Die Märtyrer von heute sind zahlreicher als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte - Kirche in Not

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Die Märtyrer von heute sind zahlreicher als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte - Kirche in Not
Die Märtyrer von heute
sind zahlreicher als
die Märtyrer der ersten
Jahrhunderte

 «Es ist schmerzhaft, dass es in diesem Moment viele Christen gibt, die
 in ver­schie­denen Teilen der Welt verfolgt werden. Wir müssen hoffen
 und beten, dass ihre Qual so bald wie möglich beendet wird. Es sind
 viele: die Märtyrer von heute sind zahlreicher als die Märtyrer der
 ersten Jahrhunderte. Wir bekunden diesen Brüdern und Schwestern
 unsere Nähe. Wir sind ein einziger Leib und diese Christen sind die
 blutenden Glieder des Leibes Christi, der die Kirche ist».

 Papst Franziskus, Generalaudienz vom 29. April 2020.

 In der Zeit von Juni 2020 bis Mai 2021 sind viele       in Ausübung ihres Dienstes getöteten Seelsorger
 Priester, Ordensleute und pastorale Laienmitarbei-      betrifft nicht nur die Missionare ad gentes im
 ter gewaltsam gestorben. Bei den Verstorbenen           engeren Sinne, sondern das gesamte kirchliche
 handelte es sich nicht nur um Seelsorger, die in        Personal und die engagierten Laien, die gewaltsam
 odium fidei, also «im Hass gegen den Glauben»,          zu Tode gekommen sind oder die im Bewusstsein
 starben – ein Aus­druck, den die katholische Kirche     des Risikos, das sie eingingen, ihr Leben geopfert
 verwendet, um einen der Gründe für eine mögliche        haben, ohne jedoch die ihnen anvertrauten Men-
 Selig- oder Heiligsprechung zu bezeichnen, wenn         schen im Stich zu lassen.
 einer ihrer Gläubigen aufgrund seiner oder ihrer
 Religion er­mordet wurde.                               Im Jahr 2020 wurden nach den von Fides gesammel-
                                                         ten Informationen 20 pastorale Mitarbeiter in der
 Tatsächlich sind zahlreiche Seelsorger bei bewaff-      Welt getötet: 8 Priester, 1 Ordensmann, 3 Ordens-
 neten Raubüberfällen oder Einbrüchen getötet            schwestern, 2 Seminaristen und 6 Laien. Die höchste
 worden. Einige wurden entführt oder waren in            Zahl wurde wieder in Lateinamerika ver­zeichnet,
 Schiessereien oder Gewalttaten verwickelt. Dies         mit 5 Priestern und 3 Laien. In Afrika wurden im
 geschieht in Kontexten, die oft von wirtschaftlicher    gleichen Zeitraum 1 Priester, 3 Ordensschwestern,
 und kultureller Armut, moralischer und ökologi-         1 Seminarist und 2 Laien getötet. In Asien wurden
 scher Degradierung geprägt sind, Kontexte der           1 Priester, 1 Seminarist und 1 Laie getötet, während
 Gewalt und des Missbrauchs, die durch einen             in Europa 1 Priester und 1 Ordensmann getötet
 totalen Mangel an Respekt für das Leben und für         wurden. Im Zeitraum von 2000 bis 2020 sind 535
 alle anderen Grundrechte gekennzeichnet sind,           pastorale Mitarbeiter – darunter 5 Bischöfe – getötet
 erinnert die Agentur Fides, ein Organ der Kongrega-     worden. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 ist die
 tion für die Evangelisierung der Völker. Die Zahl der   Liste noch länger geworden.
Die Märtyrer von heute sind zahlreicher als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte - Kirche in Not
Biografien
Von Juni 2020 bis Mai 2021

Nicaragua                                                         dere wurden Opfer von Angriffen und Überfällen, aber keiner
                                                                  wurde bis jetzt getötet.
In Nicaragua sind drei junge Katholiken, die sich für die Kir-
che engagierten, der Gewalt zum Opfer gefallen, die das Land
heimsucht. Lilliam Yunielka und Blanca Marlene González,          Argentinien
zwei Schwestern im Alter von 12 und 10 Jahren, wurden am
15. September 2020 brutal ermordet. Sie waren Mitglie-            I n Argentinien wurde Pater Oscar Juárez, 67 Jahre alt, am
der des Päpstlichen Werkes für missionarische Kinder und           15. Juli 2020 in seiner Gemeinde San Martín de Porres nach
Jugendliche von Nicaragua (IAM), in der Gemeinde Lisawe,           einem Einbruchsversuch erstochen. Er war seit 2004 Pfarrer
die zur Pfarrei Heiliger Geist in Mulukuku, in der autonomen       dieser Gemeinde in Tucumán, der Hauptstadt der gleich-
Region der Nordkaribikküste, gehört.                               namigen Provinz. «Wir glauben, dass dieser schmerzhafte
                                                                   Verlust auf das Klima der Unsicherheit zurückzuführen ist, das
Pablo Schmitz Simon, Bischof von Bluefields und Apostoli-          in Tucuman herrscht», sagt die Erzdiözese Tucuman in einer
scher Administrator der Diözese Siuna, sagte, dass Ereignisse      Erklärung. Pater Juárez, ein Weltpriester, wurde am 6. Februar
wie diese «die Gesellschaft widerspiegeln, die wir bis jetzt       1953 in San Miguel de Tucuman geboren und am 17. März
aufgebaut haben: eine gewalttätige und machohafte Gesell-          1979 zum Priester geweiht. Er war Professor am Priestersemi-
schaft, die das Leben nicht respektiert, die sich nicht um jun-    nar und am Höheren Institut für religiöse Kultur und hatte in
ge Mädchen und junge Menschen kümmert, die Frauen noch             verschiedenen Pfarreien gewirkt.
