Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...

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Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...
Kostenlos, wir freuen uns über Spenden!             Nr. 77 • 4. Quartal 2017 • www.diz-ev.de

    Das Magazin der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e. V.

 Kein „Fluch der Götter“:
  Lepra und Tuberkulose
   Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
                fördert Aufklärungsprojekt des Ecumenical Sangam

                                           Seite 4
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2                                                             DIZ aktuell • Nr. 77 • 4. Quartal 2017

Liebe Freunde und Unterstützende,
sondieren Sie noch oder haben Sie sich
schon entschieden, wohin die Weih-
nachtsspende in diesem Jahr gehen soll?
Der Begriff Sondierung steht allgemein
für Untersuchungen zur Beurteilung
und Abschätzung bestimmter Verhält-
nisse. Hierzu möchten wir Ihnen gerne
eine Entscheidungshilfe geben. In diesem
Herbst hat das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-
wicklung (BMZ) uns gemeinsam mit dem
Ecumenical Sangam ein Projekt zur Auf-
klärung hinsichtlich der sogenannten ver-
gessenen Krankheiten (Lepra und Tuber-
                                                           Auf gute Zusammenarbeit: Dr. Herbert Flath und Dr. Jona A. Dohrmann.        Foto: Caroline Link
kulose) bewilligt. Bis Ende 2020 wird der
Sangam nicht nur die Bevölkerung in sei-
nem Arbeitsgebiet über die vorgenannten                    ren und aufklären, sondern auch Mittler,           Shenbakkam – Deutsch-Indische Zusam-
nicht eradizierten Krankheiten informie-                   das heißt Personen, die in ihrem Berufsle-         menarbeit e. V. Der Vorstandsvorsitzen-
                                                           ben mit diesen Krankheiten zu tun haben            de des Zweigvereins, Dr. Herbert Flath,
                                                           könnten, fortbilden und dazu anregen, die          ist vielen schon als gewandter Modera-
Impressum                                                  Zusammenarbeit mit den staatlichen indi-           tor vieler unserer entwicklungspoliti-
Herausgeber:                                               schen Gesundheitsbehörden zu suchen.               scher Veranstaltungen bekannt. Geplant
Deutsch-Indische Zusammenarbeit e. V.
Odrellstraße 43, 60486 Frankfurt am Main
                                                                 Überhaupt ist dies die neue Qualität         ist, die inhaltliche Zusammenarbeit zu
Tel . 069 - 7940 3920                                      der (deutschen) Entwicklungszusammen-              stärken und vor allem jungen Menschen,
E-Mail : info@diz-ev.de                                    arbeit mit Indien: Ressourcen und staat-           die zum Studieren nach Dresden gehen –
www.diz-ev.de
                                                           liche Ansätze zur Bekämpfung von Miss-             das sind einige – dort eine Anlaufstelle zu
Redaktion:                                                 ständen und Defiziten wie etwa in diesem           geben. Weiterhin entsenden wir regelmä-
Jona Aravind Dohrmann                                      Fall im Gesundheitswesen werden aufge-             ßig Freiwillige in das von Gyan geförder-
Sybille Franck                                             nommen und durch Engagement von zi-                te Bildungsprojekt nach Shenbakkam. Die
Caroline Link
Grafisches Gesamtkonzept,                                  vilgesellschaftlichen Organisationen wie           Kinder in diesem dörflich geprägten Vor-
Layout, Satz: Stefan Berndt,                               dem Sangam unterstützt. Dadurch sollen             ort der Großstadt Vellore (Tamil Nadu)
www.fototypo.de                                            einerseits vorhandene indische Mittel in           kommen aus bildungsfernen Schichten.
                                                           Anspruch genommen und andererseits                 Ihre Eltern sind zum Teil nie zur Schule
Alle Rechte vorbehalten von Deutsch-
Indische Zusammenarbeit e. V., 2017                        vermieden werden, staatliche Strukturen            gegangen und können ihre Kinder beim
                                                           zu duplizieren. Diesen Ansatz unterstüt-           Lernen nicht unterstützen. Der Unter-
Spendenkonten:                                             zen wir vollständig, damit die Unterstüt-          richt in staatlichen Schulen bringt vielen
Hauptverein:
Evangelische Bank                                         zung aus Deutschland eine möglichst gro-           Schülern wenig: überfüllte Klassen, zu we-
IBAN: DE84520604100004004108                               ße Hebelwirkung hat. Daher freuen wir              nige Lehrer, schlechte Ausstattung. Wir
BIC: GENODEF1EK1                                           uns, wenn Sie sich in diesem Jahr für eine         freuen uns auf die Zusammenarbeit und
                                                           Spende für die DIZ zur Förderung des               darüber, dass Sondierungen auch sehr po-
DIZ Baden-Württemberg e. V.:
Evangelische Bank                                          Aufklärungsprojekts im Hinblick auf Le-            sitiv verlaufen können!
IBAN: DE50 5206 0410 0003 6904 40                          pra und Tuberkulose durch den Sangam                     Der Vorstand und die Geschäftsstel-
BIC: GENODEF1EK1                                           entscheiden.                                       le der DIZ wünschen allen eine geseg-
DIZ Berlin e. V.:                                                Außerdem freuen wir uns, dass wei-           nete Weihnachtszeit und hoffen, dass Sie
Evangelische Bank                                          tere Sondierungsgespräche zum Erfolg               sich bei der Weihnachtsspende zugunsten
IBAN: DE88 5206 0410 0004 0042 30                          geführt haben. Der ohnehin eng mit uns             der Arbeit in Indien entscheiden,
BIC: GENODEF1EK1
                                                           kooperierende Dresdner Verein „Gyan
                                                           Shenbakkam Schoolproject“ ist seit Au-             Ihr
                                                           gust 2017 ein Zweigverein der DIZ. Der
Mit finanzieller Unterstützung des BMZ
                                                           Zweigverein firmiert fortan als Gyan
Der Herausgeber ist für den Inhalt allein verantwortlich
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Schauplätze in Indien
Nagpur
Sitz unseres Ankerpartners Ecumenical Sangam. Der Sangam unterstützt die Bevölkerung
in den Slums und Dörfern in und um Nagpur mit verschiedenen Entwicklungsprogram-
men, darunter Lepra- und Tuberkuloseaufklärung      (Seite 4)   Frauenberatung, nach-
haltige Landwirtschaft, die Ausbildung von Dorfkrankenschwestern    (Seite 12)   sowie
Kindergärten   (Seite 15).    In Nagpur veranstalteten der Sangam und die DIZ im Sep-
tember die weltwärts-Partnerkonferenz für Asien(Seite 6). Und natürlich führt auch
die DIZ-Studienreise unter anderem nach Nagpur. (Seite 16)                                  Mohorli
                                                                                            In diesem Dorf gibt es fließendes Was-
                                                                                            ser und Toiletten in fast jedem Haus:
                                                                                            Mohorli entwickelt sich dank eines von
                                                                                            der DIZ und vom BMZ unterstützten
                                                                                            Projekts zum Modellorf in Sachen Hygi-
                                                                                            ene.   (Seite 13)

                                                          Nagpur

Pune
Heimatort unserer Süd-Nord-
Freiwilligen Ambika Upadhy-
aya, die in einem Wuppertaler
Gymnasium arbeitet und auf
Seite 9 von ihrem Einsatz in
der Schule berichtet.                                                Tiruvallur
                                                                     In diesem Städtchen nahe Chennai in Tamil Nadu hat unsere
                                                                     Freiwillige Athina Topali die Integrated Rural Community Deve-
                                                                     lopment Society (IRCDS) unterstützt. Vom Leben außerhalb der
                                                                     Komfortzone erzählt sie auf Seite   10.

