Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?
Der globale Kampf gegen den
Adipositas-Tsunami: Kann die
Wissenschaft eine Lösung bieten?
Diese Fortbildungsmaßnahme wird durch einen unabhängigen Fortbildungszuschuss von
Novo Nordisk gefördert.

                 http://medscape.org/roundtable/battle-obesity
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?
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                                  http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

Diese Schulung ist für ein internationales Publikum von nicht-US-amerikanischen medizinischen Fachkräften gedacht,
insbesondere Endokrinologen, Diabetologen, Allgemeinmediziner, Kardiologen und sonstige Gesundheitsdienstleister, die an der
Betreuung von Personen mit Übergewicht und Adipositas beteiligt sind.

Das Ziel dieser Schulung ist, einen Überblick über das klinische Profil neuer Medikamententherapien zu geben, die auf
physiologische Mechanismen abzielen, um Patienten mit Adipositas zu behandeln.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nach dem Abschluss der Schulung in der Lage sein:

•     die Verbindung zwischen den zusammenhängenden globalen Adipositas- und Typ-2-Diabetes-Epidemien sowie deren
      Verbindungen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den Vorteilen einer moderaten Gewichtsabnahme zu diskutieren
•     das physiologische Zusammenspiel zwischen den Darm-, Gehirn- und Fettzellen und den zahlreichen hormonellen
      Signalen vor dem Hintergrund der physiologischen neuroendokrinen Mechanismen, die die Regulierung des Appetits, die
      Energiebilanz und die Gewichtsabnahme vermitteln, zu erklären
•     die Begründung für neue Therapien zur Gewichtsabnahme und die klinischen Nachweise dafür, dass Gewichtsabnahme die
      mit Adipositas verbundenen Komorbiditäten verhindern kann, zu evaluieren

Informationen über Autoren/Fakultätsmitglieder und Offenlegungserklärungen

Informationen über Autoren/Fakultätsmitglieder und Offenlegungserklärungen

WebMD Global verlangt von jeder Person, die an Fortbildungsangeboten beteiligt ist und deren Inhalt beeinflussen kann, alle
finanziellen Beziehungen der vergangenen 12 Monate, die einen Interessenkonflikt darstellen könnten, offenzulegen.

Moderator:
Nick Finer, MBBS, FRCP, Facharzt für bariatrische Medizin und Endokrinologie, University College Hospitals, London;
Honorarprofessor, Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, University College, London

Offenlegung: Nick Finer, Dr. med., hat folgende relevanten finanziellen Beziehungen offengelegt:

Hat als Berater oder Gutachter agiert für: Arena Pharmaceuticals, Inc.; Novo Nordisk; Orexigen Therapeutics, Inc.; VIVUS Inc.

Hat als Referent oder Mitglied eines Referenten-Büros agiert für: Arena Pharmaceuticals, Inc.; Novo Nordisk; Orexigen
Therapeutics, Inc.; VIVUS Inc.

Hat als medizinischer Berater agiert für: Weight Concern (Charity); Prader Willi Association (Charity); Department of Health, UK;
NHS England, UK

Diskussionsteilnehmer
Felipe F. Casanueva, Dr. med., PhD, Leiter der Abteilung für Endokrinologie, Santiago de Compostela, Universitätsklinikum,
Spanien

Offenlegung: Felipe F. Casanueva, Dr. med., PhD, hat keine Angaben zu Interessenskonflikten vorgelegt.

Walmir F. Coutinho, Dr. med., DSc, Professor für Endokrinologie, Catholic University of Rio de Janeiro; Direktor für Forschung und
Bildung, Staatliches Institut für Diabetes und Endokrinologie, Rio de Janeiro, Brasilien; Professor für Endokrinologie, Universidade
Católica do Rio de Janeiro, Rio de Janeiro, Brasilien

Offenlegung: Walmir F. Coutinho, Dr. med., DSc hat folgende relevanten finanziellen Beziehungen offengelegt:

Hat als Berater oder Gutachter agiert für: AstraZeneca Pharmaceuticals LP; Janssen Pharmaceuticals, Inc.; Novo Nordisk

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Hat als Referent oder Mitglied eines Referenten-Büros agiert für: AstraZeneca Pharmaceuticals LP; Janssen Pharmaceuticals, Inc.;
Novo Nordisk

Hat finanzielle Mittel für klinische Forschung erhalten von: Novo Nordisk

Luc F. Van Gaal, Dr. med., Professor für Medizin, Abteilung für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel,
Universitätsklinikum von Antwerpen, Antwerpen, Belgien

Offenlegung: Luc F. Van Gaal, Dr. med., hat folgende relevanten finanziellen Beziehungen offengelegt:
Hat als Berater oder Gutachter agiert für: AstraZeneca Pharmaceuticals LP; Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc.; Eli Lilly
and Company; Janssen Pharmaceuticals; Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C.; Merck & Co., Inc.;
Novartis Pharmaceuticals Corporation; Novo Nordisk; Sanofi

Hat als Referent oder Mitglied eines Referenten-Büros agiert für: AstraZeneca Pharmaceuticals LP; Boehringer Ingelheim
Pharmaceuticals, Inc.; Eli Lilly and Company; Janssen Pharmaceuticals; Johnson & Johnson Pharmaceutical Research &
Development, L.L.C.; Merck & Co., Inc.; Novartis Pharmaceuticals Corporation; Novo Nordisk; Sanofi

Hat finanzielle Mittel für klinische Forschung erhalten von: EU (Hepadip + Resolve consortium)

Herausgeber:
Javier Negron, PhD
Wissenschaftlicher Direktor, WebMD Global, LLC
Offenlegung: Javier Negron, PhD, hat keine Angaben zu Interessenskonflikten vorgelegt.

Anne M. Sendaydiego, PharmD
Wissenschaftliche Direktorin, WebMD Global, LLC
Offenlegung: Anne M. Sendaydiego, PharmD, hat keine Angaben zu Interessenskonflikten vorgelegt.

Inhaltliche Prüfung:
Nafeez Zawahir, Dr. med.
CME Klinischer Direktor
Offenlegung: Nafeez Zawahir, Dr. med., hat keine Angaben zu Interessenskonflikten vorgelegt.

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            DER	
  GLOBALE	
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  GEGEN	
  DEN	
  	
  
            ADIPOSITAS-­‐TSUNAMI:	
  KANN	
  DIE	
  
           WISSENSCHAFT	
  EINE	
  LÖSUNG	
  BIETEN?	
  

              Moderator:	
  	
  
              Nick	
  Finer,	
  MBBS,	
  FRCP	
  	
  
              Professor	
  für	
  Medizin	
  	
  
              Ins/tut	
  für	
  kardiovaskuläre	
  
              Wissenscha:	
  
              University	
  College	
  London	
  
              London,	
  Vereinigtes	
  Königreich	
  	
  

Nick Finer, MBBS, FRCP: Hallo, mein Name ist Nick Finer. Ich bin Professor für Medizin am Institut für kardiovaskuläre
Wissenschaft am University College London. Willkommen zu dieser Diskussionsrunde mit dem Titel Der globale Kampf
gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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        Diskussionsteilnehmer	
  
         	
  
        Luc	
  F.	
  Van	
  Gaal,	
  Dr.	
  med.	
  	
          Walmir	
  F.	
  CouNnho,	
  Dr.	
  med.,	
  DSc	
  
        Professor	
  für	
  Medizin	
                           Professor	
  für	
  Endokrinologie	
  
        Universitätsklinikum	
  von	
  Antwerpen	
              Catholic	
  University	
  of	
  Rio	
  de	
  Janeiro	
  
        Antwerpen,	
  Belgien	
                                 Rio	
  de	
  Janeiro,	
  Brasilien	
  
        	
                                                       	
  
        Felipe	
  F.	
  Casanueva,	
  Dr.	
  med.,	
  PhD	
  
        Professor	
  für	
  Medizin	
  
        Leiter,	
  Abteilung	
  für	
  Endokrinologie	
  
        Universidad	
  de	
  San/ago	
  de	
  Compostela	
  
        San/ago	
  de	
  Compostela,	
  Spanien	
  
        	
  
Ich freue mich, heute hier begrüßen zu können: Luc F. Van Gaal, Dr. med., Professor für Medizin
vom Universitätsklinikum von Antwerpen, Antwerpen, Belgien; Walmir F. Coutinho, Dr. med., DSc, Professor für
Endokrinologie von der Catholic University of Rio de Janeiro, Rio de Janeiro, Brasilien; and Felipe F. Casanueva, Dr.
med., PhD, Professor für Medizin von der Universidad de Santiago de Compostela, Santiago de Compostela, Spanien.
Willkommen.

