Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach

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Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach
Theodors Heussje
                         - Frühjahrsausgabe -
                               April/Mai 2021

      Von Schüler:innen für Schüler:innen
Interessantes, Lustiges, Aktuelles, Nützliches aus Schule, Leben, Gesellschaft und Kultur
Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach
Grußwort
                  V O N S E B A S T I A N H AL LB A C H

    Liebe Schülerinnen und Schüler,

    seit fast einem Jahr stellt das Coronavirus auch unser Schulleben
    mächtig auf den Kopf. Dabei machen uns nicht nur Homeschoo-
    ling, Abstandsregeln, ständiges Lüften und Gesichtsmasken zu
    schaffen, sondern auch, dass wir viele liebgewonnene Aktivitäten
    aufgeben mussten und nicht wissen, wann wir sie wieder starten
    können. Sport-AGs, Leseclub, Band, Chor, Mediation, all das liegt
    im Dornröschenschlaf, als ob der Fluch der dreizehnten Fee da-
    rauf laste.                                                                     Das erwartet dich
                                                                                   in dieser Ausgabe…
    Umso mehr freut es mich, dass zumindest die Schülerzeitung von
    den Verwünschungen des Virus verschont geblieben ist und ich
    euch heute die zweite Ausgabe von „Theodors Heussje“ präsentie-
    ren darf. Neben einigen Erinnerungen aus der Zeit vor Corona
                                                                                                              ab
    haben wir Themen zusammengestellt, die verschiedenste Interes-
                                                                                                             Seite
    sen ansprechen. Rezensionen, Interviews, Erzählungen, für jeden
                                                                            Aus dem Leben der Schule…       3
    ist etwas dabei.
                                                                             wie es früher einmal war
    Von daher wünsche ich euch, im Namen der ganzen Redaktion,              Die Redaktion stellt sich vor   4
    viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Und wer beim Durchblättern
                                                                            Karikaturen                     5
    merkt, dass es ihm selbst in den Fingern juckt, der kann sich ger-
    ne bei uns melden und bei der Schülerzeitung mitmachen. Die
                                                                            Lesenswertes (Literatur)        6

    Redaktion freut sich immer über Zuwachs.                                Auch noch lesenswert…           14
                                                                             (Rezensionen)
                                              Euer Sebastian Hallbach
                                                                            Wissenswertes                   17

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Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach
Halloween-Feier des THG
                                      VON GIULIA CORDIER

    Am 31.10.19 veranstaltete die Klas-   [Klasse/Kostüm] und [Mädchen/        Auch für diejenigen, die nicht an
    senstufe 11 nach langer Vorberei-     Klasse/kostüm].                      diesen Stationen interessiert waren,
    tung die erste Halloween-Feier                                             gab es viele spaßige Aktivitäten. Auf
                                          Die Spiele fanden in allen Klas-
    am THG. Nachdem die Aula mit                                               der Bühne wurde eine große Runde
                                          sensälen der Aula und in einem
    Fledermäusen, Kürbissen, Ge-                                               Reise nach Jerusalem gespielt und es
                                          Raum der Nachmittagsbetreuung
    spenstern und bunter Deckenbe-                                             gab viele beliebte Tänze, darunter
                                          statt. In Raum 201 konnte man
    leuchtung in einen schaurigen                                              Cotton Eye Joe, Fantasy Girl, Cupid
                                          den Inhalt von Boxen erfühlen,
    Partyort verwandelt wurde und in                                           Shuffle und Macarena.
                                          die mit nassen Gummibärchen,
    fünf Klassensälen gruselige Akti-
                                          mit Wasser gefüllten Handschu-       Nachdem sich die Vorräte an Essen
    vitäten vorbereitet wurden, be-
                                          hen und Laub bestückt waren.         und Getränken stark dem Ende zu-
    gann um 17:00 Uhr der Einlass für
                                          Saal 202 bot die Möglichkeit, sein   neigten – die Waffeln waren schon
    alle Schüler.
                                          Können im Werfen zu erproben:        lange ausverkauft -, endete die die
    Neben den Spielen bot die Feier       An einer Art Schussstand waren       Feier um 21:00. Es waren immer
    auch schwarze Waffeln, blutrote       Hütchen aufgestellt, die es mit      noch viele Schüler anwesend, wel-
    Bowle, leckere Getränke und laute     Softbällen zu treffen galt. Neben-   che die Schule eher zögerlich verlie-
    Musik. Außerdem lockten viele         an, in Raum 203, konnte man          ßen, nachdem sie einen Abend vol-
    Preise: wer alle Aktivitäten been-    seinen Gleichgewichtssinn auf die    ler Spaß und Grusel hinter sich hat-
    dete, bekam [Preis] und wer am        Probe stellen. Die Aufgabe war es,   ten.
    Ende des Abends die meisten           einen Eierlauf durch ein den gan-
    Stimmen seiner Mitschüler hatte,      zen Raum erfüllendes Labyrinth
    gewann den Preis für den Schü-        zu vervollständigen. Ähnlich ging
    ler/die Schülerin mit dem besten      es auch in Saal 204 weiter: Im
    Kostüm. Dafür ausgezeichnet           kompletten Klassen-saal war mit
    wurden Hannes Bergmann                Bänken und Stühlen ein Hinder-

                                                                                      Hier die Beschriftung für Foto einfügen .

