Integrationskonzept 2020-2025 - von Bergisch Gladbach für Bergisch Gladbach - Stadt Bergisch Gladbach
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Stadt Bergisch Gladbach
Integrationskonzept
2020–2025
von Bergisch Gladbach
für Bergisch Gladbach
Stadt Bergisch GladbachIntegrationskonzept 2020–2025
Von Bergisch Gladbach für Bergisch Gladbach
Impressum
Herausgeber:
Stadt Bergisch Gladbach
Redaktion:
Stadt Bergisch Gladbach, Fachbereich Jugend und Soziales
Fachliche Beratung:
Institut für soziale Innovation, Hans Wietert-Wehkamp
Kontakt:
Stadt Bergisch Gladbach
Fachbereich 5, Jugend und Soziales
Soziale Stadtentwicklung
An der Gohrsmühle 18
51465 Bergisch Gladbach
www.bergischgladbach.de
mit freundlicher Unterstützung durch das
31 Grußwort von Bürgermeister Lutz
Inhalt Urbach
1 Grußwort von Bürgermeister Lutz Urbach 5 13 Themenfelder 21 Liebe Mitbürger*innen,
13.1 Bildung und Sprache 22
2 Einleitung 6 13.1.1 Leitaussagen/ -ziele 22 das neue Integrationskonzept für den Zeitraum 2020-2025 stellt primär
13.1.2 Maßnahmen 23 eine Fortschreibung und Weiterentwicklung des bereits bestehenden Inte-
3 Voraussetzungen gelingender Integration 8 13.2 Arbeit und Beschäftigung 28 grationskonzeptes dar. Es soll der Darstellung und Betonung der Wichtig-
13.2.1 Leitaussagen/ -ziele 28 keit eines abgestimmten, koordinierten Vorgehens im Themenkomplex
4 Was bedeutet Integration für Bergisch Gladbach? 8 13.2.2 Maßnahmen 29 „Integration“ dienen.
13.3 Teilhabe und politische Mitbestimmung 32
5 Leitziele 9 13.3.1 Leitaussagen/ -ziele 32 Der Titel „von Bergisch Gladbach für Bergisch Gladbach“ wurde dabei ganz
13.3.2 Maßnahmen 33 bewusst gewählt: Das Konzept führt die Ansätze der sozialen Netzwerk-
6 R ahmenbedingungen erfolgreicher Integration 10 13.4 Freizeit und Kultur 39 arbeit mit den Angeboten und Strukturen der Integration zusammen. Die
6.1 Offener Dialog auf Augenhöhe 10 13.4.1 Leitaussagen/ -ziele 39 soziale Netzwerkarbeit steht hierbei vor allem für die präventiv wirkenden
6.2 Transparenz der Verwaltung 10 13.4.2 Maßnahmen 40 Maßnahmen zur Verminderung oder Vermeidung der Folgen von Kinder-
6.3 Offensive Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit 10 13.5 Weitere mögliche Maßnahmen und Themen 44 armut.
7 Weiterführung der Integrationsarbeit 11 14 Anhang 45 Die Wichtigkeit dieses Bereiches wird allgemein noch immer häufig unter-
14.1 Zahlen, Daten, Fakten 45 schätzt. Folglich bedarf es einer gesteigerten Widmung unsererseits um die
8 Netzwerkorientierte Integration 11 14.2 Soziale Netzwerke Bergisch Gladbach 47 allgemeine Situation verbessern zu können. Dies können wir nur gemein-
8.1 Raumorientiertes Handeln 12 14.3 Teilnehmer*innen der Integrationskonferenz 48 sam erreichen! Die Aufklärung und die Verbreitung der Informationen
8.2 Netzwerkbildung als Methode – Transfer, Kooperation und Beteiligung 12 des neuen Integrationskonzeptes 2020—2025 bilden hierbei den ersten
8.3 Möglichkeiten der Begegnung schaffen 12 Schritt in die richtige Richtung ab. Mit gebündelter Kraft können wir viel
8.4 Zielgruppenorientiert stärken 12 erreichen!
9 Netzwerkorientierte Integrationsarbeit am Beispiel Heidkamp 13 Aus dem neuen Integrationskonzept ergibt sich neben der themen-
9.1 Vernetzung im Stadtteil: Der Runde Tisch Heidkamp 14 orientierten Planung der Integrationsarbeit auch der räumliche Ansatz.
9.2 Weitere netzwerkorientierte Angebote in Heidkamp 15 Schwerpunkte werden gesetzt, welche in praktische Vorgehensweisen
9.3 Zusammenfassung 15 umgewandelt werden sollen.
10 Handlungsansätze für die Integrationsarbeit 16 Der darin enthaltende Maßnahmenkatalog bietet praktische Projekte,
Ideen und Ansätze, die die Landschaft an Angeboten im Bereich der Inte-
11 Steuerung und Umsetzung 17 gration weiter ausbauen.
11.1 Finanzielle Rahmenbedingungen 17
„Wir selbst müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.“
12 Beteiligungsprozesse 18 – Mahatma Gandhi
12.1 Bürger*innen- und Öffentlichkeitsbeteiligung 18
12.2 Online-Befragung 19 Herzliche Grüße
12.3 Integrationskonferenz 19
12.4 Thematische Arbeitsgruppenphase 19
12.5 Beteiligung von neu Zugewanderten 20 Lutz Urbach
12.6 Ergebnisse und Zusammenfassung 20 Bürgermeister
4 52 Einleitung
Von Bergisch Gladbach für Bergisch Gladbach: Die aktive Gestaltung von Integrationsprozessen So werden Strukturen zur Verbesserung der Es erfolgt keine erneute Analyse demografischer
Der erfolgreichen Integration von Menschen mit ist Herausforderung und Chance gleichermaßen Integration von Menschen mit Migrations- Daten. Die als Basis der Planung sowie Um-
1
Im Rahmen des vorliegenden Migrationshintergrund 1 kommt eine besondere für Bergisch Gladbach. Ein koordiniertes sowie hintergrund geschaffen und Möglichkeiten der setzung des Konzeptes herangezogene Netz-
Konzeptes wird die Definition
des statistischen Bundesamtes zu
Bedeutung zu. Sie betrifft die direkte Lebenswelt abgestimmtes Vorgehen ist notwendig, um den Teilhabe entwickelt, um die Lebensqualität aller werkstruktur basiert auf einer kontinuierlichen
Migrationshintergrund genutzt:
unserer Gesellschaft und bietet eine Chance zur gestiegenen Anforderungen der Zuwanderung in Bergisch Gladbach lebenden Menschen zu Bestandsaufnahme sowie Analyse bezirks- und
„Eine Person hat dann einen
Migrationshintergrund, wenn positiven Gestaltung des Zusammenlebens aller gerecht zu werden und die sich daraus ergeben- verbessern und zur Integration beizutragen. stadtteilorientierter Zahlen. Im Anhang des
sie selbst oder mindestens ein
Elternteil nicht mit deutscher
in Bergisch Gladbach lebenden Personen. Nicht den Chancen zu nutzen. So kann Integration Gleichzeitig soll für alle Akteure ein verläss- vorliegenden Konzeptes werden ausgewählte
Staatsangehörigkeit geboren ist.“
nur in der aktiven Gestaltung der Integrations- unsere Gesellschaft bereichern und bietet vor licher konzeptioneller und finanzieller Rahmen Daten, welche bei der Integrationskonferenz
Die Definition umfasst im Einzelnen
folgende Personen: 1. zugewanderte arbeit und Integrationspolitik, auch auf Ebene dem Hintergrund der Veränderungen, die durch geschaffen werden, um nachhaltiges und ziel- präsentiert wurden, dargestellt. Wichtige Kenn-
und nicht zugewanderte Ausländer;
2. zugewanderte und nicht
der Gesellschaft sind daher Mithilfe, Offenheit den demografischen Wandel in unserer Gesell- orientiertes Handeln zu ermöglichen. zahlen aus dem Bereich ,Flüchtlinge‘ 2 werden 2
Im Verwaltungskontext wird der
Begriff „Flüchtling“ verwendet,
zugewanderte Eingebürgerte;
und Toleranz nötig. Denn Integration erfordert schaft hervorgerufen werden, große Potenziale. kontinuierlich in den Ausschüssen dargestellt. solange Personen Leistungen aus
3. (Spät-)Aussiedler; 4. mit
deutscher Staatsangehörigkeit Mut zu Veränderung von allen Menschen in Das vorliegende Konzept besteht aus vier Ab- dem Asylbewerberleistungsgesetz
beziehen.
geborene Nachkommen der
drei zuvor genannten Gruppen.