                                                                                                                               Seite 5
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                   Prävalenz	
  von	
  Adipositas	
  bei	
  Erwachsenen	
  
                      	
  (BMI	
  ≥	
  30,0	
  kg/m2):	
  2000	
  bis	
  heute	
  	
  
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       Trend	
  für	
  schwere	
  Adipositas	
  bei	
  Erwachsenen*	
  
       Gesundheitsstudie	
  für	
  England	
  1993-­‐2012	
  (3-­‐Jahres-­‐Durchschni`)	
  

                                                 4	
  

                                             3,5	
       Frauen	
  
              Prävalenz	
  von	
  schwerer	
  

                                                 3	
     Männer	
  
                  Adipositas	
  (%)	
  

                                             2,5	
  

                                                 2	
  

                                             1,5	
  

                                                 1	
  

                                             0,5	
  

                                                 0	
  

        *Erwachsene	
  (Alter	
  16+)	
  mit	
  schwerer	
  Adipositas	
  (BMI	
  ≥	
  40	
  kg/m2)	
  

      Health	
  &	
  Social	
  Care	
  Informa/on	
  Centre.	
  hQp://www.hscic.gov.uk/catalogue/PUB13219.	
  

Zudem nimmt nicht nur die Zahl der Fälle von Übergewicht und Adipositas zu, sondern auch die Häufigkeit
von schwerer Adipositas steigt überproportional. Das erweist sich als eine sehr ernste Herausforderung für die
Gesundheitsversorgung.

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        Auswirkungen	
  der	
  Adipositas	
  auf	
  das	
  Überleben	
  bei	
  
        Männern	
  im	
  Alter	
  von	
  ≥	
  35	
  Jahren	
  	
  
                                                                                                                                                                     Das	
  Erreichen	
  von	
  BMI	
  32	
  ggü.	
  
                                                         Männlich	
                                                                                                  24	
  im	
  miQleren	
  Lebensalter	
  
                                                                                                                                                                     verringert	
  die	
  Lebenserwartung	
  
                                                        100	
              100	
  
                                            100	
                                                                                                                    um	
  3	
  Jahre	
  
                                                                                              91	
  
                                              90	
                                                                                                            BMI-­‐Varia/onsbreite	
  (kg/m2)	
  
                                              80	
                                                              76	
   77	
                                       22,5-­‐25	
  (MiQelwert	
  24)	
  
                                              70	
                                                                                                                25-­‐30	
  
                   Am	
  Leben	
  (%)	
  

                                                                                                                                                                  30-­‐35	
  (MiQelwert	
  32)	
  
                                              60	
  
                                                                                                                                         49	
   50	
  
                                                                                                                                                                  35-­‐40	
  
                                              50	
                                                                                                                40-­‐50	
  (MiQelwert	
  43)	
  
                                              40	
  
                                              30	
  
                                                                                                                                                                  18	
  
                                              20	
                                                                                                                         15	
  

                                              10	
  
                                                                                                                                                                                             1	
     0	
               0	
  
                                                0	
  
                                                                  40	
               50	
              60	
                     70	
                     80	
                       90	
                     100	
  
                                                                                                                   Alter	
  (Jahre)	
  

      Prospec/ve	
  Studies	
  Collabora/on.	
  Lancet.	
  2009;373:1083-­‐1096.	
  

Das zunehmende Auftreten von Adipositas ist von Bedeutung, weil wir wissen, dass Adipositas die Lebenserwartung
senkt. Die Senkung der Lebenserwartung ist in etwa so groß, wie sie durch das Rauchen von 20 Zigaretten/
Tag verursacht werden würde. Das entspricht einem Verlust von 5 bis 7 Jahren bei Erwachsenen.

 Seite 8
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

        Adipositas	
  ist	
  mit	
  zahlreichen	
  Komorbiditäten	
  
        verbunden	
                                    HKE	
  
                                                                                                            • Atherosklerose	
  (z.	
  B.	
  
                                                                                                              Bluthochdruck,	
  Dyslipidämie)	
  
                             Zerebrovaskuläre	
                                                             • Koronare	
  Herzkrankheit	
  
                                Erkrankung	
  

                           Lungenerkrankung	
  
                       • Obstruk/ve	
  Schlafapnoe	
  
                                                                                                                   RefluxösophagiNs	
  

                                                                          Die	
  Mehrheit	
  der	
  
                           Lebererkrankung	
                               Individuen	
  mit	
                       T2DM	
  	
  
                           • NAFLD	
  
                                                                           Adipositas	
  wird	
  
                                                                                                                                Krebs	
  
                                                                          Komorbiditäten	
                     • Brust	
                • Leber	
  
                       Gallenblasenerkrankung	
  
                                                                           entwickeln	
  [a-­‐c]	
             • Dickdarm	
             • Nieren	
  
                                                                                           	
                  • Speiseröhre	
          • Prostata	
  
                       ReprodukNve	
  Anomalien	
  
                   •      Infer/lität	
  
                   •      Erek/le	
  Dysfunk/on	
  
                                                                                                            OsteoarthriNs/chronische	
  
                                                                                                                  Schmerzen	
  

      a.	
  Catenacci	
  VA	
  et	
  al.	
  Clin	
  Chest	
  Med.	
  2009;30:415-­‐444.	
  
      b.	
  Calle	
  EE	
  et	
  al.	
  N	
  Engl	
  J	
  Med.	
  2003;348:1625-­‐1638.	
  
      c.	
  Bluher	
  M.	
  Exp	
  Clin	
  Endocrinol	
  Diabetes.	
  2009;117:241-­‐250.	
  

Eine Vielzahl von Leiden, Krankheiten und Behinderungen, die alle Organsysteme betreffen können und zu
denen Leberversagen, mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) zusammenhängender Leberkrebs,
obstruktive Schlafapnoe, Asthma, Demenz, Arthritis und das große Problem von Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM)
gehören, gehen mit Adipositas einher. Adipositas ist zu der am meisten vermeidbaren Ursache für schlechte
Gesundheit geworden. Die Frage ist, was werden wir tun, um zu versuchen, dem etwas entgegen zu setzen?

Luc, könnten Sie den Zusammenhang zwischen Adipositas und T2DM ein wenig ausführen?

                                                                                                                                                         Seite 9
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

                        Zusammenhang	
  zwischen	
  BMI	
  und	
  dem	
  
                        Risiko	
  für	
  T2DM	
  

                                                         100,0	
                                                                                                                                                                                   93,2	
  
                                                                                        Männer	
  	
  
             Altersangepasst	
  RelaNves	
  Risiko	
  

                                                          90,0	
  
                                                                                        Frauen	
  
                                                          80,0	
  
                                                          70,0	
  
                                                          60,0	
                                                                                                                                                                 54,0	
  
                                                          50,0	
  
                                                                                                                                                                                                                40,3	
                      42,1	
  
                                                          40,0	
  
                                                                                                                                                                                               27,6	
  
                                                          30,0	
  
                                                                                                                                                                                                                           21,3	
  
                                                          20,0	
                                                                                                              15,8	
  
                                                                                                                                                                                                          11,6	
  
                                                                                                                                                              8,1	
                      6,7	
  
                                                          10,0	
                                                      4,3	
               5,0	
                         4,4	
  
                                                                      1,0	
   1,0	
      1,0	
   2,9	
      1,0	
               1,5	
               2,2	
  
                                                            0,0	
  
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

               Mechanismen,	
  die	
  Adipositas	
  mit	
  Herz-­‐
               Kreislauf-­‐Erkrankungen	
  verbinden	
  
                 • Beteiligung	
  von	
  adipösem	
  Gewebe,	
  Leber	
  und	
  
                   Muskeln	
  an	
  Diabetes	
  und	
  HKE	
  	
  
                          – Adipöses	
  Gewebe	
  sondert	
  eine	
  große	
  Zahl	
  an	
  bioak/ven	
  
                            Mediatoren	
  ab,	
  die	
  nicht	
  nur	
  die	
  Körpergewichts-­‐
                            Homöostase	
  beeinflussen,	
  sondern	
  auch	
  die	
  
                            Insulinresistenz	
  (ein	
  Hauptmerkmal	
  von	
  T2DM)	
  
                                   • Adipokine,	
  TNF-­‐α,	
  IL-­‐6,	
  usw.	
  
                          – Insulinresistenz	
  spielt	
  eine	
  Rolle	
  bei	
  der	
  Ablagerung	
  von	
  
                               ektopischem	
  FeQ	
  in	
  der	
  Leber,	
  den	
  Muskeln	
  und	
  sogar	
  im	
  
                               Herzen	
  
                          	
  
      Van	
  Gaal	
  LF,	
  et	
  al.	
  Nature.	
  2006;444:875-­‐880.	
  

Es gibt zahlreiche Mechanismen, die Adipositas mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbinden. Zum Beispiel sondert
adipöses Gewebe eine große Zahl von bioaktiven Mediatoren ab, wie Adipokine, den Tumor-Nekrose-Faktor Alpha
und Interleukin-6, die nicht nur die Körpergewicht-Homöostase beeinflussen, sondern auch die Insulinresistenz (ein
Hauptmerkmal von T2DM). Daneben spielt Insulinresistenz bei der allgemeinen Rekrutierung von ektopischen Fetten
auf dem Niveau der Leber, Muskeln und sogar dem Herzen eine Rolle. Ich glaube außerdem, dass unter anderem
der pro-inflammatorische Zustand, den wir bei Adipositas beobachten, für die Folgeerkrankungen T2DM und HKE
verantwortlich sein könnte.

