2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)

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2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
Regionales Handlungs-
konzept - Nachhaltig!
                                            2014-
STARK in der MSE
                                            2020
Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
Nachhaltig! Soziale Teilhabe,
Arbeit, Regionalentwicklung und Kompetenzzuwachs
in der Mecklenburgischen Seenplatte
2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
Inhalt

Vorwort                                                                                                           4

1.   Intentionen des Regionalen Handlungskonzepts                                                                 7

2. Kurzabriss zur sozioökonomischen Analyse, den Handlungsnotwendigkeiten und der
Strategie des Operationellen Programms Mecklenburg-Vorpommern                   11

2.1 Bevölkerung Vergleich 2011 mit 2000 (Quelle: OP M-V)                                                         11

2.2 Erwerbstätigkeit, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit (Quelle: OP M-V)                                        11

2.3 Unternehmen (Quelle: OP M-V)                                                                                 12

2.4 Bildung, Ausbildung, Kindertagesbetreuung (Quelle: OP M-V)                                                   12

2.5 Zusammensetzung der Arbeitslosen (Quelle: OP M-V)                                                            13

2.6 Regionale Unterschiede (Quelle: OP M-V )                                                                     13

2.7 Handlungsnotwendigkeiten                                                                                     15

2.8 Querschnittsziele/horizontale Prinzipien                                                                     16

3. Das Verhältnis des Regionalen Handlungskonzepts zu anderen regional bedeutsamen
Prozessen der Partner in der Region                                              18

4. Kurzprofil/ausgewählte sozioökonomische Daten der Region                                                      21

4.1 Bevölkerung                                                                                                  21

4.2 Strukturdaten des Landkreises MSE (Stand 31.12.2013)                                                         22

4.3 Sozialversicherungspflichtig und geringfügig entlohnte Beschäftigte nach Altersgruppen in % in der MSE und
Deutschland März 2014                                                                                            24

4.4 Daten aus dem Bereich Kita/Schulen                                                                           25

4.5 Wissenschafts- und Transferpotenziale/-einrichtungen                                                         28

4.6 Ehrenamt und Freizeit                                                                                        32

4.7 Arbeits- und Ausbildungsmarkt                                                                                33

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4.8 Strategien für lokale Entwicklung (SLE) – ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren,
insbesondere den LEADER-Aktionsgruppen                                                                   35

5. Das Leitbild der Region Mecklenburgische Seenplatte und Entwicklungsschwerpunkte
2014 – 2020 in der Systematik des Leitbildes                                     37

5.1 Leitbild „Gesund! Leben“                                                                             41

5.2 Leitbild „Zukunftsfähig! Wirtschaften“                                                               41

5.3 Leitbild „Europäisch! Denken und Handeln“                                                            42

5.4 Vorschlag für die Erweiterung „Sozial/Chancengleich! Teilhaben“                                      42

6. Vertiefende Darstellung prioritärer Handlungsfelder für die regionalen
Förderinstrumente 2014 - 2020                                                                            43

6.1 Stärkung der Wirtschaftskraft von regionalen KMU                                                     43

6.2 Tourismus                                                                                            44

6.3 Fachkräftesicherung im Pflegebereich und Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben                  45

6.4 Kinderbetreuung                                                                                      46

6.5 Jugendarbeitslosigkeit                                                                               47

6.6 Arbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen                                                     48

7. Regionalisierte Förderinstrumente des Operationellen Programms 2014-2020 und
deren Einordnung in die Gesamtstrategie des Landes (Ziele, Fördergegenstände,
Entscheidungskriterien und Indikatoren der Zielerreichung)                      49

7.1 Strukturentwicklungsmaßnahmen                                                                        50

7.2 Berufliche Mobilität                                                                                 51

7.3 Familiencoach                                                                                        52

7.4 Integrationsprojekte                                                                                 53

7.5 Kleinprojekte                                                                                        54

7.6 Budgetierung                                                                                         55

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2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
8. Ideenwettbewerbe                                                              56

9. Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit                                         56

10. Qualitätssicherung im Entscheidungsverfahren und in der Umsetzung der Projekte
                                                                                  57

11. Kooperation zwischen den Planungsregionen                                    58

12. Zusammenfassendes Schaubild                                                  59

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2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, dass Sie unser Regionales Handlungskonzept in die Hand nehmen bzw.
es sich im Internet ansehen, um mehr über uns zu erfahren. Wir, das sind der Regionalbei-
rat Mecklenburgische Seenplatte, der sich Ihnen mit seinen Überlegungen zur Entwicklung
der Region vorstellt, und viele weitere Partner, die sich bereits heute aktiv eingebracht ha-
ben und bei denen wir uns herzlich bedanken möchten.

„Nachhaltig! STARK in der MSE, der Titel unseres Konzepts, steht für die Vision
von nachhaltiger Sozialer Teilhabe, Arbeit, Regionalentwicklung und Kompetenzzu-
wachs in unserer Region. Mir ist es dabei besonders wichtig, dieses Thema im Zu-
sammenspiel von guter Bildung und Ausbildung zu sehen, sich einzusetzen für eine
bessere Motivation und Vorbildwirkung, für ein „normales“ Leben, in dem es selbst-
verständlich ist, durch „Gute Arbeit“ seinen Lebensunterhalt selbst zu verdie-
nen.“(Gisela Ohlemacher)

„Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte“, das ist seit einigen Jahren unser Leitbild und
entspricht unserem Selbstverständnis. Aktuell wird es ausgefüllt durch „Gesund! Leben“,
„Zukunftsfähig! Wirtschaften“ und „Europäisch! Denken“. Auch dazu erfahren Sie
mehr.

Unser Regionales Handlungskonzept wird in den gerade begonnenen Prozess der Erarbei-
tung eines neuen „Regionalen Entwicklungskonzeptes“ des Landkreises MSE einfließen,
weshalb wir uns bereits heute in die Diskussion zur Weiterentwicklung unseres Leitbildes
einbringen wollen. Neben den im Konzept enthaltenen Vorschlägen gibt es durchaus weite-
re „Leitvorstellungen“, die unsere Region schon heute kennzeichnen oder an denen wir ar-
beiten wollen.

 „Zukunftsfähig, Familienorientiert! Wirtschaften“ meint neben dem Ziel der Stärkung
und Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis auch, dass Familienorientierung in der regio-
nalen Wirtschaft der MSE mehr sein muss als Fachkräftesicherung oder die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf. Familienorientierung bedeutet im Kern, Familien in ihren vielfältigen
wirtschaftsrelevanten Bezügen wahrzunehmen und nicht nur als Beschäftigte mit familiären
Pflichten. Es ist an der Zeit für eine integrierte Vorgehensweise der Politikfelder „Wirt-
schaft“, „Arbeit“ und „Familie“.

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2014- 2020 Regionales Handlungs-konzept - Nachhaltig! STARK in der MSE - Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte (MSE)
„Selbstverständlich! Demokratie und Inklusion“ bedeutet für uns gelebte Demokratie in
der Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und für Chancengleichheit.

Es bedeutet Sicherung von Schul- und Berufsabschlüssen, betriebliche Übergänge für Ju-
gendliche mit besonderem Förderbedarf, insbesondere für Menschen mit Behinderungen
einzutreten. Vorrangig geht es um Arbeit in „normalen Arbeitsverhältnissen“ und erst nach-
rangig in geschützten Werkstätten.

„Lebenslang! Lernen“ ist für mich ein klares Bekenntnis für Kultur und Bildung vom
Kindergarten über Schule, Ausbildung, Studium bis ins Arbeitsleben und in der Frei-
zeit. Wichtig sind die Unterstützung der damit verbundenen Übergänge, die Vermei-
dung von Abbrüchen, die Schärfung des Problembewusstseins sowie die Steigerung der
Qualität und der Wertschätzung für Kultur und Bildung in der Region. Es geht um
gemeinsame, aufeinander aufbauende Konzepte und die Anerkennung der Bildung als
Kernelement der Fachkräftesicherung.“ (Dr. Hans Brandt)

„Vernetzt! Handeln“ meint, alle Kräfte zu bündeln und den begonnen Prozess, der sich
mit diesem Konzept „vergegenständlicht“ hat, auszuweiten. Wir haben festgelegt, unser
Konzept kontinuierlich fortzuschreiben, da es Themen gibt, die uns wichtig, hier aber noch
nicht eingeflossen sind. Wir fordern Sie auf, sich in die Diskussion einzubringen. Für uns
gilt auch das vom Planungsverband gelebte Motto „Aktiv Gestalten statt passiv Erleiden“.
Nachhaltig und effizient regional vernetzen und handeln dient der Bündelung von Kompe-
tenzen und Ressourcen, unabhängig von Förderung bzw. über diese hinaus.

