PRESS REVIEW Friday, November 27, 2020 - Daniel Barenboim Stiftung Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal

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PRESS REVIEW Friday, November 27, 2020 - Daniel Barenboim Stiftung Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal
PRESS REVIEW

         Daniel Barenboim Stiftung
Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal

       Friday, November 27, 2020
PRESS REVIEW Friday, November 27, 2020 - Daniel Barenboim Stiftung Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal
PRESS REVIEW                                                      Friday, November 27, 2020

Das Orchester, PBS
Digitalisierung der Bühnen

Weser Kurier, PBS
Wie die Glocke sich erneuern will „Das Stichwort ist: Begegnung“. Ein Gespräch mit Thomas Albert

DW Kultur, DB
European Union Youth Orchestra ist Kulturmarke des Jahres 2020

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bund verlängert mit Oberender

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Kulturhaushalt steigt kräftig

Süddeutsche Zeitung
Was bedeutet der weitere Shutdown für die Kultur?

Der Tagesspiegel
Eine Ägypterin in Berlin: das Debütalbum der Sopranistin Fatma Said

Süddeutsche Zeitung
Hinreißend unvertraut: Das neue Album „Alles wieder gut“ von Franui
PRESS REVIEW Friday, November 27, 2020 - Daniel Barenboim Stiftung Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal
>INTERMEZZO<

Digitalisierung der Bühnen
Der Berliner Pierre Boulez Saal hat in Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn und dem
Hamburger Ensemble Resonanz ein Modellprojekt zur Digitalisierung von Konzerthäusern
und Bühnen gestartet. Es wird vom Bund mit zwei Millionen Euro aus dem Programm
„Neustart Kultur" gefördert. Im Fokus sollen „neue Formen der Aufführung und Interaktion
im digitalen Raum" stehen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters ankündigte. Ole
Bcekh0j, Intendant des Pierre Boulez Saals, sprach von der Entwicklung von Online- und
Hybridformaten. In Arbeit ist bereits ein multimediales Format zur Schubert-Woche. Auch
ein Vermittlungsformat für Alte Musik anlässlich des 500. Todestags des Komponisten
Josquin des Prez gehört zur Planung. Ein Fokus liegt auf der Entwicklung digitaler Bezahl­
konzepte und Membership-Angebote im Bereich kultureller Veranstaltungen.

                                                                                                     das Orchester 12 . .70
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Respekt vor der denkmalgeschützten Architektur in der Nachbarschaft zum Dom. Die Glocke muss
nach außen signalisieren: Tretet ein, kommt, schaut und hört!
Unter anderem auch in einem dritten Saal. Was hat man sich darunter vorzustellen?
Wir nennen den ganz frech französisch: Salle Modulable. Dort gibt keine fest installierte Bühne; die
befindet sich immer dort, wo der Künstler sie haben möchte. Der Raum kann mal mehr, mal weni­
ger Zuhörer aufnehmen, ganz wie es die Produktion erfordert. Die Höchstgrenze könnte bei unge­
fähr 900 bis 1000 Besuchern liegen.

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                                            fließen 40 Millionen Euro an Bundesmitteln nach ...
                                            mehr»

                                            Eine Art Mehrzweckraum.
                                            Ich würde eher sagen, ein Saal, der multifunktional ist.
                                            Das ist ein Traum von mir seit vielen Jahren, und beim
                                            Musikfest haben wir das mit dem BLG-Forum auch
schon in besonderen Fällen realisiert. In der Glocke schaffen wir damit Raum für diese vielen neu­
en musikalischen Formate, bei denen man nicht die klassische festgetackerte Situation hier Bühne,
dort Publikum, haben möchte. Da geht es um noch mehr Miteinander. Gelungen ist so etwas bei­
spielsweise beim Pierre-Boulez-Saal in Berlin, aber was es dann hier genau wird, muss der Pla­
nungsprozess zeigen.

Wo soll dieser neue Saal entstehen?
Das muss noch mit allen Partnern und Nachbarn abgestimmt werden; da gibt es aber eine große
Offenheit. Der Erweiterungsbau kann ja nur im Bereich hinter der Glocke mit ihren denkmalge­
schützten Fassaden gebaut werden.

