Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung

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Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung
Weidem_SozStadt12_US:Soz_Stadt_2012_Umschlag 10.01.13 14:36 Seite 1

                                                                                                                                                     Preis Soziale Stadt 2012
                                                                                                                                          Soziale Stadt
                                                                      Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation   Preis Soziale Stadt 2012
                                                                                                               Dokumentation
Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung
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                                                                      Die Auslober

                                                                      AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.

                                                                      Deutscher Mieterbund

                                                                      Deutscher Städtetag

                                                                      GdW Bundesverband deutscher Wohnungs-
                                                                      und Immobilienunternehmen e.V.

                                                                      Schader-Stiftung

                                                                      vhw
                                                                      Bundesverband für Wohnen und
                                                                      Stadtentwicklung e.V.

                                                                      Der Wettbewerb wird unterstützt durch das Bundes-
                                                                      ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

                                                                      Redaktion:
                                                                      Dagmar Weidemüller, Büro für
                                                                      architektur • design • stadtplanung
                                                                      Berlin

                                                                      Dr. Bernd Hunger, GdW
                                                                      Dr. Frank Jost, vhw Bundesverband für
                                                                      Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

                                                                      Gestaltung:
                                                                      Büro Roman Lorenz
                                                                      Gestaltung
                                                                      visueller Kommunikation
                                                                      design alliance
                                                                      München

                                                                      Ausstellung:
                                                                      Dagmar Weidemüller, Büro für
                                                                      architektur • design • stadtplanung
                                                                      Berlin

                                                                      Herstellung:
                                                                      Druckerei Hermann Schlesener KG
                                                                      Berlin

                                                                      © GdW Berlin 2012
                                                                      1. Auflage (8.000)
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                                                                                      Soziale Stadt
                                                                                                 Preis Soziale Stadt 2012
                                                         Dokumentation des
                                                         Wettbewerbes
                                                         Preis Soziale Stadt 2012

                                                         Preisträger,
                                                         Anerkennungen,
                                                         Projekte der engeren Wahl,
                                                         Teilnehmer
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                                               Inhaltsverzeichnis

                                 Seite    5    Vorwort der Auslober

                                          6    Auslobungstext

                                          8    Statistik

                                               Preisträger

                                         10    Wohntheke Hellersdorf. Da staunt die Stadt!
                                               Acht Partner – ein Ziel, Kooperation von Wohnungsunternehmen
                                               in Berlin-Hellersdorf

                                         12    VEDDELERLEBEN - Schülerfirma der Stadtteilschule in Hamburg-Wilhelmsburg
                                               „In und für das Quartier – Sporthalle macht Schule“

                                         14    Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung
                                               Koordination von elf Sozialraumgebieten in Köln

                                         16    Wieder selbständig wohnen – von der Obdachlosigkeit in ein
                                               geregeltes Leben
                                               Wohnungslosenhilfe in Sigmaringen

                                         18    Kirche im Wandel – Nachbarschaftszentrum in der Auferstehungskirche
                                               Neuer Lebensmittelpunkt in Stralsund-Grünhufe

                                         20    Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V.
                                               Projekt zur Selbsthilfe und Selbstorganisation in Köln

                                         22    OstWerkStadt
                                               Standort stärken – Unternehmen entwickeln – Beschäftigung schaffen
                                               im Leipziger Osten

                                         24    Jule
                                               Modellprojekt für Alleinerziehende in Berlin-Marzahn

                                         26    Fit für den demografischen Wandel
                                               „Alt werden und neu starten“ in Lutherstadt Wittenberg-West

                                         28    Circus Projekt Waldoni e.V.
                                               „Creativhof Grenzallee“ in Darmstadt Eberstadt-Süd
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                                                         Inhaltsverzeichnis

                                            Seite        Anerkennungen

                                                    30   Zukunftswerkstatt Mehringplatz
                                                         Bürgerschaftliches Engagement in Berlin-Kreuzberg

                                                    31   KNIF - Knoten interkultureller Familienbildung
                                                         Hilfe für junge Familien im Bahnhofsviertel in Hof

                                                    32   Qualifizierungsküche
                                                         Neuer lokaler Wirtschaftsstandort als „kulinarisch-kommunikativer Verbinder“
                                                         im Altländer Viertel in Stade

                                                    33   Generationengerechtes Wohnen mit der Wohnungsgenossenschaft
                                                         München-West
                                                         Stärkung der Nachbarschaften in München-Schwanthalerhöhe (Westend)

                                                    34   Stadtteilpatenschaften
                                                         Ein Modell öffentlich-privater Partnerschaft in Nürnberg

                                                    35   Kindertreff im SCHWEITZER ECK
                                                         Neues Miteinander im Quartier in Lübbenau-Neustadt

                                                    36   „Helfende Hände am Berg"
                                                         Haushaltsnahe Dienstleistungen für Migranten von Migranten
                                                         in Marburg Richtsberg

                                                    37   Vereins- und Quartierszentrum „Altes Trafohaus“
                                                         Umbau eines ehemaligen Transformatorenhauses zum neuen Treffpunkt in
                                                         Bischofsheim

                                                    38   Städtenetz Soziale Stadt NRW
                                                         Interkommunale Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen

                                                    39   Begegnungszentrum Sprickmannstraße e.V.
                                                         Stadtteilinitiative gegen Wohnmissstände in Münster-Kinderhaus,
                                                         Wohnquartier Brüningheide

                                                    40   Projekte der engeren Wahl

                                                    58   Adressen

                                                    58   Auslober

                                                    58   Preisträger

                                                    58   Anerkennungen

                                                    59   Projekte der engeren Wahl

                                                    60   Teilnehmer
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Weidem_SozStadt12_Inh:Soz_Stadt_2012_Dokumentation 10.01.13 13:58 Seite 4
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                Vorwort der Auslober

                Lebenswerte Stadtteile sind eine         basieren, sollen einer breiten Öffent-    Wir hoffen, dass die Publikation dazu
                Grundlage für sozialen Zusammenhalt      lichkeit bekannt gemacht werden und       beiträgt, insbesondere die Verant-
                und Integration. In unserer sozial       auf diesem Wege auch Nachahmer            wortlichen in der Bundesregierung
                immer stärker differenzierten Gesell-    finden.                                   und die Parlamentarier des Deutschen
                schaft geht es darum, das                                                          Bundestages dazu zu bewegen, dass
                Zusammenleben der Menschen in            Der seit dem Jahre 2000 alle zwei         dieser erfolgreiche Politikansatz in
                ihren Nachbarschaften zu unterstüt-      Jahre ausgelobte Wettbewerb hat           den nächsten Jahren mit einer den
                zen und ihre Lebensperspektiven zu       auch in diesem Jahr mit 171 einge-        Herausforderungen angemessenen
                verbessern.                              reichten Projekten ein großes bundes-     Mittelausstattung fortgeführt werden
                                                         weites Echo gefunden. Ein Ergebnis,       kann.
                Der Wettbewerb zum "Preis Soziale        das nicht zu erwarten war, da die
                Stadt 2012“ beabsichtigte, wie seine     bereits das zweite Jahr wirkenden
                erfolgreichen Vorgänger, das Interesse   Mittelkürzungen bei den Vorhaben
                für die sozialen Probleme einer brei-    zur Stabilisierung benachteiligter        Wolfgang Stadler, Berlin
                ten Öffentlichkeit wach zu halten,       Stadtquartiere und Nachbarschaften        Vorstandsvorsitzender AWO Bundes-
                aber auch Problemlösungen für die        immer offensichtlicher zu Einbrüchen      verband e.V.
                vielfältigen Aktivitäten in den Stadt-   in der Stadtteilarbeit und den damit
                quartieren aufzuzeigen. Er wollte die    verbundenen Investitionen führen.         Christian Ude, München
                Akteure in den Städten, Wohnungs-                                                  Präsident Deutscher Städtetag
                unternehmen, Wohlfahrtsverbänden         Angesichts der auch im Bundeshaus-
                und Bürgerinitiativen ermutigen,         halt 2013 unzureichenden Mittelaus-       Axel Gedaschko, Berlin
                ihre eigenen Erfahrungen bei der         stattung des Programms ‘Soziale           Präsident GdW Bundesverband
                Unterstützung des Miteinanders der       Stadt’ kommt dem Wettbewerb aus           deutscher Wohnungs- und
                verschiedenen Gruppen von Stadt-         Sicht der Auslober eine besondere         Immobilienunternehmen e.V.
                bewohnern bekannt zu machen.             Bedeutung zu. Wir wollen ein deutli-
                Gefragt waren Projekte, die zeigen,      ches Signal dafür setzen, dass die        Dr. Franz-Georg Rips
                wie durch gemeinsames Handeln            Zivil-gesellschaft die Vernachlässigung   Präsident Deutscher Mieterbund e.V.
                Quartierskonflikten und sozialer Ent-    des sozialen Zusammenhalts und die
                mischung sowie krisenhafter Entwick-     Gefährdung des sozialen Friedens          Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard,
                lung ganzer Wohnquartiere begegnet       in den Stadtquartieren nicht wider-       Staatssekretär a. D., Darmstadt
                werden kann und wie Integrationser-      spruchslos hinnimmt.                      Vorsitzender des Kuratoriums der
                folge nachhaltig gesichert werden                                                  Schader-Stiftung
                können.                                  Diese Dokumentation will die nach-
                                                         ahmenswerten Resultate des Wett-          Peter Rohland, Berlin
                Der "Preis Soziale Stadt 2012" ist       bewerbs bekannt machen. Die vor-          Vorstand vhw Bundesverband für
                eine Gemeinschaftsinitiative einer       gestellten Projekte belegen ein-          Wohnen und Stadtentwicklung e.V.
                großen Bandbreite von Auslobern aus      drucksvoll, welch großen Nutzen der
                Politik und Wissenschaft, Wohnungs-      strategische Ansatz des Programms
                wirtschaft und Wohlfahrtspflege.         „Soziale Stadt“ stiftet, baulich-inves-
                Gerade in diesem Verbund kommt           tive und soziale Maßnahmen mitein-
                das Hauptanliegen des Wettbewerbs        ander zu verknüpfen.
                besonders gut zum Ausdruck: Inno-
                vative Projekte und ganzheitliche
                Ansätze, die auf vielfältigen Koope-
                rationen unterschiedlicher Akteure