grausamer wehrlos macht und in Gefahr stellt, besonders
wenn sie arm sind, alleinerziehende Mütter, junge Teenager        Pater Jorge Vaudagna, 58 Jahre alt, bekannt als «Pater
und junge Mädchen».                                               Coqui», wurde am Abend des 27. Oktober 2020 in seiner
                                                                  Gemeinde Vicuña Mackenna, einer Kleinstadt im Departe-
«Angesichts dieser Barbarei schliesse ich mich allen Stimmen      ment Río Cuarto in der Provinz Córdoba, von Einbrechern
an, die nach Gerechtigkeit schreien, und ich bekräftige un-       erschossen. Für seine Freunde und die Gläubigen von Vicuña
sere Verpflichtung und ermutige die verschiedenen Pfarrge-        Mackenna war Pater Jorge Vaudagna ein Mann, der für ande-
meinden von Siuna, Aktionen durchzuführen, die die Frauen         re da war, ein echter «Mann Gottes».
unserer Gemeinden unterstützen, für sie sorgen, sie schützen
und jede Tatsache anprangern, die ihre physische, psychi-
sche und geistige Integrität gefährdet.»                          Venezuela
 benfalls in Nicaragua wurde der junge Bryan José Coron-
E                                                                 Am 20. Oktober 2020 wurde Pater José Manuel de Jesus
ado Zeledon, ein 17 Jahre alter Musiker der Pastoral Cristo        Ferreira, ein 39-jähriger Priester aus der Diözese San Carlos
Joven der Kathedrale von Matagalpa, am 19. September               de Cojedes, erschossen, als er die Messe verliess. Er war einer
2020 am Ufer des Rio Grande tot aufgefunden.                       der Projektpartner von «Kirche in Not (ACN)» in Venezuela.
                                                                   Der Pfarrer des diözesanen eucharistischen Heiligtums St.
                                                                   Johannes der Täufer begrüsste gerade Gemeindemitglieder
Mexiko                                                             ausserhalb der Kirche und wurde bei dem Versuch, eine
                                                                   Frau zu verteidigen, die einen Handtaschendiebstahl erlitten
Die von Kugeln zerfetzte Leiche von Pater Gumersindo Cortés        hatte, angeschossen und überlebte nicht.
González, einem Priester der Diözese Celaya im Bundes-
staat Guanajuato in Zentralmexiko, wurde am Samstag, den           ater José Manuel de Jesus Ferreira wurde am 25. November
                                                                  P
27. März 2021, in der Gemeinde Dolores Hidalgo gefunden.          1980 in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, als Sohn
Die Leiche des Pfarrers von Cristo Rey, aus der Gemeinde          portugiesischer Einwanderer geboren. Im Jahr 2000 trat er
Mesa de López, wurde wenige Meter von seinem Fahrzeug             in die Kongregation der Priester vom Heiligsten Herzen Jesu
entfernt entdeckt. Obwohl die Ursache für die Ermordung           ein. Am 19. Dezember 2009 wurde er zum Priester geweiht.
des 63-jährigen Priesters unbekannt ist, gilt die Diözese         Er engagierte sich in verschiedenen Aktivitäten sozialer Art
Celaya als eine der gewalttätigsten des Landes, da dort kri­      zugunsten der am meisten Benachteiligten. Neben anderen
minelle Gruppen und Drogenhändler herrschen. Folterspuren         Aufgaben war er für die Missionspastoral der Diözese San
an der Leiche von Pater Cortés, der 38 Jahre lang Priester        Carlos verantwortlich.
war, lassen vermuten, dass es sich um einen Mord handelte,
der von einer kriminellen Gruppe verübt wurde, die um die
Kontrolle des Treibstoffdiebstahls kämpft. Pater Gumersindo
Cortés González war Leiter des geistlichen Exerzitienhauses
am Atotonilco-Heiligtum in San Miguel de Allende. Nach
Angaben des Sprechers des Bistums von Celaya ist dies der
erste Priester, der in der Diözese getötet wurde. Mehrere an-
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El Salvador                                                        Peru
I n El Salvador wurde Pater Ricardo Antonio Cortéz, Rektor         ie italienische Laienmissionarin Nadia De Munari, 50 Jahre
                                                                   D
 des Seminars St. Oscar-Arnulfo-Romero und Pfarrer des Dorfes      alt, auf einer Mission in Peru, starb am Samstag, den 24. April
 San Francisco Chinamequita in der Diözese Zacatecoluca,           2021, drei Tage nachdem sie mit einer Machete etwa fünfzig
 am 7. August 2020 während der Fahrt in seinem Fahrzeug im         Mal gestochen wurde. Nadia De Munari wurde brutal ermor-
 Kanton Ramón Grifal, 80 km südöstlich von San Salvador,           det, während sie sich im Vereinszentrum «Mamma mia» auf-
 getötet.                                                          hielt, das sie in Nuevo Chimbote leitete. Das Zentrum umfasst
                                                                   Kindergärten, eine Grundschule und ein Heim für die Ärmsten.