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                                            nanzspritze des Senats, die das Überleben der ...
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                                            Bedeutet das Stichwort ungewöhnlichere Musik­
                                            projekte auch: Konzerte, die sich eher an jüngere
                                            Zuhörer richten, Hip-Hop beispielsweise?
                                            Na klar, mein Musikbegriff ist sowieso sehr weit ge­
fasst. Deswegen brauchen wir diesen Saal: Wir haben in den beiden bereits vorhandenen eine
Akustik, die ist beispielhaft. Aber in dem Moment, in dem man mit Verstärkung arbeitet, geht das
Gefüge auseinander. Beim dritten Saal muss berücksichtigt werden, dass der Klang genauso groß­
artig ist wie in den beiden anderen, dass man ihn aber auf jeden Fall elektroakustisch verstärken
kann. Und auch kleine szenische Formate oder ganz andere wie Tagungen oder Diskussionsrun­
den müssen möglich sein. Auch dafür wird die Glocke ja bereits angefragt.
Wie wollen Sie verhindern, dass dann ein junges, flippiges Publikum mit der eher gediege­
nen Atmosphäre in der Glocke fremdelt?
Wir müssen natürlich über die Ästhetik des Konzerthauses nachdenken. Das fängt damit an, neue
Eingänge zu schaffen, aber grundsätzlich muss dieser Schwellen-Effekt weg und viel mehr Durch­
lässigkeit her. Daher gibt es auch den Arbeitstitel „Musikzentrum Glocke Bremen". Ein Zentrum, in
dem viele Strömungen und Stile zusammenkommen.

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27.11.2020                                           European Union Youth Orchestra ist Kulturmarke des Jahres 2020 | Kultur | DW | 26.11.2020

     THEMEN / KULTUR

KU LTU R M AR K EN - AWAR D S

European Union Youth Orchestra ist Kulturmarke des Jahres 2020
Zum 15. Mal wurden in Potsdam die Europäischen Kulturmarken-Awards verliehen. Die DW unterstützt den Preis.

 EUYO ist Europäische Kulturmarke 2020

Es war eine besondere Zeremonie in einer besonderen Zeit: Am Abend des 26. November wurden im Nikolaisaal in Potsdam die        Kulturmarken-Awards verliehen. In einer
digitalen Übertragung, mit einem kleinen Team von Preisträgern, Laudatoren und Machern - und großen Emotionen europaweit.

Mit dem Kulturmarken-Preis, 2006 ins Leben gerufen und nun zum 15. Mal verliehen, werden Kulturanbieter und Projekte geehrt, die sich durch innovative Marketingideen in der
Kulturlandschaft Europas hervorgetan haben – auch im schwierigen Corona-Jahr. Die DW unterstützt den Preis, für den es in diesem Jahr 112 Bewerbungen gab – von Regionen,
Institutionen und Kulturproduzierenden aus ganz Europa. Der Kulturpreis wird von einer 42-köpfigen Expertenjury in acht Wettbewerbskategorien vergeben.

"And the winner is…": The European Union Youth Orchestra

"Drei großartige Finalisten. Ein großartiger Gewinner!" – in der Kategorie "European Cultural Brand of the Year 2020" verkündete Rolf Rische (DW) den Sieger: das   European
Union Youth Orchestra (EUYO). Der Klangkörper, bestehend aus jungen europäischen Musikern aus allen EU-Nationen, setzte sich gegen die Stiftung Mozarteum Salzburg und das
Europäische Hansemuseum Lübeck durch.

Ganz Europa in einem Orchester: das EUYO, mit Maestro Vasily Petrenko

https://www.dw.com/de/european-union-youth-orchestra-ist-kulturmarke-des-jahres-2020/a-55732507#:~:text=Kulturmarken-Awards-,European Union …                                  1/3
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27.11.2020                                             European Union Youth Orchestra ist Kulturmarke des Jahres 2020 | Kultur | DW | 26.11.2020

1976 gegründet, gehört das EUYO zu den ältesten internationalen Jugendorchestern der Welt. Seitdem spielte es über eintausend Konzerte auf fünf Kontinenten, Chefdirigenten
wie Claudio Abbado oder Vladimir Ashkenazy und Gastdirigenten wie Herbert von Karajan, Daniel Barenboim und Leonard Bernstein standen schon am Pult. Seit 2015 leitet
Maestro Vasily Petrenko das EUYO.

