Landschaften Regionale - Eine Aufgabe der Raumplanung - IBA Thüringen
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Impressum
Auftraggeber
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
Alt-Moabit 140
10557 Berlin
Referat H III 1 – Grundsatz; Raumordnung
Kontakt: Timo Schortz
timo.schortz@bmi.bund.de
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Deichmanns Aue 31–37
53179 Bonn
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt-und Raumbeobachtung
Dr. Fabian Dosch
fabian.dosch@bbr.bund.de
MORO
Landschaft
Begleitforschung
agl Hartz Saad Wendl
Landschafts-, Stadt- und Raumplanung
Saarbrücken
Kontakt: Andrea Hartz
andreahartz@agl-online.de
Bearbeitung: Andrea Hartz, Peter Wendl, Sascha Saad,
Eva Langenbahn, Stephanie Bächle, Christine Schaal-Lehr
Bildquellen Titelseite, von oben und links: Emschergenossenschaft |
MAN MADE LAND & fabulism | bgmr | IBA Basel 2020 | Christoph von
Kaufmann | + C Kommunikationsdesign Caroline Gärtner, Damelack
Entwurf, November 2020Inhalt 1 Ziel und Konzeption der Ergebnistagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 2 Ablauf der Ergebnistagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 3 Einführung in die Thematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 4 Perspektiven auf Landschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9 5 Kernergebnisse des MORO Regionale Landschaftsgestaltung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14 6 Die Modellregionen des MORO Regionale Landschaftsgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22 7 Tagungsergebnisse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26 8 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .35 Quellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .36
1Ziel und Konzeption der Ergebnistagung
Im Rahmen des MORO-Forschungsfelds „Regionale Land- gang in den Endbericht der Begleitforschung bzw. die Pub-
schaftsgestaltung“ sollte geklärt werden, welchen Beitrag likationen zum Forschungsfeld finden.
die räumliche Planung zu einer aktiven Landschaftspolitik
Aufgrund der im Zuge der Corona-Pandemie räumlich und
im Sinne des Europäischen Landschaftsübereinkommens
organisatorisch schwierigen Durchführung der Tagung als
leisten kann. Dazu wurden in fünf ausgewählten Modell-
Präsenzveranstaltung haben Forschungsgeber und Be-
vorhaben Steuerungsinstrumente und -mechanismen zum
gleitforschung entschieden, die Tagung als Online-Veran-
Landschaftswandel ausgelotet und innovative Ansätze er-
staltung durchzuführen.
probt. Zudem befasste sich eine assoziierte Partnerregion
mit spezifischen, grenzübergreifenden Fragen der regiona- Die rund 80 Teilnehmenden setzen sich aus folgenden Ak-
len Landschaftsgestaltung im Kontext landschaftsbezoge- teursgruppen zusammen:
ner Projekte. Es galt, übertragbare Lösungen und Hand- • Akteure der Raumplanung auf Ebene des Bundes, der
lungsempfehlungen zur regionalen Landschaftsgestaltung Länder und der Regionen
für unterschiedliche Ebenen der räumlichen Planung und • Akteure der Fachpolitiken und -planungen, insbeson-
Raumentwicklung zu entwickeln. dere der Land- und Forstwirtschaft, der Wasserwirt-
Inzwischen wurden alle Modellvorhaben erfolgreich ab- schaft, der Energiewirtschaft sowie der Verkehrs- und
geschlossen und haben interessante Ergebnisse zu unter- Infrastrukturplanung
schiedlichen Ansätzen der regionalen Landschaftsgestal- • Akteure der Stadtregionen (Regionalparks u.ä.) wie
tung geliefert. auch der ländlichen Räume (Naturparks, Biosphären-
Ziel der Tagung war die Vorstellung und Diskussion der Er- regionen u.ä.)
gebnisse des MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“. • Akteure der Modellvorhaben des MORO
Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden die Erkennt- • Akteure aus der Wissenschaft, insbesondere den
nisse aus dem Forschungsfeld und den Modellvorhaben Raumwissenschaften (Raum- und Stadtplanung, Land-
weiterentwickelt. Die Ergebnisse der Tagung sollen Ein- schaftsplanung u.ä.)
Dienstag,
Dienstag,
15. 15.
September
September
20202020 Mittwoch,
Mittwoch,
16. 16.
September
September
20202020
15. September 2020
Mittwoch, 16. September 2020
13:0013:00 Eintreffen
Eintreffen
im Online-Konferenzraum
im Online-Konferenzraum 09:0009:00 Eintreffen
Eintreffen
im Online-Konferenzraum
im Online-Konferenzraum
13:3013:30 Grußwort
Grußwort
und Einführung
und Einführung 09:1509:15 Begrüßung
Begrüßung
und Programm
und Programm
TimoTimo
Schortz,
Schortz,
Bundesministerium
Bundesministerium
des Innern,
des Innern,
für Bau
für und
Bau Heimat
und Heimat Andrea
Andrea
Hartz,Hartz,
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung
Dr. Fabian
Dr. Fabian
Dosch,
Dosch,
Bundesinstitut
Bundesinstitut
für Bau-,
für Bau-,
Stadt-
Stadt-
und Raumforschung
und Raumforschung
Rückblick
Rückblick
auf Tag
auf 1Tag
der1Ergebnistagung
der Ergebnistagung
Programm
Programm
Regionale
Regionale
Landschaftsgestaltung
Landschaftsgestaltung
als Herausforderung
als Herausforderung
und Zukunftsaufgabe
und Zukunftsaufgabeder Raumplanung.
der Raumplanung.
ZieleZiele
und Ablauf
und Ablauf
der Tagung
der Tagung Welche
Welche
Möglichkeiten
Möglichkeiten
haben
haben
die Regionen,
die Regionen,
Andrea
Andrea
Hartz,Hartz,
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung Landschaft
Landschaft
aktivaktiv
zu gestalten?
zu gestalten?
Erkenntnisse
Erkenntnisse
und Ansätze
und Ansätze
der Modellvorhaben
der Modellvorhaben
Impulsvorträge:
Impulsvorträge:
Unterschiedliche
Unterschiedliche
Zugänge
Zugänge
zum zum
Themenfeld
Themenfeld
Landschaft
Landschaft Beiträge
Beiträge
der Vertreter*innen
der Vertreter*innen
aus den
aus Modellvorhaben
den Modellvorhaben
Bedeutsame
Bedeutsame
Landschaften
Landschaften
in Deutschland
in Deutschland 10:1510:15 Pause
Pause
Dr. Markus
Dr. Markus
Schwarzer,
Schwarzer,
Universität
Universität
Kassel
Kassel
10:2510:25 Im Überblick:
Im Überblick:
Kernergebnisse
Kernergebnisse
des Forschungsfeldes
des Forschungsfeldes
– Teil– 2Teil 2
„Urbanes
„Urbanes
Land“Land“
– Verstädterte
– Verstädterte
Landschaft
Landschaft
im Wandel
im Wandel
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung
Prof.Prof.
Dipl.-Ing.
Dipl.-Ing.
Ute Meyer,
Ute Meyer,
Hochschule
Hochschule
Biberach
Biberach
Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppen
Sequenz
Sequenz
2 2
Dienstag,
Die ideale
Die ideale
Landschaft?
Landschaft?
Ansätze
Ansätze
zur Landschaftsgestaltung
zur Landschaftsgestaltung
in derinSchweiz
der Schweiz Ihre Expertise
Ihre Expertise
ist gefragt!
ist gefragt!
