S Blättle Ein Herz für Alle 1/20 - vom Haus am See - Evangelische Heimstiftung
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s´ Blättle vom Haus am See
Ein Herz für Alle
Die Seeräuber aus
Böckingen
Gott zeigt Herz Der Böckinger Ur-Apfel
1/201/20
Inhalt
Grußwort 3
Wir stellen uns vor 4
Die Seeräuber aus Böckingen 5
Gott zeigt Herz 6
Impressum
Unsere Feste und Ausflüge 8
EHS-Leitsätze & Ehrenamt 10
Ausgabe 1/2020
Der Böckinger Ur-Apfel 11
Herausgeber:
Die Schwarze Hofmännin 12 Evangelische Heimstiftung GmbH
Haus am See
Michael Schneider, Hausdirektor
Veranstaltungen 2020 13 Redaktionsanschrift:
Redaktion s´ Blättle
Haus am See
Farbsymbolik & Gedichte 14 Heuchelbergstraße 94
74080 Heilbronn-Böckingen
Telefon: (0 71 31) 6 42 85-101
Rätselseite 15 Telefax: (0 71 31) 6 42 85-29
haus-am-see@ev-heimstiftung.de
Wir sind für Sie da 16 Redaktion:
Petra Altenhöner
Axel Hausmann
Ausflug nach Tripsdrill & Pausen 17 Karin Khalifeh-Xander
Michael Schneider
Susanne Seiler
Sonne, Regen & Hafer 18
Gestaltung und Redaktionssystem:
AmedickSommer GmbH, Stuttgart
Druck:
Thema Druck GmbH, Kraichtal
Fotografie:
Alle Fotos Evangelische Heimstiftung.
Service-denksport.de: Seite 15
Texte und Abbildungen sind urheberrecht-
lich geschützt. Nachdruck und elektronische
Verwendung sind nur mit schriftlicher
Genehmigung des Herausgebers und unter
Angabe der Quelle gestattet. Mit Namen
gekennzeichnete Beiträge geben die Mei-
nung des Verfassers wieder, die nicht mit
der der Redaktion identisch sein muss.
2 s´ Blättle 1/2020Grußwort
Gottes Herz kann weiter-
verschenkt werden!
Liebe Leserin und lieber Leser der Hauszeitung vom Haus am See,
wenn man von einem Herzen spricht, kann dies zweierlei bedeuten: Das
menschliche Herz mit einem Gewicht von 300 Gramm und der Größe der
Faust eines Menschen. Es schlägt in Ruhe siebzig Mal in der Minute und
fördert so 4,9 Liter Blut in der Minute. Bei großer Anstrengung kann es
bis zu 25 Liter Blut in der Minute fördern. Es kann aber auch ein anderes
Herz gemeint sein. Eines, das auch wichtig für den Menschen ist. Ein Herz,
das in der Bibel 539 Mal genannt ist. So schreiben Lukas und Matthäus
fast ähnliche Sätze: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“.
Aber ist die Bibel heute noch aktuell?
Ich glaube, mehr denn je sehnen sich die Menschen nach Zuwendung,
Frieden und einem gesellschaftlichen Miteinander. Auch wir spüren dies
in unserer täglichen Arbeit, wie dankbar die Menschen um uns herum
sind. Wenn die Augen durch ihr Leuchten Danke sagen oder ein zufrie-
dener Gesichtsausdruck die Worte ersetzt. Dann hat jemand sein Herz
verschenkt. Aber er bekommt auch ein anderes Herz zurückgeschenkt.
Dieser Kreislauf macht das Leben gerade in einem Pflegeheim lebenswert
und familiär. Also lassen Sie uns unser Herz verschenken in Gottes Namen
und für alle Menschen auf dieser schönen Welt.
Was gibt es Schöneres, als von jemandem sein Herz geschenkt zu bekommen?
Ihr Michael Schneider
s´ Blättle 1/2020 3Mitarbeiter
Wir stellen uns vor
Pflegedienstleitung Bewohnerservice
Angefangen habe ich als Mein Name ist Susanne Seiler
Praktikantin vor zehn Jah- und ich bin seit Januar 2019
ren, danach meine Ausbil- im Bewohnerservice im Haus
dung zur Altenpflegerin am See tätig. Ich freue mich,
absolviert, später die Wei- die Evangelische Heimstif-
terbildungen zur Fachkraft tung mit ihrer Unterneh-
für Gerontopsychiatrie mensphilosophie vertreten zu
und die Wohn- und Pfle- dürfen. Für Besucher und
gegruppenleitung erfolg- Angehörige bin ich die rich-
Esra San reich abgeschlossen. Es tige Ansprechpartnerin für Susanne Seiler
war nicht immer mein Fragen und Auskünfte betref-
Traum, Altenpflegerin zu werden. Ich habe fend unserer Pflegeeinrichtung. Gerne nehme ich
diesen Beruf über die Jahre mit all seinen Ihre Telefonanrufe entgegen, und es ist mir wich-
Schwierigkeiten lieben gelernt. Heute kann ich tig, Sie schnell und direkt an den richtigen An-
mir keinen geeigneteren Job vorstellen. Mir sprechpartner weiterzuverbinden.