Bergisch Gladbach. Die Stadt Bergisch Gladbach hat durch die Eta- schnitten. Im ersten Teil wird die theoretische Im Rahmen des Konzeptes werden die Begriffe
Statistisches Bundesamt: Fachserie
blierung und Umsetzung von Maßnahmen aus Basis für das vorliegende Konzept vorgestellt. „Menschen mit Migrationshintergrund“, sowie
1, Reihe 2.2 Bevölkerung und
Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit In Anknüpfung an das Integrationskonzept dem Integrationskonzept von 2010 sowie die Im zweiten Teil folgt die Beschreibung der „neu Zugewanderte“ genannt. Beide Gruppen
Migrationshintergrund, Ergebnisse
des Mikrozensus, Wiesbaden 2017
von 2010 bildet das vorliegende Konzept die kontinuierliche Weiterentwicklung der „Sozialen netzwerkorientierten Ansätze der Integrations- fallen unter die benannte Definition des statisti-
Grundlage für die Weiterentwicklung der Netzwerke Bergisch Gladbach“ die Grundlagen arbeit, welche am Beispiel der Maßnahmen und schen Bundesamtes zu „Migrationshintergrund“
Integrationsarbeit in Bergisch Gladbach der für die erfolgreiche Bewältigung der aktuellen Projekte im Stadtteil Heidkamp verdeutlicht und sind somit Zielgruppe des vorliegenden
kommenden 5 Jahre. Es ist unter besonderer Herausforderungen im Bereich der Integration werden. Im dritten Abschnitt zeigt die geplante Konzeptes. Um eventuell bestehende, zusätzli-
Berücksichtigung der neuen gesellschaftlichen gelegt. Um auch den zukünftigen Anforde- Umsetzungsstruktur auf, wie das Integrations- che Bedarfe vor allem bei der Erst-Orientierung
Herausforderungen und Chancen entstanden, rungen gerecht werden zu können, sollen die konzept auf politischer Ebene verankert ist. Es sowie im sprachlichen Bereich zu berücksichti-
welche sich im Zusammenhang mit der hohen erfolgreichen Ansätze der „Sozialen Netzwerke folgt eine Beschreibung der durchgeführten Be- gen, wird der Begriff „neu Zugewanderte“ im
Anzahl neu zugewanderter Personen seit 2015 Bergisch Gladbach“ im Rahmen der Integrations- teiligungsformen, in deren Rahmen Leitaussagen Rahmen des vorliegenden Konzeptes für Perso-
ergeben haben. Vor diesem Hintergrund ist es arbeit konsequent fortgeführt, erweitert und und Maßnahmen formuliert wurden. Anhand nen genutzt, die neu nach Deutschland einge-
von größter Wichtigkeit, langfristige Strategien entwickelt werden. Dieser methodische Ansatz der vier Handlungsfelder „Bildung und Sprache“, wandert sind und ihren Wohnsitz seit maximal
zur Integration zu entwickeln, laufende Projekte ist Teil des vorliegenden Konzeptes. „Arbeit und Beschäftigung“, „politische Teilhabe fünf Jahren in Deutschland haben, unabhängig
und Maßnahmen zu verstetigen und diese so- und Mitbestimmung“ sowie „Freizeit und Kul- von aufenthaltsrechtlichem Status, Nationali-
wohl kurz- als auch langfristig in die kommunale tur“ werden im vierten Abschnitt schließlich tät, oder Grund der Migration. Da es sich um
Gesamtplanung einzubeziehen. Denn Integra- konkrete Maßnahmen vorgestellt. Bewährte eine sehr heterogene Gruppe von Menschen
tion betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Angebote und Maßnahmen, welche seit 2010 handelt, wird das Treffen allgemeingültiger
Zusammenlebens und muss daher weiterhin als im Rahmen des vorhergehenden Integrations- Aussagen im Zusammenhang mit der Zielgruppe
Querschnittsaufgabe verankert bleiben. konzeptes entwickelt wurden, finden sich im der Menschen mit Migrationshintergrund ver-
vorliegenden Katalog ebenfalls wieder. mieden. Grundsätzlich richtet sich das Integ-
rationskonzept an alle Bürger*innen der Stadt
Bergisch Gladbach. Im Zusammenhang mit der
gendergerechten Sprache wird die Schreibweise
*innen genutzt.
6 73 Voraussetzungen gelingender Integration Im vorliegenden Konzept bedeutet Integration keine einseitige Anpassung
von Minderheiten an die Mehrheitsgesellschaft, sondern ein konstrukti-
Integration stellt eine Bereicherung für die Diese Grundwerte und die Beherrschung der ves, selbstverständliches Miteinander aller Bürger*innen in gegenseitiger
Gesellschaft dar. Sie erfordert die Akzeptanz deutschen Sprache sind elementarer Teil der gesellschaftlicher Toleranz und Normalität. Jegliche Form der Diskrimi-
allgemeiner Menschenrechte sowie der Grund- rechtlichen, politischen und sozialen Ordnung nierung oder des Rassismus wird entschieden abgelehnt. Zielgruppe des
werte des Grundgesetzes der Bundesrepublik unserer Gesellschaft. Sie bilden die Grundlage vorliegenden Konzepts sind daher alle Bürger*innen Bergisch Gladbachs.
Deutschland aller Bürger*innen in Bergisch unseres Zusammenlebens. Integration kann nur gelingen, wenn sich alle Menschen in Bergisch Glad-
Gladbach. Dazu gehören die Bekenntnisse zu: bach beteiligen. Diese Prämisse ist Basis der Umsetzung und Planung der
Maßnahmen des Integrationskonzeptes.
• Demokratie und Rechtsstaatlichkeit,
• Gleichberechtigung von Frau und Mann,
• Religionsfreiheit,
• Meinungsfreiheit,
• Toleranz gegenüber Andersdenkenden, 5 Leitziele
• Chancengleichheit,
• Solidarität. Daraus ergeben sich die folgenden Leitziele für das Integrationskonzept:
• Gegenseitige Toleranz wird gefördert und trägt zum Abbau jeglicher
Vorurteile bei. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und
Intoleranz werden entschieden abgelehnt.
4 Was bedeutet Integration für • Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration. Deshalb wer-
Bergisch Gladbach? den alle Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Sprache genutzt
und unterstützt.
• Gleichberechtigte Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen,
Im vorliegenden Konzept wird Integration als Dabei sollen die wirtschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen, politischen sowie kulturellen Lebens mit dem Ziel
mehrdimensionaler Prozess verstanden, welcher kulturellen Fähigkeiten und Potenziale aller Bür- des Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem
es allen Bürger*innen Bergisch Gladbachs, un- ger*innen zur Entfaltung kommen können. Kul- Hintergrund, z.B. in den Stadtteilen, den Kindertageseinrichtungen
abhängig von ihrer Herkunft, ermöglicht, ihre turelle Vielfalt wird als Bereicherung verstanden, und Schulen, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder bei der
Heimat in Bergisch Gladbach zu finden. welche ein friedliches Zusammenleben stärkt. gemeinsamen Freizeitgestaltung wird ermöglicht.
Der Wille aller Akteure, durch ihr Engagement • Kulturelle Vielfalt wird als Bereicherung verstanden, welche ein
Dies bedeutet, die gleichberechtigte Teilhabe dazu beizutragen, eine gemeinsame Zukunft zu friedliches Zusammenleben stärkt und den Willen zu einer ge-
an allen Bereichen des gesellschaftlichen, gestalten, wird vorausgesetzt. meinsamen Zukunft voraussetzt.
wirtschaftlichen, politischen sowie kulturellen
Lebens mit dem Ziel des Miteinanders von
Menschen mit unterschiedlichem kulturel-
lem Hintergrund, z.B. in den Stadtteilen, den
Kindertageseinrichtungen und Schulen, in der
Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder bei der
gemeinsamen Freizeitgestaltung zu ermöglichen.