Arbeit
Arbeit
in parallelen
in parallelen
Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppen
LukasLukas
Schweingruber,
Schweingruber,
Studio
Studio
Vulkan
Vulkan
Landschaftsarchitektur,
Landschaftsarchitektur,
ZürichZürich
Wie Wie
lässtlässt
sich sich
das Thema
das Thema
Landschaft
Landschaft
in den
in Steuerungsinstrumenten
den Steuerungsinstrumenten
14:4514:45 Pause
Pause und -mechanismen
und -mechanismender Raumordnung
der Raumordnung
besser
besser
verankern?
verankern?
Prof.Prof.
Dr. Dr.
Dr.Andreas
Dr. Andreas
Mengel,
Mengel,
Universität
Universität
Kassel
Kassel
14:5514:55 Im Überblick:
Im Überblick:
Kernergebnisse
Kernergebnisse
des Forschungsfeldes
des Forschungsfeldes
– Teil– 1Teil 1
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung FazitFazit
und Ausblick:
und Ausblick:
WasWas
folgtfolgt
aus den
aus Erkenntnissen
den Erkenntnissen
für die
fürRaumentwicklung
die Raumentwicklung
und Raumordnung
und Raumordnungin Deutschland?
in Deutschland?
Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppen
Sequenz
Sequenz
1 1
Schortz,
TimoTimo Schortz,
Bundesministerium
Bundesministerium
des Innern,
des Innern,
für Bau
für und
Bau Heimat
und Heimat
Ihre Expertise
Ihre Expertise
ist gefragt!
ist gefragt!
Arbeit
Arbeit
in parallelen
in parallelen
Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppen
Dr. Fabian
Dr. Fabian
Dosch,
Dosch,
Bundesinstitut
Bundesinstitut
für Bau-,
für Bau-,
Stadt-
Stadt-
und Raumforschung
und Raumforschung
Kurzes
Kurzes
Resümee
Resümee
des ersten
des ersten der Ergebnistagung
TagesTages der Ergebnistagung Prof.Prof.
Dr. János
Dr. János
Brenner,
Brenner,
Honorarprofessor
Honorarprofessor
an der
anTU
derBudapest,
TU Budapest,
Prof.Prof.
Dr. János
Dr. János
Brenner,
Brenner,
Honorarprofessor
Honorarprofessor
an der
anTU
derBudapest,
TU Budapest, Bauassessor,
Bauassessor,
Stadtplaner
Stadtplaner
AKB AKB
Bauassessor,
Bauassessor,
Stadtplaner
Stadtplaner
AKB AKB Andrea
Andrea
Hartz,Hartz,
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung
16:0016:00 Verabschiedung
Verabschiedung 12:0012:00 Verabschiedung
Verabschiedung
Andrea
Andrea
Hartz,Hartz,
agl, Forschungsbegleitung
agl, Forschungsbegleitung Ausklang
Ausklang
(bis 12:30
(bis 12:30
Uhr) Uhr)
4 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 20202Ablauf der Ergebnistagung
Die Einladung zur zweitägigen Ergebnistagung am 15./16. Mit der Verabschiedung der Teilnehmenden um 16 Uhr
September 2020, mit jeweils dreistündigem Veranstal- wurde eine Umfrage zum Handlungsbedarf in Bezug auf
tungsblock, erfolgte per Email am 2. April 2020. Bis Sep- die vorgestellten Ansätze zur Landschaftsgestaltung ge-
tember 2020 hatten sich über ca. 80 Teilnehmende ange- startet. Die Teilnehmenden konnten den Handlungsbedarf
meldet. je Ansatz in fünf Stufen quantifizieren.
Jedem Veranstaltungsblock wurde ein Eintreffen im On- Der zweite Tag der Ergebnistagung startete um 9 Uhr
line-Konferenzraum vorgeschaltet, in dem technische morgens mit kurzem Eintreffen und Rückblick auf die
Hinweise und Hilfestellungen gegeben und interaktive bisherigen Tagungsergebnisse. Die Resultate der ersten
Elemente (Aufteilung in Arbeitsgruppen, Umfragen) der Umfrage verdeutlichten, dass die Handlungsbedarfe zur
Online-Tagung eingeübt wurden. Die probeweise Auftei- Landschaftsgestaltung von der Mehrheit der Teilnehmen-
lung in Kleingruppen ermöglichte zudem ein erstes Ken- den als hoch bis sehr hoch eingeschätzt wurden. Darüber
nenlernen der Teilnehmenden. hinaus zeigte Frau Hartz in einer ersten Auswertung der
Arbeitsgruppenergebnisse, dass zu zahlreichen Aspekten
Die Begrüßung und Einführung zur Konferenz übernahmen
der Landschaftsgestaltung bereits wichtige Rückmeldun-
Herr Schortz für das Bundesministerium des Innern, für
gen aufgenommen werden konnten.
Bau und Heimat (BMI) sowie Herr Dr. Dosch für das Bun-
desinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach nahmen die Vertreter*innen der fünf Modellregio-
Im Anschluss stellte Frau Hartz im Namen der Begleit- nen, unterstützt von illustrierenden Infografiken, zu zentra-
forschung das Programm der Tagung vor und erläuterte len Ergebnissen ihrer Modellvorhaben Stellung.
Hintergründe und Forschungsfragen des MORO „Regiona-
In der anschließenden Pause erfolgte eine Umfrage zu
le Landschaftsgestaltung“. Drei Impulsvorträge beleuch-
Erfolgsfaktoren und Hemmnissen der Landschaftsgestal-
teten unterschiedliche Zugänge zum Themenfeld Land-
tung. Es wurden je zehn Faktoren genannt, denen die Teil-
schaft, Landschaftswandel und Landschaftsgestaltung.
nehmenden bis zu fünf Zustimmungen vergeben konnten.
Nach einer kurzen Pause gab Frau Hartz einen Überblick
Im Anschluss erläuterte Frau Hartz die Umfrageergebnisse
zu den Kernergebnissen des MORO-Forschungsfeldes, die
und stellte weitere zentrale Ergebnisse des Forschungs-
als Diskussionsgrundlage für die spätere Arbeitsgruppen-
vorhabens im Hinblick auf die Instrumente der Raumpla-
phase dienten. Themenbereiche waren
nung sowie die zu beteiligenden Akteursgruppen vor. In
• eine Landschaftstypologie für die Landschaften einer zweiten Arbeitsgruppenphase diskutierten die Teil-
Deutschlands und die typenbezogenen Handlungsbe- nehmenden sowohl die Erfahrungen mit unterschiedlichen
darfe Instrumenten als auch die verschiedenen Ansätze der
Landschaftsgestaltung. Darüber hinaus bestand die Mög-
• Schwerpunktaufgaben und -themen für die regionale
lichkeit, die präsentierten Ergebnisse der Arbeitsgruppen
Landschaftsgestaltung:
des Vortags zu ergänzen.
» Natur- und Kulturerbelandschaften in Deutschland
Herr Prof. Mengel gab in seinem Vortrag einen Überblick
» die blau-grüne Infrastruktur
über die Möglichkeiten der Verankerung des Themas Land-
» Agrarlandschaften schaft in der Raumordnung und setzte einen Impuls, hier
» (sub)urbane Landschaften auf Bundes- und Länderebene verstärkt aktiv zu werden.
» Infrastrukturlandschaften und Großinfrastrukturen Zum Abschluss zog Herr Prof. Brenner ein Resümee des
Darauf schloss sich eine Arbeitsphase mit sechs moderier- zweiten Tagungstages und zog ein kurzes Fazit zum ge-
ten Arbeitsgruppen an, die – unterstützt von Leitfragen – samten MORO-Vorhaben.
die Anregungen der Teilnehmenden zu den vorgestellten Herr Dr. Dosch und Herr Schortz blickten für das BBSR und
Themenschwerpunkten zusammentrugen. Im Anschluss das BMI auf die Ergebnisse der Tagung zurück und warfen
zog Herr Prof. Brenner ein Fazit des ersten Tages der Er- einen Blick auf die weitere Behandlung des Themas Land-
gebnistagung. schaft in der Bundesraumordnung und Raumforschung.