„Willkommen! Zu Hause“ steht für eine Willkommenskultur. Wir haben genügend Platz für
Vielfalt und Raum für alle, die eine neue Heimat suchen, um bei uns zu arbeiten, ihren Le-
bensabend zu verbringen oder als Flüchtling bzw. Asylbewerber Sicherheit nach einer Kri-
senzeit im Heimatland zu finden. Demokratie und Toleranz sind dabei unumstößliche
Grundwerte, denen wir uns verpflichtet fühlen.
Gäste in unserer Region sind jederzeit willkommen. Eines der prioritären Handlungsfelder
im Konzept ist deshalb der Tourismus.

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Sind Sie sicher, dass das Bild nicht auf dem Kopf steht?

„(Na) klar(e)! Visionen für die Seenplatte“ – Unsere klaren Gewässer sind Sinnbild für
eine intakte Natur, einen ressourcenschonenden und energiebewussten Umgang mit der
Natur, regionale Produkte und die Bodenständigkeit unserer Bewohner. Daran wollen wir
festhalten.

Wir laden Sie herzlich ein mitzuwirken!

Gisela Ohlemacher              Dr. Hans Brandt               Sigrid Prokop
Beiratsvorsitzende             stellv. Beiratsvorsitzender   Geschäftsstellenleiterin

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1. Intentionen des Regionalen Handlungskonzepts

Der Regionalbeirat Mecklenburgische Seenplatte

      Mitglieder des Regionalbeirates mit Stimmrecht

      •   Agentur für Arbeit (AA) Neubrandenburg
      •   Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB, 2 Stimmen)
      •   Erwerbslosenbeirat
      •   Kommunale Gleichstellungsbeauftragte
      •   Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
      •   Regionaler Planungsverband
      •   je ein Vertreter der Städte mit > 20.000 Einwohner: Neubrandenburg,
          Waren, Neustrelitz
      •   Städte- und Gemeindetag (insbesondere als Vertretung der Städte mit
          < 20.000 Einwohner)
      •   Vereinigung der Unternehmensverbände (VUV, vertreten durch 2
          regionale Verbände)
      •   ein gemeinsamer Vertreter der Jobcenter (JC) Nord und Süd der
          Mecklenburgischen Seenplatte
      •   Landesfrauenrat

      Mitglieder des Regionalbeirates ohne Stimmrecht

      • Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK OMV)
      • Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg für das östliche
        M-V
      • Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege
      • Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales

      Zusatzoption

      • Der Beirat kann per Beschluss ein weiteres Mitglied ohne Stimmrecht
        einer im Beirat nicht vertretenen Einrichtung aufnehmen.

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Ziele der Zusammenarbeit

• Unterstützung einer stärkeren Nutzung regionseigener Potenziale und regionaler
  Wertschöpfung in Abstimmung mit der regionalen Strukturpolitik und der Politik
  für ländliche Räume
• gemeinsames Standortmarketing der Akteure im Rahmen der regionalen Entwick-
  lungsschwerpunkte
• Stärkung und Entwicklung der Wirtschaft durch Innovation
• Stärkung der Humanressourcen in Unternehmen durch Kompetenzentwicklung
  (Unterstützung der Fachkräfteakquise und -bindung sowie von Personal-
  entwicklung und Beschäftigungsfähigkeit, abschlussorientierte Weiterbildung)
• aktive Gestaltung des Anpassungsprozesses an die Folgewirkungen des demo-
  grafischen Wandels; Entwicklung von Adaptions- und Anpassungsstrategien
• Kompetenzentwicklung und Aktivierung der Ressourcen von Arbeitslosen und
  deren Familien als Voraussetzung für soziale Teilhabe, die Verbesserung der
  sozialen Lebenssituation der Kinder und Eltern und die Vermittlung in
  sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Aus dem Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte

•„Eine der zentralen Herausforderungen für die künftige Entwicklung der
 Planungsregion Mecklenburgische Seenplatte besteht in der Sicherung und der
 Tragfähigkeit sozialer und technischer Infrastruktureinrichtungen. […] Die aktive
 Gestaltung der regionalen Anpassungsprozesse beinhaltet auch die Schaffung
 zukunftsorientierter Rahmenbedingungen, die darauf abzielen, die Abwanderung
 junger Bevölkerungsteile abzuschwächen und die Mecklenburgische Seenplatte
 als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum für Familien mit Kindern zu sichern
 und weiterzuentwickeln. Dazu gilt es, die regionalen Stärken auszubauen. Eine
 zentrale Rolle spielen hierbei vor allem die Steigerung existenzsichernder
 Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern, die Schaffung attraktiver, qualitativ
 hochwertiger und spezialisierter Studien- und Ausbildungsangebote, bei
 gleichzeitigem Abbau der Geschlechtersegregation im Studien- und Berufs-
 wahlverhalten, die Sicherung qualitativ hochwertiger, wohnortnaher und flexibler
 Bildungs- und Betreuungsangebote, der Ausbau und der Erhalt existenzsichernder
 Arbeitsplätze und die Gestaltung einer vereinbarkeitsbewussten Unter-
 nehmenskultur       und   ebensolcher      Standortbedingungen.“     (Regionales
 Raumentwicklungsprogramm 2011, S. 23)

Prämissen der Zusammenarbeit

• Die    gemeinsamen       Aktivitäten   der    Partner     sollen   die   Ziele,
  Entwicklungsschwerpunkte und prioritären Handlungsfelder des Regionalen
  Handlungskonzeptes beachten bzw. zur Grundlage haben.
• Die Zusammenarbeit der Akteure erfolgt auf gleichberechtigter Grundlage.
• Die Akzeptanz der autonomen Entscheidungen der einzelnen Akteure auf
  Grundlage ihres spezifischen Auftrags muss gewährleistet sein, ebenso
• der Vertrauensschutz der autonomen Entscheidungen.

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Das Regionale Handlungskonzept verfolgt, bezogen auf die Planungsregion Meck-
lenburgische Seenplatte, zwei Hauptziele:

1. Verankerung von Beschäftigungsstrategien im Regionalen Entwicklungskonzept der
   Planungsregion Mecklenburgische Seenplatte:
   Es stellt im Vorgriff und in Ergänzung auf das zu überarbeitende „Entwicklungskonzept Meck-
   lenburgische Seenplatte“ (REK MSE) des Regionalen Planungsverbandes Mecklenburgische
   Seenplatte beschäftigungspolitische Strategien und Handlungsansätze in den Mittelpunkt der
   Darstellung. Ziel ist es, diese im Erarbeitungsprozess des neuen REK MSE zu diskutieren und
   im Ergebnis darin zu verankern.