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Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach
Vorstellung der Redaktion

    BORHOFEN, Canan

    Lieblingsfilme: Ziemlich beste Freunde und
    Forrest Gump

    Klasse: 10b

    Hobbys: Gitarre spielen, sowie Malen bzw. Zeichnen

    Lieblingsfach: Chemie

    Lieblingsmusiker: Paul McCartney

    CORDIER, Giulia

    Lieblingsfilm: Thor: Ragnarok

    Klasse: 12

    Hobbys: Tanzen, Schreiben, Nähen

    Lieblingsfach: Geschichte

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Corona-Karikaturen
    VON GIULIA CORDIER UND ANASTASIA SKERDE

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James‘ Story
                             VON TIMO BAUMBACH
                                                                        Kapitel 1

    Um genau 6:00 Uhr klingelte sein Wecker         dann in den Raum nebenan, die Küche. Er
    und zerstörte ihm damit schon den Morgen.       fühlte sich schon etwas wacher und nach
    James Harper war Lehrer am William-             der ersten Tasse Kaffee fühlte sich James
    Shakespeare-College in der kleinen Stadt        auch schon wieder so fit, dass er vermutlich
    Crownville in Illinois. Genauer gesagt war er   diesen Tag lang unterrichten konnte. Was
    Englisch- und Physiklehrer. Deshalb musste      ihm allerdings unerklärlich blieb, war, dass
    er jeden Tag früh aufstehen. Um zu versu-       er heute kein bisschen Lust auf die Schule
    chen, den zehn Plagen – so nannte er seinen     verspürte, sogar eher eine tiefe Abneigung
    Physikkurs aus der 11ten Klasse, wenn ihm       dem Tag gegenüber empfand, obwohl er
    danach war – und seinen restlichen Klassen      sich im Klaren darüber war, dass es nicht
    etwas beizubringen. Nur deswegen stand er       sehr schlimm werden konnte. Er aß ein be-
    jeden Tag so früh auf, arbeitete bis nachmit-   legtes Brot mit Käse, wie er es jeden Morgen
    tags, zu Hause manchmal bis in die Nacht        tat und trank dabei seine zweite Tasse
    hinein und trotzdem waren seine Schüler         Kaffee. Dann ging er schnell ins Bad, um
    undankbar. Schon als er seine Augen auf-        sich frischzumachen und umzuziehen. Da-
    schlug und anfing, darüber nachzudenken,        bei dachte er noch einmal darüber nach, wa-
    merkte er, dass er heute mies drauf war.        rum er heute so genervt war. Wieder fand er
    Normalerweise dachte er weder über seine        keinen ersichtlichen Grund dafür. Ich habe
    11er noch über seine restlichen Schüler so.     wahrscheinlich einfach nur einen schlechten
    Eigentlich mussten ja nicht sie ihm dankbar     Tag heute, dachte James sich, als er schon
    sein, sondern er ihnen. Sie waren eigentlich    angezogen und am Zähneputzen war. Der
    immer höflich zu ihm und so schlecht waren      scharfe Minzgeschmack fraß sich in sein
    sie ja auch gar nicht. Und überhaupt: eigent-   Zahnfleisch und doch breitete sich ein Ge-
    lich war sein Beruf eine super Wahl gewe-       fühl der Frische in ihm aus. Es war normal
    sen. Obwohl er keine Lust dazu hatte, hob       für ihn geworden, aber es wäre doch interes-
    er sich aus dem Bett. Sein Körper schrie        sant zu wissen, warum dieser Geschmack
    nach Schlaf, er war gestern lange wach ge-      gleichzeitig so unangenehm und angenehm
    wesen und trotzdem zwang er sich, seine         war. Als er die Zahnbürste wegstellte,
    Füße aus dem Bett und auf den Boden davor       schaute er flüchtig auf die Uhr, die über
    zu setzten und aufzustehen. Er rieb sich sei-   dem Eingang des kleinen Badezimmers
    ne Augen, die jeden Moment wieder zuzu-         hing. Im Vergleich zu der bescheidenen Ein-
    gehen drohten und trottete langsam zu sei-      richtung des Raumes wirkte die Uhr riesig.
    nem Schrank, um sich frische Kleider zu         6:27 Uhr.
    nehmen. Er zog sich schnell um und ging

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Er war rechtzeitig. Schnell schnappte er sich   ganz gut so war. Die Schüler konnten sich
    seine Tasche mit der Unterrichtsvorberei-       doch hier mit ihren Freunden treffen. Das
    tung und ging durch den Flur zur Haustür        ist doch der Sinn eines Schulhofs, versuchte
    und dann hinaus in den Vorgarten des Hau-       der junge Mann einzureden. Kurz bevor er
    ses. Es war ein schöner Tag. Da es schon        ausstieg, schaute James noch einmal durch
    September war, war die Sonne gerade erst        die die Wirklichkeit verzerrende Glasschei-
    am Aufgehen und linste hinter den Bäumen        be vor ihm und atmete noch einmal kurz
    des Waldes hinter seinem Grundstück her-        durch. Er hatte keine Lust, aber sobald er
    vor. Letzte Nacht war es scheinbar etwas        erstmal mit dem Unterricht angefangen hat-
    stürmisch gewesen. James‘ Augen strichen        te, würde es schon gehen. Also stieß er die
    schnell über das Gras in seinem Vorgarten.      Autotür auf, stieg aus und ging in sich zu-
    Die säuberlich kurzgeschnittenen Grashal-       sammengezogen auf das Gebäude zu, um
    me waren noch nass vom Regen, der den           bloß nicht bemerkt zu werden. Angespro-
    Sturm vermutlich begleitet hatte und die        chen zu werden. Das war wirklich das Letz-
    kleine, aus fünf Halblingen bestehende          te, was James jetzt wollte. Angesprochen zu
    Kompanie aus Gartenzwergen wurde von            werden. „Guten Morgen, Mr. Harper“, hörte
    den Windböen umgestoßen. Obwohl der             er eine gutgelaunte Jungenstimme etwa fünf
    junge Mann gestern erst das Laub der ein-       Meter neben sich. Er blickte kurz nach links
    zelnen, in der linken Hälfte des Vorgartens     und dann direkt wieder vor sich. Einer sei-
    stehenden Eiche zusammengerecht hatte,          ner Neuntklässler hatte ihn begrüßt.
    lagen schon wieder viele Blätter um den         „Morgen“, brummte James und ging dann
    kräftigen Stamm des Baumes herum. Er ging       weiter. Kurz darauf hörte er leises Flüstern,
    auf sein Auto zu, um damit loszufahren,         das jetzt von hinter ihm kam. Es war wirk-
    steckte den Schlüssel ins Zündschloss und       lich leise, aber der junge Mann konnte es
    startete den Wagen. Es war ein relativ neues    trotzdem hören. „Oh Mann, ich glaube, der
    Modell und er spürte das Summen des Mo-         ist nicht gut drauf“. Der Lehrer verdrehte
    tors regelrecht in seinem Sitz. Langsam fuhr    genervt die Augen und ging dann weiter auf
    er an und, am Ende der Straße bog er ab         den Eingang des großen Gebäudes zu. Als er
    und fuhr dann den gewohnten Weg Rich-           es betrat, traf er gleich die nächste Person.
    tung Schule.                                    Diesmal eine Kollegin. „Hallo, James“, be-
    Als er auf den Lehrerparkplatz fuhr, sah er     grüßte sie ihn und erhielt dasselbe Murmeln
    auch schon die Autos vieler Kollegen. Da        als Antwort wie schon der Schüler zuvor.
    der Parkplatz direkt vor, fast auf dem Schul-   „Nicht gut drauf?“, fragte sie ihn. Laura
    hof war, konnte er die vielen Schüler sehen,    Clayden war wohl eine der Personen im Kol-
    die sich teilweise auf dem Platz vor der        legium, die sich in seinem eher näheren
    Schule sammelten, teilweise aber auch           Umfeld befand und mit der er eher mehr
    schon hinein und in ihre Klassen gingen.        redete. Sie war ziemlich jung, wie er Mitte
    Noch ist es ruhig hier, dachte er und war auf   bis Ende 20, und unterrichtete Biologie und
    einmal genervt von der Vorstellung, dass es     Spanisch und war genau wie James relativ
    hier in den Pausen ganz anders zugehen          beliebt bei den Schülern.
    würde, obwohl das doch normal und sogar