«Wir verurteilen und lehnen dieses abscheuliche Attentat           Es ist Teil der Operation Mato Grosso, einem humanitären
ab», «ein abscheuliches Verbrechen»: Mit diesen Worten             Projekt in Lateinamerika, das von dem Salesianerpater Ugo
drückte die Diözese Zacatecoluca ihr Bedauern über diesen          De Censi gegründet wurde.
«unerklärlichen» Tod aus. Die Diözese Zacatecoluca erin-
nert sich an «Padre Ricardito» wie an einen «guten Mann,           Anlässlich der Beerdigung schickte Papst Franziskus ein
leutselig, seiner Herde zugetan und sehr engagiert in der          Telegramm in spanischer Sprache, das vom Kardinalstaats-
Ausbildung und Lehre der Seminaristen und der Gläubigen,           sekretär Pietro Parolin unterzeichnet und vom Apostolischen
denen er diente».                                                  Nuntius in Peru an Erzbischof Angel Francisco Simón Piorno
                                                                   übergeben wurde. Darin bekräftigt er seine «entschiedene
I n weniger als drei Jahren ist dies der dritte ermordete         Missbilligung dieser neuen und ungerechtfertigten Episode
 Priester in diesem kleinen mittelamerikanischen Land. Pater       von Gewalt, die zu den vielen anderen hinzukommt, bei de-
 Cecilio Perez war in der Karwoche 2019 ermordet worden.           nen Missionare ihr Leben verloren haben, während sie ihren
 Der 38-jährige Priester, Gemeindepfarrer von San José la          selbstlosen Dienst am Evangelium und an wehrlosen Men-
 Majada, in der Gemeinde Juayúa, im Departement Sonso-             schen verrichteten. Der Bischof von Chimbote drückte seine
 nate im Westen des Landes, wurde Opfer der Maras, Banden          Bestürzung und Traurigkeit aus. Er erinnerte an die wunder-
 von jugendlichen Straftätern. 2018 war Pater Walter Vasquez       bare Arbeit, die Nadia im «Mamma mia»-Zentrum geleistet
 Jimenez, 31 Jahre alt, in Lolotique, im Departement San           hat, und an ihre Investition in das Werk in Mato Grosso, das
 Miguel, ebenfalls von Mitgliedern der Maras hingerichtet          von Pater Ugo De Censi, der den Spitznamen «Don Bosco der
 worden                                                            Anden» trägt, für die ärmsten und isoliertesten Bevölkerungs-
                                                                   gruppen gegründet wurde.
 l Salvador gilt als eines der gewalttätigsten Länder der Welt,
E
in dem die höchste Rate an Tötungsdelikten zu verzeichnen
ist. Zwischen 2015 und 2018 wurden so Durchschnittswerte           Nigeria
zwischen 103 und 50,3 Morden pro 100’000 Einwohner ver-
zeichnet. Die Verbrechen werden hauptsächlich den Maras            Nigeria ist bei weitem nicht das einzige Land, in dem man
zugeschrieben, darunter die Mara Salvatrucha (MS13) und            sein Leben riskiert, nur weil man Christ ist, aber es ist sicher-
die Mara Barrio 18.                                                lich eines der gefährlichsten. Die islamistischen Terroristen
                                                                   von Boko Haram haben Zehntausende von Menschen getötet
                                                                   und den Exodus von mehr als 2 Millionen Binnenflüchtlingen
Brasilien                                                          verursacht. Hinzu kommen die weniger ideologisch motivier-
                                                                   ten, aber ebenso gewalttätigen Banditen, die aus Profitgrün-
 In Brasilien wurde der 36-jährige Pater Adriano da Silva          den entführen und töten. Allein im letzten Jahr wurden in
­Barros, der fünf Monate zuvor geweiht worden war, am              Nigeria mehrere Priester und Seminaristen sowie Pastoren
 14. Oktober 2020 in der Diözese Caratinga im brasilianischen      anderer christlicher Konfessionen entführt, einige gegen
 Bundesstaat Minas Gerais entführt und tot aufgefunden.            Lösegeld, andere von islamistischen Terroristen. Alle wurden
 Vikar der Pfarrei São Simão in Simonésia, wurde er nach           wegen ihres Glaubens ins Visier genommen.
 Angaben der Polizei mit einem Messer getötet und seine Lei-
 che wurde dann den Flammen übergeben. Ein Bauer in der            Die strukturelle Instabilität Nigerias ist nicht nur auf die
 ländlichen Gegend von Manhumirim sah das Feuer aus der            Aktionen dschihadistischer Gruppen im Norden, bewaffneter
 Ferne und schlug Alarm. Er war das Opfer eines bewaffneten        Banden von Fulani-Hirten im Zentrum-Nord und auf das
 Raubüberfalls.                                                    ­allgegenwärtige Banditentum zurückzuführen, sondern vor
                                                                    allem auf die Korruption und Ineffizienz der Polizei, sowohl
« In der festen Hoffnung auf die Auferstehung segnen wir Gott      auf Landes- als auch auf Bundesebene, prangert die Ka­
 für seinen fruchtbaren priesterlichen Dienst, den er in diesen     tholische Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN) an. «Diese
 fünf Monaten seit seiner Weihe am 3. Mai letzten Jahres mit        schwerwiegenden Mängel haben die Entstehung von Selbst-
 Eifer und Inbrunst gelebt hat», heisst es in der Erklärung der     justizgruppen begünstigt, mit dem Risiko, die Instabilität des
 Diözese Caratinga.                                                 Landes zu verschärfen», warnt die CBCN.