                                                                                                                                     Seite 11
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

            Verbindung	
  zwischen	
  NASH	
  und	
  T2DM	
  und	
  HKE	
  
                                                                                  ↑Freie	
  FeQsäuren	
  
                                                                                  ↑Inflammatorische	
  Zytokinine	
  
                                                                                  ↑Adiponek/n	
  
                                                                                  ↑Insulinresistenz	
  
                                                                                                                                        Erweitertes	
  und	
  
                                                  NAFLD	
                                                                                 entzündetes	
  
                       NAFLD	
  
                                                                                 ↑Inflammatorische	
  Zytokinine	
                      adipöses	
  Gewebe	
  
                     Progression	
  
                                                                                 ↑Insulinresistenz	
  

                                                                                                              ↑Triglyzeride	
  
                                                                          ↑Fetuin-­‐A	
         ↑CRP	
                                         ↑Fibrinogen	
  
                  ↑Insulinresistenz	
              ↑	
  Glukose-­‐                                              ↑Kleines,	
  
                                                                          ↑FGF-­‐21	
           ↑IL-­‐6	
                                      ↑Factor	
  VIII	
  
                  ↓Insulin-­‐Clearance	
           produk/on	
                                                dichtes	
  LDL-­‐C	
  
                                                                           ↑RBP-­‐4	
           ↑TNF	
                                          ↑PAI-­‐1	
  
                                                                                                                 ↓HDL-­‐C	
  

                                                     T2DM	
                                                         HKE	
  

        Anstee	
  QM,	
  et	
  al.	
  Nat	
  Rev	
  Gastroenterol	
  Hepatol.	
  2013;10:330-­‐344.

NAFLD oder nicht-alkoholische Steatohepatitis tragen vermutlich auch entscheidend zu T2DM und HKE bei.

Seite 12
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

              Globale	
  Prävalenz	
  von	
  Diabetes	
  

      IDF	
  Diabetes	
  Atlas,	
  Sixth	
  Edi/on,	
  2014	
  Update.	
  hQp://www.idf.org/diabetesatlas.	
  	
  

Dr. Finer: Auffällig ist auch, dass T2DM mittlerweile in einigen Teilen der Welt die häufigste Form von Diabetes ist,
insbesondere bei Kindern und Heranwachsenden. Der Grund dafür ist die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas.

Dr. Van Gaal: Ich denke, wir sehen in den Ländern im Osten und in China eine Verbindung, zum Beispiel bei
Jugendlichen. Ich denke, dass der moderne Lebensstil junger Leute eine erhebliche Rolle bei der Entstehung von
T2DM spielt, die ein Teil des Tsunamis ist, den Sie am Anfang erwähnt haben.

Dr. Finer: Walmir, verursacht die große Zahl an Krankheiten und Komplikationen, die mit Adipositas einhergehen,
dem Gesundheitssystem hohe Kosten?

                                                                                                                                                         Seite 13
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

           Adipositas:	
  Führende	
  globale	
  soziale	
  Belastung	
  	
  
                Geschätzte	
  jährliche	
  globale	
  direkte	
  wirtschakliche	
  Auswirkungen	
  
                                                                                                                                                                                    Anteil	
  am	
       Historischer	
  
                   Ausgewählte	
  globale	
  Belastungen	
                                                                                                                         globalen	
  BIP	
        Trend	
  

                                                             Rauchen	
                                                                                             2,1	
                 2,9	
                ↑	
  

                Bewaffnete	
  Gewalt,	
  Krieg	
  und	
  Terrorismus	
                                                                                              2,1	
                 2,8	
                ↑	
  
                                                          Adipositas	
                                                                                         2,0	
                     2,8	
                ↑	
  
                                             Alkoholabhängigkeit	
                                                                           1,4	
                                       2,0	
                →	
  
                                                 Analphabe/smus	
                                                                        1,3	
                                           1,7	
                ↓	
  
                                                       Klimawandel	
                                                           1,0	
                                                     1,3	
                ↑	
  
                                              Lu:verschmutzung	
                                                       0,9	
                                                             1,3	
                →	
  
                                                  Drogengebrauch	
                                           0,7	
                                                                       1,0	
                ↑	
  
                                                   Verkehrsunfälle	
                                         0,7	
                                                                       1,0	
                ↑	
  
                                         Risiken	
  am	
  Arbeitsplatz	
                           0,4	
                                                                                 0,6	
                ↑	
  
                                 Häusliche	
  Lu:verschmutzung	
                                   0,4	
                                                                                 0,5	
                ↑	
  
                       Unterernährung	
  von	
  MuQer	
  und	
  Kind	
                         0,3	
                                                                                     0,5	
                ↓	
  
                          Ungeschützter	
  Geschlechtsverkehr	
                                0,3	
  
                                                                                                                                                                                         0,4	
                →	
  
           Schlechte	
  Wasserqualität	
  und	
  sanitäre	
  Anlagen	
               0,1	
  
                                                                                                                                                                                         0,1	
                ↓	
  
                                                                             0	
                 0,5	
                 1	
                 1,5	
       2	
                   2,5	
  
                                                                                                                  BIP	
  (Billion	
  $)	
  

      McKinsey	
  Global	
  Ins/tute.	
  hQp://www.mckinsey.com/insights/economic_studies/
      how_the_world_could_beQer_fight_obesity	
  	
  

Walmir Coutinho, Dr. med, DSc: Ja, von Adipositas und von den mit Adipositas einhergehenden Komplikationen
werden enorme Kosten verursacht. Tatsächlich wurde Adipositas in einer aktuellen Veröffentlichung als einer der
drei größten Kostenverusacher ausgemacht. Mehrere Billionen US-Dollar werden jedes Jahr wegen der Adipositas-
Belastung ausgegeben.

Seite 14
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

         Geschätzte	
  Auswirkungen	
  des	
  Körpergewichts	
  in	
  der	
  
         Adoleszenz	
  auf	
  spätere	
  wirtschakliche	
  und	
  soziale	
  
         Faktoren	
  bei	
  Frauen	
  
                                                                                                Nicht-­‐                   Angeglichener	
  
                                                       ÜbergewichNg	
  
                                                                                            übergewichNg	
                  Unterschied	
  	
  
                                                          n=195	
  
                                                                                               n=4943	
                      (95	
  %	
  CI)	
  

                Verheiratet	
  (%)	
                                28	
                          56	
                       -­‐20	
  (-­‐13;	
  -­‐27)*	
  

                Haushaltsein-­‐                                                                                                   -­‐6.710	
  	
  
                                                                18.372	
                        30.586	
  
                kommen	
  ($)	
                                                                                            (-­‐3.942;	
  -­‐9.478)*	
  
                Einkommen	
  unter	
  
                der	
                                               32	
                          13	
                           10	
  (4;	
  16)*	
  
                Armutsgrenze	
  (%)	
  

                Bildung	
  (Jahre)	
                              12,1	
                         13,1	
                     -­‐0,3	
  (-­‐0,1;	
  -­‐0,6)†	
  

       *P	
  
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

               Krankenhausaufenthalte	
  aufgrund	
  von	
  
               Übergewicht	
  und	
  Adipositas	
  in	
  Brasilien	
  	
  
            Direkte	
  Kosten	
  (US-­‐Dollar)	
  der	
  Krankenhausaufenthalte	
  
            und	
  der	
  Übergewicht	
  und	
  Adipositas	
  zurechenbare	
  
            geschätzte	
  prozentuale	
  Anteil	
  	
  
                                                                                                     Zurechenbar	
  zu	
                	
  
                                                                   Gesamtkosten	
  	
  
                                                                                                	
  BMI	
  ≥	
  30,0	
  kg/m2	
         %	
  
           Männer	
  
           Alle	
  
           Krankenhausaufenthalte	
  
                                                                        462.918.784	
                  4.979.574	
                  1,08	
  %	
  

           Frauen	
  
           Alle	
  
           Krankenhausaufenthalte,	
  
           ausgenommen	
  
                                                                      378.354.397	
                   11.616.985	
                  3,07	
  %	
  
           Schwangerscha:en	
  

      Sichieri	
  R,	
  et	
  al.	
  Cad	
  Saude	
  Publica.	
  2007;23:1721-­‐1727.	
  	
  

In Entwicklungsländern wie in meinem eigenen Land Brasilien ist Adipositas für einen bedeutenden Teil der
Gesundheitskosten verantwortlich. Zum Beispiel steigen die Kosten für Krankenhausaufenthalte aufgrund von
Übergewicht und Adipositas um ungefähr 1 % für Männer und 3 % für Frauen. Wenn wir uns krankhafte Adipositas
ansehen, dann wird der größte Teil der Kosten von schwerer Adipositas verursacht.

