht durch gut eingeteilte bar- der richtig wohl. Gut einsehbar wurden nicht nur Spielgeräte platziert,
rierefreie Wohnungen (Erstbezug 2020) und einer Geschäftseinheit, sondern findet sich ein generationenübergreifender Aufenthaltsplatz.
in der sich ein Versicherungsunternehmen mit Zulassungsstelle nie- Technisch gesehen wird über eine Hybridbauweise bestehend aus Ske-
dergelassen hat. Sämtliche Wohnungen wurden in Zusammenarbeit lettbau in Kombination mit Außenwänden in Holz-Multiboxbau und
mit der Standortgemeinde anhand der Wohnungsvergaberichtlinien einer hinterlüfteten Holzschindelfassade der Verwendung des Bau-
des Landes an die Bewohnerinnen und Bewohner vergeben. Ein ver- stoffes Holz Rechnung getragen. Die Energieversorgung der Heizung
nünftiger Mix aus geförderten Miet- und Mietkaufwohnungen er- erfolgt über einen Fernwärmeanschluss an das Leitungsnetz der lo-
kalen Biomasse Fernwärme. Das Haustechnikkonzept beinhaltet eine
kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
Aufgrund des tollen Erfolges sowie der vielfältigen und flexiblen Nut-
zungsmöglichkeiten ist mittlerweile schon das nächste integrative Pro-
jekt der Wohnbauselbsthilfe in Alberschwende in Bau, welches im Früh-
jahr 2022 den neuen Bewohnern übergeben werden kann.
Die Abteilung Wohnbauförderung der Vorarlberger Landesregierung
informiert gerne über die verschiedenen Fördermöglichkeiten rund
um Bauen, Sanieren und Wohnen: Tel.: +43 5574 511 8080,
wohnen@vorarlberg.at, www.vorarlberg.at/wohnen.
Leistbarer Wohnraum in Vorarlberg – Neubau-Beispiel „Alberschwende Hof“, Alber-
schwende: Das Projekt besticht in seiner Ausdrucksweise durch die klar erkennbare
traditionelle Bregenzerwälder Architektursprache und den respektvollen Umgang im
Dialog mit der benachbarten Umgebung
Architektur: Cukrowicz Nachbaur Architekten, Bregenz; Abbildungen: Wohnbauselbsthilfe
Vorarlberger gemeinnützige Gen.m.b.H., Bregenz
12 Im BlickpunktWOHNBAUPROJEKT „AM SCHLOSSHANG“, FELDKIRCH Wohnbauprojekt „Am Schlosshang“, Feldkirch: Auf einer Gesamtfläche von ca.
12.500 m² am Fuße des Schlosses entstehen in Hanglage qualitativ hochwertige Gar-
Die ZIMA Wohn Baugesellschaft mbH aus Dornbirn erstellt voraus- ten-, Terrassen- und Dachgeschosswohnungen mit Blick über die Dächer von Feld-
sichtlich bis Ende 2020 ein Wohnbauprojekt in Hanglage unterhalb kirch
Architektur: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn; Abb.: Quelle ZIMA Wohn Baugesellschaft
von Schloss Amberg in Feldkirch. Auf einer Gesamtfläche von ca. mbH, Dornbirn
12.500 m² am Fuße des Schlosses entstehen qualitativ hochwertige
Garten-, Terrassen- und Dachgeschosswohnungen mit Blick über die zeitig Teil eines Gebiets, das in den nächsten Jahren städtebaulich wei-
Dächer von Feldkirch. Aus einem Architekturwettbewerb mit sieben terentwickelt werden soll“, freute sich der damals amtierende Bür-
namhaften österreichischen Architekturbüros ist das Projekt von germeister Mag. Wilfried Berchtold anlässlich der Präsentation des Pro-
Johannes Kaufmann als Sieger hervorgegangen. Die mit südwestlicher jektes 2018.