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„Ich habe überhaupt keine Lust heute“,           Ende des Flurs. Unwillkürlich verdrehten
    stöhnte James und blickte sie dann an. Sie       sich seine Augen und er ging einen Schritt
    lächelte. „Da musst du durch.“, sagte sie mit    schneller, um zu schauen, was nun wieder
    gesenkter Stimme, bevor sie sich in eine an-     los war. Er betrat den Klassensaal und sah,
                                                     wie sich zwei Jungen auf dem Boden prügel-
    dere Richtung aufmachte. „Ich muss noch
                                                     ten. Einer der beiden, von rundlicher Figur
    was im Biosaal vorbereiten, wir sehen uns
                                                     und ein lockeres T-Shirt und Jeans tragend,
    später.“ „Ja“, sagte er knapp, hob kurz die      saß über dem anderen und schlug auf sein
    Hand und blickte dann wieder vor sich, um        Gesicht ein. Dieser, ein kleiner, schmächti-
    nicht gegen die Wand zu laufen. Gerade           ger Junge, der ebenfalls, allerdings ordentli-
    rechtzeitig blickte er vor sich, um zu mer-      cher aussehende, Jeans und ein ebenfalls ein
    ken, dass er zur Seite getaumelt war und         T-Shirt trug, schlug allerdings mindestens
    sich wieder nach vorn auszurichten. Er war       genauso fest zurück. Da kann man mal se-
    jetzt fast im Lehrerzimmer, das im ersten        hen, wo man die Gesetze der Kraft überall
                                                     entkräften kann, dachte sich James und ging
    Stock lag und von wo aus man den Eingang
                                                     auf das sich windende Knäuel am Boden zu.
    überblicken konnte. Als er es betrat, sah er
                                                     Bis jetzt hatte man die Klasse klar untereilen
    schon einige Kollegen im Raum. Anschei-          können: Es gab die Leute, fast nur Jungs, die
    nend waren gerade heute alle überaus kon-        in der Nähe der beiden Streithähne gestan-
    taktfreudig und sprachen ihn an. Der junge       den hatten und immer einen der beiden an-
    Mann versuchte so wenig zu reden wie mög-        gefeuert hatten, die, die das Geschehen ig-
    lich und setzte sich, als er die anderen abge-   noriert hatten und munter miteinander ge-
    wimmelt hatte, an seinen Platz im Raum,          plaudert hatten (diese Gruppe bestand fast
    um sich noch etwas auf den Unterricht vor-       vollständig aus Mädchen) und die Zurück-
                                                     haltenden, die versucht hatten, das Ganze
    zubereiten. Er überprüfte kurz die Arbeits-
                                                     zu ignorieren und keinen Grund vorgehal-
    blätter, die er heute austeilen wollte und
                                                     ten bekommen zu können, für irgendetwas
    lehnte sich dann noch kurz zurück, bis die       angeschuldigt werden zu können. Jetzt aller-
    Schulglocke ihn anwies, aufzustehen und          dings zogen sich alle an ihren Platz zurück
    zur ersten Klasse loszugehen. Trotzdem           und versuchten unschuldig zu wirken. So
    blieb James noch fünf Minuten sitzen.            beliebt der junge Mann auch bei den Schü-
    Komm ich halt zu spät, dachte er sich, wäh-      lern war, trotzdem wussten alle, dass er hart
    rend er sich noch kurz zurücklehnte. Als die     durchgreifen konnte. Er schaute kurz in die
    Glocke ihm dann mitteilte, dass der Unter-       Menge aus Schülern, die jetzt fast alle brav
                                                     an ihren Plätzen saßen und hörte sofort
    richt begann, stand er mühsam auf und ging
                                                     mehrere Leute flüstern, sobald er sich zu
    los in Richtung Klasse.
                                                     den beiden Leuten umdrehte, die den Auf-
    Als erstes hatte er Unterricht mit der 9d.       ruhr überhaupt erst verursacht hatten. . Sie
    Toller Start in den Tag. Schon als er in den     standen jetzt nebeneinander vor ihm und
    Gang trat, an dessen Ende die 9d ihre Gren-      sagten keinen Mucks.
    ze markiert hatte, hörte er das Gebrüll vom