                                                                                                                                         5
Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung
Weidem_SozStadt12_Inh:Soz_Stadt_2012_Dokumentation 10.01.13 13:58 Seite 6

      Auslobungstext

      Wer sind die Auslober,                    Was ist der Preis Soziale Stadt?          Was sind die Beurteilungskriterien?
      wo sitzt die Geschäftsstelle?

      Der "Preis Soziale Stadt" ist auch im     Der Preis Soziale Stadt ist eine          Die eingereichten Projekte werden
      Jahre 2012 wieder eine Gemein-            Gemeinschaftsinitiative von Aus-          nach folgenden Kriterien bewertet:
      schaftsinitiative ganz verschiedenarti-   lobern aus Zivilgesellschaft, Woh-
      ger Auslober aus Politik und Wissen-      nungswirtschaft, Wohlfahrt, Wissen-       Bündelung von Ressourcen
      schaft, Wohnungswirtschaft und            schaft und Politik. Ziel des Wettbe-      Es wird Wert auf integrierende Pro-
      Wohlfahrt. Gerade in diesem Verbund       werbs ist es, vorbildliche Projekte und   jekte gelegt, die unterschiedlichste
      kommt das Hauptanliegen des Wett-         Initiativen für eine soziale Stadt der    Akteure zusammenführen und vielfäl-
      bewerbs besonders gut zum Aus-            breiten Öffentlichkeit bekanntzuma-       tige Ressourcen effektiv bündeln.
      druck: Innovative Projekte und ganz-      chen und damit deren Nachahmung
      heitliche Ansätze, die auf vielfältigen   zu fördern.                               Beteiligung der Betroffenen
      Kooperationen unterschiedlicher                                                     Nachzuweisen ist, dass nicht nur die
      Akteure basieren, sollen einer breiten    Das Anliegen ist, benachteiligten oder    Macher der Stadtentwicklung mitein-
      Öffentlichkeit bekannt gemacht            vom Abstieg bedrohten Quartieren          ander kooperieren, sondern dass die
      werden und auf diesem Wege auch           eine Zukunftsperspektive zu geben.        betroffenen Bürgerinnen und Bürger
      "Nachahmer" finden.                       Dazu sind Aktivitäten notwendig, die      möglichst umfassend in die verschie-
                                                                                          denen Phasen des Projekts einbezo-
      Die Geschäftsstelle des Wettbewerbs       – die Lebensbedingungen und               gen sind und Gestaltungsmöglichkei-
      ist angesiedelt beim vhw – Bundes-          Lebenschancen in den Quartieren         ten haben.
      verband für Wohnen und Stadtent-            verbessern,
      wicklung e.V., Berlin.                    – die Vielfalt der Bewohnerinnen und      Nachhaltigkeit
                                                  Bewohner anerkennen und Nach-           In der Projektbeschreibung sollte
                                                  barschaften stabilisieren,              erkennbar sein, dass mit den Aktivitä-
                                                – die Integration und das Zusammen-       ten eine dauerhafte Verbesserung der
                                                  leben fördern,                          sozialen Situation im Quartier ange-
                                                – das Bildungsangebot im Quartier         strebt wird. Kann das angewendete
                                                  und den Zugang zu Bildungsan-           Verfahren nach einer Lernphase zu
                                                  geboten verbessern                      einem Selbstläufer werden? Wird sich
                                                – sowie die lokale Wirtschaft stärken     das Projekt langfristig von der öffent-
                                                  und Arbeit im Quartier schaffen.        lichen Förderung "abnabeln" kön-
                                                                                          nen?
                                                Die Komplexität der Problemlagen
                                                erfordert ein integriertes Vorgehen in    Aufwand und sozialer Ertrag
                                                Kooperation unterschiedlichster           Darzustellen ist der Aufwand für das
                                                Akteure aus Staat, Kommune, (Woh-         Projekt (Finanzmittel, ehrenamtlicher
                                                nungs-) Wirtschaft, Wohlfahrt und         Einsatz usw.) Wie hoch ist der einma-
                                                Zivilgesellschaft. Die wesentlichen       lige bzw. jährliche Aufwand investiver
                                                Handlungsbereiche sind:                   und nicht-investiver Art? Welche Fol-
                                                                                          gekosten treten auf? Dabei soll auch
                                                – Bürgermitwirkung, Stadtteilleben,       auf die Ergebnisse und Wirkungen im
                                                  soziale Integration                     Quartier eingegangen werden. Wel-
                                                – Lokale Wirtschaft, Arbeit und           chen "sozialen Gewinn" bringt das
                                                  Beschäftigung                           Projekt?
                                                – Quartierszentren, Stadtteilbüros
                                                – Soziale, kulturelle, bildungs- und
                                                  freizeitbezogene Infrastruktur,
                                                  Schule im Stadtteil, Gesundheit
                                                – Wohnen
                                                – Öffentlicher Raum, Wohnumfeld
                                                  und Ökologie

                                                Dies sind zugleich die Themenschwer-
                                                punkte des Wettbewerbs. Im Mittel-
                                                punkt jedes eingereichten Projekts
                                                sollte ein gelöstes soziales Problem
                                                bzw. ein in Angriff genommenes
                                                soziales Anliegen stehen, das eine
                                                bauliche Facette haben kann, aber
                                                nicht haben muss.

      6
Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung
Weidem_SozStadt12_Inh:Soz_Stadt_2012_Dokumentation 10.01.13 13:58 Seite 7

                Auslobungstext

                Wer kann teilnehmen?                      Welche Unterlagen                           Was gibt es als Preis?
                                                          sind einzureichen?

                Um den Preis können sich Projekte         Für die Projektbeschreibung und             Es werden bis zu zehn Projekte mit
                bewerben, die im Sinne des ganzheit-      -darstellung müssen die Musterblätter       Urkunden ausgezeichnet, die an die
                lichen Ansatzes der sozialen Stadt        1 bis 4 verwendet werden. Zusätzlich        maßgeblich beteiligten Akteure verlie-
                aktiv sind. Der Preis Soziale Stadt ist   sollten für jedes Projekt acht hoch-        hen werden. Initiativen mit herausra-
                offen für alle Projekte und Akteure.      wertige, für die Veröffentlichung           genden Einzelthemen können darü-
                Er richtet sich sowohl an Bürger- und     geeignete Fotos eingereicht werden.*        ber hinaus mit einer Anerkennung
                Bewohnergruppen im Quartier, z.B.                                                     gewürdigt werden.
                Gewerbetreibende, Schulklassen,           Leider lassen sich Projekte ohne bauli-
                Organisatoren von Begegnungsstät-         che Komponente nur teilweise bild-          Es gibt kein Preisgeld. Die Würdigung
                ten, als auch an die klassischen Hand-    haft darstellen, oft ist der nicht sicht-   besteht in der öffentlichen Anerken-
                lungsträger der Stadtentwicklung wie      bare soziale Prozess der eigentliche        nung und Bekanntmachung der Pro-
                Kommunen, Wohnungsunternehmen,            Erfolg. Umso wichtiger ist es, dass die     jekte.
                private Investoren oder freie Wohl-       eingereichten Projekte unter Zuhilfe-
                fahrtspflege.                             nahme von Schemata, Übersichten
                                                          usw. in ergänzenden Erläuterungen
                Der Wettbewerb ist nicht auf die          näher beschrieben werden. Hierfür
                Gebiete des Programms "Soziale            sollten den Musterblättern weitere
                Stadt" beschränkt. Initiativen außer-     Anlagen beigefügt werden. Diese
                halb der Fördergebiete und Projekte       zusätzlichen Informationen und
                aus kleineren Städten und Gemein-         Materialien sollten jedoch kompakt,
                den werden ausdrücklich zur Teil-         anschaulich und übersichtlich sein,
                nahme ermutigt. Bewerben können           damit Ihr Wettbewerbsbeitrag von
                sich Projekte jeder Größe, kleinteilige   der Jury (die in wenigen Tagen eine
                Initiativen sozialen und nachbar-         Vielzahl von Projekten auszuwerten
                schaftlichen Engagements genauso          hat) möglichst leicht nachvollzogen
                wie große, komplexe Quartierspro-         und bewertet werden kann.
                jekte.
                                                          Bewerbungen, die ausschließlich als
                Projekte, die an einem früheren Wett-     CD eingereicht werden, können nicht
                bewerb "Preis Soziale Stadt" teilge-      berücksichtigt werden. Die in die
                nommen haben, können nochmals             engere Wahl gekommenen Projekte
                eingereicht werden, wenn ihre Ver-        können von den Auslobern aufgefor-
                stetigung gelungen ist oder neue          dert werden, bei Bedarf zusätzliche
                Aspekte den bisherigen Projektansatz      Unterlagen nachzureichen und die
                erweitert haben.                          Besichtigung von Projekten vor Ort zu
                                                          ermöglichen.