Ausrichtung in attraktiver Hanglage geplante Wohnanlage überzeugt Die nähere Umgebung ist durch eine Ein- und Mehrfamilienhausbe-
mit ihrer Kleingliedrigkeit – nur 62 Wohneinheiten in sechs Baukör- bauung geprägt, in die sich das geplante Quartier mit seinem En-
pern – und einem hochwertigen Außenraumkonzept. Die sechs sanft semble aus sechs Baukörpern in den Bestand einfügt. Während das
in die Umgebung integrierten Baukörper bieten hochwertiges Hanggeschoss als massiver Sockel ausgeführt wird, werden die Ober-
Panoramawohnen an unverbaubarer Hanglage. geschosse in Holz-Hybridbauweise errichtet. Die Geschossanzahl va-
Die Hangbebauung erlaubt Aus- und Durchblicke und zeichnet sich riiert entsprechend der Situierung am Hang zwischen Hanggeschoss
durch ihre besondere und wertvolle Lage aus. Die Kleingliedrigkeit der +2 und +3. Die Baukörper verfügen jeweils erst in zweiter Reihe über
Wohnanlage und die Aussicht über die Dächer von Feldkirch bilden
die beste Grundlage für hochwertige Wohnqualität. Neben licht-
durchfluteten Wohnräumen sorgen große Terrassen sowie natürlich
belichtete Bäder und Stiegen für Lebensqualität.
In wenigen Gehminuten befindet man sich in der Feldkircher Altstadt.
Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist ebenso gegeben wie
ein hoher Erholungswert im umgebenden Grünraum. „Im Rahmen der
aktuell laufenden Stadtentwicklungsplanung für Feldkirch geht es uns
um eine qualitätsvolle Entwicklung der Stadt. In der Verlängerung der
Achse Wichnergasse und Bahnhofcity wird Am Schlosshang ein at-
traktiver Wohnraum für Feldkirch geschaffen. Das Projekt ist gleich-
Wohnbauprojekt „Am Schlosshang“, Feldkirch: Dieses Projekt punktet unter ande-
rem durch eine tolle Aussicht
Architektur: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn; Abb.: Quelle ZIMA Wohn Baugesellschaft
mbH, Dornbirn
Im Blickpunkt 13eine höhere Geschosszahl. Die Bebauung folgt somit dem ansteigen-
den Hang.
Zwei getrennte Tiefgaragen wurden trotz der lockeren oberirdischen
Bebauung optimal unter den Gebäuden situiert und sind von jedem
der sechs Gebäude barrierefrei und auf kurzem Weg erreichbar. Das
siegreiche Architektenteam von Johannes Kaufmann nutzt mit seiner
Planung die außergewöhnliche Lage für eine stilvolle und sanfte Be-
bauung. Dieses Projekt punktet unter anderem durch die Kleinglied-
rigkeit der Wohnanlage und die dadurch entstehenden Freiräume so-
wie der tollen Aussicht auf die Stadt.
Das anspruchsvolle Freiraumkonzept bildet eine weitere Basis für die
Wohnbauprojekt „Am Schlosshang“, Feldkirch: Das anspruchsvolle Freiraumkonzept
bildet eine weitere Basis für die hohe Lebensqualität am Schlosshang. Im Zentrum
des Quartiers entstehen verschiedenste Plätze, die als Treffpunkt dienen
Architektur: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn; Abbildungen: Quelle ZIMA Wohn
Baugesellschaft mbH, Dornbirn
14 Im Blickpunkthohe Lebensqualität am Schlosshang. Im Zentrum des Quartiers ent- Stadtquartier „Stadt Carré“, Innsbruck: Das „Stadt Carré“ versteht sich als umfas-
sende raumbildende Einheit. Es entsteht Raum für Neues, Sozialraum für Leben, Ge-
stehen verschiedenste Plätze, die als Treffpunkt dienen. Ebenso wird meinschaft und für Generationen
ein Kinderaufenthaltsbereich mit mehreren Höhenniveaus entstehen Architektur: Architekturb(r)auerei, Innsbruck; Abb.: Quelle ZIMA Stadtentwicklungs GmbH, Inns-
bruck
und die Topografie bei allen Spielräumen als spannendes Spielelement
zum Rutschen, Klettern und Balancieren genutzt. Eine hohe Pflan-
zenvielfalt mit Obstbäumen, Sträuchern und Blühsträuchern ergänzen de, moderne und zukunftsfähige Projekt nun umgesetzt wird. Ich hof-
die Aufenthaltsqualität für Bewohner wie Besucher. fe, dass in Zukunft viele Menschen hier ein schönes, neues Zuhause
in Wilten finden werden“, zeigt sich Bürgermeister Georg Willi erfreut
STADTQUARTIER „STADT CARRÉ“, INNSBRUCK über das neu entstehende Stadtteilquartier im Süden von Innsbruck.
