Internationale Projekte - BMEL
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
die internationalen Beziehungen sind in den vergangenen Jahren noch komplexer geworden.
Die Folgen des Klimawandels machen uns zunehmend zu schaffen. Wir selbst erleben Dürren
mit erheblichen Ernteausfällen. Wenn uns Stabilität und Frieden wichtig sind, dann müssen wir
dafür sorgen, dass die Menschen vor allem zwei Dinge haben: eine gesicherte, angemessene Le-
bensperspektive in ihrer Heimat und eine ausreichende, ausgewogene Ernährung. Der Schlüssel
liegt dabei in einer leistungsfähigen, lokal angepassten und nachhaltigen Landwirtschaft.
Wir unterstützen unsere Partnerländer dabei, gute Voraussetzungen für eine marktwirtschaft-
liche und nachhaltige Entwicklung des Agrar- und Ernährungssektors zu schaffen. Mit unseren
Projekten stärken wir den fachlichen Austausch und das gegenseitige Verständnis. Drei Vor-
haben zeigen dies exemplarisch: In der Mongolei setzen wir aktuell unseren Dialog zu Saat-
gut- und Sortenwesen, guter bäuerlicher Praxis und landwirtschaftlichem Risikomanagement
fort. Bei meinem Besuch in Marokko Ende Oktober vergangenen Jahres habe ich die weitere
Unterstützung des Exzellenzzentrums für Pflanzen- und Tierzucht fest zugesagt. Und durch das
neue Deutsch-Chinesische Austauschprogramm gewinnen deutsche und chinesische Nach-
wuchskräfte Expertise über den jeweils anderen Agrarbereich.
Die Broschüre gibt einen Überblick über die internationalen Projekte des BMEL im Bereich der
Landwirtschaft. Mehr erfahren Sie unter www.bmel-kooperationsprogramm.de!
Ihre
Julia Klöckner
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
3Weltkarte mit Partnerländern des Bilateralen Kooperationsprogramms
WELTKARTE MIT PROJEKTLÄNDERN
Ukraine
Russland
Westbalkan
Kasachstan Mongolei
Türkei
China
Marokko
Indien
Elfenbeinküste
Brasilien Äthiopien
Sambia
Argentinien
Stand Januar 2019
4INHALTSVERZEICHNIS
INHALT
Grußwort 3 Südamerika 24
Weltkarte mit Projektländern 4 Brasilien/Argentinien 25
Inhaltsverzeichnis 5 Afrika 26
Das Bilaterale Kooperationsprogramm Marokko 27
des BMEL mit dem Ausland 6 Äthiopien 28
Europa und Vorderasien 9 Côte d‘Ivoire 30
Ukraine 10
Sambia 31
Russland 12
Projektübersicht 33
Türkei 14
Impressum 36
Westbalkan 15
Asien 16
Kasachstan 17
Indien 19
Mongolei 20
China 21
5BILATERALES KOOPERATIONSPROGRAMM DES BMEL MIT DEM AUSLAND
Konzept und Ziele des Die Zusammenarbeit in den Projekten setzt an Reform-
Bilateralen Kooperations- sierung und Meinungsbildung für wichtige agrarfachli-
vorhaben der Partnerländer an oder trägt zur Sensibili-
programms
che Zusammenhänge bei.
Der unmittelbare und fachkundige Wissensaustausch
Gute Rahmenbedingungen für eine effiziente zwischen agrarfachlichen Akteuren ist ein zentrales Ele-
und ressourcenschonende Landwirtschaft ment des Programms. Er wird durch die Vernetzung mit
Das Bilaterale Kooperationsprogramm mit dem Aus- Institutionen, Verbänden und Fachkreisen des Agrarsek-
land ist ein langfristig ausgerichtetes Instrument der tors in Deutschland erreicht. Auch die Wirtschaft leistet
internationalen Zusammenarbeit des Bundesministeri- ihren Beitrag. In die Demonstrations- und Trainingspro-
ums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL). Mit dem jekte bringen internationale Unternehmen insbesondere
Programm werden Transformations- und Entwicklungs- aus den Bereichen Landtechnik, Saatgut und Tierpro-
prozesse in Richtung einer nachhaltigen und unterneh- duktion ihre Expertise und Sachleistungen ein.
merischen Land- und Ernährungswirtschaft unterstützt.
Partnerländer sind vornehmlich agrar- und ernährungs-
politisch wichtige Schwellenländer, die zugleich Schwer-
punktländer der bilateralen Zusammenarbeit des BMEL
sind.
Ziel ist es, gute Rahmenbedingungen für eine effiziente,
ressourcenschonende und unternehmerische Agrar- und
Ernährungswirtschaft zu fördern und die bilateralen
Beziehungen zu stärken.
6BILATERALES KOOPERATIONSPROGRAMM DES BMEL MIT DEM AUSLAND
Die Vorhaben werden in enger Abstimmung mit den Projekte nach Regionen
Partnerländern entwickelt, umgesetzt und gesteuert. Da- Zurzeit werden Projekte in Äthiopien, Brasilien/Argenti-
mit entsteht in den Kooperationsprojekten eine intensi- nien, China, Côte d’Ivoire, Indien, Kasachstan, Marokko,
ve Zusammenarbeit, welche die bilateralen Beziehungen der Mongolei, der Russischen Föderation, Sambia, der
und das gegenseitige Verständnis in vielerlei Hinsicht Türkei, in der Ukraine und mit den Westbalkanländern
fördert. durchgeführt. Eine Zusammenarbeit mit Ägypten und
Südafrika wird derzeit vorbereitet.
