Vollständiger digitaler Workflow
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Der komplette Fall Vollständiger digitaler Workflow … … mit integriertem Dentalscan und nanokeramischer Hybrid-CAD/CAM-Disc Miguel Stanley, Inês Miguel, Ana Paz, Catarina Rodrigues, Inês Correia Eine sorgfältige Planung einer ästhetischen und funktionalen Behandlung ist für Pati- enten mit Bruxismus von entscheidender Bedeutung. Ein männlicher Patient mittleren Alters mit einer bekannten Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) suchte die White Clinic auf und gab an, dass er mit seinen Zähnen u. a. auch aufgrund von Verfärbungen unzufrieden war. Die klinische Untersuchung ergab, dass der bekannte Bruxismus beim Patienten sowohl zu Abrasionen als auch zu Muskelschmerzen geführt hatte. Die spä- tere Behandlung bestand aus einer minimalinvasiven Full-Mouth-Rehabilitation und der Anfertigung von prothetischen Arbeiten mit CAD/CAM-Technologie unter Verwen- dung modernster Nano-Hybrid-Materialien für indirekte Restaurationen (Grandio disc, VOCO). Der Fall konnte erfolgreich abgeschlossen werden und der Patient zeigte sich mit den Resultaten ausgesprochen zufrieden. Anamnese • Alter und Geschlecht des Patienten: männlich, 44 Jahre • Anlass für den Besuch beim Zahnarzt: Der Patient kam in die White Clinic und beklagte den zuneh- menden Verlust der Bisshöhe. Er berichtete ebenfalls über beidseitige Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks sowie ästhetische Beeinträchtigungen, die seiner Meinung nach durch Verfärbun- gen verursacht wurden. Darüber hinaus gab er an, mit seinem Lächeln sehr unzufrieden zu sein und äußerte den Wunsch nach einer vollumfänglichen Rehabilitation. • Allgemeine und spezielle Vorgeschichte: Der Patient wies in der zahnmedizinischen Anamnese routinemäßige zahnmedizinische Maßnahmen, geringfügige restaurative Behandlungen und eine KFO-Behandlung im Kindesalter auf. Darüber hinaus gab er an, über seine Bruxismuserkran- kung aufgeklärt zu sein. Seine allgemeinmedizinische Krankengeschichte ergab in Bezug auf den Gesundheitsstatus keine Auffälligkeiten. Der Patient gab darüber hinaus an, viel Kaffee zu trinken. • Patientenerwartungen – das Hauptanliegen des Patienten lautete: „Ich möchte meine Zähne wie- der in Form bringen lassen“. Er zeigte sich hoffnungsvoll und zuversichtlich in Hinblick auf die Möglichkeit einer erfolgreichen Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik seines Gebisses. 16 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall Abb. 1: Ausgangssituation – extraorale Bilder. Abb. 2: Ausgangssituation – Nahaufnahme. Befunde Radiologische Untersuchungen wie 2D-Röntgenaufnahmen als Röntgenstatus und ein DVT (Digitale Volumentomografie), welches 3D-Aufnahmen von den Hart- und Weichgeweben erzeugte, haben zwar eine kariöse Läsion, aber keine Anzeichen für periapikale Erkrankungen ergeben. Mithilfe von computergestützten Okklusionsanalysen, die mit Tekscan und T-scan (Tekscan) erhoben wurden, konnte sowohl im statischen als auch dynamischen Modus die Verteilung der Okklusionskräfte innerhalb der Zahnbögen in unterschiedlichen klinischen Situationen analysiert werden. Deutliche Anzeichen für Parafunktionen konnten dabei verifiziert werden. Daraus ergab sich eine funktionelle Rehabilitation als therapeutisches Hauptziel. Es wurden klinische Protokolle und eine Behandlungsplanung erstellt. Die fotografische Dokumen- tation relevanter Aspekte von der klinischen Situation und des Behandlungsablaufs sollen in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden. ddm | Ausgabe 1 | 2021 17