geht es an erster Stelle um die Bedürfnisse und
Emotionen der Menschen, die ich wahrnehmen Sie sind im Bewohnerservice mit Ihrem Anliegen
und denen ich gerecht werden möchte. jederzeit herzlich willkommen.
Gottesdienste und Musiktherapie
Über Pflege wird derzeit kontrovers in den Medien
diskutiert. In dieser Diskussion geraten oft die
Menschen aus dem Blick, die in den Alten- und
Pflegeheimen miteinander leben. Nicht wenige
Heimbewohner fühlen sich von Gott und der Welt
verlassen. Deshalb ist Seelsorge so wichtig – bei
uns geleistet von Pfarrerin Kohler-Schunk. Seel-
sorge heißt, sich auf den Menschen einzulassen.
Pfarrerin Cornelia Kohler-Schunk, Ute Kiefer
Axel Bayer
Zur Musiktherapie kommt jeden Montag Axel
Bayer. Das gemeinsame Erleben und Gestalten von
Musik ist ein wichtiger Bestandteil der psychoso-
zialen Betreuung. Das Gedächtnis wird belebt und
Erinnerungen bis zur Jugendzeit wieder wachge-
rufen. Gleichzeitig macht das Musizieren einfach
Spaß, aktiviert und fördert die Ressourcen:
Canto ergo sum – ich singe, also bin ich.
4 s´ Blättle 1/2020Aus der Heimat
Heimatkunde
Die Seeräuber aus
Böckingen
Für Außenstehende ist es oft unverständlich, dass man die
Böckinger als Seeräuber bezeichnet. Der Name hängt damit
zusammen, dass es in Böckingen früher einen See gab. Einen
direkten Kontakt zum Meer hatten die Böckinger dennoch
nicht.
Seeräuberbrunnen (Dieter Läpple)
Der Böckinger See war ein läng- und der Obere See Ende des 19. Otto Rombach meint, der Name
licher See im Südosten von Bö- Jahrhunderts eingegrenzt und käme daher, dass die Böckinger
ckingen, das heute der älteste dann 1948 nach dem Zweiten früher in der Nacht verbotener-
u nd g rößte St adt tei l von Weltkrieg trockengelegt wurde. weise in dem See gefischt haben.
Heilbronn ist. Der See war ur- Dieser unterstand damals der
sprünglich aus einem Arm des Der See ist auch die Ursache für Reichsstadt Heilbronn und die
Neckars entstanden. Erst im 14. den Ortsnecknamen (Uzname) direkt dem König beziehungs-
Jahrhundert verlief der Neckar der Böckinger, nämlich Seeräu- weise Kaiser.
dann nach einem Hochwasser ber.
östlicher (der heutige Neckar- Hellmut Westenberger vertritt
Altarm). Die Details der Entstehung des dagegen die Ansicht, dass früher
Namens sind aber umstritten. eine Taufglocke im Nachbarort
Lange Zeit war der See ein Dop- Die anarchischen Böckinger Frankenbach gestohlen wurde,
pel-See, wobei der Untere See im sollen auch immer Messer getra- die von Böckingern im See ver-
19. Jahrhundert trockengelegt gen haben. senkt wurde.
Wieder eine andere Theorie be-
hauptet, Neckarschiffe hätten
irrtümlicherweise den See ange-
fahren und seien dann gestran-
det und ausgeraubt worden.
An den Ortsnecknamen erin-
nern heute der Seeräuberbrun-
nen vor dem Bürgerhaus Böckin-
gen (Bildhauer: Dieter Läpple)
sowie die Seeräubertage.
Blick auf den See im Ziegeleipark
s´ Blättle 1/2020 5Glaube & Leben
Gott zeigt Herz
„Es muss von Herzen 1. Ja, wenn es das doch gäbe: einen Schalter fürs
Herz. Dann könnte man bei denen, die uns herz-
los begegnen, einfach auf einen Knopf drücken
kommen, was auf oder einen Schalter umlegen – und schon leuchtet
des Andern Herz.