                                                          Eine Jury befindet über die Preisträ-
                                                          ger. Zu ihr gehören anerkannte Per-
                                                          sönlichkeiten der Fachöffentlichkeit,
                                                          die wichtige Akteure des sozialen
                                                          Engagements in den Städten und
                                                          Wohnquartieren repräsentieren. Die
                                                          Auslober behalten sich vor, die einge-
                                                          reichten Unterlagen einer wissen-
                                                          schaftlichen Auswertung zugänglich
                                                          zu machen.

                                                          * Wenn Sie digitale Fotos anfertigen,
                                                          verwenden Sie bitte eine hohe Auflö-
                                                          sung und fügen Sie Ausdrucke auf
                                                          Foto-Papier bei! Bitte geben Sie den
                                                          Urheber an, damit die nachträgliche
                                                          Veröffentlichung erleichtert wird.
                                                                                                                                          7
Preis Soziale Stadt 2012 Dokumentation - Schader Stiftung
Weidem_SozStadt12_Inh:Soz_Stadt_2012_Dokumentation 10.01.13 13:58 Seite 8

      Die Auswahlgremien                                                            Statistik

      Auswahlgremium der ersten Stufe          Mitglieder der Jury                  Räumliche Verteilung der
                                                                                    Wettbewerbsbeiträge
      Katharina Burkardt                       Hartmut Brocke
      GdW Bundesverband deutscher              SPI Sozialpädagogisches Institut,
      Wohnungs- und                            Berlin                               Bundesland         Bewer- Engere
      Immobilienunternehmen e.V., Berlin                                                               bungen Wahl
                                               Dieter Cordes
      Dr. Thomas Franke                        Gesellschaft für Bauen und Wohnen
      Deutsches Institut für Urbanistik,       Hannover mbH, Hannover               Baden-Württemberg      17    6
      Berlin                                                                        Bayern                 22    7
                                               Bärbel Fox                           Berlin                 13    6
      Susanne Glöckner                         AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesver-     Brandenburg             6    2
      Bundesministerium für Verkehr,           band e.V., Berlin                    Bremen                  4    2
      Bau und Stadtentwicklung, Berlin                                              Hamburg                 8    3
                                               Susanne Glöckner                     Hessen                 15    8
      Dr. Armin Hentschel                      Bundesministerium für Verkehr,       Mecklenburg-Vor-
      Ifss – Institut für soziale, Stadtent-   Bau und Stadtentwicklung, Berlin     pommern                 6    2
      wicklung, Potsdam
                                                                                    Niedersachsen          19    5
                                               Dr. Bernd Hunger                     Nordrhein-Westfahlen   29    8
      Matthias Jäger
                                               GdW Bundesverband deutscher          Rheinland-Pfalz         4    1
      vhw – Bundesverband für Wohnen
                                               Wohnungs- und                        Saarland                3    1
      und Stadtentwicklung e.V., Berlin
                                               Immobilienunternehmen e.V., Berlin   Schleswig-Holstein      4    1
      Dr. Frank Jost                                                                Sachsen                 8    1
      vhw – Bundesverband für Wohnen           Philipp Mühlberg                     Sachsen-Anhalt          8    2
      und Stadtentwicklung e.V., Berlin        Senatsverwaltung für Stadtentwick-   Thüringen               5    1
                                               lung, Berlin
      Jana Kirsch                                                                   Summe                  171   56
      SPI Soziale Stadt und Land Entwick-      Hans-Jürgen Niemann
      lungsgesellschaft mbH, Halle/Saale       Stadt Hamm (Westfalen)

      Gesine Kort-Weiher                       Hans-Joachim Schlößl
      Deutscher Städtetag, Köln                Stadt Nürnberg

      Christoph Kummer                         Ellen Schultz
      Bündnis für eine Soziale Stadt Hessen    Rechtsanwältin, Halle (Saale)

      Petra Kurzhöfer                          Sabine Süß
      GEWOBA – Aktiengesellschaft              Schader-Stiftung, Darmstadt
      Wohnen und Bauen,
      Hansestadt Bremen                        Prof. Christiane Thalgott
                                               München
      Philipp Mühlberg
      Senatsverwaltung für Stadtentwick-       Karin Vorhoff
      lung, Berlin                             Deutscher Caritasverband, Freiburg
                                               (Brsg.)
      Timo Munzinger
      Deutscher Städtetag, Köln                Prof. Klaus Wermker
                                               Essen
      Dr. Thomas Robischon
      Schader-Stiftung Darmstadt

      Lukas Siebenkotten
      Deutscher Mieterbund e.V., Berlin

      Gunnar Wörpel
      AWO Bundesverband e.V., Berlin

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Weidem_SozStadt12_Inh:Soz_Stadt_2012_Dokumentation 10.01.13 13:58 Seite 9

                Statistik

                Zwischenbilanz nach sieben Wettbewerben

                Bundesland                       2000       2002       2004       2006       2008       2010       2012       "Summe"

                Baden-Württemberg                     12        17          21       17         17         22         17        123

                Bayern                                  9       25          24       23         27         20         22        150

                Berlin                                10        28          26       10         22         11         13        120

                Brandenburg                             8          8        15       20         10         16             6      83

                Bremen                                  3          5          2          3          2          5          4      24

                Hamburg                                 3       10            5          3          4          5          8      38

                Hessen                                  3       17          18       10         12         11         15         86

                Mecklenburg-Vorpommern                  3          9          2      10             4          7          6      41

                Niedersachsen                         10        17          21       20         11         10         19        108

                Nordrhein-Westfalen                   14        38          32       33         32         39         29        217

                Rheinland-Pfalz                         2          6          2          3          4          2          4      23

                Saarland                                2          2          5          5          1          0          3      18

                Schleswig-Holstein                      4          4          3          8          5          5          4      33

                Sachsen                                 5       12          11           9      12             8          8      65

                Sachsen-Anhalt                          6          6        11           5          3          8          8      47

                Thüringen                               7          9          7          9          6          9          5      52

                Summe                                101       213          205     188        172        178        171       1228