Der komplette Fall Abb. 3: Ausgangssituation – intraorales Bild – Frontansicht. Abb. 4: Ausgangssituation – intraorale Bilder – Front- und Seitenansichten. Abb. 5: Ausgangssituation – intraorale Bilder – Okklusalansichten Abb. 6: Mock-Up (Structur 3, A1, VOCO). Die extraorale Untersuchung hat ergeben, dass es sich bei dem Patienten um einen gesund ausse- henden Mann mittleren Alters ohne offensichtliche Gesichtsasymmetrie in gutem Allgemeinzustand handelt. Es waren keine submentalen, submandibulären oder andere Halslymphknoten tastbar. Die Kiefergelenke und Mundöffnung waren unauffällig. Die intraorale Untersuchung ergab folgende Befunde: - eine akzeptable Mundhygiene und eine normal gesund erscheinende Mundschleimhaut - die vorhandene Menge an Hartgewebe erschien als Knochenbasis zur Unterstützung der prothe- tischen Arbeiten geeignet zu sein - alle Zähne waren vital und es lag keine auffällige klinische Symptomatik vor - Retainer von Zahn 33 – 43 zur Stabilisierung der mithilfe der kieferorthopädischen Behandlung erreichten Okklusion und zur Prävention von postkieferorthopädischen Rezidiven - es fehlten alle Weisheitszähne sowie die Prämolaren 14 und 24 aufgrund von mehreren Extraktio- nen; diese wurden wohl ausgeführt, um Platz im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung im Kindesalter zu gewinnen Bestehende Composite-Restaurationen wurden an folgenden Zähnen festgestellt: 17 distal; 16 mesial und distal; 25 distal; 37 mesial; 36 mod (mesial-okklusal-distal); 44 bukkal; 45 distal; 46 mod; 47 mod. Bei Zahn 35 konnte eine distale Karies festgestellt werden. Generalisierte Abrasionen der Kauflächen und nicht kariös bedingte zervikale Läsionen mit freiliegendem Dentin und Verfärbungen konnten insbesondere bei den Zähnen 16, 15, 22, 23, 38, 37, 36, 35, 34, 33, 32, 31, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47 und 48 festgestellt werden. Bei der Röntgendiagnostik wurden keine Risse oder Frakturen festgestellt. Die parodontale Untersuchung ergab einen befriedigenden parodontalen Zustand, wobei Zahn- fleischentzündungen mit Sondierungstiefen ≤ 3 mm erhoben werden konnten. Sichtbarer Zahn- stein wurde nicht festgestellt. An den Zähnen 16 palatinal und bukkal, 15 bukkal, 22 – 23 bukkal, 26 palatinal, 34 – 35 bukkal, 31 bukkal (ausgedehnt) und 46 bukkal wurden Gingivarezessionen festge- stellt. Abgesehen von der abnormen Kontur war der bukkale Anteil der Gingiva rosa, gut durchblutet und relativ gesund. Die Interdentalpapillen konnten ohne Besonderheiten eingedrückt werden. 18 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall Diagnose Die Diagnose lautete auf CMD- und Bruxismus-bedingte schwere generalisierte Defekte mit Verlust der Bisshöhe, Verfärbung der Zähne; kariöse Läsion 35 distal und leichte, lokal begrenzte vereinzelte parodontale Veränderungen. Behandlungsplanung Die primären therapeutischen Ziele bestanden in der Rehabilitation von Funktion und Ästhetik im Einklang mit der psychologischen Wahrnehmung des Patienten. Der Behandlungsplan bestand daher aus den nachfolgenden Phasen: 1) Vorbereitung der therapeutischen Schritte - intraoraler Digitalscan - diagnostischer Mock-Up zum Aufbau der Bisshöhe - Präparation der UK- und OK-Zähne für festsitzenden Zahnersatz. 