LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan

Die Seite wird erstellt Jasmin Sommer
 
WEITER LESEN
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
LUISA KASALICKY

    Tiefschlaf in der Stadt
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
LUISA KASALICKY
Tiefschlaf in der Stadt
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
LUISA KASALICKY | Tiefschlaf in der Stadt

                                                                        Luisa Kasalicky zeigt in ihrer aktuellen Einzelausstellung neue Malerei und Plastik, die
                                                                        mittels analytischer Bildsprache eine subtile Syntax aus symbolischen Verweisen und
                                                                        pointierten Differenzierungen aufbaut. Während die Künstlerin in den vergangenen
                                                                        Jahren, neben ihren raumgreifend-installativen Assemblagen auch in den Bereichen
                                                                        der Zeichnung, Gouache und Temperamalerei arbeitete, steht das Thema der Figu-
                                                                        ration seit Kurzem erstmals explizit im Fokus ihrer Malerei. Nach ihrer Ausstellung
                                                                        Invitrospektive (2014) ist dies die zweite Einzelausstellung von Luisa Kasalicky in den
                                                                        Haupträumen der Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder.
Publication on the occasion of the exhibition
LUISA KASALICKY / Tiefschlaf in der Stadt
                                                                        Als Ausformung einer Syntax im Ausstellungskontext kann auch jene installative
5 FEB – 21 MAR 2020
                                                                        Situation verstanden werden, mit der die BesucherInnen im ersten Raum der Galerie
                                                                        empfangen werden. Die von einem Dekorationsmaler im Maßstab 1:1 replizierte
                                                                        Atelierwand Kasalickys dient hier als polychromatische Hintergrundfolie mit autono-
Imprint                                                                 men Werkqualitäten, in deren Umfeld die Wiener Künstlerin ihre unterschiedlichen
                                                                        Arbeiten arrangiert und in Beziehung setzt. Hier hängen beispielsweise jene groß­
Editor
Galerie nächst St. Stephan                                              formatigen Leinwände aus der feinsinnigen Werkserie Synonym für Gruppe …,
Rosemarie Schwarzwälder                                                 die eine visuelle Grammatik eröffnen, welche sich an anderer Stelle in vollplasti-
                                                                        scher Gestalt bei der Montageplastik Exlibris – für Alle! wiedererkennen lässt. Die
Design                                                                  anthropomorph-maschinellen Abdrücke eines weiblichen und männlichen Körpers auf
Karin Plattner
                                                                        Lederimitat (Imago), mit denen Kasalicky explizite Bezüge zu einer Arbeit des öster-
Editing                                                                 reichischen Künstlers Otto Eder aufnimmt, finden ihre inhaltliche Resonanz wiederum
Veronika Floch                                                          in dem Sgraffito-Fries auf der maßstabgetreuen Atelierwand, wo Profilansichten von
                                                                        Mann und Frau als spannungsgeladene Vektoren in entgegengesetzte Richtungen
Text                                                                    auseinanderlaufen. Neben fotografischen Arbeiten werden diese Werke in den
Daniel Brezina
                                                                        folgenden Ausstellungsräumen unter anderem durch silhouettierte Cutouts ergänzt,
Elisabeth von Samsonow
                                                                        die mittels Metall-Inlays und Lederoptik die nonkonformistischen Attitüden des
Translation                                                             Punk evozieren. Auch wurde beispielsweise das „Icon“ einer früheren Skulptur der
Michelle Miles & Dr. Ingo Maerker                                       Künstlerin isoliert und als autonomer Körper zu überdimensionalen Schmuckstücken
                                                                        entwickelt, die am Galerieboden platziert werden.
Photography
Markus Wörgötter, Vienna
                                                                        Auf diese Art und Weise werden mediale Brücken hin zu einem narrativen Arrange-
Printing                                                                ment geschlagen, welches in seiner modulartigen Konstellation einen ästhetischen
Druckerei Holzhausen Druck GmbH, Wolkersdorf / Austria                  Mehrwert generiert, der weit mehr ist als bloß die Summe seiner Teile. Bereits seit den
                                                                        späten 2000er Jahren setzt Kasalicky Formerfindungen in verschiedenen Medien ein,
Printed in Austria
                                                                        um diese in veränderten Zusammenhängen spielerisch weiterzuentwickeln und als
© 2020 Luisa Kasalicky                                                  visuelle Grammatik in neue Kontexte zu transferieren. Diesem Prinzip folgend schafft
© 2020 Markus Wörgötter                                                 die aktuelle Schau ein theatrales Bezugssystem, welches über das jeweilige Einzel-
© 2020 Elisabeth von Samsonow                                           werk hinausweist und den/die BesucherIn zu vergleichenden Blicken einlädt. Die
© 2020 Daniel Brezina                                                   Interaktion zwischen den Werken und ihren „Icons“ erweitert den Deutungshorizont
© 2020 Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Vienna
                                                                        und unterstreicht die prozessualen Qualitäten der komplexen Bildsprache Kasalickys.
GALERIE NÄCHST ST. STEPHAN ROSEMARIE SCHWARZWÄLDER
Grünangergasse 1, 1010 Vienna / Austria, www.schwarzwaelder.at                                                                                  Daniel Brezina