Die Idee des Orchesters: Junge Musiker aus allen 27 EU-Ländern gestalten ein gemeinsames musikalisches und Lebens-Projekt. 160 Musikerinnen und Musiker werden jedes Jahr
unter tausenden Bewerberinnen und Bewerbern aus allen EU-Mitgliedsstaaten ausgewählt. Die Kandidaten sind zwischen 16 und 26 und stellen sich in ihrem jeweiligen
Heimatland der Jury vor. Wer im EUYO mitspielt, gehört damit zu den Besten der Besten.

Die Jury des Europäischen Kulturmarken-Awards: Rolf Rische (zweiter von rechts) vertritt die DW

"Diese Auszeichnung ist vor allem eine enorme Bestätigung für das Orchester als europäisches Projekt", sagte Marshall Marcus, Leiter des EUYO im DW-Gespräch. "Es ist ein
Beweis dafür, dass die Grundsätze der Einigkeit und Diversität - auch in unseren herausfordernden Zeiten - weiterhin wirken. Das ist eine Auszeichnung nicht nur für uns - das ist
eine Auszeichnung für Europa."

Europas kulturelles Potenzial – auch in schwierigen Zeiten exzellent

Neben der Königsdisziplin "Kulturmarke des Jahres" wird der Preis in sieben weiteren Kategorien verliehen. "Wir haben Bewerbungen aus Österreich, der Schweiz, Frankreich,
Schweden, Finnland, Dänemark, Litauen, Belgien, Norwegen, Italien, England, Portugal, der Ukraine, den Niederlanden und Deutschland bekommen", freut sich
Kulturmanager Hans-Conrad Walter, der denKulturmarken-Award koordiniert. "Ich glaube, das zeigt auf, dass dieser Preis die kulturelle Vielfalt Europas und das kulturelle
Potenzial in unserer Gesellschaft gut abbildet."

"Europäische Trendmarke des Jahres 2020" wurde die Deichman-Bibliothekin Oslo, die, so die Begründung der Jury, "ein Archiv der Kultur des ganzen Landes" darstellt. Für den
Preis waren auch das Konzerthaus Blaibach und das Royal Danish Theatre nominiert.

Kulturmanagerinnen des Jahres: Yvettte Mutumba und Julia Grosse

Die afro-deutschen Kunsthistorikerinnen Yvette Mutumba und Julia Grosse, Mitgründerinnen der Plattformen "Contemporary And" (C&) und "Contemporary And América Latina"
(C& AL), wurden "Europäische Kulturmanagerinnen des Jahres 2020". Es gelinge den beiden, so die Jury, "hochkomplexe Inhalte zeitgenössischer Kunstproduktionen aus Afrika,
Südamerika und seiner globalen Diaspora durch lokale Schreiber*innen zugänglich zu gestalten."

In der Kategorie "Europäischer Kulturinvestor des Jahres" gewann "Die Deutsche Post DHL Group" mit dem Projekt "BTHVN on Tour", einer Wanderausstellung zum 250.
Geburtstag von Ludwig van Beethoven, die Einblicke in Leben und Werk des Komponisten gibt. Seit 2019 bereist die Ausstellung, die vom       Beethovenhaus Bonn mitkonzipiert
wurde, Konzerthäuser in Europa und den USA. Zur Zeit ist sie in Russland zu sehen.

Vielseitig: Auszeichnungen für innovative Kulturprojekte

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PRESS REVIEW Friday, November 27, 2020 - Daniel Barenboim Stiftung Barenboim-Said Akademie & Pierre Boulez Saal
27.11.2020                                           European Union Youth Orchestra ist Kulturmarke des Jahres 2020 | Kultur | DW | 26.11.2020
Mit dem "Zentrum für Urbane Geschichte" im ukrainischem Lviv wurde auch eine innovative osteuropäische Institution ausgezeichnet - in der Kategorie "Bestes
Bildungsprogramm". Den Titel "Europäische Kulturtourismus-Region" gewann "Le Voyage à Nantes", ein Kurzreise-Konzept, das "durch eine künstlerische Intervention" die
französische Stadt und seine Region erlebbar macht. An die "Monheimer Kulturwerke" ging der Preis für Stadtkultur, in der Kategorie "Europäischer Preis für Nachhaltigkeit im
Kulturmarkt" gewann das Hamburger "FUTUR 2 FESTIVAL", das zu beweisen weiß, dass "Kultur, Nachhaltigkeit und Ekstase" gut zusammenpassen können.

