Elim Chan - Sa 20.04. Tarrodi Liguria MacMillan Veni, veni, Emmanuel Elgar Enigma-Variationen - Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
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Tarrodi
›Liguria‹
MacMillan
›Veni, veni, Emmanuel‹
Elgar
›Enigma-Variationen‹
Sa 20.04.
20 Uhr | Philharmonie
Elim Chan
Simone Rubino SchlagzeugProgramm 2 3 Introduktion
Sa 20 04 | 20 Uhr —–
Veränderungen
Uraufführung am 20. April 2012 in Andrea Tarrodi (*1981)
der Stockholmer Berwaldhalle durch ›Liguria‹ (2012) Santtu-Matias Rouvali, der quirlige, ideenreiche junge Finne sollte und
das Schwedische Radio-Symphonie-
orchester unter der Leitung von I. ›Onde‹ (Wellen). Allegro maestoso – wollte das heutige Konzert dirigieren. Er hatte ein sorgfältig zusammenge-
Daniel Harding. II. ›Orizzonte‹ (Der Horizont). Lento, sensibile – stelltes österliches Programm vor. Alle drei Werke – Sibelius’ ›Karelia‹-Suite,
I II. ›Sentiero Azzuro‹ (Der blaue Pfad). Lento, cantabile –
MacMillans Schlagzeugkonzert und Schostakowitschs Zwölfte Symphonie –
Allegro subito capriccioso –
I V. ›Colori‹ (Farben) –
wurden vor einem Hoffnungshintergrund, einem politischen oder religiösen,
V. ›Montagne‹ (Berge). Allegro, maestoso – jedenfalls einem menschheitsgeschichtlichen, komponiert. Wegen Erkran-
V I. ›Stelle‹ (Sterne). Adagio, in lontano kung musste Rouvali kurz vor Beginn der Probenphase sein Dirigat absagen.
Es gehört zu den Wundern des Musiklebens, dass in solch scheinbar aus
Uraufführung am 10. August 1992 in James MacMillan (*1959)
weglosen Situationen dennoch Wege und Lösungen gefunden werden,
London durch das Scottish Chamber ›Veni, veni, Emmanuel‹
Orchestra unter der Leitung von Jukka-
Konzert für Schlagzeug und Orchester (1991|92) und dass dabei auch wieder plausible Programme entstehen können,
Pekka Saraste; Solistin: Evelyn Glennie.
obwohl sie sich von den ursprünglichen Vorhaben konzeptionell deutlich
›Introit - Advent‹ – ›Heartbeats‹ –
›Dance - Hocket‹ – Transition: Sequence I –
unterscheiden. In den notwendigen Änderungen liegt das Potenzial ange
›Gaude, gaude‹ – Transition: Sequence II – nehmer Überraschungen.
›Dance - Chorale‹ –
›Coda - Easter‹ So bringt der heutige Abend gleich mehrere Premieren: Zum ersten Mal leitet
Elim Chan das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, zum ersten Mal diri-
Pause
giert sie in der Philharmonie, und erstmals erklingt in den Konzerten des
Uraufführung am 19. Juni 1899 Edward Elgar (1857–1934)
DSO ein Werk der schwedischen Komponistin Andrea Tarrodi. Ihre Komposi-
in der St. James Hall London unter Variationen über ein eigenes Thema op. 36
der Leitung von Hans Richter.
›Enigma-Variationen‹ (1898|99) tion, die wie so manches Opus in der Geschichte der Musik durch das Erleb-
nis italienischer Landschaft und Atmosphäre angeregt ist, führt in ihrer
lntroduction – Variation I (C. A. E.) – Variation II (H. D. S.-P.) –
Variation III (R. B. T.) – Variation IV (W. M. B.) – Variation V (R. P. A.) –
Tonsprache ziemlich direkt auf das Schlagzeugkonzert von James MacMillan
Variation VI (Ysobel) – Variation VII (Troyte) – Variation VIII (W. N.) – zu, direkter, als dies Sibelius’ ›Karelia‹-Suite geleistet hätte; diese stand in
Variation IX (Nimrod) – Variation X (Dorabella). Intermezzo – einem leicht geheimnisvollen Zusammenhang mit Schostakowitschs Sympho-
Variation XI (G. R. S.) – Variation XII (B. G. N.) – Variation XIII (***). nie. Kompositorisch gesehen handelt es sich bei ›Veni, veni, Emmanuel‹ um
Romanza – Variation XIV (E. D. U.). Finale
Variationen, die aus einem Advents-Choral gewonnen wurden und ihn nun
ihrerseits umgeben, umspielen und befragen. Dabei entstand eine Form, die
Elim Chan
sich von klassischen Variationszyklen deutlich unterscheidet, aber nicht
Simone Rubino Schlagzeug
weniger klar artikuliert ist, mit symmetrischen Entsprechungen ihrer Teile
Dauer der Werke um die ruhige, kontemplative, visionäre Mitte. Edward Elgar hielt sich in
Tarrodi ca. 10 min | MacMillan ca. 28 min | Elgar ca. 40 min
seinen ›Enigma-Variationen‹ zwar noch an die überkommene Gliederung
Santtu-Matias Rouvali musste die Leitung des heutigen Konzertes aus Krankheitsgründen in eine Folge etlicher Einzelvariationen, doch die Kraft, den Kontrast der
bedauerlicherweise absagen. Wir danken Elim Chan herzlich dafür, dass sie kurzfristig eingesprun- verschiedenen Teile in eine Entwicklung einzubinden und so den Zusam-
gen ist und bitten um Verständnis für die Programmänderung, die dadurch notwendig wurde.
menhang eines musikalischen Ganzen herzustellen, setzt sich darin als das
Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 21. April 2019 ab Bestimmende durch – im Vorausblick auf seine Symphonien.
20.03 Uhr gesendet. UKW 89,6 | DAB+ | online | AppZu den Werken 4 5 Zu den Werken
Ihre Laufbahn zeichnet sich durch systematische Geradlinigkeit aus.