2. Regionalisierung der Arbeitsmarktförderung auf der Grundlage einer regionalen Be-
   schäftigungsstrategie
   Das Regionale Handlungskonzept bildet einen Kernbestandteil der Regionalisierung der Ar-
   beitsmarktförderung in Mecklenburg-Vorpommern. Regionale Förderstrategien und -schwer-
   punkte werden in den Regionen von den Regionalbeiräten in Kooperation mit weiteren Akteu-
   ren und Netzwerken entwickelt. Grundlage bildet das Operationelle Programm des Landes
   Mecklenburg-Vorpommerns 2014 - 2020.
   Im Operationellen Programm des ESF 2014 bis 2020 für Mecklenburg-Vorpommern heißt es
   dazu u. a.:
   „Für einen Teil der Förderinstrumente ist wie schon in der Vergangenheit eine Regionalisierung
   der Förderung geplant, um die Kompetenzen der regionalen Akteure einzubeziehen und die
   Aktivitäten aller relevanten Partner zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Die Regionali-
   sierung ist insbesondere in den Investitionsprioritäten A.2 (Förderung der beruflichen Mobilität),
   A.3 (Förderung von Strukturentwicklungsmaßnahmen und B.1 (Familiencoach, Förderung von
   Integrations- und Kleinprojekten) vorgesehen. In diesen Fällen ist eine Einbeziehung der Regi-
   onalbeiräte beabsichtigt, die auf der Grundlage von regionalen Arbeitsmarktstrategien bzw.
   regionalen Förderkonzepten zu Projektideen ein Votum abgeben. Stimmberechtigte Mitglie-
   der in den Beiräten sind insbesondere die Wirtschafts- und Sozialpartner und Vertreter der
   Kommunen. Durch die Votierung wird sichergestellt, dass die Projekte mit dem höchsten
   Mehrwert für die Region ausgewählt werden, die Transparenz der Verfahren erhöht wird und
   es zu keinen Doppelförderungen kommt.“ (Fassung vom 19.05.2014, S. 41)

  Leitlinien und Kriterien für die Projektauswahl werden durch die Beiräte erarbeitet und orientieren
  sich an den entsprechenden Schwerpunktsetzungen der Planungsregion. Der Aufbau von Paral-
  lelstrukturen soll vermieden werden. Ideenwettbewerbe und Ausschreibungen können bzw. sol-
  len durchgeführt werden, z. B. in Vorbereitung der Förderung von Projekten der beruflichen Mo-
  bilität. Zusätzlich zu den quantitativen Kriterien wie Teilnehmer/-innen, die Anzahl der Projekte
  sowie der verstetigten Angebote, d. h. die Nutzung von Angeboten über die Förderung hinaus,
  wird die Einschätzung der Struktureffekte, speziell bei SEM, nach Projektende durch die Beiräte
  erfolgen. Die Projektbegleitung durch die Beiräte wird entsprechend an Gewicht gewinnen.

Dementsprechend beinhaltet das Regionale Handlungskonzept, bezogen auf die Planungsregion
Mecklenburgische Seenplatte, Folgendes:

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Fakten zur Ausgangslage und zu ausgewählten, regional bedeutsamen
                      Entwicklungspotenzialen auf der Grundlage bereits vorliegender Analysen

                      Regionale beschäftigungspolitische Zielsetzungen für 7 Jahre, die 2016
                      nach Vorliegen des neuen Regionalen Entwicklungskonzeptes überprüft und
                      ggf. fortgeschrieben werden sollen
                      Die Untersetzung mit beschäftigungsrelevanten Entwicklungsschwer-
                      punkten in der Systematik des Leitbildes, bei regelmäßiger Überprüfung und
                      Anpassung der Ausrichtung sowie

                      Prioritäre Handlungsfelder für 2 - 3 Jahre, die durch Projektförderung zur
                      Erreichung der formulierten Ziele beitragen können

Die vorgenannten Zielsetzungen, Entwicklungsschwerpunkte und prioritären Handlungsfelder
stellen den konsensfähigen Rahmen in der Planungsregion Mecklenburgische Seenplatte dar und
werden getragen durch den Regionalbeirat MSE.
Sie dienen einem regional abgestimmten Fördermitteleinsatz, insbesondere unter dem Aspekt der
Förderinstrumente des Europäischen Sozialfonds, und sollen die Grundlage für den partnerschaftli-
chen Abstimmungsprozess zwischen der Region und der Landesregierung Mecklenburg-
Vorpommerns bilden.
Die ausgewiesenen Zielsetzungen, Entwicklungsschwerpunkte und Handlungsfelder müssen dabei
als dynamische Faktoren aufgefasst werden. Sie sind demgemäß zu überprüfen und fortzuschrei-
ben, wobei einer ersten Fortschreibung nach dem Vorliegen des neuen REK eine besondere Rolle
zukommt. Dabei ist vorgesehen, dass sich der Regionalbeirat zu den für ihn relevanten Themen be-
reits aktiv in den Erarbeitungsprozess des REK einbringt und die teilweise vorhandene Parallelität
der Erarbeitungsprozesse bewusst genutzt wird, um Ausgewogenheit und Effizienz in den Zielfin-
dungsprozessen zu befördern.
Durch die ständige Arbeit am Konzept wird ein Arbeitsinstrument geschaffen, welches die Konzent-
ration auf Schwerpunktaufgaben verbessern hilft.
Wichtig ist dabei auch, dass die dadurch entstehende Transparenz zusätzliche Kooperationsmög-
lichkeiten eröffnet, die Nachnutzung von guten Beispielen ermöglicht und zu neuen Überlegungen
anregt.
Der Beirat fühlt sich für eine professionelle und nachhaltige Regionalentwicklung mitverantwortlich
und entsprechend für einen zielführenden effizienten Mitteleinsatz. Deshalb sind eine kontinuierli-
che Begleitung der Projekte, die Bewertung ihrer Ergebnisse und die Beachtung dieser bei der künf-
tigen Projektgestaltung von ausschlaggebender Bedeutung. Indikatoren sollen die Einschätzung der
Zielerreichung dabei unterstützen. Die Förderpolitik für die Region muss verlässlich sein, gleichzei-
tig aber auch eine hohe Flexibilität und Zielorientierung gewährleisten.

                                                 10
2. Kurzabriss zur sozioökonomischen Analyse, den Handlungs-
notwendigkeiten und der Strategie des Operationellen Pro-
gramms Mecklenburg-Vorpommern
Die sozioökonomische Analyse des OP für den ESF in M-V für die Förderperiode 2014-2020 be-
schränkt sich auf Themenfelder und Indikatoren, die sich direkt auf das Interventionspotenzial des
ESF beziehen. Bewusst verzichtet wird auf die Darstellung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage.

Auf eine ausführliche Wiedergabe des OPs wird im Rahmen dieses regionalen Handlungskonzepts
verzichtet. Unbenommen dessen ist die Befassung mit dem OP wichtig, um die regionalisierten In-
strumente nicht losgelöst von der Gesamtstrategie und den Handlungserfordernissen des Landes
zu betrachten und umzusetzen. Die Kernaussagen, bezogen auf M-V, sind im Folgenden deshalb in
Stichworten dargestellt, wobei die Zahlen für sich sprechen und deshalb auf eine Bewertung einzel-
ner Fakten verzichtet wird:

2.1 Bevölkerung Vergleich 2011 mit 2000 (Quelle: OP M-V)
- Ende 2011: 1,625 Mio. Menschen, dav. 825.500 Frauen (50,5 %)
- im Durchschnitt 70 Einwohner je km² (am dünnsten besiedeltes Bundesland)
- von 2000 - 2011 ist Einwohnerzahl jährlich um 10.000 Personen gesunken, insgesamt um
  141.000 Personen (um 7,6 %)
- nachteilige Veränderungen in der Altersstruktur: Rückgang der < 15-Jährigen um 22,5 % gegen-
  über 2000; Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter (15 - 65) um 175.000 Personen (um
  13,8 %); Steigerung der Zahl der > 65-Jährigen um 115.000 Personen (um 32,7 %)
- Bevölkerungsverluste durch Wanderung vorrangig von 2000 - 2008 mit jährlich 7.000 Personen
  (vorrangig 15 - 30-Jährige), aktuell eine Umkehrung des Trends
- Bevölkerungsprognose: weiterer Rückgang bis 2020 auf 1,529 Mio. Einwohner; dav. Bevölke-
  rung im arbeitsfähigen Alter auf 930.600 (2010 noch 1.088.200); zusätzlich Alterung innerhalb
  der arbeitsfähigen Bevölkerung

2.2 Erwerbstätigkeit, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit (Quelle: OP M-V)
- die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in M-V ist von 2005 - 2009 von 716.000 auf 739.000
  gestiegen und bis 2011 auf 729.000 wieder leicht gesunken
- die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in M-V ist von 2005 - 2011 von 732.000 auf 784.000
  stetig gestiegen

                             Frauen            Männer            gesamt
                             Anzahl    Anteil  Anzahl    Anteil  Anzahl    Anteil
                             in 1.000          in 1.000          in 1.000
   Erwerbstätige                361,6   68,3 %    415,6   73,6 %     777,2  71,1 %
   Erwerbslose                    39,8   7,5 %      48,3   8,6 %      88,1   8,1 %
   Nichterwerbspersonen            128  24,2 %    100,5   17,8 %     228,5  20,9 %
   gesamt                       529,4 100,0 %     564,4 100,0 % 1.093,8 100,0 %