Herzen wirken soll.“ Am besten leuchtet es gleich so, dass der oder die
Johann Wolfgang von Goethe Andere uns ins Herz schließt für immer. Wenn es
das doch gäbe …
2. Mein Herz hat zwar keinen Schalter zum an-
oder ausmachen, dafür hat es aber immer Ent-
schuldigungen, Erklärungen und Ausreden, wenn
die Gebote Gottes warten müssen. Den Feiertag
heiligen? Ich habe Wichtigeres zu tun. Vater und
6 s´ Blättle 1/2020Glaube & Leben
Mutter ehren? Um mich kümmert sich auch nie-
mand. Keine anderen Götter? Dabei macht das
Einkaufen doch so viel Spaß. Kein falsches Wort
über andere reden? Die Gerüchte können doch
stimmen. „Ein unerschütter-
3. Beim Propheten Jeremia (31,31-34) sagt Gott:
„Ich will mein Gesetz nicht mehr auf Tafeln
liches Herz den
schreiben oder auf Papier und vor den Menschen
aufhängen. Ich will etwas anderes machen. Ich
Dingen gegenüber,
will meine Gebote mitten in ihr Herz schreiben,
damit sie meinen Willen niemals mehr vergessen.“ die von außen
4. Hier schreibt Gott nicht mit Buchstaben, son- kommen; ein recht-
schaffenes in
dern mit viel Gefühl. Wer ein Herz bewegen will,
muss viel Herz zeigen. Gott zeigt Herz. Er zeigt
sein Herz: Jesus. Gottes Herz ist Liebe. Und Jesus
zeigt es. Seine Geburt bei den Armen, den Verges-
senen, den Ungeliebten. Seine Wanderungen und
denen, die von dir
Reden zu den Mühseligen, den Beladenen, den an
der Welt Leidenden.
abhängen.“
Mark Aurel
5. Wenn Gott so viel Herz zeigt, wenn Gott sein
Herz zeigt, kann ich dann herzlos sein und blei-
ben? Kann ich dann unbarmherzig, unachtsam
sein gegen einen Menschen? Wenn Gott viel Herz
zeigt, will ich ihm folgen. Dann leuchtet die Welt.
„Mit Kummer kann
man allein fertig
werden, aber um
sich aus vollem
Herzen freuen zu
können, muss man
die Freude teilen.“
Mark Twain
s´ Blättle 1/2020 7Feste und Ausflüge
Feste feiern macht Spaß
Unsere Feste und Ausflüge
„Ein schöner Ausflug bringt immer Abwechslung in den Alltag.“ (von Petra Altenhöner)
Viele jahreszeitliche Feste und abwechslungs-
reiche, kulturelle Angebote prägen den Jahresver-
lauf für unsere Bewohner im Haus am See. Die
Organisation und Planung übernimmt in be-
währter Weise seit vielen Jahren Petra Altenhöner
in ihrer Funktion der Sozialen Betreuung.
Beim Sommerfest spielt Manfred Schott mit seinen
Musikerfreunden Hans Dauenhauer und Gerold
Kocher und lädt zum Mitschunkeln ein. Wichtig
ist beim Sommerfest der Schwarzwälder-Kirsch-Eis-
becher und die Grillwurst mit einem frischen Bier.
Natürlich alkoholfrei.
Die Band spielt am Sommerfest. Beim Herbstfest spielt Harry Krämer. Alle Lieder
sind Evergreens und es wird kräftig mitgesungen
Feiern Sie gerne? und mitgetanzt. Dann die Überraschung: drei
Flamenco-Tänzerinnen mit rhythmischer Musik
Die Bewohnerinnen und Bewohner und auch wir und wallenden Kleidern. Ein Augenschmaus. Und
feiern sehr gerne. So sind unsere Feste immer gut ein gelungenes Fest durch viel Engagement der
besucht und immer ein kleiner Höhepunkt im ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter.
Tagesgeschehen. Insbesondere, wenn Musik dabei
ist. Die Bilder zeigen die Begeisterung!
Tanzveranstaltung (Herbstfest) Ein-Mann-Kapelle (Herbstfest)
8 s´ Blättle 1/2020Feste und Ausflüge
Flamenco-Tänzerinnen
2019 bietet sich die Bundesgartenschau BUGA
2019 als Ausflugsziel an – 173 Tage blühendes
Leben mit vielen Attraktionen. Die Vorfreude ist
groß, allerdings braucht es dafür zwei Anläufe.