Kottayam
Anitha K. Andrews stammt aus diesem
Ort im Bundesstaat Kerala. Sie ist als
Süd-Nord-Freiwillige in einer Schule in
Alsfeld sowie beim Evangelischen Deka-
nat in Alsfeld tätig (Seite   8).

Lesen Sie außerdem in dieser Ausgabe ...
von der Ankunft weiterer Süd-Nord-Freiwilliger in Deutschland und unseren neuen Mitgliedern im Team der DIZ-Geschäftsstelle
(Seite 14). Von den Möglichkeiten, das Schenken und Einkaufen – nicht nur zu Weihnachten – mit einem guten Zweck zu verbinden,
berichten wir auf Seite 15. Nicht zuletzt informieren wir Sie über aktuelle Termine der DIZ und geben einen Ausblick auf die Schwer-
punkte unserer entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Jahr 2018 (Seite 16).
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4                                                      DIZ aktuell • Nr. 77 • 4. Quartal 2017

Kein „Fluch der Götter“: Lepra und Tuberkulose
Der Ecumenical Sangam informiert Dorf- und Slumbevölkerung sowie medizinisches Personal über
­„vergessene“ Krankheiten – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und ­Entwicklung
 fördert das Projekt in Zentralindien für drei Jahre

cl. Lepra und Tuberkulose gelten oftmals
als bereits überwunden. Dennoch halten
sich diese Krankheiten trotz erheblicher
sozio-ökonomischer Fortschritte Indiens
in den vergangenen Jahrzehnten immer
noch hartnäckig. Dies liegt daran, dass
vor allem die dörfliche Bevölkerung Indi-
ens faktisch vom Gesundheitssystem, gu-
ter (Allgemein-)Bildung und hygienischen
Sanitäreinrichtungen ausgeschlossen ist.
Befördert werden diese Krankheiten in
Indien zudem durch mangelndes Wissen
in der Bevölkerung und auch bei medi-
zinischem Personal sowie Aberglauben.
Zusammen mit unserem Projektpartner
Ecumenical Sangam setzen wir daher eine
breite Aufklärungskampagne bei denen
um, die am häufigsten von diesen schwe-
ren Krankheiten betroffen sind: Dorf-
und Slumbewohnerinnen und -bewohner.
Das Projekt wird vom Bundesministeri-
um für wirtschaftliche Zusammenarbeit
                                                    Auch Schülerinnen und Schüler werden vom Ecumenical Sangam über die in Indien noch weitverbreiteten
und Entwicklung (BMZ) für drei Jahre mit            Infektionskrankheiten aufgeklärt.                                         Foto: Awadhut Kukadkar
mit rund 220.000 Euro unterstützt. Für
den Eigenanteil der DIZ von rund 73.000
Euro Euro benötigen wir dringend Spen-
den. Das Projekt ist im Oktober 2017 ge-
startet und läuft bis Ende 2020.
     Die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter des Sangam klären die Bevölkerung
in den Slums der zentralindischen Stadt

Projektkoordinator Naresh Kolhe organisiert beim    Aufklärungsveranstaltung des Ecumenical Sangam zu Lepra und Tuberkulose im Sewanagar Slum.
Ecumenical Sangam die Veranstaltungen in den                                                                                      Foto: Chaya Sheware
Dörfern und Slums zur Lepra- und Tuberkulose-
Aufklärung.               Foto: Nikhil Pedhekar.
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                                                                                                        die Betroffenen an die staatlichen Ge-
                                                                                                        sundheitseinrichtungen verwiesen, wo
                                                                                                        sie eine kostenfreie Behandlung erhalten.
                                                                                                               Unser Ziel ist es, die Bevölkerung
                                                                                                        hinsichtlich dieser Krankheiten zu sen-
                                                                                                        sibilisieren, Vorurteilen und Aberglauben
                                                                                                        zu begegnen, Fachpersonal zu schulen
                                                                                                        und langfristig Ausgrenzung von Erkrank-
                                                                                                        ten und schwere Krankheitsverläufe zu
                                                                                                        verhindern. Bitte unterstützen Sie diese
                                                                                                        wichtige Arbeit durch Ihre Spende!

                                                                                                        Evangelische Bank eG
                                                                                                        IBAN: DE84 5206 0410 0004 0041 08
                                                                                                        Stichwort: Lepra

                                                                                                        „Vergessene“ Krankheiten
Geben ihr Wissen über Lepra und Tuberkulose weiter: Die Dorfkrankenschwestern, die der Ecumenical
Sangam ausbildet.                                                        Foto: Awadhut Kukadkar        Lepra und Tuberkulose gehören zu den
                                                                                                        vernachlässigten bzw. armutsbegünstig-
                                                                                                        ten Krankheiten, in deren Erforschung bzw.
                                                                                                        Behandlung nur unzureichend investiert wird.
                                                                                                        Sie betreffen vor allem Menschen in ärmeren
                                                                                                        Ländern. Die Folgen dieser Vernachlässigung
                                                                                                        sind fehlende oder mangelhafte Präventions-,
                                                                                                        Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

                                                                                                        Lepra ist eine der ältesten Infektionskrank-
                                                                                                        heiten, die in Indien noch sehr verbreitet ist.
                                                                                                        Die Krankheit ist zwar mit Antibiotika heil-
                                                                                                        bar, doch das Stigma und die Krankheitsfol-
                                                                                                        gen hindern Betroffene am normalen Leben.
                                                                                                        Lepra wird oft als als eine Krankheit begrif-
                                                                                                        fen, mit der einen die Götter strafen möch-
                                                                                                        ten für im früheren Leben begangene Sünden.
                                                                                                        Der bakterielle Erreger befällt vorzugs-
                                                                                                        weise die Haut und die Nerven der kälteren
Zur Aufklärung gehören auch Untersuchungen. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, werden die
Betroffenen an die staatlichen Gesundheitseinrichtungen verwiesen, wo sie eine kostenfreie Behandlung   Körperteile (Hände, Füße, Nase) und kann
erhalten.                                                                     Foto: Awadhut Kukadkar   schwere Schäden bis hin zu Verstümmelung
                                                                                                        verursachen.
Nagpur und den umliegenden Dörfern                  Lepra nicht, sind nicht ausreichend infor-
über diese Krankheiten auf, informieren             miert oder nicht auf dem neuesten Stand.            Tuberkulose ist eine bakterielle Infekti-
über Symptome und Behandlungsmög-                   So ist es beispielsweise bei Tuberkulose            onskrankheit, die am häufigsten die Lunge
lichkeiten. Sie wirken damit auch einer             wichtig, die langwierige Behandlung kom-            betrifft; das Hauptsymptom ist dann Hus-
Stigmatisierung der Betroffenen entge-              plett durchzuführen. Sonst drohen Resis-            ten. Die Therapie langwierig und fordert Dis-
gen, denn die lebenslangen Folgen einer             tenzen des bakteriellen Erregers, Antibio-          ziplin bei der Medikamenteneinnahme. Es
Lepra-Erkrankung führen häufig zu Aus-              tika wirken dann nicht mehr.                        gibt vielschichtige Gründe, die das Risiko
grenzung. Die Aufklärungsarbeit umfasst                   Geplant sind unter anderem Aus-               einer Erkrankung erhöhen: Armut, schlechte
auch medizinisches Personal. Denn selbst            stellungen, Präsentationen, Schulwettbe-            Lebens- und Hygienebedingungen, fehlende
viele Medizinerinnen und Mediziner so-              werbe, Fortbildungen und Hausbesuche,               medizinische Versorgung, das Zusammenle-
wie medizinische Hilfskräfte kennen die             bei denen über diese Krankheiten aufge-             ben vieler Menschen auf engem Raum sowie
grundlegenden Gegebenheiten der „ver-               klärt wird. Sollte eine Infektion mit den           ein geschwächtes Immunsystem zum Beispiel
gessenen“ Krankheiten Tuberkulose und               Krankheiten vermutet werden, werden                 aufgrund einer HIV-Infektion.
Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...
6                                              DIZ aktuell • Nr. 77 • 4. Quartal 2017