                                               11
- die Zahl sv-pflichtig Beschäftigter mit Arbeitsort in M-V betrug 2011 529.185 Personen, dav.
  51,7 % Frauen; dav. 424.095 Personen in Vollzeit (leicht rückläufig im Vergleich zu 2005:
  425.593); Steigerung Teilzeit von 73.301 Personen (2005) auf 105.090 Personen (2011) =
  19,9 % der sv-pflichtigen Beschäftigten in Teilzeit; 31,7 % der Frauen in Teilzeit und 7,1 % der
  Männer
- Zahl geringfügig Beschäftigter Juni 2011: 65.898 Personen (etwa gleichbleibend)
- Rückgang der Zahl der Arbeitslosen von 180.362 (2005) auf 107.534 (2011), dav. Frauen:
  44,5 %
- Anzahl der gemeldeten offenen Stellen 2011: 7.719

2.3 Unternehmen (Quelle: OP M-V)

- Kernbereiche sv-pflichtiger Beschäftigung sind: Gesundheit und Soziales (14,7 %), Grundstücks-
  /Wohnungswesen und Unternehmensdienstleistungen (13,5 %), Handel (13,1 %), verarbeitendes
  Gewerbe (12,1 %), öffentliche Verwaltung (8,4 %), Baugewerbe (7,8 %), Gastgewerbe (6,5 %)
- Verteilung sv-pflichtiger Beschäftigter nach Betriebsgrößenklassen: bis 9 Beschäftigte: 21,7 %;
  10 bis 49: 30,2 %, 50 bis 249: 29,3 %; ab 250: 18,9 %
- Qualifikationsniveau: 62,9 % Berufsausbildung; 8,7 % HS/FS; 8,3 % ohne Berufsabschluss (für
  die Differenz lagen keine Angaben in der Statistik vor)
- betriebliche Führungsebenen und Geschlecht (Zahlen aus 2008): 30 % der Führungskräfte in
  oberster Führungsebene weiblich; 47 % der Führungskräfte der 2. Ebene weiblich
- alternde Belegschaften, alterszentrierte Betriebe mit im Durchschnitt 69 % der Beschäftigten äl-
  ter 50 Jahre: 31 % der Betriebe

2.4 Bildung, Ausbildung, Kindertagesbetreuung (Quelle: OP M-V)

- Betreuungsquote von Kindern unter 3 Jahren: 53,6 % (2012); 44,1 % (2007); davon Ganztagsbe-
  treuung: 37,5 %
- Betreuungsquote von Kindern von 3 - 5 Jahren: 95,9 % (2012); 93,2 % (2007); davon Ganztags-
  betreuung 62,6 %
- Zahl der Schulabgänger: 9.600 (2011), 23.800 (2005); 14,1 % ohne Abschluss (11,5 % der Mäd-
  chen und 16,4 % der Jungen)
- Zahl der Ausbildungsplätze: 12.124 (2011), 16.815 (2006)
- trotzdem Übergangsprobleme von Schule in Ausbildung: 1.023 (11,5 %) der 2011 abgeschlos-
  senen Ausbildungsverträge wurden von Jugendlichen geschlossen, die vorher in einer Maßnah-
  me des Übergangssystems waren
- Neueintritte in die Sektoren des beruflichen Ausbildungssystems 2011: Duales System: 8.016
  Personen (59,5 %); Schulberufssystem: 3.222 (23,9 %); Übergangssystem: 2.223 (16,5 %); ge-
  samt 13.461
- vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge: 3.828 = 33,9 % (2011); 28 % (2008)
- Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb: 56 % (2011); 32 % (2005)

                                               12
2.5 Zusammensetzung der Arbeitslosen (Quelle: OP M-V)
- junge Menschen unter 25: 10.976 Personen (2011, halbiert gegenüber 2005)
- ältere Arbeitslose ab 50: 36.486 (2011), 44.442 (2005)
- ausländische Arbeitslose: 2.686 Personen (2011) = 20,2 % der Ausländer
- behinderte Arbeitslose: 5.486 Personen (2011)
- Arbeitslose ohne Berufsausbildung: 23.560 (2011)
- Langzeitarbeitslose: 29.812 (2011) = 27,7 % der Arbeitslosen
- Rechtskreis SGB II: 77.032 (2011); 110.577 (2006)
- Rechtskreis SGB III: 30.502 (2011); 57.346 (2006)
- Zahl der Bedarfsgemeinschaften: 116.754 (2011); 158.212 (2005)
- Personen in Bedarfsgemeinschaften: 199.756 (2011); 271.112 (2005)
- erwerbstätige Bezieher von ALG II („Aufstocker“): 48.815 Personen von insgesamt 151.600 er-
  werbsfähigen Hilfeempfängern
- Armutsgefährdungsquote (Personen mit weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens
  der vergleichbaren Bevölkerungsgruppe = Deutschland): 22,2 %
- Alleinerziehende: 36.500 Familien = 25,8 % aller Familien mit Kindern unter 18 Jahren; dav.
  weibliche Alleinerziehende 92,5 %; 64,6 % sind erwerbstätig, dav. 57,8 % in Vollzeit; arbeitslos
  gemeldet 2011 waren 9.364; 90 % von ihnen suchen eine Vollzeitstelle; 10,6 % haben keinen
  Schulabschluss, 34,7 % einen Hauptschulabschluss und 27,1 % sind ohne abgeschlossene Be-
  rufsausbildung; 19.173 Bedarfsgemeinschaften von Alleinerziehenden erhielten SGB II-
  Leistungen – insg. 47.631 Personen

2.6 Regionale Unterschiede (Quelle: OP M-V )

                                                Juni 2008                       Juni 2011
            Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (15 - 64 Jahre)
    Westmecklenburg                                46,6 %                         48,2 %
    Region Rostock                                 48,0 %                         50,4 %
    Mecklenburgische Seenplatte                    46,5 %                         49,6 %
    Vorpommern                                     44,6 %                         47,2 %
             Arbeitslosenquote bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen
    Westmecklenburg                                12,7 %                         11,5 %
    Region Rostock                                 13,7 %                         12,4 %
    Mecklenburgische Seenplatte                    17,2 %                         15,9 %
    Vorpommern                                     16,4 %                         13,7 %
                                      SGB II-Quote
    Westmecklenburg                                17,2 %                         14,4 %
    Region Rostock                                 18,5 %                         15,8 %
    Mecklenburgische Seenplatte                    20,1 %                         18,1 %
    Vorpommern                                     20,0 %                         16,6 %
                  Armutsgefährdungsquote gemessen - am Bundesmedian
    Westmecklenburg                                23,1 %                         20,6 %
    Region Rostock                                 23,6 %                         21,6 %
    Mecklenburgische Seenplatte                    23,7 %                         23,0 %
    Vorpommern                                     25,7 %                         23,9 %

                                               13
Armutsquoten nach Raumordnungsregionen seit 2005 - gemessen am Bundesmedian

        Raumordnungsregion           2005      2006     2007      2008         2009   2010   2011   2012
 Mecklenburgische Seen-              24,5      23,9     24,6      23,7         26,9   23,8   23,0   24,7
 platte
 Mittleres Mecklen-                   22,2     20,9      21,9     23,6         20,7   20,2   21,6   21,2
 burg/Rostock
 Vorpommern                           25,9     25,6      27,0     25,7         24,1   24,6   23,9   25,5
 Westmecklenburg                      23,4     21,3      23,4     23,1         21,8   21,4   20,6   21,0
Quelle: Bericht zur Integrativen Pflegesozialplanung für den LK MSE, S.24

Erwerbstätigkeit älterer Menschen

(Quelle: Bericht zur Integrativen Pflegesozialplanung für den LK MSE, S. 26)

„Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind 19,3 % der Arbeitslosen 55 Jahre und äl-
ter (Stichtag 31.12.2011). Die Gemeindeverbände Neverin (28,1 %), Neustrelitz-Land (25,8
%), Malchow (24,6 %), Stargarder Land (22,4 %) sowie die Gemeinde Feldberger Seen-
landschaft (23,4 %) und die Stadt Dargun (22,4 %) liegen deutlich über dem Durchschnitt;
die Städte Neustrelitz (17,1 %), Demmin (17,8 %) und Neubrandenburg (18,1 %) sowie der
Gemeindeverband Stavenhagen (17,8 %) liegen unter dem Durchschnitt. Die Arbeitslosen-
quote der älteren Menschen im Landkreis beträgt 17,2 %.
Bedenklich ist z. T. die Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen 55 Jahre und älter seit 2006
(Stichtag 31.12.2011): so stieg die Zahl der Arbeitslosen im Gemeindeverband Malchow
um 30,8 %, im Gemeindeverband Penzliner Land um 23,4 % und im Gemeindeverband
Stavenhagen um 22,1 % (Stichtag 31.12.2011).
Die Zahl der männlichen Arbeitslosen 55 Jahre und älter ist, abgesehen von der Gemeinde
Feldberger Seenlandschaft (-10,0 %) sowie der Stadt Neustrelitz (-10,9 %), im Zeitraum
2006 bis 2011 (Stichtag 31.12.2011) in allen anderen Gemeinden und Gemeindeverbänden
im Landkreis angestiegen. Die Stadt Dargun ist mit 70,8 % Spitzenreiter. Die Zahl der weib-
lichen Arbeitslosen ist im gleichen Zeitraum in zwölf Gemeinden und Gemeindeverbänden
zurückgegangen, in acht Gemeinden und Gemeindeverbänden angestiegen, angeführt vom
Gemeindeverband Mecklenburgische Kleinseenplatte (19,6 %).“

                                                           14
2.7 Handlungsnotwendigkeiten
Die Analyse der Handlungsnotwendigkeiten, die sowohl die regionale Lage in M-V als auch die An-
forderungen einbezieht, die sich aus der Europa 2020-Strategie ergeben, zeigt, dass im Zeitraum
2014 bis 2020 für den ESF Interventionsbedarf in allen drei thematischen Zielen besteht. Rele-
vante Entwicklungsprobleme werden beim Beschäftigungsziel, dem Bildungsziel und beim Ar-
mutsbekämpfungsziel identifiziert. M-V hat für diese die folgenden neun spezifischen Ziele defi-
niert:

   -   Verbesserung der Gründungvoraussetzungen und Stärkung von Entrepreneurship

   -   Geschlechtergerechte Steigerung der Erwerbsfähigkeit und Verbesserung der Vereinbarkeit
       von Erwerbs- und Privatleben

   -   bessere Anpassungsfähigkeit an den wirtschaftlichen/demografischen Wandel durch Stär-
       kung der Humanressourcen in den Unternehmen

   -   Verbesserung der Anpassungsfähigkeit durch Stärkung der Kapazitäten für exzellente For-
       schung

   -   Eingliederung von jungen Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen

   -   Erhöhung von Beschäftigungsfähigkeit und Vermittlungschancen bei Zielgruppen mit beson-
       deren Integrationsproblemen

   -   Stärkung der Schlüsselqualifikationen und Strukturen im Bereich Demokratie und Toleranz

   -   Verbesserung der Schulerfolge und Förderung der inklusiven Schule

   -   Verbesserung der Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung

                                              15
2.8 Querschnittsziele/horizontale Prinzipien
Der ESF wird in M-V und natürlich auch in unserer Region seinen Beitrag zur Umsetzung der drei
im Folgenden dargestellten Querschnittsziele leisten.

       Gleichstellung von Frauen und Männern

       • Die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen
         ist Grundanliegen sowohl auf Landesebene als auch in der Planungsregion
         Mecklenburgische Seenplatte. Gleichstellung wird als strukturelle Aufgabe
         betrachtet. In der Gleichstellungskonzeption des Landes M-V und ebenso
         im Leitfaden zur Umsetzung von Gleichstellung von Frauen und Männern
         in der Mecklenburgischen Seenplatte „Gleichstellung leben“ wird die
         Gleichstellung nicht nur als Beitrag zur Erweiterung individueller
         Lebenschancen, sondern auch als Wirtschafts- und Standortfaktor
         verstanden. Maßnahmen der Bereiche Gleichstellung von Frauen und
         Männern am Arbeitsmarkt sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von
         Erwerbs-       und     Privatleben    sollen      zu   einer      höheren
         Frauenerwerbsbeteiligung beitragen und so neben möglichst gleichen
         Karrierechancen für Frauen und Männer auch dem demografischen
         Wandel      sowie    dem      daraus   resultierenden   Fachkräftemangel
         entgegenwirken.
       • Im Rahmen der Doppelstrategie innerhalb des ESF-Programms sollen
         einerseits ein konsequentes Gender Mainstreaming und andererseits ein
         Set spezifischer Maßnahmen dazu beitragen, Potenziale beider
         Geschlechter stärker zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der
         Unternehmen und der Regionen zu nutzen. Ein Instrument, welches einen
         sehr konkreten Beitrag dabei leisten kann und in der Verantwortung des
         Regionalbeirates umgesetzt werden wird, ist die „Berufliche Mobilität“
         (siehe Erläuterungen zum Förderinstrument im Punkt 7.2).

                                               16
Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung

• Das Querschnittsziel wird u. a. dadurch unterstützt, dass die
  Fördermaßnahmen grundsätzlich so ausgestaltet sind, dass sie für alle
  Menschen gleichermaßen zugänglich und unabhängig von Geschlecht,
  ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung,
  des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind. In Verantwortung des
  Beirates werden vorrangig „Integrationsprojekte“, „Familiencoach“ und
  „Kleinprojekte“    sowie      bei   bestimmten      Bedarfen     auch
  „Strukturentwicklungsmaßnahmen“ (z. B. Gestaltung von Barrierefreiheit)
  dazu beitragen (siehe Erläuterungen zu den Förderinstrumenten im
  Punkt 7).

Nachhaltige Entwicklung

• Der ESF wird in allen thematischen Zielen zu einer nachhaltigen Ent-
  wicklung beitragen. Er orientiert sich an der Landesagenda für
  Nachhaltige Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Nachhaltigkeit
  wird in der Ausgewogenheit von ökonomischer, ökologischer und
  sozialer Dimension gesehen. Strategien wie „Energieland 2020“,
  Aktionsplan Klimaschutz sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt
  sollen berücksichtigt werden, wobei der Einfluss des ESF sich vorrangig
  auf die Entwicklung der Humanressourcen bezieht und darüber eine
  nachhaltige, energie- und ressourcenschonende Wirtschaftsweise
  befördert werden kann.
• Regional können „Strukturentwicklungsmaßnahmen“ (siehe Erläuterun-
  gen zu den Förderinstrumenten Punkt 7.1) entsprechende Bedarfe
  aufgreifen. Aufgrund der naturräumlichen Potenziale/Besonderheiten,
  des besonderen Wertes des Naturraumes in der MSE sind Themen wie
  z. B. die Art des Wirtschaftens in Großschutzgebieten (siehe auch
  Leitbild und Raumentwicklungsprogramm der MSE) oder die
  naturverträgliche touristische Entwicklung von großer Bedeutung. Die
  vielfältigen Kulturlandschaften mit ihren prägenden Merkmalen, Kultur-
  und Naturdenkmälern sollen behutsam weiterentwickelt werden. Ziel ist
  es, ein Gleichgewicht zwischen dem Erhalt regionaler Werte und neuer
  Nutzungs- und Gestaltungsanforderungen zu finden. Durch Kooperation
  und Vernetzung von Landwirtschaft, Handwerk, Kultur, Tourismus und
  Naturschutz können neue Erwerbsmöglichkeiten entstehen. Regionale
  Produktlinien für Lebensmittel, die auf natur- und umweltverträglichen
  Verfahren sowie einer größtmöglichen Transparenz zur Sicherung von
  Produktidentität     und Produktqualität basieren, sollen auf- bzw.
  ausgebaut und unter der Dachmarke „Natürlich! Mecklenburgische
  Seenplatte“ dauerhaft am Markt platziert werden.