Die Märtyrer von heute sind zahlreicher als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte - Kirche in Not
Biografien
Von Juni 2020 bis Mai 2021

                                                                 wache von Alphonsus Bello, ein 33-jähriger Priester, der tot
Seit Monaten häufen sich in Nigeria die Entführungen von         aufgefunden wurde, nachdem er am 20. Mai 2021 während
Priestern, Ereignisse, die symptomatisch für die weit ver-       des nächtlichen Angriffs auf die Pfarrei St. Vincent Ferrer in
breitete Unsicherheit sind. Am 15. Januar 2021 wurde Pater       Malunfashi, im Staat Katsina im Norden des Landes, entführt
John Gbakaan, Pfarrer der St. Anthony’s Gemeinde in Gulu,        worden war. Pater Joe Keke, 75, der mit ihm entführt wurde,
in der Diözese Minna, im zentral-westlichen Bundesstaat          blieb zwei Wochen lang in der Hand der Entführer, bevor er
Niger, wenige Stunden nach seiner Entführung tot aufgefun-       Anfang Juni freige­lassen wurde.
den. Die Entführer, die ein Lösegeld gefordert hatten, töteten
ihn, bevor sie überhaupt Verhandlungen mit seiner Diözese        Der Angriff auf die Pfarrei St. Vincent Ferrer in Malunfashi
aufgenommen hatten.                                              ist der letzte in einer Reihe von Übergriffen gegen Christen
                                                                 in Nigeria seit Mitte Mai. Am 19. Mai berichteten die Medien
Die Christian Association of Nigeria (CAN) hat die Bundesre-     über den bewaffneten Angriff auf ein Kirchengebäude der
gierung aufgefordert, die Entführung und Tötung von religi-      ­Assemblies of God im Norden Nigerias, bei dem acht Men-
ösen Führern durch Banditen im Land zu stoppen. «Heute            schen getötet wurden.
leben im Norden des Landes viele Menschen in Angst und
viele junge Menschen fürchten sich, Priester oder Pastor zu       wei Tage zuvor, am 17. Mai 2021, wurden acht Katholiken
                                                                 Z
werden, weil ihr Leben dadurch in grosser Gefahr wäre. Wenn      bei einem Angriff auf ihre Kirche in Kathia, in der Erzdiözese
Banditen oder Entführer erkennen, dass es sich bei ihrem         Kaduna, im Norden des Landes, getötet. Der Pfarrer und
Opfer um einen Priester oder Pastor handelt, scheint ein         10 Gläubige wurden bei der Aktion entführt. Es gibt immer
gewalttätiger Geist von ihren Herzen Besitz zu ergreifen, um     noch keine Nachricht von ihnen.
ein höheres Lösegeld zu fordern, und in einigen Fällen brin-
gen sie ihr Opfer schliesslich um», klagt Pastor John Hayab,     Seit 2009 befindet sich Nigeria in einer Spirale sektiererischer
CAN-Vizepräsident für die nördliche Region Nigerias.             oder gemeinschaftlicher Gewalt aufgrund von Angriffen
                                                                 religiöser Extremistengruppen, Boko Haram, gepaart mit
  ie Ermordung von Pater John Gbakaan fand drei Wochen
 D                                                               den Aktionen der Fulani-Hirtenmilizen. Letztere zielen auf
 nach der Entführung des Weihbischofs von Owerri (im             christliche Bauern ab, stellt die katholische Informationsseite
 ­Süd­osten), Bischof Moses Chikwe, statt, der am Abend des ­    aciafrique.org fest.
1. Januar freigelassen wurde. Eine Woche vor ihm wurde
­Pater Valentin Oluchukwu Ezeagu, ein Priester der Diözese        ereits am 11. Mai 2021 glaubten die katholischen Bischöfe
                                                                 B
 Imo (im Süden), entführt und später freigelassen. Am            der nigerianischen Kirchenprovinzen Onitsha und Owerri,
 21. November 2020 wurde auch Pater Mathew Dajo aus der          dass das Land in «grosser Gefahr» sei, wenn nicht dringend
 Diözese Abuja entführt und am 2. Dezember freigelassen.         notwendige Massnahmen ergriffen würden, um das Niveau
                                                                 der Unsicherheit zu senken. Sie sagten, sie erwarteten ein
 m 30. März 2021 wurden Pater Ferdinand Fanen Ngugban
A                                                                «Gemetzel» auf dem Lande in verschiedenen Teilen Nigerias.
und mindestens sechs weitere Personen bei einem Angriff
auf die katholische Kirche St. Paul in Aye-Twar, Benue State,
Ost-Nigeria, von Bewaffneten getötet, bestätigte die Diözese     Burkina Faso
Katsina-Ala.
