BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter

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BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
BESOLDUNGSREPORT

                    2023

                NEU:
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           e  zü g e re p  ort
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BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
INHALT
Einleitung: Besoldung wird zur Dauerbaustelle
Die Einkommensentwicklung der Beamt*innen in Deutschland .......................................... 3
Kapitel 1: Die Jahresbruttobesoldung 2023 der Besoldungsgruppen A 7, A 9 und A 13 ...... 7
3 Fragen an: einen Zollbeamten und eine Lehrerin ............................................................ 14
Kapitel 2: Die Jahresbruttobesoldung 2023 der Besoldungsgruppen A 7, A 9 und A 13
unter Berücksichtigung der Wochenarbeitszeit .................................................................. 16
Kapitel 3: Die prozentuale Entwicklung der Jahresbruttobesoldung
von 2008 bis 2023................................................................................................................... 24
Kapitel 4: Die Anwärterbezüge 2023..................................................................................... 28
Anhang: Ergebnisse der Tarifrunden im öffentlichen Dienst und Besoldungsrunden
ab 2015 ................................................................................................................................... 34
Glossar: Besoldungsgruppen A 7, A 9, A 13 – Beispiele für Amtsbezeichnungen .............. 42
Veröffentlichungen der Abteilung: Weiterstöbern! .......................................................... 44
Acht gute Gründe, Mitglied zu werden: Mitmachen! ....................................................... 46
Impressum............................................................................................................................. 47
BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
EINLEITUNG

Besoldung wird zur
Dauerbaustelle
Die Einkommensentwicklung
der Beamt*innen in
Deutschland
Die Besoldungslücke wird minimal kleiner, Bayern bleibt Spitzenreiter, Thüringen
holt auf, das Saarland landet mit wenigen Ausnahmen erneut auf den hinteren
Plätzen und der Bund muss in diesem Jahr deutlich nachholen: Das ist das Ergebnis
des DGB Besoldungsreports 2023. Betrachtet man nicht nur die Entwicklung der
Grundgehälter, sondern die gesamte Besoldungspolitik, kann das vergangene Jahr
zudem als ein sehr bewegtes bezeichnet werden. Denn fast alle Besoldungsgesetz­
geber haben Maßnahmen ergriffen, um ihre Alimentation amtsangemessen zu
machen. Ob sie das geschafft haben, muss sich zeigen.

Selten war so viel Bewegung in der Besoldungs-
politik wie im Jahr 2022. Die Grundgehälter ver-
änderten sich bis auf die Anpassung in Folge
der Übertragung des Tarifergebnisses 2021 für
die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der
Länder mit kleinen Ausnahmen wenig. Lediglich
punktuell wurden Änderungen vorgenommen,
um den einzuhaltenden Mindestabstand von 15             Lediglich punktuell
Prozentpunkten der niedrigsten Besoldungs-              wurden Änderungen
gruppe zum Grundsicherungsniveau herzustel-             vorgenommen, um den
len. Zahlreiche Bundesländer strichen hierfür           einzuhaltenden Mindest-
die niedrigsten Besoldungsgruppen und/oder              abstand von 15 Prozent-
-stufen. Baden-Württemberg1 verringerte zu-             punkten der niedrigsten
sätzlich die Erfahrungsstufen in der gesamten           Besoldungsgruppe zum
Tabelle, wertete aber zugleich Ämter auf. Das           Grundsicherungsniveau
Saarland2 hob die Grundgehälter bis zur Besol-          herzustellen.
dungsgruppe A 7 in der ersten Erfahrungsstufe
um 2,5 Prozent und bis zur Besoldungsgruppe A
10 in der zweiten Erfahrungsstufe um 1,25 Pro-

                                                               DGB | Besoldungsreport 2023   3
BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
zent an. Eine zusätzliche lineare Anhebung der     ÜBERWIEGEND VERSPÄTETE
    Grundgehälter erfolgt 2023 bisher in Hessen3       REPARATURPOLITIK
    und Thüringen4. Sie hat damit eine direkte Wir-
    kung auf das Ergebnis des vorliegenden Reports.    Die Besoldungspolitik der Gesetzgeber ist bis-
    Massive Veränderungen gab es hingegen bei fa-      lang wenig zukunftsorientiert. Sie repariert le-
    milien- und ortsbezogenen Besoldungsbestand-       diglich seit Jahren bestehende und bekannte
    teilen. Diese haben dadurch im Vergleich zum       Mängel. Umso bedenklicher ist es, dass eine
    Grundgehalt derart stark an Gewicht gewonnen,      rückwirkende Erstattung ggf. zustehender Be-
    dass fraglich ist, ob diese Entwicklung tatsäch-   züge überwiegend nur für Widerspruchsfüh-
    lich so gewollt sein kann.                         rer*innen vorgesehen ist. Beamt*innen, die im
                                                       Vertrauen auf die Rechtmäßigkeit ihrer Besol-
    Hintergrund der Maßnahmen zur Einhaltung des       dung keine Ansprüche geltend gemacht haben,
    Mindestabstands zum Grundsicherungsniveau          gehen leer aus. Und obwohl das zum 1. Januar
    als auch der Anhebung bzw. Einführung fami-        2023 eingeführte Bürgergeld auf Grund des da-
    lien- und ortsbezogener Besoldungsbestandtei-      mit einhergehenden neuen Existenzminimums
    le sowie u. a. der Änderungen bei den Beihilfe-    eine Überprüfung und ggf. Anpassung aller Be-
    bemessungssätzen ist die Rechtsprechung des        soldungsgesetze hinsichtlich des gebotenen
    Bundesverfassungsgerichts zur Alimentation im      Mindestabstands nötig macht, haben die not-
    Jahr 2020.5                                        wendigen Schritte bislang lediglich Bayern6 und
                                                       Thüringen7 eingeleitet. Es scheint, als würden
                                                       die meisten Gesetzgeber an ihrer bislang prak-
                                                       tizierten defensiven Reparaturpolitik festhalten
        Massive Veränderungen                          wollen.
        gab es hingegen
        bei familien- und
        ortsbezo­genen
        Besoldungs­bestandteilen.                                       Die Besoldungspolitik der
                                                                        Gesetzgeber ist bislang
                                                                        wenig zukunftsorientiert.
                                                                        Sie repariert lediglich seit
                                                                        Jahren bestehende und
                                                                        bekannte Mängel.

4   DGB | Besoldungsreport 2023
BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
DGB FORDERT VORAUSSCHAUENDE
BESOLDUNGSPOLITIK

Angesichts der Erfahrungen aus den vergan-        Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften
genen Jahren fordert der DGB eine voraus-         EVG, GdP, GEW, IG BAU, IG BCE und ver.di ste-
schauende Besoldungspolitik, die sich an den      hen für eine zukunftsweisende Besoldungs-
verfassungsrechtlichen Grundsätzen orientiert     politik. Die Gesetzgeber sind gut beraten, die
und sozialpolitische Entwicklungen frühzeitig     beamtenpolitischen Spitzenorganisationen
berücksichtigt. Der Mindestabstand zum Grund-     endlich als Verhandlungspartner auf Augenhö-
sicherungsniveau muss regelmäßig überprüft        he anzusehen. Die Quittung für ihre jahrelang
und sichergestellt werden. Dies darf aber nicht   praktizierte Besoldungspolitik nach Gutsher-
zu einem weiteren Zusammenschrumpfen der          renart hat ihnen das Bundesverfassungsgericht
Besoldungstabellen führen. Einfach weitere Be-    bereits ausgestellt. Ein Weiter so kann und darf
soldungsgruppen und/oder -stufen zu streichen,    es nicht geben.
kann nicht die Lösung sein und bedeutet ohne
Weiterentwicklung auch des Laufbahnrechts
einen Eingriff in das Leistungsprinzip.           DER REPORT

                                                  Auf Grund ihrer Komplexität sind die verschie-
                                                  denartig ausgestalteten familien- und ortsbe-
   Der DGB und seine Mit-                         zogenen Besoldungsbestandteile – wie bisher
   gliedsgewerkschaften                           – nicht im DGB Besoldungsreport abgebildet.
   stehen für eine zukunfts-                      Die Aussagekraft von Berechnungen hierzu
   weisende Besoldungs-                           wäre zudem stark abhängig von der indivi-
   politik.                                       duellen familiären Situation. Der DGB Besol-
                                                  dungsreport8 stellt hingegen die Auswirkungen
                                                  der Besoldungspolitik von Bund und Ländern
                                                  anhand der Jahresbruttobesoldung der Besol-
                                                  dungsgruppen A 7, A 9 und A 13 einer ledigen