                                                                                                                                        9
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      Preisträger                               Die Hellersdorfer Wohnungsunterneh-       events, von denen manche eine
                                                men haben für ihren informellen Zu-       gesamtstädtische Aufmerksamkeit
                                                sammenschluss den Begriff "Wohn-          erreichten. Hier eine kleine Auswahl:
      Wohntheke Hellersdorf. Da staunt          theke" gewählt. Wieso? Erfunden           – „Classic Open Air Helle Mitte“
      die Stadt!                                wurde der Name bei ersten gemein-            Seit sechs Jahren begeistern Musi-
      Acht Partner – ein Ziel, Kooperation      samen Aktionen bereits im Jahr 2000.         ker des Jugendsinfonieorchesters
      von Wohnungsunternehmen in                An einer Theke trifft man sich ab und        der Musikschule Marzahn-Hellers-
      Berlin- Hellersdorf                       an zum zwanglosen Gespräch nach              dorf tausende Besucher – nicht nur
                                                Feierabend. Geschäftsgeheimnisse             aus dem Bezirk, sondern aus wei-
                                                werden da nicht ausgeplaudert. Aber          ten Teilen der Stadt und des Berli-
      Projekteinreicher:                        gemeinsame Themen und Interessen             ner Umlands. Der zentrale Platz in
      ArGe Wohntheke                            kommen zur Sprache. Und mitunter             Hellersdorf bietet eine eindrucks-
                                                ergibt sich im lockeren Gedankenaus-         volle Kulisse für dieses Konzerter-
                                                tausch ohne steifes Protokoll das eine       lebnis.
      Projektbeteiligte:                        oder andere Projekt für gemeinschaft-     – „Skate by Night“ findet seit 2009
      STADT UND LAND Wohnbauten-                liches Handeln.                             einmal im Jahr statt. Hier wird den
      Gesellschaft mbH; WVB Centuria;           Die Vermieter von Wohnungen ste-            Teilnehmern zur Halbzeit ihrer 34 km
      Wohnungsbaugenossenschaft "Hel-           hen auch in Hellersdorf in Konkurrenz       langen Tour vom Alexanderplatz bis
      lersdorfer Kiez" eG; Grundstücksge-       zueinander. Und zwar aus gutem              nach Hellersdorf neben Getränken
      meinschaft Zerbster Str. 48-78 GbR;       Grund, denn nur der faire Wettbe-           und Verpflegung ein toller Empfang
      HS Hausinvest GbR; WoBeGe Wohn-           werb führt zur Vielfalt von Geschäfts-      durch die Zuschauer und ein außer
      bauten- und Beteiligungsgesellschaft      ideen und damit zu Qualität. Er findet      gewöhnliches Programm geboten.
      mbH; HELLE MITTE Zentrumsmanage-          allerdings auf einem gemeinsamen          – „Franz-Carl-Achard-Preis“ für Ange-
      ment; Wohnungsbaugenossenschaft           Terrain statt, der Wohnstadt Hellers-       wandte Wissenschaften; die ‘Wohn-
      Wuhletal eG;                              dorf. Nur wenn diese große Siedlung         theke’ zeichnete 2007 zwei Hellers-
      Projektleitung: Ralf Protz;               als Ganzes attraktiv ist, kann auch die     dorfer Unternehmen und drei Schul-
      Kooperationspartner: Bezirksamt Mar-      einzelne Wohnungsgenossenschaft             projekte mit diesem Preis aus.
      zahn-Hellersdorf, viele Vereine, Kitas,   oder -gesellschaft daraus Nutzen zie-     – „Virtuelles Unternehmerkolleg“
      Schulen, Wirtschaftsunternehmen,          hen. Und so geht es bei den Treffen          Existenzgründer und Jungunterneh-
      Sportvereine u.a.                         der Wohntheke darum, die unterneh-           mer lernen das kleine Einmaleins
                                                mensinternen Strategien in Einklang          der Unternehmensführung.
                                                zu bringen mit übergeordneten Kon-        – Aktion der Wohntheke auf dem
      Gebietstyp:                               zepten zur Entwicklung der Wohn-            Alexanderplatz in Berlin-Mitte;
      Großwohnsiedlung,                         stadt als Ganzes und deren Außen-           Oktober 2011: Vorurteile über Hel-
      43.000 Wohnungen, 90.000 Einwoh-          darstellung. Der Stadtbezirk ist dabei      lersdorf durch Fakten zu widerlegen
      ner                                       ein wichtiger Partner.                      und interessierte Bürger zu motivie-
                                                                                            ren, sich ihr eigenes Urteil zum Stan-
                                                Die beteiligten Wohnungsunterneh-           dort zu bilden, war Ziel der Aktion.
                                                men bündeln Mittel und Kapazitäten        – Mini Fußball EM 2012
                                                für ein gemeinsames Standortmarke-          Das mit dem Sportverein Eintracht
                                                ting für Hellersdorf. Die acht Partner      Mahlsdorf e.V. veranstaltete Turnier
                                                repräsentieren immerhin mit ca.             stand unter dem Motto: „Mit Freun-
                                                27.500 Wohnungen zwei Drittel des           den am Ball“. Kinder aus Ukraine
                                                Wohnungsbestandes. Jedes Mitglied           und Polen nahmen teil.
                                                hat eine Stimme und leistet abhängig      – „Box-Pokal der Hellersdorfer
                                                von seiner Größe, jährlich einen            Wohntheke“ Gemeinsam mit dem
                                                festen Betrag. Die Mitglieder treffen       Boxring SC Eintracht Berlin veranstal-
                                                sich regelmäßig im Jahr auf Geschäfts-      tete die Wohntheke drei internatio-
                                                führerebene, die Geschäftsführung           nale Boxturniere mit jungen Sport-
                                                rotiert zwischen den Unternehmen.           lern aus fünf Ländern.

                                                Die bereits zwölf Jahre dauernde          Aus der Laudatio der Jury
                                                Zusammenarbeit ist Beleg für die
                                                Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit         Die Jury würdigt, dass es trotz der
                                                und dies ohne staatliche Förderung.       Konkurrenz der in der Wohntheke
                                                Die eingebrachten Mittel stehen in        zusammengeschlossenen Wohnungs-
                                                keinem Verhältnis zum „Ertrag“ einer      unternehmen selbst in Zeiten mit
                                                sozial ausgeglichenen und stabilen        hohen Leerständen gelungen ist,
                                                Bewohnerschaft und gleichzeitig           gemeinschaftlich, vertrauensvoll und
                                                eines gestärkten „Selbstwertgefühls“      gleichberechtigt an gemeinsamen Zie-
                                                der Bewohner.                             len zusammenzuarbeiten. Das hat die
                                                                                          Außen-Wahrnehmung der zweitgröß-
                                                Die gemeinsam interessierenden The-       ten Wohnstadt Deutschlands verbes-
                                                men sind vielfältig: von einem ge-        sert, zu einem harmonischen Erschei-
                                                meinsamen Wohnstandortmarketing           nungsbild im Wohnumfeld wie im
                                                über konkrete Fragen bei Gestaltungs-     Gebäudebestand beigetragen und die
                                                konzepten im Wohnumfeld über die          abgestimmte Zusammenarbeit der
                                                wohnungsnahe Versorgung und Be-           Wohnungswirtschaft mit den unter-
                                                treuung von Kindern und Jugendli-         schiedlichsten Akteuren der Gemein-
                                                chen bis hin zur Organisation von         wesenarbeit befördert.
                                                Sportfesten und anderen Stadtteil-
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                                                                                                                                                          Soziale Stadt
                                                                                                                                                                     Preis Soziale Stadt 2012
                                                          Hellersdorf bietet für jeden Mieterwunsch attraktive Angebote
                                                          in vielfältiger Architektur.

                Im ‘BAUKASTEN’ (im Bildvordergrund) hat
                die Wohntheke seit ihrer Gründung im
                Juni 2000 ihre Anlaufstelle.

                Box-Pokal der Hellersdorfer Wohntheke:
                ‘Boxen statt Gewalt’ (2005)

                                                          Eine Image-Kampagne wurde erarbeitet und das Leitmotto
                                                          „Hellersdorf. Da staunt die Stadt!" eingeführt (2008).

                „Classic Open Air Helle Mitte" auf dem
                zentralen Platz in Hellersdorf
                (6.000 Zuschauer, 2012)
                                                                                                                                    Foto: Gundula Noack

                „Virtuelles Unternehmerkolleg" (2006)     Aktion der Wohntheke „Urteile selbst" auf dem Alexanderplatz in Berlin:
                                                          Mitglieder der Wohntheke werben für die Wohnstadt Hellersdorf (2011).

                „Skate by Night" mit Zwischenstopp        Franz-Carl-Achard-Preis: Für drei Jugend-    ‘Mini Fußball EM’ mit dem Sportverein-
                in Hellersdorf (2012)                     projekte gab es den Sonderpreis "Wissen      Eintracht Mahlsdorf (2012)
                                                          und Wissenschaft in der Schule" (2007)
                                                                                                                                                                11
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      Preisträger                              Jugendliche der Schülerfirma Veddel-        Die Aufgaben, bei denen die Jugend-
                                               erleben betreiben eine Sporthalle in        lichen praktische Erfahrungen sam-
                                               Eigenregie. Können 13- bis 14-Jährige       meln können, sind vielfältig: Kontrolle
      VEDDELERLEBEN –                          ein Unternehmen leiten? – Wie kann          der Reinigung der Halle, Pflege des
      Schülerfirma der Stadtteilschule in      das gelingen?                               Inventars, Rückmeldung bei Repara-
      Hamburg-Wilhelmsburg                                                                 turbedarf, Abschluss von Verträgen,
      "In und für das Quartier – Sporthalle    Ein langfristig angelegtes Koopera-         Schlüsselübergabe und Halleneinwei-
      macht Schule"                            tionsprojekt von Schule, Wohnungs-          sung für neue Nutzer, Verwaltung
                                               unternehmen und Stadtteilverein             von Einnahmen und Ausgaben,
                                               ermöglicht dieses besondere Ausbil-         Abrechnungen mit dem Eigentümer,
      Projekteinreicher:                       dungsprojekt. Eine ehemalige Poli-          Erhalt und Weiterentwicklung des
      ProQuartier Hamburg Gesellschaft für     zeisporthalle im Besitz der SAGA            Sportangebotes, Absprachen mit den
      Sozialmanagement und Projekte mbH        GWG wird 2006 zu einem Zentrum              Nutzern, Ausarbeitung der Bele-
                                               für Sport und Kulturveranstaltungen         gungskonzeption, Planung und
                                               umgebaut. Ziel war es, durch vielfäl-       Durchführung von Veranstaltungen,
      Projektbeteiligte:                       tige Angebote einen Beitrag zur             Auf- und Abbau der Bühne, Bedienen
      SAGA GWG Hamburg;                        Begegnung und Integration zu leis-          der Licht- und Tontechnik, Entwurf
      Stadtteilschule Wilhemsburg;             ten. Zunächst hat die ProQuartier           von Plakaten und Flyern, u.a.
      Get the Kick e.V., Hamburg               Hamburg GmbH, eine Tochterfirma
                                               der SAGA GWG, die Entwicklung des           Der Betrieb der Sporthalle verknüpft
                                               Standortes vorangetrieben und die           beispielgebend wesentliche Dinge
      Gebietstyp:                              Trägerschaft im Stadtteil verankert.        miteinander:
      Innerstädtisches Altbauquartier,         Mit der Idee, das Betreiben der Halle
      1925-1932 mit viergeschossiger           mit einem Ausbildungsprojekt zu ver-        – das Betreiben der Halle ist ein
      Bebauung; 2.000 Wohnungen;               binden, startete das Projekt.                 Bildungs- und Ausbildungsprojekt;
      5.000 Einwohner aus 30 verschiede-                                                   – die Jugendlichen gestalten ihren
      nen Nationen                             Im August 2010 gründeten 17 Schü-             eigenen Lebensraum mit;
                                               ler der Stadtteilschule Wilhelmsburg        – der Betrieb ist nachhaltig gesichert,
                                               die Schülerfirma. Neben dem norma-            die Kosten vergleichsweise gering.
                                               len Unterricht ist ein Tag (Profiltag) in
                                               der Woche für die Arbeit in der Firma       Die Schüler können sich in ihrem
                                               vorbehalten. Nachdem die Träger-            Engagement frühzeitig in ihrer
                                               schaft der Sporthalle feierlich an die      Berufswahl orientieren und leisten
                                               Schülerfirma übergeben wurde, grün-         einen aktiven Beitrag zur Verbesse-
                                               deten sich, wie im richtigen                rung ihres eigenen Stadtteils.
                                               Firmenleben, Abteilungen, Stellen
                                               wurden besetzt und Businesspläne            Das SAGA GWG Mietermagazin
                                               geschrieben. Begleitet werden die           "WIR" sowie die dazugehörige TV
                                               Schüler des 8. bis 10. Jahrgangs von        Sendung "WIR in Hamburg" des
                                               einem Klassenlehrer und einem Koor-         regionalen TV Senders berichten
                                               dinator vom Stadtteilverein 'Get the        regelmäßig über das Projekt.
                                               kick e.V.'. ProQuartier steht den
                                               Jugendlichen zur Seite.