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 53Einführung in die Thematik
Timo Schortz (BMI Referat H III 1 – Grundsatz; Raumord- betroffen (BfN/BBSR 2014a, b). Zwar habe die Raumord-
nung) begrüßte die Teilnehmenden der Ergebnistagung im nung nur einen lenkenden Einfluss auf die wirtschaftlich
Namen des BMI und wies darauf hin, dass die Bewahrung bestimmten Entwicklungen des Landes, doch müsse die-
der Landschaftsvielfalt und des Natur- und Kulturerbes ein ser Spielraum auch genutzt und ausgelotet werden.
Teil der Heimatpolitik des BMI sei, gleichwertige Lebens-
Die Ziele des Modellvorhabens bestanden in
verhältnisse in Deutschland zu schaffen. Darüber hinaus
gelte es, den Landschaftswandel in den dynamischen • der Einrichtung eines neuen Forschungsfeldes zur Er-
Regionen zu gestalten. Er verwies auf den Auftrag des mittlung von Chancen und Grenzen der Landschaftsge-
Raumordnungsgesetzes und der Leitbilder zur Raument- staltung auf regionaler Ebene,
wicklung, sich mit dem Schutz von Landschaft und der Ge- • der Erprobung und Umsetzung innovativer, raumplane-
staltung des Wandels zu befassen. Zugleich hob er hervor, rischer Handlungsansätze und Instrumente sowie
dass die Steuerungsmöglichkeiten der Raumordnung in
der Planungspraxis bisher nicht ausgeschöpft würden. • der Zusammenarbeit von Expert*innen mit den Akteu-
ren in den Regionen.
Ziel des Modellvorhabens war daher, Ansätze zur Steue-
rung und Gestaltung der Landschaft und der Transforma- Die Forschungsleitfragen nahmen entsprechend Grund-
tionsprozesse zu erproben und übertragbare Erfahrungen lagen und die Handlungsoptionen der Raumplanung, die
zu kommunizieren. Dabei wurden im Modellvorhaben fünf Erfolgsfaktoren und Hemmnisse, die Ziele zur Sicherung
unterschiedlich strukturierte Modellregionen und eine von Landschaftsqualitäten sowie die Potenziale der Zu-
Partnerregion bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer sammenarbeit mit anderen Fachpolitiken ins Visier. Das
Konzepte gefördert und untersucht. Modellvorhaben war stark auf Kommunikation, Beteili-
gung und Prozessorientierung ausgelegt, was in drei Quer-
Dr. Fabian Dosch dankte den Beteiligten der Modellregio- schnittsworkshops, einem Expert*innengespräch und ei-
nen und der Begleitforschung für die intensive und konst- ner Themenwerkstatt einen intensiven Niederschlag fand.
ruktive Mitarbeit im Modellvorhaben im Namen des BBSR.
Er rückte den fortschreitendenden Landschaftswandel in Die über das Bundesgebiet verteilten Modellregionen
Deutschland in den Fokus und verdeutlichte an einigen sta- deckten eine große Bandbreite an Landschaftstypen und
tistischen Zahlen, welche Dynamik diese Transformations- Transformationsprozessen ab. Damit konnten die Hand-
prozesse angenommen haben. Zwei Drittel der Fläche der lungsoptionen der Landschaftsgestaltung in den Regionen
Bundesrepublik Deutschland seien von einer Veränderung mit unterschiedlichen Ansätzen und Akteurskonstellatio-
und (weiteren) technogenen Überprägung der Landschaft nen exemplarisch erprobt werden.
von links: Timo Schortz (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat),
Dr. Fabian Dosch (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung), Andrea Hartz (agl, Begleitforschung)
6 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Die Modellvorhaben
MORO Unterschiedliche
Die Ziele
Neues Forschungs-
Landschaft Landschaftstypologien, feld zur Ermittlung von
Chancen und Grenzen
Aufgabenstellungen und Praktische Erprobung einer regionalen Land-
Die Forschungsleitfragen Transformationsprozesse und Umsetzung inno- schaftsgestaltung
Landschaftsgestaltung in der
vativer, raumordnerischer
Mecklenburgischen Seenplatte
Ziele der Landschaftsgestaltung: – im Spannungsfeld von kulturellem Handlungsansätze und
Welche Ziele der Landschaftsentwicklung Erbe, Schrumpfung und Energiewende Instrumente
und -gestaltung sind für Raumordnung und Zusammenarbeit
Landschaftsplanung handlungsleitend? zwischen Wissenschaft
und Praxis, d.h. mit
Strategien, Instrumente und Maßnah- Netzwerk Regionalparks
Brandenburg – Berlin: Akteuren vor Ort,
men: Was kann die räumliche Planung zur
Postindustrielle Landschaftsgestaltung im in den Regionen
Steuerung des Landschaftswandels leisten? Umfeld der Metropole Berlin
Kulturlandschaft der
Welche Instrumente sind künftig einzusetzen? Metropole Ruhr
Grundlagen: Welche Grundlagen braucht
Resilientes Schwarzatal –
die räumliche Planung, um landschaftliche Landschaftsgestaltung als parti-
Belange besser einbinden zu können? zipativer STADTLAND-Prozess
Gute Beispiele: Welche guten und lehr-
reichen Beispiele zur regionalen Land- Landschaftskonzept
schaftsgestaltung gibt es? Was sind hier 2020+ für die Metropol-
Der Prozess
Veranstaltungen
Erfolgsfaktoren? region Rhein-Neckar
Akteursworkshops Regionalkonferenzen Expertenworkshops
Familien-Erlebnistage Themenbezogene Veranstaltungen Aktionstage
Akteure und Strukturen: Welche Poten- Projekttische
ziale liegen in einer verstärkten Zusammen- Kooperative Wettbewerbsverfahren Themen-Werkstätten
arbeit mit anderen Fachpolitiken, wie der Projektafruf und 1. Querschnitts- 2. Querschnitts- Experten- Themen- 3. Querschnitts- Ergebnistagung
Internationale Bauausstellung
Land- und Forstwirtschaft sowie dem IBA Basel 2020: Grenzüber- Auswahl der workshop workshop gespräch werkstatt workshop Regionale
Modellvorhaben Bewertung von Landwirtschaft Wettbewerbe Landschafts- MORO-Ergeb- Landschaften
Natur- und Landschaftsschutz? schreitende Landschaftsgestaltung
Dezember 2016 Landschaften/ als Landschafts- als Instrumente gestaltung in nisse, Groß- gestalten – Eine
im Trinationalen Eurodistrict Basel Landschaftsbil- akteur, Grüne regionaler Land- Grenz- und Stadt- infrastrukturen Aufgabe der
dern, Heimat?! Infrastruktur schaftsgestaltung regionen 25./26.3.2019 Raumplanung
23./24.11.2017 7./8.6.2018 5.12.2018 21./22.2.2019 15./16.9.2020
Landschaftscharta Machbarkeitsstudien
Strategiekonzepte Produkte
Teilbeiträge für RROP Leitfäden Fallstudien
Masterpläne Gestaltungsentwürfe Gestaltungshandbücher
© agl 2020
Landschaft
als Thema der Raumplanung „Der Auftrag der Raumordnung
zur planerischen Gestaltung von Kul-
Aber:
Umgang mit Landschaft
ist „verstärkt auf eine
turlandschaften umfasst mehr als nur räumlich-planerische
die Konservierung historisch bedeut- Substantiierung
Starke Impulse auf europäischer und Bundesebene samer Räume. Die eigentliche Heraus-
forderung besteht in einer behutsamen
angewiesen“ (Mengel
Weiterentwicklung der Landschaften et al. 2010, 296)
Europäisches im Sinne einer Leitvorstellung einer
Landschaftsübereinkommen Leitbilder nachhaltigen Entwicklung.“
Europäische Strategie zur der MKRO (MKRO 2006, 24 f.)