                                       17
3. Das Verhältnis des Regionalen Handlungskonzepts zu anderen
regional bedeutsamen Prozessen der Partner in der Region
Das vorliegende Konzept basiert auf den vielfältigen Analysen, Studien und den Erfahrungen der
Beiratsmitglieder und weiterer wichtiger Akteure der Arbeitsmarkt-, Wirtschafts-, Sozial- und Gleich-
stellungspolitik, ohne den Anspruch zu haben, vollständig und allumfassend zu sein. Vielmehr
werden insbesondere jene Aspekte bzw. Entwicklungspotenziale ausgewählt und dargestellt,
die sich nach einer ersten Einschätzung mit den regionalisierten Förderinstrumenten positiv
beeinflussen lassen. Ebenfalls einbezogen werden noch in Erarbeitung befindliche Analysen. Hier
wird parallel beraten und Zwischenstände wenn möglich berücksichtigt. Besonders wichtig wird eine
enge Verknüpfung und aktive Mitwirkung im Überarbeitungsprozess des Regionalen Entwicklungs-
konzeptes sein. Ziel ist es, die Prozesse auszugsweise abzubilden und basierend darauf prioritäre
Handlungsschwerpunkte bezüglich des Einsatzes der Förderinstrumente im Konsens der Beirats-
mitglieder zu beschließen. Für ausgewählte Themen, die eine besondere Relevanz und Aktualität
aufweisen, werden Ideenwettbewerbe gestartet.

                                                Ideen-
                                             wettbewerbe

                                             Prioritäre
                                          Handlungsfelder

                                 Regionales Handlungskonzept
                                   des Regionalbeirates der
                                   Mecklenburgischen Seenplatte

                            Regionales Entwicklungskonzept und
                                Leitbild der Planungsregion
                               Mecklenburgische Seenplatte

                      Grundlegende regional bedeutsame Strategien,
                                Prozesse und Analysen

                                                 18
Grundlegende Dokumente der Planungsregion Mecklenburgische Seenplatte, die
herangezogen wurden:

Lfd.   Erscheinungs-    Titel
Nr.    jahr
1      2000             REK Regionales Entwicklungskonzept

2      2003             Leitbild der Region Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte: Gesund!
                        Leben – Zukunftsfähig! Wirtschaften – Europäisch! – Denken
3      2008             Masterplan Gesundheitsregion MSP Gesund! Leben

4      2008             Positionspapier zur Anpassung der öffentlichen Daseinsvorsorge an
                        den demografischen Wandel in den Handlungsfeldern Kinderbetreuung,
                        schulische Bildung, Pflege älterer Menschen und öffentlicher Nahver-
                        kehr
5      2011             RREP Regionales Raumentwicklungsprogramm

6      2011             Strategiepapier zum Umgang mit den Folgen des demografischen
                        Wandels

7      2013             Gemeinsames Arbeitsmarktprogramm des Landkreises Mecklenburgi-
                        sche Seenplatte, der Bundesagentur für Arbeit Neubrandenburg sowie
                        der Jobcenter MSE Nord und Süd für 2014
       jährlich         - jährliche Erarbeitung für das jeweilige Folgejahr
8      2014             Bericht zur Integrierten Pflegesozialplanung für den Landkreis MSE
                        (Stand Dez. 2013 in der aktualisierten Fassung vom April 2014)

9      2014             „Gleichstellung leben“ Leitfaden für Netzwerke zur Umsetzung von
                        Gleichstellung von Frauen und Männern in der Mecklenburgischen
                        Seenplatte

10     2014             „kitaFLEX“ – „Flexibel miteinander fördern“ – Praxisleitfaden für die
                        Entwicklung von Zentren für bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten

11     2014             Perspektiven der Industriepolitik in Norddeutschland

12     2014             Appell des 14. Erwerbslosenparlaments M-V an die Landesregierung
                        und die demokratischen Fraktionen im Landtag „Mehr Teilhabe an sozi-
                        aler Arbeit – sozialer Arbeitsmarkt jetzt!“
13     2014             Bildungsbericht 2014 – Erster Bildungsbericht des Landkreises Meck-
                        lenburgische Seenplatte
14     in Erarbeitung   Hochschulentwicklungskonzept der Hochschule Neubrandenburg

15     in Erarbeitung   Strategien für lokale Entwicklung der drei LEADER-Aktionsgruppen des
                        Landkreises MSE: Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburgische Seenplatte-
                        Müritz und Demminer Land

                                             19
Folgende Strategien, Prognosen und Interventionen, die die Landesebene Mecklenburg-
Vorpommern zum Bezug haben, sind für regionalbezogene Betrachtungen von Belang:

   -   Operationelles Programm des Landes Mecklenburg-Vorpommern für den Einsatz des ESF
       in der Förderperiode 2014 bis 2020

   -   Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern unter Beteiligung des Landes, des DGB
       Bezirk Nord, der Vereinigung der Unternehmerverbände Mecklenburg-Vorpommern, der
       Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommern,
       der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommern, der Bunde-
       sagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord sowie der kommunalen Spitzenverbände Meck-
       lenburg-Vorpommern

   -   Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik in Mecklenburg-Vorpommern
       zwischen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Ministerium
       für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur
       für Arbeit

   -   Landeskonzept Mecklenburg-Vorpommern zum Übergang von der Schule in den Beruf

   -   Umsetzungskonzept der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zur inklusiven Bildung
       auf der Grundlage der Expertenkommission „Inklusive Bildung in M-V bis zum Jahr 2020“
       (durch den ESF wird die schrittweise Einführung des inklusiven Bildungssystems im schuli-
       schen und frühkindlichen Bereich unterstützt)

   -   Konzeption zur Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten in M-V

   -   Gleichstellungskonzeption der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern

   -   Mecklenburg-Vorpommern: Weltoffen, modern, innovativ. – Den demografischen Wandel
       gestalten, Strategiebericht der IMAG Demografischer Wandel der Landesregierung M-V

                                              20
4. Kurzprofil/ausgewählte sozioökonomische Daten der Region
Entsprechend der raumstrukturellen Gliederung ist die MSE ein „Ländlicher Raum“ (nicht Metropol-
region oder suburbaner Raum). Laut Bund ist sie dem „weiteren metropolitanen Verflechtungsraum“
der Metropolregion „Berlin-Brandenburg“ zugeordnet. Zusätzlich von Bedeutung sind die Einbin-
dung in die Europaregion Pomerania und die transnationale Vernetzung mit den Ostseeanrainer-
staaten.
Der Landkreis präsentiert sich im Internet unter www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de. Die fol-
genden Tabellen basieren auf den dort dargestellten Aussagen (Stand 02.10.2014)

Geodätische Daten (Geoportal des Landkreises)

    -   Fläche (24 % von M-V):                                                        5.496 km²
    -   Nord-Süd Ausdehnung:                                                              93 km
    -   Ost-West Ausdehnung:                                                             100 km
    -   Grenzlänge des Landkreises:                                                      532 km

Bodenfläche zum 14.08.2014 nach Art der tatsächlichen Nutzung

Insgesamt:                                                                            5.496 km²
darunter:
    - Landwirtschaftsfläche:                                                          3.174 km²
    - Waldfläche:                                                                     1.354 km²
    - Wasserfläche:                                                                     529 km²
    - Verkehrsfläche                                                                    141 km²
    - Betriebsfläche:                                                                    17 km²
    - Gebäude-Freifläche:                                                               154 km²
    - Erholungsfläche:                                                                   58 km²
    - Sonstige:                                                                          69 km²
Länge der 130 Kreisstraßen:                                                              998 km
Brückenbauwerke:                                                                             40

Daten aus dem Bereich Natur

    -   Müritz-Nationalpark:                                       mit rund 6 % der Kreisfläche
    -   4 Naturparke:                                             mit rund 17 % der Kreisfläche
    -   59 Naturschutzgebiete:                                    mit rund 3,5 % der Kreisfläche
    -   21 Landschaftsschutzgebiete:                              mit rund 34 % der Kreisfläche
    -   15 EU-Vogelschutzgebiete
    -   größte Seen:                                                                      Müritz
                                                                          Teile des Plauer Sees
                                                                              Kummerower See
                                                                                      Kölpinsee
                                                                                    Tollensesee
                                                                                  Malchiner See
    -   Alleen und einseitige Baumreihen:                                          ca. 1.000 km
4.1 Bevölkerung
(Quelle RREP MSE, S. 13 ff)