DIZ richtet zum dritten Mal
weltwärts-Partnerkonferenz aus
Teilnehmende aus Indien, den Philippinen, Kambodscha, Thailand, China und Deutschland treffen sich
in Nagpur – lebhafte Diskussionen über Süd-Nord-Entsendungen, UN-Nachhaltigkeitsziele und den
guten Umgang mit Freiwilligen

sf. Die DIZ richtete vom 18. bis 21. Sep-
tember 2017 zum dritten Mal eine welt-
wärts-Partnerkonferenz aus. Nach zwei
erfolgreichen Konferenzen in den Jahren
2012 und 2014 kooperierte die DIZ er-
neut mit den indischen Partnern Ecume-
nical Sangam und CFSD sowie den bei-
den deutschen Entsendeorgansiationen
bezev e. V. und Volunta. Diesmal richte-
te sich die Einladung an Partnerorganisa-
tionen aus dem asiatischen Raum und es
kamen rund 70 Vertreterinnen und Ver-
treter aus Indien, den Philippinen, Kam-
bodscha, Thailand, China und Deutschland
zusammen. Vier Tage lang beschäftigten
sie sich im Rainbow Guesthouse in Nag-
pur mit unterschiedlichen Aspekten des
weltwärts-Freiwilligendienstes: Das Not-
fall-Management für den Krisenfall wur-
de ebenso debattiert wie die Süd-Nord-
                                            Charlotta Saul von der Koordinierungsstelle weltwärts eröffnet die Partnerkonferenz mit dem traditio-
Komponente des weltwärts-Programms,         nellen Entzünden der Lampe.                                                       Foto: Sybille Franck
aber auch inhaltlich weiterführende The-
men wie etwa die entwicklungspolitische
Ausrichtung des Freiwilligendienstes und
der Bezug zu den UN-Nachhaltigkeitszie-
len.
      Christoph Gille und Leena Buddhe
führten als deutsch-indisches Moderati-
onsteam durch die Konferenz und sorg-
ten gekonnt dafür, dass jeder und jede
Teilnehmende zu Wort kam. Gruppenar-
beiten ermöglichten einen intensiven Er-
fahrungsaustausch – nicht selten wurden
die begonnenen Diskussionen in Chai-
oder Mittagspause fortgeführt.
      Mukut Bodra, einer der ersten indi-
schen weltwärts-Freiwilligen der DIZ, be-
richtete von seinen Erfahrungen in Ber-
lin – im Anschluss an seinen lebendigen
Vortrag waren zahlreiche Partnerorga-
nisationen hoch motiviert, selbst welt-
wärts-Freiwillige nach Deutschland zu
                                            Mukut Bodra, ehemaliger weltwärts-Süd-Nord-Freiwilliger, informiert über die Reverse-Komponente
entsenden.                                  und warb bei den asiatischen Partnerorganisationen dafür, weltwärts-Freiwillige nach Deutschland zu
                                            entsenden.                                                                          Foto: Sybille Franck
Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...
— Das Magazin der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e. V. —                                                     7

     Anette Schwitzke vom Qualitäts-                 sich über weltwärts und andere wichtige            Akteurinnen und Akteure kennen zu ler-
verbund ventao berichtete über regiona-              Themen austauschen.                                nen, die tagtäglich mit den weltwärts-
le Netzwerke von Partnerorganisationen.                   Mit Charlotta Saul nahm auch eine             Freiwilligen zusammen arbeiten.
Dieser Input bildete den Auftakt für die             Vertreterin der Koordinierungsstelle                    Die DIZ bedankt sich sehr herzlich
Gründung des Netzwerks WIN – welt-                   weltwärts an der diesjährigen Partner-             bei allen Teilnehmenden, bei den mitaus-
wärts India Network. Mehrere indische                konferenz teil. Sie informierte über ak-           richtenden Organisationen und vor allem
Partner, darunter auch die DIZ-Partner               tuelle Entwicklungen, beantwortete ge-             beim Team des Ecumenical Sangam für die
Sangam, CFSD, DSF und Mure Memorial                  duldig alle aufkommenden Fragen zum                gelungene Partnerkonferenz!
Hospital möchten enger kooperieren und               Programm und genoss es ihrerseits, die

Der große Saal im Rainbow Gästehaus bot den geeigneten Rahmen für die Partnerkonferenz.                 Karen D’Souza, Leiterin des Ecumenical Sangam,
                                                                               Foto: Sybille Franck    begrüßt alle Teilnehmenden.  Foto: Sybille Franck

Auf dem Marktplatz im Rainbow Guesthouse prä-        Zum guten Schluss bildeten die Teilnehmenden ein alle verbindendes Netzwerk – wir freuen uns über
sentierten teilnehmende Organisationen ihr Infor-    eine gelungene Konferenz und auf die weitere gute Zusammenarbeit mit den Partnern!
mationsmaterial und ihre Produkte.                                                                                                   Foto: Sybille Franck
                             Foto: Sybille Franck
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Schnee und ungewohnte Freiheiten
Die erste Süd-Nord-Freiwillige des Evangelischen Dekanats Alsfeld stammt aus Kerala und war neben
dem Dekanat in einer Schule tätig