                                                                    3
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
LUISA KASALICKY | Tiefschlaf in der Stadt

    In her current solo exhibition Luisa Kasalicky showcases a new selection of paintings
    and sculptures that uses analytical imagery to establish a subtle syntax comprised of
    symbolic references and pointed differentiations. In recent years the artist has been
    working with the medium of drawing, gouache and tempera, alongside her installation-
    like and space-defining assemblages; but more recently, the theme of figuration has
    for the first time become an explicit focal point of her paintings. This is Kasalicky’s
    second solo exhibition in the main space of the Galerie nächst St. Stephan Rosemarie
    Schwarzwälder, following her Invitrospektive exhibition in 2014.

    The installation-based situation which the visitor encounters on entering the Gallery’s
    first room can also be understood as the elaboration of a syntax within an exhibition
    context. Here Kasalicky’s studio wall replicated on a scale of 1:1 by a decorative
    painter serves as a polychromatic backdrop with autonomous work qualities, its
    setting providing the Viennese artist with an environment in which to arrange and
    correlate her various works. Hanging here, for instance, are the large-format canvases
    from the sensitive series of works entitled Synonym for Group... that open up a
    visual grammar echoed elsewhere in fully sculptural form with the montage sculpture
    Exlibris – für Alle! The anthropomorphic-mechanical impressions of a female and a
    male body on imitation leather (Imago) – an explicit reference by Kasalicky to a work
    by Austrian artist Otto Eder – resonate thematically with the sgraffito frieze on the
    true-to-scale studio wall where profile views of man and woman diverge in opposite
    directions as tension-charged vectors. Alongside photographic works, these works
    are complemented in the next exhibition rooms by silhouetted cut-outs that evoke
    the non-conformist attitudes of punk, through the use of metal inlays and a leather
    look. Similarly, the ‘icon’ from an earlier sculpture by the artist has been isolated and
    developed as an autonomous body into oversized gems positioned on the gallery
    floor.

    Thus, media-based links are created with a narrative arrangement which, in its
    modular constellation, generates an aesthetic value-added that is far more than the
    mere sum of its parts. Since the late 2000s Kasalicky has been deploying invented
    forms in various media to playfully re-invent them in modified configurations and
    transfer them to new contexts as a visual grammar. In keeping with this principle,
    the current exhibition creates a theatrical reference system that extends beyond the
    ambit of each individual work and invites the visitor to cast a comparative gaze. The
    interaction between the works and her ‘icons’ broadens the horizon of interpretation
    and underscores the process-based qualities of Kasalicky’s complex imagery.

                                                                             Daniel Brezina

5
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
7
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
Imago AgCu, 2019
    paint on imitation leather
    196 x 95 cm, 259 x 96,5 cm