Für sein Lebenswerk geehrt: Der Kulturmanager und Bürgermeister von Palermo Leoluca Orlando

Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo, der nicht nach Potsdam kommen konnte, nahm in seiner Heimatstadt den "Lifetime Achievement Award" entgegen. Geehrt wurde
Orlando für seine Kulturinitiativen gegen die Mafia und den Rassismus sowie für seine Flüchtlingspolitik. Als Impulsgeber hat er eine Renaissance der Stadtkultur in Palermo
bewirkt und mit ambitionierten Programmen die Rettung der heruntergekommenen Quartiere in die Wege geleitet.

Michelle Müntefering, die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, war dieses Jahr Schirmherrin desEuropäischen Kulturmarken-Awards. "Das
chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei Symbolen: Gefahr ('wei') und Chance ('ji'). Die Gefahren der aktuellen Corona-Krise haben wir in den letzten Wochen zur
Genüge vor Augen geführt bekommen. Jetzt ist es Zeit für die Chancen", unterstrich sie in ihrem Grußwort. Die Krise habe auch viele kreative Energien freigesetzt: "Gerade Kultur
kann und muss ein Motor der Veränderung hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft sein."

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27.11.2020                                               https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465951/13

        F.A.Z. - Feuilleton                                                                                           Freitag, 27.11.2020

                                 Bund verlängert mit Oberender

        Der ehemalige Dramaturg, Autor und Kurator Thomas Oberender bleibt bis 2026
        Intendant der Berliner Festspiele. Die Bundesregierung verlängerte den Vertrag um
        fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2026. Der vierundfünfzigjährige Oberender steht
        der Bundeseinrichtung seit 2012 vor. Zuvor leitete er unter anderem die Schauspiel-
        sektion bei den Salzburger Festspielen und war bei der Ruhrtriennale sowie den
        Schauspielhäusern Zürich und Bochum aktiv. Die Berliner Festspiele realisieren
        Festivals wie MaerzMusik oder das Jazzfest Berlin, Ausstellungen, Bundeswettbewer-
        be und Veranstaltungen überwiegend im Haus der Berliner Festspiele und dem
        Gropius Bau. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, die Bundesregierung
        setze mit Oberenders Vertragsverlängerung „ein Signal der Wertschätzung für Kunst
        und Theater als kritisches Korrektiv unserer Gesellschaft“. Wobei sich Oberender
        zuletzt weniger als kritisches Korrektiv denn als leidenschaftlich regierungsnaher
        Verteidiger der umstrittenen Schließungen von Kultureinrichtungen gezeigt hatte.
        stra

https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465951/13                                                                                  1/1
27.11.2020                                               https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465951/11

        F.A.Z. - Feuilleton                                                                                           Freitag, 27.11.2020

                                      Kulturhaushalt steigt kräftig

        Der Kulturhaushalt des Bundes wird in Corona-Zeiten deutlich gesteigert. Der Haus-
        haltsausschuss des Bundestages bewilligte am Donnerstag in Berlin ein Plus von 170
        Millionen Euro. Damit steht für Kulturausgaben im kommenden Jahr die Rekord-
        summe von gut 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Zu den mehr als hundert Projek-
        ten, bei denen der Bund weitere Finanzen zusichert, gehörte etwa die Sanierung des
        Bayreuther Festspielhauses mit 84,7 Millionen Euro. In dem Haus auf dem Grünen
        Hügel, wo traditionell die Wagner-Festspiele stattfinden, stehen umfassende Arbeiten
        an. Für die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Thüringer Schlösser und
        Gärten stellt der Bund jeweils 100 Millionen Euro bis 2027 zur Verfügung. Beide
        Länder müssen die gleiche Summe jeweils gegenfinanzieren. Mit 42 Millionen Euro
        soll die Urania in Berlin zu einem nationalen Bürgerforum für Demokratie und Viel-
        falt, Wissenschaft und Umwelt entwickelt werden. Das Bauhaus-Archiv bekommt 14
        Millionen Euro zusätzlich. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält mit fünf
        Millionen Euro nun fast 160 Millionen Euro für den Erhalt der teils maroden Bauten.
        Chemnitz kann für sein Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2025 auf 25
        Millionen Euro vom Bund setzen. F.A.Z.

https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465951/11                                                                                  1/1
27.11.2020                                        https://epaper.sueddeutsche.de/webreader-v3/index.html#/798935/11

        „Dieses Auf und Zu ist der Killer“

        Was be deu tet der wei te re Shut down für die Kul tur?

