BILDUNGSINHALTE FAGE; NEUE BIVO 2. LEHRJAHR - STAND 12. DEZEMBER 2018 - BFGS

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BILDUNGSINHALTE FAGE; NEUE BIVO 2. LEHRJAHR - STAND 12. DEZEMBER 2018 - BFGS
​Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg
                                          Fachfrau / Fachmann Gesundheit

Stand 12. Dezember 2018

              Bildungsinhalte FaGe; Neue BIVO

                                           2. Lehrjahr

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2. Lehrjahr

               A.1 Als Berufsperson und als Teil des Teams handeln

                                           ​Quelle: https://xund.ch/ausbildungen

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Der Fachmann Gesundheit Markus Husi nimmt am Morgenrapport seine heutigen Aufgaben
entgegen und klärt offene Punkte mit der Vorgesetzten. Er organisiert seinen Arbeitstag und überlegt
zuerst, welche Aufgaben an bestimmte Zeiten gebunden sind, welche frei gestaltet werden können
und welche Hilfsmittel jeweils erforderlich sind. Mit Hilfe der Pflegedokumentation prüft er, bei
welchen Aufgaben er die Unterstützung von Kolleginnen des Pflege- und Betreuungsteams braucht
und stimmt seinen Arbeitsplan mit diesen ab. Für seinen Auftrag, den morgigen Eintritt von Herrn
Widmer vorzubereiten, braucht er auch die Unterstützung der Hauswirtschaft. Er koordiniert die
Vorbereitung des Zimmers mit der hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin.
Der von Markus Husi erarbeitete Arbeitsplan sieht vor, dass er morgens und mittags bei der
Essensverteilung mitwirkt, die Pflege und Betreuung von vier Klientinnen und Klienten wahrnimmt
und zusätzlich einige logistische Aufgaben erledigt.
Um 10 Uhr wird er durch einen Brandalarm aus seiner Arbeit gerissen. Der Fehlalarm hat die
Klientinnen und Klienten verunsichert. Markus Husi nimmt den Auftrag entgegen, diese umgehend zu
informieren und zu beruhigen. Die Information gelingt ihm gut, nimmt aber fast eine Stunde in
Anspruch.
Markus Husi überlegt, wie er diesen Zeitverlust auffangen soll. Er vereinbart mit der Vorgesetzten,
die Kontrolle und Wartung der Apparate und Geräte auf morgen zu verschieben.
Während des Arbeitstages überprüft er die Arbeitsergebnisse und dokumentiert diese periodisch.
Offene Fragen hält er fest, um sie am nächsten Teamrapport einzubringen.

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Inhalte:

Reflexion von Arbeitssituationen
    ● Strukturiert beschriebene Arbeitssituation reflektieren (einheitliches Raster mit üK)
    ● Übertragen von deklarativem Wissen in die Arbeitssituation
    ● Reflektieren und weiterentwickeln von situativen Verhaltensmustern

Arbeitsorganisation
   ● Analyse des eigenen Arbeitsverhaltens
   ● Hilfsmittel zur Arbeitsplanung und Organisation: Prioritäten setzen, 6 Schritte der ganzen
        Handlung, Eisenhower-Prinzip
   ● Situationsspezifische Haltung

Anleiten Instruieren
   ● Anleiten, Instruieren (Klientinnen, Angehörige, Lernende Kolleginnen)

Themenabschluss und Wissenssicherung
   ● Situationsspezifische Haltung

Literatur:
    ● Pflegen Band 1, Grundlagen und Interventionen: Kapitel 6, S.69 ff

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2. Lehrjahr

  A.2 Beziehungen zu Klientinnen und Klienten sowie deren Umfeld
                      professionell gestalten

                                             http://bit.ly/2pFmYCo, 2017

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Herr Müller wurde wegen aggressiven Ausbrüchen im Rahmen einer dementiellen Entwicklung
hospitalisiert. Er wird von seiner Ehefrau besucht. Diese möchte mit ihm spazieren und in die
Cafeteria gehen. Sie fühlt sich aber unsicher, da sie zeitweise Ziel der aggressiven Ausbrüche war.
Im Pflegeteam wird abgemacht, dass die Fachfrau Gesundheit Ruth Bühler die beiden begleiten soll.
Ruth Bühler klärt mit Frau Müller ab, wie viel Zeit sie eingeplant hat und wie weit der Spaziergang
gehen darf. Danach zeigt sie ihr die Möglichkeiten im Umfeld der Institution auf. Bei der Vorbereitung
für den Spaziergang, auf dem Spaziergang und in der Cafeteria ist Ruth Bühler unterstützend präsent,
beteiligt sich phasenweise aktiv an der Interaktion und hält sich aber auch immer wieder im
Hintergrund.
Beim Aufbruch in der Cafeteria sträubt sich Herr Müller und gibt seinen Unmut lautstark von sich.
Frau Müller schaut verunsichert um sich. Ruth Bühler signalisiert Frau Müller, dass dieses Verhalten
hier kein Problem ist und interveniert bei Herrn Müller validierend.
Zurück auf der Station tauscht sich Ruth Bühler mit Frau Müller darüber aus, ob die Begleitung für sie
so in Ordnung war und wie es Frau Müller auf dem Spaziergang ergangen ist.

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Inhalte:
 Repetition 1. Lehrjahr
● Inhalte 1. Semester

Grundlagen der Kommunikation
● Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun
● Axiome nach Watzlawick
● Metakommunikation,
● Haltung der Kommunikationspartner
● Aktives Zuhören
● Kommunikation in der Pflege

Umgang mit Konflikten in schwierigen Lebenssituationen und Interaktionssituationen
● Konfliktverhalten
● Umgang mit Konflikten
● Umgang mit Reklamationen

 Themenabschluss
● Situationsspezifische Haltung

Literaturangaben:
 ● PFLEGEN 1;
     -    Kap. 11.5, S. 163f
     -    Kap. 21.2, S. 479 - 484

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2. Lehrjahr

      A.4 Gemäss den altersspezifischen Gewohnheiten, Kultur, und
                  Religion situationsgerecht handeln

                             Quelle Bild: http://www.pflegeheime-esslingen.de / (2017)

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Die Fachfrau Gesundheit Sabine Hirt pflegt Frau Tropovic. Bevor Sabine Hirt die Wohnung betritt,
zieht sie ihre Schuhe aus. Da in der Familie Tropovic Hausschuhe nicht erlaubt sind, zieht sie
Antirutschsocken an, um die Rutschgefahr beim Pflegen zu reduzieren.
Sabine Hirt unterstützt Frau Tropovic bei der Körperpflege. Frau Tropovic wünscht keinen
Waschlappen für die Gesichtspflege. Sie wäscht ihr Gesicht unter fliessendem Wasser. Anschliessend
führt Sabine Hirt die Unterhaltsreinigung in der Wohnung durch.
Frau Tropovic spricht nicht Deutsch. Ihre Schwester ist anwesend und übersetzt. Sabine Hirt
informiert die Schwester, dass es Frau Tropovic besser gehe und die Einsätze ab der folgenden
Woche reduziert werden könnten. Sabine Hirt hat den Auftrag, mit Frau Tropovic die Einsatztage neu
zu vereinbaren.
Die Schwester erklärt Sabine Hirt, dass sie und Frau Tropovic das nicht entscheiden könnten, und
bittet Sabine Hirt, mit Herrn Tropovic Kontakt aufzunehmen.
Sabine Hirt verlangt die Telefonnummer, ruft Herrn Tropovic an und vereinbart die neuen
Besuchstermine.