Der erste Termin im Mai fällt ins Wasser, am
3.9.2019 ist das Wetter besser. Mit dabei: zwei
große ASB-Busse, unser Hausbus, elf Helfer, darun-
ter unsere Hausleitung, soziale Betreuung, Pflege-
fachkraft, zwei starke männliche Pflegeschüler
und unsere ehrenamtlichen Helfer. Pünktlich um
13.45 Uhr finden sich alle Ausflügler im Eingangs-
bereich des Haus am See ein und fahren los. Am
Eingang „Campus“ der BUGA warten schon un-
sere ehrenamtlichen Helfer, so dass für fast alle
15 Personen eine Begleitperson zur Verfügung Petra Altenhöner
steht. Auf dem BUGA-Gelände sind viele Besucher
und es gibt viel zu sehen. Wir teilen uns in zwei tung Ausgang. Dort werden wir schon erwartet
Gruppen auf und vereinbaren einen Treffpunkt. und ein schöner Ausflug geht leider zu Ende.
Überall sind große, prachtvoll bepflanzte Blu-
menkübel und viele wunderschön angelegte An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle,
Beete. Gegen 15.00 Uhr treffen wir uns dann zu die geholfen haben. Ohne den Einsatz unserer
Kaffee und leckerem Kuchen im ehemaligen zahlreichen Helfer wäre das nicht möglich gewe-
Fruchtschuppen. Die Zeit vergeht viel zu schnell sen. Als Geschenk überreicht Herr Schneider je-
und wir machen uns wieder auf den Weg in Rich- dem Ausflügler ein Gruppenbild.
s´ Blättle 1/2020 9EHS-Leitsätze und Ehrenamt
EHS-Handlungsgrundsätze
Ziele: Die Handlungsgrundsätze sind in den
Arbeitsalltag integriert. Eine intensive Aus-
einandersetzung mit den Handlungsgrund-
sätzen ist angeregt. Die Identifikation der
Mitarbeiter mit der Evangelischen Heimstif-
tung ist gestärkt.
1. Ganzen Einsatz für die von uns betreuten Men-
schen leisten.
2. Fachliche und persönliche Entwicklung fordern,
fördern und sichern. Haus am See
3. Wirtschaftlich und nachhaltig handeln.
4. Vertrauenspartner sein für alle, die mit uns zu 8. Veränderungen als Chancen für Verbesserungen
tun haben. begreifen.
5. Offen und vertrauensvoll über alle Ebenen zu- 9. Unternehmerisch denken und handeln.
sammenarbeiten. 10. Engagement über Grenzen hinweg gestalten.
6. Optimale Betriebsbereitschaft sicherstellen. 11. Durchgängig informieren, bezogen auf den
7. Öffentliche Verantwortung in Kirche und Ge- jeweiligen Arbeitsplatz.
sellschaft wahrnehmen. 12. Innovation als Chance nutzen.
Ehrenamt – einfach unentbehrlich
Ehrenamtliche Mitarbeiter sind wichtig und wert- anstaltungen oder einfach nur Zuhören leisten
voll in der Betreuung der Bewohner, so auch bei unsere Helfer einen wichtigen Beitrag im Haus am
uns im „Haus am See“. Wir sind dankbar für den See.
Einsatz unserer zurzeit 14 Ehrenamtlichen Helfer.
Der persönliche Kontakt und die Zuwendung trägt
Mit unterschiedlichen Fähigkeiten, viel Sensibili- zur Lebensqualität und dem Wohlbefinden der
tät und Einfühlungsvermögen engagieren sie sich Bewohner bei. So sind Ehrenamtliche wie ein
in unserer Einrichtung. Ob durch Spaziergänge, bunter Schmetterling, der Licht und Farbe in das
Musik machen, Begleitung der Bewohner zu Ver- Alltagsleben unserer Bewohnerinnen und Bewoh-
ner bringt.
Als Dankeschön für die geleistete Arbeit, wird
regelmäßig eine Veranstaltung organisiert, zum
Beispiel ein Grillabend oder Frühstück.
Kennen Sie jemanden, der etwas Zeit übrig hat,
sich ehrenamtlich zu engagieren? Dann lassen
Sie es uns wissen: Michael Schneider oder Petra
Altenhöner, Tel.: 07131-64285-0
Farbe im Alltag
10 s´ Blättle 1/2020Bei uns …
Pflanzengeschichte der Region
Der Böckinger Ur-Apfel
Heilbronn besitzt in seinen Städtischen Museen im Deutschhof mehrere flambierte
Ur-Äpfel. Diese sind tausende Jahre alt und werden von Dr. Christina Jacob erforscht. Bei
den Ur-Äpfeln handelt es sich um Holzäpfel. Der Holzapfel war 2013 Baum des Jahres.
Äpfel gehören zur Pflanzengat-
tung der Kernobstgewächse
(Pyrinae) und stammen aus der
Familie der Rosengewächse (Ro-
saceae). Man nennt den Apfel-
baum nach griechisch-römi-
schem Vorbild Malus.