8 96R
ahmenbedingungen erfolgreicher 7 Weiterführung der Integrationsarbeit
Integration Die Weiterentwicklung der Integrationsarbeit
im Rahmen des vorliegenden Konzeptes sieht
6.1 O
ffener Dialog auf 6.3 O ffensive Kommunikation einen dualen Ansatz vor. Bei der Schaffung von
Integration
Augenhöhe und Öffentlichkeitsarbeit Strukturen und Maßnahmen wird raum- sowie
themenorientiert vorgegangen. Die Raum-
Koordiniertes Vorgehen
Ein offener Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Eine intensive und offensive Kommunikation orientierung wird am Beispiel der Netzwerk-
Akteuren der Gesellschaft greift die Potenziale und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Inte- strukturen im Stadtteil Heidkamp dargestellt, Raumorientierung Themenorientierung
zur Integration aller Bürger*innen in Bergisch gration trägt zu einer Sensibilisierung bezüglich die Themenorientierung erfolgt anhand der
Gladbach auf und bietet die Möglichkeit, sich des Themas Integration in der Bevölkerung bei. Themenfelder, in denen die Maßnahmen des
bewusst an der Gestaltung des Gemeinwesens Positive Vorbilder und Ergebnisse stärken die Konzeptes formuliert wurden. Dabei schließt
Schaffung von Strukturen und Maßnahmen
und des Zusammenlebens in der Stadt Bergisch Transparenz und Akzeptanz des Themenbe- die Themenorientierung nicht aus, dass eine
Gladbach zu beteiligen. Die Bereitstellung oder reichs Integration und können zu einer zusätz- Maßnahme auch räumlich verortet sein kann.
Schaffung entsprechender Strukturen und lichen Aktivierung der Gesellschaft (z.B. Abbau Darstellung des dualen Ansatzes in der Integrationsarbeit
Möglichkeiten von Seiten der Verwaltung ist von Vorurteilen, ehrenamtliches Engagement
hierfür Voraussetzung. Ehrenamtler*innen aus u.a.) beitragen.
dem Bereich Integration werden dabei genauso
angesprochen wie Menschen mit Migrations- 8 Netzwerkorientierte Integration
hintergrund, welche sich persönlich, aber auch
im Rahmen von Migrantenselbstorganisationen Durch die Umsetzung des vorliegenden Kon-
oder Vereinen engagieren. zeptes sollen Strukturen und Maßnahmen zur
Verbesserung der Integration geschaffen wer-
Prozesssteuerung, Reflexion, Weiterentwicklung
den. Dabei wird der Ansatz verfolgt, die lokale Integration
3
Im Rahmen des Arbeitsfeldes 6.2 Transparenz der Verwaltung soziale Infrastruktur in den Sozialräumen 3 vor
„Soziale Netzwerke
Bergisch Gladbach“ wird die
Ort auszubauen, somit die Lebensqualität aller
Raumorientierung anhand von fünf
Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher in Bergisch Gladbach lebenden Menschen zu Verbesserung
Sozialräumen umgesetzt. Diese sozialräumlich
Diskussionen wie beispielsweise einem subjektiv verbessern und zur Integration sowie Teilhabe- Lebensqualität
Sozialräume sind stadtteilfokussiert orientiert
aufgrund der Auswertung
und Teilhabe
statistischer Daten festgelegt
sinkenden Sicherheitsempfinden und der Ab- möglichkeit beizutragen. Um dies zu erreichen,
worden und in der Umsetzung
nahme ehrenamtlicher Tätigkeit im Bereich der sollen die Erfahrungen aus der sozialräumlich
nicht eindeutig begrenzt, sondern
als Ausgangsrahmen für Angebote, Flüchtlingshilfe sind Transparenz und Kommu- orientierten, präventiven und kooperativen
Projekte und Maßnahmen der
entsprechenden Einrichtungen,
nikation in Richtung Bürgerschaft unerlässlich, Netzwerkarbeit im Arbeitsfeld „Soziale Netz-
bei denen die Netzwerke
um Vorurteilen entgegen wirken zu können werke Bergisch Gladbach“ auf das vorliegende
angedockt sind, zu verstehen. Im
und eine Akzeptanz durchgeführter Angebote Konzept übertragen und umzusetzende Maß- Projekte und
Folgenden wird der Begriff des Netzwerk
Sozialraumes in Bezug auf die Maßnahmen
bestehende Netzwerkstruktur
und Maßnahmen zu gewährleisten. Ansprech- nahmen - wenn möglich - direkt an die Netz-
verwendet. Ein Überblick über
partner*innen für die verschiedenen Bereiche werkstrukturen angebunden werden. Gleich-
vier der fünf Netzwerke wird in
der Broschüre:“10 Jahre Soziale müssen klar benannt und erkennbar sein. zeitig werden die bestehenden Netzwerke
Netzwerke Bergisch Gladbach“
gegeben. Abrufbar unter:
noch stärker als bisher mit dem Schwerpunkt Schematische Darstellung netzwerkorientierter Integrationsarbeit
www.bergischgladbach.de/
der Integration erweitert und fortentwickelt.
broschuere-soziale-netzwerkarbeit.
pdfx Im Folgenden wird die methodische Basis der Sozialen Netzwerke Bergisch
Gladbach beschrieben und am Beispiel der Netzwerk- sowie Angebots-
strukturen im Stadtteil Heidkamp exemplarisch dargestellt.
10 118.1 Raumorientiertes Handeln stellen. Eine Bündelung der vor Ort agierenden 9 N etzwerkorientierte
Ein Schwerpunkt in der Umsetzung des Kon-
Personen/Einrichtungen und Initiativen trägt
zusätzlich dazu bei, Bedarfe zu ermitteln so-
Integrationsarbeit
zeptes ist der verstärkte Ausbau des räumlichen wie Synergien in der Angebotsentwicklung zu am Beispiel Heidkamp
Ansatzes, welcher zusätzliche Angebots-, Maß- nutzen. So können Angebote und Maßnahmen
nahme- und Hilfestrukturen vor Ort vorsieht. im Rahmen von Kooperationen bedarfsgerecht Ein Beispiel der Umsetzung raumorientierten Handelns wird aktuell im
Angebotsstrukturen vor Ort sind besonders geplant, entwickelt und umgesetzt werden. Rahmen der sozialräumlichen Präventionsmaßnahmen zur Minderung
niedrigschwellig und können einen Zugang zu der Folgen von Armut sowie zur Integration im Stadtteil Heidkamp um-
möglicherweise sonst schwer zu erreichenden gesetzt. Es folgt eine Beschreibung der Netzwerkstruktur und der daraus
Zielgruppen ermöglichen. Öffentlicher Raum 8.3 M öglichkeiten der hervorgehenden Angebote und Maßnahmen in Heidkamp. Die folgende
(z.B. Plätze, Straßen, Spielflächen) ist explizit Begegnung schaffen Beschreibung muss als Ist-Zustandsbeschreibung betrachtet werden, da
Teil raumorientierten Handelns. Dabei spielen Inhalte aktuell von projektbezogenen Finanzierungen oder Bedarfen ab-
Mobilität und die Erreichbarkeit von Angeboten Die Schaffung von Möglichkeiten der Be- hängig und nicht immer langfristig zu etablieren sind.