2) Umsetzung der therapeutischen Ziele: - OK- und UK-Rehabilitation mit Befestigung der prothetischen Arbeiten (Veneers, Overlays sowie Kronen). Dieser Ansatz zielte auf die Wiederherstellung von Form, Funktion und Ästhetik hin, sodass ein chir- urgischer Eingriff vermieden werden konnte. Gleichzeitig zielte dieser Ansatz auch auf die Schonung der Zähne zusammen mit der Erhaltung von so viel gesundem Gewebe wie möglich ab. Abfolge der Behandlungsschritte Step-by-step wurden folgende Schritte ausgeführt: - Erhöhung der vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) nach intraoralem Scan (CS 3500, Care- stream Dental) unter Verwendung eines virtuellen Artikulators - Herstellung von Modellen mittels 3D-Druck aus lichthärtendem Acrylharz (V-Print model beige, VOCO); dies erfolgte durch Export der endgültigen STL-Dateien von digitalen Wax-Ups an den 3D-Drucker (Solflex 650; VOCO) - Herstellung von Tiefziehschienen aus Kunststoff auf den obengenannten Modellen; eine Schiene sollte als Negativform für die Herstellung des Mock-Up aus einem selbsthärtenden nano-gefüll- ten Composite verwendet werden; das Material sollte ideal für provisorische Kronen und Brücken geeignet sein (Structur 3, A1, VOCO) - konventionelle provisorische Befestigung des Mock-Up mit einem dualhärtenden und Compo- site-basierten Zement (Bifix Temp, VOCO); der Patient verbrachte einige Wochen mit dem proviso- rischen Mock-Up im Mund, um die Anpassung an die neue vertikale Dimension testen zu können; das erfolgte so lange, bis er angab, dass er mit der Situation ohne Muskelschmerzen zurechtkam - Präparation der Oberkieferzähne in Einklang mit den herkömmlichen Regeln für Vollkeramik-Res- taurationen; die definitiven Kronen auf den Zähnen 16 – 26 wurden daraufhin aus einem nanoke- ramischen Hybrid-Composite-Material (Grandio disc, A2 Low Translucent, VOCO) gefräst - Präparation auch der Unterkieferzähne in Einklang mit den herkömmlichen Regeln für Vollkera- mik-Restaurationen; die definitiven Veneers in regio 33 – 43 sowie Overlays von den Prämolaren bis zu den zweiten Molaren wurden aus gefrästem Nano-Hybrid-Composite (Grandio disc, A2 LT, VOCO) hergestellt - für die optimale Haftung wurde die zu befestigende Oberfläche der Restauration mit Aluminium- oxid (25 – 50 µm) bei 1,5 – 2,0 bar gestrahlt, während der gleichzeitig generierte Staub mit einer Absaugvorrichtung entfernt wurde; zur Reinigung der vorbehandelten Restaurationen wurde ein Ultraschallbad verwendet. Die Trocknung erfolgte mit ölfreier Luft. Die Innenflächen der zu befes- tigenden Restaurationen wurden dann mit einem Silan-Haftvermittler (Ceramic Bond, VOCO) kon- ditioniert ddm | Ausgabe 1 | 2021 19
Der komplette Fall - definitive adhäsive Befestigung der indirekten Restaurationen, wobei als dualhärtendes Univer- sal-adhäsiv Futurabond U (VOCO) auf dem Zahn sowie ein permanentes, dualhärtendes Befes- tigungssystem (Bifix QM, VOCO) auf den Innenflächen der zu befestigenden Restaurationen ver- wendet wurden - die Polymerisation erfolgte durch ein Hochleistungs-LED-Lichthärtegerät (Celalux 3, VOCO) Abb. 7: Vergleich zwischen Ausgangssituation (A) und Mock-Up (B) – extraorale Ansicht. Abb. 8: Minimalinvasive Präparation der Oberkieferzähne. Ergebnis Die Vorher-Nachher-Situation im Vergleich zeigt: Die Wiederherstellung einer bis dahin nicht zufrie- denstellenden Form und Funktion der Zahnreihen wurde durch vollständige Rehabilitation der Ober- und Unterkieferzähne erzielt. Begründung der therapeutischen Entscheidung Alle relevanten Befunde für die Diagnostik bei Patienten mit Bruxismus mit dadurch einhergehenden Verlust von Zahnhartsubstanz (Jaeggi et al. 2006) wurden vor der Behandlung erhoben (Davies et al. 2002; Al-Omiri et al. 2006; Mehta et al. 2012). Minimalinvasive Behandlungen, die auf den Erhalt der gesunden Zahnsubstanz abzielen, gewinnen heute immer mehr an Bedeutung (Stanley, 2018). Mithilfe der Adhäsivtechnik in Kombination mit modernen Restaurationsmaterialien werden Zahn- ärzte heute in die Lage versetzt, Resultate im Rahmen der indirekten Restauration zu erzielen, die sich hinsichtlich Funktion und Ästhetik kaum mehr von natürlichen Zähnen unterscheiden lassen. 