                                                                           DGB | Besoldungsreport 2023   5
BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
und kinderlosen Beamtin bzw. eines ledigen und                  Gleiche Tätigkeit bedeutet
    kinderlosen Beamten dar. Er veranschaulicht,                    lange noch nicht gleiche
    welche Wege die 17 Besoldungsgesetzgeber                        Besoldung.
    seit der Föderalismusreform I im Jahr 2006 be-
    schritten haben und wie die einseitig ausgeübte
    Gesetzgebungskompetenz zu einem Auseinan-
    derdriften der Besoldungslandschaft geführt
    hat. Im Vergleich zum letzten Report aus dem
    Jahr 2021 ist die Besoldungslücke zwar erneut
    minimal kleiner geworden, aber nach wie vor                 hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen
    gilt: Gleiche Tätigkeit bedeutet lange noch nicht           den Dienstherren, auf die der DGB aufmerksam
    gleiche Besoldung. Eine Besonderheit des dies-              machen möchte. Die vorliegende Ausgabe gibt
    jährigen Reports ist ein eigenes Kapitel zu den             den Stand der Rechtslage zum 29. März 2023
    Jahresbruttobezügen von Anwärter*innen. Auch                wieder.9

    1 |	Gesetz über die Anpassung von Dienst- und              6 |	Gesetz zur Neuausrichtung orts- und familienbe­
         Versorgungsbezügen in Baden-Württemberg 2022                zogener Besoldungsbestandteile vom 10. März 2023
         und zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften vom    7 |	vgl. Fußnote 4
         15. November 2022                                      8 |	Er liefert keine eurogenaue einzelfallbezogene
    2 |	Gesetz Nr. 2090 zur Umsetzung der Rechtsprechung            Berechnung der Bezüge.
         des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemesse-       9 |	Ausnahmsweise wurde die ab dem 1. Januar 2023
         nen Alimentation vom 7. Dezember 2022                       geplante lineare Besoldungsanpassung von 3,25
    3 |	Gesetz zur weiteren Anpassung der Besoldung und             Prozent (vgl. Fußnote 4) sowie die Übertragung des
         Versorgung im Jahr 2023 sowie im Jahr 2024 vom              Tarifergebnisses auf die Besoldung in Sachsen
         16. Februar 2023                                            (Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung dienst-
    4 |	Entwurf eines Thüringer Gesetzes zur Gewährleistung         rechtlicher Vorschriften, Drs. 7/11452) berücksichtigt.
         einer verfassungsgemäßen Alimentation im Jahr 2023          Beide Gesetzentwürfe befanden sich zum Zeitpunkt
         sowie zur Änderung besoldungs- und versorgungs-             der Veröffentlichung des Reports noch in der
         rechtlicher Vorschriften (noch in der Landtagsbera-         parlamentarischen Beratung.
         tung, Drs. 7/7122)
    5 |	BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 4. Mai 2020
         – 2 BvL 4/18 sowie 2 BvL 6/17 u.a.

6   DGB | Besoldungsreport 2023
BESOLDUNGSREPORT 2023 - Mit Anwärter
KAPITEL 1

Die Jahresbruttobesoldung
2023 der Besoldungsgruppen
A 7, A 9 und A 13
Der DGB Besoldungsreport macht deutlich, wie sich die Besoldungssituation vor
der anstehenden Besoldungsrunde Bund darstellt, die sich aufgrund des Scheiterns
der Tarifverhandlungen für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund
und Kommunen verzögert.

Bis Dezember 2022 erfolgte in den Ländern die            Die Abbildungen 1 bis 6 veranschaulichen die
Gesetzgebung zur Übertragung des Tarifergeb-             Höhe der Jahresbruttobesoldungen 202311 in
nisses für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen        der Eingangs- und Endstufe der Besoldungs-
Dienst der Länder, das im November 2021 erzielt          gruppen A 7, A 9 und A 13.
wurde, auf die Beamt*innen und Richter*innen
in den Ländern und Kommunen.10 Diese Tarif-
einigung hat eine Laufzeit bis Ende September
2023. Damit steht dieses Jahr neben der Tarif-
runde für die Beschäftigten von Bund und Kom-
munen auch noch die für die Tarifbeschäftigten
der Länder an. Dieser folgen dann die Besol-
dungsrunden in den Ländern.

10 |	In Sachsen befindet sich der entsprechende         11 |	Stand der Rechtslage zum 29. März 2023;
     Gesetzentwurf noch immer in der parlamentarischen        vgl. ergänzend Fußnote 9
     Beratung.

                                                                                       DGB | Besoldungsreport 2023   7
Besoldungsgruppe A 7
    EINGANGSSTUFE                                                durchschnittliche Jahresbruttobesoldung be-
    Mecklenburg-Vorpommern ist in der Eingangs-                  trägt 32.389 Euro. Mecklenburg-Vorpommern
    stufe der Besoldungsgruppe A 7 mit 30.837                    hat dazu einen Rückstand von 1.552 Euro bzw.
    Euro neues Schlusslicht und löst damit gegen-                4,8 Prozent und von 3.730 Euro bzw. 10,8 Pro-
    über 2021 das Saarland ab, das 2022 die Ein-                 zent zu Bayern, das seine Beamt*innen mit
    gangsstufe bis A 7 gezielt angehoben hatte. Die              34.567 Euro am höchsten besoldet. Auf Rang

    Abbildung 1

        A 7-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE*

                  Baden-Württemberg                                                        33.518 €
                              Bayern                                                                   34.567 €
                                  Berlin                            31.372 €
                        Brandenburg                                    31.655 €
                             Bremen                                            32.428 €
                                  Bund                              31.377 €
                            Hamburg                                                   33.023 €
                              Hessen                                        32.125 €
         Mecklenburg-Vorpommern                              30.837 €
                       Niedersachsen                                           32.367 €
                  Nordrhein-Westfalen                                                           33.974 €
                      Rheinland-Pfalz                                              32.816 €
                            Saarland                                 31.481 €
                             Sachsen                                    31.778 €
                      Sachsen-Anhalt                                31.431 €
                   Schleswig-Holstein                                              32.797 €
                           Thüringen                                                  33.060 €

        *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
          sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
          nungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

8   DGB | Besoldungsreport 2023
zwei liegt Nordrhein-Westfalen, das gegenüber               schnitt von 39.644 Euro zurück. Bayern führt
2021 u. a. wegen einer Erhöhung der Struktur-               mit 41.080 Euro jährlich. Die Besoldungslücke
zulage deutlich aufholt.                                    zwischen dem Saarland und Bayern beträgt
                                                            2.587 Euro bzw. 6,3 Prozent. 2021 waren es
ENDSTUFE                                                    noch 6,7 Prozent. Thüringen schiebt sich mit
In der Endstufe der Besoldungsgruppe A 7 än-                40.733 Euro nah an Bayern heran und holt von
dert sich am letzten Platz Saarlands gegenüber              Platz 7 auf Platz 2 auf.
2021 nichts. Mit einer Jahresbruttobesoldung
von 38.493 Euro liegen die Beamt*innen hier
1.151 Euro bzw. 2,9 Prozent hinter dem Durch-

                                                                                                     Abbildung 2

   A 7-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE*

          Baden-Württemberg                                                 39.869 €
                         Bayern                                                                  41.080 €
                          Berlin                                39.220 €
                  Brandenburg                             38.860 €
                        Bremen                                        39.577 €
                           Bund                                        39.584 €
                      Hamburg                                                39.974 €
                         Hessen                                       39.564 €
    Mecklenburg-Vorpommern                              38.755 €
                 Niedersachsen                                      39.443 €
          Nordrhein-Westfalen                                                       40.328 €
               Rheinland-Pfalz                                                   40.198 €
                       Saarland                     38.493 €
                        Sachsen                                         39.658 €
                Sachsen-Anhalt                                    39.295 €
            Schleswig-Holstein                                    39.310 €
                      Thüringen                                                            40.733 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   9
Besoldungsgruppe A 9
     EINGANGSSTUFE                                                beträgt 36.401 Euro. Das Saarland hat dazu ei-
     Schlusslicht in der Eingangsstufe der Besol-                 nen Rückstand von 954 Euro bzw. 2,6 Prozent.
     dungsgruppe A 9 ist wie in 2021 das Saarland                 Bayern belegt mit 38.410 Euro Rang 1. Die Lücke
     mit 35.447 Euro, allerdings fast gleichauf mit               zwischen der niedrigsten und der höchsten Be-
     Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.                    soldung beträgt 2.963 Euro bzw. 7,7 Prozent und
     Die durchschnittliche Jahresbruttobesoldung                  ist damit 1,5 Prozentpunkte kleiner als 2021.