und Räumen beispielsweise über öffentliche gegnung ist von großer Wichtigkeit für eine
Verkehrsmittel im Rahmen der Zielgruppe des gelingende Integration. Bergisch Gladbach Der Stadtteil Heidkamp wurde 2015 im Rahmen des Landesprogramms
vorliegenden Konzeptes eine besondere Rolle. verfügt über eine hohe Anzahl von kulturellen Leben und Spielen im Quartier als Handlungsfeld erschlossen. In der kon-
Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass und sozialen Angeboten, Veranstaltungen und zeptionellen Weiterentwicklung der Sozialen Netzwerke Bergisch Glad-
sich Sozialräume nicht an statischen Grenzen Projekten (Stadt- und Kulturfest, Heidkamper bach wurde das Netzwerk Heidkamp als eigenständiger Bereich etabliert
(z.B. Stadtteilgrenzen) festmachen lassen, son- Familienweihnachtsfest, Spielefest u.v.m.). Diese und ist aktuell an die Stelle „Integration Geflüchteter“ im Fachbereich
dern eine gewisse Flexibilität aufweisen. Dabei können zur Integration von Menschen mit Jugend und Soziales in der Abteilung 5-53 angebunden. Bedingt durch die
können sich Handlungsbedarfe in Sozialräumen und ohne Migrationshintergrund beitragen. In vorhandene personelle Ausstattung und inhaltliche Ausrichtung der Stelle
aufgrund der Analyse von Daten, über eine Bün- diesem Rahmen werden bereits bestehende An- sowie aufgrund der spezifischen Verhältnisse vor Ort (Ballung von Unter-
delung von Angebotsstrukturen oder aus dem gebote, Veranstaltungen und Feste geöffnet und künften in der Gladbacher Straße, Senefelder Straße, Bensberger Straße)
Blick der Akteure ergeben. Menschen mit Migrationshintergrund bewusst sowie bestehender Anlaufstellen (u.a. Jugendberatung/Jugendwerkstatt
angesprochen, um Möglichkeiten der Begeg- der Arbeiterwohlfahrt, Berufsschule und Berufskolleg, Fachdienst für In-
nung zu schaffen sowie eventuell bestehende tegration und Migration der Caritas, Anlauf und Beratungsstelle für allein
8.2 Netzwerkbildung als Barrieren abzubauen. reisende und alleinerziehende Flüchtlingsfrauen des Vereins „Frauen helfen
Methode – Transfer, Frauen“) bot sich der methodische Ansatz der Netzwerkorientierung zur
Kooperation und Entwicklung nachhaltiger Integration in Heidkamp an.
Beteiligung 8.4 Z ielgruppenorientiert
stärken
Netzwerkstrukturen sowohl innerhalb der So-
zialräume als auch auf übergeordneter Ebene Mit zielgruppenspezifischen Angeboten (z.B.
sind unerlässlich, um Doppelstrukturen zu ver- handwerkliche Angebote für Frauen/Män-
meiden und den Transfer zu zentralen Anlauf- ner, Informationsveranstaltungen für Mütter,
stellen und Angeboten gewährleisten zu können. Schwimmerlernkurse o.ä.) werden besondere
Dabei liegt der Fokus der Netzwerkarbeit darin, Bedarfe berücksichtigt und eventuell be-
bestehende Strukturen, Potenziale und Stärken stehende Defizite abgebaut. Diese können
der vor Ort agierenden Akteure und Multiplika- beispielsweise generationenbezogen oder ge-
tor*innen zu nutzen, um einen Austausch von schlechtsspezifisch sein.
(Fach-) Wissen zu ermöglichen und bei Bedarf
die Beteiligung von Bürger*innen sicherzu-
12 139.1 Vernetzung im Stadtteil: Der Runde Tisch Aktionen und Projekte des 9.2 Weitere netzwerkorientierte 9.3 Z usammenfassung
Heidkamp „Runden Tisch Heidkamp“ Angebote in Heidkamp
Die netzwerkorientierte Arbeit trägt zu
Der „Runde Tisch Heidkamp“ ist ein Zusammenschluss verschiedener Seit seinem Bestehen im Jahr 2015 hat der Neben den Aktionen des Runden Tisches wer- einem koordinierten Vorgehen im Bereich
Akteure aus Heidkamp unter Federführung der Stadt Bergisch Gladbach. Runde Tisch zwei zusätzliche Veranstaltungs- den weitere Angebote in Heidkamp umgesetzt. der Integration bei und verbessert die soziale
Ziel ist, sich auszutauschen und gemeinsame Aktionen und Maßnahmen formate in Heidkamp etabliert. So finden das Das Spielmobil der evangelischen Kirchen- Angebotsstruktur in Heidkamp. Dennoch be-
zur Stärkung des Stadtteils zu planen und durchführen. Anregungen und Heidkamper Spiele- und das Heidkamper Fa- gemeinde fährt im Rahmen der Spielplatztour stehen Verbesserungspotenziale. So findet die
Ideen aus den unterschiedlichen Organisationen werden aufgegriffen, ge- milienweihnachtsfest auf dem Hof der Roten den Stadtteil Heidkamp an, ein IT Kurs für die Koordination der Angebote und Maßnahmen
meinsam organisiert und durchgeführt. Dadurch wird die Lebensqualität Schule an der Bensberger Straße sowie im Hof Zielgruppe der jungen neu Zugewanderten nicht unmittelbar vor Ort, wie bei anderen
im Stadtteil verbessert sowie ein positives Lebensumfeld geschaffen. Der der Märchensiedlung statt. Unter Einbeziehung konnte in Zusammenarbeit mit dem Projekt Teilnetzwerken statt, sondern ist bei der Stadt-
Runde Tisch trifft sich 4-5 Mal jährlich und nach Bedarf in Räumlichkeiten der Akteure des Runden Tisches wird hier die „Wie funktioniert Deutschland“ der AWO Ju- verwaltung angebunden. Viele Projekte (z.B.
der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft in Heidkamp. Möglichkeit der Begegnung von Familien mit gendberatung angeboten werden. Zusätzlich urban gardening Projekt an der Paulusstraße)
und ohne Migrationshintergrund in einer wert- bietet die Kreativitätsschule e.V. im Rahmen benötigen jedoch eine kontinuierlichere Beglei-
schätzenden Atmosphäre geschaffen. Alle An- ihrer Netzwerkarbeit Angebote für Kinder und tung und Präsenz, um die direkte Anbindung an
Akteure des „Runden Tisch Heidkamp“: gebote des Runden Tisches sind kostenfrei. Ein Jugendliche in den Unterkünften an der Glad- die Bürgerschaft zu gewährleisten. Zusätzlich
direkter Austausch mit, sowie die Beteiligung bacher- sowie Senefelder Straße und versucht, sind der Runde Tisch sowie viele Angebote in
• Stadt Bergisch Gladbach, Fachbereich Jugend und Soziales von Bürger*innen wurde durch die Teilnahme diese an bestehende Strukturen (KREA-Jugend- Heidkamp nicht ausreichend im Bewusstsein der
• Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft mbH am Frühlingsfest der Interessengemeinschaft club, UFO Jugendkulturhaus) anzubinden. Bürgerschaft präsent. Netzwerkarbeit benötigt
• Interessengemeinschaft Heidkamp Heidkamp erreicht, an dem die Akteure des eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, wel-
• AWO Jugendberatung & Jugendwerkstatt Runden Tisches mit einem Stand vertreten che nicht nur Einzelmaßnahmen und Angebote
• Caritas Rhein Berg waren und Befragungen zum Stadtteil durch- PAULA: ein neuer Ort der in den Fokus stellt, sondern auch den Netzwerk-
• SSV Jan Wellem führten. Über diese Befragungen hat sich der Begegnung charakter der Arbeit hervorhebt.
• Katholische Kirchengemeine St. Joseph Bedarf nach weiteren Sitzmöglichkeiten auf
• AWO KITA Kunterbunt der Bensberger Str. herauskristallisiert. Hier In der Paulusstr. 5a entsteht in Kooperation
• Neuapostolische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach wirkt sich die Netzwerkarbeit des Runden mit der evangelischen Kirchengemeinde zum
• evangelische Kirchengemeinde zum Frieden Gottes Tisches direkt auf den öffentlichen Raum aus. Frieden Gottes sowie der Kreativitätsschule e.V.