9
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
ELISABETH VON SAMSONOW

                             Luisa Kasalicky gehört einer Generation von KünstlerInnen          Autonomie bauen diese Werke ein subtiles Netz an gegen-
                             an, die einen neuen Zugang zum Material, zum Display und           seitigen Erhöhungen auf – interessanterweise kein Verweis-
                             zur Konfiguration einer Werkgruppe entwerfen. Die Unter­           system, was doch das Erwartbare gewesen wäre. Darüber
                             scheidung zwischen high und low im Reich der Dinge war             hinaus ist das Modell des in gegenwärtigen Ausstellungen so
                             ja längst aufgegeben, die arte povera und die Material­            oft vordergründig eingesetzten displays bedeutend weniger
                             schlachten der Collage-Künstler haben das ihrige dazu ge-          oder gar nicht in der Nähe der Aura des flagshipstores an-
                             tan, die Suprematie einer Dose, eines Fahrradschlauches            gesiedelt, das gerade als Ausstellungsidee grassiert.
                             oder eines gefüllten Aschenbechers zu fordern. Die Position
                             von Jessica Stockholder verdient in diesem Zusammenhang            Die syntaktischen Setzungen, die Luisa Kasalicky im Aus-
                             eine eigene Erwähnung – nicht nur, weil sie seit Langem            stellungsraum planmäßig vornimmt, führen direkt in ihre
                             prominent in der Galerie nächst St. Stephan gezeigt worden         Auffassung der Beziehung zwischen Material und Sprache
                             ist und gezeigt wird. Ihre Materialcollagen, die eine radikale     oder Expression ein. Ihr Modell unterläuft die fundamentale
                             Rücksichtslosigkeit in Bezug auf die ihnen eingeschriebe-          Referenzialität von Signifikant und Signifikat. Die Expressi-
                             nen Funktionen der Dinge zu Gunsten ihrer ästhetischen             vität, die Luisa Kasalicky anstrebt, erinnert an die Erhebung
                             Qualität an den Tag legen, haben die ontologi­sche Brutali-        der Dinge zu Denkmälern, die die Heraldik als Residuum
                             tät von Industrie und Design subvertiert. Die Ehrenrettung         der Hieroglyphik vornimmt. Hier wird die Sprache der Dinge
                             der Zivilisation, die diese Kunst in Bezug auf die manische        die Norm der Expression.
                             Macherei des Spätkapitalismus und seiner Müll-Lawinen
                             durch die zarten – gelegentlich auch wilderen – Poesien            Die immer wiederkehrende rätselhafte Kirsche, das Fenster
                             des neuen Materialismus in der Kunst anzubieten hat, ist in        als visuelles Kürzel, das Mauerstück, der schwarze Gummi,
                             seiner politischen Bedeutung nicht zu unterschätzen.               die profilierte Baumarktleiste, eine fein säuberlich abgemalte
                                                                                                Atelierwand im Maßstab 1:1 – all das zerschlägt die in
                             Susanne Pfeffers Unternehmung, diese Bewegung der                  Übersetzungen von Bildern in Begriffen gefangene Praxis
                             Post-Internet-Kunst in ihrer Ausstellung im Fridericianum          des Betrachtens und setzt stattdessen einen Riss, aus
                             Speculations on Anonymous Materials vorläufig zu kar-              dem die Sachen selbst orakelnd quellen. Die Verlängerung
                             tographieren, zeigte die enorme Bandbreite der Ansätze             der Sinnschweife in die Welt des Erlebten, Gesehenen
                             ebenso wie die Wucht der Konvergenzen (nicht zuletzt               und Erfahrenen, das Tagebuchartige, setzt Intimes (Kind!)
                             mit der zeitgenössischen Philosophie, die mit dem Begriff          und Öffent­   liches (Kunstgeschichte) als gleichwertig auf