        Kul turein rich tun gen ge hö ren nicht mehr, wie noch bei der Re ge lung für den Novem ber, in die sel be Ka te go rie wie
        Spaß bä der und Bordel le. Das ist die gu te Nach richt im Lockdown-Be schluss der Mi nis ter prä si den ten. Der „Kunst -
        frei heit“ soll nun „Rech nung ge tra gen“ werden. Ge schlos sen blei ben Ki nos, Thea ter, Opern, Kon zert sä le und Mu se -
        en trotz dem. Obwohl die meis ten das er war tet hat ten, ist der Frust in der deut schen Kul tursze ne groß.

        Die Ki no bran che hat ih re um satz stärks ten Mo na te Novem ber und De zem ber schon zuvor verlo ren ge ge ben. Sie
        kämpft nun um ein Zu kunfts kon zept. „Recht zei ti ge Pla nungs sicher heit über den 20. De zem ber hin aus“ und „Bun -
        des ein heit liche Öff nun gen – kein Flicken tep pich“ fordert der Haupt ver band Deut scher Film thea ter (HDF Ki no).
        „Wir ha ben kein In teres se an ei ner Öff nung von vier oder sechs Wo chen, auf die dann ein neuer Lockdown folgt“,
        sagt Kim Lu dolf Koch von Ci ne p lex. „Kur ze Pha sen der Öff nung pro du zie ren hö he re Verlus te, als wenn wir ge schlos -
        sen blei ben.“

        So unver zicht bar die staat lichen Hil fen seien, so chao tisch ge he es da bei oft zu: „Vie le Re ge lun gen pas sen nicht für
        die Pra xis, in den Mi nis te rien weiß die lin ke Hand teils nicht, was die rech te tut, und man ist im mer kurz davor, un -
        gewollt Subven tions be trug zu be ge hen.“

        Auch den Mu se en ma chen die kur zen Fris ten zu schaf fen, so Eck art Köh ne, Vorsit zen der des Deut schen Mu se ums -
        bun des. „Da durch, dass im mer nur für die nächs ten vier Wo chen ge plant werden kann, kommt man in kei ne ver-
        nünf ti ge Stra te gie mehr – es wä re hilf reicher gewe sen, die Sa che gleich bis Ja nu ar zu ter mi nie ren.“ In den Thea tern
        sei die psycho lo gi sche Erschöp fung in zwi schen enorm, sagt Marc Grand mon ta gne, Di rek tor des Deut schen Büh nen -
        vereins, aber den Ge nick bruch ein zel ner Häu ser er war tet er nicht. Nun müss ten Ver hand lun gen be gin nen, mit wel-
        chen Hygie ne kon zep ten Auf füh run gen, ge ra de für Kin der, von 20. De zem ber an mög lich seien.

        Vor al lem für die Privat thea ter ist die Si tua tion hart. „Mich kotzt die se Nicht plan bar keit an“, sagt Jo chen Schölch
        vom Münch ner Me tro pol thea ter. Es sei klar gewe sen, dass die Thea ter im De zem ber nicht auf ma chen würden. Im
        Ja nu ar werde es eben so sein. Dass nie mand in der Po li tik das klar sagt, fin det er „mut los“. „Die ses Auf und Zu ist der
        Kil ler. Das macht al le mür be und kos tet wahn sin nig viel Geld.“ Bes ser wä re es, die Thea ter gleich für drei Mo na te zu
        schlie ßen.