Von Anitha K. Andrews                           Verantwortung. Nie zuvor war ich allein
Ich komme aus einem Land der Diversi-           in einem Flugzeug gewesen und fand es
tät. In Indien sprechen die Menschen un-        schwierig, einzuchecken. Meine Schwes-
terschiedliche Sprachen und gehören un-         ter ist Flugbegleiterin und hat mir mit
terschiedlichen Religionen an, leben aber       den offiziellen Prozeduren am Flugha-
dennoch harmonisch zusammen. Die Viel-          fen geholfen. Mittlerweile bin ich unab-
falt an Sprachen, Kulturen, Lebensstilen,       hängig, offen und selbstbewusst gewor-
Küchen, klimatischen Bedingungen, Land-         den. Ich hatte die Möglichkeit, Dinge zu
schaft, Architektur und Traditionen führt       tun und zu sehen, die ich mir nie hät-
dazu, dass Indien ein pulsierendes Land         te träumen lassen. So habe ich zum ers-
ist, in dem sehr viel Unterschiedliches ko-     ten Mal in meinem Leben Schnee gese-
existiert.                                      hen. Ich habe Freunde aus verschiedenen
       Nach Deutschland kam ich erst-           Teilen der Erde gewonnen, zum Beispiel
mals im Jahr 2014 über einen College-           aus Syrien, Afghanistan, Iran, aus afrikani-
Austausch. Dabei lernte ich meine Gast-         schen Ländern, Mexiko und natürlich aus
mutter kennen. Bei meinem jetzigen              Deutschland.
Aufenthalt arbeite ich in der Albert-                 Ich habe gelernt, was es heißt, allein
Schweitzer-Schule (ASS) in Alsfeld so-          zu sein und pünktlich. Rassismus – ein
wie beim Evangelischen Dekanat in Als-          viel diskutiertes Thema, aber ich wurde
feld, meiner Einsatzstelle. Ich habe eine       nur selten anders behandelt, weil ich aus
wunderbare Gastfamilie und tolle Kol-           einem anderen Land komme. Ja, ich be-
leginnen und Kollegen. Sie machen mein          kam missbilligende Blicke in der Bäcke-
                                                                                               Die DIZ-Freiwillige Anitha K. Andrews ist im
Leben hier sehr viel einfacher und außer-       rei, aber das lag daran, dass ich anfangs      Evangelischen Dekanat Alsfeld und in der Albert-
dem abwechslungsreicher.                        nicht gut Deutsch sprach. Ich vermute,         Schweitzer-Schule in Alsfeld tätig.
                                                                                                                                  Foto: Ralf Müller
       In Deutschland zu leben bedeutet         der Grund für diese Missbilligung waren
für mich Freiheit, Unabhängigkeit und           eher die Kommunikationsschwierigkei-                 Die Schülerinnen und Schüler haben
                                                ten als eine Abwehr gegenüber Fremden.         mehr Freiheiten als in Indien. Die meisten
Die Süd-Nord-Komponente                         Aber ich habe schnell Deutsch gelernt.         nutzen Smartphones in der Schule. In in-
von weltwärts                                   Das lag an meiner Gastfamilie: Meine           dischen Schulen und auch in vielen Col-
                                                Gasteltern sprechen zwar gut Englisch,         leges sind Smartphones verboten. Inso-
Interkultureller Austausch sollte keine Ein-    hatten aber beschlossen, dass wir zuhau-       fern war das ein richtiger Kulturschock
bahnstraße sein. Daher wurde im Jahr 2013       se nur Deutsch sprechen, damit ich es          für mich. Auch dass die Schülerinnen
die Süd-Nord Komponente der weltwärts-          lerne. Das hat mir sehr geholfen. Außer-       und Schüler vor der Schule rauchen, war
Freiwilligendienste eingeführt. Freiwillige     dem hat mein Kollege Ralf Müller mich          schwer für mich zu akzeptieren. Gefallen
aus dem Globalen Süden können auf diesem        sehr ermuntert, Deutsch zu sprechen            hat mir die große Auswahl an Fächern,
Wege einen entwicklungspolitischen Freiwil-     und auch einen Deutschkurs für mich            unter denen die Schülerinnen und Schü-
ligendienst in Deutschland leisten. So wird     arrangiert.                                    ler wählen können. Auch die Lehrmetho-
der Austausch zwischen Partnern des Globa-            Schwer verdaulich war für mich zu-       den sind sehr interessant.
len Südens und des Globalen Nordens inten-      nächst die Tatsache, die meisten Läden               Ansonsten: Das Müllrecycling hier
siviert und die Vernetzung aller Freiwilligen   schon um 20 Uhr schließen. Manche klei-        ist sehr umweltfreundlich und hygienisch.
gefördert. Über die DIZ sind bereits rund ein   nere Stadt wirkt sonntags wie eine Geis-       Das Klima ist meistens kalt. Meine Lieb-
Dutzend Süd-Nord-Freiwillige nach Deutsch-      terstadt. Ich habe viele größere Städte        lingsgerichte sind Bratwurst und Schnit-
land gekommen, drei von ihnen waren in der      in Deutschland besucht. Die Städte sind        zel. Als Ausländerin könnte ich noch so
DIZ-Geschäftsstelle eingesetzt.                 schön und sauber und es ist sehr bequem,       viele Dinge über Deutschland schrei-
                                                mit dem Zug zu reisen. Direkte Gesprä-         ben… Ich danke Gott für mein wunder-
www.diz-ev.de/weltwaerts-south-north-           che statt Smalltalk, kein Klatsch und völ-     bares Leben!
volunteering-germany                            lige Offenheit – das gefällt mir.                           Übersetzung: Caroline Link
Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...
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Aus Pune nach Wuppertal: Die DIZ-Freiwillige Ambika Upadhyaya unterrichtet internationale Schülerinnen und Schüler am Carl-Duisberg-Gymnasium.    Foto: Stähle

Herausforderung Heterogenität
Eine Süd-Nord-Freiwillige aus Pune unterrichtet internationale Schülerinnen und Schüler an einem
Wuppertaler Gymnasium