Dr. Finer: Natürlich werden die meisten Kosten eher von der Behandlung der Folgen der Adipositas verursacht, als
von der Behandlung der Adipositas selbst, würden Sie dem nicht zustimmen?

Dr. Coutinho: Ja. Es ist gezeigt worden, dass Adipositas-Patienten als Folge der mit Adipositas einhergehenden
Komplikationen häufiger ins Krankenhaus eingewiesen werden, sich mehr chirurgischen Eingriffen unterziehen und
mehr Medikamente erhalten.

Dr. Finer: Felipe, denken Sie, dass Adipositas eine eigene Krankheit ist, oder ist sie lediglich ein Risikofaktor für andere
Krankheiten? Wie sehen Sie das?

Seite 16
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

             Bezeichnung	
  von	
  Adipositas	
  als	
  eine	
  
             Krankheit	
  	
  
               • Interna/onale	
  Gesundheitsorganisa/onen	
  
                      – World	
  Health	
  Organiza/on	
  
                      – US	
  Food	
  and	
  Drug	
  Administra/on	
  
                      – US	
  Na/onal	
  Ins/tutes	
  of	
  Health	
  

      American	
  Medical	
  Associa/on.	
  hQp://www.ama-­‐assn.org/ama/pub/news/news/2013/2013-­‐06-­‐18-­‐new-­‐ama-­‐
      policies-­‐annual-­‐mee/ng.page.	
  Zugegriffen	
  am	
  1.	
  Oktober	
  2014.	
  	
  
      American	
  Medical	
  Associa/on.	
  AMA	
  Resolu/on	
  No.	
  420	
  (A-­‐13).	
  19.	
  Juni	
  2013.	
  www.ama-­‐assn.org/assets/
      mee/ng/2013a/a13-­‐addendum-­‐refcomm-­‐d.pdf.	
  Zugegriffen	
  am	
  1.	
  Oktober	
  2014.	
  	
  

Felipe F. Casanueva, Dr. med., PhD: Die American Medical Association hat vor kurzem Adipositas als eine Krankheit
definiert. Mehrere andere US-amerikanische und internationale Organisationen haben Adipositas ebenfalls als
eine Krankheit definiert. Wir wissen, dass Gesundheitsdienstleister Adipositas als eine Krankheit anerkennen.
Allerdings gibt es ein Problem mit der Anerkennung von Adipositas als Krankheit durch unsere Gesundheitsbehörden.
In den meisten europäischen Ländern haben Patienten erhebliche Probleme, die Kosten für die Arzneimitteltherapie
von Adipositas erstattet zu bekommen. Dies hat zwei Konsequenzen. Erstens ist die pharmazeutische Industrie bei
der Entwicklung neuer Medikamente zurückhaltend, da Ihre Gewinne dadurch vermindert werden, und zweitens
erhalten Patienten keine Behandlung. Es ist notwendig, unsere Behörden davon zu überzeugen, dass Adipositas kein
Problem der fehlenden Willenskraft der Patienten ist, sondern eine Krankheit, die eine Behandlung durch kompetente
Gesundheitsdienstleister erforderlich macht. Das sind sehr wichtige Punkte. Erstens die Behörden davon zu
überzeugen, dass Adipositas eine echte Krankheit ist, und zweitens, dass es eine chronische Krankheit ist.

Dr. Finer: In welchem Ausmaß ist eine Gewichtsabnahme erforderlich um die Risiken, die von Übergewicht und
Adipositas ausgehen, zu reduzieren?

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Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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Dr. Casanueva: Es ist meine persönliche Überzeugung, dass jede Gewichtsabnahme die
gesundheitsschädigenden Folgen von Adipositas verringern wird und vorteilhaft für den Patienten sein wird.
Dennoch gibt es solide Daten, die zeigen, dass eine Verringerung des Körpergewichts um ungefähr 5 % bis 10 %
Adipositas-Komplikationen reduzieren wird.

Dr. Finer: Wenn ein Patient 5 % bis 10 % seines Körpergewichts verlieren würde, zum Beispiel ausgehend von einem
BMI von 32 oder 33, welchen Vorteil könnte der Patient von der Verringerung des Körpergewichts erwarten?

Dr. Casanueva: Meistens gewinnen die Patienten wieder etwas Gewicht, vor allem weil sie nicht in der Lage sind,
die Bemühungen, abzunehmen, dauerhaft aufrecht zu erhalten. Dennoch denke ich, dass es wichtig für uns ist,
zu versuchen, die Patienten zu überzeugen, dass jede Gewichtsabnahme wichtig und vorteilhaft ist, selbst wenn
sie gering erscheint. Es sollten einige positive Gefühle mit der Gewichtsabnahme und dem Halten des Gewichts
verbunden sein.

Dr. Finer: Häufig ist es eine Herausforderung, dass Patienten viel höhere Erwartungen für eine Gewichtsabnahme
haben, die wir nicht immer erfüllen können, und bei denen wir ihnen nicht immer helfen können, sie zu erreichen.

Dr. Casanueva: Ja, ich glaube eines der Probleme ist, dass wir die Erwartungen der Patienten nicht ändern können.
Sie glauben, dass sie immer zu dem Gewicht, dass sie als Teenager hatten, zurückkehren werden, und das ist ganz
und gar unmöglich. Also, ich denke die Botschaft, die wir geben möchten, ist, dass jede Gewichtsabnahme für den
Patienten positiv ist, und dass man versuchen sollte, ein sinnvolles Ziel von 5 % bis 10 % zu erreichen.

Seite 18
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

Dr. Finer: Ich denke, wir stimmen alle damit überein, dass Adipositas ein wesentliches Problem in Hinblick auf die
Prävalenz, die Kosten und die Vielzahl an Folgekrankheiten ist. Die Herausforderung ist, wie können wir unseren
Patienten helfen? Wie können wir die Behandlung verbessern? Meine eigene Ansicht ist, dass wir jetzt sowohl eine
wissenschaftliche als auch eine praktische Grundlage dafür haben, die Pharmakotherapie für die Gewichtsabnahme
zu verbessern. Pharmakotherapie für Adipositas sollte Teil der Routineversorgung und Behandlungsoptionen für
Adipositas sein; es sollte nicht als eine Art von Luxus für nur bestimmte Patienten betrachtet werden. Wir alle haben
Patienten, die von einer Gewichtsabnahme profitieren würden.

              BehandlungsopNonen	
  für	
  Übergewicht	
  
              und	
  Adipositas	
  	
  

                                                                               Chirurgie	
  

                                                                 Arzneimi`eltherapie	
  	
  

                                                             LebenssNlmanagement	
  

      Seger	
  JC,	
  et	
  al.	
  www.obesityalgorithm.org.	
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  et	
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  J	
  Clin	
  Endocrinol	
  Metab.	
  2015;100:342-­‐362.	
  

Eine der Herausforderungen ist, dass sich die meisten Maßnahmen bei Adipositas auf Veränderungen im
Gesundheitsverhalten gestützt haben, auf Veränderungen im Lebensstil, von denen wir wissen, dass sie Vorteile
haben, die aber häufig nicht ausreichen, um das Ziel einer Gewichtsabnahme zu erreichen. Am anderen Ende des
Spektrums haben wir chirurgische Gewichtsreduktionen, die nur bei einer kleinen Zahl von Patienten durchgeführt
werden können. Wir müssen bessere Behandlungen für die Mehrzahl der Patienten entwickeln, die deutlich
übergewichtig oder fettsüchtig sind, die aber mehr Gewicht verlieren und ein niedrigeres Gewicht halten müssen, als
sie allein durch den Lebensstil erreichen können.

Was sollte die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Behandlungen für die Gewichtsabnahme sein? Wir
haben mittlerweile ein besseres Verständnis von den Mechanismen, die bei der Kontrolle der Energiebilanz eine Rolle
spielen. Wie gleichen wir Aufnahme und Verbrauch aus? Was sind die Signale? Was sind die Kontrollmechanismen?
Luc, vielleicht könnten Sie einen kurzen Überblick über unsere gegenwärtigen Kenntnisse geben.

