AUF DEM WEG ZUM SMART STORE - Umfrage und Untersuchung der EHI im Auftrag von Panasonic Business Europe
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Digitalisierung des Handels: AUF DEM WEG ZUM SMART STORE Umfrage und Untersuchung der EHI im Auftrag von Panasonic Business Europe
Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Inhalt
Vorwort.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…. 3
Die Digitalisierung des Handels .….….….….….….….….….….….….….….…. 4
Bedeutung des Ladengeschäftes im Omnichannel-Handel.….….….….…. 6
Digitale Verkaufstechnologie.….….….….….….….….….….….….….….….….…. 8
Bestandsmanagement.….….….….….….….….….….….….….….….….….….… 10
Smart-Store Matrix .….….….….….….….….….….….….….….….….….….….… 11
Fazit und Investitionsverhalten.….….….….….….….….….….….….….….….… 12
Vorwort
Die Digitalisierung des Handels ist im vollen dem operative Prozesse optimal digitalisiert und
Gange, die frühere Trennung in online und stati- automatisiert werden, gestaltet sich oftmals als
onär scheint weitgehend überwunden und der beschwerlich und äußerst komplex.
Einzelhandel entwickelt kanalübergreifende
Omnichannel-Konzepte. Innerhalb der letzten Ziel des Whitepapers ist es, anhand der aktuellen
Jahre hat zudem die allgemeine technologische EHI-Studie „IT-Trends im Handel“ und weiterer
Entwicklung weiter an Dynamik zugenommen. Grundlagenstudien des EHI aufzuzeigen, welche
Mit der wachsenden Relevanz von Themen wie IoT Themenfelder zu berücksichtigen sind und die
und künstlicher Intelligenz eröffnen sich für den Diskussion um eine sinnvolle und notwendige
Handel neue Möglichkeiten und Perspektiven der strategische (Neu)ausrichtung der Digitalisie-
Gestaltung einer Digitalisierungsstrategie. rung unter Berücksichtigung der strategischen
Rolle des Ladengeschäftes anzuregen.
Den Geschäften kommt als Smart Stores dabei
eine besondere Rolle zu, in der Technologie, Marco Atzberger
Ladenbau, und Personal Warenwelten inszenie-
ren und den Kunden begeistern sollen. Doch der Mitglied der Geschäftsleitung
Weg zum vernetzen Store, in dem gleichermaßen EHI Retail Institute
die Kunden über personalisierte und intelligente
digitale Services angesprochen werden und in
3Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Die Digitalisierung des Handels
Die aktuellen Marktzahlen des HDE zum Jahr gewachsen sind, so die Ergebnisse der aktuel-
2018 weisen ein Wachstum des gesamten Einzel- len EHI-Studien zum E-Commerce in D-A-CH.
handels einschließlich Online um 2% von 512,8 Offenbar profitieren diejenigen Unternehmen
Mrd. EUR auf 523,1 Mrd. EUR auf. Treiber ist dabei am meisten, denen es gelingt, ihren Kunden ein
der Online-Handel mit einem Wachstum von 9,7% ganzheitliches, nahtloses Einkaufserlebnis über
auf 53,4 Mrd. EUR, allerdings entfällt der Löwen- alle Kanäle zu bieten. Kein Wunder, dass immer
anteil des Umsatzes mit 469,7 Mrd. nach wie vor mehr Online-Shops eigene Geschäfte eröffnen.
auf den stationären Handel, also knapp 90%. Im Idealfall verweisen die einzelnen Kanäle aufei-
nander und entfalten im Zusammenspiel so im
Eine Gesamtbetrachtung des Handels unter- Omnichannel-Handel ihre maximale Wirkung.
schlägt dabei allerdings die Bedeutung die der
Online-Handel in einzelnen Branchen erreicht Damit das traditionelle Geschäft auch weiterhin
hat, wie Buch, Spielwaren oder Unterhaltungs- seine herausragende Bedeutung nicht verliert,
elektronik. In Branchen wie dem Lebensmittel- benötigen Verbraucher mehr denn je zusätzliche
handel, aber auch durchaus Möbel, zeigt sich eine Anreize, um einen Laden zu betreten und dort
nur langsame Entwicklung, zumindest derzeit. einzukaufen. Das besondere Kauferlebnis am
PoS wird wettbewerbsentscheidend. Attraktive
Ein ähnlicher Trend wie im deutschen E-Com- Geschäfte sind demzufolge das beste Mittel im
merce-Markt zeichnet sich auch für Österreich Wettbewerb – online und offline.
und die Schweiz ab.