111 untersuchte Regionalpläne
Förderung der Grünen Infrastruktur → Sachliche Engführung mit Naturschutz
Entschließung zur Kultur- oder Freiraumsicherung
Bundeskonzept landschaftsentwicklung der MKRO
→ Vorrang-/Vorbehaltsgebiete für
Grüne Infrastruktur
„Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen dem Natur(-schutz) und Landschaft(-spflege)
Bedeutsame Landschaften Erhalt regionaler Werte und neuen Nutzungs- sowie Kategorien multifunktionaler
in Deutschland
MKRO: und Gestaltungsanforderungen zu finden. Freiraumsicherung
Nutzungen im Außenbereich, wie erneuerbare → Im Zusammenhang mit Energiewende,
Orientierungs- Energien, Rohstoffabbau, Netzausbau, De- Rohstoffwirtschaft, Siedlungs- und
rahmen für die ponien sowie sonstige technische Anlagen, Infrastrukturausbau kaum präzisiert
Raumordnung sollen verträglich in die Kulturlandschaften
integriert werden.“ (MKRO 2016, 24)
→ In neueren Plänen, Fortschreibungen,
Neuaufstellungen stärker berücksichtigt
„In Landschaftsbereichen, die in großem
Umfang umgestaltet, neu genutzt oder sa-
niert werden (‚Transformationslandschaf-
ten‘), sollen Möglichkeiten zur Gestaltung
hochwertiger, neuer Kulturlandschafts-
bereiche genutzt werden. Dabei sollen
Zeugnisse der früheren Nutzung sichtbar
bleiben.“ (MKRO 2017, 2)
Auszug aus dem Regionalplan Chemnitz mit Hinweisen
zu historisch geprägten Kulturlandschaften (schraffiert)
© agl 2020 und regional bedeutsamen landschaftlichen Elementen
Quellen: Mayer/Schiller 2017 |
Schwarzer et al. 2018 | BBSR/MKRO 2016
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 7Frau Hartz griff zunächst das Vorläufer-F&E-Projekt „Kul- Siedlungsexpansion und Agrarstrukturwandel große Teile
turlandschaften gestalten“ auf und wies auf die bereits des Bundesgebietes erfasst. Zugleich machte Sie deut-
erfolgten Vorarbeiten hin, die zum Entstehen des MORO lich, dass der Umgang mit dem Thema Landschaft in der
„Regionale Landschaftsgestaltung“ geführt hatten. Sie Raumplanung einer Substantiierung bedarf. Die Modellre-
verdeutlichte, dass starke Impulse auf Bundesebene mit gionen spiegelten dabei unterschiedliche Konstellationen
der Veröffentlichung unterschiedlicher Grundlagen, Ziel- an Transformations-, Wachstums- und Schrumpfungspro-
setzungen und Konzepte (Bundeskonzept Grüne Infrastruk- zessen wider. Die Verlusterfahrungen an vertrauter Land-
tur, Bedeutsame Landschaften in Deutschland, Leitbilder schaft, die viele Bürger*innen mit dem Landschaftswandel
der MKRO, Europäische Strategie zur Förderung der Grü- erführen, würden vielfach auch mit dem Begriff „Heimat“
nen Infrastruktur) auf Europa- und Bundesebene gesetzt verknüpft, obwohl Umfragen auch andere Ergebnisse lie-
wurden, andererseits der beschleunigte Landschaftswan- ferten.
del durch unterschiedliche Treiber wie Energiewende,
Was bringt
Landschaft
auf die politische Agenda? Mecklenburgische Seenplatte
Intensivierung und Technisierung der 29.456
≥ 70 %
Anteil der Siedlungs- und
Verkehrsfläche an der Boden-
landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, Onshore-Wind- fläche in 13 Gemeinden,
Metropole Ruhr
Wiederaufbau einer postmontanen (Kultur-)
Ausbau der Windenergie energieanlagen
bis Ende 2019
56 ha
mehr Siedlungs-
darunter München, Berlin,
Herne, Elmshorn
Landschaft, Umbau des Emscher-Systems
und Verkehrsflächen
pro Tag
+ 24 %
20 %
neu zu errichtende Wohn-
und Nichtwohngebäude im
mehr Siedlungs- Juni 2020 gegenüber dem
und Verkehrsfläche Vorjahresmonat
(1992–2018) genehmigt
Regionalparks Brandenburg – Berlin
Dynamische Stadtrandlandschaften mit Logistik/Ge-
Metropolregion Rhein-Neckar werbe, Großinfrastrukturen, erneuerbaren Energien
Suburbanisierung und Infrastrukturentwicklung im
Verdichtungs- und Transitraum der Oberrheinebene
Was verstehen Sie
persönlich unter
„Heimat“? Was ver-
binden Sie persönlich
mit diesem Begriff?
7%
Landschaft,
Natur
Schwarzatal
Schrumpfungsprozesse, Zusammenbruch der
IBA Basel 2020
touristischen Nutzung, Verbrachung Offenland
Beschleunigte Urbanisierung in der
grenzüberschreitenden Agglomeration
Landschaftenmitmit
Landschaften erwartetem
erwartetem erheblichen
erheblichen Transformationsdruck
Transformationsdruck bis 2030 bis 2030
„... dass sich das Heimatgefühl u. a. an Landschaften [...]
HoherAnteil
Hoher Anteilanan Landschaften
Landschaften mit gravierendem
mit gravierendem Landschaftswandel
Landschaftswandel seit 1996 seit 1996
bindet, denen sich die Menschen verbunden fühlen und auf
Sehr hoher Anteil an Landschaften mit gravierendem Landschaftswandel seit 1996
Sehr hoher Anteil an Landschaften mit gravierendem Landschaftswandel seit 1996 © agl 2020 die sie auch stolz sind.“ (Beirat für Raumentwicklung 2019: 5)
Quellenangaben siehe gesondertes Dokument
8 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 20204 Landschaft Perspektiven auf
Mit drei Impulsvorträgen wurden unterschiedliche Pers-
pektiven auf das Thema Landschaft eröffnet:
Bedeutsame Landschaften
in Deutschland Dr. Markus Schwarzer
(Universität Kassel, Fachgebiet
Dr. Markus Schwarzer vom Fachgebiet Landschaftsent- Landschaftsentwicklung/
wicklung/Planungsrecht der Universität Kassel stellte Umwelt- und Planungsrecht,
Fachbereich Architektur Stadt-
die Ergebnisse des Gutachtens des BfN (Schwarzer et al. planung Landschaftsplanung)
2018) zu den Erbelandschaften auf Bundesebene vor. Herr
Schwarzer machte deutlich, dass Landschaft zwar einen zung zwar stark verändert wurden, aber auf großer Fläche
eigenständigen Handlungsgegenstand in Naturschutz und wieder natürliche oder naturnahe Entwicklungsprozesse
Landschaftspflege darstellt, die methodischen Grund- aufweisen. Landschaften mit besonderer Erholungsbe-
lagen und die anwendungsbezogene Umsetzung jedoch deutung wurden in bestehende Gebietskulissen einge-
nur schwach ausgeprägt sind. Gemäß §1 des Bundes- gliedert bzw. ergänzt. Die Abgrenzung der Landschaften
naturschutzgesetzes bezieht sich der Schutzauftrag zur erfolgte auf einer breiten, einheitlichen Datenbasis unter
Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Landschaft vor allem Einbeziehung regionaler Expert*innen. Anhand von Bei-
auf Naturlandschaften und historisch gewachsene Kul- spielen erläuterte Herr Schwarzer die Bewertungs- und
turlandschaften sowie den Erholungswert insbesondere Abgrenzungsmethodik. Im Ergebnis wurden 451 Bedeut-
siedlungsnaher Bereiche. Das Gutachten der Bedeutsa- same Landschaften abgegrenzt und beschrieben, die in
men Landschaften nimmt eine Aufweitung der Begriffsbe- einem Konsultationsprozess mit Vertreter*innen der Bun-
stimmungen vor. So werden die Naturlandschaften (die in desländer validiert wurden. In der weiteren Bearbeitung
Deutschland de facto kaum mehr vorhanden sind) um den ist vorgesehen, die Anwendungsbereiche wie Raum- und
Begriff der „naturnahen Kulturlandschaft ohne wesent- Landschaftsplanung sowie Denkmalpflege und Agrarpoli-
liche Prägung durch technische Infrastruktur“ erweitert. tik zu vertiefen und zu konkretisieren. Zudem wird die In-
Hinzu kommen Einzellandschaften, die durch spezifische tegration der Flächenkulisse in das Bundeskonzept Grüne
Einzelnutzungen wie den Bergbau oder militärische Nut- Infrastruktur anvisiert.