                                                                                                                                                                Seite 19
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

                               Überblick	
  über	
  die	
  wichNgsten	
  Darmhormone	
  	
  
                         Adipositas-­‐Signale,	
  die	
  die	
  Nahrungsaufnahme	
  beeinflussen	
  
                                            Ernährung	
                     Rezeptor	
             Haupt-­‐SekreNonsort	
                              Andere	
  Auswirkungen	
  
                                                                                                            Darmhormone	
  
              PYY	
  (3-­‐36)	
                      ↓	
                           Y2	
                 L	
  Zellen	
  im	
  Darm	
                   Verzögert	
  Magenentleerung	
  
                                                                                                       PP	
  Zellen	
  in	
  der	
  
              PP	
                                   ↓	
                        Y4,	
  Y5	
  
                                                                                                     Bauchspeicheldrüse	
  
                                                                                                                                              Inkre/n,	
  senkt	
  den	
  Blutzucker,	
  verzögert	
  
              GLP-­‐1	
                              ↓	
                        GLP-­‐1	
               L	
  Zellen	
  im	
  Darm	
  
                                                                                                                                              Magenentleerung,	
  neurotrophe	
  Wirkung	
  
              GLP-­‐2	
                              —	
                        GLP-­‐2	
               L	
  Zellen	
  im	
  Darm	
                 Intes/nale	
  trophische	
  Wirkung	
  
              OXM	
                                  ↓	
                        GLP-­‐1	
               L	
  Zellen	
  im	
  Darm	
  
                                                                                                      Alpha-­‐Zellen	
  der	
                        Erhöht	
  den	
  Blutzuckerspiegel	
  	
  
              ↓	
  Glukagon	
                        ↓	
                        GCGR	
  
                                                                                                     Bauchspeicheldrüse	
                              und	
  die	
  Insulinsekre/on	
  
                                                                                                                                         Gallenblasenkontrak/on,	
  Relaxa/on	
  des	
  Musculus	
  
              CCK	
                                  ↓	
                      CCK	
  1,	
  2	
      I	
  Zelle	
  des	
  Dünndarms	
         sphincter	
  Oddi,	
  Enzymsekre/on	
  durch	
  die	
  
                                                                                                                                                           Bauchspeicheldrüse	
  
              Ghrelin	
                              ↑	
                          GHS	
                         Magen	
                              Wachstumshormonsekre/on	
  
                                                                                                       Beta-­‐Zellen	
  der	
  
              Amylin	
                               ↓	
                       AMY1-­‐3	
  
                                                                                                     Bauchspeicheldrüse	
  
                                                                                                                                                      Senkt	
  den	
  Blutzuckerspiegel	
  

                                                                                                         Adipositas-­‐Signale	
  
                                                                                                       Beta-­‐Zellen	
  der	
                        Senkt	
  den	
  Blutzuckerspiegel,	
  	
  	
  
              Insulin	
                              ↓	
                     ↑	
  Insulin	
  
                                                                                                     Bauchspeicheldrüse	
                          s/muliert	
  die	
  Glykogen-­‐Synthese	
  

              Lep/n	
                                ↓	
                   Lep/n	
  (Ob-­‐R)	
                Adipozyt	
                         Regula/on	
  des	
  Energiestoffwechsels	
  

      Suzuki	
  K	
  et	
  al.	
  Endocr	
  J.	
  2010;57:359-­‐372.	
  

Dr. Van Gaal: Mit unserem zunehmenden Verständnis der Mechanismen der Gewichtskontrolle haben wir
begonnen, den Patienten Behandlungen anzubieten, die auf die endogenen Mechanismen der Regulation des
Körpergewichts abzielen. Es gibt eine Vielzahl von Darmhormonen und Signalen des Fettstoffwechsels, welche die
Nahrungsaufnahme beeinflussen; zum Beispiel wird Leptin vom Fettgewebe freigesetzt, Insulin und Glukagon von der
Bauchspeicheldrüse, Inkretin-artige Hormone und Cholesystokinin vom gastroinestinalen (GI) Trakt und Ghrelin vom
Magen.

Seite 20
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

           !(3!,
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

Walmir, was sind die gegenwärtigen therapeutischen Optionen für die Behandlung von Adipositas? Wollen Sie uns
diese vorstellen?

        AnN-­‐Adipositas-­‐Medikamente:	
  Unterschiedliche	
  
        Verfügbarkeit	
  in	
  verschiedenen	
  Ländern	
  	
  
                     Ältere	
  Medikamente	
                               Neuere	
  Medikamente	
  
                • Orlistat	
  (USA,	
  Europa,	
  LA)	
                 • Phentermin/Topiramat	
  ER	
  
                • Sibutramin	
  (BR,	
  Russland)	
                       (USA)	
  
                • Fentermin	
  (USA,	
  Australien,	
                   • Lorcaserin	
  (USA)	
  
                  LA)	
                                                 • Naltrexon	
  SR/Bupropion	
  SR	
  
                • Diethylpropion	
  (USA,	
  LA)	
                        (USA,	
  Europa)	
  
                • Mazindol	
  (LA)	
                                    • Liraglu/d	
  3	
  mg	
  (USA,	
  
                • Fenproporex	
  (LA)	
                                   Europa,	
  Kanada)	
  

           LA	
  =	
  Lateinamerika	
  

Dr. Coutinho: Es stehen mehrere Pharmakotherapien für die Behandlung von Adipositas zur Verfügung; die
Verfügbarkeit dieser unterschiedlichen Wirkstoffe ist von Land zu Land verschieden.

Seite 22
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

         I)2+9.'!.;/..6I )1/3)53I)2+35/#!.
                 = -"=54 =7=54?"/74*,=-4"4=,-"=5                                 "44*/("47"4
                                                                                                                   22"87
               *4(-=8!

                                                                    "/7"4.*/                                     "4",048,-"
                              ^                                                                                  "/74"/

                                                                                a                             L
                          M                                                                               *"!"4=#/)."
                                                                      
                                                                                                  G
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                                                                       "4070/*/"4("5"=40/

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Mit der Ausnahme von Orlistat arbeiten aktuelle Anti-Adipositas-Arzneimittel zumindest teilweise über das zentrale
Nervensystem, um die Nahrungsaufnahme zu verringern.

Dr. Finer: Das erscheint logisch, da die primäre Kontrolle des Körpergewichts im zentralen Nervensystem angesiedelt
ist.

Dr. Coutinho: Ein wesentlicher Bestandteil von Anti-Adipositas-Medikamenten ist, dass sie die Nahrungsaufnahme
regulieren können, was ein Hauptfaktor bei der Pathophysiologie von Adipositas ist.

Dr. Finer: Wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus? Können wir Patienten helfen, ihr Fett zu verbrennen?

Dr. Coutinho: Einige beta-3-adrenergene Wirkstoffe wurden in der Vergangenheit geprüft. Sie haben bei Nagetieren
gut funktioniert, aber beim Menschen überwiegen die Risiken die Vorteile. Jetzt haben wir Anti-Adipositas-
Medikamente, die vor allem über die Regulierung der Nahrungsaufnahme agieren.

Dr. Finer: Reichen die Medikamente und Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen, aus, um Adipositas effektiv
zu behandeln?

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Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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             3 !
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

               Allgemeine	
  Ziele	
  der	
  Adipositas-­‐Behandlung:	
  
               Setzen	
  Sie	
  mit	
  Ihren	
  PaNenten	
  realisNsche	
  
               Erwartungen	
  

                                                                Erwachsener	
  Pa/ent	
  
                                                                mit	
  Übergewicht	
  oder	
  
                                                                        Adipositas	
  

                                                                                                                             Verbesserung	
  des	
  	
  
           Verbesserung	
  der	
  	
                                  Verbesserung	
  der	
  	
  
                                                                                                   Körpergewichts	
  und	
  der	
  
          Pa/entengesundheit	
                                         Lebensqualität	
           Körperzusammensetzung	
  

       Seger	
  JC,	
  et	
  al.	
  www.obesityalgorithm.org.	
  Zugegriffen	
  am	
  22.	
  April	
  2015.	
  

Dr. Coutinho: Für das Gesundheitspersonal ist es sehr wichtig, mit ihren Patienten realistische Ziele für die Gewichtsabnahme
zu setzen; die Gesundheit der Patienten, die Lebensqualität sowie das Körpergewicht und die Körperzusammensetzung zu
verbessern. Diese Ziele lassen sich normalerweise mit einer Verringerung des Körpergewichts um 5 % bis 10 % erreichen. Häufig
sind Ärzte nicht darauf vorbereitet, die Erwartungen der Patienten für den Gewichtsverlust mit realistisch erreichbaren Zielen in
Einklang zu bringen. Das ist eine Herausforderung für die Gesundheitsdienstleister.

Dr. Finer: Felipe, wie sieht die Beweislage dafür aus, dass Pharmakotherapie für Adipositas eine dauerhafte
Gewichtsabnahme erreichen kann?