     Abbildung 3

         A 9-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE*

                   Baden-Württemberg                                                    37.350 €
                               Bayern                                                                   38.410 €
                                   Berlin                         35.920 €
                         Brandenburg                                     36.384 €
                              Bremen                               35.998 €
                                   Bund                            35.950 €
                             Hamburg                                                  37.187 €
                               Hessen                                           36.810 €
          Mecklenburg-Vorpommern                           35.448 €
                        Niedersachsen                       35.510 €
                   Nordrhein-Westfalen                                        36.675 €
                       Rheinland-Pfalz                                  36.284 €
                             Saarland                      35.447 €
                              Sachsen                           35.763 €
                       Sachsen-Anhalt                            35.815 €
                    Schleswig-Holstein                                             37.057 €
                            Thüringen                                           36.817 €

         *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
           sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
           nungen  DGB BVV,
            DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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10   DGB | Besoldungsreport 2023
ENDSTUFE
Mit 44.988 Euro verfestigt das Saarland in der              schnittliche Besoldung beträgt 46.345 Euro.
Endstufe der Besoldungsgruppe A 9 seinen                    Thüringen holt auf Grund einer zusätzlichen
letzten Platz. Zwischen ihm und Spitzenreiter               Besoldungsanpassung zum 1. Januar 2023 mit
Bayern (48.198 Euro) klafft eine Besoldungslü-              47.637 Euro auf und verdrängt Baden-Württem-
cke von 3.210 Euro bzw. 6,7 Prozent. Die durch-             berg von Platz 2.

                                                                                                     Abbildung 4

   A 9-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE*

          Baden-Württemberg                                                   46.895 €
                         Bayern                                                                  48.198 €
                          Berlin                                      46.281 €
                  Brandenburg                                 45.697 €
                        Bremen                                     46.079 €
                           Bund                                          46.538 €
                      Hamburg                                        46.229 €
                         Hessen                                           46.564 €
    Mecklenburg-Vorpommern                                  45.598 €
                 Niedersachsen                              45.591 €
          Nordrhein-Westfalen                                      46.108 €
               Rheinland-Pfalz                                              46.694 €
                       Saarland                    44.988 €
                        Sachsen                                              46.780 €
                Sachsen-Anhalt                                  45.896 €
            Schleswig-Holstein                                     46.098 €
                      Thüringen                                                          47.637 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen  DGB BVV,
      DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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Besoldungsgruppe A 13
     EINGANGSSTUFE
     55.111 Euro beträgt die Besoldung durchschnitt-              Plätze nichts gegenüber 2021. Zu Bayern, das mit
     lich in der Eingangsstufe der Besoldungsgruppe               61.671 Euro den ersten Platz belegt, hat Rhein-
     A 13. Schlusslicht ist Rheinland-Pfalz mit 51.903            land-Pfalz einen Rückstand von 9.769 Euro bzw.
     Euro, gefolgt von Sachsen und dem Saarland.                  15,8 Prozent. Damit bleibt die sehr große Besol-
     Damit ändert sich bei der Belegung der letzten               dungslücke auf demselben Stand wie 2021.

     Abbildung 5

         A 13-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE*

                   Baden-Württemberg                                                  57.839 €
                               Bayern                                                                   61.671 €
                                   Berlin                          53.844 €
                         Brandenburg                                          56.250 €
                              Bremen                                      55.351 €
                                   Bund                                  55.108 €
                             Hamburg                                        55.882 €
                               Hessen                                       55.793 €
          Mecklenburg-Vorpommern                                53.363 €
                        Niedersachsen                              53.943 €
                   Nordrhein-Westfalen                                        56.299 €
                       Rheinland-Pfalz                    51.903 €
                             Saarland                        52.737 €
                              Sachsen                      52.273 €
                       Sachsen-Anhalt                              54.014 €
                    Schleswig-Holstein                                  54.996 €
                            Thüringen                                      55.626 €

         *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
           sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
           nungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

12   DGB | Besoldungsreport 2023
ENDSTUFE
Während die Besoldungslücke in der Eingangs-                Euro) minimal um 0,4 Prozentpunkte. Das Saar-
stufe unverändert ist, schrumpft sie in der End-            land verharrt am Ende des Rankings. Thüringen
stufe der Besoldungsgruppe A 13 mit 5.157 Euro              steigt mit 71.494 Euro von Platz 7 auf Platz 2 auf
bzw. 7,1 Prozent zwischen Schlusslicht Saarland             und zahlt jährlich 1.722 Euro mehr als der Durch-
(67.554 Euro) und Spitzenreiter Bayern (72.711              schnitt (69.772 Euro).

                                                                                                     Abbildung 6

   A 13-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE*

          Baden-Württemberg                                                         71.140 €
                         Bayern                                                                  72.711 €
                          Berlin                                     69.378 €
                  Brandenburg                                    68.974 €
                        Bremen                          67.904 €
                           Bund                                                  70.852 €
                      Hamburg                                        69.484 €
                         Hessen                                                   70.904 €
    Mecklenburg-Vorpommern                                    68.563 €
                 Niedersachsen                                      69.280 €
          Nordrhein-Westfalen                                     69.064 €
               Rheinland-Pfalz                                           69.851 €
                       Saarland                      67.554 €
                        Sachsen                                                     71.137 €
                Sachsen-Anhalt                                      69.304 €
            Schleswig-Holstein                                68.529 €
                      Thüringen                                                        71.494 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   13
3 Fragen an …
     … einen
     Zollbeamten (A 9)

     Es gibt Stimmen, die sagen, dass Beamt*in-                                                      Norbert S.,
                                                                   Zollamtsinspektor (ZAI) beim Zollamt Hamburg
     nen zu viel verdienen und zu wenig arbeiten
                                                                                               und ver.di-Mitglied
     würden. Wie gehen Sie mit derartigen Aus-
     sagen um?
     Indem ich erläutere, dass es in den letzten Jah-
     ren zu einer enormen Arbeitsverdichtung kam.
     Gründe waren der massive Personalabbau so-
     wie ein Anstieg der Aufgaben. Beim Zoll in der
     Wareneinfuhr z. B. EU-Regelungen des Schutzes       Wertschätzung sieht anders aus, oder?
     der Fische, des Klimas, des Regenwaldes sowie       Genau. Sparopfer unter Verweis auf die Lebens­
     der Artenvielfalt. Bei den Gehaltsvergleichen       zeiturkunde füllen weder Tank noch Kühl-
     werden von einigen Medien mit großen Buch-          schrank.
     staben gerne einfache Handwerker*innen mit
     Beamt*innen der oberen Hälfte der Besoldungs-       Würden Sie jungen Menschen empfehlen,
     tabelle verglichen. Das hinkt, weil die Beispiele   Ihren Berufsweg einzuschlagen?
     aus dem Handwerk eher mit den unteren Ge-           Durchaus, weil die Zollverwaltung vielfältige
     haltsgruppen in den Anfangsjahren zu verglei-       Möglichkeiten bietet, wenn sich im Leben etwas
     chen wären. Auch von den Voraussetzungen            ändert. Wer heute noch Interesse an Vollzugs-
     her, die bei uns im einfachen oder auch mittleren   aufgaben hat, mag später einen Arbeitsplatz
     Dienst erwartet werden.                             mit flexibler Arbeitszeit im »Homeoffice« bevor-
                                                         zugen. Allerdings »schenke« ich jungen Leuten
     Beamt*innen stehen in einem Treuever-               auch »reinen Wein« ein, dass Zoll eben nicht nur
     hältnis zu ihrem Dienstherrn. Im Gegenzug           »Action« bedeutet, sondern auch viel Geduld er-
     steht ihnen eine angemessene Besoldung              fordert. Wer wie ich damals existenzielle Sicher-
     zu. Jahrelang haben die Dienstherren diese          heit mit vielfältigen Möglichkeiten sucht, kann
     Verpflichtung nicht hinreichend erfüllt.            hier seinen »Job für’s Leben« finden.

14   DGB | Besoldungsreport 2023
… eine                                            in den Anfangsjahren noch sehr viel Geld für
                                                  Unterrichtsmaterial aus – auch das sehen viele
Lehrerin (A 13)                                   nicht. Verglichen mit Arbeitnehmer*innen in der
                                                  freien Wirtschaft und/oder Manager*innen, die
                                                  ähnlich viel arbeiten, würde ich mein Gehalt also
                                                  nicht als »zu hoch« bezeichnen.