Vertiefte Kooperationen gibt es gegenwärtig insbesonde-
re mit den Partnerländern China, Ukraine und Äthiopi-
en. Künftig sollen solche vertieften Kooperationen auch
mit anderen zentralen Schwerpunktländern realisiert
und damit die Ausweitung der strategischen Kooperatio-
nen mit wichtigen Partnerländern verfolgt werden. Eine
solche Vertiefung wird vorbereitet für Indien, Kasachs-
tan, Marokko und Brasilien.
In der Broschüre werden die bestehenden Kooperatio-
nen nach Kontinenten geordnet vorgestellt.
7BILATERALES KOOPERATIONSPROGRAMM DES BMEL MIT DEM AUSLAND
Projektformate Fach- und Führungskräften werden hierbei theoretische
und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten im nachhal-
Das Kooperationsprogramm arbeitet mit drei Projekt- tigen Anbau, einer modernen und tiergerechten Tierhal-
formaten: tung sowie im Bereich Farmmanagement vermittelt.
→→ Dialogprojekte: →→ Verbandskooperationen:
• Langfristig und thematisch breit angelegte Agrar- Zur Stärkung der Selbstorganisationskräfte im Agrarsek-
politische Dialoge sowie tor werden Bauernverbände und Dachverbände land-
wirtschaftlicher Genossenschaften darin unterstützt, die
• agrarfachliche Dialoge zu einem oder wenigen Interessen ihrer Mitglieder besser vertreten zu können
Kernthemen, die auch umfangreichere praxisbezo- und Dienstleistungen für die Mitglieder und Bewohner
gene Komponenten enthalten können. ländlicher Räume bedarfsgerechter anzubieten.
Die Dialogprojekte wenden sich vorwiegend an Parla- Darüber hinaus kann auch die Nachwuchsförderung
mente, Regierungen und Facheinrichtungen. Themen oder ein Fachkräfteaustausch ein Anliegen sein, das vom
waren bzw. sind beispielsweise Agrarhandelspolitik, Bilateralen Kooperationsprogramm aufgegriffen wird.
Förderpolitiken, Landrechte, Saatgutwesen, Genossen-
schaftswesen, die Förderung der ökologischen Land- Für die internationale nachhaltige Waldbewirtschaftung
wirtschaft oder der Lebensmittelsicherheit, je nachdem hat das BMEL darüber hinaus ein separates Kooperati-
was auf der Reformagenda des Partnerlandes steht und onsprogramm, das in mehreren Schwerpunktländern
zugleich deutschen Interessen entspricht. weltweit aktiv ist. Es fördert neben bilateralen For-
schungs- und Durchführungsprojekten, insbesondere
→→ Praxisbezogene Demonstrations-, Trainings- und auch den Wissensaustausch zu nachhaltiger Waldbewirt-
Schulungsprojekte: schaftung zwischen Deutschland und Drittstaaten.
8UKRAINE
Ukraine Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog
(APD)
Deutschland und die Ukraine verbindet eine feste Der APD konzentriert sich auf vorrangige Themen im
Partnerschaft. Im zurückliegenden Jahr hat das BMEL Agrarbereich: das Verbands- und Genossenschaftswe-
sein Engagement in vier Vorhaben stark ausgebaut, um sen, die Entwicklung ländlicher Räume und die wis-
so die wirtschaftliche Entwicklung und die begonnenen senschaftliche Politikberatung. Zudem werden Fragen
Reformprozesse im Agrarbereich weiterhin aktiv zu der effektiven Bodenverwaltung und zur nachhaltigen
unterstützen. Waldbewirtschaftung bearbeitet. Seine Arbeit ist geprägt
durch eine enge Zusammenarbeit mit dem ukrainischen
Landwirtschaftsministerium, dem Agrarausschuss des
Feldbegehung mit Kursteilnehmern
Parlaments, sowie verschiedenen Behörden, Verbän-
den und Forschungseinrichtungen. Das Projektteam
erarbeitet Beratungspapiere, organisiert Seminare und
ist anerkannt für die fachliche Begleitung gesetzlicher
Initiativen und Konzepte. Ferner leistet es wichtige Netz-
werkarbeit, auch im Zusammenspiel mit den anderen
bilateralen Kooperationsprojekten.
10UKRAINE
Beratung der Ukraine zu Agrarhandelsfragen Landwirtschaftliche Berufsausbildung in der
Das umfassende Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine
EU und der Ukraine eröffnet der Ukraine den europäi- Die Ukraine ist dabei, die landwirtschaftliche Ausbildung
schen Markt und umgekehrt. Mit diesem Vorhaben wird zu reformieren und zu modernisieren. Mit Unterstüt-
der politische Dialog zu Agrarhandelsfragen gestärkt zung des Projekts werden Anforderungen und Lehrin-
sowie der Aufbau privatwirtschaftlicher Strukturen ge- halte der landwirtschaftlichen Colleges der Ukraine
fördert, welche die Exportfähigkeit kleiner und mittlerer überarbeitet und den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes
Unternehmen im Agrar- und Ernährungssektor erhöht. angepasst. Mitarbeiter von vier Pilot-Colleges werden
methodisch und fachlich fortgebildet. Angestrebt wird
Zusammenarbeit im Ökolandbau ein Unterricht mit einem hohen Praxisbezug.
Das Projekt Ökolandbau macht Fach- und Führungs-
kräfte in Wirtschaft und Verwaltung mit den Anforde-
rungen des Ökolandbaus vertraut. Durch Fortbildungen
und Beratung wird fachspezifisches Wissen vermittelt, so Collegestudentinnen untersuchen im Labor die
dass die Qualität der Bioprodukte europäischen Ansprü- Qualität von Rindersperma
chen genügen kann. Behandelt werden dabei insbeson-
dere Aspekte der Produktion sowie die Organisation
der erforderlichen Zertifizierungen. Schließlich werden
Agraruniversitäten dabei unterstützt, Themen des
ökologischen Landbaus in ihre Lehrpläne aufzunehmen,
um das notwendige Verständnis für die Idee des ökologi-
schen Landbaus möglichst breit zu verankern.