Von Ambika Upadhyaya                                 denen, die meine indischen Schülerinnen               Billabong High International School Noi-
Ich komme aus Pune und bin über die                  und Schüler haben. Die Sek-II-Schülerin-              da in Indien für einen zweiwöchigen Aus-
DIZ im Mai 2017 nach Deutschland ge-                 nen und Schüler haben individuelle Termi-             tausch in Wuppertal ankamen. Die deut-
kommen. Hier arbeite ich seitdem im                  ne bei mir. Ich unterstütze sie darin, ihre           schen Schülerinnen und Schüler waren
Carl-Duisberg-Gymnasium (CDG) in                     Zweifel zu überwinden und helfe ihnen                 bereits im November 2016 in Noida ge-
Wuppertal. Es macht mir Spaß, meine                  bei ihren Hausaufgaben in Englisch. Daher             wesen und nun, zwei Wochen vor den
zwei internationalen Sekundarstufe-I-För-            kostet die Vorbereitung der beiden Sek-I-             Sommerferien, stand der Gegenbesuch
derklassen zu unterrichten. Die Schüle-              Klassen viel Zeit. Um Unterrichtsmateri-              an. Meine Hauptaufgabe während des
rinnen und Schüler in diesen Klassen sind            al zu finden, nutze ich häufig das Internet.          Austauschs war es, Herrn Stähle zu un-
aus Ländern wie Syrien, Irak, Griechen-                    Dass ich mich immer so gut aufge-               terstützen, der den Austausch koordi-
land, Bosnien-Herzegowina, Kamerun, Sri              nommen fühlte vom Kollegium des CDG                   niert, insbesondere bei den interkultu-
Lanka, Serbien und Polen nach Deutsch-               hat mir sehr geholfen, mich an das deut-              rellen Aktivitäten. Ich hatte daher das
land gekommen. Außerdem helfe ich beim               sche Schulsystem zu gewöhnen, das so                  Privileg, an fast allen Aktivitäten teilzu-
Unterrichten von internationalen Schüle-             anders ist als das in Indien. Ich genieße             nehmen.
rinnen und Schülern der Sekundarstufe II,            sehr, so viele Freiheiten bei meiner Arbeit                 Ein großer Vorteil von Wuppertal ist
vor allem in Klasse 10.                              zu haben. Ich verbringe sehr viel mehr                die Nähe zur Natur. Es ist eine schöne
      Die Herausforderung dieser Tä-                 Stunden in der Schule als ich unterrich-              Stadt, in der man gut leben kann. Man
tigkeit ist die Heterogenität der Schü-              te. Aber nicht acht Stunden pro Tag in der            muss nur kurz mit dem Fahrrad oder mit
lerschaft: Die Schülerinnen und Schü-                Schule sein zu müssen wie in Pune, ist ein            öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und
ler sprechen unterschiedliche Sprachen,              großer Vorteil. Andererseits bedeutet es              findet sich dann in einer bergigen Region
kommen aus unterschiedliche Kulturen,                für mich Stress, dass das Lehren so an-               wieder. Ich habe es genossen, in der Um-
sind unterschiedlich alt und haben un-               ders ist als in Indien und weniger struk-             gebung zu wandern oder Rad zu fahren.
terschiedliche Probleme. Wenn ich mei-               turiert. Oft erscheinen die Schülerinnen                    Da ich bereits vor meinem Freiwil-
ne beiden Schülergruppen vergleiche, ist             und Schüler nicht in der Schule, weil sie             ligendienst einmal in Deutschland war,
das Unterrichten der jüngeren anstren-               andere Termine haben beim Arzt oder                   habe ich jetzt keinen Kulturschock be-
gender. Die meisten von ihnen sind nicht             im Job-Center. Nichtsdestotrotz machen                kommen. Ich wusste, was auf mich zu-
so diszipliniert, wie ich es von meinem              mir die Assistenz beim Unterricht und                 kommt. Allerdings hat es mich überrascht,
Unterrichten in Indien kenne. Auch zol-              das Unterrichten dieser speziellen Schü-              dass nicht alle Klischees stimmen. Zum
len sie den Lehrerinnen und Lehrern viel             lergruppe Spaß.                                       Beispiel sind die Züge nicht immer pünkt-
weniger Respekt als die Schülerinnen und                   Eine ganz andere Herausforderung                lich. Kleidergeschäfte und Supermärkte
Schüler in Indien. Doch ohne Zweifel un-             während meines Freiwilligendienstes am                haben sonntags geschlossen – auch et-
terscheiden sich die Probleme, die diese             CDG begann am 28. Juli, als elf Schüle-               was, an das ich mich gewöhnen musste!
Schülerinnen und Schüler haben, sehr von             rinnen und Schüler und zwei Lehrer der                              Übersetzung: Caroline Link
Kein "Fluch der Götter": Lepra und Tuberkulose - Deutsch ...
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Leben außerhalb der Komfortzone
Über Gemeinsamkeiten und den Wunsch, etwas zu „bewegen“

Von Athina Topali                                          Neugierig, mehr über diese Art des     raum war bereits meine Strohmatte auf
Autohupen, Menschengetümmel, grel-                   Lebens zu erfahren, bat ich darum, einmal    dem Boden ausgelegt, doch ich konnte
le Farben, Gemüsestände am Straßen-                  in einem Dorf übernachten zu dürfen.         nicht schlafen. Die Hitze und die Moski-
rand, Staub, Hitze, Fahrtwind im Gesicht,                  Im Schatten der Häuser standen         tos machten mir zu schaffen. Am Morgen
fremde Gerüche, karge Wüstenlandschaft               hölzerne Pritschen, auf denen sich die       darauf gab es weiche Reispuffs mit Ko-
– in etwa so prasselten die ersten Ein-              Menschen von der Mittagshitze ausruh-        kosnusschutney zum Frühstück. Gestärkt
drücke bei meiner Ankunft in Indien auf              ten. Aus den Fenstern der Nachbarhäu-        ging ich mit den Frauen des Dorfes zum
mich ein. Ungeordnet und unretouchiert.              ser schauten Kinder. „Wer ist dieses         Wasserbrunnen, um Wäsche zu waschen.
Am Anfang war die Umstellung schwierig.              Mädchen?“, flüsterten sie auf Tamil, als     Die Kinder waren bereits in der Schule
Würde ich es schaffen etwas zu „bewe-                sie mich sahen. Sie hatten gerade Schul-     und die Männer auf den Reisfeldern. Auf
gen“? Doch schon bald legten sich mei-               schluss und liefen noch in ihren Unifor-     dem Rückweg hielten wir noch an einem
ne Zweifel, denn ich merkte, dass ich gut            men herum. Sie winkten mir schüchtern        Tempel, um die Gunst der Götter zu er-
aufgehoben war. Meine Einsatzorganisa-               zu und als ich zurückwinkte, lachten sie.    bitten. Zu Hause angekommen, ruhten
tion war die Integrated Rural Communi-               Schnell bildete sich eine Traube erwar-      wir uns aus. Das Wäschewaschen mit der
ty Development Society (IRCDS) in Ti-                tungsvoller Kinder um mich herum. Also       Hand war anstrengend. Die Frauen frag-
ruvallur, einem Städtchen nahe Chennai               spielten wir voller Freude auf der Stra-     ten mich interessiert, ob ich verheiratet
in Tamil Nadu.                                       ße, bis ihre Mütter sie zum Abendessen       sei. Als ich verneinte, waren sie erstaunt.
     Ich begleitete meine Kolleginnen                nach Hause riefen. Es gab Reis mit Gemü-     Einige von ihnen wurden bereits vor ih-
und Kollegen bei ihren Besuchen in den               sesoße auf einem Bananenblatt serviert.      rem 18. Lebensjahr verheiratet und ha-
Dörfern. Die Dorfbewohnerinnen und                   Wir saßen auf Strohmatten auf dem Bo-        ben nicht einmal die Schule beendet. Als
-bewohner begrüßten mich herzlich und                den und aßen mit den Händen.                 ich mich von ihnen verabschiedete, ba-
zeigten mir begeistert ihr Zuhause: Bunt                   Danach wollte ich mich waschen         ten sie mich darum, über Facebook Kon-
angemalte Häuser, Lehmhäuschen, Feu-                 und schlafen gehen. Doch in diesem Mo-       takt zu halten.
erkochstellen vor der Tür, Toiletten mit             ment fiel der Strom aus, genauso wie die           Im Büro erzählte ich meinen Kolle-
Blechplatten abgedeckt, Gemüsegärten,                Wasserversorgung. Ich wusch mich mit         ginnen und Kollegen von meinen Erleb-
Kühe und Ziegen auf den Straßen, kleine              dem Regenwasser in den Eimern, die ne-       nissen im Dorf und von den Frauen, die
Kioske mit Snacks und Chai.                          ben dem Plumpsklo standen. Im Schlaf-        minderjährig verheiratet wurden. Ihnen

Die DIZ-Freiwillige Athina Topali beim Spielen mit den Dorfkindern auf der Straße.                                         Foto: Ebenesar Easa
— Das Magazin der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e. V. —                                                 11