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Und natürlich waren es mal wieder die übli-      gestürzt, James hatte das bisher allerdings
    chen Kandidaten: Joe und Chris. „Was sollte      nur vermuten können. Jetzt, wo er den Un-
    das jetzt schon wieder?“, fragte James ge-       terschied zwischen den beiden Jugendlichen
    nervt. „Ich…“, fing Chris an, der kleine,        erkennen konnte, war er sich allerdings zu
                                                     einhundert Prozent sicher. Das waren nicht
    schmächtige, aber er ließ ihn nicht zu Wort
                                                     die beiden, die sich nicht leiden konnten,
    kommen. „Setzt euch hin. Und bleibt nach
                                                     das war nur der größere Junge. Chris wurde
    der Stunde bitte noch kurz da.“ Die beiden       gemobbt. „Was war das jetzt schon wie-
    gingen, Chris mit gesenktem Kopf und Joe,        der?“, fragte der Lehrer, an die Kante des
    der fast schon stolz wirkte, zu ihren Plätzen    Pults den Streithähnen gegenüber gelehnt,
    zurück. Er konnte im Moment einfach              „Was sollte das?“ Joe kaute auf einem Kau-
    nichts sagen. Er konnte nur am Ende der          gummi herum, während er ihn herausfor-
    Stunde mit den beiden sprechen und mor-          dernd anstarrte, der kleine Junge direkt ne-
    gen nochmal sein Glück versuchen. Heute          ben ihm schaute betreten zu Boden. Er trau-
                                                     te sich nicht, etwas zu sagen, aber er vermit-
    hatte er einfach zu wenig Kraft dafür. Also
                                                     telte ganz deutlich eine Nachricht, und es
    zog er einfach seinen Unterricht durch und
                                                     tat James weh, ihm heute nicht helfen zu
    ignorierte, dass Joe Chris die ganze Zeit über   können. Wenn er heute dieses Thema an-
    vielsagende, aggressive Blicke zuwarf und        sprechen würde, würde er alles nur noch
    dann darüber lachte, wenn dieser sich ihnen      schlimmer machen. Heute war er einfach
    zu entziehen versuchte. Er zog einfach sei-      nicht in der Lage, irgendjemandem zu hel-
    nen Unterricht durch. Er konnte nichts sa-       fen. „Ich hab nichts gemacht, Mr Harper“,
    gen.                                             sagte Joe in einem flapsigen und überaus
                                                     lockeren Ton. Er versuchte noch nicht ein-
    Am Ende der Stunde standen beide Jungs           mal sehr glaubhaft zu wirken, innerlich er-
    wie vom jungen Mann verlangt an seinem           götzte er sich an dem Sieg, den er heute er-
    Pult. Während der kleine Junge ängstlich         rungen hatte. „Das hat man gesehen“, mur-
    und zurückgezogen wirkte, strahlte Joe eine      melte in sich hinein. „Was?“, fragte Joe. Auf
    gewisse Selbstsicherheit und Selbstzufrie-       einmal hatte James eine Idee. Zwar konnte
    denheit aus. Der Fall war klar. Diesmal war      er heute nichts tun, dafür aber morgen.
    es eindeutig. Seit Anfang des Schuljahres vor    Morgen, wo er wieder nicht ganz so schlecht
    etwa einem Monat hatte es mehrere solche         gelaunt sein würde, würde er sich um das
    Vorfälle gegeben und kein einziges Mal war       Ganze kümmern. „Was?“, fragte Joe noch
    der Fall klarer gewesen als jetzt. Bis jetzt     einmal und riss ihn damit aus seinen Gedan-
    hatte sich Chris immer verhalten, als hätte      ken. „Haut ab!“, antwortete er. Das schien
    er nicht aufgegeben und würde auch nicht         genau die Antwort zu sein, die der Junge er-
    aufgeben, jetzt aber hatte er es getan. Die      wartet hatte. Er drehte sich einfach um und
    beiden waren zusammen neu auf die Schule         ging aus der Tür. Chris würdigte seinen Leh-
    gekommen und Joe hatte sofort eine Gruppe        rer keines Blickes mehr und ging mit hän-
    gefunden und die Kontrolle in der Klasse         gendem Kopf langsam zur Tür hinaus.
    übernommen. Er hatte sich sofort auf Chris