11RUSSLAND
Russland Ein festes Team und je nach Anlass hinzugezogene
Experten teilen Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit
Die beiden in Russland vom BMEL geförderten Projekte russischen Entscheidungsträgern der Agrar- und Ernäh-
sind Beispiele für eine gelingende Zusammenarbeit zwi- rungswirtschaft. Zugleich beobachtet und analysiert der
schen Deutschland und Russland, auch unter schwieri- APD aktuelle Entwicklungen in Russland.
gen politischen Umständen.
Zentrale Partner sind die Ausschüsse für Landwirtschaft
Deutsch-Russischer Agrarpolitischer Dialog der Parlamente und die Agrarministerien beider Länder.
Der „Deutsch-Russische Agrarpolitische Dialog“ (APD) ist Hinzu kommen wissenschaftliche Institute und For-
ein wichtiges Element der fortbestehenden Zusammen- schungseinrichtungen, Hochschulen sowie verschiedene
arbeit zwischen Deutschland und Russland im Agrarbe- Verbände, die den Bereich prägen.
reich. Er begeht in diesem Jahr sein 25. Jubiläum.
In einer hochrangig besetzten Steuerungsgruppe ver-
ständigen sich die Partner jährlich über die thematische
Ländliche Impressionen in Susdal, Region Wladimir Ausrichtung in Berlin oder Moskau. Wiederkehrende
Themen waren in den vergangenen Jahren unter ande-
rem der ökologische Landbau, die Agrarausbildung und
die ländliche Entwicklung.
Die Aktivitäten werden auch 2019 vielfältig sein: Geplant
sind diverse Seminare und Konferenzen in Moskau und
den Regionen sowie themenspezifische Informationsrei-
sen nach Deutschland. Darüber hinaus werden aktuelle
Fragen, die sich im Laufe dieses Jahr für den APD erge-
ben, bearbeitet.
12RUSSLAND
Kooperation der Bauernverbände Die Erfahrungen haben gezeigt, dass der Ausbau des Um-
In einer deutsch-russischen Verbandspartnerschaft un- fangs und der Qualität der angebotenen Dienstleistun-
terstützt der Deutsche Bauernverband die Vereinigung gen dann gut gelingt, wenn gleichzeitig der Aufbau des
bäuerlicher Betriebe und Genossenschaften Russlands Verbandes effektiv vorangetrieben wird und Fortschritte
(AKKOR) bei ihrer Weiterentwicklung. Damit sollen im Verbandsmanagement erreicht werden. Daher wollen
bäuerlichen Betrieben in Russland bessere Möglichkei- sich die an AKKOR angeschlossenen Regional- und
ten zur politischen Teilhabe eröffnet werden. Eines der Kreisverbände weiter professionalisieren und so ihre
wichtigsten organisatorischen Anliegen von AKKOR ist Attraktivität für den Einzelnen steigern.
es, die Strukturen des Dachverbands mit seinen föde-
ralen Gliederungen zu stärken. So kann sich AKKOR in
Zukunft zu einem guten und effizienten Sprachrohr für
bäuerliche Betriebe in ganz Russland entwickeln und die
zivilgesellschaftliche Teilhabe der Landwirte ausbauen.
Präsidiumssitzung des Regionalbauernverbandes Pskov
mit deutschen Beratern
10 gute und vertrauensvolle
Zusammenarbeit
Jahre
13TÜRKEI
Türkei Der Zusammenschluss zu Genossenschaften trägt
dazu bei, die Wertschöpfung der einzelnen Betriebe zu
Förderung landwirtschaftlicher Betriebe durch verbessern. Doch die Leistungsfähigkeit einer Genossen-
Stärkung von Genossenschaften schaft hängt stark von ihrer inneren Struktur ab. Kann
„Drei Bauern gehen nicht unter einen Hut.“ Dieses die Genossenschaft die für ihre Mitglieder notwendigen
Sprichwort spielt auf den angeblichen Eigensinn von Leistungen erbringen? Wie effizient verwaltet sie ihre
Landwirten an. Dass dies nicht der Realität entspricht, Mittel? Wie transparent sind die Entscheidungsprozesse?
beweisen Millionen von landwirtschaftlichen Zusam- Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob
menschlüssen auf der ganzen Welt. sich die Mitgliedschaft für den einzelnen Betrieb lohnt.
Um die Leistungsfähigkeit von Genossenschaften und
damit der landwirtschaftlichen Betriebe zu steigern, un-
Kälber- und Jungrindaufzucht in der Türkei terstützt das BMEL die Zusammenarbeit des Deutschen
Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) mit
Spartenorganisationen landwirtschaftlicher Genossen-
schaften in der Türkei sowie deren Regionalverbände in
ausgewählten Provinzen.
Es wird dabei u.a. der Austausch über Organisationsent-
wicklung, Controlling, Managementfragen oder Fortbil-
dung gefördert.
14WESTBALKAN
Westbalkan SWG bietet den Landwirtschaftsministerien des West-
balkans seit Jahren eine gute Gelegenheit für freund-
Fachdialog zum Weinrecht schaftlichen Dialog und konstruktive Gespräche.
Mit einem Projekt zum Weinrecht unterstützt das BMEL
seit Dezember 2018 die regionale Integration in Albani- Konkret fließen lokale und deutsche Expertise in die
en, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kosovo, Monte- Arbeit einer überstaatlichen Arbeitsgruppe zum Thema
negro und Serbien. Wein ein. Vertretern aller einbezogenen Länder können
dort gezielt die Harmonisierung des Weinrechts voran-
In allen sechs Staaten ist der Weinanbau von erhebli- bringen und ihren Austausch dauerhaft fortsetzen. Ziel
cher wirtschaftlicher Bedeutung. Um weitere Potentiale ist: Soviel Angleichung wie möglich, soviel Besonderheit
auszuschöpfen, bedarf es jedoch eines stimmigen Rechts. wie nötig.