                                                                                                                                                                 Seite 25
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

         Wirksamkeit	
  der	
  Medikamente	
  zur	
  Gewichtsreduzierung	
  
         im	
  Vergleich:	
  Prozent	
  Gewichtsverlust*	
  
                                                                                                                                                                                                        Naltrexon	
  SR/
                                                    Phentermin/	
                                                      Liraglu/d	
                                                                      Bupropion	
  SR	
                                    Lorcaserin	
                               Orlistat	
  
                                                    Topiramat	
  ER	
                                                     3	
  mg	
                                                                     (USA,	
  Europa)	
  
                                            0	
  
        Gewichtsverlust	
  gegenüber	
  

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             Nach	
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  Basislinie	
  	
  

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                                                                                                                                                                                                                                                                                       BLOOM-­‐DM	
  
                                         -­‐4	
  

                                                                                                                                                                                                                                                             BLOOM	
  

                                                                                                                                                                                                                                                                                                            XENDOS	
  
                                         -­‐5	
  

                                                                                                                                                                                                           COR-­‐I	
  
                                         -­‐6	
  
                                                                                                                                                                            SCALE	
  Diabetes	
  	
  
                                                                                                                     Astrup	
  et	
  al	
  

                                                                                                                                                                                                                                        COR-­‐Diabetes	
  
                                                                                                                                              SCALE	
  Verwaltung	
  	
  

                                         -­‐7	
  

                                                                                                                                                                                                                         COR-­‐II	
  
                                         -­‐8	
  
                                                                                            SEQUEL	
  	
  	
  	
  

                                         -­‐9	
  
                                                                                 (2-­‐Jahres-­‐Daten)	
  
                                                                   CONQUER	
  
                                                       EQUIP	
  

                                      -­‐10	
  

      *Alle	
  Daten	
  sind	
  Placebo-­‐subtrahiert,	
  Maximaldosis,	
  ITT-­‐LOCF,	
  1	
  Jahr,	
  wenn	
  nicht	
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  vermerkt.	
  	
  
      Garvey	
  WT.	
  Endocr	
  Pract.	
  2013;19:864-­‐874;	
  Wadden	
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  Int	
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  Obes	
  (Lond).	
  2013;37:1443-­‐1451;	
  Apovian	
  CM,	
  et	
  al.	
  Obesity	
  (Silver	
  
      Spring).	
  2013;21:935-­‐943;	
  Hollander	
  P,	
  et	
  al.	
  Diabetes	
  Care.	
  2013;36:4022-­‐4029;	
  hQps://clinicaltrials.gov/ct2/show/results/
      NCT01272232?sect=X70156#outcome1.	
  

Dr. Casanueva: Zahlreiche randomisierte klinische Studien haben die Wirksamkeit von Anti-Adipositas-Wirkstoffen
über längere Zeit gezeigt.

Seite 26
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

         Adipositas-­‐Behandlung	
  mit	
  Arzneimi`eltherapie;	
  
         wichNge	
  BerücksichNgungen	
  
         • Medika/onen	
  sind	
  zusätzlich	
  zu	
  
           Verhaltensinterven/onen	
  (z.	
  B.	
  Diät	
  und	
  Bewegung)	
  	
  
         • Es	
  gibt	
  keine	
  ideale	
  Medika/on,	
  die	
  für	
  jeden	
  Pa/enten	
  
           rich/g	
  ist	
  
                 – Individualisieren	
  Sie	
  Behandlungsentscheidungen	
  
         • Wenn	
  Pa/enten	
  kein	
  Gewicht	
  verlieren	
  (~5	
  %	
  nach	
  12	
  
           Wochen),	
  sollten	
  Medika/onen	
  abgesetzt,	
  /triert	
  oder	
  
           gewechselt	
  werden	
  
         • Adipositas	
  ist	
  eine	
  chronische	
  Krankheit;	
  Die	
  Beweislage	
  
           unterstützt	
  den	
  Einsatz	
  von	
  LangzeiQherapien	
  	
  
      Seger	
  JC,	
  et	
  al.	
  www.obesityalgorithm.org.	
  Zugegriffen	
  am	
  22.	
  April,	
  2015;	
  
      Jensen	
  MD,	
  et	
  al.	
  CirculaEon.	
  2014;129(25	
  suppl	
  2):S102-­‐S138;	
  	
  
      Apovian	
  CM,	
  et	
  al.	
  J	
  Clin	
  Endocrinol	
  Metab.	
  2015;100:342-­‐362..	
  

Es gibt mehrere Punkte, die beim Einsatz der Pharmakotherapie für die Behandlung von Adipositas berücksichtigt
werden müssen. Im Gegensatz zu den Ergebnissen, die in randomisierten klinischen Studien erreicht wurden,
könnten die Ergebnisse im realen Leben anders aussehen; vermutlich moderater. Arzneimitteltherapie ist ein
Weg, um Patienten zu helfen, mit der Behandlung von Adipositas zu beginnen. Arzneimitteltherapie kann beim
ersten Schritt helfen, es ist jedoch sehr wichtig, dass die Patienten in Verbindung mit der Arzneimitteltherapie auch
mit der Veränderung ihres Lebensstils fortfahren, um die größten Vorteile zu erreichen. Die Arzneimitteltherapie
muss individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten zugeschnitten werden; nicht jedes Medikament
funktioniert bei jedem Patienten. Wir müssen versuchen, zwischen Patienten zu unterscheiden, um die beste
Behandlungsoption zu bestimmen. Wenn ein Wirkstoff nicht anschlägt, muss ein anderer Wirkstoff in Betracht
gezogen werden. Letztlich ist es möglich, dass die Wirksamkeit der Arzneimitteltherapie bei bestimmten Patienten mit
der Zeit abnimmt. Wir müssen Patienten jedoch helfen zu verstehen, dass dies nicht ungewöhnlich ist, und dass eine
Gewichtsabnahme über 3 bis 4 Jahre immer noch deutliche Vorteile bringen kann.

Dr. Finer: Wir haben die Entwicklung von Glukagon-artigen Peptid-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1 RA) für die Behandlung
von Adipositas erwähnt. GLP-1 RAs haben bei der Behandlung von Hyperglykämie bei Patienten mit T2DM Wirksamkeit
gezeigt. Jetzt ist eine höhere Dosis von GLP-1 RA, Liraglutid, für die Behandlung von Adipositas geprüft und in Europa,
Kanada und den Vereinigten Staaten genehmigt worden. Liraglutid 3,0 mg ist die Dosis, die für die Behandlung von
Adipositas verwendet wird; die maximale Dosis von Liraglutid für die Behandlung von T2DM liegt bei 1,8 mg.

Luc, erzählen Sie uns ein bisschen mehr über die klinischen Nachweise für die Wirksamkeit von Liraglutid?

                                                                                                                                                                 Seite 27
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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                                                                                  14!"47
                                                                               ;(=/(=/!
                                                                                 5"/,7!"/
                                                                                  22"87
                                                                                                  -2)"--"/J
              o"7M"--"/M                                                                    p05724/!*-"
                /7@047                                                                       -=,(0/5",4"80/

                                                                                                     ""4J
                                                                                             p =,(0/5"/,7!"/
              "7"--"/J                                                                )"285 )"/-=,05"M=72=7
             "4574,"/!*"
           -=,05"M)/(*("                                                                         ("/J
             /5=-*/5",4"80/                                                                        *-'"*!"4
                                                                                                  "(=-80/!"4
                                                                                                 ("/"/7-""4=/(

     -*/7H"K  %!"K^ffeI^]^Jb^bMb_]KI 4550/ H"K"'!K^ffdI^c]Ja^`Ma__I
     = ,("K"K^ffcI`fJ^bacM^bb`KI4= ,"4 K"!)^ffeIadJ^bfM^cfK

Dr. Van Gaal: GLP-1 RAs beeinflussen zahlreiche periphere und zentrale Signalwege, welche die Nahrungsaufnahme
regulieren. GLP-1 RAs erhöhen die Sättigungssignale, verlangsamen die Magenentleerung und verringern die
Darmmotilität. Das alles kann zur Gewichtsabnahme beitragen.

Seite 28
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

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     106,2	
            105,7	
     106,5	
                 116,5	
      118,7	
  
                         (kg):	
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Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

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                            115,0	
       114,5	
         118,1	
       117,3	
         122,3	
      122,7	
  
                                                            0%
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http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

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  des	
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  und	
  Prädiabetes	
       Diabetes	
                        Schlafapnoe	
  
            Basislinie	
  SBD	
  (mmHg):	
                                       123,04	
   123,25	
           128,9	
      129,2	
                 125,8	
       127,1	
  
                                                                                                                                                                   0,0%
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  bei	
  SBD	
  (mmHg)	
  

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                                                                                                                !2,8%
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  =0,0102	
  
                                                                                                                                                     !3,4%
                                                                                                                                                     P	
  =0,0003	
  
                                                                    !4,5%          !4,2%
                                                                                   P	
  
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

               RelaNver	
  Beitrag	
  des	
  Gewichtsverlusts	
  zu	
  sekundären	
  
               Wirkungsendpunkten	
  mit	
  LiragluNd	
  3,0	
  mg:	
  	
  
               Post-­‐Hoc-­‐Analyse	
  der	
  SCALE	
  klinischen	
  Studien*	
  
                                                                    Gebrauch	
  von	
  OAD	
  (SCALE	
  Diabetes)	
                               18	
  
                                                                                                                  FPG	
  	
                                26	
  
                                                                                                                HbA1c	
  	
                                  31	
  
                                                                                             FPG	
  (SCALE	
  Diabetes)	
                                    31	
  
                                                                                       HbA1c	
  (SCALE	
  Diabetes)	
                                           32	
  
                        Sekundärer	
  Endpunkt	
  

                                                                 Gebrauch	
  von	
  Lipid-­‐senkenden	
  MiQeln	
                                                        41	
  