Es gibt Stimmen, die sagen, dass Beamt*in-        Beamt*innen stehen in einem Treuever-
nen zu viel verdienen und zu wenig arbeiten       hältnis zu ihrem Dienstherrn. Im Gegenzug
würden. Wie gehen Sie mit derartigen Aus-         steht ihnen eine angemessene Besoldung
sagen um?                                         zu. Jahrelang haben die Dienstherren diese
Da alle selbst einmal in der Schule waren, ha-    Verpflichtung nicht hinreichend erfüllt.
ben die meisten ein eigenes Bild von Lehrkräf-    Wertschätzung sieht anders aus, oder?
ten entwickelt. Wir beginnen um 8 Uhr morgens     Definitiv! Insbesondere die »Zweiklassengesell-
und verlassen die Schule um spätestens 14 Uhr.    schaft« in Berlin mit angestellten vs. verbeamte-
Das klingt natürlich schön. Dass die Arbeit im    ten Lehrkräften macht die Solidarisierung unter-
Klassenzimmer nur ein Bruchteil meines Auf-       einander schwierig, um sich die Wertschätzung
gabengebietes ist und dass die Unterrichtsvor-    einzufordern. Auch das Streikverbot für die ver-
bereitung, -nachbereitung, Elterngespräche        beamteten Lehrkräfte spielt hier wahrscheinlich
und -konversationen, Konferenzen u.v.m. von       eine Rolle. Was ich mir vom Dienstherrn insbe-
zuhause erledigt werden, sehen viele nicht. Ich   sondere wünschen würde, ist eine Wertschät-
arbeite in einer normalen Schulwoche ca. 40–      zung durch bessere Arbeitsbedingungen, die
50 Stunden (einschließlich dem Wochenende).       es mir ermöglichen, meinem eigenen Anspruch
In Wochen, in denen noch Elterngespräche oder     hinsichtlich der Unterrichtsqualität gerecht zu
Ähnliches stattfinden, werden es auch gern mal    werden (materielle Ausstattung, Lehrmittel, hö-
mehr als 50 Stunden. Zudem gebe ich besonders     here Vor- und Nachbereitungszeit, Entlastung
                                                  durch Outsourcen von organisatorischen Din-
                                                  gen ...). Dies hätte vermutlich einen hohen Effekt
                                                  auf die Unterrichtsqualität.

                                                  Würden Sie anderen jungen Menschen emp-
                                                  fehlen, Ihren Berufsweg einzuschlagen?
                                                  Ja, auf jeden Fall! Wir brauchen an den Schu-
                                                  len jede*n fähige*n und motivierte*n Kollegin
                                                  und Kollegen. Ich finde, mein Beruf ist weiter-
                                                  hin einer der schönsten Berufe – allerdings hält
                                                  das System viele Herausforderungen bereit, die
                                                  mich in meiner Lehrtätigkeit nicht immer unter-
                                                  stützen.

                                                                                              Nadine T.,
                                                                   Lehrerin an einer Grundschule in Berlin
                                                                                        und GEW-Mitglied

                                                                            DGB | Besoldungsreport 2023      15
Schleswig-Holstein
                                                                 Mecklenburg-Vorpommern

                                                Hamburg
                            Bremen

                                     Niedersachsen                     Berlin

                                                      Sachsen-Anhalt               Brandenburg

       Nordrhein-Westfalen
                                                                            Sachsen
                                                     Thüringen
                                     Hessen

                                                                                40-Stunden-Woche
      Rheinland-Pfalz
                                                                                41-Stunden-Woche

         Saarland
                                                             Bayern

                    Baden-Württemberg

                                                                                         Bund

16   DGB | Besoldungsreport 2023
KAPITEL 2

Die Jahresbruttobesoldung
2023 der Besoldungsgruppen
A 7, A 9 und A 13 unter
Berücksichtigung der
Wochenarbeitszeit
Noch immer müssen Bundesbeamt*innen eine Stunde pro Woche mehr Dienst
leisten als Kolleg*innen in anderen Bundesländern. Was einst als kurzzeitiges
Sonderopfer geplant war, ist längst zur Dauerlösung geworden. Eine Rücknahme
der Erhöhung ist trotz steter Forderung von DGB und Gewerkschaften nicht in
Sicht. Bei vier weiteren Dienstherren liegt die wöchentliche Arbeitszeit über den
40 Stunden, die für die Mehrheit der Beamt*innen gilt.

So müssen neben den Beamt*innen beim Bund           Eine zentrale Forderung des DGB und seiner Mit-
auch die Beamt*innen in Baden-Württemberg,          gliedsgewerkschaften EVG, GdP, GEW, IG BAU
Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-          und ver.di ist eine beschäftigtenfreundliche Ar-
Holstein 41 Stunden pro Woche Dienst leisten.       beitszeitgestaltung im öffentlichen Dienst. Der
Um die in den Abbildungen 1 bis 6 aufgezeig-        Schutz der Gesundheit der Beschäftigten und
ten Besoldungssituationen bei den einzelnen         eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatle-
Dienstherren besser vergleichen zu können,          ben sind mit einer 41-Stunden-Woche nicht zu
bietet sich die Berücksichtigung der jeweils gel-   verwirklichen. Eine Rücknahme der erhöhten Ar-
tenden Wochenarbeitszeit an. Ausgehend von          beitszeit im Bund und in den betreffenden Län-
der Annahme, dass auch bei den genannten fünf       dern ist schon lange überfällig. Das Festhalten
Dienstherren die Wochenarbeitszeit 40 Stunden       der Gesetzgeber an den als Übergangslösung
betragen würde, hat dies folgerichtig einer der     gedachten 41 Arbeitsstunden ist ein Wortbruch
reduzierten Arbeitszeit entsprechende Vermin-       und wird von vielen Beamt*innen als mangelnde
derung der dort gezahlten Bezüge zur Folge.         Wertschätzung ihrer Arbeit verstanden.

                                                                            DGB | Besoldungsreport 2023   17
Besoldungsgruppe A 7
     EINGANGSSTUFE                                                mern (30.837 Euro) würde bei einer Besoldungs-
     Die Arbeitszeitgewichtung bewirkt in der Ein-                anpassung beim Bund allerdings wieder auf Rang
     gangsstufe der Besoldungsgruppe A 7 zum jetzi-               17 fallen, wo sich das Land auch ohne Berücksich-
     gen Zeitpunkt ein Abrutschen des Bundes auf den              tigung der Wochenarbeitszeit befindet. Hessen
     letzten Platz. Dessen Jahresbruttobesoldung be-              nimmt Rang 15 ein, während es ohne Gewichtung
     trägt aktuell 30.612 Euro. Mecklenburg-Vorpom-               der Arbeitszeit auf Rang 10 liegt.

     Abbildung 7

         A 7-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE BEI ANNAHME EINER
         40-STUNDEN-WOCHE*
                               Bayern                                                                   34.567 €
                   Nordrhein-Westfalen                                                  33.145 €
                            Thüringen                                                  33.060 €
                             Hamburg                                                  33.023 €
                       Rheinland-Pfalz                                              32.816 €
                   Baden-Württemberg                                               32.701 €
                              Bremen                                            32.428 €
                        Niedersachsen                                          32.367 €
                    Schleswig-Holstein                                     31.997 €
                              Sachsen                                   31.778 €
                          Brandenburg                                  31.655 €
                             Saarland                                31.481 €                 40-Stunden-Woche
                                                                                              41-Stunden-Woche,
                       Sachsen-Anhalt                               31.431 €                  gewichtet auf
                                   Berlin                           31.372 €                  40 Stunden

                               Hessen                              31.342 €
          Mecklenburg-Vorpommern                              30.837 €
                                   Bund                    30.612 €

         *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
           sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
           nungen  DGB BVV,
            DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
                          Xxxxxxxxx

18   DGB | Besoldungsreport 2023
ENDSTUFE
Auch in der Endstufe der Besoldungsgruppe A 7               ausschließlich Länder ohne erhöhte Arbeitszeit
führt die Berücksichtigung der Arbeitszeit zu               auf den drei letzten Plätzen befinden, rutschen
interessanten Ergebnissen. Während sich ohne                mit Hessen (38.599 Euro) und Schleswig-Hol-
Arbeitszeitgewichtung Saarland, Mecklenburg-                stein (38.351 Euro) gleich zwei Länder mit hö-
Vorpommern sowie Brandenburg und damit                      herer Wochenarbeitszeit auf Rang 15 und 17 ab.