                                                21
- Einwohner: insg. 262.987, davon weiblich 134.112 und männlich 128.875 (Stand 30.09.2013)
- Bevölkerungsdichte: etwa 48 Einwohner pro km²
- Ämter und Gemeinden: 14 Ämter, 4 amtsfreie Städte, 1 amtsfreie Gemeinde und 152 amtsange-
  hörige Gemeinden, davon 12 Städte; Kreisstadt Neubrandenburg
- Das Oberzentrum ist Neubrandenburg (65.000 Einw., Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum),
  Mittelzentren sind Demmin (12.000 Einw., Region überwiegend agrarisch, u. a. auch Aquakultur),
  Neustrelitz (20.000 Einw., Schwerpunkt Kultur und Bildung) und Waren (21.000 Einw., Region ist
  touristisches Zentrum von überregionaler Bedeutung).
- 2009 hatte die MSE 290.000 Einwohner (entspricht nur 17,5 % der Landesbevölkerung M-V).
  2030 werden es etwa 215.000 Einwohner sein.
- Der Bevölkerungsrückgang in der Planungsregion ist bis 2014 überwiegend auf negative Wande-
  rungssalden und anschließend bis 2030 vornehmlich auf negative Salden der natürlichen Bevöl-
  kerungsentwicklung (Gestorbenenüberschuss) zurückzuführen.

    Folgende Verschiebungen in der Altersstruktur von 2006 zu 2030 sind kennzeichnend:
       o < 15 Jahre von 31.500 auf 16.900           Auswirkungen auf Kinderbetreuung, Schulbil-
         dung und Ausbildungsplätze
       o 15 bis < 45 Jahre Reduzierung um etwa 74.000 Personen            direkte Auswirkungen
         auf Fachkräftesicherung
       o > 65 Jahre Zunahme um 30.000 Personen             Auswirkungen auf Pflege

4.2 Strukturdaten des Landkreises MSE (Stand 31.12.2013)
(Quelle: Internetpräsentation des Landkreises MSE vom 02.10.2014)

Anzahl von Unternehmen
 Größenklassen nach sv-pflichtigen Beschäftig-                      0-9          10-49         50-249             >250
ten1
Unternehmen                                                      9.864             896             169               23
Betriebe                                                        10.538           1.190             240               24

- Beherbergungsbetriebe:                               439
- Gästeübernachtungen:                           3.410.124

Daten aus dem Veterinär- und Lebensmittelbereich

Im Landkreis befinden sich mit Stand August 2014 insgesamt 5.344 Lebensmitteleinrichtungen. Da-
zu zählen 563 Primärerzeuger, 83 Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetika und Bedarfsgegenstän-
den, 69 Vertriebsunternehmen (Großhändler), 2.056 Einzelhändler, 2.055 Dienstleistungsbetriebe

1
  Unternehmen: Ein Unternehmen wird in der amtlichen Statistik als kleinste rechtlich selbständige Einheit definiert, die
aus handels- bzw. steuerrechtlichen Gründen Bücher führt und eine jährliche Feststellung des Vermögensstandes bzw.
des Erfolgs der wirtschaftlichen Tätigkeit vornehmen muss. Das Unternehmen umfasst alle zugehörigen Betriebe. Auch
freiberuflich Tätige werden als eigenständiges Unternehmen registriert.
Betrieb: Ein Betrieb ist eine Niederlassung an einem bestimmten Ort. Zu dem Betrieb zählen zusätzlich örtlich und or-
ganisatorisch Angegliederte Betriebsstellen. Es muss mindestens ein Beschäftigter im Auftrag des Unternehmens arbei-
ten.

                                                           22
(Gaststätten, Küchen, Imbisse) und 564 Hersteller auf Einzelhandelsebene bzw. Direktvermarkter.
Davon besitzen 35 Lebensmittel herstellende Betriebe die EU–Zulassung.
Es gibt 96 Geflügelgroßanlagen, 160 Rinderbestände ab 200 Tiere, 55 Schweinebestände ab 100
Tiere, 27 Schaf- und Ziegenbestände mit mehr als 100 Tieren, 67 Biogasanlagen, weitere 24 befin-
den sich im Probebetrieb oder im Bau bzw. in der Planung.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige

(Quelle: Gemeinsames Arbeitsmarktprogramm des LK MSE, der Agentur für Arbeit NB sowie der Jobcenter MSE Nord
und Süd für 2014)

Die Branchen, welche maßgeblich Anteile an der Gesamtbeschäftigung haben, sind hier deutlich
zu erkennen. Vorrangig wird die Beschäftigung durch den Handel, Instandhaltung und Reparatur
von Kfz, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das verarbeitende Gewerbe getragen. Das
Baugewerbe, die öffentliche Verwaltung und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen weisen
ebenfalls hohe Beschäftigungszahlen auf. Hinter den Beschäftigungszahlen steht eine große An-
zahl von klein- und mittelständischen Betrieben. Nur 264 der 10.538 Betriebe haben mehr als 50
Beschäftigte. Die daraus sichtbar werdende Kleinteiligkeit der Wirtschaftsstruktur stellt einen Wett-
bewerbsnachteil dar, wenn es nicht durch verlässliche Kooperationen gelingt, diesen abzumildern.
Diese Aussage betrifft alle Bereiche, insbesondere aber auch das Handwerk, wirtschaftliche
Dienstleistungen und insbesondere den Tourismus, wenn man überregional vermarkten möchte.
Hier setzt das Instrument „Strukturentwicklungsmaßnahme“ an (siehe dazu 6.1, 6.2 und 7.1).

                                                    23
4.3 Sozialversicherungspflichtig und geringfügig entlohnte Beschäftigte nach
Altersgruppen in % in der MSE und Deutschland März 2014
(Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

             sozialversicherungspflichtig               geringfügig entlohnte
                     Beschäftigte                            Beschäftigte

 Der Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist mit etwa 44 % in der Altersgruppe der 25 –
 49-Jährigen und etwa 43 % der 50 – 64-Jährigen sehr hoch und zeigt die bislang ungenutzten Po-
 tenziale. Die Ursachen dafür sind sehr differenziert.
 Das Instrument “berufliche Mobilität“ stellt dieses Thema in den Focus (siehe dazu 6.3 und 7.2).

                                                   24
4.4 Daten aus dem Bereich Kita/Schulen
(Quelle: Erster Bildungsbericht des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, S. 98, 146 )

Schulen
   - Es gab insgesamt 101 Schulstandorte im Schuljahr 2011/12, von denen mit 86 der weit
      überwiegende Teil (noch) in öffentlicher Trägerschaft ist.
   - Die Gesamtzahl der Standorte ist von 178 (1995) bis 2012 auf 101 gesunken, hat aber in
      den letzten Jahren eine Stabilisierung erfahren. Während sich die Zahl öffentlicher Schul-
      standorte verringert hat, ist die Anzahl der Standorte in freier Trägerschaft kontinuierlich ge-
      stiegen.
   - Mit 54 Schulen sind der Hauptteil der Schulen Grundschulen, diese versorgen die Fläche.
      Daneben sorgen 17 Förderschulen, 22 Regionalschulen, 9 Gesamtschulen (6 kooperativ/3
      integrativ) und 9 Gymnasien für die weiterführende Bildung und sind stärker konzentriert.
   - Um zu verhindern, dass Schulstandorte durch Unterschreitung der Mindestschülerzahl ver-
      schwinden, favorisiert der Kreis die Zusammenlegung von Schulen und zur Erhaltung von
      gymnasialen Zweigen den Aufbau von Gesamtschulen.

Schulabgänger/-absolventen nach Abschlussart und Geschlecht
(Quelle: Bildungsbericht des Landkreises MSE 2014, S.171)

Von den 1.795 Abgängern im Jahr 2014 erwarben 33,1 % die allgemeine und 3,7 % die fachgebun-
dene Hochschulreife (595 bzw. 67 Schüler), knapp 40 % die Mittlere Reife (717), 157 Schüler und
damit 8,7 % aller Abgänger konnten die Berufsreife (bundesweit: Hauptschulabschluss) nach der
9. Klasse erreichen. Allerdings beendeten auch 14,4 % ihre Schulzeit ohne Berufsreife, das heißt
ganz ohne Abschluss oder nur mit einem Förderschulabschluss.