aus dem Vortrag von Dr. Schwarzer: Beispielhafte Ergebnisse, von links:
001 Nordfriesisches Wattenmeer mit Inseln und Halligen, 194 Weinbaulandschaft Saale-Unstrut, 154 Hochsauerland um Winterberg
Hochsauerland bei Neuastenberg
(Foto: Deborah Hoheisel)
Ockelützwarft auf Hallig Hooge mit Priel Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut und Loipe im NSG Hochheide
(Foto: Werner Konold) terrassierte Weinlagen (Foto: Nicole Reppin) (Foto: Markus Schwarzer) 9Landschaftsgestaltung in
(sub-)urbanen Landschaften
Prof. Ute Meyer von der Hochschule Biberach betonte, dass die suburbanen Land-
schaften in der Raumforschung schon seit längerem ein wichtiges Forschungsfeld
darstellen und international mit unterschiedlichen Begriffen belegt werden. Das
heterogene Stadt-Landschaftsgemisch findet sich vor allem in den dynamischen
Wachstumsregionen und Agglomerationen in Europa und sei in seinen Entwick-
lungsmöglichkeiten unterbewertet. In dem pragmatischen Nebeneinander unter-
schiedlicher Funktionen, Siedlungs- und Freiflächenbereiche seien vielfältige
Prof. Dipl.-Ing. Ute Meyer Synergien angelegt. Dabei sind nicht nur die Städte selbst, sondern die dazwi-
(Hochschule Biberach für Angewandte
Wissenschaft, Fakultät Architektur und
schenliegenden Infrastrukturnetze und „Peripherien“ in den Blick zu nehmen. Es
Energie-Ingenieurwesen) gelte, Gemeinsamkeiten der suburbanen Landschaft zu identifizieren und zugleich
individuelle Qualitäten anzustreben, um das Klischee der „generisch banalen Zer-
siedelung“ zu brechen. Dies könne helfen, durch ressourcenschonende punktuelle
Interventionen neue Qualitäten in diesen Räumen zu entwickeln. Dabei dienen neue
Entwicklungen – z.B. im Bereich neuer Mobilitätsachsen – als Hebel, um neue Per-
spektiven im Bereich neuer Knotenpunkte und Aktivitätszentren zu entwickeln und
eine „grünblau durchwobene Produktionslandschaft“ daran anzuknüpfen. Über das
„Spinnen“ von Netzwerken in Politik und Fachwelt besteht die Möglichkeit, neue
Ideen und Initiativen für die unaufgeräumten und mehrdeutigen urbanen Landschaf-
ten zu generieren und den Boden für eine „urbane Permakultur“ zu bereiten: „Die
einzelnen Bestandteile gedeihen gemeinsam besser als alleine, wenn der Gärtner
weiß, was er tut“.
Impressionen aus dem
Vortrag von Prof. Meyer
10 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Impressionen aus dem Vortrag von Prof. Meyer (Quellen: Region Bodensee-Oberschwaben, Wüstenrot Stiftung)
S1 S3 S4
SWUtoGo
ConfiCars Geschäftskunde
SWUtoGo
Mobilitätsplattform
Verleihsystem
ULM
Datenplattform
zukunftskommune@bw
e ADFC Stadtradeln
Stadt
Stadt äder
Stadträder Parking Day
P
VCD Verschwörhaus
Mobilitätstag e
RadSpo
RadSportShop
Scouter Plattform
S5 e e
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Stadtradeln
Stadt
Teilauto
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E-Roller e
Hochschule BC Scouter Plattform
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e Quartiersentwicklung
LIS
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e Stadtradeln
Stadt
Stadtradeln
Stadt
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Oberschwabenmobil
78 LIS Punkte
im Landkreis
e Wilhelmsdorf
Ravensburg
e
Plattform TWS
e Mittleres
Schussental
Bü
Bürgerbus
Stadtradeln
Stadt
Radvorrangroute e e
e
West Allgäu Mobil
Leutkirch
West Allgäu Mobil
Kislegg Leutkircher
Stadtradeln
Stadt Stadtradeln
Stadt Bürgerbahnhof
Parkhaus
Rad Bahnhof Bus
ADFC
Scouter Plattform e
46 LIS e VCD
e städ. Parkhaus RAVENSBURG Fahrdienst
F
Radwegenetz
e UltraschnellLIS
Autonomer
A
Stadtradeln
Stadt
ShuttleBus e
Corporate Sharing
Betriebe
e
Stadt
Stadtradeln
West Allgäu Mobil
ADFC Wangen
Bodenseemobil
Meckenbeuren
Scouter Plattform e e Gemeinschaftliches
Bodenseemobil
Überlingen e e Wohnen, LIS, Allgäu
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Stadtradeln West Allgäu Mobil
e e VeloRing FN Isny
Bodenseemobil
Meckenbeuren
e ADFC
FRIEDRICHSHAFEN
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Bürgerbus
e VCD
e e Stadt
Stadtradeln
e e Bodenseemobil
Friedrichshafen
Bodenseemobil Stadt
Stadtradeln
e-m-m-a
Immenstaad ADFC
Bodenseemobil
Lindau
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 11Landschaftsgestaltung in
(sub-)urbanen Landschaften
Lukas Schweingruber vom Landschaftsarchitekturbüro Studio Vulkan stellte in sei-
nem Impulsvortrag am Beispiel des „Butzenbühls“ am Flughafen Zürich dar, wie
ein Landschaftsrest in der fragmentierten Züricher Stadtlandschaft eine neue Qua-
lität erhalten kann. Mit dem Rückgriff auf die Alastair Bonnett entnommenen „geo-
graphy of imagination“ hat Studio Vulkan versucht, Orten wie dem „Butzenbühl“
eine neue Identität zu verleihen. Dabei werden die verbliebenen Eigenarten des
Hügels aufgegriffen und unter Bezug auf die unterschiedlichen Landschaftslayer
Lukas Schweingruber
(Studio Vulkan Landschafts-
wie Himmel oder Erde gestalterisch überhöht. Ein Landschaftsaufzug schneidet
architektur, Zürich) die Gletschermoräne an, die Aussichtsbank wird zur Himmelsplattform erweitert,
die Waldreste werden in einen Parkwald verwandelt. Kleine Interventionen laden
zum Entdecken unscheinbarer Wildnisse ein. In der Gesamtschau erzählt der ver-
gessene Hügel wieder eine Geschichte, die Menschen berühren kann.
auf der Suche nach der idealen
Landschaft im suburbanen Schweizer
Raum
ideal wäre, wenn die
ideale Landschaft
vor meiner Haustür
läge und ich nicht
zuerst 2 Stunden
Impressionen aus dem fahren müsste
Vortrag von Lukas Schweingruber
> Wie gehen wir um mit
den Resten einer
Landschaft?