Als Achtjährige begann die Musikertochter mit dem Klavierspiel,
schon damals zog es sie zum Erfinden eigener Stücke. Sie wurde Kom-
Ansichten
ponistin; dieses Wunschziel von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter
aufrechtzuerhalten, erfordert enorme Beharrlichkeit. Dem Privatunter-
richt und dem Besuch eines Musikgymnasiums folgten Studien an der
von Habakuk Traber Königlichen Musikhochschule Stockholm und am Konservatorium im
italienischen Perugia. Sie schloss ihre Lehrjahre 2009 mit dem Master-
diplom in Komposition ab. Für die Aufführung ihrer Werke gewann sie
die besten Partner: in ihrer Heimat unter anderen das Stockholmer
Orchester des Schwedischen Rundfunks, bei dem sie ab 2011 für zwei
Jahre Composer in Residence war; ihre Vokalwerke brachten der
Schwedische Rundfunkchor und der Eric-Ericson-Kammerchor, ein
Pionierensemble moderner Vokalkultur, in die Öffentlichkeit.
Andrea Tarrodi
Ihrer Residenz beim Schwedischen Rundfunkorchester verdankt sich
auch die Komposition ›Liguria‹, mit der das heutige Konzert nun eröff-
net wird; ein Auftragswerk ohne vorgegebene Themenbindung. Der
Impuls zum Konzept und zur konkreten Gestalt kam für Andrea Tar-
rodi ohne äußeres Zutun. Die Komponistin schreibt zu ihrem Stück:
»An der Nordwestküste Italiens, am Ligurischen Meer, liegen fünf
kleine Fischerdörfer, die sich an steilen Klippen emporwinden. Sie hei- Andrea Tarrodi wurde 1981 in Stockholm
ßen Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso, und geboren. Bereits in ihrer Studienzeit erhielt
sie erste Stipendien von der Hochschule
zwischen den Dörfern verlaufen Pfade, die sie über die Berge mitein-
und von der Schwedischen Urheberrechts-
ander verbinden. Im August 2011 besuchte ich diese Gegend, und gesellschaft STIM, danach wurden ihre
gleich, nachdem wir angekommen waren, wusste ich, dass ich Musik Projekte von der STIM und von der Kunst-
darüber schreiben wollte. Das Ergebnis ist ein Werk, das als Wande- förderung Konstnärsnämnden regelmäßig
rung zwischen den kleinen Orten beschrieben werden kann: zwi- unterstützt. Sie war Composer in Residence
beim Schwedischen Sender Radio P2
schen Riomaggiore mit seinen hohen Wellen; Manarola mit seinem
—–– (2011–13), bei der Berwald Hall und der
Wer sich, der ursprünglichen Programmplanung entsprechend, auf Glockenturm; Monterosso mit den sonnenhungrigen Badegästen, die Västerås Sinfonietta. Preise und Auszeich-
Andrea Tarrodi Jean Sibelius’ ›Karelia‹-Suite freute, mag enttäuscht sein. Doch das Be- sich gestresst beeilen, einen sicheren Platz am Strand zu finden und nungen erhielt sie beim Kompositionswett-
›Liguria‹ dauern über das Entgangene kann durch die Gelegenheit, Neuem zu ihre farbenfrohen Sonnenschirme aufzuspannen, als befänden sie sich bewerb in Uppsala 2010, 2015 wurde ihr
begegnen, aufgewogen werden. Denn auf das, was an dem finnischen in einer Szene eines Fellini-Films; Vernazza mit seinem Wachtturm und der Carin Malmlöf-Forssling Award, 2018
Besetzung
der Swedish Grammy Award für die Einspie-
3 Flöten (3. auch Piccolo), Komponisten mit schwedischer Muttersprache oft und gern hervorge- seinen Klippen; und schließlich Corniglia, wo der Nachthimmel voller
lung ihrer Streichquartette verliehen. Ihre
2 Oboen, Englischhorn, Kleine hoben wird, muss man nicht verzichten. ›Liguria‹ von Andrea Tarrodi Sterne war.« Werke wurden u.a. in den USA, Deutsch-
Klarinette, 2 Klarinetten,
ist Landschaftsmusik nicht weniger als die Symphonien und Tondich- land, Österreich, Frankreich, den Nieder
2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner,
3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, tungen des großen Finnen. In den Abonnements-Programmen des Die Schlagzeugbrandungen des Anfangs, die im ganzen Orchester Re- landen, Großbritannien, in den skandina
Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin wurden Werke der schwedi- sonanz und Verstärkung finden; das Solo des Englischhorns, jenes Ins- vischen Ländern, Portugal, Italien, der
Pauken, Schlagwerk (Große Trom-
Türkei, Mexiko, Japan, China und Austra
mel, Hängendes Becken, Tamtam, schen Komponistin bisher noch nicht gespielt. Dabei ist die 38-Jährige truments der Ferne, das schon bei Berlioz über die Berge sang und
lien aufgeführt.