In der Universitätsstadt Innsbruck im Stadtteil Wilten realisiert ZIMA Der Baustart ist 2020 erfolgt. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 ge-
Tirol das attraktive Stadtquartier „Stadt Carré“. Das vier Baukörper plant.
umfassende Wohnquartier mit insgesamt 251 Wohneinheiten wird „Stadtleben steht für vieles, vor allem aber für das Zusammenleben
durch attraktive Geschäftsflächen in der Sockelzone abgerundet. Ein unterschiedlicher Menschen, mit unterschiedlichen Lebensbiografien,
besonderes Highlight: die 73 modernen, vollmöblierten Micro-Living-
Apartments. ZIMA investiert in das urbane Großprojekt ca. 60 Mio.
Euro. „Gemeinsam mit der Stadt Innsbruck und dem Gestaltungsbei-
rat haben wir in sehr konstruktiven Gesprächen die beste Lösung für
das Geviert zwischen der Egger-Lienz-, der Andreas-Hofer- und der
Sonnenburgstraße gefunden. Wir freuen uns, dass wir nun mit dem
Vertrieb und den Vorarbeiten des neuen Vorzeige-Stadtquartiers be-
ginnen können“, freut sich Alexander Wolf, Geschäftsführer der ZIMA
Tirol, über diesen Meilenstein. „Ich bin froh, dass dieses, wie ich fin-
Stadtquartier „Stadt Carré“, Innsbruck: Das vier Baukörper umfassende Wohnquar-
tier mit insgesamt 251 Wohneinheiten wird durch attraktive Geschäftsflächen in der
Sockelzone abgerundet. Ein besonderes Highlight: die 73 modernen, vollmöblierten
Micro-Living-Apartments
Architektur: Architekturb(r)auerei, Innsbruck; Abb.: Quelle ZIMA Stadtentwicklungs GmbH,
Innsbruck
Im Blickpunkt 15Stadtquartier „Stadt Carré“, Innsbruck: Die Baukörper bilden einen neuen, erweiter- nig Fläche bieten. Der Fokus liegt dabei auf dem Wesentlichen, ohne
ten Stadt„raum“ und umschließen im inneren Kern Grünraum zum Durchatmen. Die
Gebäude vereinen verschiedenste Funktionen unter einer Einheit: Einkaufen, Relaxen
dass auf Gemütlichkeit und Komfort verzichtet wird. Das ausgesuch-
auf der Grünfläche und variantenreiches Wohnen te Interieur ist dabei perfekt aufeinander abgestimmt und wirkt durch
Architektur: Architekturb(r)auerei, Innsbruck; Abbildungen: Quelle ZIMA Stadtentwicklungs
GmbH, Innsbruck
die modernen, klaren Linien nie überladen.
„Micro-Living im Stadt Carré ist unsere Antwort auf den Wunsch nach
Geschichten und Wurzeln. Das „Stadt Carré“ wird dem gerecht und Komfort und Flexibilität im Leben. Durch die smarte und dynamische
versammelt als Mikrokosmos Individuen, die letztendlich ein harmo- Gestaltung wird jeder Zentimeter optimal genutzt und die Bewohner
nisches, in sich geschlossenes Gefüge ergeben. Mit einem diversifi- können sich von der ersten Minute an maximal entfalten. Hier finden
zierten Wohnungsmix in Kombination mit attraktiven Nahversorgern, vor allem Singles jeder Altersklasse, Studenten und Pendler ein sor-
geräumigen Community-Treffpunkten als Orte des sozialen Mit- genfreies Zuhause mitten in der Stadt – aber auch sonst jeder, der
einanders, einem grünen Plateau mit hoher Aufenthaltsqualität sowie gerne komfortabel und praktisch wohnt“, so Alexander Wolf über die
einer hervorragenden Infrastruktur – und das alles unter einem Dach City-Living-Apartments.
– können wir nachhaltige Werte für die Zukunft schaffen“, erklärt Das ausgesuchte Interieur ist perfekt aufeinander abgestimmt. Das ist
Alexander Wolf. vollster Komfort, effizient umgesetzt.