Einer der frühesten Orte, an
denen Äpfel verzehrt wurden,
war HN-Böckingen. Ein flam-
bierter Böckinger Ur-Apfel wur-
de 1938 vom Lehrer Wilhelm
Mattes in einer jungsteinzeit-
lichen Siedlungsgruppe der
Bandkeramiker gefunden und
von dem Paläobotaniker Karl
Bertsch weiter erforscht. Bertsch Kulturapfel (Malus domestica) – Roter Grafensteiner/Gravensteiner
hielt den Ur-Apfel für 7500 Jah-
re alt. Es handelt sich um einen In der Völkerwanderungszeit vor aber widerstandsfähiger und er
Holzapfel (Malus sylvestris). rund 1500 Jahren wurde der wurde wegen seines säuerlich-
Holzapfel dann durch den grö- bitteren Geschmacks im 17.
Im Jahre 1986 fand der Botani- ßeren und süßeren Asiatischen Jahrhundert dem Holzäpfelbier
ker Hans-Peter Stika weitere Wildapfel (Malus sieversii) ver- und heute einigen hochwertigen
verkohlte Apfelreste in HN-Klin- drängt, der auch den heutigen Apfelsäften zugesetzt.
genberg. Diese waren ca. 5000 Kulturapfel (Malus domestica)
Jahre alt. beeinflusst hat. Der Holzapfel ist
Kulturapfel – Zabergäu-Renette Kulturapfel – Gewürzluike Kulturapfel – Rhein. Winterrambur
s´ Blättle 1/2020 11Bei uns …
Der Deutsche Bauernkrieg in der Region
Die Schwarze Hofmännin
Die Schwarze Hofmännin war der Beiname von Margarete Renner, der Begleiterin des
Böckinger Bauernführers Jäcklein Rohrbach. Sie begleitete ihn auf seinen blutigen Feldzügen
und ist die einzige Akteurin des Bauernkrieges, von der man genauere Informationen hat.
„Die Schwarze Hofmännin“ ist Gemäßigte Bauernführer wie
der Spitzname von Margarete Wendel Hippler konnten sich
Renner, einer Frau aus dem Dorf nicht durchsetzen.
Böckingen bei Heilbronn, die
dadurch berühmt wurde, dass Margarete Renner forderte die
sie als eine der wenigen nament- Bauern auf, mit dem Bauchfett
lich bekannten Frauen am Bau- des Grafen von Helfenstein ihre
ernkrieg teilnahm. Margarete Waffen gegen Rost zu fetten und
Renner stammte aus einer alten ihre Schuhe zu schmieren. Doch
Böckinger Familie und wurde in das Kriegsglück war den Bauern
der Schafsgasse (heute: Stedinger Burgruine Weinsberg nicht lange hold, die adeligen
Straße) geboren. Sie war mit Pe- Gegner holten samt dem Schwä-
ter Abrecht verheiratet, der 1523 bischen Bund zum Gegenschlag
verstarb. Schon vor dem Bauern- aus. Dieser erfolgte bei Böblin-
krieg war sie in Konflikt mit der gen. Die Schlacht war eine der
Obrigkeit. blutigsten des Bauernkrieges.
Georg Truchsess von Wald-
Als der Bauernkrieg 1524 begann burg-Zeil, genannt „Bauernjörg“,
und 1525 weiter eskalierte, bil- der Feldherr des Schwäbischen
deten sich vor allem in den Bundes, schlug 15.000 Bauern
s ü d l ic he n Te i le n d e s Rö - aus Württemberg, dem Schwarz-
misch-Deutschen Reiches Bau- wald und dem Hegau. Über die
ernhaufen heraus. Im Heilbron- Die Schwarze-Hofmännin-Skulptur noch lebenden Bauern brach ein
ner Gebiet führte Jäcklein Rohr- (Dieter E. Klumpp) ungeheures Strafgericht herein.
bach den Neckartaler Haufen an.
Margarete Renner begleitete ihn. aus dem Odenwald, Hohenlohe Jäcklein Rohrbach wurde am 21.