Glocken, Vibraphon, 2 Xylophone, im internationalen Musikleben recht gut vertreten, kann auf zahlrei- Echos von seiner kleineren Schwester, der Oboe, erhielt; das Geläut
Guiro, Crotales), Harfe, Streicher
che Aufträge und Stipendien – und vor allem auf ein umfangreiches über Streicherbewegungen und Bläserakkorden; die huschenden Flö-
Œuvre in den verschiedensten Gattungen und für die unterschiedlichs- tenfiguren, die ein flirrendes und wimmelndes Farbspiel der hohen
ten Besetzungen verweisen. Vom Solostück über Ensemblewerke bis Holzbläser und Schlagwerke auslösen; die erneute Brandung; das leise
zu großen Orchesterkompositionen, von reinen Vokalstücken über Glitzern und die Glockenschläge, die fast das »Ziel der Zeit« (die Zwölf)
Bild oben: Blick auf Manarola, Fotografie von vokal-instrumentale Werke bis zum Musiktheater erstreckt sich das erreichen – all das sind Momente eines bewegten Klangporträts von
Stefano Merler, 2005 Spektrum ihres Schaffens. jener eigentümlich faszinierenden Landschaft der Cinque Terre.Zu den Werken 6 7 Zu den Werken
—–– Virtuosität und Transzendenz: MacMillans Schlagzeugkonzert
James MacMillan In der Geschichte des DSO steht James MacMillans Schlagzeugkonzert
›Veni, veni, Emmanuel‹ zum zweiten Mal auf einem Konzertprogramm. Der Tag der ersten Auf-
Besetzung führung, der 9. Januar 1994, war in der Orchesterhistorie nicht ganz
Schlagzeug solo: unbedeutend. Seit Beginn der Saison trug das DSO seinen jetzigen Na-
Große Trommel mit Pedal, men, vorher hieß es 38 Jahre lang Radio-Symphonie-Orchester (RSO)
6 Tomtoms, 2 Bongos, 2 Pauken,
Berlin. Zum ersten Mal konzertierte es als Ensemble unter dem Dach
2 Congas, 2 Kuhglocken,
Sizzlebecken, Großes Becken, der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH, durch die Deutschlandradio
2 Holzblöcke, 6 Tempelblöcke, und Sender Freies Berlin, die Bundesrepublik Deutschland und das
Schlitztrommel, 6 Gongs, Marimba, Land Berlin den Fortbestand der Rundfunkensembles aus beiden Tei-
Vibraphon, 2 Mark trees, len der ehemals durchtrennten Stadt sicherten. ›Veni, veni, Emmanuel‹
2 Tamtams, Röhrenglocken bedeutete für den Komponisten wie für die Solistin eine Premiere:
2 Flöten (2. auch Piccolo), Zum ersten Mal führte das DSO ein Werk MacMillans auf, zum ersten Rückseite des Gemäldes ›Der Heilige
2 Oboen (2. auch Englischhorn), Mal konzertierte Evelyn Glennie mit dem Orchester; beide nahmen, Hieronymus‹ (Ausschnitt), Albrecht Dürer,
2 Klarinetten (2. auch Bass-
wie die Dirigentin des Abends, Sian Edwards, am Einführungsgespräch um 1496
klarinette), 2 Fagotte (2. auch
Kontrafagott), 2 Hörner, 2 Trom- vor dem Konzert teil. Inzwischen zählt MacMillan zu den fest etablier-
peten, Posaune, Bassposaune, ten und gut beschäftigten Komponisten auf der internationalen Szene, MacMillans ›Veni, veni, Emmanuel‹ spielt sich also vor einem spirituel-
Pauken, Streicher sein Schlagzeugkonzert gehört zum Repertoire. Glennie ermutigte an- len Hintergrund ab, es ist aber auch ein musikalisches Schauspiel. Ein
Alle Orchestermitglieder spielen dere, sich auch als Perkussionisten solistisch zu exponieren – mit nach- großes Ensemble an Schlaginstrumenten ist vor dem Symphonieor-
am Ende des Werkes Glocken haltigem Erfolg. Konzerteinführungen wurden nach der positiven Re- chester aufgebaut, die permanente Bewegung des Solisten ist Teil der
jeglicher Art oder 2 laut klingende sonanz dieses Abends vom DSO danach des Öfteren, ab 1995 regelmäßig Partitur. In einer Art Ouvertüre, die fanfarenartig beginnt, stellt er sein Texte zum Advent verkündigen die Ankunft
Metallstücke. angeboten. MacMillan hob damals schon seinen katholischen Glauben Instrumentarium vor. Sie zeigt die eine Seite dieses Werkes: die Kraft, des Tags der Befreiung von Furcht, Angst
und Bedrückung, und dieses Werk ist ein
als wichtigen Beweggrund für sein Komponieren hervor; inzwischen die Energie, das Tempo und die athletische Virtuosität. Den Anfang des
Versuch, dies in Musik widerzuspiegeln;
trat er der Laienbruderschaft des Franziskanerordens bei; das heißt: Er Chorals werfen die Blechbläser erst rhythmisch drängend, nach einiger die grundlegende Inspiration geht dabei
muss sich nicht allen Ordensregeln wie dem Zölibat unterwerfen, aber Zeit in ruhigen, langen Notenwerten wie einen Cantus firmus ein. Die von folgender Stelle aus dem 21. Kapitel
er gelobt, sein Leben am Ethos der Gemeinschaft auszurichten. Unter Einleitung mündet, nachdem die Musik erstmals sich in ganz leise Be- des Lukasevangeliums aus: »Und es werden
den Komponisten, die Musik und Spiritualität in enger Verwandtschaft reiche und an die akustischen Ränder zurückgezogen hat, in einen Zeichen geschehen an Sonne und Mond
und Sternen, und auf Erden wird den
sehen, behauptet er sich als moderne Stimme. ›Heartbeats‹ überschriebenen Abschnitt; »Musik von eher zerbrech
Leuten bange sein, und sie werden zagen,
licher, verzwickter Qualität, angetrieben durch verschiedene Pulsatio- denn das Meer und die Wasserwogen wer-