Eine Angleichung der jeweiligen nationalen Bestim-
mungen an EU-Standards fördert die regionale Zusam-
menarbeit, den Handel untereinander und in die EU. Die
erfolgreiche Kooperation im Weinrecht kann darüber
hinaus als Vorbild für andere Bereiche dienen.
Das BMEL arbeitet auf dem Westbalkan eng mit der
SWG zusammen – der Standing Working Group on Re-
gional Rural Development in South Eastern Europe. Die
Trauben zur Weingewinnung
15Asien
KASACHSTAN
Kasachstan gungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. So
werden beispielsweise fundierte Stellungnahmen und
Kasachstan hat das größte landwirtschaftliche Potential Studien verfasst, Seminare und Diskussionsrunden ver-
in Zentralasien und ist für Deutschland ein strategisch anstaltet oder themenspezifische Fachinformationsfahr-
wichtiger Partner, der seinerseits die vertiefte Kooperati- ten nach Deutschland organisiert. Schwerpunktthemen
on mit der EU und insbesondere mit Deutschland sucht. im Jahr 2018 waren u.a. der ökologische Landbau,
Die hohe Bereitschaft des Landes zu wirtschaftlichen Agrarfinanzierung und –versicherungen sowie For-
Reformen bildet dabei eine gute Grundlage für eine schung und Ausbildung. Neben diesen Schwerpunk-
ergebnisreiche Zusammenarbeit. ten können immer wieder auch neue Themen dazu
kommen, die auf der jährlichen Sitzung der bilateralen
Deutsch-Kasachischer Agrarpolitischer Dialog Steuerungsgruppe festgelegt werden.
Der 2009 ins Leben gerufene Agrarpolitische Dialog zwi-
schen Deutschland und Kasachstan ist Plattform für den Deutsches Agrarzentrum in Kasachstan (DAZ)
Austausch von Erfahrungen, bietet fachliche Expertise Eine große Herausforderung für den Ackerbau in Ka-
für die Politikgestaltung an und fördert die Vernetzung sachstan ist der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Seit 2010
verschiedener Akteure aus den Agrarbereichen beider trägt das DAZ in Chaglinka dazu bei, moderne und nach-
Länder. haltige Bewirtschaftungsmethoden zu verbreiten. Das
Agrarzentrum bietet praxisnahe Weiterbildungsangebo-
Kooperationspartner sind das Nationale Zentrum für te für Fach- und Führungskräfte aus der kasachischen
Agrarwissenschaft und Bildung, das Ministerium für Landwirtschaft sowie für Lehrkräfte. Die Kurse umfassen
Landwirtschaft der Republik Kasachstan, der Agraraus- eine große Bandbreite von Themen aus den Bereichen
schuss des Parlaments, Universitäten sowie Einrichtun- Pflanzenbau und Tierzucht, aber auch zu organisatori-
gen der Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Das schen und wirtschaftlichen Fragen.
Projekt bietet seinen Partnern Expertise zur Entwick-
lung guter und marktwirtschaftlicher Rahmenbedin-
17KASACHSTAN
Beim kasachischen Forschungsinstitut für Landwirt- 2019 wird das Zentrum in die wirtschaftliche Selbstän-
schaft angesiedelt, verfügt das DAZ neben modern digkeit überführt. Es wird unter der alleinigen Träger-
ausgestatteten Seminarräumen auch über eigene Un- schaft der Wirtschaftspartner ab 2020 die Kooperation
terkünfte für Teilnehmer und Unterrichtende. Deutsche mit den verschiedenen kasachischen Partnerorganisatio-
und europäische Unternehmen sind aktiv am Projekt nen noch weiter auszubauen.
beteiligt. Sie stellen dem Zentrum Landtechnik, Betriebs-
mittel, Experten und Geldmittel zur Verfügung. Im Jahr
Führung beim jährlichen Feldtag des Projekts
18INDIEN
Indien Seit 2017 wird der Bundesstaat Telangana in die Aktivitä-
ten einbezogen. Förderliche natürliche Bedingungen für
Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich die Saatgutproduktion haben dafür gesorgt, dass sich der
Saatgut Bundesstaat zu einem „Seed Hub“ Indiens entwickelt hat.
Gutes und angepasstes Saatgut ist die Basis einer erfolg-
reichen Pflanzenproduktion. Bei der Versorgung mit Das sind ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche
Qualitätssaatgut besteht in Indien jedoch häufig noch und wirkungsvolle Projektkooperation. Hier sollen
Verbesserungspotenzial. Ineffizienz und Intransparenz ausgewählte Maßnahmen und konkrete Ansätze zur Op-
auf den Saatgutmärkten erschweren indischen Landwir- timierung, entlang der Saatgutproduktionskette, erprobt
ten den Zugang zu Qualitätssaatgut und beeinträchtigen werden. Die Ergebnisse sollen auf die nationale Ebene
das Engagement deutscher bzw. europäischer Saatgut- zurückgespiegelt und so prioritäre Handlungsbedarfe
produzenten. verdeutlicht werden.
Seit Juli 2013 fördert das BMEL einen Dialog zwischen
Organisationen und Fachbehörden zu rechtlichen und
institutionellen Rahmenbedingungen sowie zu Verbes-
serungspotenzialen bei der Produktion, Verarbeitung
und Vermarktung von qualitativ hochwertigem Saatgut.
Verfahren des Sortenschutzes und der Sortenzulas- mehr als
400
sung sollen zunehmend mit internationalen Standards
harmonisiert werden, damit diese eine Basis für die haben sich in Telangana
Stärkung des lokalen Saatgutsystems bilden können. angesiedelt
Gleichzeitig werden die Anforderungen des informellen
Saatgutsektors berücksichtigt sowie die Erhaltung und Saatgutfirmen
Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen gefördert.