20 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall Abb. 9: Definitive Kronen für den Oberkiefer, gefräst aus Nano-Keramik- Abb. 10: Minimalinvasive Präparation der Unterkieferzähne. Hybrid-Composite-Material (Grandio disc, A2 LT). Hier werden Restau- rationen gezeigt, die zuvor mit einem permanenten Befestigungsmate- rial (Bifix QM) zementiert wurden. Die Kronen wurden folgendermaßen vorbehandelt: Strahlen der inneren und zu befestigenden Oberfläche mit Aluminiumoxid > Ultraschallbad > Trocknen für 5 sec > Reinigung mit Alkohol > Ceramic Bond für 60 sec > Trocknen für 5 sec. Vor der Befestigung der Kronen wurde Futurabond U auf die präparierten Zähne aufgetragen. Es wurde vorab eine Visualisierung des Behandlungsziels durchgeführt, sodass eine Führung der geplanten Behandlung mithilfe eines virtuellen Wax-Up vor der Behandlung und einem hergestell- ten diagnostischen Mock-Up, das später für funktionelle und ästhetische Referenzzwecke genutzt werden konnte, erfolgte (Edelhoff et al. 2016). Im nächsten Abschnitt soll beleuchten werden, in wel- cher Weise die speziellen Eigenschaften der verwendeten Materialien zum Erreichen der positiven Ergebnisse beigetragen haben. Materialindikationen und -vorteile Structur 3 ist ein Material bestehend aus SC-Nano-Füllungscomposite, das für die Herstellung von Langzeitprovisorien und temporären indirekten Restaurationen sowie für die Unterfütterung von vorgefertigten, provisorischen Kronen geeignet ist. Dank der Kartusche im Mischverhältnis 1:1 ist die Abgabe einfach, schnell und zuverlässig. Die intraorale Abbindezeit ist ebenfalls kurz. Die elastische Phase ermöglicht eine schnelle Entfernung vom präparierten Zahn. Die provisorischen Restaurati- onen aus Structur 3 verfügen aufgrund von acht Farbtönen und natürlichem Fluoreszenz- sowie Glanzgrad über exzellente ästhetische Eigenschaften. Eine extra Politur ist nicht erforderlich, da eine glänzende Restaurationsoberfläche allein schon durch die Entfernung der Inhibitionsschicht erzielt wird. Die Restaurationen sind aufgrund der hohen Druck- und Biegefestigkeit überaus langlebig. Futurabond U ist ein hochwertiges Universal-Adhäsiv, das die Verbindung aller direkten und indi- rekten Restaurationen in allen Kavitätsklassen bei Verwendung eines beliebigen methacrylatbasier- ten LC-, DC- oder SC-Composites, Stumpfaufbaumaterials oder Zements ermöglicht. Futurabond U eignet sich neben dem Einsatz bei intraoralen Reparaturen ohne zusätzlichen Primer auch für die Behandlung von überempfindlichen Zahnhälsen und als Schutzschicht für Glasionomer-Zement- Restaurationen, für die Versiegelung von Kavitäten vor Amalgam-Restaurationen oder die provisori- sche Befestigung bzw. die Befestigung von Wurzelstiften mit DC- oder SC-Befestigungscomposites. Es erleichtert als universell einsetzbares Adhäsiv für alle direkten sowie indirekten Restaurationen aus methacrylatbasierten Materialien viele Behandlungsschritte. Es bietet eine bessere Haftleistung als andere Adhäsive bei gleichzeitiger Feuchtigkeitstoleranz. Darüber hinaus ist es mit allen methac- rylatbasierten Materialien ohne Aktivator für DC kompatibel. Mithilfe der „SingleDose“-Darreichungs- form kann Futurabond U leicht, hygienisch und schnell in nur einer Schicht (applizieren > trocknen ddm | Ausgabe 1 | 2021 21