                                               Durch die vertraglich gesicherte Mit-       Aus der Laudatio der Jury
                                               wirkung des Wohnungsunternehmens
                                               und den Lehrplan der Schule ist das         Die Auslober des Preises Soziale Stadt
                                               Projekt langfristig angelegt.               suchen immer wieder neu nach
                                               Das Betreibermodell versetzt die            besonders beispielhaften Lösungs-
                                               Schülerfirma in die Lage, eigene Ein-       ansätzen für die Projektarbeit. Die
                                               nahmen zu erzielen und den Bedarf           Schülerfirma Veddelerleben zeichnet
                                               an öffentlichen Mitteln zu reduzieren.      sich durch diese Besonderheit aus.
                                                                                           Die Idee, eine Schülerfirma mit dem
                                               Die Schülerfirma arbeitet mit echtem        Betrieb des neuen Quartierszentrums
                                               Geld, verwaltet die eingehenden             zu beauftragen, ist geradezu genial.
                                               Nutzungsgebühren, tätigt kleinere           Sie verknüpft ein Bildungs- und
                                               Anschaffungen und erwirtschaftet            Ausbildungsprojekt mit dem Sport-
                                               einen Anteil an den Betriebskosten.         und Kulturangebot und fördert dabei
                                               Die Betriebskosten der Halle über-          vorbildlich eine hohe Identifikation
                                               nimmt die SAGA GWG – die Schüler-           der Schüler und Jugendlichen mit
                                               firma beteiligt sich jährlich mit 5.000     ihrem Viertel. Das sind beste Voraus-
                                               EUR als Festbetrag und der Hälfte           setzungen für ein dauerhaftes Enga-
                                               aller weiteren Einnahmen. Die andere        gement und in späteren Lebensjahren
                                               Hälfte verbleibt bei der Schülerfirma       für die Gemeinschaft im Quartier.
                                               als Gewinn. Bereits im ersten               Die Jury wünscht sich viele Nachah-
                                               Geschäftsjahr haben die Schüler einen       mer dieses beispielhaften Ansatzes.
                                               Gewinn von 2.000 EUR erwirtschaftet,
                                               der zu einem Teil wieder in Fortbil-
                                               dung investiert, zum anderen für den
                                               neuen Eventbereich genutzt wurde.

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                                                                                                                                                              Soziale Stadt
                                                                                                                                                                          Preis Soziale Stadt 2012
                                    Junges Viertel mit vielen Kindern und
                                    Jugendlichen

                                    Der Betrieb der Halle finanziert sich aus   Seit August 2012 betreiben 40 SchülerInnen die Sporthalle verantwortlich.
                                    erwirtschafteten Einnahmen und Teilver-
                                    zicht der SAGA GWG auf Miete und
                                    Betriebskosten.

                                    Verwaltung von Einnahmen und Ausga-         Kommunikationstraining, eine spezielle Buchhaltungsfortbildung, eine grafische Weiter-
                                    ben, Abrechnungen mit dem Eigentümer        bildung und auch eine sportliche Qualifizierung sind erforderlich, um den Anforderungen
                                    werden unter Anleitung erlernt.             der Schülerfirma gerecht zu werden.
              Fotos: Frank Vinken

                                    Durchführung von Veranstaltungen, Auf-      Die Schülerfirma besitzt auch Visitenkar-    Erarbeitung des Hallenbelegungsplanes
                                    und Abbau der Bühne, Bedienen der Licht-    ten. Neben der Geschäftsführung gibt es
                                    und Tontechnik und vieles mehr sind Auf-    derzeit die Abteilungen:
                                    gaben der Firma.                            Buchhaltung, Kunden-Service, Facility-
                                                                                Management und Öffentlichkeitsarbeit.