Das Schlagzeugkonzert ist, wie der Titel andeutet, durch einen Ad- nen, die an einen ständig wechselnden Herzschlag denken lassen.« den brausen, und die Menschen werden
vents-Choral inspiriert; dessen Entstehung wird meist auf das (James MacMillan) verschmachten vor Furcht und vor Warten
14. oder 15. Jahrhundert datiert, sicher überliefert ist er seit 1710. der Dinge, die kommen sollen über die
ganze Erde, denn auch der Himmel Kräfte
Er bildet das Rückgrat der Musik mit ihrem ganzen Reichtum an MacMillan gab seinem fünfteiligen Werk eine sogenannte Bogenform,
werden ins Wanken kommen. Und alsdann
Kontrasten. MacMillan begann mit der Komposition am Ersten Advent bei der sich die verschiedenen Abschnitte symmetrisch um die Mitte werden sie sehen des Menschen Sohn
1991 und schloss sie am Ostersonntag 1992 ab. Die Daten haben sym- gruppieren. Die Ouvertüre erhält im Schlussteil ihr Gegenstück; ihre kommen in einer Wolke mit großer Kraft
bolische Bedeutung. In der christlichen Praxis bedeutet Advent die Fanfaren eröffnen auch ihn, schlagen aber dann in die Ostertöne um. und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfängt
zu geschehen, so sehet auf und erhebet
Vorfreude auf Weihnachten, das Geburtsfest Jesu, sie dient aber auch Den zweiten, ebenfalls schnellen, Teil überschrieb der Komponist
eure Häupter darum, dass sich eure
der Vorbereitung der Glaubenden auf Christi Wiederkunft. So um- »Dance – Hocket«. Der Gestus des Elementaren, von der Ursprünglich- Erlösung naht.«
James MacMillan, um 1990 schließt der Adventsgedanke auch Ostern, denn ohne Auferstehung keit des Rhythmus Vorangetriebenen herrscht hier vor. Das Tänzeri-
James MacMillan, 1992
ließe sich auf eine Wiederkehr des Erlösers nicht hoffen. Die Zeichen- sche mit Strawinskyschen Qualitäten wird kompositionstechnisch un-
haftigkeit der Daten und die inneren Zusammenhänge zwischen Vor- terstrichen. Als »Hoketus« bezeichnet man eine alte musikalische
weihnacht und Vorostern schlagen sich in MacMillans Werk nieder: Praxis, bei der eine Stimme oder ein mehrstimmiger Satz »zerschnit-
Das Stück um den Advents-Choral, der die Sehnsucht Israels nach dem ten« und auf zwei oder mehr Spieler oder Gruppen verteilt wird und so
Gottgesandten ausdrückt, bricht mit seinem Schlussteil in den Oster ständig hin und her springt. MacMillan übertrug das Verfahren auf
jubel samt Ostergloria aus und mündet in ein Glockengeläut, an dem zwei Orchestergruppen und schuf damit die Atmosphäre eines räum-
sich das gesamte Orchester beteiligt. lich simulierten Tanzes, der Musik verlieh er physische Präsenz. ErZu den Werken 8 9 Zu den Werken
e rinnerte daran, dass der Tanz als Freudenäußerung und als eine Form z urück – sei er nach einem anstrengenden Unterrichtstag müde, abge-
der Hinwendung zu Gott aus dem jüdischen Feiern nicht verbannt war, spannt und etwas niedergeschlagen nach Hause gekommen. Nach dem
Das Stück kann aus zweierlei Blickwinkeln und dass auch die Quäker, die ursprünglich aus England kamen, den Abendessen habe seine Frau gemeint, er sehe aus, als ob er eine Zigarre
betrachtet werden. Auf der einen Ebene Tanz ebenfalls als Teil des Gottesdienstes zuließen, obwohl sie ansons- brauche. Zur Steigerung des Tabaksgenusses setzte er sich ans Klavier
handelt es sich um eine völlig abstrakte
ten sehr streng in ihrer Religionsausübung und Lebensführung waren. und improvisierte. »Plötzlich unterbrach mich meine Frau: ›Edward,
Komposition, deren komplettes musika
lisches Material aus dem französischen Mit seiner Wiederkehr, die in den Choral mündet, rahmt dieser ausge- das ist eine gute Melodie!‹ [...] Diese Melodie ist das Thema der Varia-
Advents-Choral des 15. Jahrhunderts lassen-energische Abschnitt das Zentralstück des Werkes, einen ruhi- tionen.« Genauer gesagt: Es wurde dazu. Denn durchdacht und durch-
abgeleitet wird. Auf der anderen Ebene gen, überwiegend leisen Teil. konstruiert, wie es nun den Kern für ein kleines musikalisches Welt-
ergründet es mit musikalischen Mitteln theater abgibt, resultiert es aus gründlich gestaltender Arbeit. Mit
die theologische Bedeutung hinter der
Aus dem Choral verwendet MacMillan im Zentrum, dem längsten Ab- versonnenen Rahmenteilen und einem helleren Mittelabschnitt kon-
Adventsbotschaft.
Solo und Orchester treten während des schnitt seines Werkes, die Töne zu den Worten »Gaude, gaude« (Freue zentriert es die Kontrastidee der überlieferten Symphonik auf engem
gesamten Werks als gleichberechtigte dich, freue dich), einer mit Akkorden unterlegten Rufterz. Sie ziehen Raum. Seine Bausteine – rhythmische Figuren, melodische Zellen, auf-
Partner in Dialog. Dabei wird eine große sich, verschieden instrumentiert, zum Teil gegeneinander geführt, in fällige Intervallschritte und Stimmkombinationen – werden zu Kristal-
Bandbreite an Schlaginstrumenten ver
wechselnden Tempi durch mehr als fünf Minuten. Sie werden kontra- lisationskernen für gegensätzliche Charakterstücke.