                                                                                            Systolischer	
  Blutdruck	
                                                           59	
  
                                                                                                                 LDL-­‐C	
  	
                                                    60	
  
                                                     Gebrauch	
  von	
  blutdrucksenkenen	
  Medikamenten	
                                                                        61	
  
                                                                                               Gesamtcholesterin	
                                                                 62	
  
                                                                                SF-­‐36	
  (Punktzahl	
  allgemeiner	
                                                              63	
  
                                                                  SF-­‐36	
  (Punktzahl	
  körperliche	
  Funk/on)	
  
                                                             IWQoL	
  (Punktzahl	
  körperliche	
  Funk/on)	
                                                                                       88	
  
                                                                                                         Triglyzeride	
                                                                                      97	
  
                                                                                                       Bauchumfang	
  	
                                                                                     100	
  
                                                                                                                 HDL-­‐C	
  	
                                                                               100	
  
                                                                                       Diastolischer	
  Blutdruck	
  	
                                                                                      100	
  
                                                                                    IWQoL	
  (Gesamtpunktzahl)	
                                                                                             100	
  
                                                                                      AHI	
  (SCALE	
  Schlafapnoe)	
                                                                                        100	
  

                                                                                                                                   0	
   10	
   20	
   30	
   40	
   50	
   60	
   70	
   80	
   90	
   100	
  
                                                                                                                                       Beitrag	
  zum	
  Gewichtsverlust	
  (%)	
  

         *Vollständiges	
  Analyseset;	
  LOCF	
  am	
  Ende	
  der	
  Behandlung.	
  	
  

      Van	
  Gaal	
  L,	
  et	
  al.	
  European	
  Congress	
  on	
  Obesity	
  (ECO)	
  2015.	
  Abstract	
  TS:OS2.1.	
  	
  

Schließlich wurde der relative Beitrag der Gewichtsabnahme mit Liraglutid 3,0 mg auf sekundäre
Wirksamkeitsendpunkte geprüft. Der Beitrag der Gewichtsabnahme zum BU, zum HDL-Cholesterinspiegel, zum
diastolischen BD, zur Impact of Weight on Quality of Life Punktzahl und zum Apnoe-Hypopnoe-Index war 100 %. Im
Vergleich dazu war zum Beispiel der Beitrag der Gewichtsabnahme zum Einsatz von oralen Antidiabetika in der SCALE-
Diabetes-Studie geringer (18 %), ebenso zur Nüchtern-Plasmaglukose (26 %) und zum glykierten Hämoglobin (31 %).

Dr. Finer: Von der SCALE-Prädiabetes-Studie wissen wir, dass es sogar im ersten Jahr zu einer deutlichen Verringerung
der Zahl der Patienten kommt, die Prädiabetes entwickeln. Wir haben auch Patienten mit Prädiabetes beobachtet, die
mit Liraglutid 3,0 mg und Gewichtsabnahme zu einem normalen Blutzuckerspiegel zurückkehren.

Dr. Van Gaal: Ich denke, dass diese Ergebnisse in Anbetracht des Wirkmechanismus von Liraglutid und seiner
Auswirkung auf die Gewichtsregulation und das Essverhalten erwartet werden können. Wir wissen zum Beispiel
nicht nur von Tierversuchen, sondern auch von Versuchen am Menschen, dass Infusionen von endogenem GLP-1 die
Kalorienaufnahme merkbar verringern können. Damit wird die Wirksamkeit von Liraglutid durch das physiologische
Zusammenspiel untermauert.

Dr. Finer: Natürlich gehen wie bei jedem Medikament die Vorteile mit Nebenwirkungen einher. Was sind die
häufigsten Nebenwirkungen, die bei Liraglutid 3,0 mg auftreten?

Seite 32
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

               SCALE	
  Diabetes	
  Studie:	
  Die	
  häufigsten	
  
               Nebenwirkungen*	
  	
  
             Individuen	
  mit	
  Übergewicht/Adipositas	
  und	
  T2DM:	
  0–56	
  Wochen	
  
                                                       LiragluNd	
            Placebo	
                                                   LiragluNd	
            Placebo	
  
                                                       3,0	
  mg	
  (%)	
       (%)	
                                                     3,0	
  mg	
  (%)	
       (%)	
  
              Übelkeit	
                                     32,7	
             13,7	
      Nasopharyngi/s	
                                    20,9	
             19,3	
  
              Durchfall	
                                    25,6	
             12,7	
      Kopfschmerzen	
                                     15,6	
             13,7	
  
              Verstopfung	
                                  16,1	
              6,1	
      Rücken-­‐	
  schmerzen	
                            10,0	
              9,4	
  
              Übergeben	
                                    15,6	
              5,7	
      Infek/on	
  der	
  oberen	
  Atemwege	
              9,5	
              8,5	
  
              Dyspepsie	
                                    11,1	
              2,4	
      Müdigkeit	
                                          8,3	
              3,3	
  
              Verminderter	
  Appe/t	
                        9,5	
              1,9	
      Schwindelgefühl	
                                    7,1	
              2,8	
  
              Abdominale	
  Distension	
                      6,2	
              1,4	
      Arthralgie	
                                         7,1	
              5,7	
  
              Abdominale	
  Schmerzen	
                       6,2	
              4,2	
      Influenza	
                                           5,2	
              7,1	
  
              Blähungen	
                                     5,2	
              1,9	
      Muskel-­‐SkeleQ-­‐	
  Schmerzen	
                    5,2	
              2,8	
  
              Abdominale	
  Schmerzen,	
                      3,6	
              0,9	
      Hämatom	
  an	
  der	
  Injek/onsstelle	
            4,5	
              5,7	
  
              obere	
  
                                                                                            Infek/on	
  der	
  Harnwege	
                        4,5	
              5,7	
  
              Hypoglykämie	
                                 44,3	
             27,8	
  
                                                                                            Husten	
                                             4,3	
              3,8	
  
              Lipase	
  erhöht	
                             11,8	
              6,6	
  
                                                                                            Schmerzen	
  in	
  den	
  Extremitäten	
             3,8	
              4,7	
  
                                                                                            Sinusi/s	
                                           3,8	
              8,5	
  

       *Sicherheitsanalyseset	
                                                             Bronchi/s	
                                          3,1	
              5,2	
  
                                                                                            Bluthochdruck	
                                      2,8	
              5,2	
  
      Davies	
  M,	
  et	
  al.	
  Diabetologia	
  2014:57;	
  Abstract:	
  39-­‐OR.	
  

Dr. Van Gaal: Es ist schwierig, einen Wirkstoff ohne Nebenwirkungen zu finden. Für Liraglutid waren die
Nebenwirkungen in den Adipositas-Studien vergleichbar mit denen, die in den klinischen Studien mit Liraglutid zur
Behandlung von T2DM berichtet wurden. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schwindel und Durchfall. Diese
Nebenwirkungen treten meistens zu Beginn der Behandlung mit dem Medikament auf und werden mit der Zeit
weniger häufig und intensiv. Dazu kommt, dass die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen offenbar nicht
von der Höhe der Dosis abhängt; das heißt, Patienten, die eine 3,0 mg-Dosis von Liraglutid einnehmen, scheinen
nicht unter mehr Nebenwirkungen zu leiden als Patienten, die 1,2 mg oder 1,8 mg Liraglutid für die Behandlung von
Hyperglykämie einnehmen. Ich denke, es ist am wichtigsten, Patienten so viel Informationen wie möglich über diese
potentiellen Nebenwirkungen zu geben, so dass sie informiert sind, ihnen die potentiellen Nebenwirkungen bewusst
sind und sie nicht die Einnahme des Medikamentes aufgrund des Fehlens von Informationen oder Bewusstsein
abbrechen. Wenn ein Arzt diese Informationen über Nebenwirkungen nicht bereitstellt, dann geht er das Risiko ein,
dass seine Patienten die Einnahme des Medikamentes sehr plötzlich abbrechen.

Dr. Finer: Kollegen, ich glaube, wir hatten eine sehr interessante Diskussion. Ich denke, wir alle drücken einigen
Optimismus aus, wenn es um die Behandlung von Patienten mit Adipositas geht.

Felipe, wie denken Sie, werden Ärzte diese Medikamente einsetzen?