Der komplette Fall Abb. 11: Die definitiven Veneers (Zahn 33 – 43) sowie Overlays (Zähne Abb. 12: Endsituation – intraorales Bild – Frontansicht – obere Kronen 34 – 37 und 44 – 47) für den Unterkiefer wurden ebenfalls aus Nano- bzw. untere Restaurationen aus gefrästem Nano-Hybrid-Composite Keramik-Hybrid-Composite (Grandio disc, A2 LT) gefräst. Hier werden (Grandio disc). Restaurationen gezeigt, die zuvor mit einem permanenten Befesti- gungsmaterial (Bifix QM) zementiert wurden. Veneers und Seiten- zahnrestaurationen wurden folgendermaßen vorbereitet: Strahlen der inneren, abzudichtenden und zu befestigenden Oberfläche mit Aluminiumoxid > Ultraschallbad > Trocknen und Reinigung mit Alkohol > Ceramic Bond für 60 Sekunden > Trocknen für 5 Sekunden. Vor der Befestigung wurde Futurabond U auf die präparierten Zähne aufgetragen. Abb. 14: Endsituation – intraorale Bilder – Okklusalansichten – vollstän- dige Rehabilitation mit Restaurationen aus gefrästem Nano-Hybrid- Composite (Grandio disc). Abb. 13: Endsituation – intraorale Bilder – Frontansicht / Seitenan- sichten – Kronen, Veneers und Overlays hergestellt aus gefrästem Nano-Hybrid-Composite (Grandio disc). Abb. 15: Vergleich zwischen der Ausgangs- und der Endsituation des Abb. 16: Endsituation – extraorales Bild – vollständige Rehabilitation Oberkiefers. A) Ausgangssituation B) Endsituation, erreicht durch eine mit Restaurationen aus gefrästem Nano-Hybrid-Composite (Grandio vollständige Rehabilitation mit Kronen aus gefrästem Nano-Hybrid- disc, A2 LT). Composite (Grandio disc). 22 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall Abb. 17: Endsituation – extraorale Bilder – Vergleich zwischen Ausgangssituation (A) und Endsituation (B). Exzellente Resultate aufgrund eines vollständig digitalen Workflows mithilfe der CAD/CAM-Technologie wie Dentalscan und der Verwendung von Nano-Hybrid-Composite. > härten in nur 35 sec) aufgetragen werden, wobei gleichzeitig eine Lösungsmittelverdampfung verhindert wird. Je nach Bedürfnissen und Anforderungen sind alle Self-, Selective- oder Total-Etch- Techniken für den Zahnarzt möglich. Es ist keine Kühlung erforderlich. Bifix Temp ist ein Composite-basiertes DC-Material für die herkömmliche temporäre Befestigung von provisorischen Restaurationen, z. B. Kronen und Brücken. Es ist ein transluzenter temporärer Zement mit zahnähnlicher Farbgebung für ästhetische Restaurationen. Das duale Härtungsverfahren ermög- licht flexible Aushärtungszeiten (Abbindezeit max. 4 min) durch die Verwendung einer Polymeri- sationslampe. Außerdem erfolgt nach einer kurzen Lichthärtung (Tack Curing) die Entfernung der Zementüberschüsse bequem in einem Stück. Bei Bifix Temp handelt es sich um einen eugenolfreien Zement, der sich aufgrund dieser Eigenschaft besonders gut für die Verwendung bei einer dauer- haften adhäsiven Befestigung eignet (hier Bifix QM), da er seine Aushärtung in keiner Weise beein- flusst oder beeinträchtigt. Tatsächlich kann Eugenol die Aushärtung von Befestigungscomposites hemmen, wenn diese später in der Phase der dauerhaften Befestigung verwendet werden sollen (Ribeiro JCV et al, 2011). Bei Grandio discs und Grandio blocs handelt es sich um ein Nano-Hybrid-Composite, das für die Her- stellung von permanenten indirekten Einzelzahnrestaurationen wie z. B. Kronen (auch implantatge- stützten Kronen im CAD-/CAM-Verfahren), Veneers, Inlays und Onlays geeignet ist. Die Grandio disc besteht aus Nano-Hybrid-Composite und ermöglicht minimalinvasive Präparationen. Das Material weist eine unübertroffene Ähnlichkeit mit natürlichen Zähnen sowie exzellente physikalische Werte in Bezug auf Biegefestigkeit und Abriebfestigkeit (Zwei-Körper-Abrieb) aufgrund des Füllstoffgehalts von 86 % w/w auf, womit es bei der Behandlung von Patienten mit Bruxismus eine optimale Option darstellt. Durch den Einsatz dieses Materials können auch signifikante Kosteneinsparungen erreicht ddm | Ausgabe 1 | 2021 23