                             des „Neuen Materialismus“ oder „Spekulativen Realismus“            der Ebene der Information des Sensiblen. Beispielsweise
                             Stichwortgeber gewesen war).                                       wird vom Kontakt mit einem Bildhauer, dessen Werk Luisa
                                                                                                Kasalicky anläßlich ihrer Residency im Krastal begegnet, auf
                             Das Material der Kunst also gehört längst nicht mehr den           großen roten und schwarzen Bahnen aus Lederimitat, die
                             „Medien“ und „Disziplinen“, sondern wird von überall her           sorgfältig über Schwellen ausgelegt werden, möglichst
                             eingeschleust: Material=Welt. Wo also das Denken ver-              direkt und non-narrativ erzählt. Solche Verfahren ändern
                             legen ist um eine Kategorie der „Natur“, macht die Kunst           nichts an der heraldischen Ladung, im Gegenteil: sie stellen
                             einen brisanten Vorschlag im Stile des Periphyseon: Alles,         sie überhaupt erst her.
                             was ist und nicht ist, ist Natur. Es ist ebenso natürliches wie
                             künstliches oder synthetisches Material, meist industrielles       Die Singularität, die sich beispielsweise heraldisch durch
                             Produkt. Im künstlerischen Zugriff auf diese Materialien wer-      die Helmzier „Schwarzer Hahn“ markiert, räumt die Dinge
                             den ihre sensorischen Qualitäten freigelegt, ihr Charakter,        den mit ihnen Hantierenden auf bedeutsame Weise zu,
                             auch die jeweilige Farbe wird künstlerisch interessant. Luisa      ohne sie „auf den Begriff zu bringen“, was soviel hieße wie
                             Kasalicky hat in dieser breit gefächerten und von sehr unter­      sie zum Verschwinden bringen, sie zu ver-kennen. In ihrem
                             schiedlichen Motivationen getragenen Formation ihre eigene,        spekulativen Materialismus setzt Luisa Kasalicky Farbe
                             unverkennbare Handschrift entwickelt. Ihr spekulativer Materia­    heral­disch ein, wie ein Objekt. Farbe wird flächig verwendet,
                             lismus kombiniert Malerei, Skulptur (im erweiter­ten Verständ­     und die Form der Fläche als Information. Natürlich merkt
                             nis) und Fotographie – jedenfalls in dieser neuen Ausstel-         man die profunde malerische Schulung. Lokalfarbe wird
                             lung in der Galerie nächst St. Stephan, die sich als installativ   durch durchgefärbte Materialien dargestellt – schwarzer
                             entworfenes und in situ realisiertes Szenario präsentiert.         Gummi, rotes Lederimitat, weisser Kalkmörtel – , was der
                                                                                                Material­wahrheit vor der aufgebrachten Farbe (Anstrich)
   Architektur, 2019         Die in die hochgradig konzeptuell aufgeladene Ausstellung          den Vorzug gibt. Die beiden großen, rautenförmigen Wap-
dispersion on plaster        „verwickelten“ Werke wirken trotz ihrer Funktion im Sinnfeld       pen an der Wand bestehen aus Kalkputz, raffiniert auf einen
 15,5 x 112 x 15 cm          des Ganzen autonom, wie beispielsweise die tafelbildartige         Träger aufgebracht, geziert mit Glasstücken und anderen
                             Wand, die mit Kalkputz und zartfarbigen Farbproben eine            Materialien, preziosenhaft. Die kleinste Nuance von Farbe
                             wunderbar irritierende assoziative Rückwärtsbewegung in            eine definitorische Orgie. Da lässt sich sehr gut Kunst
                             Richtung hin auf die ältesten Malereikonzepte anstößt: Wand-       als das Große Spielzeug sehen, als die schöpferische
                             bild, Höhlenmalerei, das bewohnbare Bild, Fresco. In ihrer         Maschine, die allem entkommt.
                        10
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
ELISABETH VON SAMSONOW