Der Handel will branchen-
übergreifend seine Aktivi-
Wachstum im deutschen Einzelhandel täten in den Bereichen
Dynamik im Online-Markt, Volumen nach wie vor stationär digitale Services ausbau-
en, und die Digitalisie-
Umsatz im deutschen Einzelhandel 2017 und 2018
rung des PoS ist damit
als Entwicklungsfeld fest
definiert. Allerdings befin-
+9,7 % den sich nach wie vor viele
Unternehmen in einer
Phase der Orientierung
angesichts der Vielzahl
+1,2 % innovativer Technologien,
die das Einkaufen am PoS
und im Internet wahlweise
einfacher, schneller oder
einfach nur unterhaltsa-
mer gestalten sollen.
Quelle HDE, 2019
Zumindest der große, filia-
Für alle drei Länder ist festzustellen, dass Online- lisierte Einzelhandel hat laut der zur EUROCIS
shops, die ihren Kunden über mehrere Touchpo- 2019 veröffentlichten EHI – Studie „IT-Trends im
ints begegnen, im Durchschnitt am stärksten Handel“ bereits zu 25% Erfahrungen mit innova-
4Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Neue Technologien
Konkrete Planungen für das Unternehmen
Quelle: EHI Studie : IT –Trends im Handel (2019)
tiven Technologien wie Location Based Services, faktor, die Einbettung in die Unternehmensstra-
Internet of Things und Robotics gesammelt, bei tegie, die richtige Rolle der Filiale, die Auswahl
Künstlicher Intelligenz und Chatbots steht man in der Services, die Mitnahme der Mitarbeiter vor
konkreten Planungen. Allerdings ist die Verfüg- Ort und schließlich der Kundennutzen müssen
barkeit von Technologie alleine kein Erfolgs- allesamt passen, soll die Digitalisierung gelingen.
5Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Bedeutung des Ladengeschäftes im Omnichannel-Handel
Mit der Verknüpfung von stationärem und heute wichtige Serviceleistungen stationärer
Online-Geschäft, die Synergien nutzt und für Ladengeschäfte im Rahmen von Omnichan-
den Kunden beide Welten zusammenfasst, wird nel-Konzepten. Digitale Anwendungen und
sich allerdings das Geschäftsmodell stationärer Omnichannel-Services müssen jedoch für den
Einzelhandel grundlegend verändern, auch wenn Kunden am PoS sichtbar sein und verständlich
der weitaus größte Teil der Umsätze nach wie vor dargestellt werden. Wichtig ist zudem auch ein
auf das stationäre Geschäft entfällt. Der Online- einheitlicher Marktauftritt: der Kunde muss off-
und online (Webshop,
App, Social Media und
Omnichannel-Service-Set bei Onlineshops im Ladengeschäft)
Nur Click & Collect unter den Händlern wirklich etabliert
das gleiche Marken-
bild vorfinden.
Anzahl Onlineshops
Die Ladenplanung
von morgen wird sich
mehr als bisher mit
neuen Technologien
und digitalen Entwick-
lungen auseinan-
dersetzen müssen.
Gleichzeitig muss die
bisherig kreativ-kon-
zeptionelle, klassi-
sche Planungsar-
beit weiter gestärkt
werden. Hier geht es
Quelle: „Omnichannel-Commerce 2018“ (EHI Retail Institute) Untersuchungsbasis waren die zunehmend um die
größten 1.000 Online-Shops, davon 526 mit stationären Aktivitäten
Schaffung von unter-
haltsamen Erlebnis-
Shop muss auf die Fläche gebracht werden, denn welten mit Community-Charakter, denn mit der
die eigenen Handelsflächen bieten die größte Verschmelzung von klassischem Retail, Gastro-
Chance zur Vermarktung. Zumal sich heraus- nomie, Kunst und Unterhaltung entstehen immer
gestellt hat, dass Online-Shops offenbar dort mehr hybride Orte, deren Kunden und Gäste ganz
besonders gut funktionieren, wo es auch statio- neue Erwartungen an ein modernes Handelsge-
näre Läden gibt. schäft haben.