wendet, darunter solche mit bestimmter
und solche mit unbestimmter Tonhöhe,
punktiert, umspielt und stellenweise beeinflusst durch das Solo der
mit Fellen, aus Metall und Holz. Marimba, das virtuose und deklamatorische Qualitäten vereint; Mac- Mit jeder der 14 Variationen porträtierte Elgar jemanden aus seinem
Millan spricht von einer Kadenz. Zu Beginn unterstützt ein Violinsolo Freundeskreis, die Leute sind mit ihren Namenskürzeln über den
James MacMillan, 1992
das entrückte Klangbild: Keine Jubelfanfaren, keine organisierte oder Variationen genannt. »Wie Wagner eine dramatische Idee brauchte,
Edward Elgar, um 1903
verordnete Freude mit Pauken und Trompeten, sondern zarter Klang, damit er Feuer fing, so gab Elgar sein Bestes, wenn die Atmosphäre
der musikalische Gestus der Ferne. Der Komponist sprach von der »Vor- eines Ortes oder das Wesen eines Menschen seine Erfindungskraft an-
stellung einer riesigen Gemeinde, die, weit weg, mit vielen Stimmen regten.« (Robert Anderson) Manchmal versuchte er, die Persönlichkeit
ein ruhiges Gebet singt.« wie ein guter Zeichner mit wenigen Strichen einzufangen, manchmal Es darf davon ausgegangen werden, dass
inspirierte ihn Erlebtes, manchmal geheimnisste er etwas in den musi- diese Personen [auf die sich die einzelnen
—–– Ein ewiges Rätsel kalischen Satz, was sich leichter herauslesen als -hören lässt. Die erste Variationen beziehen] das ursprüngliche
Thema kommentieren und reflektieren,
Edward Elgar Edward Elgar machte es wie Johannes Brahms: Ehe er sich mit einer Variation gilt seiner Frau; der Gedanke an sie verschafft dem Thema und dass jede eine Lösung des »Enigmas«
›Enigma-Variationen‹ ersten Symphonie an die Öffentlichkeit wagte, komponierte er einen »romantische Größe«. Im Zeitablauf die mittlere, die neunte Variation versucht, denn so heißt das Thema.
Besetzung großen Variationszyklus für Orchester. Brahms wählte seinerzeit ein widmete er »Nimrod«, mit bürgerlichem Namen August Johannes Jaeger;
Edward Elgar, 1911
2 Flöten (2. auch Piccolo), Thema, das Joseph Haydn zugeschrieben wurde, als Grundlage, Elgar fand er stammte aus Düsseldorf, lebte seit 1878 in London, arbeitete seit
2 Oboen, 2 Klarinetten, oder erfand ein eigenes. In mancher Hinsicht diente der Deutsche sei- 1890 beim Musikverlag Novello und betreute dort Elgars Werke. Er tat
2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner,
nem jüngeren britischen Kollegen als Vorbild und Maßstab; im Fall der dies mit ungeteiltem Engagement, gab dem Komponisten manch guten
3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba,
Pauken, Schlagwerk (Kleine Variationen wirkte die Inspiration durch den Älteren ganz unmittelbar. Rat, überzeugte ihn davon, dass das Finale der ›Enigma-Variationen‹ in
Trommel, Triangel, Große Trommel, Beim Gloucester Festival, einer traditionsreichen Institution im bri der ursprünglichen Fassung zu kurz geraten sei; Elgar fügte nach an-
Becken), Streicher tischen Musikleben, hörte Elgar im September 1898 Brahms’ Opus 56. fänglichem Widerstand 69 Takte ein. Den intensiven Ruhepol des Wer-
Er stellte daraufhin seine eigenen Symphonie-Pläne zurück, obwohl kes, »Porträt einer schönen und guten Seele«, habe, so Elgar, die Erin- Wie Wagner immer eine dramatische Idee
man in seinem Freundeskreis dringend auf eine Äußerung in diesem nerung an einen Spaziergang angeregt, bei dem er sich mit Jaeger über oder eine visuelle Vorstellung brauchte, die
ihn anfeuerten, so gab Elgar sein Bestes
Hauptgenre der Instrumentalmusik wartete, und entschied, sich seiner- langsame Sätze bei Beethoven unterhielt. Eine Anspielung auf das
dann, wenn der Geist eines bestimmten
seits an Variationen zu erproben und zu bewähren. So schuf er sein Adagio cantabile aus der Klaviersonate c-Moll op. 13 (›Pathetique‹) ist Ortes oder die Seele einer bestimmten
erstes ausgedehntes Orchesterwerk, das ohne Auftrag und äußeren in den Anfang der Variation wie ein Suchbild eingewoben. – Die Buch- Person seine Erfindungsgabe entzündeten.
Anlass entstand. Den Beinamen ›Enigma-Variationen‹ gab er ihm nicht staben »E. D. U.« über dem Finale stehen für die deutsche Koseform Robert Anderson, 1993
von Anfang an, sondern erst kurz vor der Drucklegung. von Elgars Vornamen. Er war gern in Deutschland, wanderte in den
Alpen, besuchte Richard Strauss in Garmisch und die Wagner-Fest-
Elgars Erläuterungen und Rätsel um sein Opus 36 geben vor allem eine spiele in Bayreuth; der Düsseldorfer Kapellmeister Julius Buths leitete
Auskunft: Dieses Werk kam ganz aus seinem Inneren, in dem sich Me- am 7. Februar 1901 die kontinentale Erstaufführung der ›Enigma-Vari-
lancholie, Empathie und Humor auf eigentümliche Weise mischten. ationen‹ und verhalf wenig später Elgars Oratorium ›Der Traum des
Das Thema, berichtet er, sei ihm zugeflogen wie ein Wunder. Am Abend Gerontius‹ zum Erfolg. In sein finales Selbstporträt bezog Elgar Rück-
des 21. Oktober 1898 – das Brahms-Erlebnis lag rund einen Monat blicke auf die ›Nimrod‹- und die ›Alice‹-Variation ein, denn was wäreZu den Werken 10 11 Zu den Werken
der Meister ohne seine engsten Vertrauten. Mit der Erinnerung an den
Durchbruch in Mendelssohns ›Schottischer Symphonie‹ nahm er zu-
Das Thema drückte dem auf ein Werk Bezug, das im britischen Musikleben fest verankert
mein Empfinden für die war, und auf einen Komponisten, der im Vereinigten Königreich eben-
Einsamkeit des Künstlers so hoch angesehen war wie in Deutschland; Elgar wünschte sich für
seine Person wohl Ähnliches.