                                   Luisa Kasalicky belongs to a generation of artists who           works create a subtle network of mutual enhancement
                                   have developed a new approach to materials, to dis-              without establishing the shared reference system we
                                   playing, and to configuring groups of works. The division        would have otherwise expected. This model of displaying
                                   between high and low within the realm of objects has             often used so superficially in exhibitions today is much
                                   long been abandoned, and arte povera and the material            less related to (or is nowhere near) the aura of the flag-
                                   excesses of collage artists have done their part to de-          ship store, which is also currently being explored as an
                                   mand the supremacy of a tin can, a bicycle pump, and             exhibition idea.
                                   a full ashtray. Jessica Stockholder and her art deserves
                                   a special mention here, not least because she continues          What Kasalicky syntactically and deliberately presents in
                                   to feature prominently at Galerie nächst St. Stephan and         the exhibition space also introduces her understanding
                                   has done so for a long time. Her collages of different           of the relationship between materials and language, or
                                   materials showcase a radical ruthlessness that favors the        expression. Her model undermines the fundamental refer­
                                   aesthetic quality of things over their inscribed function,       entiality of the signifier and signified. The expressiveness
                                   subverting industry’s and design’s ontological brutality. In     toward Kasalicky strives reminds us of how heraldry, as
                                   a way, this art salvages the honor of our civilization, which    a residuum of hieroglyphics, elevates objects to monu-
                                   is characterized by the manic activity and mountains of          ments. In this case, the language of things becomes the
                                   garbage of late capitalism. It does this through the deli-       norm of expression.
                                   cate, some­times even untamed poetry of new materialism
                                   in art, which has a political significance that should not be    The mysterious cherry that haunts her works, her use of
                                   underestimated.                                                  windows as visual shorthand, the piece of wall, the black
                                                                                                    rubber, the hardware-store molding, and the meticulously
                                   Susanne Pfeffer’s project of tentatively mapping this move­      painted 1:1 scale copy of a studio wall – all of these things
                                   ment of post-Internet art in her exhibition Speculations on      demolish the practice of beholding, which is caught up
                                   Anonymous Materials, shown at the Fridericianum, also            in the act of translating pictures into words. They create
                                   displays both the enormous range of approaches and the           a hole out of which the objects themselves burst forth as
                                   sheer force of convergences (not least with contemporary         oracles. Meaning extends into the world of perception,
                                   philosophy, which has contributed such terms as “new             occurrence, and experience, like a diary. It holds intimacy
                                   mate­rialism” and “speculative realism”).                        (childhood) and publicity (art history) on the same level as
                                                                                                    sensory information. For example, Kasalicky’s encounter
                                   The materials used in art no longer belong to “media” or         with a sculptor whose work she saw during her residen-
                                   “disciplines,” but are rather drawn from just about any­         cy in Krastal is expressed directly and non-narratively on
                                   where: in other words, material equals world. Therefore,         sheets of red and black painted imitation leather that has
                                   where thinking lacks “nature” as a category, art pro­poses       been laid carefully over raised surfaces. Such methods do
                                   something explosive in the style of the Periphyseon:             not alter the works’ heraldic quality, however. Far from it,
                                   Every­thing that is and is not is nature. It is just as much     these methods are what generate it in the first place.
                                   natural as artificial or synthetic material – the latter being
                                   mostly industrial products. Accessing these materials            The singularity marked by the helm crest of the black
                                   through art reveals their sensory qualities; their character     rooster, for example, assigns objects to subjects who
                                   and their color become artistically interesting. Within this     handle them in a meaningful way without “expressing them
                                   very diverse formation that is driven by extremely differ­       in words,” meaning without letting them disappear and
                                   ent motivations, Luisa Kasalicky has perfected her own           becoming mis-understood. In her speculative materi­alism,
                                   unique style. Her speculative materialism combines pain-         Kasalicky wields colors like heralds, like objects. She uses
                                   ting, sculpture (in the broadest sense), and photography.        color as if it were two-dimensional, like a surface, and
                                   At least, this is the case in her new exhibition at the          the form of the surface as information. In this respect, her
                                   Galerie nächst St. Stephan, where she presents a scenario        extensive training in painting becomes obvious. Local color
                                   cre­ated on-site and designed in the process of installation.    is represented through colored materials – black rubber,
                                                                                                    the thin sheet of red plastic, the white sgraffito. This
                                   “Entangled” in the exhibition are works buzzing with con-        favors the truth of the imitation leather over the applied
                                   ceptual energy. These seem autonomous, despite their             colors (brushstrokes). The two diamond-shaped crests on
 Exlibris – für Alle!, 2019        function in the overall conceptual field. Take, for instance,    the wall made of plaster have been masterfully mounted
wood, foam, paint, plaster         the wall resembling a panel painting, with its sgraffito and     on the picture support and precisely ornamented with
        35 x 197 x 95 cm           swatches of soft color. It represents a wonderfully con-         pieces of glass and other materials. The finest color
                                   founding, associative backward movement to the oldest            nuances become an orgy of definitions. The result is a
                                   ideas in painting: murals, cave paintings, frescos, and art      convincing impression of art as an oversized toy – as a
                                   that can be lived in. As a result of their autonomy, these       creative machine that manages to escape everything.