12 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Landschaft in der Raumplanung
Prof. Andreas Mengel vom Fachgebiet Landschaftsent-
wicklung/Umwelt- und Planungsrecht der Universität Kas-
sel gab einen Überblick, wie das Thema Landschaft besser Prof. Dr. Dr. Andreas Mengel
(Universität Kassel, Fachgebiet
in den Steuerungsinstrumenten der Raumordnung zu ver- Landschaftsentwicklung/
ankern ist. Um den Handlungsgegenstand „Landschaft“ Umwelt- und Planungsrecht,
zu stärken, sei die Definition von Kulissen wertgebender Institut für Landschaftsarchitektur
Landschaften erforderlich. Darüber sind flächenbezogene und Landschaftsplanung,
Fachbereich Architektur Stadt-
Aussagen zu „Aufgaben“-Landschaften mit besonderem planung Landschaftsplanung
Planungs-/Entwicklungsbedarf notwendig. Am Beispiel
des Regionalen Landschaftsplans Frankfurt verdeutlichte
Prof. Mengel, wie das Schutzgut Landschaft über die re-
gionalisierte Auswahl und Definition Bedeutsamer Land-
schaften operationalisiert werden konnte.
Ebenso zeigte Prof. Mengel auf, dass die gesetzlichen
Maßgaben im Raumordnungsgesetz einer weiteren Quali-
fizierung bedürfen, da sie teilweise zu unbestimmt oder
ohne planerischen Gehalt formuliert seien. Die Festlegung
von Bedeutsamen Landschaften kann als grobe Kulisse
auf der Ebene der Landesplanung, als konkretere Kulis-
se auf der Ebene der Regionalplanung erfolgen, wo auch
Maßgaben für weitere Steuerungsinstrumente zu treffen
sind. Die Abstimmung der Landschaftskulissen mit konfli-
gierenden Belangen sollte dabei auf der Ebene der Land-
schaftsrahmenplanung erfolgen.
Für Festlegungen der Regionalplanung sollten die Gebiets-
kategorien des § 7 Abs. 3 ROG genutzt werden, insbeson-
dere Vorranggebiete (ggf. auch neue Kategorien), die mit
präzisen textlichen Festlegungen verknüpft sind. Mögliche
Ansätze zur Steuerung bodengebundener Nutzungen sei-
en eine deutlicher Adressierung an die Fachplanungen
beispielsweise durch Kompensationskonzeptionen, Agrar- Schätze der Region
förderung oder Gebietsschutz. Bedeutsame Landschaften in FrankfurtRheinMain
Hohen Steuerungsbedarf sieht Prof. Mengel auch bei den
„Aufgaben“-Landschaften (z.B. Landschaften mit beson-
derem Aufwertungsbedarf, Alltagslandschaften, (sub-)
urbane Landschaften). Dabei legten die vielfältigen inhalt-
lichen Regelungs- und Entwicklungsbedarfe die Erweite-
rung des §7 Abs. 3 ROG um neue Kategorien nahe.
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 135Kernergebnisse des MORO Regionale Landschaftsgestaltung
Landschaftstypologien
Die von der Begleitforschung erstellte Karte der Land- Landschaftseinteilung nach Gharadjedaghi et al. (2004,
schaftstypologien in Deutschland basiert auf der Karte aktualisiert vom BfN 2012), Corine-Daten sowie Luftbild-
der Kulturlandschaftsdominanzen (BfN/BBSR 2014a), die kontrollen überprüft und teilweise neu gefasst.
mit neueren Daten aktualisiert und in ihren Typologien
Über die Landschaftstypologie sollen die Aufgaben-
verändert wurde. So erfolgte keine Darstellung von Photo-
schwerpunkte für die Landschaftsgestaltung verortet
voltaik- oder Biomassegeprägten Landschaften (da eine
werden. Der aus gutachterlicher Sicht erforderliche Hand-
solche dominante Prägung u.E. bisher allenfalls rechne-
lungs- und Gestaltungsbedarf in den jeweiligen Land-
risch besteht). Die windenergiegeprägten Landschaften
schaftstypen wurde anhand von Reglern dargestellt, auf
wurden neu abgegrenzt und entsprechend ihrer Lage im
denen die Handlungsansätze „Landschaftswandel gestal-
Flachland, Hügelland oder Mittelgebirge unterschied-
ten“, „Labile Nutzungen unterstützen“ und „Erbequalitä-
lich (als Schraffur) in ihrer Dominanz gewichtet. Auch
ten schützen“ in ihrer Dringlichkeit und Relevanz gutach-
die Infrastrukturlandschaften wurden als Schraffur mit
terlich eingeschätzt wurden.
anderen Landschaftstypen überlagert. Die Abgrenzung
der nutzungsbezogenen Landschaften wurde anhand der
Landschaftstypologien Landschaftswandel gestalten
0
Labile Nutzungen unterstützen
10 20 30 40 50 60
Erbequalitäten schützen
70 80 90 100%
Küsten- und Gewässerlandschaften
Küstenlandschaften
Auenlandschaften
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Naturnahe Seenlandschaften
Bergbaufolge-Seenlandschaften
Wald- und alpine Landschaften
Waldlandschaften
Alpine Wald-, Weide- und Felslandschaften
Halboffenlandschaften
Waldreiche Agrarlandschaften
Strukturreiche Agrarlandschaften
Weinbaulandschaften
Obstbaulandschaften
Hopfenlandschaften
Offenlandschaften
Grünlanddominierte Offenlandschaften
Ackerdominierte Offenlandschaften
Siedlungs- und Infrastrukturlandschaften
Urbane Landschaften
Suburbane Landschaften
Infrastrukturlandschaften
Windenergielandschaften
(Tiefland/Hügelland/Mittelgebirge)
© agl 2020
Datengrundlagen: BFN/BBSR 2014a |
Schwarzer et al. 2018 | Gharadjedaghi et Bergbaulandschaften
al. 2004, aktualisiert BfN 2012 | BfN 2017
14 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Natur- und Kulturerbelandschaften
Die Natur- und Kulturerbelandschaften sind dem Gutach- die Festlegung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten „Er-
ten „Bedeutsame Landschaften in Deutschland“ (Schwar- belandschaft“ oder freiraumbezogenen Vorrang- und Vor-
zer et al. 2018) entnommen. Zur besseren Anschaulichkeit behaltsgebieten darstellen. Die Regionalplanung sollte
wurden die 451 Landschaften von agl typisiert und charak- diesem Belang steuerungstechnisch mit der Formulierung
teristische Ausprägungen benannt. von Zielen und Grundsätzen angemessen Gewicht ver-
Das Gutachten schlägt mehrere Verwendungsoptionen schaffen. Die Gebiete sollten bereits auf Landesebene in
für die Landschafts(rahmen)planung vor, die insbesondere einer Plankarte verankert werden.
die Konkretisierung der Flächenkulissen, die Nutzung bei Mit diesen Forderungen ist der klare Auftrag zur Substan-
der Landschaftsbewertung und die planerische Sicherung tiierung des Schutzguts Landschaft in der Landschafts-
und Weiterentwicklung umfassen. In der Raumordnung und Regionalplanung verbunden.