Es überrascht daher nicht, dass im Bereich der Konkret heißt dies, dass Warenhäuser und Unter-
Omnichannel-Services zunehmend ein Umden- nehmen aus Textil-, Schuh- und Sportfachhandel
ken hin zu einer flexiblen Touchpoint-Betrach- wie aber auch aus Fachhandelsbranchen wie Deko,
tung beginnt, Aktivitäten im Bereich der digita- Einrichten, Schmuck oder Buch ihre Ware jetzt
len Services und damit in Richtung Omnichannel viel aufmerksamkeitsstärker in Szene setzen. In
deutlich ausgeweitet werden. Vor allem Click + der Tat wird mehr inszeniert statt präsentiert mit
Collect, Instore-Return und Instore-Order sind oft sehr persönlich anmutenden Einrichtungs-
6Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
gegenständen und sonstigen Alltagsobjekten. dem Lebensmittelhandel sowie Drogerie- und
Diese erlebnisreichen Warenpräsentationen sind Baumärkte und der Sporthandel vertreten diese
es, die im Kunden den Wunsch wecken, Dinge zu Ansicht. In Lebensmittel- und Drogeriemärkten
berühren und Produkte auszuprobieren, mithin handelt es sich dabei vor allem um Warenkunde
das physische Markenerlebnis am PoS unmittel- einschl. der Information zu Inhaltsstoffen sowie
bar in den Vordergrund rücken. im Food-Handel zusätzlich auch zu Herkunft,
Verarbeitung oder besonderen Qualitätsaus-
Ein verändertes Shopperverhalten verbunden mit zeichnungen insbesondere bei Frischware. In
Erwartungen der Kunden an ein modernes Unter- den übrigen Handelsbranchen werden digitale
nehmen sind aus Sicht der Befragten wesent- Medien vor allem zur Information über Materi-
liche Gründe, digitale Medien einzusetzen. Aus al, Technik und Funktionalität von Produkten
Sicht von über der Hälfte der Befragten tragen genutzt.
sie damit zum Image eines innovativen Handels-
unternehmens bei, das mit der Zeit geht und auch Insbesondere in jenen Unternehmen, wo die
technologisch stets auf dem neuesten Stand Informationsvermittlung über PoS-Medien eine
ist. Diese Einschätzung wird von den befragten hohe Bedeutung genießt, werden diese auch
Händlern noch weit stärker vertreten, wenn es als Unterstützung für das Verkaufspersonal im
sich um das Angebot von Omnichannel-Services Verkaufsprozess betrachtet. Insgesamt nennen
handelt. 42 Prozent der Befragten dies als Grund, digita-
le Techniken im Verkauf einzusetzen. Insbeson-
Die Vermittlung zusätzlicher Informationen, dere bei Unternehmen aus dem Fashion- und
insbesondere zu Sortimenten und Produkten, Lifestyle-Handel erfolgt zudem eine emotionale
die nicht unmittelbar an ein Verkaufsgespräch Aufladung der Ware über Unterhaltungsangebote
gebunden sein müssen, ist für 72 Prozent der wie Musikvideos, Fashion Shows und Imagefilme,
Händler mit digitaler Verkaufstechnik in ihren auch in Verbindung mit externen, z.B. lokalen
Läden ein wesentlicher Grund, diese Medien Angeboten je nach Standort, die über die Screens
einzusetzen. Vor allem Unternehmen aus im Geschäft abgespielt werden.
Omni-Channel-Services und Digitale Verkaufstechnologien
Warum werden diese eingesetzt bzw. angeboten?
N= 4; Mehrfachnennungen möglich
* Bezogen auf Handelsunternehmen, die Click + Collect und/oder Click + Reserve anbieten Quelle HDE, 2019
7Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Digitale Verkaufstechnologie
Weitgehend etabliert erscheinen inzwischen Konzepts und folgen einer genauen Vorgabe, wo
Bildschirme und Videowalls, die in unterschied- wie viele Bildschirme mit welchen Inhalten zu
lichen Größen inzwischen bei rund zwei Dritteln platzieren sind.
der Befragten in ihren Geschäften zu finden
sind. Berücksichtigt man noch jene Unterneh- Darüber hinaus gibt es bei einigen Unterneh-
men mit Instore-TV, das sich oft ähnlicher Inhalte men frei stehende Terminals auf der Verkaufs-
und Technik bedient, setzen über 80 Prozent der fläche, an Aufzügen, Rolltreppen oder sonstigen
befragten Händler heute digitale Medien in dieser Aufgängen, die vor allem als Wegeleitsysteme
Form ein. Dabei geben allerdings 16 Prozent der oder (interaktive) Servicepunkte dienen. Bereits
Befragten an, dass es sich hierbei noch um Tests vorhandene Terminals können zudem als zusätz-
handelt oder der Einsatz ohnehin nur an ausge- liche Plattform zur Verknüpfung von Online- und
wählten Standorten vorgesehen ist. stationärem Geschäft eingesetzt werden.