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Inhalte:

Kulturen und Religionen
    ● Repetition: Biografie in der Pflege
    ● Begriffe: Kultur, Religion
    ● Die fünf Weltreligionen und deren Bedeutung für die Pflege anhand der ATL: Essen und
       Trinken, Waschen und Kleiden, Sinn finden/Sterben
    ● Feste bezogen auf die Religionen und deren Bedeutung für den pflegerischen Alltag

Grundsätze der transkulturellen Pflege
   ● Begriffe: transkulturelle Pflege
   ● Grundsätze der transkulturellen Pflege
   ● Mögliche Probleme in der transkulturellen Pflege und Umgang

Beziehungsgestaltung und Massnahmen in Bezug auf erschwerte Kommunikation bei
Verständigungsproblemen
    ● Kommunikation bei Sprachschwierigkeiten
    ● Beziehungsgestaltung im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen

Themenabschluss, Wissenssicherung
Situationsspezifische Haltung

Literatur:
    ● PFLEGEN, Grundlagen und Interventionen, 2017, Elsevier = PFLEGEN 1 S. 195-198
    ● Zusatzliteratur „Religionen“ aus I care, Pflege Thieme Verlag , 2015

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2. Lehrjahr; 4. Sem.

   A.4; Gemäss den altersspezifischen Gewohnheiten, Kultur
           und Religion situationsgerecht handeln.

                                     Quelle Bild: https://www.eaberlin.de 2018

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Die Fachfrau Gesundheit Sabine Hirt pflegt Frau Tropovic. Bevor Sabine Hirt die Wohnung betritt,
zieht sie ihre Schuhe aus. Da in der Familie Tropovic Hausschuhe nicht erlaubt sind, zieht sie
Antirutschsocken an, um die Rutschgefahr beim Pflegen zu reduzieren.
Sabine Hirt unterstützt Frau Tropovic bei der Körperpflege. Frau Tropovic wünscht keinen
Waschlappen für die Gesichtspflege. Sie wäscht ihr Gesicht unter fliessendem Wasser. Anschliessend
führt Sabine Hirt die Unterhaltsreinigung in der Wohnung durch.
Frau Tropovic spricht nicht Deutsch. Ihre Schwester ist anwesend und übersetzt. Sabine Hirt
informiert die Schwester, dass es Frau Tropovic besser gehe und die Einsätze ab der folgenden
Woche reduziert werden könnten. Sabine Hirt hat den Auftrag, mit Frau Tropovic die Einsatztage neu
zu vereinbaren.
Die Schwester erklärt Sabine Hirt, dass sie und Frau Tropovic das nicht entscheiden könnten, und
bittet Sabine Hirt, mit Herrn Tropovic Kontakt aufzunehmen.
Sabine Hirt verlangt die Telefonnummer, ruft Herrn Tropovic an und vereinbart die neuen
Besuchstermine.

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Inhalte:

Themeneinstieg und Praxiserfahrung
● Ethik in ihrer Pflegepraxis
● Moral

Grundlagen: Ethik in der Pflege
● Ethik, Moral, Werte, Normen, Integrität
● Ethische Prinzipien

Normen, Werte, Haltung in Bezug auf Kulturen, Religion
● Werte und Normen in Bezug auf Kulturen und Religionen

Themenabschluss, Wissenssicherung
● Praxistransfer und situationsspezifische Haltung

Literaturangabe
● PFLEGEN 1 (2017), S. 55 - 61
● I-Care Pflege (2015); Kapitel 48; Thieme-Verlag
● SBK-Broschüre Ethik und Pflegepraxis (2013)

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2. Lehrjahr

          B.3; Klientinnen und Klienten bei der Ausscheidung
                             unterstützen

                                         www.google​. Der Querschnitt.de/2017

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Herr Peter, 78-jährig, wurde vor vier Tagen nach einem Sturz auf die rechte Hüfte hospitalisiert. Es
wurde eine Schenkelhalsfraktur diagnostiziert und operativ versorgt. Herr Peter ist ein ruhiger,
zurückhaltender Mann.
Die Fachfrau Gesundheit Anja Koller betreut Herrn Peter. In den ersten drei Tagen hatte Herr Peter
keine Probleme, den Urin zu halten. Er läutete rechtzeitig und so konnten ihm die Pflegenden
problemlos die Urinflasche reichen oder ihn auf die Toilette begleiten. Er entschuldigte sich dafür,
dass er ihnen so viel Mühe mache. Am dritten Tag, als Anja Koller ihm ins Bett helfen wollte,
bemerkte sie, dass seine Hose bis Mitte Oberschenkel nass war. Dies wiederholte sich am folgenden
Tag. Herr Peter kann nicht sagen, was geschehen ist.
Das Pflegeteam beschliesst, die Situation zu beobachten und für die nächsten drei Tage ein
Miktionsprotokoll zu führen. Anja Koller wird beauftragt, das für diese Pflegesituation zweckmässige
Inkontinenzmaterial bereitzustellen. Herr Peter soll sich mit den Hilfsmitteln sicher fühlen können
und in der Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden.
Als wichtigstes Pflegeziel gilt, dass Herr Peter tagsüber möglichst lange kontinent bleibt. Als
Pflegemassnahme wird der Toilettengang mit zweistündlichem Intervall durchgeführt, unabhängig
davon, ob Herr Peter einen Harndrang verspürt. In der Nacht soll er um vier Uhr morgens geweckt
und auf die Toilette begleitet werden.
Herr Peter wird über die geplanten Massnahmen informiert. Herr Peter trinkt genügend und Anja
Koller plant eine regelmässige Verteilung der Trinkmenge über den ganzen Tag.

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Inhalte 2. Lehrjahr:

Repetition vom 2. Semester
    ●     Normwerte des Urins und Urin beobachten

Anatomie/Physiologie Ausscheidungsorgane
    ●    Aufgaben des Harnsystems und Anteile
    ●    Lage und Aufbau der Niere mit den Begriffen: Nierenbecken, Nierenmark, Nierenrinde,
         Nierenkelch, Nephron
    ●    Ureter, Blase, Urethra: grober Aufbau und Aufgaben
    ●    Harnbildung mit den Begriffen Primärharn und Sekundärharn
    ●    Einfluss Blutdruck auf die Filtration; Auswirkung zu hoher Blutdruck, Auswirkung zu niedriger
         Blutdruck
    ●    Normwerte des Urins (Repetition 2. Semester)
    ●    Hormone der Niere: Aufgaben von Renin und Erythropoetin kurz und knapp
    ●    Vorgang der Miktion

Niereninsuffizienz
    ● Akute Niereninsuffizienz mit Definition, Symptomen, Ursachen, Therapie und Verlauf kurz und
      knapp
    ● chronische Niereninsuffizienz mit Definition, Symptome, Ursache, Behandlung und Verlauf;
    ● Nierenersatztherapie: Begriffe Hämodialyse und Dialyseshunt
    ● Begründete pflegerische Massnahmen bei chronischer Niereninsuffizienz inklusive Shuntpflege

Themenabschluss, Wissenssicherung
    ●    Situationsspezifische Haltung

Literaturangaben:
     ●    PFLEGEN Gesundheits- und Krankheitslehre (2017) Elsevier = PFLEGEN 2, Kapitel 13, ab S.
          349; Niereninsuffizienz S- 378; Nierenersatztherapie; Dialyse S. 364; Shuntpflege S. 368;
          Ernährung bei Dialyse S. 367
     ●    Jecklin, E. Arbeitsbuch Anatomie und Physiologie (2016) Elsevier = Jecklin, ab Seite 302