• Soziales Netzwerk Stadtmitte So wurden zwei Sitzbänke - vor der VR Bank und dem Kommunalen Integrationszentrum
• Deutscher Kinderschutzbund sowie an der Kreuzung Lerbacher Weg – diesen der stadtteilbezogene Kommunikationsort
• GGS Heidkamp Sommer aufgestellt. Gebaut wurden die Bänke PAULA (abgeleitet von Paulusstraße). Hier soll
• Kreativitätsschule mit den KREA Kids von Jugendlichen aus der Jugendwerkstatt der ein Ort der Begegnung und des Austausches
• Treffpunkt Kindertagespflege des Deutschen Roten Kreuz AWO in Heidkamp, aufgestellt durch den Bau- im Bereich Heidkamp entstehen, welcher für
hof der Stadt. Somit gelingt über sinnstiftende niedrigschwellige Angebote und Maßnahmen
Kooperationen eine unmittelbare Verbesserung im Bereich der sozialen und kulturellen Integ-
der Infrastruktur in Heidkamp ration zur Verfügung steht. Die Räume können
für die Arbeit von ehrenamtlichen Helfer*innen,
Migrantenselbstorganisationen sowie weiteren
gemeinnützigen, integrativen Akteuren genutzt
werden. Perspektivisch ist zudem angedacht,
den zum Gebäude gehörenden Garten gemein-
sam mit dem im Gartenbau tätigen Ehrenamtler
der Gemeinde zu ertüchtigen und ein offenes
künstlerisches Angebot zu etablieren.
14 1510 H andlungsansätze für die 11 Steuerung und Umsetzung
Integrationsarbeit Die strategische Gesamtsteuerung des Inte- Die Entwicklung von Richtlinien, nach denen
grationskonzeptes obliegt dem Rat der Stadt Maßnahmen mit Haushaltsmitteln der Stadt
Aus den Erfahrungen im Rahmen der netzwerkorientierten Arbeit ergeben Bergisch Gladbach. Als Fachausschuss ist der Bergisch Gladbach durch den Integrationsrat
sich im Hinblick auf das Integrationskonzept folgende Handlungsansätze: Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen, Demo- unterstützt werden können, wird angestrebt.
grafie und Gleichstellung von Frau und Mann Zusätzlich soll über die Entwicklung eines On-
• Ausbau/ Erweiterung der bestehenden Netzwerkstruktur im Zu- (ASWDG) zuständig. Im ASWDG sind sowohl line-Feedback-Bogens eine niedrigschwellige
sammenhang mit dem Themenschwerpunkt Integration anhand der Integrationsrat als auch der Inklusions- und Möglichkeit der Evaluation von konkreten Maß-
sozialraumbezogener Analysen Seniorenbeirat mit Sitz und beratender Stimme nahmen und Angeboten für Fachkräfte sowie
• Monetäre sowie zeitliche Ressourcen für zusätzliche Angebote im eingebunden. Zielgruppe der Angebote geschaffen werden.
Bereich der Integration schaffen Dies sorgt für Transparenz und trägt zu den
• Z .B. zusätzliche Fachkraft mit Schwerpunkt Integration an be- Der Integrationsrat der Stadt Bergisch Gladbach qualitativen Standards der Maßnahmen bei.
stehende Netzwerke vor Ort anbinden bietet Bürger*innen mit Migrationshintergrund
• Vermehrt den öffentlichen Raum in den Blick nehmen (Forumpark/ die Möglichkeit, sich auf politischer Ebene zu Sowohl die operative wie auch die administra-
Marktplatz u.a.) engagieren und das Geschehen in unserer Stadt tive Steuerung bei der Umsetzung des Integ-
• Überlegungen zu Mobilität der Zielgruppe (öffentliche Verkehrs- mitzugestalten. Er bildet eine wichtige Basis zur rationskonzeptes obliegt der Stadtverwaltung,
netze) in Angebotsplanung einbeziehen politischen Teilhabe und Mitbestimmung in der Fachbereich Jugend und Soziales, Abteilung 5-53,
• Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit als Teil der Netzwerkstruktur Kommune und ist Sprachrohr der Menschen mit Soziale Stadtentwicklung. Der fachbereichsin-
verankern Migrationshintergrund in die Verwaltung sowie terne Austausch sowie die Vernetzung von An-
Lokalpolitik. Daher wird der Integrationsrat geboten im Rahmen des Integrationskonzeptes
im Rahmen seiner fachlichen Expertise als be- erfolgen über den „Arbeitskreis Integration“,
ratende Instanz in der Umsetzung des Integra- welcher im Quartalsrhythmus tagt.
tionskonzeptes einbezogen.
Eine kontinuierliche Überprüfung und gegebe- 11.1 F inanzielle
nenfalls Erweiterung des Maßnahmenkatalogs Rahmenbedingungen
sowie des konzeptionellen Rahmens in zweijäh-
rigem Rhythmus ist angestrebt. Die Angebote, Für die Umsetzung weiterer Maßnahmen zur
Projekte und Maßnahmen, welche aus der Realisierung des Integrationskonzeptes stellt die
Umsetzung des Konzeptes entstehen, werden Stadt in den Haushaltsjahren 2019/2020 zusätz-
kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. liche Haushaltsmittel in Höhe von 64.000 € zur
Verfügung.
Eine jährliche Berichterstattung an den ASWDG
sowie eine feste Einbindung der Umsetzung des
Integrationskonzeptes in die Arbeit der kommu-
nalen Legislaturperiode des Integrationsrates ge-
währleisten eine Kontinuität in der Umsetzung.
16 1712 Beteiligungsprozesse 12.2 O nline-Befragung 12.3 Integrationskonferenz
Neben der zur Fortschreibung des Integrations- 12.1 B ürger*innen- und Im zweiten Schritt wurde in Zusammenarbeit Am 29. September 2018 fand eine Integ-
konzeptes von 2010 notwendigen Analyse sowie Öffentlichkeitsbeteiligung mit dem „Institut für soziale Innovation“ eine rationskonferenz unter Einbeziehung von
der Beschreibung des aktuellen Sachstandes hin- Online-Befragung erstellt. Unter Bezugnahme Fachpublikum aus den Bereichen Verwaltung,
sichtlich der Integration in Bergisch Gladbach Den Auftakt der Beteiligungsprozesse bildeten auf das bestehende Integrationskonzept wurden bürgerschaftliches Engagement, Lokalpolitik,
wurden verschiedene, aufeinander abgestimmte themenzentrierte Informationsveranstaltungen fünf Themenfelder konkretisiert, die anschlie- Integrationsrat, Wohlfahrtsverbänden, freien
Beteiligungsprozesse durchgeführt. auf den drei lokalen Wochenmärkten in Stadt- ßend in der Integrationskonferenz und in den Trägern, Migrantenorganisationen, Initiativen
mitte, Refrath und Bensberg. In diesem Rahmen daran anschließenden thematischen Arbeits- sowie interessierten Bürger*innen statt. Die Er-
Die Leitaussagen dieses Konzeptes sowie an- konnten sich interessierte Bürger*innen über gruppen bearbeitet wurden. gebnisse der Bürger*innenbeteiligung und der
gestrebte zusätzliche Maßnahmen zur Inten- den anstehenden Prozess informieren, sich mit Online-Befragungen wurden den 75 Teilnehmen-
sivierung des Integrationsprozesses wurden in den Beauftragten der Stadtverwaltung sowie Bei der Online-Umfrage äußerten sich 150 den vorgestellt. Zudem wurden den Anwesen-
einem beteiligungsorientierten Verfahren unter Mitgliedern des Integrationsrates austauschen, Bürger*innen und Experten*innen zu den fünf den die konzeptionellen Überlegungen und die
Einbeziehung des ansässigen Fachpersonals, der ihre Ansichten zum Integrationsverständnis Themenfeldern aus dem Prozess heraus priorisierten Themen-
Lokalpolitik, von ehrenamtlich Tätigen sowie der mitteilen, Fragen stellen, Kritik äußern und all- felder präsentiert. In zwei Arbeitsgruppenpha-
interessierten Öffentlichkeit erarbeitet. gemeine Anregungen zum Thema Integration • Schulische Bildung , 4
sen wurden auf der Grundlage aktueller Daten 4
Im vorliegenden Konzept wurden
die Themenfelder „Schulische
mitgeben. Außerdem wurden sie im Rahmen • Außerschulische Bildung, sowie der Ergebnisse aus den vorhergehenden Bildung“ sowie „Außerschulische
Basis der Beteiligung und Entwicklung waren die dieser Beteiligungsform über den aktuellen • Arbeit und Beschäftigung, Beteiligungsverfahren mögliche Handlungsziele Bildung“ zum Themenfeld „Bildung
und Sprache“ zusammengefasst
etablierten Themenfelder aus dem Integrations- Stand der Integrationsarbeit in Bergisch Glad- • Teilhabe und politische Mitbestimmung und Maßnahmen diskutiert und formuliert.