                              12
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
Wand, 2019
     installation
     acrylic on molino (by Domenico Mühle), 280 x 635 cm
     Synonym for Group Seven, 2019, tempera, gouache, oil on canvas, 200 x 190 cm

15
LUISA KASALICKY - Tiefschlaf in der Stadt - Galerie nächst St. Stephan
16   17
Montageplastik I, 2019
 plaster on wood, epoxy resin
              100 x 84 x 7 cm
     private collection, Vienna

      Montageplastik II, 2019
 plaster on wood, epoxy resin
              96 x 82 x 8 cm
    private collection, Munich

19
Profil I, 2019
gouache on wall
38 x 29 cm
number variable

Profil II, 2019
gouache on wall
37 x 27 cm
number variable

                  21
23
Hand, fließendes Wasser, 2016         Hand, fließendes Wasser, 2019
          photography, pigment print on paper   photography, pigment print on paper
          edition of 3 + 2 AP                   edition of 3 + 2 AP
          102 x 80 cm                           102 x 80 cm

24   25
Casa, 2019
wood, ceramic, epoxy resin, plastic, plaster
                       22,5 x 35 x 39 cm

                                               27
Exlibris: 8, 2018
ceramics, plaster, wood, metal, graphite, egg tempera
                                    130 x 110 x 9 cm

                                                         29
Chain*, 2020
     metal, wood, plaster, epoxy resin, stone
     dimension variable

31
Untitled, 2019
Sgrafitto Fresco on Botament
            130 x 347 x 8 cm

                                33
35
Fliesen - glänzend, 2014
     tile, scaper, styrofoam
     each 120 x 60 cm

37
39
Synonym for Group Eleven, 2019       Synonym for Group Nine, 2019
tempera, gouache, oil on canvas     tempera, gouache, oil on canvas
200 x 190 cm                                         200 x 190 cm
private collection, Vienna                private collection, Vienna

Synonym for Group Seven, 2019        Synonym for Group Four, 2019
tempera, gouache, oil on canvas     tempera, gouache, oil on canvas
200 x 190 cm                                         200 x 190 cm
private collection, Vienna                private collection, Vienna

                              40   41
LUISA KASALICKY                                                                                                           GROUP EXHIBITIONS

Born 1974 in Prague, Czech Republic                                                                                       2021 Talking Studios, Kunstraum Engländerbau, Vaduz, Liechtenstein
Lives and works in Vienna, Austria
                                                                                                                          2019 Das ist kein Musenkuss, Liebster. Zeitgenössische Künstlerinnen im Dialog mit Alten Meistern, curated by
                                                                                                                               Stefan Rothleitner, Kunstraum im Palais Kinsky, Vienna, Austria
                                                                                                                               Sensations/Closer to the people, Kunstverein Schattendorf, Schattendorf, Austria
SOLO AND TWO ARTIST EXHIBITIONS
                                                                                                                          2018 Leaps and Bounds, ISCP International Studio & Curatorial Program, New York City, New York
2020 Tiefschlaf in der Stadt, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Vienna, Austria                              Films, Audios and Texts, Marsèlleria, New York City, New York
                                                                                                                               Living Image 2018, Vienna Contemporary, Vienna, Austria
2019 Diametrales interpunktiert: Janusbühne, with Siegfried Zaworka, Kunstwerk Krastal, Kras, Austria
                                                                                                                          2017 ba ≠ b+a. 10 Jahre MUSA - Aus der Sammlung der Stadt Wien, MUSA Museum Stadtgalerie Artothek, Vienna,
2018 ISCP International Studio & Curatorial Program, Open Studios, New York City, New York                                     Austria
                                                                                                                               Berlin Duplicons, Pavillon Friedrichshain, Berlin, Germany
2017 Berlin Duplicons, with Siegfried Zaworka, Pavillon im Volksgarten Friedrichshain, Berlin, Germany                         Re: Imagining Europe, curated by Jurriaan Benshop, BOX Freiraum, Berlin, Germany
                                                                                                                               M, Galerie Z, Hard, Austria
2016 Synonym for Group 5, Galerie Polansky, Prague, Czech Republic, cat.
     Von Tangenten und Passanten, Luisa Kasalicky, Katherina Olschbaur, LLLLLL, Vienna, Austria                           2016 xposit zwei sechzehn, Alumni-Ausstellung, Akademie der bildenden Künste, Vienna, Austria
     Redite – Gregor Eldarb, Luisa Kasalicky, Markhof 2, Vienna, Austria                                                       SkulpturParcours, Parallel Vienna, Alte Post, Vienna, Austria
                                                                                                                               Get Involved: Focus Direct Urbanism, Part of Night/Plovdiv, Austrian Cultural Pavilion – FLUCA,
2015 Konzilsgedächtniskirche Lainz, Vienna, Austria                                                                            Plovdiv, Bulgaria
     vokuhila, with Sonia Leimer, LOGIN, Projectspace, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Vienna,             Abstrakt – Spatial. Malerei im Raum, Kunsthalle Krems, Krems, Austria, cat.
     Austria                                                                                                                   Von Tangenten und Passanten, Verein für Kunst der Gegenwart, Vienna, Austria
                                                                                                                               Private Zitate, Fluc, Vienna, Austria
2014 Invitrospektive, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Vienna, Austria
                                                                                                                          2015 there are more things…, Kunstverein Baden, Austria
2013 Exhibition Msrg. Otto Mauer Preis 2013, Jesuitenfoyer, Vienna, Austria                                                    Flirting with Strangers, 21er Haus, Vienna, Austria
     Intro: desiderio, Lentos, Museum der Stadt Linz, Linz, Austria, cat.                                                      Neues in der Sammlung, Lentos Kunstmuseum, Linz, Austria
     Frontispiz Juxtaposition, Kunstraum Burgkapelle, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt, Austria                       Liquid/Havanna (autoassistente), Kunstpavillon Innsbruck, Innsbruck, Austria
                                                                                                                               A Likenes has Blisters, it has that and Teeth, Akademie der bildenden Künste, Vienna, Austria
2012 Conférence, with Ludwig Gerstacker, Galerie 422, Gmunden, Austria                                                         Präsentation der sozial performativen Objektskulptur, Kunstraum NOE, Vienna, Austria
     Luisa Kasalicky with Christoph Weber, LOGIN, Projectspace, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder,
     Vienna, Austria                                                                                                      2014 Lotte Sonnenschein: Bildbaumeister extended, CasaRoja Temporäre Halle für Kunst, Linz, Austria
                                                                                                                               DTR Die technische Rundschau, Altes Mesnerhaus, Außerteuchen, Himmelberg, Austria
2011 Haus der Kunst, Galerie G99, Brno, Czech Republic                                                                         Call me on Sunday, Krinzinger Projekte, Vienna, Austria
     Luisa Kasalicky, with Philipp Messner, Tanzschuleprojects, Munich, Germany
     Malerei, Zeichnungen und Objekte, with Moussa Kone, Galerie im Traklhaus, Salzburg, Austria, cat.                    2013 Malerei. Luisa Kasalicky, Martina, Steckholzer, Suse Krawagna, Künstlerhaus Klagenfurt, Klagenfurt, Austria
     en suite, BAWAG Contemporary, Vienna, Austria, cat.                                                                       On Things, On Minds, Kunstverein Schattendorf, Schattendorf, Austria