19MONGOLEI
Mongolei Ackerbau an Bedeutung. Dabei bergen die natürlichen
Bedingungen besondere Risiken: Bodenerosion und
Agrarfachlicher Dialog im Bereich Nachhaltige Bodendegradierung sind zu verhindern und Dürren mit
Landwirtschaft Ernteausfällen zu meistern.
Um die Partnerschaft beider Länder im Agrarsektor zu
stärken, fördert das BMEL seit April 2013 einen agrar- Im Vordergrund des Vorhabens stehen die Beratung
fachlichen Dialog mit der Mongolei um die nachhalti- agrarpolitischer Entscheidungsträger bei der Schaf-
ge Entwicklung der mongolischen Landwirtschaft zu fung von geeigneten rechtlichen und institutionellen
fördern. Trotz des rauen Kontinentalklimas spielt der Rahmenbedingungen sowie Aus- und Weiterbildungs-
Agrarsektor eine wichtige Rolle für die mongolische maßnahmen für Fach- und Führungskräfte der mongo-
Wirtschaft. Neben der mobilen Tierhaltung, die traditi- lischen Agrarwirtschaft.
onell den Alltag in der Mongolei bestimmt, gewinnt der
Schwerpunktthemen sind die Förderung des Saatgut-
Schulung zur Feldinspektion in Getreidesaatgut- und und Sortenwesens, die Durchsetzung guter fachlicher
Pflanzkartoffelvermehrungsflächen
Praxis im Ackerbau und die Weiterentwicklung eines
sinnvollen Risikomanagements in der Landwirtschaft.
Das Projekt bietet nachfrageorientiert Beratungsleistun-
gen an, führt Fachinformationsfahrten, Workshops und
Schulungen durch und erstellt Studien, Stellungnahmen
oder Kommentierungen zu legislativen Texten.
20CHINA
China und Ernährungspolitik, um gemeinsame Empfehlungen
zu entwickeln und eine nachhaltige Modernisierung des
China ist im Bereich der Land- und Ernährungswirt- chinesischen Agrarsektors zu unterstützen.
schaft für Deutschland ein wirtschaftlich und politisch
wichtiger Partner. Das BMEL hat ein erhebliches Inter- Der Agrar- und Ernährungswirtschaftliche Dialog för-
esse, den Transformationsprozess in China konstruktiv dert den fachlichen Austausch zwischen Unternehmen
zu begleiten. Ein wichtiges Anliegen ist dabei, markt- der Agrar- und Ernährungswirtschaft untereinander und
wirtschaftliche Prinzipien und ein besseres Verständnis mit dem öffentlichen Sektor.
für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Landwirt-
schaft zu vermitteln und dabei auch die chinesischen Mit dem Wissenschaftlichen Dialog fungiert das DCZ als
Verhältnisse besser zu verstehen. Koordinierungsstelle für Agrarforschung und unter-
stützt die Intensivierung der bilateralen Forschung im
Dialogplattform Deutsch-Chinesisches Bereich der Ernährung und Landwirtschaft.
Agrarzentrum
Das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum (DCZ) bringt Im Jahr 2018 standen Fragen der Nachhaltigen Tierhal-
Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis tung und der Digitalisierung in der Landwirtschaft im
zusammen. Es schafft Foren, in denen agrarfachliche Mittelpunkt der Arbeit des DCZ. Darüber hinaus wurden
Themen von beiderseitigem Interesse bearbeitet werden. Themen wie das Saatgutwesen oder die ländliche Ent-
Mit drei Dialogformaten wird das DCZ der Breite der wicklung behandelt. Das DCZ beteiligte sich damit über
deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Agrarbereich seine Dialogformate konstruktiv an Diskussionen zur
gerecht: Reformierung der Agrarpolitik in China.
Der Agrarpolitische Dialog behandelt Themen der Agrar- Das Büro des DCZ in Peking stellt darüber hinaus eine
21CHINA
zentrale Anlaufstelle dar. Die Netzwerkarbeit umfasst fördert damit die deutsch-chinesische Zusammenarbeit
dabei nicht nur die Koordinierung mit den beiden bila- im Agrarsektor sowie die Etablierung von Netzwerken
teralen Demonstrationsprojekten des BMEL in China, zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen,
sondern schließt alle aktuellen und potenziellen Akteure Verwaltungseinrichtungen und Fachkräften.
der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit mit ein.
Deutsch-Chinesischer Ackerbau- und
Deutsch-Chinesisches Austauschprogramm für Landtechnik-Demonstrationspark
junge Fachkräfte im Agrarsektor Im Bereich Ackerbau sollen nachhaltige, standortange-
Das Deutsch-Chinesische Austauschprogramm für junge passte Ackerbaumethoden demonstriert und ein besse-
Fachkräfte unterstützt junge deutsche und chinesische res Verständnis für nachhaltige und ressourceneffiziente
Fachkrafte von Agrarverwaltungseinrichtungen und des Produktion vermittelt und verankert werden. Hierzu
Agribusiness-Sektors dabei, ihr Wissen über den Agrar- bewirtschaftet der Demonstrationspark in der Provinz
sektor des jeweiligen Partnerlandes auszubauen und Jiangsu 150 ha Ackerland, wo erweiterte Fruchtfolgesys-
teme und schonende Bodenbearbeitungsmethoden
Anbau von Erbsen
erprobt und gemeinsam mit den chinesischen Partnern
umgesetzt werden. Neun Wirtschaftspartner unterstüt-
zen das Projekt und stellen Landtechnik und Betriebs-
mittel für die praktische Arbeit zur Verfügung.