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2. Lehrjahr, ​3. Semester

  B.4 Klientinnen und Klienten bei der Atmung unterstützen

                                      http://blog.cirurgicavitoriaregia.com.br​, 2018

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Die Fachfrau Gesundheit Seraina Koller pflegt heute Frau Menghi, 69-jährig. Der Dokumentation
entnimmt sie, dass Frau Menghi an einer chronischen Bronchitis leidet.
Seraina Koller geht zu Frau Menghi, um ihr die Inhalation zu verabreichen. Ihr fällt auf, dass Frau
Menghi sehr oberflächlich und angestrengt atmet.
Sie fragt sie nach ihrem Befinden. Frau Menghi beklagt sich bei Seraina Koller, dass sie sich zurzeit
sehr unwohl fühle und nicht in der Lage sei, sich zu bewegen, da sie sofort wieder ausser Atem
komme. Seraina Koller bemerkt, dass Frau Menghi sehr ängstlich wirkt und dadurch noch schlechter
atmet. Sie bittet Frau Menghi, sich im Bett aufrecht zu setzen. Sie hilft ihr und achtet dabei auf eine
atemunterstützende Lagerung. Daraufhin richtet sie die Inhalation gemäss Schema und instruiert
Frau Menghi, wie sie atmen muss. Damit erreicht sie, dass Frau Menghi etwas ruhiger und tiefer
atmet.
Nach der Inhalation kommen die beiden miteinander ins Gespräch. Seraina Koller erfährt, dass Frau
Menghi jahrelang starke Raucherin war. Sie hat das Rauchen aufgrund der Erkrankung aber vor
kurzem aufgegeben. Der Verzicht fällt ihr sehr schwer und sie sehnt sich öfters nach einer Zigarette.
Seraina Koller bestärkt Frau Menghi darin, dass der Verzicht auf das Rauchen eine gute Entscheidung
ist, äussert aber auch Verständnis für ihre Lust zu rauchen.
Nach dem Gespräch bittet Frau Menghi Seraina Koller, ihr den Sauerstoff zu reichen. Sie stellt das
Sauerstoffgerät auf die vom Arzt verordnete Anzahl Liter pro Minute ein und dokumentiert
anschliessend die Verabreichung.

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                                              Fachfrau / Fachmann Gesundheit

    Inhalte:

    Bedeutung der Atmung
    ● Bedeutung aus Sicht des Klienten, Pflegenden
    ● Einflussfaktoren

    Anatomie und Physiologie der Atemorgane
    ●    Aufgaben des Atmungssystems
    ●    Einteilung des Atmungssystems
    ●    Aufbau und Aufgaben der Nase, des Rachens
    ●    Lage, Aufbau und Aufgaben des Kehlkopfs, der Luftröhre, der Bronchien und Bronchiolen
    ●    Aufbau und Aufgaben der Alveolen, der Lungen und der Pleura
    ●    Vorgang der Atmung (Ein- und Ausatmung)
    ●    Gasaustausch
    ●    Steuerung der Atmung
    ●    Lungenkapazität
    ●    Zusammensetzung der Atemluft

    Beobachtung der Atmung
    ● Beobachtungskriterien der physiologischen Atmung
(Atemtyp, Atemfrequenz, Atemtiefe, Atemrhythmus, Atemgeräusche, Atemgeruch)
    ● Normwerte
    ● Physiologische und pathologische Veränderungen
    ● Husten und Sputum
(Definition von Husten und Sputum, Beobachtung von Sputum, Hustenarten, Behandlung von
        Husten (Expektorantien, Antitussiva), Umgang mit Sputum)
    ● Dyspnoe
 (Definition, Schweregrad / Symptome, Therapie, Erstmassnahmen bei Atemnot, Pflege und
         Betreuung)

    Atemunterstützende Massnahmen
     ● Atemunterstützende Massnahmen
       (Gute Raumluft, Mobilisation und Bewegung
       Atemtherapie (Einfache Atemübungen, Kontaktatmung, Dosierte Lippenbremse,
              Trinkhalm und Wasserglas, SMI-Trainer)
          ASE, Lagerungen und Positionen (Regelmässiges Umlagern, Oberkörperhochlagerung,
             VATI Lagerungen)
     ● Sekretlösende Massnahmen (Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Einreibungen,
       Brustwickel, Inhalation)
     ● Auswurffördernde Massnahmen (
       Abhusten von Sekret (schonendes, effektives, nach Operationen)

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   Krankheitsbilder und Pflegemassnahmen
    ● Pneumonie
 (Definition, Symptome, Ursachen, Therapie inkl. Medikamente, Komplikationen, Pflege und
         Betreuung)
    ● Pneumonieprophylaxe
(Risikoeinschätzung, Prophylaktische Massnahmen)

   Themenabschluss, Wissenssicherung
        ● Situationsspezifische Haltung

   Literatur:
   ● Pflegen, Grundlagen und Interventionen, Elsevier 2017, Kap. 14, S. 199-225 = PFLEGEN 1
   ● Pflegen, Gesundheits- und Krankheitslehre, Elsevier 2017, Kap. 3, S.41-51, 60-63 = PFLEGEN 2
   ● Jecklin, Elsevier 2016, Kap. 11., S.249-264

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Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Die Fachfrau Gesundheit Seraina Koller pflegt heute Frau Menghi, 69-jährig. Der Dokumentation
entnimmt sie, dass Frau Menghi an einer chronischen Bronchitis leidet.
Seraina Koller geht zu Frau Menghi, um ihr die Inhalation zu verabreichen. Ihr fällt auf, dass Frau
Menghi sehr oberflächlich und angestrengt atmet.
Sie fragt sie nach ihrem Befinden. Frau Menghi beklagt sich bei Seraina Koller, dass sie sich zurzeit
sehr unwohl fühle und nicht in der Lage sei, sich zu bewegen, da sie sofort wieder ausser Atem
komme. Seraina Koller bemerkt, dass Frau Menghi sehr ängstlich wirkt und dadurch noch schlechter
atmet. Sie bittet Frau Menghi, sich im Bett aufrecht zu setzen. Sie hilft ihr und achtet dabei auf eine
atemunterstützende Lagerung. Daraufhin richtet sie die Inhalation gemäss Schema und instruiert
Frau Menghi, wie sie atmen muss. Damit erreicht sie, dass Frau Menghi etwas ruhiger und tiefer
atmet.
Nach der Inhalation kommen die beiden miteinander ins Gespräch. Seraina Koller erfährt, dass Frau
Menghi jahrelang starke Raucherin war. Sie hat das Rauchen aufgrund der Erkrankung aber vor
kurzem aufgegeben. Der Verzicht fällt ihr sehr schwer und sie sehnt sich öfters nach einer Zigarette.
Seraina Koller bestärkt Frau Menghi darin, dass der Verzicht auf das Rauchen eine gute Entscheidung
ist, äussert aber auch Verständnis für ihre Lust zu rauchen.
Nach dem Gespräch bittet Frau Menghi Seraina Koller, ihr den Sauerstoff zu reichen. Sie stellt das
Sauerstoffgerät auf die vom Arzt verordnete Anzahl Liter pro Minute ein und dokumentiert
anschliessend die Verabreichung.