2010 Text Without Subtext, with Arnold Reinthaler, Kunstforum Montafon, Schruns, Austria                                  2012 Female takeover, Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der bildenden Kunst, Vienna, Austria
     Silent Narrative, with Moussa Kone, Galerie der Stadt Schwaz, Schwaz, Austria                                             Eine Malereiausstellung, Semperdepot, Vienna, Austria
     Exclusive, LOGIN, Projectspace, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Vienna, Austria                       Parkfair, Stadion Center, Vienna, Austria
     Du und Titel, with Siegfried Zaworka, Magazin, Vienna, Austria                                                            Immer bunter. Aktuelle Malerei aus Österreich, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Austria
     In Passing 12, with Gregor Eldarb, Künstlerhauspassage, Vienna, Austria                                                   The Self-Moving Number, Sils Project Space, Rotterdam, The Netherlands
                                                                                                                               Abscissa, Galerie Nicolas Silin, Paris, France
2009 Always play with me, with Abdul Sharif Baruwa, Kunstraum Fenster C, Vienna, Austria                                       Sammlung Sigrid und Franz Wojda. Ein Leben mit zeitgenössischer Kunst, Museum Moderner Kunst Kärnten,
                                                                                                                               Klagenfurt, Austria
2008 Delay Tactics of Second Rate Quality, Austrian Cultural Forum, London, Great Britain
     Einmal die Seite gespiegelt, Museum auf Abruf, Vienna, Austria                                                       2011 Egon Schiele Art Centrum, Český Krumlov, Czech Republic
     lossless / compression, with Manuel Knapp, Swingr – raumaufzeit, Vienna, Austria                                          Kardinal-König-Kunstpreis, nomination, Kunstraum St. Virgil, Salzburg, Austria
                                                                                                                               Reflecting Reality, curated by Ursula Maria Probst, im Rahmen der Vienna Art Week 2011, Sigmund Freud Museum,
2007 Immer an der Wand lang ist todsicher, Swingr – raumaufzeit, Vienna, Austria                                               Vienna, Austria
                                                                                                                               Wiener Glut, Neue Kunst aus Wien und Düsseldorf, KIT Kunst im Tunnel, Düsseldorf, Germany
2006 Reduce to the maximum, with Manuel Knapp, Kunstraum Dreizehnzwei, Vienna, Austria
                                                                                                                          2010 Lebt und arbeitet in Wien 3, Kunsthalle Wien, Vienna, Austria
                                                                                                                               In Passing 12, Künstlerhauspassage, Vienna, Austria
                                                                                                                               Curated by Mandragora, Kunstraum am Schauplatz, Vienna, Austria
                                                                                                                               Zirkuswelten, Rupertinum, Salzburg, Austria