aus, und es verkörpert
diesen Sinn noch immer. Das Thema mit der Variation I, Variation IX und das Finale bilden die
Edward Elgar tragenden Säulen des Werkes. Zwischen ihnen nahm sich Elgar anderer
Freunde an; er wählte sie nach auffälligen Eigenarten, weniger nach
persönlicher Nähe aus. Die behände Begleitmusik der zweiten Varia
tion parodiert die Angewohnheit des Amateurpianisten Hew David
Stewart-Powell, sich vor Proben und Auftritten mit raschen Passagen
warmzuspielen. Elgar demonstriert, dass sich Geläufigkeit nicht auf
Skalen und Akkorde in Dur oder Moll beschränken muss und dass
Treffsicherheit begrenzt sein kann. Das Thema wahrt gegenüber der
fingerfertigen Geschäftigkeit stoische Ruhe im Bass. Die Eigenart des
Dichters und Laienschauspielers Richard Baxter Townshend, seine Stim-
me überschnappen zu lassen, sublimiert Elgar in der dritten Variation
zu agilen bis skurrilen Dialogen zwischen tiefen und hohen Instrumen- ›Abend‹, Gemälde (Ausschnitt) von
ten. Das Thema gibt dem Darstellungseifer dezenten, aber soliden Hin- John Lavery, 1906
tergrund. In der vierten Variation wirft sich die Musik in Pose wie der
gelehrte Gutsherr William Meath Baker, der den »Tagesbefehl« an seine suchte und den vollendeten Kurztriathlon mit kräftigem Bellen pries;
Bediensteten mit einem energischen Türknall bekräftigte. Richard P. Basil G. Nevenson, den Wissenschaftler und Freund, den Elgar mit dem
Edward und Alice Elgar, um 1891 Arnolds Kunst, ernste Ausführungen humorvoll aufzulockern, macht Klang seines Instruments, des Violoncellos, ehrte. In der 13. Variation
Elgar zum Formprinzip der fünften Variation: Den ersten Thementeil hebt sich aus Elgars eigenem Material ein Klarinettensolo hervor, das
führt er in gelehrtem Kontrapunkt durch, den zweiten verwickelt er in auf Mendelssohns Ouvertüre ›Meeresstille und glückliche Fahrt‹ zu-
einen Holzbläsersatz, der aus der Unterhaltungsmusik eingewandert rückgeht. Das Motiv wird schließlich in eine Anspielung auf Beetho-
sein könnte. Seine Schülerin Isabel Fitton nannte er in Variation VI vens Klaviersonate op. 81a ›Les Adieux‹ verwandelt. Die drei Sterne Der Titel ›Enigma‹ wurde nicht mit dem
altertümlich »Ysobel«, auch die Verarbeitung des Themas klingt nach über dieser ›Romanza‹ stehen für Lady Mary Lygon, die sich damals Thema erfunden. Er taucht zum ersten
Mal in Jaegers Handschrift im Autograph
altem Stil. War sie so? Für die siebte Variation, dem Architekten Troyte auf Australienreise begab. Elgars Beziehung zu ihr war Gegenstand
der Partitur auf. Dort kann er nicht vor
Griffith zugedacht, bot er verschiedene Deutungen an; einmal erklärte mancher Spekulation. dem 8. April 1899 von Jaeger eingetragen
er sie als Widerhall einer Wanderung, die ein Gewitter unterbrach; worden sein, denn Elgar schloss die Parti-
Edward Elgar gab seinem Freund August ein anderes Mal als musikalisches Erlebnis: Die Paukenstellen deutete Muss man das alles wissen? Nein, gewiss nicht in den Details. Sie be- tur-Reinschrift am 19. Februar ab, schickte
Johannes Jaeger den Spitznamen »Nim- Elgar als Sinnbild für dessen ungelenke Klavierspielversuche, den Auf- leuchten allerdings vom Anekdotischen her das Prinzip dieses Werkes. sie zwei Tage später an Hans Richter zur
rod« nach einer Stelle aus 1. Mose 10: Ansicht, von dem sie am 8. April beim
tritt des Themas im Blech als sein pädagogisches Eingreifen, das die Es besteht darin, dass ein Subjekt – das Thema – Auseinandersetzun-
»Er [Nimrod] fing an, ein gewaltiger Herr Verlag Novello ankam.
zu sein auf Erden, und war ein gewaltiger
Sache rasch und gut zu Ende bringe. Ähnlich offen bleibt, ob Variation gen mit seiner Umgebung, in jeder Variation mit einem anderen Gegen-
Robert Anderson
Jäger vor dem Herrn.« VIII das ruhige, humorvolle Wesen oder das freundliche Anwesen über führt und sich dabei selbst wandelt. Der musikalische Prozess
Winifred Norburys meint; auf jeden Fall sei im Trillern und Hüpfen der gleicht dabei einem menschlichen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die