                                                                                                                                                                     13
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      Preisträger                                Seit Frühjahr 2006 wird das durch die   – Herausgabe einer Stadtteilzeitung
                                                 Spitzenverbände der freien Wohl-          durch Bürgerinnen und Bürger seit
                                                 fahrtspflege, die Kölner Kommunal-        fünf Jahren;
      Lebenswerte Veedel – Bürger- und           politik und die Stadtverwaltung         – Betrieb einer ökumenischen Begeg-
      Sozialraumorientierung                     gemeinsam entwickelte Handlungs-          nungsstätte „Cafe Bickolo" e.V. als
      Koordination von elf Sozialraum-           konzept "Lebenswerte Veedel – Bür-        niederschwelliges Angebot mit
      gebieten in Köln                           ger- und Sozialraumorientierung in        hohem ehrenamtlichen Engage-
                                                 Köln" umgesetzt. Themenfelder sind:       ment, seit fünf Jahren in Selbstver-
                                                 Kinder, Jugend und Familie, Soziales,     waltung.
      Projekteinreicher:                         Gesundheit, Bildung, Wohnen, Sport,     – Bereitstellung einer türkischen Aus-
      Stadt Köln, Dezernat Bildung, Jugend       Kultur, Wirtschaft und Arbeit,            gabe der Sprach- und Lernförde-
      und Sport; Geschäftsstelle/Gesamt-         Gemeinwesen und Politik.                  rung „Keiner ist so schlau wie ich".
      koordination "Lebenswerte Veedel –
      Bürger- und Sozialraumorientierung         In elf Gebieten wurden Koordina-        Für die Gesamtsteuerung des Vorha-
      in Köln"                                   tionsstellen eingerichtet. Die dort     bens gibt es eine zentrale Lenkungs-
                                                 tätigen Sozialraumkoordinatoren grei-   gruppe und eine Geschäftsstelle/
                                                 fen die oben genannten Themenfel-       Gesamtkoordination. Seit 2006 wur-
      Projektbeteiligte:                         der auf, prüfen welche Angebote im      den ca. 1.000 Projekte und Maßnah-
      Koordinationsstellen in elf Sozial-        Stadtteil oder Stadtviertel bereits     men durchgeführt. Mit diesen Projek-
      raumgebieten der Träger;                   bestehen und ermitteln, ob weitere      ten und den über 30 organisierten
      Outback Stiftung; Netzwerk e.V.            Maßnahmen erforderlich sind. Dazu       Sozialraumkonferenzen konnten in
      Soziale Dienste und Ökologische            stellen sie Kontakte zwischen mögli-    den Sozialraumgebieten pro Jahr ins-
      Bildung; Bürgerzentrum Chorweiler;         chen Beteiligten her und unterstützen   gesamt zwischen 15.000 und 20.000
      Bürgerschaftshaus Bocklemünd /             sie bei der Entwicklung von Projek-     Bewohner erreicht werden. Die Grün-
      Mengenich e.V.; Buchheimer Selbst-         ten. Sie nehmen an Konferenzen und      dung von 70 bis 80 neuen Gremien
      hilfe e.V.; Kath. Jugendwerke Köln         Arbeitskreisen im Wohngebiet teil       und Netzwerken in allen Sozialraum-
      e.V.; Kinderschutzbund-Zentrum Köln        und haben einen Überblick über alle     gebieten ist für die Bewohner und
      e.V.; Caritasverband für die Stadt         Einrichtungen, Institutionen und        Bewohnerinnen und für die Stadt ein
      Köln e.V.; Christliche Sozialhilfe e.V.;   Initiativen.                            beträchtlicher sozialer Gewinn.
      Veedel e.V.; Diakonie Michaelshoven
      e.V. Die Sozialen Hilfen; viele Koope-     Insbesondere soll die Teilhabe von
      rationspartner, wie Vereine, Kitas,        benachteiligten Bevölkerungsgruppen
      Jugendeinrichtungen, Senioreninitiati-     gefördert werden. Beispielhaft dafür    Aus der Laudatio der Jury
      ven, Kirchengemeinden, Polizei,            stehen u.a. folgende Maßnahmen:
      Wohnungsbaugesellschaften, Schulen                                                 Die soziale Spaltung der Gesellschaft
      u.a.                                       – Durchführung von Bürgerversamm-       vertieft sich. Sie bildet sich räumlich
                                                   lungen/-workshops; Gründung           ab und hat eine ethnisch-kulturelle
                                                   eines Bürgervereins / Mieterrates;    Dimension. Besonders in Großstädten
      Gebietstyp:                                – Durchführung von Stadtteilfesten;     kulminiert diese Entwicklung. Dass
      11 Sozialraumgebiete (Stadtteile oder      – Einrichtung einer Anlaufstelle für    die soziale Arbeit – in welcher Träger-
      Stadtviertel von einer Größe von ca.         örtliche Drogenprobleme;              schaft auch immer – vor Ort stattfin-
      20.000 – 30.000 Einwohnern pro             – Stärkung der Motivation von türki-    det, dass sie nach den Ressourcen der
      Gebiet); unterschiedliche Wohnge-            schen Müttern zur ehrenamtlichen      Menschen in den Quartieren sucht ist
      biete mit gemischten Baustrukturen           „Übernahme" des Betriebs eines        mittlerweile Standard.
                                                   Elterncafés an einer Grundschule;     Dass aber eine ganze Stadt sich struk-
                                                 – Gründung einer Bambini-Fußball-       turell neu orientiert, dass die ganze
                                                   Liga für ca. 150 Kinder sowie Orga-   Sozial-, Schul- und Sportverwaltung
                                                   nisation eines großen Abschluss-      den Sozialraum als angemessenen
                                                   turniers in Kooperation mit zehn      Handlungsrahmen für ihre Arbeit
                                                   örtlichen Kindertagesstätten und      ansieht, ist noch selten. Dass auch
                                                   einem Sportverein;                    die großen Träger der Wohlfahrts-
                                                 – Aufbau von Betreuungsangeboten        pflege ein Bündnis mit der Stadt zur
                                                   für Kinder aus bildungsfernen Fami-   Sozialraumorientierung eingehen, ist
                                                   lien;                                 preiswürdig. Erfreulich ist, dass die
                                                 – Einrichtung eines "Kleidercafés"      wissenschaftliche Evaluation die Wirk-
                                                   zum Verkauf von Second-Hand-          samkeit dieses nachhaltigen Struk-
                                                   Kleidung,                             turumbaus bestätigt.
                                                 – Beschleunigte Bearbeitung von
                                                   Beschwerden bei Arbeitslosengeld-
                                                   II-Anträgen, u.a. zur Vermeidung
                                                   von Wohnungszwangsräumungen
                                                   bei Mietschulden;
                                                 – Künstlerische Gestaltung einer
                                                   Wandfläche an einem S-Bahn-
                                                   Tunnel in einer generationen- und
                                                   akteursübergreifenden 72-Stun-
                                                   den-Malaktion;

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                                                                                                                                            Soziale Stadt
                                                                                                                                                       Preis Soziale Stadt 2012
                Einrichtung von 11 Koordinationsstellen

                Auf Stadtteil-und Bürgerkonferenzen wird                   Vernetzung der Akteure im Stadtteil
                die Ressourcen-, Problem- und Bedarfslage
                diskutiert.

                Der örtliche Marktleiter unterstützt das    Mit einer Kunstaktion wurde auf die vermüllte Parkanlage
                Projekt „Gesunde Kinderernährung".          aufmerksam gemacht. Bei der Bürgerinitiative „Nachbar-
                                                            schaft Mülheim-Nord" sind nach dieser Aktion mehr
                                                            Bewohner bereit sich im Wohnquartier zu engagieren.

                Fahrradkurse für muslimische Frauen:        Das Projekt ’Interkulturelle Kompetenzen     Gut organisierte Stadtteilfeste stärken die
                Die Frauen werden mobiler und selbstbe-     im Kindergarten’ trägt zur Behebung von      Nachbarschaften.
                wusster und verbessern nebenbei ihre        Kommunikationsproblemen zwischen
                Deutschkenntnisse.                          Eltern und Erziehern bei.
                                                                                                                                                  15
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      Preisträger                              Die „klassische Wohnungslosenbio-        Bewohner konnten inzwischen eine
                                               grafie" gibt es nicht. Die Gründe für    Ausbildung beginnen oder erfolgreich
                                               den Verlust der Wohnung treten in        abschließen. Über 91 % aller Betreu-
      Wieder selbständig wohnen – von          der Regel nicht isoliert auf. Mehrere    ungen verliefen in den letzten Jahren
      der Obdachlosigkeit in ein geregel-      Faktoren treffen zusammen. Beispiele     erfolgreich. Von den 105 Personen,
      tes Leben                                sind: der Verlust der Arbeit, Über-      die zwischen 2006 und 2011 im Rah-
      Wohnungslosenhilfe in Sigmaringen        schuldung, persönliche Schicksals-       men des Hilfsangebotes beraten und
                                               schläge, oft chronische körperliche      begleitet wurden, sind nur neun Per-
                                               oder psychische Erkrankungen, Sucht-     sonen wieder ohne festen Wohnsitz
      Projekteinreicher:                       probleme oder Haftstrafen. Oftmals       oder in stationären Einrichtungen.
      Landes-Bau-Genossenschaft Würt-          wird die Integration durch fehlende      Viele, die heute wieder eine eigene
      temberg eG, Stuttgart                    schulische oder berufliche Qualifika-    Wohnung haben, engagieren sich
                                               tionen und/oder einen Migrationshin-     nach wie vor in der Einrichtung und
                                               tergrund erschwert.                      geben ihre Erfahrungen weiter.
      Projektbeteiligte:
      AGJ Fachverband für Prävention und       Mit der Vermietung eines komplett        Das Wohngebäude befindet sich in
      Rehabilitation in der Erzdiözese Frei-   modernisierten Wohngebäudes an           einem ganz normalen Wohngebiet –
      burg e.V., Sigmaringen                   den katholischen caritativen Fachver-    das baut Vorurteile ab.
                                               band für Prävention und Rehabilita-
                                               tion (AGJ) leistet die Landes-Bau-       Die erfolgreich durchgeführten Maß-
      Gebietstyp:                              Genossenschaft Württemberg eG            nahmen blieben nicht unbemerkt von
      Ländliche Gegend                         (LBG) einen entscheidenden Beitrag,      anderen Vermietern. Inzwischen sind
                                               den in Not geratenen Menschen, eine      auch sie bereit, an Obdachlose zu
                                               neue Lebensperspektive zu bieten.        vermieten.
                                               Diese Kooperation macht es den mei-
                                               sten Betroffenen möglich, sich im All-   Die engagierte Öffentlichkeitsarbeit
                                               tag zu organisieren und wieder zu-       des AGJ und der Landes-Bau-Genos-
                                               rück ins eigene Leben zu finden.         senschaft trägt dazu bei, dass der
                                                                                        Personenkreis der Wohnungslosen
                                               Weitere Kooperationspartner sind die     nicht am Rande der Gesellschaft
                                               Kirchengemeinden, die Verwaltungen       steht, sondern durch Toleranz und
                                               von Landkreis und Stadt sowie die        Anerkennung aktiv an der Gemein-
                                               Agentur für Arbeit. Es werden sowohl     schaft teilnehmen kann.
                                               Finanzmittel, als auch materielle
                                               Gegenstände wie Kleidung, Möbel
                                               und Lebensmittel oft ohne Aufforde-
                                               rung von den Bürgern und Nachbarn        Aus der Laudatio der Jury
                                               zur Verfügung gestellt.
                                                                                        Obdachlose Menschen befinden sich
                                               Das modernisierte Wohngebäude der        in einem Teufelskreis aus Wohnungs-
                                               LBG wird dem Fachverband AGJ zu          und Arbeitslosigkeit. Die Jury findet
                                               einem Pauschalpreis vermietet. Dieser    an diesem Projekt besonders beein-
                                               vergibt die Wohnungen selbständig        druckend, dass ein Wohnungsunter-
                                               an die Betroffenen weiter. Das Ver-      nehmen mit dem Trägerverein, der
                                               fahren gestaltet sich durch die Kom-     Stadt, dem Landkreis und der Kirche
                                               plettvermietung der LBG extrem ver-      kooperiert, um gemeinsam den Teu-
                                               einfacht und spart lange bürokra-        felskreis aufzubrechen. Nur durch
                                               tische Wege.                             diese Zusammenarbeit ist es möglich,
                                                                                        die Wiedereingliederung der Betroffe-
                                               Die zeitweiligen Bewohner des Hau-       nen anzugehen und voranzubringen.
                                               ses kommen durch Lohn und Gehalt         Hervorzuheben ist auch, dass die
                                               oder die Grundsicherung des Jobcen-      Wohnungslosen sich aktiv einbringen
                                               ters selbst für die Kaltmiete und die    können, Betreuungs- und Qualifizie-
                                               Betriebskosten auf.                      rungsangebote erhalten und das Pro-
                                                                                        jekt in der Nachbarschaft Akzeptanz
                                               Sie werden durch das 'Betreute Woh-      findet.
                                               nen' der AGJ bis zu drei Jahren von
                                               geschultem Personal begleitet. In die-
                                               ser Zeit werden sie bei der oft neu
                                               zu erlernenden eigenen Haushalts-
                                               führung unterstützt. Durch diese
                                               Haushaltstätigkeiten, Hilfsarbeiten in
                                               der Nachbarschaft oder Gartenarbei-
                                               ten im unmittelbaren Wohnumfeld
                                               entstehen neue soziale Beziehungen.