Durch die Teilnehmer der Trainingsmaßnahmen, durch
Feldtage und die Teilnahme des Projektes an überre-
gionalen Fachveranstaltungen werden die Ergebnisse
und Erfahrungen weit über den Partnerbetrieb hinaus
verbreitet.
22CHINA
Demonstrationsvorhaben Tierzucht: Art- und
Als Beitrag zu dem Ziel der chinesischen Agrarpolitik,
umweltgerechte Tierhaltung fördern
eine ressourcenschonende und umweltfreundliche
Der steigende Konsum tierischer Produkte in China
Landwirtschaft zu entwickeln, wird seit 2016 das Thema
bringt eine stetige Steigerung der inländischen Produk-
Reststoffmanagement im Rahmen des Projektes intensiv
tion mit sich. Das Kooperationsprojekt zur Weiterent-
aufgearbeitet. Viele tierhaltende Betriebe sind bislang
wicklung der Tierzucht und Tierhaltung in China leistet
vom Ackerbau entkoppelt. Es müssen daher nicht nur
einen Beitrag, diese effizienter, sicherer und nachhaltiger
technische Lösungen zum Aufbau von Nährstoffkreis-
zu gestalten.
läufen und der effizienten Nutzung großer Güllemengen
entwickelt, sondern auch Formen der Zusammenarbeit
Mit diesem Ziel arbeitet das Projekt mit einem schwei-
zwischen Tierhaltern und Ackerbaubetrieben gefunden
nehaltenden und zehn rinderhaltenden chinesischen
werden.
Demonstrationsbetrieben zusammen. Praktische Maß-
nahmen in den Betrieben werden ergänzt durch die Wei-
terbildung von chinesischen Fach- und Führungskräften
und einem Informations- und Erfahrungsaustausch zwi-
schen Akteuren der Rinder- und Schweineproduktion
in Deutschland und China. Unterstützt wird das Projekt
von 21 deutschen und internationalen Wirtschaftspart-
nern, die sich mit Know-how und Sachbeiträgen in die
Projektarbeit einbringen.
Beratungseinsatz auf einem Demonstrations-
betrieb in der Provinz Urumqi
23Südamerika
BRASILIEN UND ARGENTINIEN
Brasilien Ausgehend von den Ergebnissen der erfolgreichen
und Argentinien
bisherigen Zusammenarbeit arbeitet der DGRV seit
2017 in Brasilien auch auf nationaler Ebene mit dem
Dachverband für Genossenschaften OCB und der ihm
Genossenschaftliche Verbandskooperation angegliederten nationalen genossenschaftlichen Bil-
Als Mitglied erfolgreich wirtschaftender landwirtschaft- dungseinrichtung SESCOOP zusammen. Über die neue
lichen Genossenschaften können Landwirte bessere Kooperation mit dem Dachverband werden exempla-
Marktpositionen für den Einkauf von Betriebsmitteln risch ausgewählte regionale Verbands- und Bildungs-
oder für die Produktvermarktung erzielen. organisationen in vier Bundesstaaten dabei unterstützt,
hochwertige Serviceleistungen für regionale Genossen-
In Brasilien und Argentinien hat der Deutsche Genos- schaften und deren Mitgliedsbetriebe zur Verfügung zu
senschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) seit meh- stellen.
reren Jahren den genossenschaftlichen Regionalverband
des südbrasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul
sowie Genossenschaften in den argentinischen Provin-
zen Santa Fé, Entre Rios und Mendoza beraten. Bedarfs-
gerechte Fortbildungsangebote wurden entwickelt und
standardisierte Managementmethoden und -instru-
mente für Planung, Steuerung und Kontrolle erarbeitet
und angewandt. Zudem vermittelte das Projekt Infor-
mationen und Know-how, wie Kooperationen zwischen
Genossenschaften gefördert werden können.
Rinderversteigerung in Argentinien bei
genossenschaftlichem Projektpartner
25Afrika
MAROKKO
Marokko Auf Grund der hohen Qualität der Schulungen hat es
sich zu einem wichtigen Dienstleister für private Betrie-
Weiterbildungszentrum soll eigenständig be, neu eingerichtete Branchenverbände und staatliche
werden Beratungsdienste entwickelt. So haben zwischen 2016
Das BMEL arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich mit und Mitte 2018 insgesamt 7.139 Personen an Fortbildun-
dem Königreich Marokko zusammen. Das Deutsch-Ma- gen des CECAMA teilgenommen.
rokkanische Exzellenzzentrum für Landwirtschaft (Cen-
tre de Conseil Agricole maroco-allemand, CECAMA), in Nach mehr als sechs Jahren erfolgreicher Arbeit soll das
dem landwirtschaftliche Fach- und Führungskräfte pra- Zentrum nun schrittweise eigenständig werden. Das
xisnah fortgebildet werden, ist dabei das Herzstück der BMEL unterstützt das Exzellenzzentrum noch für bis zu
Kooperation. Die Arbeit des Zentrums ist an Reformvor- vier Jahre finanziell, sowie mit intensiver Beratung und
haben der marokkanischen Regierung für eine gerechte Coaching. Ab 2023 soll das CECAMA dann vollständig
und nachhaltige Entwicklung des marokkanischen durch die marokkanischen Partner geführt werden.
Agrarsektors ausgerichtet. Die konsequente Verzahnung
von Theorie und Praxis in der landwirtschaftlichen
Berufsausbildung ist in Marokko bisher nicht üblich und
stößt auf reges Interesse.