konzept von 2010 sowie die aktuelle Datenlage bach informiert. Das Interesse an dieser Form sowie
im Bereich Integration für Bergisch Gladbach des Austausches war sehr hoch. Rund 100 Bür- • Freizeit und Kultur.
und den Rheinisch Bergischen Kreis. Das „Ins- ger*innen beteiligten sich. Die Auswertungen 12.4 Thematische
titut für Soziale Innovation“ wurde im Rahmen und Ergebnisse der aufgenommenen Stimmen Ziel der Beteiligungsform „Online-Befragung“ Arbeitsgruppenphase
der Förderung des LVR Landesprogramms und Meinungen fanden Eingang in die Vorbe- war, eine Bestandsaufnahme bezüglich der
„Wertevermittlung und Prävention sexualisier- reitung der Integrationskonferenz und wurden bereits bestehenden vielfältigen integrationsför- In der sich an die Integrationskonferenz an-
ter Gewalt in der und durch die Jugendhilfe“ dort präsentiert. dernden Angebote, Projekte und Maßnahmen schließenden thematischen Arbeitsgruppen-
als externes Beratungsunternehmen von der in Bergisch Gladbach zu erlangen. Zusätzlich phase hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit,
Stadt Bergisch Gladbach beauftragt, beim Be- wurden Informationen zu den Stärken und sich weiter aktiv zu beteiligen, um Maßnahmen-
teiligungsprozess der Fortschreibung des Inte- Entwicklungspotenzialen in den definierten vorschläge zu konkretisieren. Zu jedem Themen-
grationskonzeptes von 2010 zu unterstützen. Handlungsfeldern zusammengetragen sowie feld gab es mindestens zwei Arbeitsgruppen-
Für die Erarbeitung des aktuellen Konzeptes als die Vielfalt der Initiativen, Netzwerke, Angebote treffen. An den Arbeitsgruppen beteiligten sich
zukünftiger, übergeordneter Handlungsrahmen und Maßnahmen in der Stadt Bergisch Gladbach hauptsächlich Personen, die auch schon an der
wurden vier unterschiedliche Beteiligungsver- dargestellt. Integrationskonferenz teilgenommen hatten,
fahren erarbeitet und umgesetzt. aber auch zusätzliche Vertreter*innen aus Lokal-
politik, Integrationsrat, Verwaltung, Wohlfahrts-
verbänden, Migrantenorganisationen sowie aus
den Sozialen Netzwerken und dem Ehrenamt. In
den Arbeitsgruppensitzungen wurde der in der
Integrationskonferenz begonnene Maßnahmen-
Entwicklungsprozess präzisiert und konkrete
Maßnahmen formuliert. Die Ergebnisse wurden
in das Gesamtkonzept eingefügt.
18 1912.5 Beteiligung von neu 12.6 E rgebnisse und 13 Themenfelder
Zugewanderten Zusammenfassung
Die Formulierung der zentralen Handlungsfelder Die Schaffung von Doppelstrukturen soll ver-
Die Zielgruppe der neu zugewanderten Perso- Als Ergebnis der verschiedenen Beteiligungs- setzt deutliche Schwerpunkte. Dies bedeutet mieden werden. Eine Abstimmung und enge
nen wurde im Rahmen eines Treffens des inter- formen wurde eine Vielzahl von Ideen zur nicht, dass andere Integrationsthemen aus- Kooperation innerhalb der Stadtverwaltung
kulturellen Jugendtreffs „grow together“ zum Förderung der Integration in Bezug auf die prio- geblendet oder nicht behandelt werden. Eine sowie mit Akteuren wie dem Kommunalen
Themenkomplex Integration befragt und betei- risierten Handlungsfelder entwickelt, welche im Bündelung von Kräften und Ressourcen in den Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen
ligt. Die Ergebnisse dieser Gruppenbeteiligung kommenden Abschnitt vorgestellt werden. Es Bereichen, in denen entscheidende Weichen- Kreises ist Teil des Prozesses, um ein sinnvolles,
fanden ebenfalls Eingang in die Ausarbeitung wurde deutlich, dass die Eingliederung in den stellungen im Integrationsprozess stattfinden abgestimmtes Vorgehen im Bereich der Maß-
der Handlungsschwerpunkte sowie Maßnahmen. Regelbetrieb (z.B. Schule, OGS, Ausbildungs- sollen, wird im Sinne der Zielerreichung als nahmenumsetzung gewährleisten zu können
platz) elementarer Bestandteil des Integrations- notwendig angesehen. und dem Ziel der Integration gemeinsam näher
prozesses sein muss. So äußerten jugendliche zu kommen.
neu Zugewanderte im Rahmen der Beteiligung Auf der Basis der in der Beteiligung erarbeiteten
vor allem den Wunsch nach „Normalität“ und in Ergebnisse werden in jedem Handlungsfeld nach Die folgenden Maßnahmen sind in ihrer Reihen-
diesem Zusammenhang einer guten schulischen einer kurzen inhaltlichen Einleitung Stärken folge nicht priorisiert. Die Zeiträume, in denen
sowie beruflichen Integration. Die Schaffung sowie Entwicklungspotenziale aufgezeigt und die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, sind
von Angeboten, welche sich nicht ausschließ- Leitaussagen/ -ziele benannt. Darauf folgen aber in kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume
lich an neu zugewanderte Menschen richten, angestrebte Maßnahmen, welche im Rahmen unterteilt.
erscheinen dabei elementar, um Begegnungen der Beteiligung erarbeitet wurden oder im Zu-
und Kontakte auch außerhalb der Gruppe der sammenhang mit der Umsetzung des Integra- Kurzfristig bedeutet, dass die Maßnahmen
Menschen mit Migrationshintergrund knüpfen tionskonzeptes von 2010 bereits umgesetzt und innerhalb von bis zu 6 Monaten umgesetzt
zu können. Zusätzlich sollte ein Übergang in gefördert werden. werden könnten. Mittelfristig heißt, die Maß-
Regelsysteme so früh wie möglich angestrebt nahmen können innerhalb von 7 – 24 Monaten
werden. Es ist von ausschlaggebender Wichtig- Die zur Umsetzung der angestrebten Maß- umgesetzt werden und langfristig beschreibt,
keit, in der Umsetzung der Maßnahmen auf eine nahmen notwendigen Rahmenbedingungen dass Strukturänderungen zur Umsetzung der
interkulturelle und kultursensible Ausrichtung werden aufgezeigt. Einiges lässt sich im Rahmen Maßnahme notwendig sind und die Umsetzung
Wert zu legen. der vorhandenen finanziellen und personellen mehr als 24 Monate erfordert.
Ressourcen realisieren, anderes nur, wenn zu-
sätzliche Mittel bereitgestellt werden.
Aus diesem Konzept lässt sich deshalb kein
unmittelbarer Handlungsauftrag ableiten. Viel-
mehr wird die für den Prozess verantwortliche
Abteilung im Fachbereich Jugend und Soziales
die Umsetzung der Maßnahmen aus den Hand-
lungsfeldern im Rahmen der Zuständigkeiten
aufgreifen und die erforderlichen Beschlüsse
des Rates und seiner Ausschüsse einholen.