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Inhalte:

Themeneinstieg
Repetition 3. Semester
  ● Beobachtungskriterien, Normwerte und Abweichungen der Atmung
  ● Anatomie und Physiologie der Atmungsorgane
  ● Atemunterstützende Massnahmen

Krankheitsbilder und Pflegemassnahmen
     ● Asthma bronchiale (Definition, Krankheitsursachen/-entstehung, Symptome,
       Therapie, Pflege und Betreuung ableiten und begründen)
     ● COPD (Definition, Krankheitsursachen/-entstehung, Symptome, Therapie, Pflege und
       Betreuung ableiten und begründen)
     ● Lungenembolie (Definition, Krankheitsursachen/-entstehung, Symptome, Therapie,
       Prävention, Pflege und Betreuung ableiten und begründen)

Sauerstoffverabreichung
     ● Grundsätze
     ● Gefahren und Komplikationen

Angst
     ●    Definition
     ●    Ursachen
     ●    Ausdrucksformen
     ●    Grade
     ●    Massnahmen

Themenabschluss, Wissenssicherung
     ● Situationsspezifische Haltung
     ● Wissenssicherung

Literatur:
● Pflegen, Grundlagen und Interventionen, Elsevier 2017, Kap. 14, S. 199-225 = PFLEGEN 1
● Pflegen, Gesundheits- und Krankheitslehre, Elsevier 2017, Kap. 3, S.41-51, 60-63 = PFLEGEN 2
● Jecklin, Elsevier 2016, Kap. 11., S.249-264

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2. Lehrjahr

      B.6; Klientinnen und Klienten beim Ruhen und Schlafen
                           unterstützen

                                                  ​ ttps://www.missmum.at/2018
                                    Quelle Bild:​ h

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Frau Alder, 82-jährig, ist vor zwei Monaten in ein Pflegeheim umgezogen. Sie hat sich gut
eingelebt und ist mit der Betreuung zufrieden. Sie hat Freude an den jungen Fachpersonen,
die sie betreuen, und nimmt Anteil an deren Beruf. Die Fachfrau Gesundheit Bettina Seiler
gehört zum Betreuungsteam und ist Bezugsperson von Frau Alder.
Frau Alder leidet seit Heimeintritt an Durchschlafschwierigkeiten. Sie erwacht mitten in der
Nacht, ist hellwach und kann erst gegen drei Uhr wieder einschlafen. Tagsüber ist sie oft
müde und erlebt immer wieder kurze Schlafphasen, meistens beim Fernsehen oder
Zeitschriftenlesen.
Bettina Seiler hat die Situation bereits früher mit Frau Alder besprochen, gemeinsam
suchten sie nach Gründen und Massnahmen. Frau Alder führte ihre Schlafstörungen auf die
ungewohnte neue Umgebung zurück. Sie wollte keine Schlafmedikamente einnehmen und
wünschte sich von den Betreuungspersonen, die nachts arbeiten, heisse Milch mit Honig,
später stellte sie um auf Tee mit beruhigender und schlaffördernder Wirkung.
Da sich nach drei Wochen das Schlafmuster noch nicht verändert hat, sammelt Bettina Seiler
anhand der Checkliste Informationen über das Schlafverhalten von Frau Alder und sucht
nach neuen Möglichkeiten, ihre Schlafsituation zu verbessern. So bespricht sie mit ihr die
gesamte Tagesstruktur, insbesondere die Angebote der Aktivierung. An einem Abend führt
Bettina Seiler bei Frau Alder eine beruhigende Waschung durch. Am Morgen darauf
berichtet Frau Alder von einer guten Nacht. Sie findet, dass sie hier im Heim zu früh zu Bett
gehe, und erkundigt sich über das Nachtcafé im ersten Stock.

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Inhalte:

Bedeutung von Ruhen und Schlafen und Einflussfaktoren
● Bedeutung und Einflussfaktoren von Ruhen und Schlafen für den Menschen

Grundlagen der Schlafphysiologie
● Physiologische Grundlagen: Schafzyklus und Schlafphasen
● Schlafbedürfnis und Schlafgewohnheiten, Schlafrituale
● Alterstypische Veränderungen von Schlaf
● Beobachtung von Schlaf

●    Bewusstseinslagen: Beobachtung des Bewusstseins, Begrifflichkeit: Unterscheidung von
     ‚Quantitativ‘ -,qualitativ‘
●    Grobe Einteilung quantitative Bewusstseinsstörungen

Schlafstörungen
● Schlafstörungen: akute und chronische Schlafstörungen; Ursachen und Massnahmen
● Medikamentöse Massnahmen: Hypnotika, Sedativa; Wirkung und Nebenwirkungen
● Pflegerische, schlaffördernde Massnahmen beim Schlafen und bei Schlafstörungen

Themenabschluss, Wissenssicherung
● Situationsspezifische Haltung
● Wissenssicherung

Querverweis zur HK:
     ●    Bewusstseinsstörungen werden in C.1, C.3 bearbeitet

Literatur:
     ●    PFLEGEN; Grundlagen und Interventionen (2017) Elsevier = PFLEGEN 1, ​Kapitel 22 ab S. 493

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2. Lehrjahr

  C.2; Bei der Betreuung von Klientinnen und Klienten in der
                     Sterbephase mitarbeiten

                                           https://bit.ly/2rYsaQW (Mai2018)

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Die Fachfrau Gesundheit Sandra Kunz betreut die 49-jährige Frau Rommer. Bei Frau Rommer wurde
vor acht Monaten ein Mamma-Karzinom entdeckt. Bei der Diagnosestellung wurde festgestellt, dass
der Tumor Metastasen im Bereich der Lunge und der Leber gebildet hat. Frau Rommer erhielt eine
mehrwöchige Chemotherapie und war voller Zuversicht. Sie wusste, dass eine Heilung unmöglich
war, erhoffte sich aber eine verlängerte Lebenszeit bei guter Lebensqualität.
Die Behandlung erfolgte ambulant, Frau Rommer war gleichzeitig berufstätig. Sie fühlte sich häufig
müde und verlor den Appetit. Nach der Behandlung änderte sich ihr Zustand während zweier Monate
kaum. Bei einer Kontrolluntersuchung wurde festgestellt, dass die Metastasen sich leicht vergrössert
haben. Dieser Befund belastete Frau Rommer stark, sie schätzte ihre Situation als schlecht ein. Sie
war müde, verlor an Gewicht und wurde bei geringer Anstrengung kurzatmig. Am meisten Angst
machten ihr die Schmerzen im Rücken, Nacken und am Oberkörper.
Diese Beschwerden und die negative Einschätzung der Situation führen dazu, dass Frau Rommer ihre
Hoffnung verliert. Sie wirkt depressiv. Die Tochter und der Sohn kümmern sich sehr um sie, besuchen
sie täglich und suchen Unterstützung beim Betreuungsteam.
Sandra Kunz betreut Frau Rommer und passt die Unterstützung jeweils deren Zustand an. Sie will die
Tochter und den Sohn in die Betreuung einbeziehen und bemerkt, dass die Situation sie stark
belastet.
In Teamgesprächen werden Pflege- und Betreuungsmassnahmen formuliert. Es wird beschlossen,
dass Sandra Kunz bei der Betreuung weiter mitwirken wird und dass eine erfahrene Pflegefachperson
sie dabei verstärkt unterstützen wird.

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Inhalte
Konzepte und Modelle im Umgang mit Sterbenden
● Die 5 Sterbephasen nach Kübler–Ross und Grenzen des Modells
    - JECKLIN; Kap. 17.3, S. 382 «Sterben»; Kübler-Ross-Modell
● Bedeutung und Sterben in verschiedenen Kulturen
PFLEGEN 1:
- Kap. 13.5-13.5.1, S. 195-196 (Tab.13.11 ​ohne​ Essgewohnheiten)
- S. 39, Abschnitt «Pflegerische Versorgung eines Leichnams»

Pflegemassnahmen im Sterbeprozess und bei Verstorbenen
● Pflegemassnahmen im Sterbeprozess
PFLEGEN 1: Kap. 3.4.7, Abschnitt «Pflege in der Sterbephase», S. 38
● Zeichen des nahenden Todes / Biologie des Sterbens
● Bedürfnisse des Beziehungsumfeldes während dem Sterbeprozess
● Pflegemassnahmen nach dem Tod
PFLEGEN 1:
   - Kap. 3.4.7, Abschnitt „Pflege von Verstorbenen“, S. 38-39
   - Der respektvolle Umgang mit dem Leichnam, S. 566-567
   - Auseinandersetzung im Kindes- und Jugendalter S.567-568
   - Mundpflege – Massnahmen S. 322-325

Umgang mit belastenden Situationen
● Copingstrategien
● Selbstpflege / Anzeichen von Überbelastung und Überforderung bei sich und dem selbst
PFLEGEN 1: Kap. 11.3.3, S. 159-160, «Sterben und Tod»; Strategien zum Umgang mit Sterben und Tod
● Betreuung des Beziehungsumfeldes bei Verlust und Trauer

Themenabschluss, Wissenssicherung
● Situationsspezifische Haltung

Literaturangabe
● PFLEGEN 1; Grundlagen und Interventionen; 2017; Elsevier
● PFLEGEN 2; Gesundheits-und Krankheitslehre; 2017; Elsevier
● Jecklin, E.; Arbeitsbuch Anatomie und Physiologie 2016; Elsevier

HINWEIS: ​Palliative Care wird in HK C.4, 4. Sem. thematisiert!