Weniger verbreitet sind bislang Bildschirme oder Recht verbreitet ist inzwischen der Einsatz von
Videowalls in den Schaufenstern der Geschäf- Tablets als digitalen Assistenzsystemen mit
te. In den meisten Fällen handelt es sich dabei 40 Prozent der Befragten vor allem aus dem
um Testinstallationen bzw. einen von vornher- Textil-, Schuh- und Sportfachhandel, wobei ein
ein zeitlich begrenzten Einsatz an ausgewählten Drittel dieser Händler die Nutzung der Tablets
Standorten. Lediglich in drei Unternehmen aus ausschließlich für das Verkaufspersonal vorsieht.
dem Nonfood-Handel, darunter ein Warenhaus- Neben Informationen zum Produkt erhalten
betreiber, sind Screens im Schaufenster Teil des die Mitarbeiter darüber einen Zugang zu kanal-
Digitale Verkaufstechnologien im Handel
Was ist im Einsatz? Was ist geplant? Was kommt vorerst nicht?
Implementierungsgrad digitaler Verkaufstechnologien
Quelle : EHI Studie : Ladenbau – Monitor 2017, Seite 56)
8Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
übergreifenden Informationen (Verfügbarkei- jetzt auf den Displays abgebildet werden, mit
ten, Preise, Lieferbedingungen) und können auf deren Hilfe der Verbraucher zusätzliche Informa-
Wunsch direkt im Store eine Webshopbestellung tionen über seine Smartphone-App abrufen kann,
für den Kunden durchführen. z.B. über Inhaltsstoffe.
Schließlich gehören noch Elektronische Regal- Vor allem in Branchen, in denen häufig Preisak-
etiketten (Electronic Shelf Labels – ESL) zu jenen tionen stattfinden, wie im Lebensmittelhandel,
Technologien, die sich in jüngster Zeit verstärkt rechnet sich der Einsatz der Technologie sehr
durchgesetzt haben. Durch die technologische schnell. Es sind daher in erster Linie Unterneh-
Weiterentwicklung inden letzten Jahren konnten men aus dem Food-Handel, die ESL zumindest
große Fortschritte bei der Lesbarkeit, der punktuell einsetzen oder sich gegenwärtig auch
Darstellung und beim Energieverbrauch gemacht noch in der Testphase befinden.
werden. Auch Barcodes bzw. QR-Codes können
9Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Bestandsmanagement
Eine der grundlegenden Voraussetzungen für die an, Informationen aus dem E-Commerce-Kanal
Umsetzung einer Smart-Store-Strategie ist eine automatisiert im Bestandsmanagement ihrer
weitreichende Bestandstransparenz über alle Filialen zu berücksichtigen, weitere 23 Prozent
Vertriebskanäle hinweg – online wie offline. Für planen dies für die kommenden Jahre. Somit ist
die Filialen bedeutet dies, dass Omnichannel-Ser- die wichtige Voraussetzung der Bestandstrans-
vices wie Click & Reserve und Click & Collect oder parenz bei einem großen Teil der Panelteilnehmer
das Anlegen von Online-Wunschlisten seitens bereits erfüllt.
der Kunden automatisiert im Bestandsmanage-
ment der Filialen Berücksichtigung finden. Ein Am häufigsten werden heute und in den nächs-
praktisches Beispiel dazu: Wird online eine Click ten beiden Jahren Click & Collect-Prozesse im
& Reserve ausgelöst, ist es zunächst zwingend Bestandsmanagement der Filialen berücksich-
erforderlich, dass der Kunde möglichst in Echtzeit tigt, gefolgt von Click & Reserve und der Anzeige
die korrekten Filialbestände angezeigt bekommt. von Filialbeständen in Online-Wunschlisten. Es
In der Filiale muss das Personal entsprechend zeigt sich, dass der Handel bei der Implemen-
informiert und die Reservierung in den Filial- tierung von Omnichannel-Services gerade in
systemen vermerkt werden. Der Königsweg ist den letzten Jahren deutlich aufgerüstet hat und
dann, dass Filialbestände in Echtzeit auf Regal- häufig inzwischen auch über eine integrierte und
oder Warenträgerebene abgebildet werden. Dies vernetzte Bestandssteuerung verfügt.