Der komplette Fall werden. Es besteht kein Erhitzungsbedarf im Vergleich zu Vollkeramik-Restaurationen. Die Reparatur von Vollkeramik erweist sich als schwieriger. Und nicht zuletzt ist Grandio disc für Fräsbearbeitungen auch bei dünn auslaufenden Kanten ideal. Bifix QM ist ein Composite-basiertes DC-Material für die permanente adhäsive Befestigung von Kro- nen, Brücken und Klebebrücken (Maryland-Brücken), Veneers, Inlays, Onlays, Teilkronen und Wur- zelstiften. Bei Bifix QM handelt es sich um einen permanenten Zement, der sich für alle Restaura- tionsmaterialien eignet und eine exzellente Haftung auf Dentin und Zahnschmelz aufweist. Seine Röntgendichte ist so bemessen, das er auf Röntgenbildern erkannt werden kann. Er verfügt mit drei verfügbaren Farbausführungen über eine gute Ästhetik. Die Applikation mit der QM-Spritze ermög- licht eine blasenfreie direkte und effiziente Applikation. Schlussfolgerungen Der Patient war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da „die Behandlung exzellente Ergebnisse hervor- gebracht hat“. Der Behandlungserfolg ist zu nicht kleinem Anteil der umfangreichen, digitalen Unter- stützung geschuldet. Diese trug dazu bei, dass besser beeinflussbare und vorhersehbare Ergebnisse erreicht werden konnten. Darüber hinaus haben neben den hochmodernen digitalen Technologien auch die qualitativ hochwertigen Materialien dabei geholfen, die vorzeigbaren Ergebnisse zu erzie- len. Lernkurveneffekte sind in einem Prozess auf dem Weg zu einem guten Ergebnis immer erforder- lich; allerdings verhilft die moderne digitale Technologie dem Zahnarzt und seinem Team zu besser vorhersehbaren und schnelleren Ergebnissen. CAD/CAM-Materialien aus Nano-Hybrid-Composites stellen eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Materialien dar: Sie sind günstiger und einfacher zu reparieren. Dr. Miguel Stanley Literaturverzeichnis 1. Al-Omiri MK, Lamey PJ., Clifford T. Impact of tooth wear on daily living. Int J Prost- Dr. Miguel Stanley ist der klinische hodont 2006;19:601-5. Leiter der vor 20 Jahren gegründeten 2. Davies SJ, Gray RJM., Qualtrough AJE. Management of tooth surface loss. Br White Clinic mit Sitz in Lissabon, Dent J 2002;192:11-23. Portugal. Mit seinem Know-How 3. Edelhoff D, Liebermann A, Beuer F, Stim- melmayr M., Güth JF. Minimally invasive in Implantologie, kosmetischer treatment options in fixed prosthodon- Zahnheilkunde und funktioneller tics. Quintessence Int 2016;47:207-16. Okklusion umfasst sein Ansatz der 4. Jaeggi T, Grüninger A, Lussi A. Resto- rative therapy of erosion. Mon Oral Sci Advanced Biological Comprehensive 2006;20:200-14. Dentistry den gesamten Aktionsra- 5. Yassine H. The mock-up: your everyday tool international dentistry – African dius der modernen Zahnheilkunde. edition 2018;8(1) Er hat bereits über 200 Vorträge in 6. Mehta SB, Banerji S, Millar BJ., mehr als 50 Ländern gehalten. Suarez-Feito JM. Current concepts on the management of tooth wear. Part I: assessment, treatment planning and stra- tegies for the prevention and the passive Kontakt: management of tooth wear. Br Dent J Dr. Miguel Stanley, DDS 2012;212:17-27 7. Ribeiro JCV, Coelho PG, Janal MN, Silva White Clinic NRFA, Monteiro AJ, Fernandes CAO. Rua Dr. António Loureiro Borges. The Influence of Temporary Cements on Dental Adhesive Systems for Luting Edif. 5, 1° Andar Arquiparque; Cementation. J Dent 2011; 39(3):255-62 1495-131 Algés 8. Stanley, M., Paz, A.G., Miguel, I. et al. Fully PRT-Lissabon digital workflow, integrating dental scan, smile design and CAD-CAM: case report. scientificdepartment@whiteclinic.pt BMC Oral Health 24 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall VITA VIONIC VIGO® Der smarte Zahn für digitale Prothesen. Informationen und Termine der VITA AKADEMIE virtuell unter: www.vita-zahnfabrik.com/AKADEMIE_VIRTUELL_DDM Kostenfreie Online Workshops Nicht verpassen und gleich telefonisch anmelden! +49 (0) 7761 / 562 - 235 Ute Schmidt Koordinatorin Kurswesen D/A/CH ddm | Ausgabe 1 | 2021 25