sollen die Erbelandschaften eine fachliche Grundlage für
Schwerpunktthemen
und-aufgaben Natur- und Kulturerbelandschaften
Landschafts(rahmen)planung Küstenlandschaften
Naturnahe Küsten und Inseln mit Watt, Dünen,
Salzwiesen, Marschen, Steilküsten
→ „Bedeutsame Landschaften“ als bundesweite
Referenz für das Schutzgut Landschaft Moränenlandschaften
→ Landschaftsprogramme und -rahmenpläne Seenreiche, grünlandgeprägte und strukturreiche
Hamburg wellige Offenlandschaften glazialer Überprägung
sollen die Ergebnisse aufgreifen und konkretisieren
→ Flächenkulisse bildet wesentliche Grundlage Fluss- und Tallandschaften
Naturnahe und. kulturgeprägte Fluss- und
für die Landschafts(rahmen)planung bei der Bremen Tallandschaften mit Überflutungsauen
...Erfassung und Bewertung von Landschaften
Berlin Niederungslandschaften
...Sicherung der aktuellen Qualität und Eigenarten Grünland-, Moor-, Geest- und Waldlandschaften
...Weiterentwicklung der wertgebenden Merkmale Hannover
Landschaften des Hügel- und Berglandes
→ Bisherige Fokussierung (historische Kulturland- Waldlandschaften, halboffene Landschaften
schaften, Erholung) auf das natürliche und und strukturreiche Offenlandschaften
kulturelle Erbe von Landschaften ausweiten
Dortmund Leipzig Mittelgebirgslandschaften
Essen Wald- oder grünlandgeprägte,
Düsseldorf Dresden
Raumordnung halboffene oder strukturreiche Landschaften
Köln (Vor-)Alpine Landschaften
→ „Bedeutsame Landschaften in Deutschland“ struktur-, moor- und seenreiche Landschaften
bilden eine fachliche Grundlage für des Alpenvorlands sowie alpine Weide-,
...einen ROP auf Bundesebene (§ 17 (3) ROG), v.a. aber Wald- und Felslandschaften
Frankfurt am Main
für landesweite Raumordnungs- und Regionalpläne Historisch geprägte Agrarlandschaften
...die Festlegung freiraumbezogener Vorrang- bzw. Agrarlandschaften hoher Nutzungskonstanz mit
Vorbehaltsgebiete Nürnberg historischen Nutzungs-, Flur- und Siedlungsformen
...die Ermittlung potenzieller Konflikte mit raum- Landschaften spezifischer Nutzungsformen
beanspruchenden Vorhaben Weinbaulandschaften, Obstbaulandschaften, Teichland-
→ Die Ergebnisse sprechen für eigene Kategorien Stuttgart schaften, Heidelandschaften, Parklandschaften
„Vorrang-/Vorbehaltsgebiet Erbelandschaft“ Abbau- und Bergbaufolgelandschaften
→ „Erbelandschaften“ sollten aufgrund ihrer Bedeutung teilweise seenreiche [Rekultivierungs-]Landschaften
auf Landesebene in einer Plankarte verankert werden München mit stark anthropogen geprägtem Relief und vom
Abbau geprägten Siedlungs- und Nutzungsstrukturen
→ Die Regionalplanung sollte diesen Belang konzeptionell
und steuerungstechnisch angemessen behandeln © agl 2020
Quelle: Schwarzer et al. 2018
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 15Blau-grüne Infrastruktur
Eine weitere Schwerpunktaufgabe der Landschaftsge- Auenkomplexe hervorzuheben, die einen landschaftlich
staltung wird über das von europäischer Ebene initiierte relevanten Entwicklungsschwerpunkt der blau-grünen
Konzept der blau-grünen Infrastruktur als strategisches Infrastruktur bilden können. Auf regionaler Ebene kann
Netz natürlicher und naturnaher Flächen umrissen, das auf am Beispiel der Emscherrenaturierung illustriert werden,
unterschiedlichen räumlichen Ebenen durchdekliniert wer- wie die Renaturierung eines Fließgewässers mit der mul-
den kann. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Handlungs- tifunktionalen Entwicklung der angrenzenden Auen- und
bedarfe z.B. aus WRRL, HWRML, Biodiversitätsstrategien Freiflächen für die Biodiversität, Retention, Ästhetik und
und Kompensationskonzepten zu bündeln und aufeinander Nutzbarkeit der Flächen verknüpft werden können.
abzustimmen. Auf Bundesebene hat das Bundeskonzept
Auf der Ebene der urbanen blau-grünen Infrastruktur ver-
Grüne Infrastruktur (BfN 2017) einen ersten Rahmen ge-
anschaulicht das Beispiel der Agglomeration Basel den
setzt, in den die Bedeutsamen Landschaften (Schwarzer
Aufbau neuer Freiraum- und Aufenthaltsqualitäten ent-
et al. 2018) noch zu integrieren sind. Neben den eher
lang des Rheins, auf städtischen Freiflächen und an den
der Sicherung der Biodiversität dienenden Flächen- und
Stadträndern.
Korridoransätzen sind hier insbesondere die Moor- und
Schwerpunktthemen Blau-Grüne Infrastruktur
und-aufgaben
Metropole Ruhr
Bundeskonzept Grüne Infrastruktur
Urban Regional
Bundesweit
IBA Basel 2020
EuroAirport
Regiobogen Ouest
Habiter au bord du parc
Trame verte
Tram 3
Contournement
La porte verte de
© agl 2020
l’Agglomération
Quellen: Mayer/Schiller 2017 |
Emschergenossenschaft | IBA Basel 2020
Zubringer Allschwil
Zone d‘activités
Entwicklungsgebiet
Bachgraben
16 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Agrarlandschaften
Mit einem Flächenanteil von 51% ist die Landwirtschaft men stadtnaher Landwirtschaft und multifunktionale Nut-
der zentrale Partner der Raumordnung bei der Land- zungsformen stellen hier die Herausforderungen dar. Die
schaftsgestaltung auf unterschiedlichen Ebenen. In den Metropolregion Rhein-Neckar zeigt beispielhaft die Viel-
Modellregionen ist eine weite Palette landwirtschaft- falt landwirtschaftlicher Betriebs- und Nutzungsformen in
licher Ausprägungen und Trends vertreten und entspre- einer Region. Für weltweit agierende Gemüsebaubetriebe
chend in den Zielen und Leitbildern eingebunden worden. über Sonderkulturen und Weinbau bis hin zur extensiven
Die Mecklenburgische Seenplatte ist mit großschlägiger Grünlandnutzung der Mittelgebirge müssen differenzierte
Landwirtschaft, Bodenspekulation und Entfremdung der Konzepte zur Erreichung der spezifischen Ziele der Land-
Landbevölkerung von der Landnutzung konfrontiert. Die schaftsentwicklung gefunden werden. Die überwiegend
Entwicklung von Landschaftsqualitäten, die Sicherung der großschlägige Landwirtschaft im Umfeld Berlins ist von
Naturgüter und Verbesserung der Teilhabe und Zugäng- Flächenverlusten, Zerschneidung und Ansiedlung von
lichkeit für die Bevölkerung können zur Landschaftsge- Großinfrastrukturen betroffen. Neben der Flächensiche-
staltung beitragen. Im Schwarzatal dagegen arbeitet die rung stehen die landschaftliche Qualifizierung und die Ent-
Landwirtschaft in benachteiligten Lagen an der Grenze der wicklung multifunktionaler Nutzungszusammenhänge im
Rentabilität, hat aber trotz geringer Flächenanteile hohen Vordergrund. Ein Schwerpunkt der Landbewirtschaftung
Einfluss auf das vielfältige Landschaftsbild. Die Aufgabe im metropolitanen Kontext der Agglomeration Basel ist
besteht hier darin, die labilen Nutzungszusammenhänge zu dagegen das urbane Gärtnern, das sich in vielen Ausprä-
stabilisieren bzw. neue Partnerschaften zu unterstützen. In gungen auch in anderen Verdichtungsräumen als Freiflä-
der Metropole Ruhr arbeitet die urbane Landwirtschaft in chengestalter urbaner Landschaften organisiert. Hier sind
enger Verflechtung mit den Siedlungsbereichen unter ho- entsprechende Freiflächen zur Verfügung zu stellen bzw.