Sie war anwesend, als sich der und dem Neckartal vereinigt Mai 1525 bei Neckargartach zur
Neckartaler Haufen Rohrbachs und in Neckarsulm ihr Lager Strafe mit einer Kette an einen
mit dem Odenwälder Haufen in aufgeschlagen. Auf der Weins- Weidenbaum gebunden und
Öhringen vereinigte und am berger Burg hielt sich Graf Lud- verbrannt. Für die Schwarze
12./13. April 1525 das Kloster wig von Helfenstein mit relativ Hofmännin verlief der schmäh-
Lichtenstern plünderte. wenigen Bewachern auf, so dass liche Ausgang des Bauernkrieges
ein Sturm auf die Burg geboten günstiger. Sie wurde zuerst in
Beim Weinsberger Blutostern schien, bevor Unterstützung für einem Heilbronner Gefängnis
(Weinsberger Bluttat) am 16. den Grafen eintreffen konnte. interniert und dann auf Fürspra-
April 1525 wurde die durch vor- Nach erfolgreicher Eroberung che ihres Leibherren Jörg von
herige Fehden schon angeschla- der Burg hielten die Bauern Ge- Hirschhorn freigelassen. 1535
gene Weinsberger Burg belagert richt über die Adeligen und starb Margarete Renner eines
und eingenommen. Dafür hat- verurteilten sie unter Führung natürlichen Todes.
ten sich vorher Bauernhaufen Jäcklein Rohrbachs zum Tode.
12 s´ Blättle 1/2020Veranstaltungen
Veranstaltungen 2020
Montag Weitere Veranstaltungen
Kraft- und Balance-Training
Petra Altenhöner Musik zur Kaffeezeit
Manfred Schott und Team
Montag
Musik liegt in der Luft Bibelstunde
Axel Baier Christel Olbert
Mittwoch
Gedächtnistraining Feste und Feiern
Petra Altenhöner
2. Oktober 2020
Mittwoch Ernte-Dank Gottesdienst
Frisör ist im Haus
Andrea Heller und Team
14. Oktober 2020
Donnerstag Herbstfest
Kreativ-Werkstatt
Heike Bergheimer
20. November 2020
Freitag Gedenkgottesdienst
Gottesdienst
Pfarrerin Cornelia Kohler-Schunk
und Team 16. Dezember 2020
Jeden ersten Freitag im Monat ist Bewohner-Weihnachtsfeier
Gottesdienst mit Abendmahl
24. Dezember 2020
Beginn und Ende der Veranstaltungen Gottesdienst am Heiligen Abend
erfahren Sie auf der Info-Tafel
in den Wohnbereichen
Weitere Informationen erhalten Sie von unseren Mitarbeitern.
s´ Blättle 1/2020 13Lyrik & Poesie
Farbsymbolik & Gedichte
Farbsymbolik Frühlingslied
Weiß: Farbe des Lichtes Leise zieht durch mein Gemüt
Reinheit, Unschuld, Leichtigkeit und liebliches Geläute,
Erlösung klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.
Grün: Farbe der Hoffnung
Frieden, Ruhe, Natur, Vitalität, Zieh hinaus bis an das Haus,
Ausgeglichenheit, Ewigkeit wo die Veilchen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
Rot: Farbe der Liebe sag, ich lass sie grüßen.
Leben, Leidenschaft, Stärke,
Revolution und Zorn
Violett: Farbe des Glaubens Henne oder Ei?
Mystik, Feierlichkeit, Leiden und
Auferstehung Jesu Christi Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
Blau: Farbe der Treue was hat Gott zuerst erschaffen –
Verbundenheit, Erinnerung, Beständig- wohl die Henne, wohl das Ei!
keit, aber auch Sehnsucht und Ferne Wäre das so schwer zu lösen –
erstlich ward ein Ei erdacht,
Gelb: Farbe der Vollendung doch weil noch kein Huhn gewesen –
Wärme, Sonne, Öffnung, darum hat´s der Has` gebracht!
Erfüllung, Optimismus
Orange: Farbe der Wärme
Gefühl, Gemütswärme,
Ausdrucksfreude, Anregung und
Kreativität
Was sagen Farben? Heinrich Heine (1797-1856)
Eduard Mörike (1804-1875)
14 s´ Blättle 1/2020Rätselseite
Rätsel
Brillenpaare
Optiker Klaus ist ein kleines
Missgeschick passiert. Beim
Sortieren der Brillen sind ihm
einige Modelle auf den Boden
gefallen. Beim Aufheben
bemerkte er, dass bis auf ein
Modell alle doppelt vorhanden
sind. Welches Brillengestell
gibt es nur ein einziges Mal?
Bega- bei- Körper Futter- Frauen- alkohol. Tropen- balla- Luft
bung geben mittel name Getränk baum balla holen
Ganove
aktuell Ver- mathem. Tonsilbe
bannung Zahl
erhöhter
Kicher- Kletter- Dichter Fels- Sitzraum
laut zweig stück in Kirchen
Straßen- Kennz.
M
S T R E I F E N
A
E M P O R E
B A N D I T
markie- f. Öster-
rung reich
O
Ver-
P
E X I L
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im jap.