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2. Lehrjahr

      C.3; Bei der Betreuung von Klientinnen und Klienten in
                      Krisensituationen mitwirken

                                 https://meissner-communications.com​ ​(August 18)

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan
Frau Michel ist 30 jährig und alleinerziehende Mutter eines 7-jährigen Sohnes. Sie ist arbeitslos und
sucht seit längerem eine Anstellung als Kauffrau. Bei der einzigen Chance, welche sie innerhalb des
letzten Jahres erhalten hatte, musste sie die Stelle innerhalb der Probezeit wieder verlassen. Die
alleinige Verantwortung für ihr Kind, die finanziellen Schwierigkeiten und die kritischen Reaktionen
ihres Umfeldes belasten sie. Gegen die immer wieder auftretende Niedergeschlagenheit und die
Schlafschwierigkeiten zeigte sich Alkohol als hilfreiches Mittel. Gestern Abend ist sie in ihrem
Wohnblock in angetrunkenem Zustand die Treppe hinuntergestolpert und wurde mit Rippenbrüchen
und Prellungen ins Spital eingeliefert. Beim Eintritt gibt sie an aus Freude wegen einer Einladung zu
einem Bewerbungsgespräch ausnahmsweise etwas getrunken zu haben. Heute Morgen ist die
Fachfrau Gesundheit Yvonne Zeller bei ihr für die Unterstützung bei der Körperpflege und dem Essen
zuständig. Im Kontakt wirkt sie sehr niedergeschlagen. Sie äussert Zweifel bezüglich der Zukunft und
lässt durchblicken, dass doch alles keinen Sinn hat. Yvonne Zeller hört Frau Michel aktiv zu und lenkt
das Gespräch auch auf das Kind und die Wichtigkeit von Frau Michel in ihrer Rolle als Mutter. Für das
Essen lässt Yvonne Zeller Frau Michel alleine und rapportiert im Stationszimmer der zuständigen
Fachperson ihren Eindruck vom Zustand von Frau Michel und dem Inhalt des Gesprächs. Sie
vereinbaren den Beizug des psychiatrischen Konsiliardienstes und eine engmaschige
Kontaktaufnahme mit Frau Michel. Als sie das nächste Mal ins Zimmer zu Frau Michel geht, fällt ihr
auf, dass diese unruhig ist und mit den Händen zittert. Das Bewusstsein erscheint ihr etwas getrübt.
Während dem kurzen Gespräch wirkt es so, als ob Frau Michel etwas von der Bettdecke wischen
möchte, Yvonne Zeller sieht ihrerseits nichts. Aufgrund ihrer Beobachtungen und dem Wissen, dass
Frau Michel in angetrunkenem Zustand gestürzt schliesst sie die Möglichkeit eines beginnenden
Entzugsdelirs. Sie alarmiert sofort die Fachperson.

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Inhalte

Krise / Kritische Lebensereignisse als Auslöser psychischer Krisen
    ● Definition Krise
    ● Bedeutung einer Krise
    ● Krisen in verschiedenen Lebenssituationen
    ● Repetition Entwicklungspsychologie

Früherkennung, Merkmale von Krisen und Krisenbegleitung
    ● Ablauf einer Krise/ Krisenphase nach Caplan
    ● Mögliche Auslöser/kritische Lebensereignisse als Auslöser psychischer Krisen
    ● Begriff Resilienz
    ● Frühzeitige Erkennungsmerkmale und allgemeine Merkmale von Krisen
    ● Pflegerische Massnahmen bei Krisen

Unterscheidung psychische Krise und psychiatrischer Notfall
   ● Krise und psychiatrischer Notfall
   ● Massnahmen bei psychiatrischem Notfall

Abhängigkeitserkrankung
   ● Abhängigkeitserkrankung: Alkoholabhängigkeit

Themenabschluss, Wissenssicherung
   ● Situationsspezifische Haltung

Literaturangabe
● Pflegen 1 Grundlagen und Interventionen Kapitel 3.4.5, 3.4.6 S.34 und 35, Kapitel 3.4.4 S.33 und
    34
● Pflegen 2 Gesundheits- und Krankheitslehre Kapitel 16.9
● Pflegekonzepte Band 1, Silvia Käppeli, Thema Krise, Hans Huber Verlag
● Lehrbuch Psychiatrische Pflege: Psychiatrische Notfälle S.436 bis 443, Hans Huber Verlag

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2. Lehrjahr

    C.4; Bei der Begleitung von Klientinnen und Klienten mit
       chronischen Erkrankungen, Multimorbidität und in
                palliativen Situationen mitwirken.

                                               ​ ttps://primary-hospital-care.ch​ ​(2018)
                                 Quelle Bild:​ h

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Frau Viollier, 83-jährig, leidet seit Jahren an Diabetes mellitus Typ II und einer globalen
Herzinsuffizienz. Vor zwei Jahren erlitt sie zudem einen Schlaganfall, seitdem hat sie eine Hemiparese
rechts. Durch ihre Arthrose ist sie in der Mobilität stark eingeschränkt und kann sich nur mit
Begleitung fortbewegen.
Der Fachmann Gesundheit Tobias Suterlin hat Frau Viollier wegen seiner Ferienabwesenheit seit
einigen Wochen nicht mehr betreut. Im Rapport erfährt er, dass sich der Allgemeinzustand von Frau
Viollier in dieser Zeit kontinuierlich verschlechtert hat. Sie hat starke Schmerzen, lehnt aber oft
Medikamente ab, weil diese für sie zu wenig Wirkung zeigen.
Tobias Suterlin begrüsst Frau Viollier am Morgen und schlägt ihr zur Vorbereitung auf die
Körperpflege ein schmerzlinderndes warmes Handbad, vor. Beim Handbad fragt er Frau Viollier, wie
sie die Wirkung der Medikamente wahrnimmt und ob diese verträglich sind. Da bei Frau Viollier das
Sprachverständnis verzögert ist spricht Herr Suterlin in kurzen klaren Sätzen.
Während Frau Viollier ihr Handbad sichtlich geniesst und die Finger durchbewegt, berichtet sie, dass
die Schmerzen in der letzten Nacht schwächer waren als in der Nacht zuvor, dass ihr die vielen
Medikamente Übelkeit und Juckreiz verursachen und dass sie keinen Appetit mehr habe. Frau Viollier
möchte dies mit ihrem Arzt besprechen.
Tobias Suterlin versichert Frau Viollier, dass er dies der Pflegedienstleiterin berichten werde. In der
Besprechung mit der Pflegedienstleiterin regt er an, eine interdisziplinäre Teambesprechung
durchzuführen.