hem Flächendruck und multifunktionalen Anforderungen zu sichern.
an die Wirtschaftsflächen. Flächensicherung, neue For-
Schwerpunktthemen 51 %
und-aufgaben Agrarlandschaften Anteil Landwirt-
schaftsfläche in
Deutschland
Mecklenburgische Seenplatte Metropolregion Rhein-Neckar Regionalparks Brandenburg – Berlin
Intensive großschlägige Landwirtschaft Vielfältige Landwirtschaft in der Metropolregion Suburbane Landwirtschaft im metropolitanen Einzugsbereich
Intensivierung, Spezialisierung, Technisierung, Großinvestoren, Hohe Vielfalt von spezialisierter, auf dem Weltmarkt agierender Land- Großschlägige Landwirtschaft, Flächenverluste und Fragmentierung,
Bodenspekulation, Entfremdung der Landbevölkerung | Aufgaben: wirtschaft mit Sonder-/Folienkulturen bis zu extensiver Landwirtschaft Ansiedlung von Großinfrastrukturen, Ausdehnung erneuerbarer Ener-
Diversifizierung, Sicherung der Naturgüter, Entwicklung von Land- der Mittelgebirge | Aufgaben: Flächensicherung, differenzierte gien, multifunktionale Anforderungen | Aufgaben: Flächensicherung,
schaftsqualitäten, Zugänglichkeit, Teilhabe der Bevölkerung Konzepte für unterschiedliche Teilräume und Dynamiken in Verbin- Stärkung der Bezüge zur Stadtbevölkerung, landschaftliche Qualifizie-
dung mit spezifischen Qualitäten/Zielen der Landschaftsentwicklung rung, Orientierung und Zugänglichkeit v.a. am Siedlungsrand
Metropole Ruhr Schwarzatal Agglomeration Basel-Lörrach
Urbane Landwirtschaft in der Altindustrieregion Labile Landwirtschaft waldreicher Mittelgebirge Urbanes Gärtnern im metropolitanen Kontext
Enge Verflechtung von Siedlungsstruktur und Landwirtschaft, Brach- Bewirtschaftung an der Rentabilitätsgrenze, hoher Fördermittelein- Nahrungsmittelproduktion und Gärtnern im urbanen Kontext, Pro-
flächen, multifunktionale Anforderungen, Flächenkonkurrenzen | satz und bürokratische Förderstrukturen, Rückzug aus benachteilig- duktion für den Eigenbedarf, Gemeinschaftsgärten, Kleintierhaltung,
Aufgaben: Flächensicherung, Direktvermarktung, soziale/solidari- ten Lagen, demografischer Wandel, fehlende Hofnachfolgen | Auf- solidarische Landwirtschaft, Flächenkonkurrenzen, Vielfalt an Initia-
sche Landwirtschaft, Koproduktion von Landschaft durch neue Nut- gaben: neue Bewirtschaftungs- und regionale Vermarktungsmodelle, tiven und Akteuren | Aufgaben: (temporäre) Flächenbereitstellung,
zungsformen v.a. auf Brachen, Multifunktionalität, Zugänglichkeit neue Partnerschaften, Landschaftspflegebetriebe und Offenhaltung Unterstützung und Verstetigung der Nutzung, Zugänglichkeit
Ackerland | Weitere landwirtschaftliche Nutzungen | Sonstige Flächennutzungen © agl 2020
Quellenangaben siehe gesondertes Dokument
Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020 17(Sub-)urbane Landschaften
Für die (sub-)urbanen Landschaften mit ihren isolierten die Landschaftserzählung die Teilräume zusammenbinden
Landschaftsfragmenten und funktionalisierten Siedlungs- und in einen gemeinsamen Kontext stellten.
flächen wurden anhand der Ergebnisse des Modellvorha-
Die Landschaftsreste zwischen den Infrastrukturtrassen
bens exemplarisch drei Gestaltungsansätze vorgestellt:
und Siedlungsachsen bilden – wie im Südrand der Me-
• Die Entwicklung eines Narrativs, also einer überge- tropole Berlin – die offenen Felder der Stadtlandschaft.
ordneten Landschaftserzählung, die die heutige Land- Der Gestaltungsansatz besteht darin, die einzelnen Felder
schaft lesbar macht und Perspektiven visualisiert. in ihrer jeweiligen Eigenart zu stärken und individuelle
• Die Qualifizierung der offenen Felder der Stadtland- Entwicklungs- und Gestaltungsschwerpunkte zu setzen.
schaft, die als Teile des fragmentierten Stadtland- Damit können unterschiedliche Landschaftsfragmente
schaftsmosaiks profiliert und vernetzt werden müssen. wie Waldflächen, Rieselfelder oder Energielandschaften
spezifisch entwickelt und – soweit möglich – miteinander
• Die Gestalt(qualität) als Rahmen für Interventionen und vernetzt werden. Damit wird auch die Identifikation mit
punktuelle Inszenierungen, die über ihren Wiedererken- dem Landschaftsbild einzelner Felder wie auch der über-
nungswert die Landschaftsfragmente verknüpfen und greifenden (sub-)urbanen Landschaft erleichtert.
erlebbare Qualitäten im öffentlichen Freiraum schaffen.
Um mit oft punktuellen Interventionen und Gestaltungen
Die Landschaftserzählung der Metropolregion Rhein-Ne- qualitative Standards zu setzen, Choreografien aufzu-
ckar dient dazu, den oft schwer lesbaren (sub-)urbanen bauen und einen Wiederkennungseffekt zu generieren,
Räumen einen neuen Rahmen zu geben, Entwicklungs- können Gestaltungshandbücher/-satzungen als Rahmen-
trends darzulegen und daraus zu bewahrende Elemente, setzung entwickelt werden. Über wiedererkennbare Ge-
aber auch Gestaltungsaufgaben abzuleiten. Daraus er- staltungsmerkmale, Materialien und Dimensionen können
geben sich zudem strategische Schwerpunkte für den Landschaftsmerkmale aufgegriffen und über wiederkeh-
weiteren Beteiligungs- und Entwicklungsprozess sowie rende Motive die Landschaftsfragmente der Stadtland-
Grundlagen für die räumlichen Leitbilder und Aufgaben schaft verknüpft werden.
der Landschaftsgestaltung. Im regionalen Umgriff kann
Schwerpunktthemen (Sub-)urbane Landschaften
und-aufgaben
Das Narrativ – die große Die offenen Felder – die Mosaike Die Gestalt – den Rahmen für
Landschaftserzählung visualisieren der Stadtlandschaften profilieren Landschaftsqualitäten setzen
Regionalparks Brandenburg – Berlin
Metropolregion Rhein-Neckar IBA Basel 2020: Rheinliebe – Gestaltungshandbuch
Pfälzerwald Weinstraße Rheinniederung Bergstraße Odenwald
die prächtigen 10
NATURVERSPRECHEN
linksrheinische rechtsrheinische Kraichgau Neckartal Bauland
Rheinebene Rheinebene MENSCH
TECHNIK
„Felder“ für die regionale Landschaftsgestaltung
Feldtyp 1: Stadtkante Feldtyp 3: Landwirtschaft, feucht
Feldtyp 4: Wasser Feldtyp 6: Wald
© agl 2020
Quellenangaben siehe gesondertes Dokument Feldtyp 7: Erneuerbare Energien Feldtyp 8: Flughafen
18 Ergebnistagung MORO „Regionale Landschaftsgestaltung“ | Dokumentation, November 2020Sie können auch lesen