Der komplette Fall Abrechnungsbeispiel: Vollständiger digitaler Workflow … … mit integriertem Dentalscan und nanokeramischer Hybrid-CAD/CAM-Disc Martina Weidinger Ausgangsbefund / Therapieplanung: OK- / UK-Rehabilitation mit Kronen / Veneers / Overlays Beispielberechnung eines PKV-Patienten: Zähne Geb.-Nr. Bezeichnung Anz. Faktor Denkbare vorbereitende Maßnahmen: 0040 Aufstellen eines schriftlichen Heil- und Kostenplans bei kieferorthopädischer Behandlung 1 2,3 oder bei funktionsanalytischen und funktionstherapheutischen Maßnahmen nach Befundaufnahme und Ausarbeitung einer Behandlungsplanung 0010 Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen 1 2,3 Ä1 Beratung eines Kranken, auch fernmündlich 1 2,3 4000 Erstellen und Dokumentieren eines Paradontalstatus 1 2,3 1040 Professionelle Zahnreinigung 26 2,3 – 3,5 Ä5000 Röntgenbild je Projektion 12 1.8 Ä5370 Computergesteuerte Tomografie im Kopfbereich – ggf. einschl. kranio-zervikalen Übergangs 1 1,8 Ä5377 Zuschlag f. computergest. Analysen einschl. nachfolgender 3D- Rekonstruktion 1 1,8 T-Scan-Anlayse etc. Die Leistung „okklusale druckabhängige Kontaktanalyse“ ist weder in der GOZ, noch in der GOÄ abgebildet. (nach §6/1 analog berechnen) Fotostatus § 6 Abs. 1 oder als Verlangensleistung nach § 2 Abs. 3 zu berechnen 1 1,8 8000ff Okklusionsprotokolle 2,3 – 3,5 0070 Vitalitätsprüfung eines Zahns oder mehrerer Zähne einschließl. Vergleichstest, je Sitzung 1 2,3 denkbar 4005 Parodontaler Screening Index 1 2,3 1000 Erstellung eines Mundygienestatus 0060 Abformung beider Kiefer für Situationsmodelle und einfache Bissfixierung einschließlich Auswertung 1 2,3 zur Diagnose oder Planung (zzgl. Abformmaterial) OK / UK 0065 Optisch-elektronische Abformung einschl. vorbereitender Maßnahmen, einfache digitale 4 2,3 – 3,5 Bissregistrierung und Archivierung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 16 – 23, 0080 Oberflächenanästhesie 4 3,0 47 – 37 16 – 26 0090 bzw. Infiltrationsanästhesie je Zahn 10 2,3 (zzgl. Materialkosten und Anästhetikum) 47 – 37 0100 Intraorale Leitungsanästhesie 2 2,3 (zzgl. Materialkosten und Anästhetikum) OK / UK 2030 Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten (z. B. Separieren, Beseitigen 4 3,5 störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich OK / UK 4070 Parodontalchirurgische Therapie (insbesondere Entfernung subgingivaler Konkremente und Wurzel- 18 2,3 – 3,5 glättung) an einem einwurzeligen Zahn oder Implantat, geschlossenes Vorgehen bzw. 4075 Parodontalchirurgische Therapie (insbesondere Entfernung subgingivaler Konkremente und Wurzel- 6 2,3 – 3,5 glättung) an einem mehrwurzeligen Zahn, geschlossenes Vorgehen. Ok, Uk 0065 Optisch-elektronische Abformung einschließlich vorbereitender Maßnahmen, einfache digitale Bissregistrierung und Archivierung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 4 3,5 (neben der Leistung nach der Nummer 0065 sind konventionelle Abformungen nach diesem Gebührenverzeichnis für dieselbe Kieferhälfte oder denselben Frontzahnbereich nicht berechnungsfähig.) 16 – 26, 2270 Provisorium im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung 26 3,5 37 – 47 (zzgl. BEB Position 1401) 8000ff FAL Leistungen individuell abstimmen und kalkulieren 26 ddm | Ausgabe 1 | 2021