                                                          25
Entwicklung Anteil Schulabschlüsse MSE und M-V 2002 - 2012
(Quelle: Bildungsbericht des Landkreises MSE 2014, S.172)

Die Schnittstellen zwischen Schule, Berufsausbildung und Arbeit stellen sich immer wieder als
Stolpersteine dar, insbesondere bei fehlenden Abschlüssen. Für Unternehmen wird die Nach-
wuchskräftegewinnung zunehmend zum Problem. Sowohl Strukturentwicklungsmaßnahmen als
auch Integrationsprojekte, der Familiencoach sowie in gewisser Weise auch Kleinprojekte greifen
dieses Problem von sehr verschiedenen Seiten auf (siehe dazu 7.1, 7.3-7.5). Insbesondere in den
prioritären Handlungsfeldern „Stärkung der Wirtschaftskraft von regionalen KMU“ und „Jugendar-
beitslosigkeit“ wurde es entsprechend verankert.

Kindertageseinrichtungen

Im Dezember 2012 wurden im Kreis insgesamt 189 Kindertageseinrichtungen für Kinder zwischen 0
und (maximal) 10 Jahren betrieben. Davon bieten 168 Einrichtungen laut ihrer Betriebserlaubnis
Krippenplätze für Kinder zwischen 0 und unter 3 Jahren an. 171 Einrichtungen bieten Kindergarten-
plätze für 3- bis 6-Jährige und 133 Einrichtungen Hortplätze zur nebenschulischen Begleitung an.
Als ergänzende Betreuungsmöglichkeit ist die Kindertagespflege durch ausgebildete Tagesmütter
und -väter etabliert. Im Dezember 2012 boten 270 Tagespflegepersonen ergänzend zu den 17.385
Kita-Plätzen insgesamt 1.204 Betreuungsplätze an. 2013 arbeiteten insgesamt 254 Tagespflege-
personen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Ausgewählte Fakten aus kitaFLEX

Ergebnisse der Untersuchungen im Rahmen des Modellprojektes „kitaFLEX“ der ISBW gGmbH
Neustrelitz zeigen exemplarisch, dass in den drei größten Städten M-V – Rostock, Schwerin,
Stralsund – 98,4 % aller Kindertagesstätten mehr als 10 Stunden pro Tag öffnen. Erhebungen der
KITA „Spielhaus Kunterbunt“ in Waren/Müritz bestätigen einerseits einen Bedarf an flexibler Kinder-
tagesbetreuung, andererseits lassen sich eindeutige Nachfrage-Schwankungen sowohl im Tages-
als auch im Jahresverlauf feststellen. So zeigt sich, dass im Jahr 2012 insgesamt 415 Kinder frühe-
re Ankunftszeiten in der Zeit von 05:00 Uhr bis 06:00 Uhr in Anspruch nahmen; im Jahresdurch-

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schnitt belief sich damit die durchschnittliche Inanspruchnahme dieser Ankommenszeit auf 34,6
Kinder pro Monat. Förderungszeiten nach 18:00 Uhr wurden im Jahresdurchschnitt von 15,3 Kin-
dern pro Monat in Anspruch genommen.

  Abbildung:       Belegungsstatistik 2012 der Integrativen Kindertagesstätte „Spielhaus Kunterbunt“
  Quelle: kitaFlex

Bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten werden in der Umsetzung der Richtlinie „berufliche Mobili-
tät“ in der MSE eine Rolle spielen (siehe dazu 7.2). Es kann ein Beitrag zur passgenauen Deckung
des in der Gesamtverantwortung des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe ermittelten re-
gionalen Bedarfes geleistet werden. Deshalb wird vorgeschlagen, die Richtlinie in enger Abstim-
mung und kooperativer Einbindung in die Jugendhilfeplanung umzusetzen (siehe auch 6.4).

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4.5 Wissenschafts- und Transferpotenziale/-einrichtungen

Die Branchen- und Unternehmensgrößenstruktur der Region MSE ist trotz positiver Entwicklungen
nach wie vor als zusätzliche Herausforderung sowohl bezogen auf die Innovationspotenziale in den
Unternehmen selbst als auch auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Forschungs- und Ent-
wicklungseinrichtungen anzusehen. Die Dynamik des wirtschaftlichen und ökologischen Wandels
erfordert Weiter- und Neuentwicklungen von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, deren
Markteinführung sowie überregionale wirtschaftliche Aktivitäten. Diese Entwicklungsnotwendigkei-
ten sind vermehrt im unternehmerischen Denken zu verankern.
In der Region MSE wirken verschiedene Wissenschafts- und Transfereinrichtungen wie u. a. die
Hochschule Neubrandenburg, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz (DLR),
das Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern in Neustrelitz (Leea) so-
wie die Technologie- und Gründerzentren mit unterschiedlicher Ausrichtung.
Die Darstellung der folgenden Einrichtungen (Hochschule Neubrandenburg und Leea) basiert auf
einer bereits vorhandenen oder aufgrund von Gesprächen geplanten Zusammenarbeit mit dem Bei-
rat. Dieser Prozess steht jedoch aus Sicht des Beirates immer noch am Anfang. Es werden vielfälti-
ge ungenutzte Potenziale und Kooperationsansätze gesehen, die es zu entwickeln gilt.
Auch die Kooperation mit dem DLR soll künftig wieder aktiviert werden. Das Deutsche Zentrum für
Luft- und Raumfahrt ist eine der größten und modernsten Forschungseinrichtungen Europas. Hier
werden Flugzeuge der Zukunft entwickelt und Piloten trainiert, Raketentriebwerke getestet und Bil-
der von fernen Planeten ausgewertet. Außerdem forschen die über 7.700 Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter des DLR an Hochgeschwindigkeitszügen der nächsten Generation und an umweltfreundli-
chen Verfahren zur Energiegewinnung - und an vielem mehr. Am DLR-Standort in Neustrelitz wer-
den Daten verschiedener Satelliten mittels großer Antennen empfangen und dann verarbeitet. Den
Traditionen der etablierten DLR_School_Labs folgend, werden auch in Neustrelitz altersgerechte
Mitmach-Experimente angeboten, die das Spektrum der DLR-Aktivitäten des Standortes widerspie-
geln. Fernerkundung mittels Satelliten ist dabei eines der spannenden Themen, mit denen Kinder
und Jugendliche in Neustrelitz bekannt gemacht werden. Fachkräftesicherung ist ein prioritäres
Handlungsfeld für den Beirat, insbesondere auch im Technologierbereich und damit im Ingenieur-
wesen. Hier werden Kooperationsmöglichkeiten gesehen.

Insofern wird hier eine Momentaufnahme abgebildet und der Beirat fordert auch die weiteren ge-
nannten oder nicht ausdrücklich erwähnten Partner (auch außerhalb der Seenplatte) auf, die Zu-
sammenarbeit zu suchen und sich aktiv in die Entwicklung der Region einzubringen. Ziel ist es, die
Unternehmen, aber ebenso die Region insgesamt zu unterstützen, um damit zur Entstehung hoch-
qualifizierter Arbeitsplätze beizutragen.
Aus Sicht des Beirates geht es dabei immer um einen gemeinsamen Prozess, der darin besteht,
die Einrichtungen ideell und ggf. ausgewählte innovative Projekte finanziell mit Mitteln des Beirates
zu flankieren, d. h. ebenso wirtschaftsnahe wie wissenschaftlich fundierte Antworten auf die Her-
ausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu formulieren sowie ggf. nationale und internationale
Themen in die Region einzubringen und umgekehrt regionale Themen in einen nationalen und in-
ternationalen Kontext zu transferieren. Es kann beispielsweise aber auch darum gehen, gemeinsam
Chancen zu nutzen, die sich aus Förderprogrammen des Bundes oder der EU ergeben. Zu Recht
werden in diesen in der Regel eine Verankerung in der Region und die Definition von Bedarfen aus
der Region heraus erwartet. Der Beirat bietet an, ausgewählte regionalbedeutsame Themen im Ge-
samtbeirat bzw. in Strategiegruppensitzungen vorzustellen, zu diskutieren und bei Konsens die Be-
werbung zu unterstützen sowie bei Zuschlagserteilung die Umsetzung zu begleiten.

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