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Kreise art
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s´ Blättle 1/2020 15Mitarbeiter
Wir sind für Sie da
Ich bin Olga Becker. Mein Name ist Melanie Rolff.
Ich arbeite seit dem 1.9.2019
Seit Juni 2018 bin ich im Haus am See als Wohnbe-
Woh nb e r e ic h sle ite r i n reichsleitung (WBL). Ich bin
(WBL) und seit 19 Jahren vor zwölf Jahren von Ham-
bei der Evangelischen burg nach Heilbronn gezogen
Heimstiftung tätig. und wohne in Horkheim mit
meinem Sohn Thorwien (14)
Begonnen habe ich als und Hund Molly (12).
Pflegehelferin. Danach
Olga Becker (WBL) folgte die Ausbildung zur Seit meinem 18. Lebensjahr Melanie Rolff
examinierten Altenpflege- arbeite ich im medizinischen (WBL)
rin. Ich wollte mich weiter- Bereich. Ich habe bei der Bun-
entwickeln und habe die Weiterbildung zur deswehr eine Ausbildung zur Rettungsassistentin
Führungskraft in der Altenpflege erfolgreich absolviert und dann in Krankenhäusern und in
abgeschlossen. Meine praktische Erfahrung der Kinderintensiv gearbeitet. Mein Examen habe
und mein erworbenes Wissen setze ich gerne ich vor zwei Jahren absolviert und dann als WBL
für das Wohl meiner Bewohner ein. Bis heute gearbeitet. Pflege heißt für mich, Respekt vor sich
macht mir mein Beruf viel Spaß. selbst und anderen zu haben und persönliche
Werte zu wahren.
Ich heiße Stefanie Hutson Mein Name ist Katrin Rümm-
und arbeite seit über zwei ler und ich bin 41 Jahre alt.
Jahren im gerontopsychi-
atrischen Bereich im Haus Ich bin Mutter einer 18-jäh-
am See. Mein Staatsexa- rigen Tochter.
men zur examinierten Al-
tenpflegekraft habe ich im Im Haus am See arbeite ich
April 2019 erfolgreich ab- seit nunmehr fast drei Jahren
geschlossen. Seit August als Pflegehelferin auf dem
2019 habe ich die Zusatz- Wohnbereich 1. Als qualifi-
Stefanie Hutson aufgabe des Qualitätsma- zierte Hygienebeauftragte bin Katrin Rümmler
(QB) nagements übernommen. ich auch für Ordnung und (Leitung Alltags-
Somit helfe ich nicht nur Sauberkeit zuständig. begleitung)
demenziell erkrankten Menschen dabei, eine
Tagesstruktur zu vermitteln oder die letzte Die Arbeit im Haus am See macht mir sehr viel
Reise würdevoll zu gestalten, sondern optimiere Freude. Das Miteinander mit den Bewohnern und
als „Stabsstelle QB“ (Qualitätsbeauftragte) und dem Personal ist sehr harmonisch.
sorge für gleichbleibende beziehungsweise
steigende Qualität. Seit März 2020 bin ich als Ab Januar freue ich mich auf meine neue Aufgabe
Wohnbereichsleitung eingesetzt und leite die als Alltagsbegleiterin und Leitung der Alltagsbe-
Demenzabteilung. gleitung.
16 s´ Blättle 1/2020Mitarbeiterausflug
nach Tripsdrill
Der diesjährige Mitarbeiterausflug führt am
26.6. und 11.7. nach Tripsdrill.
Der erste Termin beginnt um 9.30 Uhr. Mit viel
guter Laune trifft man sich am Haupteingang und
erwartet Abkühlung vom heißen Sommerwetter.
Die Teilnehmer stürzen sich auf die Fahrattrakti-
onen (einige davon mit Wasser) oder suchen den
Schatten.
Nachmittags geht es nach einem Mittagessen und Unser Team in Tripsdrill
einem Eisbecher ins Wildparadies zu den Tieren
oder in den kühlen Weinkeller.
Nach dem Mittagessen wählen viele ein Vanilleeis
Am zweiten Termin ist es regnerischer. Trotzdem mit heißen Himbeeren oder einen Cappuccino.
geht es wieder um 9.30 Uhr mit guter Motivation
los. Viele Teilnehmer suchen dann die Achter- Karin Khalifeh-Xander
bahnen auf.
Woran man immer denken sollte...