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Inhalte

Krankheitsbild ischämischer Schlaganfall ​(früher Apoplexie)
   ● Definition mit den 2 Hauptursachen (ischämischer Schlaganfall und Schlaganfall durch
      Hirnblutung), Komplikationen, Behandlung; Akuttherapie, weitere Therapie
   ● FAST-Test, TIA
   ● Ischämischer Schlaganfall: Symptome (Lähmung, mit Hemiparese, Hemiplegie / Aphasie mit
      Broca-Aphasie und Wernicke-Aphasie, Dysphagie, Neglect, Apraxie
   ● begründete pflegerische Massnahmen aufgrund der Symptome: Apraxie, Neglect, Störungen
      der Wachheit, Aufmerksamkeit und Konzentration, Lähmungen (mit Pusher-Syndrom),
      Aphasie, Dysphagie,

Literatur:
    ● PFLEGEN Grundlagen und Interventionen (2017) Elsevier = PFLEGEN 1,
        Tabelle 20.4 Kriterium «Kraft» S. 454 beim Thema Lähmungen
    ● PFLEGEN Gesundheits- und Krankheitslehre (2017) Elsevier = PFLEGEN 2
          S. 463- 466; 468- 472 und 498 – 508
          - Schlaganfall S. 498 ff (ohne Unterkapitel Bobath-Konzept: Lagerung und Bewegung, jedoch
                  mit Unterkapitel «Komplikation Pusher-Syndrom)
                  - Lähmungen: ab. S. 463 und S. 464 Abb. 15.3 und 15.4 sowie Text «Zentrale und
                  periphere Lähmung», dann ab S. 465 – 466 zu Pflegerische Betreuung bei
                  Muskelhypertonie und Spastik§

Abgrenzung: ​Die Kapitel Sensibilitätsstörungen, vegetative Störungen, Kopf- und Gesichtsschmerzen
Schulter- und Hüft-Komplikationen sowie das ​Bobath-Konzept​ werden in der Schule nicht behandelt.
Durchführung der Lagerungen, Transfer und Mobilisation ist üK – Thema.

Grundlage Chronische Erkrankungen
   ● Grundlagen chronische Erkrankungen
   ● Auseinandersetzung mit chronischen Krankheiten:
           ○ Bedeutung von chronischer Krankheit:
           ○ Formen der Auseinandersetzung und Bewältigung
           ○ Trajectory-Modell: Stadien benennen und einordnen können
   ● Pflege eines chronisch kranken Patienten

Literatur:
    ● PFLEGEN Grundlagen und Interventionen (2017) Elsevier = PFLEGEN 1,
        Chronische und mehrfach erkrankte Menschen S. 36 / Trajectory-Work-Modell S. 119
    ● PFLEGEN Gesundheits- und Krankheitslehre (2017) Elsevier = PFLEGEN 2
        Krankheitsverläufe S. 12
    ● Kopie aus I-Care Pflege (2015), Thieme-Verlag; Der chronisch kranke Patient; S. 766 - 771

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Pflegende Angehörige und Zusammenarbeit mit Angehörigen
    ● Zusammenarbeit mit Angehörigen: Grundsätze für eine professionelle, wertschätzende
       Zusammenarbeit.

Palliative Care
    ● Definition des Begriffs Palliative Care
    ● Leitlinien und Verständnis der Palliative Care
    ● Ganzheitliches Begleiten, Unterstützen
    ● Umgang mit Hilflosigkeit
    ● Unterstützende Massnahmen zur Linderung bei häufigen Symptomen (Dyspnoe, Nausea,
         Appetitlosigkeit, Obstipation, Grande Fatigue)

Hinweis / Querverweis:​ s. auch Inhalte üK und Handlungskompetenz C.2

Literatur:
    ● PFLEGEN Grundlagen und Interventionen (2017) Elsevier = PFLEGEN 1,
        Kapitel 25 S. 556 - 559 / S. 565f zu Hilflosigkeit / und Grand Fatique
    ● Themendossier Palliative Care; CURAVIVA Schweiz; (2016); Leitlinien und Verständnis
    ● Palliative.ch; Best Practice BIGORIO Empfehlungen;
        https://www.palliative.ch/de/fachbereich/arbeitsgruppen-standards/best-practice

Themenabschluss
   ● Wissenssicherung
   ● Situationsspezifische Haltung

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2. Lehrjahr

           C.5 Klientinnen und Klienten mit Verwirrtheitszuständen
                                 unterstützen

                                                    www.cekib.de​,2018

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Frau Lohn, 74-jährig, lebt seit einigen Tagen in der Demenzwohngruppe des Pflegezentrums.
Sie leidet an einer fortgeschrittenen Form der Krankheit. Fast während des ganzen Tages
geht sie auf der Abteilung herum. Sie wird kaum müde. Auf diesen Rundgängen steckt Frau
Lohn alle Sachen, die sie sieht, in ihre Schürzentaschen. So füllen sich diese mit Brot, Butter,
Servietten, Löffeln und anderen Sachen, die sie findet. Frau Lohn ist selten bereit, die
erhaschten Materialien freiwillig zurückzugeben. Sie reagiert dann gereizt bis aggressiv. Erst
wenn ihre Taschen voll sind, kommt Frau Lohn etwas zur Ruhe. Sie setzt sich auf das Sofa
und begutachtet und betastet alles, was sie gefunden hat, mit viel Ausdauer. Nach einer
gewissen Zeit lässt Frau Lohn diese Sachen auf dem Sofa liegen und geht erneut umher.
Dabei sammelt sie alles ein, dessen sie habhaft wird. Die Fachfrau Gesundheit Sonja Frei
betreut heute die Bewohnerinnen und Bewohner im Aufenthaltsraum und serviert ihnen das
Morgenessen. Sie fühlt sich durch das Verhalten von Frau Lohn sehr gefordert und verliert
fast die Geduld. Mehrmals versucht sie, mit ihr ins Gespräch zu kommen oder sie für andere
Tätigkeiten, wie zum Beispiel Blumengiessen, zu interessieren. Frau Lohn antwortet nur mit
Gemurmel auf diese Aufforderungen, dreht weiter ihre Runden und reagiert nicht auf die
Interventionen von Sonja Frei. Sonja Frei erkennt, dass sie an ihre Grenzen stösst. Beim
folgenden Pflegerapport spricht sie ihre Schwierigkeiten mit Frau Lohn an. Das Team
versteht Sonja und sucht gemeinsam nach Lösungen zur Entlastung der Situation.

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Inhalte:

Themeneinstieg und Praxiserfahrungen

     ●    Praxiserfahrungen mit dem Thema Verwirrtheit
     ●    Verwirrtheitszustände: akut und chronisch

Krankheitsbild und Pflegemassnahmen bei Verwirrtheit und Demenz; neu neurokognitive
Störungen

     ●    Demenzformen: Demenzielles Syndrom und Demenztypen
     ●    Repetition qualitative Bewusstseinsstörungen: Störungen der Orientierung, Störung der
          Wahrnehmung, Störung des Gedächtnisses

Grundsätze für den Umgang mit verwirrten Menschen

     ●    Grundsätze im Umgang mit verwirrten Menschen
     ●    Lösungsansätze bei häufigen Pflegeproblemen im Umgang mit verwirrten Menschen

Kommunikation mit verwirrten Menschen

     ●    Grundsätze in der Kommunikation mit verwirrten Menschen
     ●    Validation nach Feil und integrativer Validationsansatz nach N. Richard
     ●    Berührung und Kommunikation

Themenabschluss und Wissenssicherung

     ●    Erweitern des Erfahrungswissens; Transfer und erweitern der bisherigen betreuerischen Grundsätze
     ●    Situationsspezifische Haltung

Literatur:

     ● PFLEGEN Grundlagen und Interventionen (2017) Elsevier => PFLEGEN 1, Seite 520f Kapitel
       23.3 & 23.4 Demenzielles Syndrom
     ● PFLEGEN Gesundheits- und Krankheitslehre (2017) Elsevier => PFLEGEN 2, Kapitel 16 Pflege
       von Menschen mit psychischen Störungen; 16.10 Demenz

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                                          Fachfrau / Fachmann Gesundheit

2. Lehrjahr

  D.4; Infusionen ohne medikamentöse Zusätze richten und
  bei bestehendem peripher venösem Zugang verabreichen,
   Infusionen mit bestehenden medikamentösen Zusätzen
                        anhängen.