Treffen der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts „Child-friendly Accountability Mechanism“ mit CCFC-Mitarbeiter Mr. C. Ramu.
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waren diese Vorfälle bekannt und sie hat-         perliche Unversehrtheit. Dies löste vie-           Integrated Rural Community
ten deshalb ein neues Projekt zur Aufklä-         le Emotionen in den Kindern aus, sodass            Development Society (IRCDS)
rung über Kinderrechte aufgesetzt. Das            sie verstärkt den Bedarf hatten sich un-
Projekt befand sich in der Pilotphase,            tereinander auszutauschen. Sie brauchten           IRCDS wurde 1986 in Tiruvallur, Tamil Nadu,
wurde von Christian Children´s Fund of            zudem einen erwachsenen, außenstehen-              von Mr. P. Titus gegründet. Die Organisation
Canada (CCFC), als Teil der Child-Fund-           den Ansprechpartner, da sie manchmal               arbeitet unabhängig von politischen oder reli-
Gruppe finanziert und zusammen mit                sogar bei ihren Eltern oder Lehrkräften            giösen Institutionen. Ihre Arbeit richtet sich
IRCDS organisiert. Parallel liefen Pilot-         auf Unverständnis stießen. Das Interesse           vor allem an Kinder, Frauen und Menschen
projekte in sieben weiteren Ländern. Das          der Kinder war unglaublich groß. Daher             mit Behinderung im Tiruvallur-Distrikt. Die
Konzept ist einfach: 40 freiwillige Kinder        arbeiten IRCDS und CCFC momentan                   Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten vor
aus unterschiedlichen Klassen und Schu-           an einer dauerhaften Implementierung               allem Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie Selbst-
len wurden über zwei Monate von einem             des Projekts.                                      hilfegruppen initiieren, sie über ihre Rechte
CCFC-Mitarbeiter zweimal pro Woche                      Ich bin sehr froh ein Teil dieses Pro-       aufklären, Trainings zur Erweiterung von Fer-
außerschulisch über ihre Rechte aufge-            jekts und von IRCDS gewesen zu sein                tigkeiten anbieten und ihnen den Zugang zu
klärt und motiviert, dieses Wissen wei-           und „etwas bewegt“ zu haben. Zunächst              staatlichen Förderungen sowie Mikrofinanzie-
terzugeben: an ihre Schulkameradinnen             einmal musste ich mich jedoch aus mei-             rungen verschaffen. IRCDS arbeitet mit den
und -kameraden, an Nachbarn, Freundin-            ner eigenen Komfortzone „bewegen“,                 örtlichen Behörden und Entwicklungsorgani-
nen und Freunde oder Geschwister. Sie             lernen und nicht belehren und die Ge-              sationen zusammen, aber auch mit internatio-
wurden also Multiplikatoren. Besprochen           gebenheiten und Meinungen so akzeptie-             nalen Partnern. Seit dem Jahr 2015 nimmt die
wurden vor allem das Recht auf Überle-            ren, wie sie sind. Auf diese Weise begriff         Organisation weltwärts-Freiwillige auf.
ben, auf Entwicklung und Bildung, auf Teil-       ich, dass es auf die Gemeinsamkeiten an-
habe und auf Schutz – insbesondere im             kommt, die wir teilen: den Wunsch nach
Hinblick auf die Eheschließung und kör-           Fortschritt und Freundschaft.
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Vielfältige Entwicklungsprogramme für Dorf- und Slumbevölkerung
Gesundheit, Bildung und nachhaltige Landwirtschaft im Fokus der Projekte des Ecumenical Sangam
in ­Nagpur – Wir bitten herzlich um Unterstützung durch Spenden

Unser Ankerpartner in Indien ist der Ecu-
menical Sangam in Nagpur. Die 1993 ge-
gründete Nichtregierungsorganisation
arbeitet unabhängig von Glaubensrich-
tungen oder anderen Organisationen.
Der Sangam unterstützt die Bevölke-
rung in den Slums und Dörfern in und
um Nagpur mit verschiedenen Entwick-
lungsprogrammen. Im Fokus seiner Ar-
beit steht eine umfassende Sensibilisie-
rung der Land- und Slumbevölkerung in
den Bereichen Gesundheit (siehe Bericht
zum Aufklärungsprojekt zu Lepra und Tu-
berkulose auf Seite 4), Ernährung, Hygie-
ne, Bildung, Familienplanung sowie nach-
haltiges Wassermanagement.
      Von seinem ländlichen Basiszentrum
in der Nähe des Dorfes Bamhani sowie
drei weiteren Subzentren aus fördert der
Sangam die Menschen in 45 Dörfern im
Süden von Nagpur.
      Wir stellen Ihnen einige Projekte
genauer vor und bitten Sie, die nachhal-
tige Arbeit des Ecumenical Sangam mit
Ihrer Spende zu unterstützen. Wenn Sie
                                          Informationsveranstaltung der Frauenberatungsstelle in Butibori.         Foto: Ecumenical Sangam
bei Ihrer Überweisung ein Stichwort an-
geben, kommt das Geld Ihrem Wunsch- fliktlösungsmechanismen, das Aufzeigen Projekts des Ecumenical Sangam. Denn
projekt zugute.                           von Wegen in die finanzielle Unabhängig- (Dorf-)Krankenschwestern können einen
                                          keit sowie die Etablierung von Selbsthil- großen Beitrag dazu leisten, die gesund-
Auswege aus der Gewalt –                  fegruppen.                                           heitliche Situation der Menschen in Ge-
Beratungsstelle für Frauen                      Neben der Konfliktberatung infor- bieten mit unzureichender medizinischer
Der Sangam betreibt eine Frauenbera- miert die Beratungsstelle mit Veranstal- Versorgung zu verbessern und die Müt-
tungsstelle in dem nahe Nagpur gelege- tungen zu den Themen Frauengesund- ter- und Kindersterblichkeit zu reduzie-
nen Ort Butibori. Dies ist ein nachge- heit, Mitgift, Auswirkungen von Alkohol ren. Die jungen Frauen, die zu Kranken-
fragter Anlaufpunkt für Frauen, die unter und Tabak, Rechte von Frauen und Kin- schwestern ausgebildet werden, erfahren
häuslicher Gewalt und anderen familiä- dern sowie Verantwortung von Eltern für zudem durch Reduzierung sozialer und
ren Problemen leiden. Denn viele Frauen eine gesunde Familie.                                  wirtschaftlicher Abhängigkeiten eine Stär-
in Indien sind Schlägen, sexuellen Über-                                                       kung ihres Selbstbewusstseins und ihrer
griffen, Morddrohungen durch den Ehe- Evangelische Bank eG                                     Rolle. Während der zweistufigen Ausbil-
mann oder Schikanen durch andere Fa- IBAN: DE84 5206 0410 0004 0041 08                         dung werden die Frauen zunächst Dorf-
milienmitglieder ausgesetzt. Durch die Stichwort: Frauenberatung                               gesundheitshelferinnen. Anschließend
Beratung sollen sie in die Lage versetzt                                                       haben sie die Möglichkeit einer Kran-
werden, in diesen Situationen adäquat Ausbildung von                                           kenschwesternausbildung (Trained Birth
agieren zu können. Im Mittelpunkt stehen ­Krankenschwestern für                                Attendants).
die Beratung zu rechtlichen Fragen, die ­Dörfer und Slums                                            Neben dem Angebot gesundheitli-
voreheliche Beratung und Eheberatung, Junge Frauen zu Krankenschwestern cher Dienste in den Dörfern und Slums
die Information über innerfamiliäre Kon- auszubilden, ist das Ziel eines weiteren sollen die Krankenschwestern Aufklärung
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                                          — Das Magazin der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e. V. —                                     13