                                                                  urkina Faso, das an Mali und Niger grenzt, ist seit 2015
                                                                 B
 er Priester hatte gerade die Messe in seiner Pfarrkirche
D                                                                vermehrt Schauplatz von Anschlägen dschihadistischer
gefeiert und bereitete sich darauf vor, zur Chrisammesse der     Gruppen, die mit al-Qaida oder der Organisation Islamischer
Karwoche aufzubrechen, als er von Bewaffneten, die die Ge-       Staat (IS) verbunden sind. Zwischen dem 4. April 2015 und
meinde angriffen, in den Kopf geschossen wurde. Ferdinand        dem 31. Mai 2020 wurden nach Angaben der Beobachtungs-
Fanen Ngugban wurde 2015 zum Priester geweiht. Er war seit       stelle für Demokratie und Menschenrechte (ODDH) in Burkina
2018 Kurat in der St. Paul’s Pfarrei, wo er sich um die vielen   Faso bei dschihadistischen Angriffen landesweit mehr als
Vertriebenen kümmerte, die die Gemeinde aufnahm. Die             1’650 Zivilisten und burkinische Soldaten getötet, während
Tötung kommt Tage nach der Freilassung eines anderen ni-         die burkinischen Sicherheitskräfte im gleichen Zeitraum für
gerianischen Priesters, Pater Harrison Egwuenu, der Diözese      den Tod von 588 Zivilisten verantwortlich gemacht werden,
Warri, nach einer einwöchigen Entführung durch Bewaffnete.       von denen die überwiegende Mehrheit Mitglieder der Fulani-­
                                                                 Gemeinschaft sind
« Nirgendwo sonst auf der Welt sterben die Menschen so wie
 in unserem Land. Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem        Der leblose Körper von Pater Rodrigue Sanon, der am Vortag
 jeden Tag Bürger massakriert werden können, ohne dass die       in Burkina Faso als vermisst gemeldet worden war, wurde am
 Regierung auch nur ein Anzeichen von Empathie oder Besorg-      21. Januar 2021 im Wald von Toumousseni, etwa zwanzig
 nis für das Geschehen zeigt», sagte Bischof Matthew Hassan      Kilometer von Banfora entfernt, gefunden, sagte Bischof
 Kukah von Sokoto in seiner Predigt zur Messe für die Toten-     Lucas Kalfa Sanou von Banfora. Die Umstände des Todes des
Pfarrers der Pfarrei Our Lady of Peace in Soubakanyedougou        Südafrika
bleiben unbekannt. Es gibt Spekulationen, dass es sich um
einen Meuchelmord oder um Terrorismus handeln könnte.              ater Jozef (Jef) Hollanders von den Missionsoblaten der
                                                                  P
Der Polizeikommissar, Rachid Palenfo, sagte, dass «eine           Unbefleckten Jungfrau Maria (OMI) wurde in der Nacht des
terroristische Spur nicht ausgeschlossen werden kann. Der         12. Januar 2020 bei einem Raubüberfall in der Gemeinde
Mord an Rodrigue Sanon reiht sich ein in eine lange Liste         Bodibe, in der Nähe von Mahikeng, in der Nordwest-Provinz,
von Opfern von Sicherheitsvorfällen, die sich gegen religiöse     erwürgt. Pater Jef wurde am 4. März 1937 in Belgien geboren
Gebäude oder Menschen richten. Die Gemeindemitglieder             und war 55 Jahre lang ein engagierter und treuer Missionar.
fragen sich, ob Pater Sanon angesichts der unsicheren Lage
in Burkina Faso ein Opfer von Banditen wurde oder in die          Hollanders sprach fliessend Afrikaans und Tswana, die
Hände von Terroristen fiel.                                       Bantusprache, die in Südafrika und Botswana gesprochen
                                                                  wird. Viele Fakten in seinem Leben zeigen, wie nah er den
                                                                  Menschen war und wie erfolgreich sein pastoraler Dienst
Niger                                                             über die Jahre war.

I n Niger sät der Islamische Staat in Westafrika (Iswap), der     ischof Victor Phalana aus Klerksdorp glaubt, dass die Diebe
                                                                  B
 aus einer Abspaltung von Boko Haram hervorging und mit           falsch informiert waren: «Jeder wusste, dass er kein Geld hat-
 der Gruppe Islamischer Staat verbunden ist, Terror an den        te. Er diente einer armen Gemeinde. Er setzte jeden Pfennig,
 Grenzen zu Mali und Burkina Faso. Die zentrale Sahelzone         den er hatte, für sein Volk ein. Er gab alles, was er hatte». Der
 wird von dschihadistischer Gewalt heimgesucht, die oft           belgische Ordensmann kam im Januar 1965 in Südafrika an.
 mit Konflikten zwischen den Gemeinschaften verwoben ist
 und laut UNO seit 2019 bereits mehr als 4’000 Menschen in
 Mali, Niger und Burkina Faso getötet hat. Die Streitkräfte des   Sambia
 Tschad befinden sich im Rahmen der Barkhane-Operation in
 der Sahelzone im «Drei-Grenzen-Gebiet» (Mali, Burkina Faso,      I n Sambia wurde Schwester Matilda Mulengachonzi von
 Niger).                                                           der Kongregation der Kleinen Dienerinnen der Unbefleckten
                                                                   Maria (LSMI) zusammen mit einer Mitschwester am 24. August
Am 14. Mai 2021 griff eine dschihadistische Gruppe das             2020 bei einem Angriff auf die Pfarrei St. Barbara in der Diö-
Dorf Fangio an, das etwa 300 Kilometer von der nigrischen          zese Monze, in der sie arbeiteten, verwundet. Nach 41 Jahren
Hauptstadt Niamey entfernt in der Region Songhay-Zerma             Ordensleben und selbstlosem Dienst als Lehrerin und Haus-
liegt. Es ist der Ort der ersten katholischen Gemeinden des        wirtschafterin erlag am 25. Oktober 2020 im Alter von 60
Landes und des ersten getauften nigrischen Katholiken,             Jahren die engagierte Ordensschwester ihren Verletzungen.
Antoine Douramane, der die Gemeinde Fangio gründete.