                                               Qualifizierungsmaßnahmen wie Com-
                                               puterschulungen und Persönlichkeits-
                                               training während des Aufenthaltes
                                               öffnen neue Perspektiven auf dem
                                               Arbeitsmarkt. Mehrere ehemalige
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                                                                                                                                                    Preis Soziale Stadt 2012
                Übergabe des Hauses im Jahr 2005 (v.l.n.r):                                Das Haus fügt sich in die Nachbarschaft ein
                Ehem. Bürgermeister W. Gerstner; M. Friko, technischer Vorstand der        und wird von den Anwohnern akzeptiert.
                LBG; J. Leitow, Aufsichtsratvorsitzender der LBG; A. Noefer, Geschäfts-
                führer der AGJ; J. Freitag, AGJ; F.-J. Schnell, Sozialdezernet des Land-
                ratsamtes und J. Vogel, kaufmännischer Vorstand der LBG. Im Bildvor-
                dergrund stehen drei zeitweilige Bewohner des Hauses.

                Die zeitweiligen Bewohner wirken bei der
                Gestaltung des Wohnumfeldes mit.

                                                               Schon während der Modernisierungsmaßnahme des Gebäudes beschloss die Landes-Bau-
                                                               Genossenschaft Württemberg eG, das Haus und die Wohnungen an den Fachverband
                                                               AGJ zu vermieten.
                Alltagsbewältigung und Wiedereinstieg in
                die Beschäftigung sind die obersten Ziele
                des 'Betreuten Wohnens'.
                                                                                                                                               17
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      Preisträger                              Die Auferstehungskirche, übrigens           Durch die engagierte Arbeit des NBZ
                                               der letzte Kirchenneubau in der DDR,        erfahren die Bewohner und Bewoh-
                                               liegt im Zentrum von Grünhufe.              nerinnen Teilhabe, Wertschätzung
      Kirche im Wandel – Nachbarschafts-       Die Hansestadt, Kirche und Diakonie         und Selbstvertrauen.
      zentrum in der Auferstehungskirche       sind eine Entwicklungspartnerschaft         Das Ehrenamtprinzip ist Grundlage
      Neuer Lebensmittelpunkt in               eingegangen, um eine diakonische            aller Aktivitäten. Nicht nur Anwohner
      Stralsund-Grünhufe                       Kirche als Nachbarschaftszentrum            haben das Angebot angenommen,
                                               (NBZ) auszubauen und zukunftsfähig          auch die Politik und die Fachöffent-
                                               zu machen.                                  lichkeit sind aufmerksam geworden.
      Projekteinreicher:                                                                   Die Hansestadt erhielt für die lang-
      Kreisdiakonisches Werk Stralsund e.V.    Das Nachbarschaftszentrum ist seit          jährig selbstorganisierenden ehren-
                                               2010 Referenzstandort der Bundes-           amtlichen Jugendarbeit im NBZ den
                                               plattform „Kirche findet Stadt".            Landestitel „Familienfreundliche Kom-
      Projektbeteiligte:                       Unter dem Leitgedanken: Kirche als          mune".
      Jugendkirche; Gemeindepfarrer,           zivilgesellschaftlicher Akteur in sozial-
      Luther-Auferstehungsgemeinde;            kulturellen und sozial-ökologischen         Ein Nachbarschaftszentrum mit
      Jugendtreff V.I.P. Kids; Aufwärts-       Netzwerken der Stadtentwicklung             besonderer Lebendigkeit und Lebens-
      gesprächstreff; Stadtteileltern; Spät-   nimmt das NBZ am bundesweiten               nähe ist in einer Kirche entstanden –
      aussiedlerinitiative; Umsonstladen;      Diskurs aktiv teil.                         und dies mit den Anwohnern in
      Soziale Dienste/Hilfen zur Erziehung;                                                einem eher kirchenfernen Milieu.
      Deutscher Kinderschutzbund; Hanse-       Die Arbeit im NBZ ist nach einem
      stadt Stralsund; Stadterneuerungs-       Dreisäulenmodell, das auf Jugend,
      gesellschaft Stralsund mbH; Stadtteil-   Familie und Nachbarschaft basiert,
      koordination; Sportbund; Volkshoch-      strukturiert. Dem Aufwand von ca.           Aus der Laudatio der Jury
      schule; Sparkasse; Deutsches Rotes       65.000 Euro jährlich stehen Ergeb-
      Kreuz/Wasserwacht; DGB; Unterneh-        nisse wie Selbstwertgefühl, Lebens-         Kirche im Wandel der Zeiten – hierbei
      men; Medien; Arbeitsmarktakteure;        und Wohnqualität gegenüber. In der          wird die Frage zu beantworten sein,
      Landkreis; Polizei; Schulen und Bil-     Jugendarbeit ist beispielsweise ein         welchen Stellenwert die Kirche in
      dungseinrichtungen; kirchliche Ein-      deutlicher Rückgang an politischer          unserer heutigen Zeit hat, welche
      richtungen u.a.                          Radikalität und Gewaltneigung fest-         Rolle sie im Gemeinwesen spielen
                                               stellbar.                                   wird. Kirche und Diakonie, gemein-
                                                                                           sam mit den Anwohnern haben in
      Gebietstyp:                              Träger des Projektes ist das Kreisdia-      der Auferstehungskirche nicht nur
      Großwohnsiedlung mit 6.000 Ein-          konische Werk Stralsund e.V. Das NBZ        eine klare Antwort gegeben, sondern
      wohnern am Rande der Hansestadt          ist hochfrequentiert und wird jeden         auch Zeichen gesetzt. Unter Einbezie-
      Stralsund                                Tag genutzt.                                hung vieler ehrenamtlicher Helfer
                                                                                           werden für viele Bedarfsgruppen
                                               Die verschiedensten Aktivitäten, wie:       unterschiedliche und vielseitige Ange-
                                                                                           bote vorgehalten. Trotz schwieriger
                                               –   Jugendkirche/Jugendtreff,               Ausgangslage eines Wohngebiets
                                               –   Kindersport, Seniorensport,             wird für Jugendliche ebenso eine
                                               –   Mutter-Kind Angebote,                   Angebotsstruktur bereitgestellt wie
                                               –   Breakdance/Tanz,                        für Senioren und Migranten.
                                               –   Mädchenprojekte,
                                               –   Heimstatt von Kinderschutzbund,         Durch Beteiligung der Anwohner,
                                               –   Umsonstladen,                           ehrenamtliche Tätigkeit und umfang-
                                               –   Selbsthilfewerkstatt,                   reiche Vernetzungen wird ein Beitrag
                                               –   Bikerstützpunkt,                        zur Stabilisierung des Quartiers
                                               –   Gesprächstreff „Aufwärts",              erreicht. Das Projekt erreicht viele
                                               –   Tamaras Chor,                           Menschen im Stadtteil und hat insge-
                                               –   Stadtteileltern u.a.                    samt laut Auffassung der Jury Vor-
                                                                                           bildcharakter.
                                               haben sich in Projekten verstetigt.

                                               Das NBZ ist Austragungsort für Ver-
                                               anstaltungen, Feiern, Schulungen,
                                               Messen und Einsatz- und Beschäfti-
                                               gungsort für Ehrenamtliche, Prakti-
                                               kanten und weitere Arbeitskräfte.
                                               Es wird als Hilfeeinrichtung bei der
                                               Orientierung wahrgenommen, im
                                               Beruf, in Familienangelegenheiten
                                               und im Lebensalltag.

                                               Alle Initiativen sind synergetisch mit
                                               den im Quartier wirkenden Akteuren,
                                               wie Dienstleister für Bildungseinrich-
                                               tungen, Schulen, Kindereinrichtungen
                                               u.a., abgestimmt und werden durch
                                               die Stadteilkoordination unterstützt.