20 2113.1 B ildung und Sprache 13.1.1 Leitaussagen/ -ziele 13.1.2 Maßnahmen
Bildung und Sprache haben eine herausragende Bedeutung für gesell- (1) Gleiche Zugangs- und Erfolgschancen für alle
schaftliche Teilhabe, soziale Integration und berufliche Perspektive in unse-
rer Gesellschaft. Das Erlernen der deutschen Sprache ist unter anderem (1) Spezifisches, abgestimmtes Bildungsangebot
Schlüssel für einen guten Bildungsabschluss, durch den die Chancen auf für zugezogene Erwachsene ohne deutsche Maßnahme A: Erhebung des Anteils Maßnahme B: mehrsprachige
eine qualifizierte Berufsausbildung und eine spätere Eingliederung in den Sprachkenntnisse (Integrations- und Orien- von Kindern mit Migrationshintergrund Leseförderung an Grundschule/OGS
Arbeitsmarkt steigen. tierungskurse) an Offenen Ganztagsschulen (OGS)
Konkretes Ziel der Maßnahme
Die Integration von neu zugewanderten Kindern und Erwachsenen führte (2) S prache ist Schlüsselkompetenz für einen
Konkretes Ziel der Maßnahme
durch viel haupt- sowie ehrenamtliches Engagement, Projekte der Kinder- gelingenden Wissenserwerb und daher Etablierung einer Fördermaßnahme, um die Lesefähigkeit
und Jugendeinrichtungen sowie durch Mentor*innenprojekte an vielen grundlegend für eine erfolgreiche Zukunft Zur besseren Planung von zielgenauen Maßnahmen sowie zu erhöhen sowie die Stärkung des Bewusstseins über die
Stellen zu Erfolg. Das Projekt „MiKibU“ (Migrantenkinder bekommen in Schule, Ausbildung und Beruf um einen Überblick darüber zu erhalten, wie hoch der Ver- zusätzliche Ressource Muttersprache ermöglichen.
Unterstützung) sorgt zum Beispiel besonders für eine Unterstützung von sorgungsgrad von Kindern mit Migrationshintergrund im
Grundschulkindern aus Familien mit Migrationshintergrund. Daneben wer- (3) Sprache ist eine maßgebliche Voraussetzung Bereich Offene Ganztagsschule (OGS) ist, soll eine Erhebung
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
den Kinder im Übergang von der KiTa zur Grundschule durch das „FiSch- für Chancengleichheit und Partizipation erarbeitet und durchgeführt werden.
Programm“ (Fit in die Schule) der Sozialen Netzwerke unterstützt. Auch Ehrenamtliche Lesepat*innen und/ oder pädagogische Fach-
helfen diverse Flüchtlingsinitiativen bei der Förderung von Schüler*innen. (4) Integration ist Aufgabe der gesamten Stadt- kräfte bieten an Grundschulen/ im Nachmittagsbereich Vor-
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
gesellschaft. Voraussetzung für ein konstruk- lese-Stunden in unterschiedlichen Sprachen an.
Entwicklungspotenziale bestehen neben den vorhandenen Angeboten tives Miteinander sind Sprachkenntnisse in Erarbeitung eines Fragebogens, welcher in Zusammenarbeit
beispielsweise im Bereich der Elternarbeit und der Sprachförderung. Auch der deutschen Sprache mit den für die OGS zuständigen Kolleg*innen, den Schulen
Wer soll die Maßnahme umsetzen?
wird der Ausbau individueller Unterstützungsbereiche wie Hausaufgaben- sowie OGS-Trägern bearbeitet und ausgewertet wird.
hilfe als notwendig erachtet. Daneben sollten die Perspektiven für den (5) S prachkompetenzen in den Herkunftsspra- Soziale Netzwerke Bergisch Gladbach in Kooperation mit
beruflichen Werdegang verbessert sowie die Begleitung der Übergänge chen und in Deutsch sind Schlüsselressour- dem Kommunalen Integrationszentrum
Wer soll die Maßnahme umsetzten?
(KiTa – Schule – Beruf) vereinheitlicht werden, OGS sowie KITA-Plätze für cen von Integration
alle Kinder bereitstehen und Schüler*innen mithilfe von Vorbereitungs- Stadtverwaltung, Abteilungen 5-53, 5-55
Wer soll beteiligt werden?
klassen auf den nächsten Lebensabschnitt vorbereitet werden. (6) M ehrsprachigkeit sowie das Bewusstsein
über die zusätzliche Ressource der Mutter- Schulen, Träger der Offenen Ganztagseinrichtungen, Soziale
Wer soll beteiligt werden?
Im Rahmen der Beteiligung sowie in Folge der Arbeitsgruppenphase sprache werden gefördert und unterstützt Netzwerke (z.B. Stadtmitte, Bensberg/Moitzfeld), Integra-
wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen schulische Bildung sowie Schulen, Träger der Offenen Ganztagseinrichtungen, Stadt- tionsrat, Stadtbücherei
außerschulische Bildung aufgrund thematischer Überschneidungen zu- (7) Qualifizierte Bildungsangebote stehen Men- verwaltung
sammengefasst. Aus den Stärken und Entwicklungspotenzialen wurden schen mit Migrationshintergrund offen und
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
die folgenden Leitaussagen bzw. Ziele abgeleitet, an denen sich wiederum werden von ihnen genutzt
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
die Maßnahmen orientieren: Mittelfristig
Mittelfristig
22 23Wer soll die Maßnahme umsetzen? Wer soll beteiligt werden?
Maßnahme C: „FiSch“ (Fit in die Schule) Maßnahme D*: Deutschunterricht mit
flächendeckend anbieten Kinderbetreuung für Frauen in der GL Service gGmbH Stadt Bergisch Gladbach, Jobcenter, Soziale Netzwerke, freie
Kontaktstelle im Wohnpark Bensberg Träger, Integrationsrat
(KiWo)
Konkretes Ziel der Maßnahme Wer soll beteiligt werden?
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Das Projekt „FiSch“ stadtweit an allen Grundschulen anbieten. ZAK, Kindergärten, Stadtverwaltung
Konkretes Ziel der Maßnahme
Kurz- bis mittelfristig
Die Teilnehmer*innen sollen ihrem Bedarf entsprechend
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden? Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Deutsch in Wort und Schrift erlernen. Vielfach haben am
„Fit in die Schule“ ist ein Förderprojekt für alle Vorschulkinder Deutschunterricht interessierte Frauen kleine Kinder zu Wird bereits umgesetzt
und soll bewusst kleinschrittig den Übergang aus der Kinder- versorgen und können mangels Kinderbetreuung nicht an
tagesstätte in das System „Schule“ gestalten. In der Phase Deutschkursen teilnehmen. Um eine Teilnahme zu ermögli- Maßnahme F: Information und
vor ihrer Einschulung wird Kindern durch das Projekt „FiSch“ chen, soll parallel zum Unterricht eine Kinderbetreuung statt- Unterstützung von Eltern und
ermöglicht, eine zusätzliche, kostenfreie und freiwillige För- finden. Die Maßnahme dient dem Erlernen und Vertiefen der Kindern vor und während der
derung in Anspruch zu nehmen. Der primäre Schwerpunkt deutschen Sprache sowie der Beseitigung von Unsicherheiten Maßnahme E: niedrigschwellige Schuleingangsphase der Grundschule
der Förderung der Kinder liegt im sprachlichen Bereich. Das im sprachlichen Umgang. Damit sollen die Teilnehmer*innen Sprachkurse mit Kinderbetreuung für
Angebot gestaltet sich ganzheitlich und nutzt beispielsweise auf die alltägliche, schulische und berufliche Zukunft vorbe- Frauen außerhalb der Integrationskurse
Konkretes Ziel der Maßnahme
theaterpädagogische, kreativ-künstlerische und spielerische reitet werden. Im Hinblick auf die sehr unterschiedlichen und ausbauen (am Vorbild der Maßnahme D)
Wege und Methoden. Derzeit wird das Projekt „FiSch“ an den schwierigen persönlichen Hintergründe der Teilnehmer*innen, Eltern sollen frühzeitig im Rahmen der schulischen Entwick-
Grundschulen in Gronau, Heidkamp, Hebborn, Sand, in der soll die Maßnahme vor allem auch dem Beziehungsaufbau lung ihrer Kinder einbezogen werden und Informationen
Konkretes Ziel der Maßnahme:
Stadtmitte, in Herkenrath, Moitzfeld und in Bensberg ange- dienen. Dadurch besteht die Möglichkeit, in anderweitige über das deutsche Schulsystem erhalten. Ein eventuell durch
boten. Ziel ist, die bereits erfolgreich etablierte Maßnahme unterstützende Angebote zu vermitteln. Das Angebot von niedrigschwelligen Deutschkursen in- Sprach- und Verständnisprobleme erschwerter Schulstart
an allen Grundschulen in Bergisch Gladbach, die einen Bedarf klusive Kinderbetreuung nach dem Vorbild der Maßnahme soll erleichtert und die Beziehung zwischen Lehrpersonal,
anmelden, durchzuführen. Eine auskömmliche Finanzierung D erweitern, bei Bedarf Mütter sensibilisieren, das eigene Kindern und Eltern gefördert werden. Die Maßnahme
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
muss sichergestellt sein, Träger- und Netzwerkstrukturen Kind in die Fremdbetreuung zu geben und bedarfsorientiert versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe im Hinblick auf die
sind gegebenenfalls zu erweitern. Aufgrund unterschiedlichen Vorwissens, erfolgt der Unter- Themenbereiche wie Verhütung, Erziehung, Aufgaben des zukünftig selbstständige Bewältigung der Schulangelegen-
richt in zwei Gruppen mit zwei Deutschlehrerinnen. Die erste Jugendamtes o.ä. in das Curriculum einbeziehen. heiten. Die Begleitung in der Schuleingangsphase führt zu
Gruppe soll das Alphabet erlernen und befähigt werden, kleine einer Entlastung des Lehrpersonals bzw. Schulalltags, ermög-
Wer soll die Maßnahme umsetzen?