                                                                                                     Abbildung 8

   A 7-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE BEI ANNAHME EINER
   40-STUNDEN-WOCHE*
                         Bayern                                                                  41.080 €
                     Thüringen                                                              40.733 €
               Rheinland-Pfalz                                                     40.198 €
                      Hamburg                                                   39.974 €
                        Sachsen                                            39.658 €
                        Bremen                                            39.577 €
                 Niedersachsen                                          39.443 €
          Nordrhein-Westfalen                                         39.344 €
                Sachsen-Anhalt                                       39.295 €
                          Berlin                                    39.220 €
          Baden-Württemberg                                    38.897 €
                  Brandenburg                                  38.860 €                 40-Stunden-Woche
                                                                                        41-Stunden-Woche,
    Mecklenburg-Vorpommern                                   38.755 €                   gewichtet auf
                           Bund                            38.619 €                     40 Stunden

                         Hessen                           38.599 €
                       Saarland                          38.493 €
            Schleswig-Holstein                        38.351 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen  DGB BVV,
      DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   19
Besoldungsgruppe A 9
     EINGANGSSTUFE                                                land (35.447 Euro) liegen fast gleichauf auf den
     Berücksichtigt man die erhöhte Wochenarbeits-                Plätzen 15 und 16. Ohne Arbeitszeitgewichtung
     zeit, dann ist der Bund in der Eingangsstufe der             sind sie die Schlusslichter. Für eine Veränderung
     Besoldungsgruppe A 9 mit einer Jahresbruttobe-               im Ranking noch im Jahr 2023 ist neben der Höhe
     soldung von 35.073 Euro Schlusslicht. Mecklen-               der Besoldungsanpassung beim Bund auch de-
     burg-Vorpommern (35.448 Euro) und das Saar-                  ren Zeitpunkt ausschlaggebend.

     Abbildung 9

         A 9-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE BEI ANNAHME EINER
         40-STUNDEN-WOCHE*
                               Bayern                                                                   38.410 €
                             Hamburg                                                   37.187 €
                            Thüringen                                             36.817 €
                   Baden-Württemberg                                         36.439 €
                         Brandenburg                                        36.384 €
                       Rheinland-Pfalz                                     36.284 €
                    Schleswig-Holstein                                   36.153 €
                              Bremen                                   35.998 €
                                   Berlin                             35.920 €
                               Hessen                                35.912 €
                       Sachsen-Anhalt                               35.815 €
                   Nordrhein-Westfalen                              35.780 €                  40-Stunden-Woche
                                                                                              41-Stunden-Woche,
                              Sachsen                              35.763 €                   gewichtet auf
                        Niedersachsen                           35.510 €                      40 Stunden

          Mecklenburg-Vorpommern                               35.448 €
                             Saarland                          35.447 €
                                   Bund                   35.073 €

         *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
           sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
           nungen  DGB BVV,
            DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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20   DGB | Besoldungsreport 2023
ENDSTUFE
In der Endstufe der Besoldungsgruppe A 9 be-                Wochenarbeitszeit macht sich deutlich bemerk-
wirkt die Gewichtung nach Arbeitszeit ein Abrut-            bar. Das Saarland belegt mit 44.988 Euro Rang
schen von Nordrhein-Westfalen (44.984 Euro)                 15 und ist ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit
und Schleswig-Holstein (44.974 Euro) auf den                Schlusslicht, gefolgt von Niedersachsen.
vorletzten und letzten Platz. Die dort erhöhte

                                                                                                     Abbildung 10

   A 9-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE BEI ANNAHME EINER
   40-STUNDEN-WOCHE*
                         Bayern                                                                  48.198 €
                     Thüringen                                                           47.637 €
                        Sachsen                                              46.780 €
               Rheinland-Pfalz                                              46.694 €
                          Berlin                                      46.281 €
                      Hamburg                                        46.229 €
                        Bremen                                     46.079 €
                Sachsen-Anhalt                                   45.896 €
          Baden-Württemberg                                    45.751 €
                  Brandenburg                                 45.697 €
    Mecklenburg-Vorpommern                                  45.598 €
                 Niedersachsen                              45.591 €                    40-Stunden-Woche
                                                                                        41-Stunden-Woche,
                         Hessen                           45.428 €                      gewichtet auf
                           Bund                           45.402 €                      40 Stunden

                       Saarland                     44.988 €
          Nordrhein-Westfalen                       44.984 €
            Schleswig-Holstein                     44.974 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen  DGB BVV,
      DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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Besoldungsgruppe A 13
     EINGANGSSTUFE
     Das Ranking in der Eingangsstufe der Besol-                  Sachsen mit 52.273 Euro und vom Saarland mit
     dungsgruppe A 13 zeichnet sich im Hinblick auf               52.737 Euro belegt werden. Berücksichtigt man
     eine Arbeitszeitgewichtung dadurch aus, dass die             die Arbeitszeit im Besoldungsvergleich nicht,
     drei letzten Plätze von Rheinland-Pfalz mit einer            schneiden die drei Länder ebenso schlecht ab.
     Jahresbruttobesoldung von 51.903 Euro, von

     Abbildung 11

         A 13-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 EINGANGSSTUFE BEI ANNAHME EINER
         40-STUNDEN-WOCHE*
                               Bayern                                                                   61.671 €
                Baden-Württemberg                                              56.428 €
                         Brandenburg                                          56.250 €
                             Hamburg                                         55.882 €
                            Thüringen                                      55.626 €
                              Bremen                                      55.351 €
                Nordrhein-Westfalen                                     54.926 €
                               Hessen                                54.432 €
                       Sachsen-Anhalt                              54.014 €
                        Niedersachsen                              53.943 €
                                   Berlin                          53.844 €
                                   Bund                           53.764 €                    40-Stunden-Woche
                                                                                              41-Stunden-Woche,
                    Schleswig-Holstein                            53.655 €                    gewichtet auf
          Mecklenburg-Vorpommern                                53.363 €                      40 Stunden

                             Saarland                        52.737 €
                              Sachsen                      52.273 €
                       Rheinland-Pfalz                   51.903 €

         *Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder­zahlung
           sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
           nungen  DGB BVV,
            DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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22   DGB | Besoldungsreport 2023
ENDSTUFE
Berücksichtigt man die erhöhte Wochenarbeits-               vom letzten und vorletzten Rang. Auch in diesem
zeit, verdrängen Schleswig-Holstein mit einer               Fall zeigt sich also, dass die Herangehensweise,
Jahresbruttobesoldung von 66.858 Euro und                   die Arbeitszeit der Beamt*innen in das Besol-
Nordrhein-Westfalen mit 67.380 Euro das Saar-               dungsranking einfließen zu lassen, wichtig für
land (67.554 Euro) und Bremen (67.904 Euro)                 eine realitätsgerechtere Bewertung ist.

                                                                                                     Abbildung 12

   A 13-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG 2023 ENDSTUFE BEI ANNAHME EINER
   40-STUNDEN-WOCHE*
                         Bayern                                                                  72.711 €
                     Thüringen                                                          71.494 €
                        Sachsen                                                      71.137 €
               Rheinland-Pfalz                                             69.851 €
                      Hamburg                                            69.484 €
          Baden-Württemberg                                             69.405 €
                          Berlin                                        69.378 €
                Sachsen-Anhalt                                          69.304 €
                 Niedersachsen                                         69.280 €
                         Hessen                                       69.175 €
                           Bund                                       69.124 €
                  Brandenburg                                        68.974 €           40-Stunden-Woche
                                                                                        41-Stunden-Woche,
    Mecklenburg-Vorpommern                                        68.563 €              gewichtet auf
                        Bremen                               67.904 €                   40 Stunden

                       Saarland                           67.554 €
          Nordrhein-Westfalen                            67.380 €
            Schleswig-Holstein                       66.858 €

   *Summe aus jährlichem Grundgehalt Endstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonderzahlung
     sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen; eigene Berech-
     nungen  DGB BVV,
      DGB | Quelle:    Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
                    Xxxxxxxxx

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   23
KAPITEL 3

     Die prozentuale Entwicklung
     der Jahresbruttobesoldung
     von 2008 bis 2023
     Seit der Föderalismusreform I 2006 können die Landesgesetzgeber die
     Besoldung und Versorgung ihrer Beamt*innen, Versorgungsempfänger*innen
     und Richter*innen eigenständig regeln. Während bis zu diesem Zeitpunkt
     lediglich eine gemeinsame Besoldungsrunde für Bund, Länder und Kommunen
     statt­fand, entscheiden seitdem Bundes- und Landesgesetzgeber unabhängig
     voneinander über die Erhöhungen der Bezüge ihrer beamteten Beschäftigten.