9
Theodors Heussje - Von Schüler:innen für Schüler:innen - Frühjahrsausgabe - THG Sulzbach
James versuchte seinen Schüler, der heute       ten der Menge in Ruhe gelassen werden und
     einen schweren Kampf nach einem Monat           dachte nach. Wie sollte er das Ganze mor-
     verloren hatte, weitestgehend zu ignorieren     gen wieder gut machen? Er war ein bisschen
     und packte seine Unterrichtsmaterialien in      gestresst deswegen. Einer seiner Kollegen
                                                     kam herüber. Es war Vincent Carter. Auch
     seine Tasche. Er wartete, bis der Schüler ge-
                                                     er gehörte zu den Kollegen, mit denen Ja-
     gangen war und ging dann selbst nach, als
                                                     mes mehr Kontakt hatte. „Hey, James“, sagte
     dieser schon seit einigen Minuten ver-          er, „Siehst nicht gut aus heute.“ „Ich bin
     schwunden war. Er hatte Mitleid mit ihm         heute einfach nur ein bisschen schlecht
     und morgen würde er das Ganze gut ma-           drauf, das ist alles. Das wird schon wieder.“
     chen. Zumindest so gut es ging.                 „Hoffentlich“, antwortete sein Freund, „so
                                                     schlecht gelaunt kenne ich dich ja gar
     Den restlichen Tag über passierte eigentlich
                                                     nicht.“ Er lachte. James zwang sich, eben-
     nichts Nennenswertes. Er hatte noch ein
                                                     falls kurz aufzulachen. „Ja, tut mir leid, Vin-
     bisschen Physikunterricht, unter anderem
                                                     cent.“ Es klingelte und Vincent nahm seine
     mit seinen zehn Plagen, die heute aber alle
                                                     Tasche. „Ich hab jetzt noch Unterricht. Und
     ruhig waren. Der Unterricht, vor allem in
                                                     du, entspann dich heute mal, dass du mor-
     höheren Klassen, war an diesem Tag sehr
                                                     gen wieder der Alte bist.“ Er lachte ein wei-
     angenehm und seiner Meinung nach konnte
                                                     teres Mal und ging. „Mach ich“, antwortete
     der Tag so ruhig weitergehen. Als er nach
                                                     James und ihm fiel jetzt erst auf, dass es ei-
     der sechsten Stunde ins Lehrerzimmer trat,
                                                     gentlich keinen Grund gab, warum er immer
     sah er als erstes auf Laura. Mittlerweile war
                                                     noch hier war, „Bis morgen.“ Auch Laura
     er etwas entspannter als heute Morgen, al-
                                                     verabschiedete sich noch von ihm, bevor sie
     lerdings immer noch gestresst. „Hi“, sagte
                                                     losging. James holte schnell noch seine rest-
     sie kurz und widmete sich dann wieder ihrer
                                                     lichen Sachen aus seinem Fach und ging
     Arbeit. „Hi“, antwortete er und trat hinter
                                                     dann aus dem Haupteingang heraus zu sei-
     ihren Stuhl, „Siehst gestresst aus“. Als sie
                                                     nem Auto. Er würde es jetzt genau so ma-
     sich zu ihm umdrehte, lächelte er kurz. „Ja“,
                                                     chen, wie Vincent gesagt hatte. Er würde
     stöhnte sie, „ich muss noch die Spanischar-
                                                     sich heute etwas entspannen, um morgen
     beit für die 12er zu Ende korrigieren. Ich
                                                     noch mal normal denken zu können. Schon
     muss die gleich zurückgeben.“ „Viel Glück
                                                     während er anfuhr fing er an, sich genau
     noch. Ich lass dich dann jetzt mal in Ruhe.“,
                                                     umzusehen. Es war einfach ein schöner Tag.
     sagte James und für einen Moment war sein
                                                     Seit dem Morgen hatte sich nicht viel verän-
     Stress verflogen. Doch dann fiel ihm wieder
                                                     dert. Die Sonne stand klar am Himmel und
     die Prügelei in der 9d von heute Morgen ein
                                                     es waren nur vereinzelt Wolken zu erken-
     und eine Welle von Schuldgefühlen über-
                                                     nen. Das orange Herbstlaub schimmerte im
     schwemmte ihn wieder. Heute hättest du es
                                                     Strahlen der Sonne und er wusste jetzt
     nur schlimmer gemacht, dachte er sich. Er
                                                     schon, was er gleich machen würde. Der
     ging in Richtung der restlichen Kollegen, die
                                                     leichte Wind spielte mit den Blättern und
     sich eher auf der anderen Seite des Raumes
                                                     riss ein paar von ihnen von ihren Zweigen
     aufhielten. Die meisten entspannten sich,
                                                     und ließ sie dann wie Drachen steigen. So
     einige korrigierten oder besprachen etwas,
                                                     ein schöner Tag, und ich bin so schlecht
     James setzte sich einfach nur hin, schloss
                                                     drauf, dachte sich der junge Mann. Ich hoffe
     die Augen, wünschte sich, er würde inmit-
                                                     wirklich, das wird bis morgen wieder besser.

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Herbst
                               VON LILIEN BAUMBACH

     Herbst. Der Baum, der vor ein paar Wochen         wurde es Winter. Die Frau schrieb Tag für Tag
     noch so malerisch dagestanden hatte, hatte        an ihrem Buch. Und genau wie im Herbst kam
     nun alle Blätter verloren. Das leuchtende Gelb    sie und setzte sich auf die Bank unter dem kah-
     war zu einem matten Braun geworden. Die           len Baum, dessen Äste nun mit Schnee bedeckt
     Rinde des Baumes war nass und rutschig. Kal-      waren und wartete auf den Frühling. Es wurde
     ter Wind wehte durch seine kahlen Äste. Die       Frühling. Nun kam die Frau mit ihrem Compu-
     Wiese, auf der im Sommer Löwenzahn blühte,        ter zu der alten Bank unter dem Baum, dessen
     war nun leer, wie der Baum, der auf ihr stand.    Äste bereits Blüten und Knospen hatte, und
     Ein Tautropfen funkelte in der aufgehenden        schrieb an ihrem Buch. Genauso kam sie im
     Sonne. Dann er fiel von seinem Grashalm und       Sommer zu der Bank unter dem Baum, der nun
     verschwand. Der letzte Marienkäfer des Som-       wieder so malerisch dastand. Und so kam sie
     mers flog von einem Ast des kahlen Baumes         Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Mo-
     hinüber zur Straße und nahm die letzten Erin-     nat, Jahr für Jahr. Dann kam die Frau irgend-
     nerungen an die spielenden Kinder auf der         wann mit ihren Kindern. Und die Kinder wur-
     Wiese mit sich. Nebel machte sich breit. Er       den älter und aus der jungen Frau war eine
     vertrieb die Sonne und blieb bis zum Abend.       Dame geworden. Schließlich kam die Frau mit
     Kein Vogel zwitscherte, sie waren alle schon im   ihren Enkelkindern. Und dann kam sie wieder
     Süden und warteten auf den Frühling. In einem     allein. Sie war nun eine alte Frau. Und schließ-
     Haus an der Straße neben der Wiese brannte        lich kam auch die alte Frau nicht mehr. Der
     noch Licht. Die junge Frau, die dort lebte, war   Baum, der all die Jahre dagestanden hatte, war
     allein zuhause. Sie saß an einem Computer und     nun alt und musste gefällt werden. Seine Äste
     schrieb. Das tat sie vermutlich schon die ganze   waren morsch und die Bank, die unter ihm
     Nacht. Wenn sie nicht mehr schreiben konnte,      stand, verfallen. Als der Sommer wiederkam,
     dann ging sie nach draußen und setzte sich auf    war von dem Baum nur noch der Baumstamm
     die Bank unter dem Baum, der vor ein paar         übriggeblieben. Und mit dem Herbst kam die
     Wochen noch so malerisch dagestanden hatte.       Urenkelin der alten Frau und setzte sich auf
     Und dort wartete sie auf den Frühling. Dann       den Baumstumpf des alten Baumes. Dort been-
                                                       dete sie das, was ihre Urgroßmutter begonnen
                                                       hatte.