Auf einer Grundstücksfläche von rund 5.200 m² entsteht nach Ent-
wurf der Innsbrucker Architekturb(r)auerei ein Gebäudeensemble, das
moderne Wohn- und Gewerbeeinheiten mit einer Nutzfläche von rund
11.100 m² umfasst. Dabei zeichnen sich die Wohneinheiten vor allem
durch ihre unterschiedlichen Grundrisstypologien aus: Neben den Clas-
sic- bzw. Premium-Living-Einheiten sind die modernen Micro-Living-
Apartments (bis 26 m²) die smarten Alleskönner, die unkompliziert,
vollmöbliert und praktisch in der Nutzung grenzenlose Freiheit auf we-
Villa B in Aldrans, nähe Innsbruck: Ein einfaches Haus, das sich verändert – Faltun-
gen, verschobene Satteldächer, ansteigende Traufenlinien, Tiefenwirkung und be-
wusst gewählte Materialien verbinden und verfremden zugleich. Ein Arbeiten mit
Tradition, mit Integrieren, mit Maßstäblichkeit und mit Einbeziehung von Landschaft.
Die Faltungen sind auch im Inneren spürbar und erlebbar: sei es im Grundriss, sei es
am Dach. Bergmeisterwolf Architekten aus Brixen haben diesen 2018 fertiggestellten
Neubau mit 340 m² Nutzfläche unter dem Projektnamen „Faltung“ entworfen
Architektur: Bergmeisterwolf Architekten, Brixen; Abbildungen: Gustav Willeit
16 Im BlickpunktSTUDENTENWOHNUNGEN UND MICRO-LIVING „ERNAS HAUS“, Studentenwohnungen und Micro-Living „Ernas Haus“, Dornbirn
Architektur: Ludescher + Lutz Architekten, Bregenz; Abb.: Elmar Ludescher
DORNBIRN
Ernas Haus ist ein Co-Living Angebot für Studierende, die auf kleiner
Fläche in unmittelbarer Nähe zur Fachhochschule mit großem Kom- fast sogar eine Überzahl von öffentlichen Straßen, von denen einige
fort wohnen und dabei auch Land und Leute kennenlernen wollen. auch eine erhebliche Verkehrsbelastung zu tragen haben. Viele Leute
Die Studierenden haben die Möglichkeit, die Lebensart der Familie passieren den Ortsteil auf dem Weg zum Bregenzerwald bzw. Arlberg.
Winder mitzuerleben, und von der Qualität der Produkte des Win- Dies gilt auch für die Sebastianstraße, die Adresse des von Ludescher +
derhofs zu profitieren. Lutz Architekten aus Bregenz geplanten Projektes.
Der Winderhof befindet sich im Dornbirner Stadtteil Oberdorf, dieses Das Angebot aus der Sicht der Bauherren Martin und Peter Winder:
Quartier kann als ältester Teil Dornbirns bezeichnet werden. Historisch „Unser guter Ruf und unser Know-how als Produzent regionaler land-
erklärt sich die Siedlung durch die Hochwassersicherheit und den ver- wirtschaftlicher Produkte soll auch in das neue Standbein mit der Ver-
hältnismäßig guten Baugrund. Die Umgebung ist geprägt von bäu- mietung von Wohnungen an Studierende einfließen. Als Gastgeber ori-
erlichen Gebäuden und Villen ehemaliger Textilindustrieller. In den ver- entieren wir uns an den Werten der Tourismusstrategie 2020: Gast-
gangenen Jahren ist eine Nachverdichtung vieler Grundstücke durch freundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit. Ernas Haus ist Teil des
kleine Wohnanlagen zu beobachten. Das Quartier hat eine Vielzahl, Winderhofs und das sollen auch die Studierenden spüren. Solide
Studentenwohnungen und Micro-Living „Ernas Haus“, Dornbirn
Wohnqualität mit maximaler Bequemlichkeit und ‚Familienan-
Architektur: Ludescher + Lutz Architekten, Bregenz; Abb.: Elmar Ludescher schluss‘“.
Im Blickpunkt 17Was bieten die Wohnungen für Studierende? In Ernas Haus gibt es 18 Studentenwohnungen und Micro-Living „Ernas Haus“, Dornbirn
Architektur: Ludescher + Lutz Architekten, Bregenz; Abbildungen: Elmar Ludescher
Studios, die durchschnittlich 16 m² groß sind. Alle haben südseitig eine
Veranda.
Hauses zugute: das „Klebdach“ an der Giebelseite des Hauses.