     Der überwiegende Teil der Landesgesetzge-           wurde, erklärt sich das Bild. In Brandenburg,
     ber hat erstmalig 2008 die Besoldung ihrer Be-      Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-
     amt*innen angepasst. Lediglich Bayern, das          Anhalt und Thüringen wurde ab 2008 schritt-
     bereits zum Oktober 2007 seine wiedergewon-         weise eine Angleichung an das Westniveau um
     nene Gesetzgebungskompetenz nutzte, und das         insgesamt 8,1 Prozentpunkte vorgenommen,
     Saarland, welches erst 2009 davon Gebrauch          die zur Bereinigung der Darstellung abgezogen
     machte, wichen davon ab. Die folgenden Gra-         wurden. Nicht abgebildet werden aufgrund des
     fiken verdeutlichen die Entwicklungen in den        gewählten Betrachtungszeitraums die bei der
     Endstufen der Besoldungsgruppen A 7, A 9 und        überwiegenden Zahl der Dienstherren vor 2008
     A 13 von 2008 bis zum Jahr 2023. Auffällig dabei    vorgenommenen Streichungen bzw. Kürzungen
     ist der starke prozentuale Anstieg insbesondere     der Sonderzahlungen, die sich – in einem nicht
     in den fünf neuen Bundesländern. Berücksich-        unerheblichen Maße – negativ auf die Besol-
     tigt man jedoch die Tatsache, dass in diesen frü-   dungsentwicklung ausgewirkt haben.
     her nach der sogenannten Ost-Tabelle besoldet

24   DGB | Besoldungsreport 2023
Besoldungsgruppe A 7
Die durchschnittliche Erhöhung der Bezüge der                  Rückstand zur durchschnittlichen Erhöhung,
Besoldungsgruppe A 7 zwischen 2008 und 2023                    noch einen Prozentpunkt mehr als in 2021. Thü-
beträgt 42,1 Prozent. Bei neun Dienstherren liegt              ringen erreicht auf Grund einer zusätzlichen
die Besoldungsentwicklung in diesem Zeitraum                   Besoldungserhöhung zum 1. Januar 2023 51,7
unter dem Durchschnitt. Mecklenburg-Vorpom-                    Prozent und den höchsten Wert.
mern hat mit 7 Prozentpunkten den größten

                                                                                                          Abbildung 13

   PROZENTUALE ENTWICKLUNG DER A 7-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG
   VON 2008 BIS 2023*
           Baden-Württemberg                                                                  43,4 %
                          Bayern                                                             42,9 %
                            Berlin                                                             44,0 %
                   Brandenburg                                                      37,5 %
                         Bremen                                                            41,9 %
                            Bund                                                       38,7 %
                        Hamburg                                                         39,7 %
                          Hessen                                                        39,6 %
    Mecklenburg-Vorpommern                                                       35,1 %
                 Niedersachsen                                                                43,4 %
           Nordrhein-Westfalen                                                                 44,0 %
                Rheinland-Pfalz                                                                         50,2 %
                        Saarland                                                    37,4 %
                         Sachsen                                                             43,0 %
                Sachsen-Anhalt                                                             41,6 %
            Schleswig-Holstein                                                             41,9 %
                       Thüringen                                                                           51,7 %

   *B
     erücksichtigt sind jährliches Grundgehalt in der Endstufe, allgemeine Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder-
    zahlung sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
    eigene
      DGB | Berechnungen    DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
            Quelle: Xxxxxxxxx

                                                                                              DGB | Besoldungsreport 2023   25
Besoldungsgruppe A 9
     Um 40,8 Prozent wurde die Besoldung der Be-                     Mecklenburg-Vorpommern mit 4,2 bzw. 3,9 Pro-
     soldungsgruppe A 9 zwischen 2008 und 2023                       zentpunkten Abstand. Auch in der Endstufe der
     durchschnittlich angehoben. Neun Länder blei-                   Besoldungsgruppe A 9 steht Thüringen mit einer
     ben unter dem Durchschnitt, davon – wie in 2021                 Erhöhung um 49,1 Prozent neu an der Spitze.
     – am deutlichsten Brandenburg mit 7,1 Prozent-                  Dahinter steht Rheinland-Pfalz mit 46,8 Prozent.
     punkten Differenz, gefolgt vom Saarland und

     Abbildung 14

         PROZENTUALE ENTWICKLUNG DER A 9-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG
         VON 2008 BIS 2023*
                 Baden-Württemberg                                                                41,9 %
                                Bayern                                                           41,4 %
                                   Berlin                                                            43,7 %
                         Brandenburg                                                 33,7 %
                               Bremen                                                          40,2 %
                                   Bund                                                    37,7 %
                              Hamburg                                                      37,6 %
                                Hessen                                                       38,9 %
          Mecklenburg-Vorpommern                                                          36,9 %
                        Niedersachsen                                                                   45,7 %
                 Nordrhein-Westfalen                                                             41,8 %
                       Rheinland-Pfalz                                                                   46,8 %
                              Saarland                                                    36,6 %
                               Sachsen                                                            41,8 %
                       Sachsen-Anhalt                                                         39,8 %
                    Schleswig-Holstein                                                          40,4 %
                             Thüringen                                                                       49,1 %

         *Berücksichtigt sind jährliches Grundgehalt in der Endstufe, allgemeine Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder-
           zahlung sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
           eigene
            DGB | Berechnungen    DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
                  Quelle: Xxxxxxxxx

26   DGB | Besoldungsreport 2023
Besoldungsgruppe A 13
Der Anstieg der Bezüge der Besoldungsgruppe                    burg mit 5,2 Prozentpunkten und das Saarland
A 13 beträgt zwischen 2008 und 2023 durch-                     mit 4,9 Prozentpunkten weniger als der Durch-
schnittlich 40,8 Prozent. Zehn Länder haben                    schnitt. 2021 lag Thüringen mit damals 41,6 Pro-
ihre Besoldung in diesem Zeitraum unterdurch-                  zent vorne und tut dies in 2023 mit 50,8 Prozent
schnittlich angepasst, darunter Mecklenburg-                   und damit 10 Prozentpunkten über dem Durch-
Vorpommern mit 5,5 Prozentpunkten, Ham-                        schnitt ebenfalls.

                                                                                                          Abbildung 15

   PROZENTUALE ENTWICKLUNG DER A 13-JAHRESBRUTTOBESOLDUNG
   VON 2008 BIS 2023*
           Baden-Württemberg                                                             40,5 %
                          Bayern                                                        39,8 %
                            Berlin                                                         42,0 %
                   Brandenburg                                                               43,4 %
                         Bremen                                                      37,8 %
                            Bund                                                          41,3 %
                        Hamburg                                                   35,6 %
                          Hessen                                                     38,1 %
    Mecklenburg-Vorpommern                                                       35,3 %
                 Niedersachsen                                                           40,4 %
           Nordrhein-Westfalen                                                        38,7 %
                Rheinland-Pfalz                                                                 44,7 %
                        Saarland                                                  35,9 %
                         Sachsen                                                                 45,7 %
                Sachsen-Anhalt                                                                  45,3 %
            Schleswig-Holstein                                                         39,0 %
                       Thüringen                                                                         50,8 %

   *B
     erücksichtigt sind jährliches Grundgehalt in der Endstufe, allgemeine Stellenzulage/Strukturzulage, ggf. Sonder-
    zahlung sowie Angleichungszulage in Hamburg, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
    eigene
      DGB | Berechnungen    DGB BVV, Abt. OEB. Stand: März 2023. DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
            Quelle: Xxxxxxxxx