                                                                                                                     42   43
2009 Ferner als gelacht, Kunstraum Flat 1, Vienna, Austria
     Anzengruber Biennale 09, Cafe Anzengruber, Vienna, Austria
     Twilight Zone, Art Hits Design, Kunstraum Niederösterreich, Vienna, Austria

2008 Augmented, Galerie Strickner, Vienna, Austria
     In Between, Austria Contemporary, Genia Schreiber University Art Gallery, Tel Aviv, Israel
     Neo-SI?, curated by Amer Abbas, Galerie Tristesse deluxe, Berlin, Germany
     Georg Eisler Preis 2008, Nominations, Bank Austria Kunstforum, Vienna, Austria
     If you like Platin, Love Scenes on a Screen, Kunstraum Fenster C, Vienna, Austria
     K 08 – Emanzipation und Konfrontation, Kunst aus Kärnten 1945 bis heute, Künstlerhaus, Klagenfurt, Austria
     Anton Faistauer Preis 2008, Nominations, Galerie im Traklhaus, Salzburg, Austria

2007 Hidden Track, Boltenstern-Raum, Galerie Meyer Kainer, Vienna, Austria
     SOUFFLÉ, eine Massenausstellung, Kunstraum Innsbruck, Austria
     Dan Devening projects and editions, Chicago, Illinois
     5+5 Künstlerinnen.../ Investkredit Bank AG, Vienna, Austria
     Osijek Reviewed, Osijek, Croatia
     In the Shapes of Everything Sweet, Projektraum, Kunstraum Innsbruck, Austria

2006 Erzählungen -35/65+, Kunsthaus Graz, Austria
     Extension Turn, Eastlink Gallery, Shanghai, China
     Es lebe die Liebe, Galerie Altnöder, Salzburg, Austria
     DÉJA VU?, Stadtgalerie Klagenfurt, Austria
     Economy Class, Nairobi, Kenya

PRIZES AND SCHOLARSHIPS

2018   ISCP, New York Atelierstipendium
2013   Msgr. Otto Mauer Preis, Vienna, Austria
2012   Staatsstipendium BMUKK
2011   Förderpreis der Stadt Wien, Vienna, Austria
       Förderstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, Vienna, Austria
2008   Atelierstipendium des Bundes, Westbahnstraße, Vienna, Austria
2007   T- Mobile Atelierstipendium, Vienna, Austria
2006   Theodor-Körner-Preis, Vienna, Austria
2005   Austria Email, Knittelfeld, Austria, competition, prize
2004   Meisterklassenpreis, Academy of Fine Arts, Vienna, Austria
2003   Kunst am Bau, Khleslplatz, Vienna, Austria, competition, prize

SELECTED COLLECTIONS

Artothek des Bundes, Vienna, Austria
Belvedere, Vienna, Austria
Dr. Fuchs Collection, Vienna, Austria
Lentos Kunstmuseum Linz, Linz, Austria
MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt, Austria
Monika Schnetkamp Collection, Germany
Private collection, Lisbon, Portugal
Private collection Aaron and Barbara Levine, Washington DC, USA
Private collection Engelstein & Grünberger, Vienna, Austria / New York City, USA
Sammlung Hainz, Vienna, Austria
Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien, Vienna, Austria
Sammlung Wiener Städtische Versicherung – VIENNA INSURANCE GROUP, Vienna, Austria
Sammlung Sigrid und Franz Wojda, Vienna, Austria
GALERIE NÄCHST ST. STEPHAN
ROSEMARIE SCHWARZWÄLDER
Sie können auch lesen