Begutachtung eines Kartoffelschlags
in Marokko
27ÄTHIOPIEN
Äthiopien Stärkung des Saatgutsektors und Erhaltung
genetischer Ressourcen
Die Landwirtschaft bildet den wichtigsten Erwerbszweig Die Erhaltung, Charakterisierung und Konservierung
Äthiopiens, muss sich jedoch aktuell Herausforderungen wertvoller einheimischer genetischer Ressourcen und
wie durch den Klimawandel bedingte schwere Dürrepe- deren nachhaltige Nutzung ist Ziel der Zusammenarbeit
rioden und Bodenerosionen stellen und gleichzeitig die mit der Genbank und dem äthiopischen landwirtschaft-
Folgen des hohen Bevölkerungswachstums meistern. lichen Forschungsinstitut. Dazu gehören auch die Züch-
tung von verbessertem Saatgut und die Organisation der
Förderung nachhaltiger Produktivität in der entsprechenden Saatgutvermehrung in kleinbäuerlichen
Landwirtschaft Kooperativen. Das Programm unterstützt die äthiopische
Genbank, die 2018 eine neue, vom BMEL finanzierte
Ein Programm mit 3 Handlungsfeldern Kühlkammer erhalten hat.
Mit seinem Programm „Beitrag zur Förderung nachhal- Fachdialog Agrar
tiger landwirtschaftlicher Produktivität in Äthiopien“ Im Fachdialog Agrar werden staatliche Institutionen zu
leistet das BMEL einen fachlichen Beitrag zur Unter- prioritären Themen des äthiopischen landwirtschaftli-
stützung und Entwicklung des äthiopischen Agrar- und chen Entwicklungs- und Transformationsplans beraten.
Ernährungssektors sowie zur Erhaltung der Nutzpflan- Schwerpunkte liegen in der Professionalisierung von Ko-
zen-Biodiversität. operativen und Verbänden, dem Aufbau eines Systems
für Qualitätsstandards in der Saatguterzeugung und die
Verschiedene Kooperationspartner aus der Wirtschaft Förderung der Privatwirtschaft im Agrarbereich. Ein
unterstützen die Arbeit des Programms maßgeblich hoher Praxisbezug entsteht durch die Zusammenarbeit
durch die Bereitstellung technischer Arbeitsgeräte zur mit dem Bundessortenamt und dem Deutschen Genos-
Fortentwicklung des Technologietransfers und fachlich senschafts- und Raiffeisenverband.
fundierte Expertise in der Beratung.
28ÄTHIOPIEN
Aus- und Weiterbildung in nachhaltigen Neben den Trainings wirkt das Programm kontinuierlich
Produktionsverfahren an der äthiopischen Mechanisierungsstrategie für land-
Am Standort Kulumsa vermittelt das Agricultural Trai- wirtschaftliche Berufsschulen mit.
ning Centre (ATC) modernes Know-how zu angepasster
Landtechnik, Anbauverfahren und Betriebsführung an Deutsche Unternehmen der Landtechnik haben das ATC
landwirtschaftliche Fachkräfte, Betriebsleitungspersonal, mit der Bereitstellung von Landmaschinen, Betriebsmit-
und Personal von Mechanisierungsdienstleistern. teln und Beratungsleistungen unterstützt.
Training zu Harmonisierung
und Qualitätskontrolle von
Saatgut nach ISTA-Standards
29CÔTE D’IVOIRE
Côte d’Ivoire Über Einkommenssteigerungen und eine ausgewogene
Ernährung wird die Lebenssituation der Familien ver-
PRO-PLANTEURS: Nachhaltiger Kakaoanbau bessert.
PRO-PLANTEURS ist ein Projekt der Mitglieder des Fo-
rum Nachhaltiger Kakao e.V., einem Zusammenschluss Im Fokus der Projektaktivitäten stehen Frauen und jun-
der Bundesregierung (BMEL und BMZ), der deutschen ge Kakaobauern und -bäuerinnen. Es werden beispiels-
Süßwarenindustrie, des deutschen Lebensmittelhandels weise Trainings in guter landwirtschaftlicher Praxis,
und der Zivilgesellschaft sowie der ivorischen Regierung. in Betriebswirtschaft und Zertifizierung durchgeführt,
Ziel ist es, 20.000 kakaoproduzierende Familienbetriebe sowie Dienstleistungen entwickelt. Dies soll Kakaoan-
und ihre Organisationen in den östlichen und südöstli- bau in Einklang mit nachhaltigem Ressourcenschutz
chen Regionen der Côte d’Ivoire zu professionalisieren. für junge Akteure wieder lukrativ und damit attraktiver
machen. Neben der Kakaoproduktion fördert das Projekt
auch den Anbau und die Vermarktung von Nahrungs-
kulturen.
PRO-PLANTEURS trägt zur Umsetzung der nationalen
Kakaostrategie „2QC“ der Côte d’Ivoire sowie der Stra-
tegie „Cocoa Action“ der Weltkakaostiftung (WCF) bei.
Sambia
Kakaoernte in Côte d‘Ivoire
(Elfenbeinküste)
30SAMBIA
Sambia Das Trainingszentrum weitet aufgrund steigender
Nachfrage sein Bildungsangebot stetig aus, unter
Agrartrainings- und Wissenszentrum anderem wurden spezielle Trainings nur für Frauen
Das 2014 gegründete „Deutsch-Sambische Agrartrai- in den Trainingsplan aufgenommen. Aktuell liegt der
nings- und Wissenszentrum“ (AKTC) arbeitet auf 72 ha Anteil weiblicher Trainees bei ca. 26%. Marktorientier-
Ackerland auf dem Gelände der sambischen Agrarfor- te Landwirte und Landwirtinnen sowie Betriebsleiter
schungsinstitution „Golden Valley Agricultural Research aus landwirtschaftlichen Dienstleistungsinstitutionen,
Trust“, nördlich der Hauptstadt Lusaka. Der Trust wird Maschinenführer und –führerinnen und Lehrpersonal
vom sambischen Landwirtschaftsministerium und dem von Universitäten und Landwirtschaftsschulen erhalten
nationalen Bauernverband „Zambian National Farmers hier praktische Kurztrainings und Weiterbildungskurse.