Allein wohnen und doch zusammen sein. Zusammen mit anderen Stu-
dierenden, aber auch zusammen mit der Familie Winder, den Betrei- Die Innenraumgestaltung sollte einfach, frisch und handwerklich na-
bern des Winderhofs. Die Studierenden kommen als Lebensab- heliegend sein. Freiheit von Schadstoffen, Langlebigkeit und War-
schnittsnomaden für ein Semester nach Dornbirn. Auf dem Winder- tungsfreundlichkeit standen dabei immer im Vordergrund. Die kom-
hof können sie sich wie zu Hause fühlen. Die 18 Studios bieten das plette Möblierung der Zimmer, von der Kochnische bis zum Lattenrost
Notwendige mit Schlafplatz, Kochnische, Bad, Schreibtisch und Inter- im Bett, wurden alle vom Bauherrn in Eigenleistung aus geöltem Bir-
netanschluss. Ein ruhiger Raum zum Arbeiten und zum Abschalten. kensperrholz angefertigt. Die Farbe von Wand und Fußböden ist ein
Die Studios sind nachhaltig gebaut und ein Ausdruck der Vorarlber- Verweis auf eine der vertrautesten Farben Österreichs in der Nach-
ger Baukultur. Ernas Haus ist Teil des Ensembles Winderhof, das nach kriegszeit: RAL 6010, das Grasgrün der Steyr-Traktoren, es war auf den
und nach um das Stammhaus herum entstanden ist. Die Studieren- Wiesen zwischen Dornbirn und Eisenstadt allgegenwärtig.
den bekommen eine solide Wohnqualität zum fairen Preis.
MEHRFAMILIENHAUS MIT KONZEPT 2226, DORNBIRN
Das Ensemble, wie es sich heute darstellt: Das bestehende Bauern-
haus aus dem Jahre 1890 war behutsam saniert und durch einen Hof- Das 2020 fertiggestellte Gebäude in Dornbirn bedeutet eine Premi-
laden auf Straßenniveau ergänzt worden. Auf einer dreieckigen Grund- ere: Erstmals wurde nach den Grundsätzen des Konzepts 2226 von
stücksreserve wurde 2015 ein unterkellertes Lagergebäude errichtet, Baumschlager Eberle Architekten ein Wohnhaus errichtet. Es kommt
der sogenannte Beerenstadel, eine wichtige Drehscheibe für die Ver- maßgeblich ohne Geräte für Heizung, Kühlung und Lüftung aus, al-
marktung der hofeigenen Produkte und ein Bekenntnis zum Standort lerdings mussten die Architekt*innen besondere Faktoren berück-
Oberdorf. Für den dritten Bauabschnitt, nämlich Ernas Haus, konnte sichtigen. Dieser Typus unterscheidet sich von den bisherigen 2226-
die Familie ein altes Bauernhaus auf der gegenüberliegenden Stra- Häusern mit ihrer vorwiegenden Misch- und Büronutzung. Wohnbau-
ßenseite erwerben, bis auf den massiven Wohnteil abbrechen und ten erhalten nutzungsbedingt einen niedrigeren Energieeintrag.
durch eine Ergänzung in Holzbauweise die insgesamt 18 Wohnein- Daher wurde ergänzend zum thermischen Speicher des Baukörpers
heiten im Jahr 2020 errichten. auf dem Dach des Mehrfamilienhauses „2226 Graf“ mit seinen acht
Ortsbauliche Idee: Gemeinsam ist den drei Gebäuden das steile Dach 3-Zimmer-Wohnungen – benannt nach dem Konzept 2226 und dem
mit dem geknickten Giebel. Leichtfüßig und abstrahiert antworten die Eigentümer – eine Photovoltaik-Anlage installiert. Sie dient der Warm-
neuen Giebelsilhouetten dem Altbestand und wollen modischen oder wasseraufbereitung und Gebäudetemperierung, während Infrarotpa-
ideologischen Zuordnungen keinen Boden bieten. Direkt an der Stra- neele bei Bedarf zusätzliche Wärme in die Wohnungen bringen kön-
ße positioniert, bilden sie mit dem jahrhundertealten Bauernhaus ein nen. Somit verfügt diese Anlage über eine Art ökologischer Rückver-
Ensemble. Den Architekten ging es bei der Gestaltung der äußeren sicherung.