«Gegen sieben Uhr morgens griffen bewaffnete Leute auf Mo-        I n ihrer Kondolenzbotschaft an die LSMI-Kongregation
torrädern das Dorf an, töteten fünf Menschen und verletzten        bezeichneten die sambischen Bischöfe den Angriff als
zwei weitere. Das Dorf wurde geplündert und ein Mitglied           «grausam und gewalttätig». Die Ordensschwester wurde
der christlichen Gemeinde, namens Joseph, wurde ebenfalls          schwer verletzt, als ein bewaffneter Bandit in das Kloster-
getötet.»                                                          gelände einbrach und von Schwester Okafor Assumpta und
                                                                   Schwester Matilda Mulengachonzi überrascht wurde. Die
 ie Dschihadisten entweihten auch die örtliche Kirche.
D                                                                  beiden Ordensschwestern wurden mit einer Eisenstange
«Auch die Marienstatue, der Altarschmuck und verschiedene          verprügelt.
liturgische Bücher wurden verbrannt», berichtet Pater Mauro
Armanino, ein Missionar der Society of African Missions
(SMA), der in Niamey arbeitet, gegenüber Fides. «Tausende
von Menschen sind nun geflohen und suchen anderswo
Zuflucht und Sicherheit. Es wird geschätzt, dass mindestens
eine Million Menschen intern vertrieben sind, mit steigendem
Bedarf an Hilfe von humanitären Organisationen.» Einige
der Christen in dieser Region leben ihren Glauben nun «im
Untergrund» und damit in Angst vor Repressalien. «Jetzt
leben wir in der Zeit der Märtyrer, wenn wir das Fest Christi
Himmelfahrt feiern», sagte Pater Armanino.
Biografien
Von Juni 2020 bis Mai 2021

Pakistan                                                           abstempeln. Diese Etikettierung führt zu tödlichen Übergrif-
                                                                   fen, darunter zahlreiche aussergerichtliche Tötungen. Knapp
Abida und Sajida, zwei christliche Schwestern im Alter von 26      eine Woche vor Zaras Tod wurde Randall «Randy» Echanis,
und 28 Jahren, wurden in der Stadt Lahore, Pakistan, ermor-        ein weiterer Menschenrechtsverteidiger, in seinem Haus in
det, weil sie sich weigerten, zum Islam zu konvertieren. Die       Quezon ermordet. Bischof Gerardo Alminaza von San Carlos
beiden Schwestern waren am 26. November 2020 entführt              nannte die Morde «ein klares Zeichen für die schamlose
worden. Ihre Leichen wurden Anfang des Jahres gefunden.            Unmoral der Philippinen». Er forderte die Gläubigen auf, sich
Dies ist ein weiteres Verbrechen, das von der Bedrohung der        für ein Ende der aussergerichtlichen Tötungen einzusetzen,
christlichen Minderheiten im Lande zeugt, berichtet Vatican        deren Täter ungestraft bleiben. Viele Priester, Ordensmänner
News, die der Meinung ist, dass die Religionsfreiheit in Pa-       und -frauen sowie normale Laien stehen auf der Liste der
kistan wieder einmal angegriffen wird.                             Mörder.

 ach Angaben von Fides arbeiteten Abida und Sajida in
N                                                                  Als gewohnheitsmässiger Angreifer der Kirchen auf den
einer Fabrik zur Herstellung von Medikamenten, als sie am          Philippinen, der immer wieder seinen blutigen «Krieg gegen
26. November verschwanden. Ihre Familie erstattete Anzeige         die Drogen» anprangert, hat Präsident Duterte den Nationa-
und machte aus ihrer Besorgnis keinen Hehl, weil die beiden        len Rat der Kirchen der Philippinen (NCCP) zusammen mit
Schwestern regelmässig von sexueller Belästigung und Dro-          17 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen auf die
hungen, zum Islam zu konvertieren, durch zwei muslimische          «rote Liste» der «terroristischen» Organisationen gesetzt. Er
Mitarbeiter berichtet hatten.                                      hat persönlich gedroht, Bischof Pablo Virgilio Siongco David
                                                                   von Caloocan, einer der Städte in Metro Manila, zu töten.
Laut der Polizei, die die Leichen Anfang des Jahres fand, wur-
den Abida und Sajida erwürgt, nachdem sie in Handschellen          Pater Nomer de Lumen, Vikar der Pfarrei St. John the Baptist
gelegt worden waren. Zwei Männer wurden verhaftet. Der             in Taytay, in der Provinz Rizal, nicht weit von Manila, der
Doppelmord hat in der örtlichen christlichen Gemeinde              Hauptstadt der Philippinen, wurde am 9. September 2020
Empörung ausgelöst. «Dieser erbarmungslose Mord an Abida           in einem Raum seines Pfarrhauses erschossen aufgefunden.
und Sajida ist eine Tragödie, die zeigt, wie das Leben religiö-    Der kürzlich geweihte 32-jährige Priester war der Leiter der
ser Minderheiten in Pakistan am seidenen Faden hängt oder          Kommission für soziale Kommunikation der Diözese Anti­
gar keinen Wert mehr hat», sagte Nasir Saeed, der die NGO          polo, einem Suffragan der Erzdiözese Manila.
CLAAS (Centre for Legal Aid Assistance & Settlement) leitet.