auf dem Gebiet der Gesundheit sowie                  Modellfarm baut das Team Reis, Papaya,       südlich von Nagpur leben. Da ein Haus-
der Ernährung leisten.                               Sojabohnen, Tomaten, Gurken und vie-         halt durchschnittlich vier bis fünf Per-
     Das Land Baden-Württemberg för-                 les mehr an. Die Landwirte und Land-         sonen umfasst, können mehr als 28.000
dert dieses Projekt über die Stiftung Ent-           wirtinnen zu motivieren, ihre Betriebe       Menschen von diesem Projekt profitie-
wicklungs-Zusammenarbeit im Jahr 2017                auf nachhaltige Landwirtschaft umzu-         ren. Der Sangam selbst nutzt die ange-
mit mehr als 13.000 Euro. Weitere Spen-              stellen, ist das Ziel des Sangam-Projekts    bauten Produkte für die Kindergärten;
den sind nötig, um dieses Ausbildungspro-            „Nachhaltige Landwirtschaft und Re-          doch läuft die Ernte so erfolgreich, dass
jekt aufrechtzuerhalten.                             genwasserrückgewinnung“. Jeden Mo-           die Produkte zusätzlich auf den Märkten
                                                     nat lädt die Organisation die Zielgruppe     in Nagpur verkauft werden können – die
DIZ Baden-Württemberg                                zu abendlichen Treffen ein; Projektkoor-     Erträge fließen wiederum in das Projekt
Evangelische Bank eG                                 dinator Awaduth Kukadkar informiert          zur nachhaltigen Landwirtschaft.
IBAN: DE50 5206 0410 0003 6904 40                    dann über nachhaltige Bewässerungs-               Neben der Förderung durch die Er-
Stichwort:                                           systeme oder ökologischen Anbau, aber        bacher Stiftung sind weitere Spenden not-
Krankenschwesternausbildung                          auch der Austausch der Kleinbäuerinnen       wendig, um die nachhaltige Landwirtschaft
                                                     und Kleinbauern steht im Fokus. Mit der      in Bamhani weiterhin zu betreiben.
 Förderung für n
               ­ achhaltige                          Förderung soll im kommenden Jahr un-
 Landwirtschaft und                                  ter anderem erneut eine große „Far-
­Regenwasserrückgewinnung                            mers‘ Mela“, eine Fortbildungsveranstal-
Die Erbacher Stiftung unterstützt die                tung für bis zu 100 Personen, stattfinden.   Evangelische Bank eG
nachhaltige Landwirtschaft, die der Ecu-                   Das Projekt richtet sich insgesamt     IBAN: DE84 5206 0410 0004 0041 08
menical Sangam in Bamhani betreibt, im               an rund 4.000 Kleinbauern- und Tage-         Stichwort:
kommenden Jahr mit 7500 Euro. Auf der                löhnerfamilien, die in etwa 45 Dörfern       Nachhaltige Landwirtschaft

Bereits im zweiten Jahr baut der Ecumenical Sangam in Bamhani erfolgreich Reis an.                                   Foto: Awadhut Kukadkar
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DIZ begrüßt neue Süd-Nord-Freiwillige                                                       Neu in der
Herzliches Willkommen am Frankfurter Flughafen –                                            DIZ-Geschäftsstelle
Weitere F
        ­ reiwillige aus Indien werden erwartet
                                                                                            Ulrike Schoppet-Fender unterstützt
                                                                                            das Team der DIZ-Geschäftsstelle seit
                                                                                            Mai 2017 in allen Verwaltungstätigkeiten.
                                                                                            Zuvor war sie beim DRK-Landesver-
                                                                                            band Hessen im Controlling tätig, ange-
                                                                                            fangen hatte sie dort im Bereich Gesund-
                                                                                            heit und Soziales. Zu ihren Tätigkeiten bei
                                                                                            Nichtregierungsorganisationen kam sie
                                                                                            über ihre Kirchengemeinde. Bei der DIZ
                                                                                            schätzt sie die Arbeit im internationalen
                                                                                            Kontext und die Einblicke, die sie dabei in
                                                                                            das facettenreiche Land Indien bekommt.
                                                                                            Kontakt: schoppet-fender@diz-ev.de

Die DIZ freut sich über zwei neue Süd-Nord-Freiwillige aus Indien, die über das
weltwärts-Programm nach Deutschland gekommen sind: Jyoti Deogam (rechts) wur-
de von Simone und Gunnar Härtter begrüßt; sie arbeitet nun im Kindergarten KiTa
Kids in Frankfurt am Main.

                                                                                            David Sabau ist seit Oktober 2017 bei
                                                                                            der DIZ für die Freiwilligendienste zu-
                                                                                            ständig: „Ich bin begeistert von entwick-
                                                                                            lungspolitischen Zusammenhängen und
                                                                                            motiviert junge Menschen ein Stück auf
                                                                                            ihrem Lebensweg zu begleiten. An Indi-
                                                                                            en fasziniert mich die kulturelle Traditi-
                                                                                            on, die Vielfalt der Sprachen und Religio-
                                                                                            nen und das leckere Essen. Seit ich 2010
                                                                                            ein Praktikum bei der DIZ gemacht habe,
                                                                                            verfolge ich die Arbeit mit großem Inte-
                                                                                            resse. Umso größer ist jetzt meine Freu-
                                                                                            de, fester Bestandteil des Teams zu sein.
    Anurag Minj ist der erste indische weltwärts-Süd-Nord-Freiwillige, der seinen           Meine Aufgaben sind die Betreuung der
Dienst bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Salzuflen antritt. Uwe          Freiwilligen, die Leitung von Seminaren
und Hella Wiemann haben ihn willkommen geheißen.                                            und die Weiterentwicklung des weltwärts-
    Weitere Süd-Nord-Freiwillige aus Indien werden in Kürze nach Deutschland                Programms.“
kommen.                                                                                     Kontakt: sabau@diz-ev.de
                                                                   Fotos: Sybille Franck                           Fotos: Caroline Link
— Das Magazin der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e. V. —                                                                                                   15

Schenken und Gutes tun
Mit einem Kalender für 2018 und Spenden-Wertscheinen bietet die Deutsch-Indische ­Zusammenarbeit
(DIZ) nachhaltige Geschenkideen an – nicht nur zu Weihnachten

cl. In diesem Jahr bietet die DIZ gleich          Und sollten Sie Ihre Weihnachtsge-                            nen Teil des Einkaufswertes automa-
mehrere Ideen zum nachhaltigen Schen-        schenke nicht ausschließlich bei der DIZ                           tisch an die DIZ zu spenden – ganz ohne
ken an. Da ist zum einen der DIZ-Ka-         bestellen sondern auch bei Online-Shops:                           Mehrkosten! Dazu gehen Sie auf www.
lender für 2018: Er zeigt typisch indische   Denken Sie daran, dies zum Beispiel über                           gooding.de und wählen unter „Projekte
Einkaufsmöglichkeiten wie Gemüsestän-        das Portal Gooding zu tun und damit ei-                            & Vereine“ die DIZ aus.
de und Snackshops, Bilder von Teeernte
und Fischtrocknung, indische Tänzerinnen,
Menschen, die ihren Berufen nachgehen
oder ihre Religion ausüben und Alltagssze-
nen wie das Cricketspiel von Jugendlichen.
Bilder und Texte stammen von Lieselotte
Lehmann und Jonathan Stein, die als DIZ-
Freiwillige über das weltwärts-Programm
das Child Learning Center der DIZ-Part-
nerorganisation NIWCYD in der indi-
                                                                                                                      ro
schen Metropole Bhopal unterstützten.                                                                      er 15 Eu
                                                                                              hein üllebn in Nagpur, Indien
                                                                       e nd e n -Wertsc             ngsste
                                                                    Sp         von Frau
                                                                                        en be ra tu
Der Kalender im DIN-A4-Format kostet                                für die Ar
                                                                               beit