*Maßnahme wird aktuell aus Mitteln des Integrationskonzeptes finanziert bzw. unterstützt
Texte langsam zu erlesen. Der Wortschatz wird erweitert, licht ein besseres Verständnis zwischen allen Beteiligten und
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Soziale Netzwerke Bergisch Gladbach wiederholt und gefestigt. Im mathematischen Bereich sollen wirkt förderlich auf einen positiv verlaufenden Schulstart.
Grundkenntnisse vermittelt werden. In der zweiten Gruppe • Stadtteilorientierte Erhebung der Bedarfe, Erfahungs- Im Hinblick auf die unterschiedlichen und teils schwierigen
sollen zusätzlich erste grammatikalische Strukturen erarbei- werte aus bestehenden Angeboten & Kursen abfragen. persönlichen Hintergründe der Teilnehmer*innen, soll die
Wer soll beteiligt werden?
tet werden. Neben dem reinen Spracherwerb werden gezielt • Örtliche Angebote schaffen (bedarfsorientiert, in Koope- Maßnahme vor allem auch dem Beziehungsaufbau dienen.
Jugendamt, Schulen, Musikschule, freie Träger auch Alltagsthemen wie beispielsweise Kindererziehung und ration mit freien Trägern), zur Motivation der Zielgruppe, Dadurch besteht die Möglichkeit, an anderweitige Hilfsan-
-gesundheit, gesundes Essen, Einkauf, Schule und Beruf in den Ansprache auf verschiedene Ebenen. gebote zu vermitteln.
Unterricht integriert. Im Rahmen der Betreuung sollen die • Zertifikat bei Ableistung von gewisser Anzahl an Stunden
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Kinder eine altersgerechte spielerische Förderung mit dem be- ausstellen.
Langfristig sonderen Schwerpunkt der Sprachförderung erhalten. Da es
sich meist um Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren handelt, soll
Wer soll die Maßnahme umsetzen?
die Kinderbetreuung in unmittelbarer Nähe stattfinden, um
den Kontakt zwischen Mutter und Kind zu gewährleisten. Im Stadt Bergisch Gladbach, Soziale Netzwerke und freie Träger
Laufe der Zeit lernen die Kinder vertrauensvoll, sich während
des Unterrichts selbst spielerisch zu beschäftigen.
24 25Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Maßnahme G: Möglichkeiten der Maßnahme H*: Unterstützung der Maßnahme I: unterstützende
Die Maßnahme sollte zeitlich vor der Einschulung einsetzen. individuellen Nachhilfe unterstützen – Initiative Migrantenkinder bekommen Sprachförderung an Grundschulen
Eltern erhalten gezielt Informationen und Unterstützung Q1stein Kinder und Jugendakademie Unterstützung (MiKibU)
in Angelegenheiten rund um den Schulstart. Dazu zählen
Konkretes Ziel der Maßnahme
insbesondere die zeitgerechte Auswahl der Grundschule,
Konkretes Ziel der Maßnahme Konkretes Ziel der Maßnahme
Erklärungen zur Anmeldung und Schuluntersuchung sowie Kindern mit Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich den
Hilfe beim Verstehen der entsprechenden Unterlagen oder Die kostenlosen Nachhilfe-Angebote der Q1stein Kinder- und Ziel der Initiative MiKibU, welche auf das Integrationskonzept Übergang sowie Einstieg in den Schulalltag erleichtern sowie
Informationen. Im Rahmen der Begleitung wird im konkreten Jugendakademie werden erweitert und einer breiteren Ziel- von 2010 zurückgeht, ist die Unterstützung förderbedürftiger bestehende Defizite abbauen.
Einzelfall der Bedarf an Informationen und Unterstützung gruppe zugängig gemacht. Kinder und Jugendlicher besonders aus Familien mit oder
geklärt und bei der Beschaffung von Schulmaterial be- ohne Migrationshintergrund. Ihr schulischer Weg und ihre
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
raten. Themenkomplexe wie der schulische Schriftverkehr, Schulbildung werden durch ehrenamtliche Helfer*innen be-
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
die Bedeutung von Elternabenden, Elternsprechtagen und gleitet und unterstützt. Diese herausragende Initiative soll In enger Kooperation mit den Integrationsfachkräften der
Hausaufgaben werden erläutert und bei der Anfertigung der Angebote der individuellen sowie der Kleingruppen-Förde- auch weiterhin nach Kräften unterstützt werden. Grundschulen wird ein 1-2 Mal wöchentlich stattfindendes
Hausaufgaben unterstützt. Durch eine gezielte Vernetzung rung können für Schüler*innen sowie junge Menschen in der Angebot (evtl. auch mit den Fachkräften aus dem FiSch-Pro-
von Trägern, Kindergarten und Grundschule können bereits schulischen Ausbildung entscheidend sein. Bestehende Ange- gramm, welche die Kinder bereits kennen) etabliert. Kinder
Was soll passieren? Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden?
frühzeitig Hilfen angeboten und umgesetzt werden. bote wie die Q1stein Kinder- und Jugendakademie müssen im mit sprachlichen Defiziten, welche im Vorfeld durch die
Rahmen finanzieller, personeller sowie netzwerkorientierter Unterstützung von MiKiBu im Rahmen der Arbeit des Integ- Integrationsfachkräfte benannt werden, werden zusätzlich
Ressourcen gestärkt werden, um das Angebot einer mög- rationsrates über die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, gefördert und bauen sprachliche Defizite ab, somit wird eine
Wer soll die Maßnahme umsetzen?
lichst breiten Zielgruppe zukommen lassen zu können. Eine Infrastruktur, Öffentlichkeitsarbeit u.ä. Integration in den Schulalltag erleichtert.
Wird bereits umgesetzt Prüfung bestehender Bedarfe im Bereich der Nachhilfe in
Absprache mit der/dem Projektverantwortlichen der Q1stein
Wer soll die Maßnahme umsetzen? Wer soll die Maßnahme umsetzen?
Kinder- und Jugendakademie soll Unterstützungsbedarfe
Wer soll beteiligt werden?
aufzeigen. Im zweiten Schritt werden gemeinsam Strategien MiKibU Soziale Netzwerke mit FiSch-Fachkräften, Honorarkräfte
Kindergärten, Grundschulen, Träger der Offenen Ganztags- entwickelt um das Projekt stärken sowie ausbauen zu können.
einrichtungen, Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit,
Wer soll beteiligt werden? Wer soll beteiligt werden?
Stadtverwaltung
Wer soll die Maßnahme umsetzen?
MiKibU, Integrationsrat, Stadtverwaltung - Abteilung 5-53 Stadtverwaltung - Abteilung 5-53, Grundschulen, Integra-
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach tionsfachkräfte, Kommunales Integrationszentrum
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
*Maßnahme wird aktuell aus Mitteln des Integrationskonzeptes finanziert bzw. unterstützt
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Wird bereits umgesetzt
Wer soll beteiligt werden? Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Wird bereits umgesetzt
Stadtverwaltung - Abteilung 5-53, Jugendamt, Schulen, Sozia- Kurzfristig
les Netzwerk Stadtmitte, Kommunales Integrationszentrum
Wann soll die Maßnahme umgesetzt werden?
Kurz- bis mittelfristig
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