ist zum Beispiel durch den Einsatz sogenannter
„Smart Shelves“, mit Sensoren ausgestatteter Die Abbildung der Filialbestände in Echtzeit
Regale möglich. auf Regal-/Warenträgerebene hingegen findet
bisher kaum statt. Lediglich 5 Prozent der Unter-
Die Frage nach der automatisierten Synchroni- nehmen gaben an, dazu technisch bereits in der
sierung der Bestandsdaten der Filialen mit im Lage zu sein, weitere 5 Prozent planen, dies in
Web-Kanal ablaufenden Omnichannel-Prozessen naher Zukunft zu sein. Eine Realtime-Abbildung
bildete daher auch den Einstieg in die Handels- der Bestände auf Einzelproduktebene ist auf
befragung dieses Whitepapers. 59 Prozent der verschiedene Weise denkbar: Regalsensoren, die
beteiligten Handelsunternehmen gaben dabei Nutzung der RFID-Technologie, hochauflösen-
de HD-Kameras oder der
Werden Daten aus dem E-Commerce-Kanal im Einsatz von Robotern sind
Bestandsmanagement Ihrer Filialen berücksichtigt? einige Möglichkeiten. Die
wenigsten Firmen verfü-
gen jedoch bereits über
eine adäquate techno-
logische Infrastruktur.
ja Dies könnte sich aller-
Geplant (in den nächsten zwei Jahren) dings in den kommenden
nein Jahren rapide ändern –
wie schnell das geschieht,
hängt nicht zuletzt auch
von der preislichen
Entwicklung der Anwen-
Quelle : EHI Whitepaper Smart Store (2018) dungen ab.
10Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Smart-Store Matrix
Neben digitalen Verkaufshilfen und Anwendungen aus dem Bestandsmanagement, prägen auch neue
Applikationen zum Customer Tracking und Communication, für Instore-Operations und Smart Devices
für Mitarbeiter das neue technologische Spielfeld im Geschäft.
Die hier aufgeführte Smart-Store-Matrix soll dem Leser einen Überblick über den Status quo und
Potentiale einzelner Anwendungen geben, wie sie von IT-Leitern im Handel eingeschätzt werden.
Die Horizontale symbolisiert dabei den derzeitigen technologischen Reifegrad auf einer Skala von 1
(niedrig) bis 10 (hoch), während die Vertikale nach derselben Systematik die aktuelle Investitionsre-
levanz aufzeigt. Durch die Größe der Kreise wird das Zukunftspotential abgebildet. Die Definition des
Zukunftspotentials resultiert dabei aus Expertengesprächen mit einigen Studienteilnehmern sowie
der Einschätzung der Autoren der Studie.
Smart-Store Matrix
10
Anwendungen der
Produkt-
IoT-fähige Geräte Click &
informationen
Rubrik
im Store Collect Bestandsmanagement
(QR-Code)
Automatisierte
Customer Tracking
Benachrichtungen Mitarbeiter
Anwendungen der
Echtzeit-Kommunikation Personalisierung Rubrik Customer
Reifegrad Technologie
Kunden im Store
mit Kunden Tracking and
Communication
5 Click & Reserve
Vollautomatisiertes
Intelligente Umkleiden
Anwendungen der
Store-Konzept Rubrik Instore
Kundeninformation Operations
auf
Smart Home Instore Navigation
Mitarbeiter-
Device
Roboter für Echtzeit-Abbildung Produktinformationen Anwendungen der
Instore-Prozesse (Bilderkennung)
der Bestände Rubrik Smart Devices
für Mitarbeiter
0
0 5 10
Investitionsrelevanz
Größe der Blasen zeigt erwartetes
Potenzial der Händler an Quelle : EHI
Es lässt sich festhalten, dass der Handel derzeit, was die Umsetzung von Smart-Store-Konzepten
angeht, sich inmitten einer Konzeptions- und Ausbauphase befindet, wobei die Implementierung von
Omnichannel-Prozessen oder das Ausrüsten der Mitarbeiter mit leistungsfähigen Mobile Devices sind
vielfach bereits weit fortgeschritten. In sehr frühem Stadium sind die Einführung individualisierter
und personalisierter Kundenservices, die meisten Firmen befinden sich hier aber noch in einem sehr
frühen Stadium. Die Instore-Kommunikation mit dem Kunden über Chatbots oder Messenger steckt
noch in den Kinderschuhen, könnte sich aber in den kommenden Jahren stark ausweiten, da gerade im
Bereich der KI die höchste Dynamik zu beobachten ist. Typische IoT-Anwendungen wie Smart Shelves
sind bisher kaum im Einsatz, das Interesse seitens des Handels ist jedoch groß.
11Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
Fazit und Investitionsverhalten
Natürlich ist die Digitalisierung des Einzelhan- Customer Tracking and Communication, Instore
dels zunächst eine durch die technologischen Operations und Smart Devices sind so vielfältig
Möglichkeiten angestoßene Entwicklung, aber sie und entwickeln sich so schnell weiter, so dass die
lässt sich nicht nur in einer technischen Dimen- Lösung die gestern nicht passte, morgen bereits
sion lösen. Vor Allem ist die Eröffnung eines sinnvoll einzusetzen ist.
Online-Shops keine Lösung der Digitalisierungs-
frage, sondern nur ein Schritt auf dem Weg zu Die Anforderungen schlagen sich auch in den
einem integrierten Omnichannel-Handel. Investitionsbudgets der Händler wieder. Während
in 2015 der Siegeszug des E-Commerce zu einer
Dabei gilt es nicht nur durch eine Aufrüstung gewissen Schockstarre geführt hatte, und der
der IT-Infrastruktur im Ladengeschäft online stationäre Handel unsicher war ob und wie zu
und stationär zu integrieren, sondern es ist auch investieren sei und daher die Budgets eher einfror,
notwendig die Technik im Geschäft nahtlos einzu- kündigten Ende 2018 zwei Drittel der befragten
fügen, so dass der heute anspruchsvolle Endkun- IT-Chefs der großen Einzelhandelsketten an, ihre
de ein ganzheitliches, anregendes und zum Kauf IT-Budgets anzuheben.
inspirierendes Einkaufserlebnis hat. Damit dies
gelingt, ist erst das „Warum?“ zu klären, bevor ein Budgets, die nicht nur in Online-Aktivitäten
Omnichannel - Service angeboten und technisch sondern im Gegenteil, größtenteils in Projekte
umgesetzt wird. Dabei ist durchaus ein iteratives fließen mit dem das Ladengeschäft fit gemacht
Vorgehen zu empfehlen, denn die Anwendun- wird für einen nahtlos integrierten, digitalen und
gen aus den Bereichen Bestandsmanagement, stationär inspirierenden Omnichannel-Handel.
IT-Budgets
Einschätzung zur Entwicklung des absoluten IT-Budgets und Durchschnittswerte in Prozent vom Nettoumsatz
Nennungen in Prozent/ Durchschnittswerte in Prozent vom Nettoumsatz
Quelle: EHI Studie IT Trends im Handel (2019)
12Whitepaper Panasonic 2019 zur EUROCIS2019
„Die Vermittlung zusätzlicher Informationen, insbesondere zu Sortimenten und
Produkten, die nicht unmittelbar an ein Verkaufsgespräch gebunden sein müssen,
ist für 72 Prozent der Händler mit digitaler Verkaufstechnik in ihren Läden ein
wesentlicher Grund, diese Medien einzusetzen.“
Claudia Horbert, EHI Retail Institute
„Das Thema Echtzeitabbildung von Einzelbeständen ist hochspannend für uns. Mit
hochauflösenden Kameras und Bilderkennung ist technisch bereits viel möglich.“
Roman Melcher, Geschäftsführer dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
„Click & Reserve ist interessant, aber aufgrund Boutique-Größen unserer Filialen
für uns nicht unproblematisch. Die Gefahr ist, dass Ware dann zu schnell nicht
mehr im Laden verfügbar ist, weil alle Artikel reserviert sind.“
Daniel Gehring, COO Orsay GmbH
13Call +49 (0) 69643508401 https://business.panasonic.de/loesungen/einzelhandel
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