H. T.
Holzbläsersoli ihr Lachen eingefangen. Melodie der ersten beiden Takte klingt, als rufe jemand »Edward
Elgar«. Die persönliche Signatur des Komponisten ist in diesem Opus
So kann man sie alle durchgehen: Dora Penny, alias Dorabella, die zu ohnehin nicht zu überhören. Beim Blick in die Welt, auch in diejenige
Elgars Klavierspiel Tanzfiguren entwarf – ihr schenkte der Komponist der musikalischen Möglichkeiten, erscheinen im Vordergrund zunächst
ein duftiges Intermezzo; oder George Robert Sinclair, Organist in Here- Mitmenschen, ob man ihnen nun von Angesicht zu Angesicht ins Auge
ford, dessen Dogge inspirierender wirkte als ihr Herr, weil sie sich in schaut oder sie wie nach einem Abschied von hinten betrachtet und
kühnem Flug in den Fluss stürzte, hundelnd einen günstigen Ausstieg mit ihnen in die die Ferne, die schöne, rätselhafte, blickt.13 Die Künstler
—––
Die Künstler
Das Konzert
Elim Chan
wurde in Hongkong geboren. Sie wurde am Smith College in Massa-
chusetts und an der University of Michigan ausgebildet. 2013 erhielt
sie das Bruno-Walter-Stipendium. Als erste Frau gewann sie im Dezem-
im Radio
ber 2014 den Donatella-Flick-Dirigierwettbewerb – ein wichtiger Wende-
punkt in ihrer Karriere. Sie wurde danach als Assistenzdirigentin zum
London Symphony Orchestra berufen und für die Saison 2016|17 in
das Dudamel-Stipendiaten-Programm des Los Angeles Philharmonic
aufgenommen. In jüngster Zeit gab sie ihre Debüts beim Philharmonia
und beim Concertgebouw Orchestra, bei den Symphonieorchestern in
Birmingham, Chicago und Sydney, beim Orchester des Mariinsky-
Theaters und der Deutschen Kammerphilharmonie. Beim Royal Scottish
National Orchestra hat sie die Erste-Gastdirigenten-Position inne, mit
der kommenden Saison übernimmt sie die künstlerische Verantwor-
tung für das Symphonieorchester Antwerpen.
Simone Rubino
wurde 1993 in Turin geboren; er studierte in seiner Heimatstadt und in
München. 2014 gewann er den ARD Musikwettbewerb und hat sich
seitdem einen Namen unter den führenden Schlagzeugern weltweit
gemacht. Für seinen ersten Auftritt mit dem DSO in der Reihe ›Debüt
im Deutschlandradio Kultur‹ erhielt er 2016 rauschenden Applaus. Seit-
dem hat er mit namhaften Orchestern wie den Wiener Philharmoni-
kern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orches-
tra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom und den Münchner
Philharmonikern konzertiert. In der letzten Saison spielte er bei der
Biennale Venedig Tan Duns Schlagzeugkonzert ›Tears of Nature‹. Für
Konzert
die Erweiterung des Schlagwerk-Repertoires arbeitet er mit Kompo-
Sonntag bis Freitag, 20.03 Uhr nisten wie Avner Dorman und Adriano Gaglianello zusammen.
Oper
Das deutsche symphonie-orchester berlin
Samstag, 19.05 Uhr hat sich in den über 70 Jahren seines Bestehens durch seine Stilsicher-
heit, sein Engagement für Gegenwartsmusik sowie durch seine CD- und
Rundfunkproduktionen einen international exzellenten Ruf erworben.
Gegründet 1946 als RIAS-, wurde es 1956 in Radio-Symphonie-Orches-
ter Berlin umbenannt. Seinen heutigen Namen trägt es seit dem Jahr
1993. Ferenc Fricsay, Lorin Maazel, Riccardo Chailly und Vladimir
Aus Opernhäusern, Ashkenazy definierten als Chefdirigenten in den ersten Jahrzehnten die
Maßstäbe. Kent Nagano wurde 2000 zum Künstlerischen Leiter beru-
Philharmonien fen. Von 2007 bis 2010 setzte Ingo Metzmacher mit progressiver Pro-
und Konzertsälen. grammatik Akzente im hauptstädtischen Konzertleben, Tugan Sokhiev
bundesweit und werbefrei Jeden Abend. folgte ihm von 2012 bis 2016 nach. Seit 2017 hat der Brite Robin
DAB+, Kabel, Satellit, Online, App
Ticciati die Position als Chefdirigent des Orchesters inne. Das DSO ist
deutschlandfunkkultur.de
ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH.Das Orchester 14
—––
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Chefdirigent und 1. Violinen Bratschen Flöten Hörner
Künstlerischer Wei Lu Igor Budinstein Kornelia Barnabas Kubina
Leiter 1. Konzertmeister 1. Solo Brandkamp Solo
N. N. Annemarie Solo N.N.
Robin Ticciati
1. Konzertmeister Moorcroft Gergely Bodoky Solo
Byol Kang 1. Solo Solo Ozan Çakar
Ehemalige
Konzertmeisterin N. N. Upama Muckensturm stellv. Solo
Chefdirigenten stellv. Solo stellv. Solo
Hande Küden Georg Pohle
Ferenc Fricsay † stellv. Konzertmeisterin Verena Wehling Frauke Leopold Joseph Miron
Lorin Maazel † Olga Polonsky Leo Klepper Frauke Ross Antonio Adriani
Riccardo Chailly Isabel Grünkorn Andreas Reincke Piccolo
N. N.
Vladimir Ioana-Silvia Musat Lorna Marie Hartling
Ashkenazy Oboen
Mika Bamba Henry Pieper Trompeten
Kent Nagano Thomas Hecker
Dagmar Schwalke Birgit Mulch-Gahl Solo Joachim Pliquett
Ingo Metzmacher Solo
Ilja Sekler Anna Bortolin Viola Wilmsen
Tugan Sokhiev Falk Maertens
Pauliina Quandt- Eve Wickert Solo
Marttila Solo
Ehrendirigenten Tha s Coelho Martin Kögel
Nari Hong stellv. Solo Heinz
Günter Wand † Viktor Bátki Radzischewski
Nikolaus Kneser Isabel Maertens stellv. Solo
Kent Nagano
Michael Mücke Violoncelli Max Werner Raphael Mentzen
Mischa Meyer Englischhorn
Elsa Brown Matthias Kühnle
Ksenija Zečević 1. Solo
Valentin Radutiu Klarinetten
Lauriane Vernhes Posaunen
1. Solo Stephan Mörth
Solo András Fejér
2. Violinen Dávid Adorján Solo
Solo Thomas Holzmann
Andreas Schumann Solo Andreas Klein
Stimmführer Adele Bitter Solo
Mathias Donderer Richard
Eva-Christina Obermayer Susann Ziegler
Schönweiß Thomas Rößeler stellv. Solo Rainer Vogt
Stimmführerin Catherine Blaise Bernhard Nusser Tomer Maschkowski
Johannes Watzel Claudia Benker- Bassposaune
stellv. Stimmführer
N. N.
Schreiber Bassklarinette
Clemens Linder Leslie Riva-Ruppert Tuba
Matthias Roither Sara Minemoto Fagotte Johannes Lipp
Stephan Obermann Karoline Zurl
Eero Lagerstam Kontrabässe Solo Harfe
Tarla Grau Peter Pühn Jörg Petersen Elsie Bedleem
Solo Solo Solo
Jan van Schaik
Ander Perrino Douglas Bull
Uta Fiedler-Reetz
Bertram Hartling
Cabello stellv. Solo Pauken Der perfekte Ein- oder Ausklang
Solo Hendrik Schütt Erich Trog
Kamila Glass Christine Felsch Markus Kneisel Solo ist 3 Minuten von der Philharmonie entfernt.