                                                                   Priester, Ordensleute und Laien der Diözese Antipolo haben
Die beiden Schwestern lebten im Stadtteil Makhan von               ihre Zuneigung und Wertschätzung für Pater Nomer über
Lahore, der zweitgrössten Stadt des Landes. Chiosa Nazir.          soziale Netzwerke zum Ausdruck gebracht. «Das ist ein
S. Bhatti, Herausgeber der Pakistan Christian Post, einer          schwerer Verlust für unsere Gemeinde: ein junger und fähiger
lokalen Zeitung, weist darauf hin, dass in der Theorie und auf     Priester, der für die pastorale und missionarische Arbeit viel
dem Papier «Minderheiten in Pakistan unter der Verfassung          gegeben hat und noch viel geben hätte geben können.»
gleiche Rechte geniessen», aber in der Realität «verschlech-
tert sich die Lage der Christen in der Gesellschaft».               nbekannte Bewaffnete eröffneten das Feuer und töteten
                                                                   U
                                                                   den philippinischen Priester René Bayang Regalado am
                                                                   24. Januar 2021 vor dem Tor des Karmelitenseminars in
Philippinen                                                        Patpat, am Rande von Malaybalay, einer Stadt in der Provinz
                                                                   Bukidnon, Insel Mindanao, im Süden der Philippinen. Er war
 uf den Philippinen wurde Zara Alvarez, 39, eine kirchli-
A                                                                  auf dem Weg zum Priesterseminar des Kollegs St. Johannes
che Sozialarbeiterin und Menschenrechtsverteidigerin, am           XXIII, als er überfallen wurde. Pater Regalado war auch als
17. August 2020 in Barangay Mandalagan, Bacolod City,              «Paring Bukidnon» (wörtlich: Bergpriester) bekannt, weil er
«von Unbekannten» erschossen. Zara Alvarez war ehrenamt-           oft die entlegensten Gemeinden besuchte und sich in seinem
liche Mitarbeiterin der Church-Workers Solidarity Gruppe der       Blog, in dem er sich mit sozialen Themen auseinandersetzte,
Diözese San Carlos, Anwältin der Menschenrechtsgruppe              für das Leben und die Notlagen der Bauern einsetzte und
Karapatan und Forschungs- und Plädoyer-Beauftragte des             für ökologische und nachhaltige Landwirtschaft warb. Nach
integrierten Gesundheitsprogramms auf der Insel Negros. Die        Angaben der Ermittler hatte Pater Regalado, der am 18. Okto-
Aktivistin Zara Alvarez ist bereits das 13. Mitglied der Karapa-   ber 2007 zum Priester geweiht wurde, vor seiner Ermordung
tan, das unter der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte         Morddrohungen erhalten.
getötet wurde.

Dieser Mord ist eine Folge der «Red-tagging»-Kampagne,
mit der die Behörden der Regierung von Präsident Duterte
Menschenrechtsaktivisten im Land als «Kommunisten»
Indonesien                                                        Italien
I n Indonesien wurde Rufinus Tigau, 28, ein katholischer Kate-   Am Ende der Generalaudienz am 16. September 2020 schloss
 chet aus der Diözese Timika, Provinz Papua, am 26. Oktober       sich Papst Franziskus dem Schmerz und den Gebeten der
 2020 in Kampung Jibaguge, Bezirk Sugapa, von Mitgliedern         Familie von Pater Roberto Malgesini an. Dieser Priester der
 einer gemeinsamen indonesischen Militär- und Polizeiaktion       Diözese Como, Italien, wurde am 15. September 2020 in
 kaltblütig erschossen, als er sich ihnen friedlich näherte, um   Como von einem Obdachlosen ermordet, den er betreute.
 eine Schiesserei zu beenden.                                     «Danken wir Gott für das Zeugnis, das Martyrium, dieses
                                                                  Zeugen der Nächstenliebe gegenüber den Ärmsten», fügte
Der indigene papuaner hatte sich an die Sicherheitskräfte         der Pontifex hinzu, bevor er um eine Gedenkminute für die
gewandt, die das Gebiet, in dem er lebte, umstellt hatten         Verstorbenen und für alle Priester, Ordensschwestern und
und immer noch schossen, und bat: «Bitte hören Sie auf zu         Laien bat, die mit Menschen in Not und am Rande der Ge-
schiessen, lassen Sie uns in Ruhe reden. Was ist das Prob-        sellschaft arbeiten. Bei dem Täter handelte es sich um einen
lem?» Ein Mitglied der Operation richtete seine Pistole auf       Strassenmenschen tunesischer Herkunft, der unter psychi-
den Katechisten, der sofort die Hände hob aber trotzdem           schen Störungen litt. Der 51-jährige italienische Priester war
erschossen wurde. Die Armee beschuldigte Rufinus Tigau,           als «Priester der Letzten» bekannt, weil er sich besonders für
der bewaffneten Separatistengruppe «West Papua National           Obdachlose, Einwanderer und Ausgegrenzte einsetzte.
Liberation Army» (TPNPB) anzugehören. Pater Martin Kuayo,
Administrator der Diözese Timika, wies die Anschuldigung          Der Kamillianerbruder Leonardo Grasso, 78 Jahre alt, starb
zurück und bestätigte, dass Rufinus Tigau ein friedlicher Ka-     am Morgen des 5. Dezember 2020 bei einem Brandanschlag,
techist der Diözese war. Er sagte der Agentur Fides, dass der     der das Hauptquartier der von ihm geleiteten Rehabilitati-
Fall von Rufinus Tigau «nicht der erste Fall von Gewalt gegen     onsgemeinschaft für Drogenabhängige und AIDS-Patienten
Diener der katholischen Kirche sei. Am 7. Oktober eröffneten      in Riposto bei Catania in Sizilien zerstörte. Der Ordensmann,
sie auch das Feuer auf Agustinus Duwitau, einen anderen Ka-       der für das Zelt des Heiligen Kamillus verantwortlich war,
techisten. Wenn wir zu diesen Vorfällen schweigen, befürchte      wurde von einem der Bewohner des Zentrums getötet, der
ich, dass es noch schlimmer wird». Laienkatholiken werden         dann das Feuer legte, um seine Tat zu vertuschen.