                                               https://www.bvmed.de​ ,(2017)

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan D4
Die Fachfrau Gesundheit Sengül Yldiz betreut Herrn Tschudin, 25-jährig, bei welchem nach einem
kleinen Eingriff eine Infusion verordnet wurde. Sengül Yldiz stellt die Infusion bereit. Danach geht sie
zu Herrn Tschudin, um sie zu wechseln. Sengül Yldiz überprüft die Eintrittsstelle der Infusion auf
Schwellungen und Rötungen. Da sie keine Schwellung oder Rötung entlang der Vene entdeckt,
schliesst sie die Infusion an, stellt die Laufzeit ein und vergewissert sich, das die Infusion ohne
Probleme in die Vene infundiert wird.
Sie bittet Herrn Tschudin, sich zu melden, falls er Beschwerden verspüren sollte.

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                                          Fachfrau / Fachmann Gesundheit

Inhalte:

Flüssigkeitshaushalt:
● Repetition Wasser- und Elektrolythaushalt
● Repetition Osmose

Infusionstherapie:
● Definition und Ziele der Infusionstherapie
● Infusionsarten:
        -subkutan- Infusion: Definition, Indikation, Gefahren und Komplikationen
        -peripher venöse Infusion: Definition, Indikationen, Gefahren und Komplikationen (inklusive
        Phlebitis)
● Infusionslösungen am Beispiel einer isotonen Infusionslösung
● In Bezug auf Phlebitis: Repetition Gefässsystem und Massnahmen bei Phlebitis

Unterstützung bei liegenden Infusionen:
Grundsätzliche Unterstützung in ausgewählten ATL von Klientinnen und Klienten bei liegenden
Infusionen

Themenabschluss:
● Wissenssicherung
● Situationsspezifische Haltung

Literaturangabe:
Arbeitsbuch Anatomie und Physiologie (2016) Elsevier S. 17-19
Pflegen 1 S. 638-641 und S. 651-654

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2. Lehrjahr

                           D.1; Vitalzeichen kontrollieren und
                               Flüssigkeitsbilanz erstellen

                                           www.wallmenichhaus.de, 2017

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Die Fachfrau Gesundheit Rahel Peters betreut die 75-jährige Frau Wüthrich, welche an einer
chronischen Herzinsuffizienz und unter hohem Blutdruck leidet. Sie kontrolliert bei ihr den Blutdruck,
den Puls sowie die Atmung und erstellt die Flüssigkeitsbilanz.
Frau Wüthrich fragt nach, in welchem Behälter der Urin gesammelt werden müsse. Rahel Peters zeigt
ihr den Behälter, erklärt ihr, wie das Sammeln vor sich geht und warum die korrekte Sammlung
wichtig ist.
Bei der Messung des Blutdrucks fällt Rahel Peters auf, dass die Manschette zu eng ist. Daraufhin fragt
sie sich, ob die hohen Blutdruckwerte mit der zu kleinen Manschette in Zusammenhang stehen. Sie
informiert Frau Wüthrich darüber und misst den Blutdruck mit einer grösseren Manschette nach.
Rahel Peters informiert Frau Wüthrich über den aktuellen Wert und dokumentiert diesen. Sie leitet
ihre Beobachtungen an die zuständige Pflegefachperson weiter.

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                                          Fachfrau / Fachmann Gesundheit

Inhalte

Repetition/Voraussetzung
Herz, Kreislauf System, Vitalzeichen

Prinzipien der Flüssigkeitsbilanzierung
● Definition
● Grundlagen der Flüssigkeitsbilanzierung
● Fehlerquellen
● Indikationen zur Flüssigkeitsbilanzierung
● Dokumentation

Herz- und Kreislauferkrankungen

Herzinsuffizienz
Definition, Einteilungsmöglichkeiten (Zeitdauer, Schweregrad, betroffene Herzkammer), Ursachen,
Symptome der Rechts- und Linksherzinsuffizienz, wichtige Komplikationen, Begriff Lungenödem,
Behandlungsmöglichkeiten, begründete pflegerische Massnahmen (Lagerung und Bewegung,
Ernährung, Überwachung) ableiten

Hypertonie
Definition, Ursache (grobe Unterscheidung primäre und sekundäre Hypertonie), Symptome, wichtige
Komplikationen (anhand der Folgeschäden an vier Organen), Begriff hypertensive Krise kennen,
Therapie, begründete pflegerische Massnahmen ableiten

Koronare Herzkrankheit
Definition, Ursachen, Leitsymptom Angina pectoris (typische und atypische Beschwerden und
Auslöser der Beschwerden), Unterscheidung stabile und instabile pectoris, Therapie, begründete
pflegerische Massnahmen ableiten

Herzinfarkt
Definition, Ursache, Symptome (typischer und atypischer Schmerz, Begleitsymptome),
Komplikationen, Begriff kardiogener Schock kennen, Therapie, begründete pflegerische Massnahmen
ableiten

Themenabschluss, Wissenssicherung
Situationsspezifische Haltung

Literatur:
● PFLEGEN, Grundlagen und Interventionen, 2017, Elsevier = PFLEGEN 1 S. 391ff
● PFLEGEN, Gesundheits- und Krankheitslehre, 2017, Elsevier = PFLEGEN 2 Seiten: 85-88, 91,
    97-106, 108-110, 112
● Jecklin, E. Arbeitsbuch Anatomie/Physiologie, 2016. Elsevier. = Jecklin S. 212ff
● www.pharmawiki.ch

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2. Lehrjahr

      D.2; Venöse und kapillare Blutentnahmen durchführen

                                         Quelle Bild: https://bit.ly/2vPvSki, 2018

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Der Fachmann Gesundheit Andreas Weber wird beauftragt, bei der 50-jährigen Frau Neumann eine
venöse Blutentnahme durchzuführen. Er bereitet die notwendigen Materialien dafür vor. Danach
begrüsst er Frau Neumann, stellt sicher, dass ihr Einverständnis mit der Blutentnahme vorliegt, und
informiert sie über den Ablauf.
Während der Entnahme erläutert er Frau Neumann fortlaufend, was geschieht. Sie sorgt sich um ihre
zu hohen Blutfettwerte und fragt Andreas Weber nach deren Auswirkungen. Er leitet die Frage an die
zuständige Ärztin weiter.
Er beschriftet die Labor-Röhrchen vorschriftsgemäss. Anschliessend entsorgt er das Material und
dokumentiert seine Tätigkeit. Er stellt den Transport der Röhrchen ins Labor sicher.
Am Nachmittag nimmt er die Untersuchungsresultate entgegen und leitet sie an die zuständige
diplomierte Pflegefachperson und die behandelnde Ärztin weiter.