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Mein Traum
                                       Hannah (7b)

     Mein größter Traum,
     ja das bist du,                                    Weiß ist dein Fell,
     vielleicht stehst du bald unterm Weihnachtsbaum.   wo kommst du nur her,
                                                        du bist so schön,
     Ich bin so allein,                                 was will man mehr?
     ich hab alles probiert,
     doch es hat nicht funktioniert.                    Ich will dich sehen,
                                                        jetzt schon bald,
     Ich vergieße Tränen,                               und das geschieht auch dann im Wald,
     jeden Tag, weil ich dich ja so sehr mag.           du stehst vor mir
                                                        und ich sag zu dir,
     Ich werde dich pflegen,                            du darfst nicht gehen,
     ich werde dich hegen,                              nicht weg gallopiern.
     nur du kannst mein Herz bewegen.
                                                        Du bleibst mir treu,
     Deine silberne Mähne,                              dass ich mich freu,
     eine silberne Strähne,                             ich steige auf,
     aufgerichtete Ohren,                               auf deinen Rücken drauf
     mit Vertrauen geboren.
                                                        Ins Glück reit ich mit dir.
                                                        Hach, ist das schön, denk ich mir.
                                                        Was auch immer die Zukunft beschert,
                                                        mein bester Freund bleibt das Pferd.

12
„Einmal nochmal Kind sein“
                                 VON SOPHIA GRIESSMANN

     „Einmal nochmal Kind sein, es ist so schwierig als Erwachsener“, sagte
     meine Freundin zu mir.

     „Stimmt, wir sind viel verkrampfter und tragen Verantwortung und
     vergessen den Spaß im Leben.“

     „Wie wäre es, wenn wir einmal nochmal Kinder sind? Kleine unreife
     Kinder, die noch keine Geldsorgen haben, noch im Matsch spielen und
     die Welt nicht verstehen?“ Ich nickte „Ab jetzt!“, rief ich feierlich und
     rannte ins Schlafzimmer unserer kleinen WG. Ich riss die Decke vom
     Bett und meine Freundin das Bettlaken. Wir nahmen die Vorhänge von
     den Fenstern, platzierten die Essstühle um das Sofa herum und warfen
     die Decken darauf. „Du bist die Schlossherrin!“, sagte meine Freundin
     und drückte mir eine Plastikkrone auf den Kopf. Normalerweise wür-
     den wir das niemals tun, aber für diesen Moment waren wir frei, wieder
     Kinder, die einfach nur lebten, ohne Sorgen, ohne Probleme.

13
Harry Potter-Fans aufgepasst!
                                                                 VON LENI SCHULTHEIS

     Hallo! Ich will euch heute eine        einloggen, was bedeutet, dass er
     Serie auf YouTube empfehlen. Es        dich nach einiger Zeit in dein
     gibt 13 Staffeln von je 100 Folgen.    Haus einteilen kann, welches du
     Die 14.Staffel läuft gerade. Es geht   dir selbst aussuchen darfst. Ab
     um Let’s build Hogwarts. Ihr fin-      diesem Zeitpunkt kannst du in
     det die Serie auf dem Kanal            den Folgen mithelfen, wenn er
     Dagilp_lbh. Lbh steht für „Let‘s       dich fragt. Dagilp hat auch andere
     build Hogwarts“ also sozusagen         Projekte auf seinem Kanal. Zum
     „Lass Hogwarts bauen“. Dagilp          Beispiel spielt er das Spiel Hog-
     (so ist die Abkürzung ) baut Hog-      warts Mystery, wobei er schon
     warts im Survival-Mode in Minec-       über 500 Folgen hat. Außerdem
     raft. Das heißt er muss sich jeden     hat er fast zu jedem Charakter aus
     einzelnen Stein, den er verbaut        Harry Potter 1-2 Faktenvideos.
     selbst herstellen. In der aktuellen    Manchmal kommen auch Folgen
     Staffel baut er den Zugang zum         die sich dagiTest nennen. Dort
     Ravenclaw-Gemeinschaftsraum,           zeigt er irgendwelchen Harry
     ebenso den zum Slytherin-              Potter-Merge und bewertet die-
     Gemeinschaftsraum. Er will an          sen. Außerdem gibt es fast jeden
     den Ländereien mit Hagrids Hüt-        Tag einen Livestream, diese ge-
     te arbeiten, die Eulerei fertig bau-   hen meistens ungefähr 90 Minu-
     en und er hofft, dass er das Boots-    ten. Ich würde mich freuen, bald
     haus ebenfalls fertig bekommt.         mehr Zuschauer auf dem Kanal
     Schließlich baut er auch noch am       Dagilp_lbh zu sehen!
     Gryffindor-Gemeinschaftsraum
     weiter, mit dem er letzte Staffel
     angefangen hat. Das Tolle ist,
     dass er auch mit Leuten aus sei-
     ner Community baut. Als Fan
     kann man also auch auf seinen
     Server, auf dem er Hogwarts baut,