Marija Mücke stellv. Solo Kontrafagott Jens Hilse
Elena Rindler Gregor Schaetz Solo
Matthias Hendel
Schlagzeug
Ulrich Schneider
Roman Lepper
Rolf Jansen 1. Schlagzeuger QIU Restaurant & Bar im The Mandala Hotel am Potsdamer Platz
Henrik Magnus Potsdamer Strasse 3 | Berlin | 030 / 590 05 12 30
Schmidt
stellv. 1. Schlagzeuger
www.qiu.de
Thomas Lutz—–
Konzertvorschau SAISONVORSCHAU 2019|2020
Die neue Saisonvorschau inklusive aller Abonne
Sa 27. April | 20 Uhr | Philharmonie ment-Informationen liegt heute Abend für Sie
Mozart Symphonie Nr. 36 ›Linzer‹ aus. Gerne senden wir Ihnen diese auch kostenfrei
Martinů Symphonie Nr. 2 zu. Bitte schreiben Sie uns hierfür eine E-Mail
SIR ROGER NORRINGTON mit dem Betreff ›Vorschau‹ und Ihrer Anschrift an
marketing@dso-berlin.de. Abonnements können
So 28. April | 17 Uhr | Heimathafen Neukölln Sie auch online unter dso-berlin.de/abo buchen.
Kammerkonzert
Werke von Pfitzner, Prokofjew Kammerkonzerte
ENSEMBLE DES DSO Ausführliche Programme und Besetzungen
unter dso-berlin.de/kammermusik
Fr 3. Mai | 20.30 Uhr | Philharmonie
Casual Concert Karten, Abos und Beratung
Nielsen Symphonie Nr. 4 ›Das Unauslöschliche‹ Besucherservice des DSO
ANDREW MANZE Charlottenstraße 56 | 2. OG
Im Anschluss Casual Concert Lounge 10117 Berlin | am Gendarmenmarkt
mit Soul diplomats Live Act Öffnungszeiten Mo bis Fr 9 – 18 Uhr
und Johann Fanger DJ Tel 030. 20 29 87 11 | Fax 030. 20 29 87 29
tickets@dso-berlin.de
Sa 4. Mai | 20 Uhr | Philharmonie
Beethoven Klavierkonzert Nr. 4
Impressum
Nielsen Symphonie Nr. 4 ›Das Unauslöschliche‹
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
ANDREW MANZE
in der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin
Martin Helmchen Klavier im rbb-Fernsehzentrum
Masurenallee 16 – 20 | 14057 Berlin
Mi 8. Mai | 20 Uhr | Philharmonie Tel 030. 20 29 87 530 | Fax 030. 20 29 87 539
Debüt im Deutschlandfunk Kultur info@dso-berlin.de | dso-berlin.de
Widmann Konzertouvertüre ›Con brio‹
Strauss Oboenkonzert Chefdirigent Robin Ticciati
Orchesterdirektor Alexander Steinbeis
Rachmaninoff Rhapsodie über ein Thema
Orchestermanager Sebastian König
von Paganini für Klavier und Orchester
Künstlerisches Betriebsbüro
Prokofjew Ballettsuite ›Romeo und Julia‹
Moritz Brüggemeier, Barbara Winkelmann
VALENTIN URYUPIN
Orchesterbüro Konstanze Klopsch, Marion Herrscher
Mariano Esteban Barco Oboe Marketing Tim Bartholomäus
Philipp Kopachevsky Klavier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Benjamin Dries
Musikvermittlung Linda Stein (Elternzeitvertretung)
So 19. Mai | 20 Uhr | Philharmonie Programmhefte | Einführungen Habakuk Traber
Barber Symphonie Nr. 1 Notenarchiv Renate Hellwig-Unruh
Copland Klarinettenkonzert Orchesterwarte Burkher Techel M. A.,
Sibelius Symphonie Nr. 4 Shinnosuke Higashida, Kai Steindreischer
OSMO VÄNSKÄ
Texte | Redaktion Habakuk Traber
Martin Fröst Klarinette
Redaktion Benedikt von Bernstorff
Artdirektion Preuss und Preuss GmbH | Satz Susanne Nöllgen
Fotos Monica Menez (Titel), Frank Eidel (DSO), Louisa Sundell
(Tarrodi),Willeke Machiels (Chan), Marco Borggreve (Rubino),
Konzerteinführungen Wikipedia (Manarola), DSO-Archiv (sonstige)
Zu allen Symphoniekonzerten in der Philhar © Deutsches Symphonie-Orchester Berlin 2019
monie – mit Ausnahme der Casual Concerts – Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble
findet jeweils 65 Minuten vor Konzertbeginn der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin.
eine Einführung mit Habakuk Traber statt. Geschäftsführer Anselm Rose
Preis: 2,50 ¤
Die Einführung am 8. Mai (Debüt) übernimmt Gesellschafter Deutschlandradio, Bundesrepublik
Dr. Albrecht Dümling. Deutschland, Land Berlin, Rundfunk Berlin-BrandenburgSie können auch lesen