                                                                                              DGB | Besoldungsreport 2023   27
KAPITEL 4

     Die Anwärterbezüge 2023
     DIE ANWÄRTER*INNEN                                    UNTERSCHIEDE VON BIS ZU
     Eine Ausbildung im öffentlichen Dienst kann un-       2.000 EURO BRUTTO JÄHRLICH
     ter anderem als Anwärter*in absolviert werden. 2020 hat der DGB erstmals einen Anwärterbezü-
     Anwärter*innen sind Beamt*innen auf Widerruf,         gereport veröffentlicht. Schon vor drei Jahren
     die sich in der Ausbildung für eine Laufbahn – im     zeigte sich, dass die Anwärter*innen trotz iden-
     sogenannten Vorbereitungsdienst – befinden. Mit tischem Vorbereitungsdienst und derselben Be-
     erfolgreicher Laufbahnprüfung erlangen sie die soldungszuordnung je nach Dienstherr unter-
     entsprechende Laufbahnbefähigung, um letzt-           schiedlich viel Gehalt bekommen. So erhalten
     lich Beamt*in auf Lebenszeit werden zu können.         zum Beispiel Anwärter*innen im Saarland über
     Anwärter*innen erhalten Anwärterbe-                             2.000 Euro jährlich weniger Anwärter-
     züge. Dazu gehören der Anwärter-                                   bezüge als jene in Bayern.
     grundbetrag, gegebenenfalls ein                                      Damals wie heute stellt sich die
                                                 Das will der DGB
     Anwärtererhöhungsbetrag und                                           Frage, ob die Anwärtergrund-
                                              Bundesweit einheitliche
     im Falle eines Bewerbermangels                                        beträge in Zeiten, in denen der
                                               Anwärtergrundbeträge
     Anwärtersonderzuschläge. Dane-                                        öffentliche Dienst händeringend
     ben werden der Familienzuschlag                                      Nachwuchs sucht, attraktiv genug
     und vermögenswirksame Leistun-                                     sind. Der Bund ging 2020 mit einem
     gen gewährt. Zudem können je nach                               positiven Beispiel voran. Er strukturier-
     Ausbildung Stellen- und/oder Erschwernis-               te die Anwärtergrundbeträge neu und hob sie
     zulagen hinzukommen. In einigen Bundeslän-            teilweise deutlich an. Die Länder folgten ihm bis-
     dern erhalten Anwärter*innen außerdem eine lang jedoch nicht.
     Sonderzahlung.                                        Die folgenden Diagramme machen die Situation
     Die Anwärtergrundbeträge werden in den Tabel-         deutlich. Sie berücksichtigen das Jahresbrutto-
     len der Besoldungsgesetze ausgewiesen. Eine           einkommen 2023 aus Anwärtergrundbeträgen
     Anwärterin bzw. ein Anwärter wird der Besol-          und gegebenenfalls Sonderzahlungen der 17
     dungsgruppe des Eingangsamtes zugeordnet, Dienstherren, aufgeschlüsselt nach den jeweili-
     in das sie bzw. er nach Abschluss des Vorberei-       gen Besoldungsgruppen ab A 5.
     tungsdienstes unmittelbar eintritt.
     Teilweise werden die Besoldungsgruppen für
     die Anwärtergrundbeträge gebündelt. Überwie-
     gend erfolgt die Einteilung in A 4, A 5 bzw. A 6 bis
     A 8, A 9 bis A 11, A 12, A 13 und A 13 + Z oder R 1.
     Der Bund benennt die Einteilung entsprechend
     den Laufbahnen einfacher Dienst, mittlerer
     Dienst, gehobener Dienst und höherer Dienst.

28   DGB | Besoldungsreport 2023
Anwärterbezüge A 5
bzw. A 6 bis A 8
Mit 17.371 Euro jährlich erhalten Anwärter*in-              aus dem Besoldungsranking ist auch bei den An-
nen, die nach Abschluss ihres Vorbereitungs-                wärterbezügen zu finden: Das Saarland ist mit
dienstes voraussichtlich in ein Eingangsamt in              jährlich über 2.000 Euro Differenz Schlusslicht.
der Besoldungsgruppe A 5, A 6, A 7 oder A 8 ein-            Es löst im Vergleich zu 2020 Niedersachsen auf
treten, in Bayern am meisten Geld. Das Muster               dieser Position ab.

                                                                                                     Abbildung 16

   ANWÄRTERBEZÜGE A 5 BZW. A 6 BIS A 8 IN 2023 (JAHRESBRUTTO)*

          Baden-Württemberg                                          16.115 €
                         Bayern                                                                 17.371 €
                          Berlin                                          16.312 €
                  Brandenburg                                               16.420 €
                        Bremen                                          16.240 €
                           Bund                             15.688 €
                      Hamburg                                  15.818 €
                         Hessen                                              16.465 €
    Mecklenburg-Vorpommern                                        15.968 €
                 Niedersachsen                       15.358 €
          Nordrhein-Westfalen                                          16.197 €
               Rheinland-Pfalz                                  15.860 €
                       Saarland                    15.282 €
                        Sachsen                                              16.458 €
                Sachsen-Anhalt                                   15.907 €
            Schleswig-Holstein                                        16.136 €
                     Thüringen                                           16.283 €

   *Anwärtergrundbeträge sowie ggf. Sonderzahlung, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
     Baden-Württemberg: A 7 bis A 9; Bund: mittlerer Dienst; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB.
     Stand:
      DGB | März 2023.
            Quelle: Xxxxxxxxx
                         DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   29
Anwärterbezüge A 9 bis A 11
     Anwärter*innen des Bundes, die nach Abschluss                die höchsten Anwärterbezüge, sofern es sich um
     ihres Vorbereitungsdienstes voraussichtlich in               einen Einstieg in den gehobenen Dienst handelt.
     ein Eingangsamt in der Besoldungsgruppe A 9,                 Das Saarland liegt in dieser Gruppe sogar fast
     A 10 oder A 11 eintreten, erhalten im deutsch-               2.800 Euro darunter und ist das einzige Bundes-
     landweiten Vergleich mit 18.690 Euro jährlich                land, das weniger als 16.000 Euro jährlich zahlt.

     Abbildung 17

         ANWÄRTERBEZÜGE A 9 BIS A 11 IN 2023 (JAHRESBRUTTO)*

                Baden-Württemberg                                     16.785 €
                               Bayern                                                       18.056 €
                                   Berlin                                 17.029 €
                         Brandenburg                                      17.057 €
                              Bremen                                 16.774 €
                                   Bund                                                                18.690 €
                             Hamburg                            16.457 €
                               Hessen                                         17.242 €
          Mecklenburg-Vorpommern                                   16.642 €
                        Niedersachsen                    16.087 €
                Nordrhein-Westfalen                                    16.868 €
                       Rheinland-Pfalz                       16.294 €
                             Saarland                 15.927 €
                              Sachsen                                      17.118 €
                       Sachsen-Anhalt                            16.554 €
                    Schleswig-Holstein                                     17.065 €
                            Thüringen                                    16.992 €

         *Anwärtergrundbeträge sowie ggf. Sonderzahlung, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
           Baden-Württemberg: A 10 bis A 11; Bund: gehobener Dienst; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB.
           Stand:
            DGB | März 2023.
                  Quelle:      DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0
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30   DGB | Besoldungsreport 2023
Anwärterbezüge A 12
Bei den Bezügen, die Anwärter*innen erhalten,               gegenüber 2020 damit wesentlich verbessert.
die nach Abschluss ihres Vorbereitungsdienstes              Damals befand sich das Land auf Rang 6. In Hes-
voraussichtlich in ein Eingangsamt in der Be-               sen machen sich zusätzlich beschlossene An-
soldungsgruppe A 12 eintreten, liegt mit 19.829             passungen der Anwärtergrundbeträge für 2023
Euro jährlich Bayern wieder ganz vorn, dicht ge-            somit deutlich bemerkbar.
folgt von Hessen. Letzteres hat seine Position

                                                                                                     Abbildung 18

   ANWÄRTERBEZÜGE A 12 IN 2023 (JAHRESBRUTTO)*

          Baden-Württemberg                                             18.522 €
                         Bayern                                                                  19.829 €
                          Berlin                                               18.887 €
                  Brandenburg                                              18.706 €
                        Bremen                           17.782 €
                           Bund                                            18.690 €
                      Hamburg                                   18.111 €
                         Hessen                                                       19.254 €
    Mecklenburg-Vorpommern                                           18.387 €
                 Niedersachsen                               17.973 €
          Nordrhein-Westfalen                                             18.604 €
               Rheinland-Pfalz                                 18.043 €
                       Saarland                       17.594 €
                        Sachsen                                              18.827 €
                Sachsen-Anhalt                                    18.227 €
            Schleswig-Holstein                                                     19.084 €
                     Thüringen                                               18.825 €

   *Anwärtergrundbeträge sowie ggf. Sonderzahlung, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
     Bund: gehobener Dienst; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB.
     Stand:
      DGB | März 2023.
            Quelle: Xxxxxxxxx
                         DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   31
Anwärterbezüge A 13
     Der Bund weicht bei den Anwärterbezügen, die                  Auch in dieser Gruppe rutscht Hessen mit 19.712
     im Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst                 Euro von Platz 6 auf Platz 3 vor. Das Saarland be-
     gezahlt werden, mit 28.651 Euro jährlich deut-                findet sich mit 17.974 Euro jährlich wie 2020 auf
     lich von allen anderen Dienstherren und auch                  dem letzten Platz.
     vom durchschnittlichen Betrag (19.562 Euro) ab.