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Der Weltbeste Detektiv
              Eine Rezension von Sophie Bodenstedt

     Das Buch „Der Weltbeste De-
                                       seine Chance, denn der
     tektiv “von Caroline Carlson
                                       Gewinn ist nicht nur
     ist am 18. August 2016 er-
                                       Ruhm und Ehre, sondern
     schienen und regt sehr zum
                                       ebenfalls 10.000 Pfund
     Lesen an. In dem Buch geht
                                       Preisgeld. Das könnte das
     es um einen Jungen namens
                                       Detektivbüro seines On-
     Tobi, dessen Eltern gestorben
                                       kels vor der Schließung
     sind. Momentan lebt er bei
                                       retten. Zu seinem Glück
     seinem Onkel Gabriel in der
                                       verreist sein Onkel wegen
     Schnüfflergasse . In der
                                       eines wichtigen Falles ins
     Schnüfflergasse leben nur De-
                                       Ausland. So kann Tobi un-
     tektive. Sein Onkel ist eben-
                                       gestört am Detektiv-
     falls ein Detektiv. Tobis größ-
                                       Wettbewerb teilnehmen.
     ter Traum ist es, der weltbeste
                                       Dort lernt er Evie kennen,
     Detektiv zu werden, wie Hugo
                                       mit der er sich anfreundet.
     Abercrombie, der ebenfalls in
                                       Gemeinsam wollen sie den
     der Schnüfflergasse wohnt
                                       Fall lösen. Doch der Wett-
     und früher mit seinem Onkel
                                       bewerb ist nicht so harm-
     zusammengearbeitet hat.
                                       los wie er scheint und der
     Doch sie haben sich zerstrit-
     ten und jetzt nennt ihn Onkel
     Gabriel nur noch einen arro-
     ganten Pfau. Als Hugo Aber-
     crombie einen Wettbewerb
     ausruft, um seinen Nachfol-
     ger zu wählen, wittert Tobi

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Buchkritik
            Von Sophia Grießmann

     Ophelia Scale - Die Welt wird brennen

        In dem Buch geht es um die 18-jährige Ophelia, die im
     Jahr 2134 lebt. Sie liebt Technologie über alles, doch als sie
      12 Jahre alt ist, wird Technologie von dem König gesetz-
       lich verboten. Wer sich nicht daran hält, dem droht die
      Todesstrafe oder Schlimmeres… Sie schließt sich der Wi-
         derstandsgruppe ReVerse an, die im Geheimen Pläne
      schmiedet und agiert, um den König zu stürzen und so-
     mit die Technologie zurück zu bringen. Als es die einmali-
      ge Chance gibt, sich bei dem königlichen Geheimdienst
     zu bewerben, ergreift Ophelia diese und ist jetzt näher am
      König sowie an ihrem Ziel. Doch auf einmal taucht Luci-
        en, der attraktive Bruder des Königs auf, der für all das
                steht, was Ophelia vernichten wollte…
      Ich finde das Buch sehr spannend und kann es nur emp-
     fehlen. Ophelia ist sehr rebellisch und mutig und man fie-
       bert immer mit ihr mit. Es gibt viele unerwartete Wen-
       dungen und Plot Twists. Mein Highlight ist der Schluss,
        da ich überhaupt nicht damit gerechnet habe und ich
         freue mich schon auf die nächsten beiden Bände.

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Wo kommt‘s eigentlich her?
                                                                                    „LEG MAL EI-
                            Sprichwörter                                            NEN ZAHN
                                                                                    ZU!!!“

     Wir alle haben sie schon einmal gehört        landeten und sich durch den Leim
     oder verwenden sie sogar selbst, Sprich-      nicht mehr von diesen lösen konnten.
     wörter. Sie sind in jeder Sprache allgegen-   Somit wurde der Vogel getäuscht und
     wärtig, doch hast du dich schon einmal        ist dem Fallensteller wortwörtlich„ auf
     gefragt, warum manche Sprichwörter so         den Leim gegangen“.
     sind wie sie sind? Was haben denn die
                                                   Schon einmal die Redewendung „alle
     Worte einen Zahn zulegen mit schneller
                                                   guten Dinge sind drei gehört“? Man
     werden zu tun? Im Folgenden also nun
                                                   benutzt sie um auszudrücken, dass ein
     einige deutsche Sprichwörter und Rede-
                                                   Versuch beim dritten Mal klappen
     wendungen mit ihrer Bedeutung, sowie
                                                   wird. Zum Beispielwenn ich beim Fuß-
     ihrer Herkunft.
                                                   ball sage: „Mist, ich habe schon zwei-
     Fangen wir an mit dem obengenannten           mal danebengeschossen, aber naja alle
     Beispiel: Einen Zahn zulegen. Verwendet       guten Dinge sind drei. Beim nächsten
     wird dieses Sprichwort um auszudrücken,       Mal klappt es!“ Doch warum genau
     dass man etwas schneller machen soll.         beim dritten Mal? Man führt diese Re-
     Zum Beispiel: „Kannst du nicht mal einen      dewendung auf die Juristik der alten
     Zahn zulegen, sonst verpassen wir noch        Germanen zurück. Damals bezeichne-
     den Unterricht!“ Zurückzuführen ist diese     te man mit dem Wort „Ding“ keine
     Redewendung auf das Mittelalter, da das       Sache oder einen Gegenstand, sondern
     Essen damals meist in einem Topf über         benutzte das Wort als Synonym für
     einem Feuer zubereitet wurde. Dabei wur-      Gerichtsverhandlungen. Zudem galt
     de eine Art Schiene mit Zacken verwendet,     die Regel: Wenn man vom Gericht
     um den Topf über das Feuer zu hängen.         vorgeladen wurde und dreimal nicht
     Diese Zacken wurden auch als Zähne be-        erschien, gewann automatisch der Klä-
     zeichnet. Wollte man nun, dass das Essen      ger. Deshalb sagte man dann auch
     schneller fertig war, musste man den Topf     „alle guten Dinge sind drei.“
     einen Zacken tiefer hängen, damit dieser
     näher im Feuer hang, um die Temperatur
     im Topf zu erhöhen.