von den indonesischen Sicherheitskräften oft beschuldigt,
Mitglieder der bewaffneten Separatistengruppe TPNPB zu            Das Heim, das von der Diözese Acireale unterstützt wird,
sein, Anschuldigungen, die von der örtlichen Kirche entschie-     wurde 1993 von der Caritas und den Kamillianern gegründet.
den zurückgewiesen werden.                                        «Diese Tragödie macht uns fassungslos. Wir sind schmerzer-
                                                                  füllt», klagte der Ortsbischof, Monsignor Antonino Raspanti.
Überdies wurde am Abend des 24. Dezember 2020 der                 «Pater Grasso war die Seele dieses Werkes, durch das sehr
leblose Körper des Seminaristen Zhage Sil in einem Graben         viele Menschen gegangen sind, die zum Teil jahrelang
in Jayapura, Papua Indonesien, gefunden. Viele Beileidsbe-        hiergeblieben sind. Pater Grasso hat sich ihnen immer mit
kundungen von Ordensleuten und Laienführern wurden an             Authentizität und Leidenschaft gewidmet, in heiklen Zeiten
die Gemeinde von Sorong-Manokwari geschickt, der Diözese,         und Situationen.»
zu der der Seminarist gehörte. «Ich bin schockiert über
seinen unerwarteten und tragischen Tod. Zhage Sil wäre im
nächsten Jahr Diakon und gleich danach Diözesanpriester
geworden», sagt Pater Johan, Pfarrer der Diözese Jayapura.
«Er war ein mutiger Mensch, der sich um die Bedürfnisse der
Menschen kümmerte und keine Angst hatte, seine Stimme
zu erheben, besonders wenn es um Gerechtigkeit ging.»
Der Seminarist war einer der jungen Leute, die sich oft an
der Forderung nach Gerechtigkeit für die Provinz Papua
beteiligten und den Rassismus gegen das papuanische Volk
stigmatisierten.
Viele unbekannte Menschen bezahlen                              Vergessen wir nicht die Seelsorger,
mit ihrem Leben für ihren Glauben an Jesus                      die während ihres Dienstes an Covid-19
Christus                                                        gestorben sind

Zu der Liste, die wir jedes Jahr – vor allem mit Hilfe der      Seit dem 11. März 2020, als die WHO den Zustand einer
Agentur Fides und anderer Quellen – erstellen, muss eine        weltweiten, durch Covid-19 verursachten Pandemie erklärte,
weitere, viel längere hinzugefügt werden, die pastorale         dürfen wir «unter den blutigen Gliedern des Leibes Christi»
Mitarbeiter oder einfache Katholiken umfasst, die angegrif-     nicht die Hunderte von Priestern und Ordensschwestern,
fen, missbraucht, ausgeraubt, bedroht, entführt oder getötet    Krankenhausseelsorgern, pastoralen Mitarbeitern im
wurden, sowie katholische Strukturen im Dienst der gesam-       Gesundheitswesen sowie Bischöfen vergessen, die in
ten Bevölkerung, die angegriffen, vandalisiert oder mutwillig   Ausübung ihres Dienstes starben, weil sie sich dafür ein-
zerstört wurden. Viele dieser Ereignisse werden wahrscheinli-   setzten, den von dieser Krankheit Betroffenen an Orten der
ch nie bekannt werden, aber es ist sicher, dass es in jeder     Pflege zu helfen oder die Ausübung ihres Dienstes nicht
Ecke der Welt viele gibt, die auch heute noch leiden und mit    einzuschränken. Priester sind nach den Ärzten die zweite
ihrem Leben für ihren Glauben an Jesus Christus bezahlen.       Kategorie, die den höchsten Preis für Covid-19 in Europa
«Auf dem Weg der Kirche, seit dem ersten Märtyrer, dem heili-   bezahlt haben. Laut einem Teilbericht des Rates der Eu-
gen Stephanus, wurde das von den Christen vergossene Blut       ropäischen Bischofskonferenzen sind von Ende Februar bis
immer als Nahrung und Stütze für die ganze Gemeinschaft         Ende September 2020 mindestens 400 Priester auf dem
angesehen, als Quelle der Inspiration und des Lebens, und       Kontinent an dem Coronavirus gestorben. Unter ihnen gibt
das ist auch heute noch so. Das Martyrium ist das grösste       es Missionare, die, nachdem sie viele Jahre in den Mission-
Zeugnis des Glaubens, da es Christus treu nachahmt, indem       sgebieten verbracht und das Evangelium Jesu Christi
es das eigene Leben hingibt, damit andere das Leben in Fülle    verkündet hatten, starben, vom Virus befallen, der ihre
haben», betonte die Bischofskonferenz von El Salvador bei       körperliche Verfassung übermannte, erschöpft von einem
der Ausrufung des Jubiläumsjahres der Märtyrer, vier            Leben, das grösstenteils inmitten der Entbehrungen und
Jahr­zehnte nach dem Martyrium des heiligen Oscar Arnulfo       Schwierigkeiten der Missionen verbracht wurde, erinnert die
Romero, Erzbischof von San Salvador, der am 24. März 1980       vatikanische Agentur Fides.
von den Todesschwadronen ermordet wurde.
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