        Marek Lie ber berg vom Kon zert-Gi gan ten Live Na tion fasst die La ge mit Karl Va len tin zu sam men: „Hof fent lich wird
        es nicht so schlimm, wie es schon ist!“ Nie mand ha be mit Kon zer ten En de die ses oder An fang nächs ten Jah res ge -
        rech net. Doch an ge sichts des lan gen Vorlaufs gro ßer Tour ne en sei ein „Dia log über die kon kre ten Be din gun gen zwi-
        schen Po li tik, Be hörden und Or ga ni sa to ren er forderlich, der bis her trotz un se rer ein dring lichen Bit ten nicht statt -
        ge fun den hat“.

        Auch in der Klas sik sze ne ist die La ge nach der Verlän ge rung des Lockdowns ver wor ren. Obwohl nie mand glaub te,
        dass im De zem ber wie der vor Pu bli kum ge spielt werden könn te, ha ben al le so ge plant. Die größten Häu ser verle gen
        jetzt noch mehr ins Netz.

        Die Baye ri sche Staats oper et wa, die am Mitt woch mit Verdis „Fal staff“ erst mals ei ne Neu in sze nie rung aus schließ -
        lich als Livestream zeigt. Oder die Berli ner Staats oper, die am 13. De zem ber ei nen neuen „Lo hen grin“ strea men will.
        Doch vie len klei ne ren Häu sern fehlt die Tech nik. Und weil sie trotz Subven tio nen auf die Ein tritts gel der an gewie sen
        sind, werden die Spiel räu me für das Pro gramm im mer klei ner.RJB, CD, brie, jhl, kni, lorc

https://epaper.sueddeutsche.de/webreader-v3/index.html#/798935/11                                                                             1/1
27.11.2020                                             https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/472851/22-23

          Freitag, 27.11.2020, Tagesspiegel / Kultur

          Lieder vom Licht
          Eine Ägypterin in Berlin: das Debütalbum der Sopranistin Fatma Said
          Von Georg Rudiger

          Die Klavierakkorde flimmern wie die Luft über einem Feld im Hochsommer. Maurice Ravels
          „Shéhérazade“ nach einem Text von Tristan Klingsor erzählt von der Sehnsucht nach Damaskus und
          den Städten Persiens, von seidenen Turbanen und Minaretten, die im Himmel schweben. Auf ihrem
          Debütalbum „El Nour“ hat Fatma Said neben französischen und spanischen Liedern auch fünf
          arabische Lieder eingespielt. Auf dem Cover posiert die ägyptische Sopranistin wie eine Schönheit aus
          Tausendundeiner Nacht mit opulentem Halsschmuck.

          „Das Licht“ lautet die Übersetzung des Titels „El Nour“. Mit dem Album will Fatma Said ein neues Licht
          auf das Liedrepertoire werfen. In Ravels „La Flute enchantée“ (Die Zauberflöte) und George Bizets
          „Adieux de l'hôtesse arabe“ (Der Abschied von der arabischen Gastgeberin) erklingt eine Ney, um mit
          dieser Flöte dem orientalischen Charakter eine spezielle Klangfarbe zu geben. Die Lieder von José
          Serrano oder Federico García Lorca werden von einer Gitarre begleitet. Rahmentrommeln, die
          Kastenzither Kanun und ein Streichquartett bringen weitere Farben dazu.

          Und dann sind da noch Gamal Abdel-Rahims „Ana Bent El Sultan“ (Ich bin die Tochter des Sultans)
          oder „Aatini Al Naya Wa Ghanni“ (Gib mir eine Flöte und sing), bei dem die Sängerin über einen
          ruhigen Trommelrhythmus große Melodiebögen schlägt, bis die Zeit stehenbleibt und sie ohne
          Begleitung Verzierungen modelliert.

          Fatma Said möchte Brücken bauen zwischen der arabischen und europäischen Welt. „Andalusien
          wurde im 8. Jahrhundert von den Arabern unter dem Namen Al-Andalus gegründet. Deshalb ist mir
          die spanische Musik auf dem Album auch emotional so nah. Die französische Literatur, Malerei und
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          Musik des späten 19. Jahrhunderts wie Maurice Ravels ‚Shéhérazade’ war stark vom Orientalismus
          geprägt. Heute sprechen wir viel von Barrieren, aber eigentlich hatten wir immer miteinander zu tun“,
          sagt Said in akzentfreiem Deutsch.