Union“ getragen. Für das sambische Landwirtschaftsmi- Ziel der Schulungsmaßnahmen ist es, vertiefte Kenntnis-
nisterium ist es ein wichtiges Anliegen, den Agrarsektor se über nachhaltige Anbauverfahren unter Anwendung
wettbewerbsfähiger zu machen und die Erträge durch moderner Landtechnik sowie über betriebswirtschaftli-
Mechanisierung zu steigern. che Themen zu vermitteln. Das AKTC nimmt aber auch
in technischen Modernisierungen eine Vorreiterrolle
Verschiedene deutsche und europäische Wirtschafts- ein: Anstelle des alten Dieselgenerators erzeugt seit Mitte
partner unterstützen die Arbeit des Zentrums maßgeb- 2017 eine Pilot-Photovoltaikanlage, die von einem der
lich durch die Bereitstellung von landwirtschaftlichen Wirtschaftspartner zur Verfügung gestellt wurde, auf
Geräten und Expertise. Das Projektteam baut Getreide, dem AKTC bis zu 450 kWh pro Tag, um 9 Hektar land-
Kartoffeln und Soja zu Lehr- und Versuchszwecken an wirtschaftliche Fläche mit einer Bewässerungsanlage zu
und erprobt Verfahren des integrierten Pflanzenschut- betreiben.
zes.
31SAMBIA
Von der Versorgung mit Solarenergie profitiert auch das
neu gebaute Gästehaus, das bis zu 28 Lehrgangsteilneh- Die Solaranlage kann
450
mern nun die Teilnahme an mehrtägige Schulungsver-
anstaltungen ermöglicht. Weitere Innovationen in der am Tag liefern. Ein Diesel-
Landwirtschaft, wie z.B. die Nutzung von GPS für Farmer generator würde dafür
mit Smartphones, werden auf den AKTC-Feldtagen 150 l Diesel verbrauchen.
demonstriert. kWh
Solaranlage auf dem AKTC
32TWINNING Projektübersicht
PROJEKTÜBERSICHT
Projektübersicht
Internationale Projekte des BMEL
Land Titel Laufzeit
Äthiopien Beitrag zur Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktivität in Äthiopien (SSAP) 01/2018 - 01/2021
Brasilien Kooperation des DGRV mit Genossenschaftlichen Einrichtungen in Brasilien und Argentinien 07/2017 - 06/2020
Deutsch-Chinesisches Agrarzentrum (DCZ) 04/2018 - 10/2020
Deutsch-Chinesisches Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China 07/2018 - 06/2021
China
Deutsch-Chinesischer Ackerbau und Landtechnik Demonstrationspark (DCALDP) 08/2018 - 07/2021
Austauschprogramm für junge Fachkräfte im Agrarsektor (AEP) 01/2019 - 12/2021
Côte d‘Ivoire Professionalisierung von Kakaoproduzentinnen und -produzenten und ihrer Organisationen 04/2018 - 05/2020
in nachhaltiger Kakaoproduktion (PRO-PLANTEURS)
Indien Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich Saatgut 01/2017 - 06/2019*
Kasachstan Deutsch-Kasachischer Agrarpolitischer Dialog (APD) 01/2017 - 12/2019*
Deutsches Agrarzentrum in Kasachstan (DAZ) 01/2018 - 12/2019
Marokko Deutsch-Marokkanisches Exzellenzzentrum für Landwirtschaft (CECAMA) 01/2019 - 12/2020
Mongolei Deutsch-Mongolisches Kooperationsprojekt Nachhaltige Landwirtschaft (DMKNL) 01/2019 - 12/2021
Deutsch-Russischer Agrarpolitischer Dialog (APD) 01/2017 - 12/2019*
Russland Verbandspartnerschaft zwischen dem Deutschen Bauernverband (DBV) und der Vereinigung 01/2018 - 06/2019
bäuerlicher Betriebe und Genossenschaften Russlands (AKKOR)
34PROJEKTÜBERSICHT
Land Titel Laufzeit
Sambia Deutsch-Sambisches Agrartrainings- und Wissenszentrum (AKTC) 08/2017 - 07/2020
Türkei Deutsch-Türkische Verbandspartnerschaft im Genossenschaftsbereich 04/2016 - 03/2019*
Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog (APD) 01/2019 - 12/2021
Beratung der Ukraine zu Agrarhandelsfragen (Agritrade) 01/2019 - 12/2021
Ukraine
Förderung der Berufsbildung an Landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine (FABU) 08/2017 - 07/2020
Deutsch-Ukrainische Zusammenarbeit im Bereich Ökolandbau 06/2016 - 06/2019*
Westbalkan Förderung des Austauschs und Beratung im Bereich Weinregulierung in den WB-Staaten 11/2018 - 10/2021
*Verlängerung ist vorgesehen
35HER AUSGEBER Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Referat 624, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin Fax: 030/18529-4085 E-Mail: 624@bmel.bund.de STAND Januar 2019 GESTALTUNG / REDAK TION / DRUCK BMEL BILDNACHWEIS Titelseite: ADFZ, S.3: CDU Rheinland-Pfalz, S.4: GFA, S.6: Bundesregierung, S.7: GFA, S.10: AFDZ, S.11: FABU, S,13: AKI und Ekosem Agrarporjekte GmbH, S.14: Anna Culca/GFA, S.15: CC0 Public Domain, S.18: DAZ, S.20: DMKNL, S.22: Uli Sommerfeld, S.23: ADT, S.25: DGRV, S.27: AFC, S.29: SSAP, S.30 GIZ, S.32: Michael Schwarzer Diese Publikation wird vom BMEL kostenlos herausgegeben. Sie darf nicht im Rahmen von Wahlwerbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden. Weitere Informationen unter www.bmel.de www.bmel-kooperationsprogramm.de @bmel Lebensministerium
Sie können auch lesen