                                                                           „Aller guten
     Ein weiters weitverbreitetes Sprichwort
     lautet „jemandem auf den Leim gehen“.
     Dieses bedeutet soviel wie von jemandem                               Dinge sind
     betrogen oder getäuscht zu werden. Doch
     was hat Leim mit Täuschung zu tun? Frü-
                                                                           drei!“
     her fing man mit einer rechtgrausamen
     Methode Vögel, dazu bestrich man Zweige
     und Äste mit Leim, sodass Vögel auf ihnen

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Mein Tierheimbesuch
                         Von Lilien Baumbach

     Viele Kinder möchten ein Haustier. Ein Hund, ei-
     ne Katze, …. Doch nur wenige wissen, wie
     viel Verantwortung und Arbeit ein eigenes Tier ist.
     Wer Glück hat, bekommt, zum Bei-
     spiel, einen Hund. Klar, ist es toll, wenn jemand
     zum Spielen da ist. Ein Hund ist schön weich
     und süß und vermittelt Lebensfreude. Dann kommen
     die Probleme:

     Wer kümmert sich um den Hund?

     Wer geht mit ihm Gassi?

     Wer füttert ihn?

     Niemand hat Lust und der Hund landet
     im Tierheim. Dort fühlt er sich verlassen und weiß
     nicht, was er falsch gemacht hat. Dies kann bei Tie-
     ren zu einem Trauma führen.

     Dieses Jahr war ich im Berta-Bruch Tierheim zu Besuch.
     Das Tierheim liegt neben einem Wald, was sehr prak-
     tisch ist. Ich zählte mindestens 15 Katzen und
     20 Hunde. Ganz zu schweigen von den Kaninchen und
     anderen Nagetieren. Manche Tiere waren krank und
     viele hatten schlimmes erlebt. Alle suchten ein neu-
     es Zuhause. Es ist grausam, wie manche Menschen mit
     ihren Tieren umgehen. Viele sind zu feige, sie abzuge-
     ben. Darum setzen sie die Tiere auf
     die Straße. Manchmal werden Hunde einfach irgendwo
     angebunden, im besten Fall vor dem Tierheim. Kanin-
     chen werden manchmal einfach über
     den Zaun geworfen. Wenn ihr ein Haustier möchtet,
     dann denkt doch auch an die Tiere im Tierheim, denn
     sie alle haben ein zuhause verdient.

            Theo-
      dors Heussje
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Theodor Heuss
                        VON TIMO BAUMBACH

     Theodor Heuss war der erste deutsche Bun-
     despräsident. Er wurde am 31. Januar 1884       die damalige Bundesversammlung
     in Brackenheim geboren. Nachdem er das          zum      ersten     Bundespräsidenten
     Abitur absolviert hatte, studierte er in        Deutschlands gewählt. Ab 1950 bezog
     München und Berlin Nationalökonomie             er die Villa Hammerschmidt als Amts-
     und Kunstgeschichte. Da er schon während        sitz. Er versuchte, das Ansehen
     des Studiums im journalistischen Bereich        Deutschlands in der Welt zu verbes-
     tätig gewesen war, begann er den Beruf des      sern. Außerdem versuchte er, das
     Journalisten nach seiner Ausbildung. Er         deutsche Volk auf die Zukunft in ei-
     war aufgrund einer leichten Schulterverlet-     nem demokratischen Staat vorzuberei-
     zung nicht verpflichtet, den Wehrdienst         ten. Das Amt des Bundespräsidenten
     anzutreten. Er war evangelisch und ab 1908      interpretierte er als Hüter der Verfas-
     mit Elly Knapp verheiratet. Am 12.12.1963       sung. Er bestimmte die Nationalhymne
     starb er in Stuttgart an Folgen einer Bein-     und schuf zwei Orden.
     amputation.                                     1952 hielt Heuss eine Rede im ehemali-
     1924 zog er auf Seiten der DDP (Deutsche        gen     Konzentrationslager    Bergen-
     Demokratische Partei) in den Reichstag.         Belsen, in der er die deutschen Bürger
     1932 veröffentlichte er ein Buch über Hitler    dazu aufforderte, sich damit auseinan-
     namens „Hitlers Weg“. In diesem Buch            derzusetzen, dass es wahr war, dass an
     schrieb er über alles Positive und Negative;    vielen Juden im zweiten Weltkrieg Ver-
     er erkannte einerseits alles an, was bedeu-     brechen durch das NS-Regime verübt
     tend, großzügig und mitreißend an einer         wurden.
     Volksbewegung und ihrem Führer war, an-         Er sollte sogar die Möglichkeit erhal-
     dererseits stellte er alle Fehler Hitlers er-   ten, ein drittes Mal das Amt des Bun-
     barmungslos dar. Durch dieses Buch mach-        despräsidenten ausüben zu dürfen, da
     te er – vor allem bei Nationalsozialisten –     er den Deutschen als perfekter Mann
     negativ auf sich aufmerksam.                    für dieses Amt erschien. Doch er lehn-
     1946 wurde er zum Vorsitzenden der DVP          te ab.
     (Demokratische Volkspartei) in einem
     amerikanischen Besatzungsgebiet, welches
     auch US – Zone genannt wurde. Er widmete
     sich auch der Vorstandsarbeit der
     „Demokratischen Partei Deutschlands“
     und war einer der Gründer des Bundesver-
     bandes der „liberalen westdeutschen Par-
     teien“, der sich im Dezember 1948 als FDP
     (Freie Demokratische Partei) bildete. Von
     ebendieser Partei wurde er auch der erste
     Bundesvorsitzende.

     Theodor Heuss wurde am 12.09.1949 durch

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