10 Euro.
      Eine weitere Möglichkeit zum sinn-
vollen Schenken ist der hochwertig ge-
staltete DIZ-Spenden-Wertschein für 25
Euro. Die Spende wird ausschließlich für
                                                                                                                               Spend
die Arbeit des Kindergartens unseres indi-                                                                                    für die     en -Wert
                                                                                                                                                        sc
                                                                                                                                                s Sangam hein übe
                                                                                                                                      Arbeit de
                                                                                                                                                                             r
                                                                                                                                                                   ar tens in 25 Euro
schen Projektpartners Ecumenical Sangam
                                                                                                                                                         -K inderg
                                                                                                                                                                              Nagpur,
                                                                                                                                                                                      Indien

in Nagpur verwendet. Denn Bildung ist
der Schlüssel zu Entwicklung – persönlich
wie wirtschaftlich. Im Kindergarten des
Sangam werden die Kinder gut betreut.
Dort spielen sie, lernen aber auch schon
Zahlen, das Hindi-Abc und erste englische
Begriffe, während ihre Eltern zum Beispiel
als Tagelöhner auf dem Feld arbeiten. Die
Kinder werden im Kindergarten auch me-
dizinisch betreut, erhalten gesundes Essen
und Informationen über ausgewogene Er-
nährung und hygienische Grundregeln.

Der Kalender und die Spenden-Wert-
scheine können per E-Mail (info@diz-ev.
de) oder telefonisch (069 – 79403920) in
der DIZ-Geschäftsstelle bestellt werden.
Beim Versand von Kalendern kommen
Versandkosten hinzu in Höhe von 1,45
Euro (bei bis zu drei Kalendern) bzw. 2,60
Euro ab vier Kalendern.
16                                               DIZ aktuell • Nr. 77 • 4. Quartal 2017

Studienreise 2018                                                                                         Im Anschluss an die Einblicke in die
                                                                                                    Entwicklungszusammenarbeit unseres
Projektbesuche in Nagpur –                                                                          Partners folgt der touristische Teil der
Studienreise führt nach                                                                             Studienreise: Die Teilnehmenden besu-
Hyderabad und Hampi                                                                                 chen die Millionenstadt Hyderabad, von
                                                                                                    dort geht es weiter zu den beeindru-
sf. Die nächste DIZ-Studienreise führt                                                              ckenden Tempelanlagen in Hampi. Die in
die Reisegruppe zuerst nach Nagpur.                                                                 den Feld getriebenen Tempel von Bada-
Dort verbringt die Gruppe einige Tage                                                               mi, wie Hampi im Bundesstaat Karnata-
und lernt verschiedene Projekte unse-                                                               ka gelegen, erlauben weitere Einblicke
res Projektpartners Ecumenical San-                                                                 in die hinduistische Tradition. Den Ab-
gam kennen: Besuche im Basiszentrum                                                                 schluss der Reise vom 10. bis 24. Feb-
in Bamhani stehen ebenso auf dem                                                                    ruar bildet die Stadt Bangalore.
Programm wie Einblicke in die Slum­                                                                       Einige wenige Plätze sind noch
entwicklungsarbeit und das aktuelle                                                                 frei! Wer sich für die Studienreise in-
Projekt zur Lepra- und Tuberkulose-                                                                 teressiert, möge sich direkt bei Jona
                                              Die Narasimha-Statue, die vierte Inkarnation von
Aufklärung. Ein weiterer Ausflug führt        Vishnu, ist in Hampi zu sehen.                       Dohrmann, dohrmann@diz-ev.de oder
zum Sevagram-Ashram.                                                       Foto: Jona Dohrmann     069 / 79 40 39 20, melden.

Themen der Bildungsarbeit 2018:
Die „vergessenen“ Krankheiten und das Engagement von Frauen in Indien

sf. Im kommenden Jahr wird sich die DIZ       rechter Medizin-Tourismus in die guten                dien diskutiert. Die Proteste nach meh-
in ihrer entwicklungspolitischen Bildungs-    Krankenhäuser des Landes - diejenigen,                reren Vergewaltigungen, die das Aufsehen
arbeit zwei Themen widmen: Einerseits         die es sich finanziell leisten können, sind           der Medien und dann der Öffentlichkeit
möchten wir uns passend zum BMZ-Pro-          bestens versorgt. Über diese bestehende               erregten, sind nicht abgeebbt. Diese ge-
jekt des Ecumenical Sangam zur Aufklä-        und sich immer mehr öffnende Schere in                sellschaftliche Entwicklung wollen wir
rung bezüglich Lepra und Tuberkulose          der medizinischen Versorgung möchten                  nachvollziehen und mehr darüber erfah-
auch hier mit den „vergessenen“ Krank-        wir ebenfalls diskutieren.                            ren, ob die Proteste nach den Vergewal-
heiten beschäftigen (siehe Seite 4). Lep-           Die Situation der indischen Frau-               tigungen in den Jahren 2012 und 2013
ra und Tuberkulose gehören zu den ver-        en ist ein Thema, das sowohl uns in der               Änderungen hervorgebracht haben. Zu-
nachlässigten bzw. armutsbegünstigten         Projektzusammenarbeit, viel mehr aber                 dem richten wir unser Augenmerk auf
Krankheiten, in deren Erforschung und         noch unseren indischen Partnern tagtäg-               das Gefälle zwischen Stadt und Land –
Behandlung nur unzureichend investiert        lich begegnet. Die Stärkung der Frauen                die Situation der Frauen in Großstäd-
wird. Lepra beispielsweise ist eine der äl-   ist ein wichtiges Anliegen unserer Pro-               ten stellt sich ganz anders dar als die
testen Infektionskrankheiten, die in Indi-    jektpartner, einerseits um die Entwick-               der Frauen im ruralen Indien. Auf dem
en noch sehr verbreitet ist. Wir möchten      lung der Gesellschaft voranzutreiben,                 Land wissen viele Frauen oft kaum um
zeigen, wie viele Menschen noch immer         andererseits um den Frauen zu mehr                    ihre Rechte, die fortschrittliche indische
unter diesen vergessenen Krankheiten          Selbstbestimmung zu verhelfen und ihre                Verfassung, die ihnen nahezu Gleichbe-
leiden, die hierzulande längst keine Rol-     Lebenssituation zu verbessern. Seit meh-              rechtigung zugesteht, nützt ihnen im All-
le mehr spielen. Andererseits existiert       reren Jahren werden die sexuelle Gewalt               tag nichts.
gerade in Indien auch eine florierende        gegen Frauen, ihre Ausbeutung und die                      Die Termine unserer Bildungsveran-
High-Tech-Medizin mit besten Behand-          Misshandlungen, die viele von ihnen er-               staltungen finden Sie unter:
lungsmöglichkeiten, es besteht ein regel-     leben, in der breiten Öffentlichkeit in In-           www.diz-ev.de/termine.

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