Pausen sind zur Erhaltung der Gesundheit notwendig:
Pausen sind eine wichtige Regenerationsquelle im Trinken auch wichtig. Bei einem Arbeitstag mit
Arbeitsalltag. Es geht darum zu entspannen, den einer Dauer von sechs bis neun Stunden haben
Kopf freizubekommen den nötigen Abstand zu die Beschäftigten Anspruch auf mindestens 30
gewinnen. Natürlich sind Basics wie Essen und Minuten Pause, ab neun Stunden 45 Minuten. Die
Pause muss spätestens nach sechs Stunden er-
folgen. Sinnvoll ist es, in der Pause nicht über die
Arbeit zu sprechen, sondern über andere Dinge
des Alltags. Bewegung an der frischen Luft kann
auch neue Energie bringen. Der gemütliche Pau-
senraum sollte der Rückzugsort sein. Im Rahmen
der Gesundheitsförderung bietet unser Haus den
Mitarbeitern einmal im Monat einen frisch zube-
reiteten Smoothie an, Wasser und Kaffee stehen
außerdem kostenlos zur Verfügung. Für unsere
Mitarbeiter steht ein Relaxmassagestuhl zur Ent-
spannung bereit. Um Pausen attraktiv zu machen,
Pause für Klein-Luna (10 Wochen alt) gab es dieses Jahr ein reichhaltiges Frühstück.
s´ Blättle 1/2020 17Meldungen & Informationen
Sonne Regen
Die Sonne spendet uns Licht, Wärme und Le- Regen ist vielen Menschen
ben. In ihrem Inneren herrschen etwa 15 Mil- erst einmal unangenehm.
lionen Grad Celsius. Hier wird Wasserstoff in Doch ist er sehr wichtig für
Helium verwandelt. Die Strahlen im Sonnenin- den Kreislauf des Wassers.
neren sind noch außerhalb der Wellenlänge des Denn Wasser ist immer un-
sichtbaren Lichtes. Von der Sonnenoberfläche terwegs. Der Kreislauf bewegt
bis zur Erde brauchen die dann sichtbaren sich zwischen Luft, Land und
Strahlen nur noch rund acht Minuten. Meer. Sein Motor ist die Son-
ne. Sie erwärmt das Wasser
Ungefähr alle elf Jahre erreichen die Sonnen- der Meere und kleineren Ge- Regenschauer
stürme ein Maximum. Dann können sie auch wässer. Auch die Vegetation
den Funkverkehr der Erde beeinträchtigen. Sogar gibt Wasserdampf ab.
Stromnetze können zusammenbrechen. Von der
Erde aus erkennt man die Stürme an sogenann- Die feuchte Luft steigt auf und bildet Wolken. Als
ten Sonnenflecken, also an Stellen, die nur ein Regen, Hagel oder Schnee fällt das Wasser dann
wenig dunkler sind, uns aber im Kontrast zu den wieder auf den Boden. Das Wasser versorgt dann
helleren Stellen fast schwarz erscheinen. die Tiere und Pflanzen, fließt in den Boden, die
Flüsse oder bildet das Grundwasser. Wichtig für
Die Sonne ist inzwischen 4,6 Milliarden Jahre die Lebewesen ist die Versorgung mit Süßwasser.
alt und wird noch ungefähr 6 Milliarden Jahre
wie ein normaler Stern brennen. Danach wird Der Kreislauf aus Verdunstung, Niederschlag und
sie sich zu einem Roten Riesen entwickeln und Abfließen ist geschlossen. Wasser beeinflusst auch
danach wiederum zu einem Weißen Zwerg. das Wetter stark.
Hafer (lat. Avena)
Hafer war die Arzneipflanze des Jahres 2017. Hafer
(Avena) ist eine Pflanzengattung aus der Familie
der Süßgräser (Poaceae). Nur die Art Saat-Hafer
beziehungsweise Echter Hafer (Avena sativa) wird
als Getreide angebaut.
Frühe Nachweise gelangen bei bronzezeitlichen
Pfahlbauten und antiken Stätten. Lange Zeit wur-
de Hafer nur als Beimengung verwendet, später
dann als primäre Kulturpflanze.
Viele wissen gar nicht, dass diese Getreidesorte, Saat-Hafer vor der Reife
die sie vor allem durch Haferflocken und Müsli
kennen, eine mehrfach gesundheitsfördernde und wirkt krebsvorbeugend. Eine Linderung bei
Wirkung hat. Einige bezeichnen sie sogar als Neurodermitis wird vermutet. Hafer enthält neben
„Superfood“. Ballaststoffen und Kohlenhydraten auch Vitamin
B, Biotin und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen,
Hafer wirkt sättigend, kann den Blutzucker- und Phosphor und Zink. Dabei ist es fast egal, wie der
Cholesterinspiegel senken, schützt die Darmflora Hafer zubereitet wird.
18 s´ Blättle 1/2020Anzeige
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