Hüllen um ein Weitertragen vertrauter Sehgewohnheiten in einem Geld sparen, komfortabel Wohnen und die Umwelt schützen – diese
Ortsteil, der sich in Transformation befindet. Insbesondere die Konti- traditionell widersprüchlichen Vorgaben wurden im „2226 Graf“ ge-
nuität in Familienbesitz und landwirtschaftlicher Nutzung waren dem löst. Im Mehrfamilienhaus werden im Jahresmittel die namensge-
Büro eine Bestärkung in dieser Haltung. Gleichwohl soll auf den zwei- benden Wohlfühl-Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad eingehal-
ten Blick die Transformation vertrauter Elemente in unsere Zeit klar ten. Die Voraussetzungen für den wirtschaftlich relevanten Verzicht
erkennbar werden. auf Betriebsenergie und Wartungskosten sind die Baukonfiguration so-
Die Fassaden sind aus heimischer Weißtanne gefertigt. Die Zimmerei wie die effiziente Steuerung der Energieströme in der Anlage mittels
Kaufmann hat hierbei auf besondere Qualität und Sortierung geach- des 2226-Operating-Systems. Für die notwendige Wärme sorgen die
tet. Das Vordach folgt der Kontur des Bestandes, zieht sich jedoch über Bewohner*innen mit ihrer Körperwärme und den üblichen Geräten
die ganze Länge des Hauses hinweg. Eine Geste, die man bei den al- im Haushalt. Das 2226-Operating-System steuert Wärmehaushalt,
ten Häusern des Quartiers nicht finden kann, die jedoch sehr prak- Feuchtigkeit und CO2-Gehalt der Innenraumluft über automatisierte
tisch auch den Eingang überdeckt. Die Loggien im Süden sind durch Lüftungsflügel.
einen Lattenschirm vor zu viel Strahlung geschützt. Die Fenster an der Wohlfühl-Temperaturen allein machen noch kein optimiertes Raum-
Westfassade sind Bestand, sie werden durch Schiebeläden geschlos- klima aus. Weitere Faktoren spielen eine Rolle: Die Wärme der In-
sen. Hierbei kommt den Architekten ein altes Motiv des Dornbirner nenwände ist ähnlich der Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit be-
18 Im BlickpunktMehrfamilienhaus in Dornbirn mit Konzept 2226
Architektur: Baumschlager Eberle Architekten; Abbildungen: René Dürr
haben Baumschlager Eberle Architekten die Notwendigkeiten der Bau-
wegt sich zwischen erstrebenswerten 40 und 60 Prozent. Das Resul- weise auf ihre Haltung zur Architektur optimal abgestimmt. Ebenso
tat zeigt sich in einem spürbaren Wohn-Komfort, der aus natürlichen wie die möglichst einfache, ressourcenschonende Errichtung von Ge-
Ressourcen gewonnen wird und kostengünstig ist. Selbstverständlich bäuden im Mittelpunkt der Arbeit steht, ist es der Umgang mit den
wird die Umweltbelastung durch den geringeren Energieaufwand zu- elementaren Möglichkeiten der Architektur.
rückgefahren. In Dornbirn steht ein Wohnhaus mit stark plastischen Qualitäten. Es
In Summe ist in Dornbirn ein Mehrfamilienhaus entstanden, das sich steht konkret wie auch bildlich betrachtet am Ort, lebt vom Dialog
durch eine ressourcenschonende, einfache Bauweise auszeichnet. Der zwischen Öffnung und Geschlossenheit. Die Plastizität des Hauses lebt
technische Aufwand wird bewusst reduziert, um die Langlebigkeit und vom Licht, der gewählten Geometrie und dem sinnlich präsenten Ma-
damit die Nachhaltigkeit des Gebäudes deutlich zu steigern. Wo die terial des Gebauten. Mit seiner Ausrichtung nach Westen hin und der
Bauweise an ihre traditionellen Grenzen stößt, greift zeitgemäße Soft- Hanglage am Eschbühel wird das „2226 Graf“ vom Licht begünstigt.
ware ein, um den Wohnkomfort zu erhöhen. Smart-Tech ersetzt High- Auf die Biegung des Grundstückes antwortet die Geometrie mit einer
Tech, um aus wartungsintensiven Wohnmaschinen atmosphärisch an- Staffelung des Baukörpers, die ohne besondere Gestik das Eindeuti-
genehme Häuser für Menschen zu errichten. Mit dem Konzept 2226 ge der Zeilenform relativiert. Städtebaulich bieten Volumen und Geo-
Im Blickpunkt 19metrie einen Dialog zu den Einfamilienhäusern am Hang und den da-
runter liegenden Wohnsiedlungen an. Die Architektur korrespondiert
mit dem Gebäudekonzept, beide sind im Aufwand stark reduziert, brin-
gen ästhetische wie energetische Nachhaltigkeit über alle Moden hin-
weg und sind auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen abgestimmt.