          Die Ägypterin besuchte in Kairo einen deutschen Kindergarten, dann die deutsche Schule der
          Borromäerinnen – eine katholische Mädchenschule. „Die Erziehung zu Weltoffenheit, Toleranz und
          gegenseitigem Respekt ist unser wichtigstes Ziel“, steht im Leitbild der 1904 von Nonnen gegründeten
          Schule, an der christliche und muslimische Mädchen gemeinsam unterrichtet werden.

          „Es geht in der Erziehung um Menschlichkeit, nicht um Religion. In Deutschland redet man immer so
          laut über die religiösen Unterschiede zwischen den Menschen. Das ist in Ägypten gar nicht der Fall.
          Man fragt den Gesprächspartner auch nicht, welcher Religion er zugehört. Das wäre unverschämt“,
          erklärt die 29-jährige Sängerin.

          Über ihren Musiklehrer, der sie im Schulchor einige Soli singen ließ, kam sie in Kairo mit 14 Jahren zu
          ihrer Gesangslehrerin Neveen Allouba. 2006 gewann Fatma Said den Bundeswettbewerb „Jugend
          musiziert“ in Freiburg. Mit 18 Jahren zog sie nach Berlin, um bei Renate Faltin an der Musikhochschule
          Hanns Eisler Gesang zu studieren. Nach dem Bachelor lebte sie drei Jahre in Mailand, wo sie im
          Opernstudio der Scala erste Bühnenerfahrungen sammelte. Für das Masterstudium kehrte sie zurück
          nach Berlin. Was vermisst sie an Ägypten? „Die Wärme. Damit meine ich nicht nur das Wetter, sondern
          vor allem die Wärme zwischen den Menschen.“

          Dass sie in Mailand von ihren italienischen Kolleginnen und Kollegen als „zu deutsch“ bezeichnet
          wurde, lässt sie schmunzeln. „Die deutsche Disziplin, die ich schon in der Schule gelernt habe, hat mir
          sehr viel gebracht in meinem Leben, gerade für meinen Beruf als Sängerin“, sagt Said. Besonders im
          Lockdown im Frühjahr, als sie keine Auftritte mehr hatte, habe ihr die Disziplin geholfen, ihre Stimme
          fit zu halten, auch wenn es keinen konkreten Anlass zum Üben gab.

          „Die Welt wird bereit sein für die, die bereit sind“, hat ihr Vater, ein liberaler Politiker und
          Geschäftsmann, damals zu ihr gesagt und damit ihre Motivation zu üben erhöht. Während der
          Pandemie hat Said ihre Liebe zum Gesang nochmals neu entdeckt. Auch wenn sie wieder einige
          Auftritte hatte, ist die Unsicherheit für die freischaffende Sängerin noch lange nicht vorbei.

          Gibt es Ziele? „Ich mache mir nicht allzu viele Gedanken über die Zukunft. Spezielle Partien oder
          besondere Häuser, an denen ich singen könnte, sind keine echten Ziele für mich. Ich möchte ehrlich
          mit mir sein und glücklich werden – mit Gesang oder ohne.“ Georg Rudiger

          Das Album „El Nour“ ist bei Warner Classics erschienen.

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        Die Kollegen vom Bierzelt

        Hin rei ßend un ver traut: Das neue Al bum „Al les wie der gut“ von Fra nui

        So ei ne rie si ge Blechtu ba klingt na türlich im mer ein biss chen plump und des halb schon ko misch. Selbst in der bier-
        erns ten baye ri schen Blas mu sik. Kom bi niert mit ei nem schep pern den High-Hat, da zu spä ter noch Kla ri net te und Zi-
        ther, das bringt den Land spa zier gang aus Gus tav Mah lers „Lie dern ei nes fah ren den Ge sel len“ schon arg in Schief la -
        ge. Al so dort hin, wo die se Lie der auch hin ge hö ren und wie man sie einst ge hört hat, bevor die Mah ler nach fol gen den
        Kom po nis ten al le Hör gewohn hei ten noch mal so rich tig durch ge schüt telt ha ben. Das ursprüng lich Dis pa ra te und
        Verstö ren de in Mah lers Mu sik hat sich unverse hens in sen ti men ta le Schön heit ver wan delt. Des halb ist der Versuch
        des En sem bles „Fra nui“, Mah lers klang lichen An satz, eben so wie die Lied kon zep tion von Franz Schu bert, Ro bert
        Schu mann oder Jo han nes Brahms wie der et was sper ri ger in Stel lung zu brin gen, die an ge nehm in tel li gen te und
        hoch mu si ka li sche Über ra schung die ses son nig-tris ten Spät herbs tes.