                                                                                                                                                                               Seite 33
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

            AnN-­‐Adipositas-­‐Medikamente:	
  Aktuelle	
  
            und	
  zukünkige	
  PerspekNven	
  	
  
            •      Neue	
  An/-­‐Adipositas-­‐MiQel	
  haben	
  das	
  Potenzial,	
  Pa/enten	
  
                   zu	
  helfen,	
  das	
  Körpergewicht	
  zu	
  senken	
  und	
  das	
  niedrigere	
  
                   Gewicht	
  zu	
  halten,	
  sowie	
  gewichtsbezogene	
  Komorbiditäten	
  
                   zu	
  verringern	
  
            •      Es	
  ist	
  wich/g,	
  die	
  Therapie	
  und	
  Behandlungsentscheidungen	
  
                   zu	
  individualisieren	
  	
  
            •      Die	
  Entwicklung	
  von	
  neuen	
  An/-­‐Adipositas-­‐Medikamenten	
  
                   sollte	
  angeregt	
  werden	
  
            •      Notwendigkeit,	
  gleichzei/g	
  mit	
  dem	
  angemessenen	
  Einsatz	
  
                   von	
  An/-­‐Adipositas-­‐Pharmakotherapien,	
  die	
  Bedeutung	
  von	
  
                   Verhaltensinterven/onen	
  weiterhin	
  zu	
  unterstreichen	
  	
  

Dr. Casanueva: Ich denke, dass wir aufgrund der zunehmenden Prävalenz von Adipositas die Entwicklung neuer
Medikamente brauchen. Wir stehen einer gigantischen Epidemie gegenüber, bei der zumindest in Europa mehr
als 25 % der Erwachsenen von Adipositas betroffen sind. Neue Medikamente für die Behandlung von Adipositas
können bei der Vermeidung von Adipositas-Komplikationen helfen, aber wir müssen sie angemessen verwenden.
Ich glaube außerdem, dass wir die Gesundheitsbehörden dazu ermuntern müssen, die Initiative bei der Entwicklung
von neuen Wirkstoffen für die Behandlung von Adipositas zu ergreifen. Es gibt Beweise dafür, dass Adipositas, wenn
sie nicht behandelt wird, die Lebenserwartung senkt. Ärzte müssen lernen, die Anti-Adipositas-Medikamente richtig
einzusetzen; wir müssen die Risiken kennen und wissen, wie wir den Einsatz dieser Medikamente mit den Patienten
diskutieren.

Dr. Finer: Walmir, glauben Sie, dass sich Ihre klinische Praxis mit der Verfügbarkeit dieser neueren Medikamente
ändern wird?

Dr. Coutinho: Ja. Ich glaube, wir haben wirksame neue pharmakotherapeutische Optionen für die Behandlung
von Adipositas. Zum Beispiel haben Daten von den SCALE klinischen Studien Verbesserungen bei Schlafapnoe
und Bluthochdruck sowie einen Rückgang von Prädiabetes und dem Fortschreiten zu T2DM gezeigt. Ich denke, wir
brauchen mehr Gesundheitsexperten, die umfassende Ansätze für die Behandlung von Adipositas entwerfen. Wir
müssen mehr in die Veränderung des Lebensstils investieren. Natürlich ist der Punkt, den Felipe aufgebracht hat,
sehr wichtig; die fehlende Kostenerstattung für Anti-Adipositas-Medikamente ist in vielen Ländern immer noch ein
wesentliches Hindernis.

Seite 34
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

Dr. Finer: Luc, wird sich die Behandlung von T2DM ändern?

Dr. Van Gaal: Die Behandlung von Patienten mit T2DM ist ein sich ständig entwickelnder und wachsender Bereich.
Ich hoffe, dass dasselbe auch bei Adipositas passieren wird, denn in den letzten Jahrzehnten hatten wir begrenzte
Behandlungsmöglichkeiten für Adipositas. Wenn wir zu der komplexen Physiologie und Pathophysiologie von
Adipositas zurückkehren, dann denke ich, dass neue Wirkstoffe, die auf endogene Mechanismen abzielen, ein
Potenzial haben. Das GLP-1RA, Liraglutid, das auf endogenes GLP-1 abzielt, ist der erste dieser Wirkstoffe, dessen
Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung von Adipositas gezeigt wurde. Kombinationen von Produkten
könnten zukünftig auch ein Potenzial haben; Kombinationen von Produkten könnten in der Lage sein, eine
Verringerung des Körpergewichts von mehr als 5 % bis 10 % herbeizuführen. Verringerungen bis zu 15 % könnten
möglich sein. Schließlich möchte ich hinzufügen, dass wir die Arzneimitteltherapie für die Behandlung von Adipositas
individualisieren müssen, wir müssen das richtige Medikament zum richtigen Zeitpunkt dem richtigen Patienten
verschreiben.

           Zusammenfassung	
  
           •     Adipositas	
  ist	
  eine	
  chronische	
  Krankheit,	
  die	
  zu	
  T2DM,	
  
                 hohem	
  BD,	
  Dyslipidämie,	
  HKE,	
  einigen	
  Krebsarten,	
  
                 schlechter	
  Lebensqualität	
  und	
  höherer	
  allgemeiner	
  
                 Sterblichkeit	
  beiträgt	
  
           •    Pharmakotherapie	
  ermöglicht	
  eine	
  deutlich	
  größere	
  
                Gewichtsabnahme	
  gegenüber	
  dem,	
  was	
  durch	
  
                Verhaltensinterven/onen	
  allein	
  erreicht	
  werden	
  kann	
  
           •     FortschriQe	
  in	
  unserem	
  Verständnis	
  der	
  Physiologie	
  der	
  
                 Gewichtskontrolle	
  haben	
  die	
  Ziele	
  für	
  die	
  Behandlung	
  von	
  
                 Adipositas	
  erweitert	
  	
  
                –     Neue	
  Wirkstoffe,	
  die	
  auf	
  die	
  neuroendokrinen	
  und	
  GI	
  Hormone	
  
                      abzielen,	
  haben	
  sich	
  als	
  wirksam	
  erwiesen	
  	
  

Dr. Finer: Vielen Dank. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass wir die Bedeutung von Übergewicht und Adipositas
für eine schlechte Gesundheit diskutiert haben. Wir haben insbesondere viel über T2DM geredet; dennoch gibt
es wirklich sehr wenige Körpersysteme, die nicht von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind. Wir haben ein
bisschen über die Bedeutung des Problems geredet, sowohl in Bezug auf die Prävalenz, als auch auf die Schwere
von Adipositas. Wir haben auch den Optimismus diskutiert, den wir alle mit unserem zunehmenden Verständnis der
Physiologie der Körpergewichtskontrolle haben. Dieses Verständnis hat zu der Entwicklung neuer Medikamente für
die Behandlung von Adipositas geführt.

                                                                                                                          Seite 35
Der globale Kampf gegen den Adipositas-Tsunami: Kann die Wissenschaft eine Lösung bieten?

Einer der neuen Fortschritte in der Behandlung von Adipositas war die Entwicklung von GLP-1 RAs, die in hohen
Dosen den Appetit regulieren können und zusätzlich zu metabolischen Auswirkungen Gewichtsverlust verursachen
können. Zentral agierende Kombinationen von Wirkstoffen, zum Beispiel Naltrexon SR/Bupropion SR, wurden erst vor
kurzem für die Behandlung von Adipositas entwickelt und in Europa genehmigt.

Adipositas muss als eine wichtige Krankheit anerkannt werden, als eine Krankheit, die ernsthafte Behandlung und
Berücksichtigung durch die Entscheidungsträger, die die Gesundheitsversorgung in Auftrag geben, verdient. Sie auf
irgendeine Weise zu marginalisieren wäre unangebracht. Die Zukunft der Adipositas-Behandlung sieht optimistisch
aus.

Damit möchte ich mich bei Luc, Walmir und Felipe für diese hervorragende Diskussion bedanken. Genauso möchte ich
mich bei denen, die zuhören, bedanken. Vielen Dank.

Seite 36
http://medscape.org/roundtable/battle-obesity

Verzeichnis der Abkürzungen:
BMI = Body Mass Index
BU = Bauchumfang
GI: gastrointestinal
GLP-1 RA: Glukagon-artige Peptid-1-Rezeptor-Agonisten
HKE = Herz-Kreislauf-Erkrankung
NAFLD: nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung
SCALE: Satiety and Clinical Adiposity–Liraglutide Evidence
T2DM = Typ-2-Diabetes mellitus

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sind erfunden und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht beabsichtigt und sollten nicht abgeleitet werden.

Die hier angebotenen Inhalte reflektieren nicht zwangsläufig die Ansichten von Medscape, LLC, oder von Unternehmen, die
dieses Fortbildungsprogramm auf medscape.org fördern. Es werden womöglich therapeutische Produkte, die nicht von der
Europäischen Arzneimittel-Agentur für den Gebrauch in Europa zugelassen sind, oder der nicht-zugelassene Gebrauch von
zugelassenen Produkten besprochen. Vor dem Gebrauch eines jeglichen hier diskutierten therapeutischen Produkts sollte ein
Arzt konsultiert werden. Die Leserin und der Leser werden aufgefordert, alle Informationen und Daten vor der Behandlung von
Patienten oder vor der Anwendung einer der in diesem Fortbildungsangebot beschriebenen Therapien zu überprüfen.

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                                                                                                                           Seite 37
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