EINFAMILIENHAUS, THURN
Den Grundstein für dieses außergewöhnliche Objekt in Thurn legte
das Grundstück in Hanglage mit der uralten „Klaubmauer“, in
welches sich die Bauherren auf Anhieb verliebten. Für sie stellte
dieses 2 m dicke, historische Mauerwerk einen Mehrwert dar, welches
für andere vermutlich als Hindernis gegolten hätte.
Die Bauherren, das sind Miriam und Leonhard Unterrainer, Planerin Einfamilienhaus, Thurn: Als Grundidee galt es, die Radiusplatte in das Eigenheim zu
und Zimmerermeister. Sie haben das Haus zusammen entworfen. Ein integrieren. Durch die Split-Level-Bauweise kam den Bauherren der Gedanke, die ge-
bogene Platte als Decke bzw. Dach einzubauen. So entstand dieser gewagte
Bauwerk mit einem lebendigen Charakter, mit Persönlichkeit. Beide Schwung Architektur: Holzbau Unterrainer GmbH, Ainet; Abb.: Martin Lugger
verbindet ein emotionaler und harmonischer Umgang mit dem ge-
wachsenen Rohstoff Holz. ßerdem ergeben sich hier in Küche sowie im Wohnzimmer heimelige
Ziel war es, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen und das Schlaf-/Liegenischen, die als Rückzugsorte dienen. Die Rundungen
Gebäude mit der Umgebung zu verschmelzen. Aus diesem Grund fiel strahlen zusätzlich einen hohen Faktor an Gemütlichkeit aus. Zwei die-
die Entscheidung auf eine Split-Level-Bauweise mit fünf Halbge- ser „Verschneidungen“ dienen funktional als Abstellraum und als
schossen, die sich an das natürliche Gelände anpasst. Speis.
Als Grundidee galt es, die Radiusplatte, eine einzigartige Erfindung Von der Zufahrt im Süden aus betritt man als erstes Geschoss den
und Innovation von Leonhard Unterrainer, in das Eigenheim zu inte- Windfang, von welchem man mit nur wenigen Stufen in das als Sport-
grieren. Durch die Split-Level-Bauweise kam den Bauherren der Ge- und Spielraum genutzte Untergeschoss gelangt. Vor dem Eingangs-
danke, die gebogene Platte als Decke bzw. Dach einzubauen. Sie ver- bereich befindet sich der Obstgarten. Eine Treppe führt vom Windfang
suchten mit den Möglichkeiten der Radiusplatte zu experimentieren, nach oben in das nächste Geschoss mit Gäste-WC, Büro und Wohn-
da sie bis dato meistens im Wandbereich zum Einsatz gekommen war. zimmer mit Terrasse im Westen. Da auch der Garten etagenweise an-
So entstand dieser gewagte Schwung. Trotz der Rundung wollten Mi- gelegt wurde, kommt man vom Wohnzimmer in den Hauptgarten, wel-
riam und Leonhard Unterrainer aber stets eine klare Form beibehal- cher von der „Klaubmauer“ begrenzt wird. Dadurch entsteht eine be-
ten. Als Kern des Gebäudes befindet sich im Inneren das Treppenhaus. sondere Atmosphäre der Ruhe. Einen halben Stock höher befindet sich
Durch die geschwungenen Decken entstehen in den angrenzenden die Küche und somit das Herzstück des Hauses. Hier spielt sich das
Räumen Verschneidungen, welche die Räume tiefer wirken lassen. Au- Familienleben ab. Ein Blick durch die große Panoramafront im Süden
lohnt sich. Es entsteht eine atemberaubende Verbindung mit dem Au-
Einfamilienhaus, Thurn: Den Grundstein für dieses außergewöhnliche Objekt in Thurn ßen. Von hier aus überblickt man den gesamten Lienzer Talboden und
legte das Grundstück in Hanglage mit der uralten „Klaubmauer“, in welches sich die
Bauherren auf Anhieb verliebten sieht durchs Kärntner Tor bis nach Kärnten. Im direkten Blickfeld die
Architektur: Holzbau Unterrainer GmbH, Ainet; Abb.: Martin Lugger überwältigenden Lienzer Dolomiten. Zur Küche gehört auch ein Früh-
20 Im BlickpunktSie können auch lesen