        Na türlich kann man nicht au ßer Acht las sen, dass die „Mu sic ban da Fra nui“ sich vor al lem da mit ei nen gu ten Na men
        ge macht hat, dass sie sich das klas si sche Re per toire eben so frech wie ele gant an eig ne te und bei Be darf et was um ar-
        ran gier te. Der Be darf ist wei ter hin groß. Weil die Blas mu si ker aber al le samt Meis ter ih rer In stru men te sind und ih re
        Be ar bei tun gen we der platt sind noch von bie de rem Mu siker hu mor ge trie ben, son dern wun der bar hin tersin nig, ha -
        ben sie es bis in die al ler hei ligs ten Klas sik-Hal len ge schafft, bis hin zu den Salz bur ger Fest spie len. Dass auch die
        jüngs te Pro duk tion „Al les wie der gut“ so präch tig funk tio niert, daran hat auch der Bass ba ri ton Flo ri an Boesch gro -
        ßen An teil.

        Nicht nur, weil er über ei ne wun der bar ge führ te, flexi ble, klang schö ne Stim me ver fügt, son dern weil er dem mu sik-
        phi lo so phi schen Kon zept von Fra nui so lei den schaft lich wil lig folgt, als ha be er nie et was an de res ge sun gen als die
        wun der bar schrä gen Neu deu tun gen von Schu bert-Lie dern. Stel lenwei se klingt Boesch wie ori gi nal Ger ha her, ob -
        wohl er nicht ein mal bei die sem stu diert hat. Das ist erst ein mal ei ne gu te Nach richt, denn da mit hat Ger ha her nun
        end gül tig Fi scher-Dies kau ab ge löst als Vorla ge zum glo ba len Ba ri ton-Sound-ali ke-Test. Zwei tens ist es na türlich ei-
        ne schlech te Nach richt, denn gu te Mu sik ist ja kein Ähn lich keits wett bewerb.

        Man soll te er wäh nen, dass die Be zeich nung „Ban da“ kei ne sehr schmeicheln de ist und nor ma ler wei se für eher se -
        mi pro fes sio nel le Blas ka pel len re ser viert ist. Im Fal le von Fra nui, die nicht von der Stra ße, schon eher aus ei nem ge -
        pfleg ten Bier zelt zu kom men schei nen, gilt al so: Vorsicht, Selbst iro nie. Zu nächst ha ben die Mu si ker der Fra nui-Ban -
        da die deutsch-ro man ti schen Lie der oh ne Ge sang für sich und vor sich her ge spielt, zu Hau se, im Wirts haus. „Wir
        ha ben die se Lie der gern ge habt“, sagt Fra nui-Grün dungs lei ter An dre as Schett. Das klingt wie am Gra be ge spro chen.
        „Wir ha ben das Schö ne be son ders schön ge spielt, das Gräss liche gräss lich, das Schö ne gräss lich und das Gräss liche
        schön.“ Und dann noch Wie der ho lun gen ein ge baut, wo ursprüng lich kei ne vor ge se hen wa ren, Tei le weg ge las sen,
        Tem pi verän dert und so lan ge mu si ka lisch darauf her um ge kaut, bis die Stücke wie neu ge bo ren wa ren und man sie
        wie der auf die Mensch heit los las sen konn te.

        Das Er geb nis ist ei ne hin rei ßend unver trau te neue Klang welt, in der al les bes ser ist. Au ßer im Fal le von Hen ry Pur-
        cells früh ba ro cker Arie „Wenn ich in der Erde lie ge“ aus des sen Oper „Di do und Ae ne as“. Die ist in der ori gi na len In -
        stru men ta tion so herz zer rei ßend, da ist jetzt al le Tu ba-Iro nie nur hei ße Luft und je des Har fen zir pen, Kla ri net tent -
        rö ten und auch der nach tra gen de Ma ckie-Mes ser-Sound verlo re ne Lie bes müh.Hel mut Mauró

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