     Abbildung 19

         ANWÄRTERBEZÜGE A 13 IN 2023 (JAHRESBRUTTO)*

                Baden-Württemberg              18.918 €
                               Bayern                   20.232 €
                                   Berlin        19.310 €
                         Brandenburg            19.081 €
                              Bremen        18.173 €
                                   Bund                                                                28.651 €
                             Hamburg           18.900 €
                               Hessen              19.712 €
          Mecklenburg-Vorpommern               18.784 €
                        Niedersachsen        18.402 €
                Nordrhein-Westfalen             18.999 €
                       Rheinland-Pfalz       18.441 €
                             Saarland       17.974 €
                              Sachsen              19.642 €
                       Sachsen-Anhalt         18.608 €
                    Schleswig-Holstein            19.488 €
                            Thüringen            19.242 €

         *Anwärtergrundbeträge sowie ggf. Sonderzahlung, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
           Bund: höherer Dienst; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB.
            DGB | März
           Stand: Quelle: Xxxxxxxxx
                       2023.   DGB | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

32   DGB | Besoldungsreport 2023
Anwärterbezüge A 13 + Z
oder R 1
Leisten Anwärter*innen einen Vorbereitungs-                 Bayern zahlt hier fast 8.000 Euro jährlich weni-
dienst ab, aus dem sie voraussichtlich in ein               ger. Beim Schlusslicht Saarland sind es sogar
Einstiegsamt in der Besoldungsgruppe A 13 mit               10.000 Euro weniger. Hessen wiederum rangiert
Zulage oder R 1 eintreten, erhalten sie – wie bei           auf dem dritten Platz und verbessert sich damit
A 13 – beim Bund die höchsten Bezüge. Selbst                um einen Rang.

                                                                                                     Abbildung 20

   ANWÄRTERBEZÜGE A 13 + Z ODER R 1 IN 2023 (JAHRESBRUTTO)*

          Baden-Württemberg                19.351 €
                         Bayern                    20.675 €
                          Berlin             19.774 €
                  Brandenburg               19.493 €
                        Bremen         18.602 €
                           Bund                                                                  28.651 €
                      Hamburg            18.900 €
                         Hessen                 20.214 €
    Mecklenburg-Vorpommern                19.220 €
                 Niedersachsen          18.873 €
          Nordrhein-Westfalen              19.433 €
               Rheinland-Pfalz          18.878 €
                       Saarland      18.391 €
                        Sachsen              19.642 €
                Sachsen-Anhalt           19.026 €
            Schleswig-Holstein                19.932 €
                     Thüringen               19.700 €

   *Anwärtergrundbeträge sowie ggf. Sonderzahlung, ohne monatliche Inflationsausgleichsprämie in Thüringen;
     Bund: höherer Dienst; Hamburg: A 13; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand:
      DGB2023.
     März | Quelle:DGB
                    Xxxxxxxxx
                       | Quelle: DGB, CC BY-ND 4.0

                                                                                         DGB | Besoldungsreport 2023   33
Anhang
     TARIFRUNDE LÄNDER 2015/2016                        Hamburg: Das Tarifergebnis wurde zeit- und
                                                        wirkungsgleich (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für
     Tarifergebnis                                      die Versorgungsrücklage) auf die Beamtenschaft
      	Laufzeit: 24 Monate                             übertragen.
      	lineare Entgelterhöhung in 2 Stufen:            Mecklenburg-Vorpommern: Die Bezüge wur-
        – 1. März 2015: + 2,1 Prozent                   den zum 1. Januar 2015 und zum 1. September
        – 1. März 2016: + 2,3 Prozent, mind. 75 Euro    2016 um jeweils 2,0 Prozent angehoben.
      	Auszubildende: 2015 und 2016 Anhebung           Niedersachsen: Die Bezüge wurden zum 1. Juni
        der Vergütung um jeweils 30 Euro sowie 28       2015 um 2,5 Prozent und zum 1. Juni 2016 um 2,0
        Tage Erholungsurlaub                            Prozent angehoben.
                                                        Nordrhein-Westfalen: Die Bezüge der Besol-
                                                        dungsgruppen wurden entsprechend der Tarif-
     BESOLDUNGSRUNDE LÄNDER                             erhöhung angepasst. Die Anpassung erfolgte
     UND KOMMUNEN 2015/2016                             einschließlich der vereinbarten Mindestbeträge
                                                        für alle Besoldungsgruppen mit einer zeitlichen
     Baden-Württemberg: Bis einschließlich A 9          Verzögerung von drei Monaten in 2015 und fünf
     erfolgte eine zeit- und wirkungsgleiche Über-      Monaten in 2016.
     tragung (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für die       Rheinland-Pfalz: Das Land hat das Tarifergeb-
     Versorgungsrücklage), für A 10 und A 11 wurde      nis 1:1 übertragen.
     eine zeitliche Verschiebung der Übertragung um     Sachsen: Das Tarifergebnis wurde 1:1 übertra-
     vier Monate (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für die   gen.
     Versorgungsrücklage) vorgesehen und ab A 12        Sachsen-Anhalt: Das Ergebnis wurde zum
     wurde das Ergebnis zeitlich um acht Monate (ab-    1. Juni 2015 übertragen. Die nächste entspre-
     züglich 0,2 Prozentpunkte für die Versorgungs-     chende Erhöhung erfolgte zum 1. Juni 2016.
     rücklage) verschoben umgesetzt.                    Schleswig-Holstein: Die Bezüge wurden zum
     Bayern: Das Tarifergebnis wurde 1:1 übertragen.    1. März 2015 um 1,9 Prozent und zum 1. Mai 2016
     Berlin: Die Bezüge wurden zum 1. August 2015       um 2,1 Prozent, mindestens um 75 Euro, ange-
     um 3,0 Prozent und zum 1. August 2016 um           hoben.
     3,2 Prozent (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für die   Thüringen: Die Bezüge wurden zum 1. Septem-
     Versorgungsrücklage) angehoben.                    ber 2015 um 2,1 Prozent (abzüglich 0,2 Prozent-
     Brandenburg: Die Bezüge wurden zum 1. Juni         punkte für die Versorgungsrücklage) und zum
     2015 um 1,9 Prozent und zum 1. Juli 2016 um        1. September 2016 um 2,3 Prozent, mindestens
     2,1 Prozent, mindestens um 75 Euro, erhöht.        um 75 Euro (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für die
     Bremen: Die Bezüge wurden zum 1. Juli 2015 um      Versorgungsrücklage) erhöht.
     2,1 Prozent und zum 1. Juli 2016 um 2,3 Prozent,
     mindestens um 75 Euro, erhöht.                     Hessen: Das Land blieb 2015 bei der angekün-
                                                        digten Nullrunde. Zum 1. Juli 2016 wurden die
                                                        Bezüge um 1,0 Prozent angehoben, mindestens
                                                        um 35 Euro.

34   DGB | Besoldungsreport 2023
TARIFRUNDE BUND UND                                TARIFRUNDE LÄNDER 2017/2018
KOMMUNEN 2016/2017
                                                   Tarifergebnis
Die Tarifvertragsparteien im öffentlichen Dienst    	Laufzeit: 24 Monate
einigten sich am 29. April 2016 darauf, die Ge-     	lineare Entgelterhöhung in 2 Stufen:
hälter der Tarifbeschäftigten des Bundes und       	– 1. Januar 2017: + 2,0 Prozent, mindestens 75
der Kommunen in zwei Stufen um insgesamt              Euro bis zu einem Bruttogehalt von 3.200 Euro
4,75 Prozent zu erhöhen. Die Laufzeit betrug 24       – 1. Januar 2018: + 2,35 Prozent
Monate und die Vereinbarung wurde zum 1. März       	Eine neue Stufe 6 in der EG 9 bis EG 15 wurde
2016 wirksam.                                         geschaffen, indem der Betrag der Stufe 5 um
                                                      1,5 Prozent ab 1. Januar 2018 und um weitere
Tarifergebnis                                         1,5 Prozent zum 1. Oktober 2018 erhöht
   1. März 2016: + 2,4 Prozent                        wurde.
   1. Februar 2017: + 2,35 Prozent                  	Die Entgelte der Auszubildenden wurden
 	Erhöhung der Ausbildungsentgelte um                rückwirkend zum 1. Januar 2017 um 35 Euro
   insgesamt 65 Euro                                  erhöht.
                                                    	Zum 1. Januar 2018 wurden die Entgelte der
                                                      Auszubildenden um weitere 35 Euro erhöht
BESOLDUNGSRUNDE BUND                                  (30 Euro Anhebung der Entgelte plus 5 Euro
2016/2017                                             Lehrmittelzuschuss).

Das Tarifergebnis wurde mit dem Bundesbe-
soldungs- und -versorgungsanpassungsgesetz
2016/2017 auf die Beamt*innen, Versorgungs-
empfänger*innen und Richter*innen übertra-
gen. Allerdings betrug die Erhöhung in 2016
lediglich 2,2 Prozent, da 0,2 Prozentpunkte in
die Versorgungsrücklage flossen. Beschlossen
wurde eine Neuregelung, nachdem die Vermin-
derung für die Versorgungsrücklage zukünftig
einmal pro Besoldungsrunde vorgenommen
wird, auch wenn die Besoldungserhöhung in
mehreren Anpassungsschritten erfolgt. In 2017
betrug die prozentuale Erhöhung deshalb wie
im Tarifbereich 2,35 Prozent.

                                                                           DGB | Besoldungsreport 2023   35
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