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                                                                                                                                          Soziale Stadt
                                                                                                                                                      Preis Soziale Stadt 2012
                Blick auf das Wohngebiet Grünhufe                           Die Auferstehungskirche

                Ehrenamtliches Mitarbeiterteam

                                                            Träger des Projektes ist das Kreisdiakoni-
                                                            sche Werk Stralsund e.V.

                Jugendveranstaltung im Nachbarschafts-                                                   Alle Räume sind multifunktional und mehr-
                zentrum der Auferstehungskirche                                                          fach genutzt. Kinder und Jugendliche erle-
                                                                                                         ben das Haus als erweitertes Kinderzimmer.

                                                            Sommerfest im Nachbarschaftszentrum

                Kinder planen die Gestaltung ihres Biker-                                                Mädchentag
                Platzes.

                Spätaussiedler und Deutsche schreiben                                                    Gottesdienste werden manchmal zu Stadt-
                ihre Lebensgeschichten auf und verglei-                                                  teilfesten.
                chen die Lebensläufe.
                                                                                                                                                19
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      Preisträger                               Aktivierung, Beteiligung und Vernet-     – Gründung der Stadtteilgenossen-
                                                zung werden durch den eingetra-            schaft WiWAt eG; Planungs-
                                                genen Verein „Sozialistische Selbst-       und Öffentlichkeitsarbeit im Rah-
      Sozialistische Selbsthilfe Mülheim        hilfe Mülheim e.V." (SSM) seit 1979        men von Veranstaltungen und
      e.V.                                      erfolgreich praktiziert. Eine Gruppe       Workshops in Kooperation mit dem
      Projekt zur Selbsthilfe und Selbstorga-   von ca. 20 Menschen, unterschiedli-        Kölner Haus der Architektur, der
      nisation in Köln                          chen Alters und aus verschiedenen          Nachbarschaft Mülheim-Nord und
                                                gesellschaftlichen Schichten hat sich      der Interessengemeinschaft der
                                                zusammengefunden, die auf dem              multiethnischen Geschäftsleute und
      Projekteinreicher:                        Arbeitsmarkt schlechte Chancen hat-        AnwohnerInnen in der Keupstraße
      HEIMAT FÜR ALLE KÖLN e.V.                 ten. Die Akteure sind als Selbsthilfe-     (IG Keupstraße).
                                                betrieb zur Integration sozial benach-   – Mitwirkung am Handlungskonzept
                                                teiligter und ausgegrenzter Menschen       Mülheim 2020 unter anderem
      Projektbeteiligte:                        tätig. Zu den Mitgliedern zählen auch      durch Einbringung eigener Projekt-
      Mach Mit e.V.; Institut für Neue          geistig Behinderte, Suchtkranke, psy-      konzepte wie „Neue Arbeit für
      Arbeit (INA) e.V.; Stadtteilgenossen-     chisch und chronisch Kranke, ehemals       Mülheim" und „Recycling-Bau-
      schaft Mülheim am Rhein für Wirt-         Obdachlose, jugendliche Erwerbslose,       markt" sowie Begleitung des Pro-
      schaften, Wohnen, Arbeiten und            Langzeiterwerbslose sowie zwei aus-        gramms in der Initiative „Rettet
      Leben WiWAT eG; Initiative „Rettet        gebildete SozialpädagogInnen und           Mülheim 2020 – Rettet unsere
      Mülheim 2020 – Rettet unsere Vee-         ein gelernter Krankenpfleger.              Veedel".
      del"; Kooperationspartner: Nachbar-
      schaft Mülheim Nord, IG Keupstraße,       Die Mitglieder führen den Selbsthilfe-   Die ‘Mülheimer Selbsthilfe’ ist mittler-
      Haus der Architektur Köln, Mülheimer      betrieb gemeinschaftlich und gleich-     weile ein Stück Köln geworden und
      Bürgerdienste                             berechtigt. Der Lebensunterhalt der      hat das soziale Bild der Stadt mitge-
                                                Gruppe wird durch Dienstleistungen       prägt. Viele der angestoßenen und
                                                am ersten Arbeitsmarkt in Form von       mitgegründeten Projekte existieren
      Gebietstyp:                               Wohnungsauflösungen, Umzugshil-          seit vielen Jahren und stehen beispiel-
      Mischgebiet, ehemals industriell          fen, Transporten, Second-Hand-Han-       haft für eine sozial nachhaltige Stadt-
      geprägter Stadtteil mit hohem Bevöl-      del und Raumvermietung ohne staat-       entwicklung und Wohnumfeldgestal-
      kerungsanteil im Sozialtransferbezug      liche Zuschüsse und Transferleistun-     tung ‘von unten'.
      und mit Migrationshintergrund             gen erwirtschaftet. Verfallene Wohn-
                                                und Betriebsräume wurden in Eigen-
                                                arbeit ausgebaut.
                                                                                         Aus der Laudatio der Jury
                                                Im Gegenzug zu den anerkannten
                                                sozialen und baulichen Leistungen        Seit über 30 Jahren, lange bevor der
                                                gewähren die Behörden verringerte        Begriff „Soziale Stadt" zu einem
                                                Gebäudemieten, Grundsteuer, son-         Synonym für Stadtteile (und Stadtteil-
                                                stige Steuern und Gebühren.              arbeit) „mit besonderem Entwick-
                                                                                         lungsbedarf" wurde, haben sich
                                                Der SSM engagiert sich u.a. mit fol-     Engagierte aufgemacht, um aus eige-
                                                genden Aktivitäten im Stadtteil:         ner Kraft ihre Lebensverhältnisse und
                                                                                         die anderer, die in einer erfolgs-
                                                – Soziale Hilfen für die Bevölkerung     orientierten Gesellschaft manchmal
                                                  im Stadtteil durch Sozialberatung,     vergessen werden, dauerhaft zu ver-
                                                  Winterhilfe für Obdachlose, Roma-      bessern.
                                                  Hilfe u.a. im Rahmen des gemein-       Die Jury zeigte sich beeindruckt von
                                                  nützigen Vereins „Mach mit e.V".       dem Engagement und der beharrli-
                                                – Projekte zur Versorgung der ärme-      chen Ausdauer, mit der die „Soziali-
                                                  ren Bevölkerung mit preisgünstigen     stische Selbsthilfe Mülheim" basisde-
                                                  Second-Hand-Gütern und Dienst-         mokratisch die lokale Ökonomie vor
                                                  leistungen.                            Ort gestärkt und weiterentwickelt,
                                                – Gründung des "Instituts für Neue       Projekte zur Hilfe und Selbsthilfe auf-
                                                  Arbeit", das sich mit Krisen der       gebaut und ihr Quartier damit stabili-
                                                  Arbeitsgesellschaft und neuen soli-    siert hat.
                                                  darökonomischen Ansätzen befasst.
                                                – Initiativen zum Erhalt mietpreisgün-
                                                  stigen Wohnraums und Initiierung
                                                  neuer Eigensanierungs- und Wohn-
                                                  modelle, neue gemeinschaftliche
                                                  Wohn- und Arbeitsprojekte mit
                                                  ehemals Obdachlosen: "Bauen-
                                                  Wohnen-Arbeiten" in Köln Ossen-
                                                  dorf.
                                                – Unterstützung von Maßnahmen zur
                                                  Stadtentwicklung 'von unten', bei-
                                                  spielsweise bei der Erarbeitung von
                                                  Nachnutzungskonzepten der Indus-
                                                  triebrache „Alter Güterbahnhof
                                                  Mülheim".

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                                                                                                                                                      Preis Soziale Stadt 2012
                ‘Sozialistische Selbsthilfe Mülheim’ –                                Wohngebäude des Vereins: Ein altes Fabrikge-
                ein wirtschaftlich eigenständiger Selbsthilfe-Integrationsbetrieb     bäude wurde in Eigeninitiative umgebaut.
                mit langjährigem stadtteilpolitischen Engagement.

                Dachreparatur in Eigenarbeit mit
                gebrauchten Dachziegeln.

                                                                2006: Demonstration in Köln-Mülheim gegen Kürzungen
                                                                im sozialen Bereich.

                Aktion „Mülheim blüht": Auf der Indus-
                triebrache „Alter Güterbahnhof" werden
                Blumenzwiebeln gepflanzt. Blumen sollen
                blühen und ein neues Stadtquartier.

                                                                2007: SSM renoviert eine für den Abbruch vorgesehene Industrie-
                                                                halle. Heute steht sie unter Denkmalschutz und ist Möbellager.

                Kleiderladen des SSM: Im Second-Hand-
                Laden können die Mülheimer Bürger gün-
                stig einkaufen.

                                                                Mülheim plant – wir planen mit! SSM erprobt ein neues Planungsverfahren:
                                                                ‘Advocary Planning’, eine Art Stadtplanung von unten; Bürgerbegehung auf dem
                                                                Gelände des Güterbahnhofs.
                                                                                                                                                 21
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