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Inhalte

Themeneinstieg
● Vorwissen und Erfahrungen
● Gefässsystem: Repetition
● Handlungsleitende Normen und Kenntnisse aus der eigenen Praxis (Bsp. Standards, Richtlinien
   zu Thromboseprophylaxe)

Anatomie/Physiologie Blut und Blutgerinnung
● Blut: Zusammensetzung, Bestandteile und Aufgaben
● Veränderungen im Blut und Beobachtungen
● Die drei Schritte der Blutgerinnung

Normwerte des Blutes und Abweichungen
● Die wichtigsten Normwerte, Aussagen, Abweichungen

Krankheitsbilder venöser und arterieller Gefässerkrankungen
● Krankheitsbilder: Varikosis, Thrombosen und periphere arterielle Verschlusskrankheit (PaVK),
   Arteriosklerose
● Begründete pflegerische Massnahmen
● Vertiefung Thromboseprophylaxe

Antikoagulation und pflegerische Massnahmen
● Thrombozytenaggregationshemmer, Heparine, Cumarine
● Beobachtungen und pflegerische Massnahmen bei Therapie mit Antikoagulanzien

Themenabschluss
● Wissenssicherung
● Situationsspezifische Haltung

Hinweis:
Prinzipien, Durchführung, Indikationen, Gefahren, Komplikationen und Fehlerquellen der venösen
und kapillaren BE sind üK-Inhalte

Literaturangaben:
● PFLEGEN 1;
     -    Kap. 15.3.1, Kap. 15.3.2, S. 250ff., OHNE Tab. 15.6 und 15.7.
     -    S. 256, Kapitel „Medikamentöse Massnahmen“
● PFLEGEN 2;
     - Kap. 5-5.1.2, S.113ff. / Kap. 5.2.1, 118ff. / Kap. 5.2.2, S. 119ff. / Kap. 5.3, S.126ff. / Kap. 5.4,
        S.129ff. / Kap. 5.6, S.132ff. / Kap. 5.7, S.134ff.
     - Kap. 10.2.1 bis und mit blauem Kasten, S.269
     - Kapitel „Pflegerische Betreuung+ Beratung“, S.270-271
     - Kap. 10.2.2, S.271, «Thrombozytenaggregationshemmer» (​ohne​ Substanzgruppen!)
     - Kap. 10.2.3, S. 272-275, (​ohne​ i.v.-Heparinisierung)
● Jecklin;
    - Kap. 7, S.189-199 > OHNE Begriffserläuterungen, Blutgruppen, einzelne Leukozyten

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2. Lehrjahr

                 D.3; Medikamente richten und verabreichen.

                                     Quelle Bild: ​https://www.aponet.de​ 2017

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Nach dem Richten und Kontrollieren durch zwei Personen verteilt die Fachfrau Gesundheit Gabi
Züger den von ihr betreuten Klientinnen und Klienten die Medikamente, nachdem sie sorgfältig die
Namen überprüft hat.
Bei allen Klientinnen und Klienten achtet sie darauf, dass sie die Medikamente auch wirklich
einnehmen können. Beim Verteilen wird sie mehrfach nach der Wirkung und nach den allfälligen
Nebenwirkungen gefragt. Zudem sollen die Klientinnen und Klienten wissen, ob sie die Medikamente
vor, während oder nach dem Essen einnehmen müssen.
Einige sind unsicher, ob ihnen die Medikamente auch wirklich helfen. Gabi Züger reagiert auf Fragen
und Unsicherheiten der Klientinnen und Klienten, informiert sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten und
leitet die noch unbeantworteten Fragen an die zuständige Pflegefachperson weiter.
Bei der Kontrolle der Medikamenteneinnahme fällt Gabi Züger auf, dass einige Klientinnen/Klienten
Mühe haben mit Schlucken oder die Medikamente nicht zuverlässig einnehmen. Sie leitet ihre
Beobachtungen an die diplomierte Pflegefachperson weiter.
Gabi Züger achtet auf allfällige Auswirkungen der Medikamente.

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Inhalte:

Definition Arzneimittel, Arzneimittelgruppen, Wirkungen und unerwünschte Wirkungen
● Definition Arzneimittel
● Verpackungen und Packungsbeilagen
● Wichtige Arzneimittelgruppen
● Generika

Gesetzliche Grundlagen
● Überblick gesetzliche Grundlagen Schweiz

Arzneimittelformen und Applikationsformen
● Arzneimittelformen und Abkürzungen
● Applikationsarten

Aufnahme, Wirkung und Ausscheidung von Medikamenten
● Grundlagen Pharmakokinetik: Definition, Freisetzung, Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechslung,
   Ausscheidung eines Medikaments
● Grundlagen Pharmakodynamik: Definition, Wirkungen und unerwünschte Wirkungen von
   Medikamenten
● Resorption von Medikamenten
● Arzneimittel und Lebensalter
● Medikamente richten; Grundsätze
● Medikamente verabreichen; Grundsätze

Fachrechnen
● Grundlagen des medizinischen Rechens

Themenabschluss, Wissenssicherung
● Situationsspezifische Haltung

Literaturangabe
PFLEGEN S. 611 – S. 623, Kap. 27.1 / 27.2 / 27.3 / 27.4

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2. Lehrjahr

                           D.5 Sondennahrung bereitstellen und diese
                             bei bestehendem Zugang verabreichen

                                         http://www.aok-gesundheitspartner.de​ (2018)

Beispielhafte Situation aus dem Bildungsplan

Frau Vencato, 45-jährig, kann infolge einer Strahlentherapie im Kopfbereich nicht mehr
essen. Vor zwei Wochen wurde ihr eine PEG-Sonde eingelegt. Der Fachmann Gesundheit
Istvan Cvetkovic bereitet die Sondennahrung vor. Er geht ins Zimmer von Frau Vencato, die
gerade Besuch von ihrer Familie hat.
Istvan Cvetkovic klärt ab, ob die Familie von Frau Vencato während des Verabreichens der
Sondennahrung im Zimmer bleiben will. Frau Vencato möchte dabei ungestört sein und
bittet ihre Familie, das Zimmer kurz zu verlassen.
Istvan Cvetkovic fragt Frau Vencato nach ihrem Befinden. Sie erzählt ihm, dass sie sich heute
sehr müde fühle und dass die Schmerzen im Mund wieder stärker geworden sind. Istvan
Cvetkovic erkundigt sich danach, wie sie die Sondennahrung bisher vertragen hat. Frau
Vencato sagt, dass sie keine Beschwerden diesbezüglich habe.
Er schliesst den Beutel an die Ernährungspumpe und an die PEG-Sonde an. Dabei achtet er
auf das korrekte Einstellen der Einlaufmenge und Einlaufgeschwindigkeit.
Er teilt Frau Vencato mit, dass er sich darum bemühen werde, ihr ein Schmerzmedikament
zu bringen. Beim Hinausgehen bittet er die Familie wieder herein.

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Inhalte:

Enterale Ernährung
     ●    Repetition Grundlagen zum Verdauungstrakt
     ●    Sie unterscheiden die Begriffe enterale und parenterale Ernährung
     ●    Sie erklären verschiedene Indikationen zur enteralen Ernährung

Ernährungssonden
     ●    Sie beschreiben mögliche Lagen verschiedener Ernährungssonden Schwerpunkt nasogastrale
          und PEG-Sonde
     ●    Sie beschreiben drei verschiedene Applikationsformen und erläutern jeweils die Vor- und
          Nachteile
     ●    Sie erklären mögliche Gefahren und Komplikationen bei der Verabreichung von
          Sondennahrung
     ●    Sie beschreiben wesentliche Aspekte zur Verabreichen von Medikamenten über
          Ernährungssonden

Sondennahrung
     ●    Sie erklären verschiedene Arten von Sondennahrung
     ●    Sie erklären Lagerungs-, Haltbarkeitshinweise und Hygienerichtlinien im Zusammenhang mit
          Sondennahrung
     ●    Sie erklären mögliche Aufbauschemata bei Bolusverabreichung und bei kontinuierlicher
          Verabreichung
     ●    Sie kennen vorrangige Pflegeprobleme und entsprechende Massnahmen zu deren
          Vorbeugung bzw. Linderung

Themenabschluss, Wissenssicherung
     ●    Situationsspezifische Haltung, Sie zeigen im groben Rahmen die ethische Problematik im
          Zusammenhang mit der enteralen Ernährung auf

Literaturangabe
     ● Jecklin, Kap. 12
     ● Pflegen 2017, Grundlagen und Interventionen, Elsevier = PFLEGEN 1; Kap. 18.8
(​nur Schwerpunkt enterale Ernährung)

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