Der komplette Fall Die Leistung „Herstellung eines ,Mock-Up“ ist weder in der GOZ noch in der GOÄ beinhaltet. Berechnungsmöglichkeit: Zahntechnische Leistungen, die der Zahnarzt chairside oder im Eigenlabor erbringt, können gemäß § 9 GOZ (ggf. BEB) berechnet werden. Die Beratung anhand der angefertigten Wax- / Mock-Up-Modellen kann nach der Position Ä1 oder Ä3 berechnet werden. EMPFEHLUNG: Die Zahnfarbenbestimmung sowie ggf. das Einprobieren der Rohlinge mit einer BEB Position kalkulieren unter Berücksichtigung des Zeitaufwandes. Digitale Planung Die digitale Planung des gewünschten Behandlungsergebnisses kann gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden. Zähne Geb.-Nr. Bezeichnung Anz. Faktor Eingliederung der Veneers / Kronen / Overlays: OK / UK 0080 Intraorale Oberflächenanästhesie je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 4 2,3 16 – 26 0090 Intraorale Infiltrationsanästhesie 10 2,3 (zzgl. Materialkosten für Anästhesie-Material) 47 – 37 0100 Intraorale Leitungsanästhesie 2 3,0 (zzgl. Materialkosten für Anästhesie) OK, UK 2030 Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten (z. B. Separieren, Beseitigen 4 3,5 störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich denkbar OK, UK 2040 Anlegen von Spanngummi, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 4 3,5 (Muss der Spanngummi während der Behandlung öfters neu gelegt werden, kann dies jedes Mal berechnet werden. Ein Hinweis auf der Rechnung ist sehr zu empfehlen.) 47 – 37 2220 Versorgung eines Zahns durch eine Teilkrone mit Retentionsrillen oder -kästen oder mit Pinledges 14 3,5 einschl. Rekonstruktion der gesamten Kaufläche, auch Versorgung eines Zahns durch ein Veneer (ggf. Honorarvereinbarung) 47 – 37, 2197 Adhäsive Befestigung (plastischer Aufbau, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer etc.) 24 3,5 16 – 26 16 – 26 2210 Versorgung eines Zahnes durch eine Vollkrone (Hohlkehl- oder Stufenpräparation) 10 3,5 Ä6 Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme: alle 1 2,3 Augenabschnitte, der gesamte HNO-Bereich, das stomatognathe System, die Nieren und ableitenden Harnwege (bei Männern auch ggf. einschließl. der männlichen Geschlechtsorgane) oder Untersuchung zur Erhebung eines vollständigen Gefäßstatus – ggf. einschl. Dokumentation. Die Berechnung der kons. Begleitleistungen (wie evtl. Aufbaufüllungen, Cp etc.) erfolgt je nach Aufwand und Schwierigkeit sowie aller Auslagen nach §4 Abs. 3 der GOZ. Materialkosten werden nach §9 GOZ nach BEB berechnet und individuell kalkuliert. Diese Muster-Berechnung basiert auf der gültigen GOZ 2012 unter Berücksichtigung des Bremer Kurzkommentars und der Empfehlung des aktuellen BZÄK Kommentars. Der Inhalt ist ohne Gewähr! ZMV Martina Weidinger • 1983 Abschluss der Ausbildung zur • Fortbildung: Intensivseminare Kontakt: Zahnarzthelferin in den Bereichen BEMA / GOZ / Martina Weidinger • 2006 Abschluss der Fortbildung zur GOÄ-Abrechnung, Implantat- Roggenstraße 40 zahnmedizinischen Verwaltungsas- abrechnung, Kommunikation, D-86356 Neusäß sistentin Praxismarketing, Rentabilität der Weidinger-Wege@gmx.net • seit 2006 freiberuflich tätig in Praxisleistung verschiedenen Praxen im Bereich • Publikation von Fachartikeln und Abrechnung, Management, diverser Abrechnungswerke Verwaltung • Referententätigkeit für die Bereiche • seit 2020 Leitung Zentrale Abrech- Abrechnung, Verwaltung, Organi- nung bei Dentadox sation, Praxismanagement ddm | Ausgabe 1 | 2021 27
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