MASTERPLAN RADFAHREN 2015-2025 - MINISTERIUM FÜR EIN LEBENSWERTES ÖSTERREICH - BMNT
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
MINISTERIUM
FÜR EIN
LEBENSWERTES
ÖSTERREICH
bmlfuw.gv.at
klimaaktivmobil.at
MASTERPLAN
RADFAHREN
2015–2025
--- 1 ---MASTERPLAN
RADFAHREN 2015–2025
Das BMLFUW dankt allen PartnerInnen und beteiligten AkteurInnen
für ihre Beiträge zum Masterplan Radfahren 2015-2025
IMPRESSUM Projektleitung
Die BUNDESMINISTERIUM
Medieninhaber und Herausgeber FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT,
Die BUNDESMINISTERIUM UMWELT UND WASSERWIRTSCHAFT
FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT, Abt. I/5 Mobilität, Verkehr, Lärm
UMWELT UND WASSERWIRTSCHAFT DI Robert Thaler, DI Martin Eder
Stubenring 1, 1010 Wien
bmlfuw.gv.at
Text und Redaktion:
Ing. Holger Heinfellner BSc, DI Nikolaus Ibesich,
DI Agnes Kurzweil (Umweltbundesamt)
Bildnachweis Portraitfotos: jeweilige Landes- oder Gemeindeämter
Gestaltung und Produktion Cover: Grayling Austria Gmbh
Satz: Manuela Kaitna (Umweltbundesamt)
1. Auflage
Druck
Zentrale Kopierstelle des BMLFUW, UW-Nr. 907.
Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ Internet
des Österreichischen Umweltzeichens. bmlfuw.gv.at
klimaaktivmobil.at/radfahren
Wien, Mai 2015
Alle Informationen finden Sie unter:
Alle Rechte vorbehalten. klimaaktivmobil.at/radfahren
--- 2 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
VORWORT
MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
VORWORT
MOBILITÄTSWENDE DURCH Als Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Um-
MEHR RADVERKEHR welt und Wasserwirtschaft ist es mein Ziel, dass Öster-
Der Verkehr ist eine der größten Herausforderungen für reich in der Umwelt- und Klimapolitik in Europa wieder
die Klima- und Energiepolitik in Österreich und in Europa. den Ton angibt. Österreichs Radverkehrsförderung gilt
In Österreich verursacht er ein Drittel der Treibhausgas- international als Vorbild, und auf Initiative Österreichs
emissionen und ist zu 93 Prozent von Erdöl abhängig. und Frankreichs wird an der Entwicklung eines Pan-Eu-
Die Erdölimporte für den Verkehr kosten uns jedes Jahr ropäischen Masterplan Radfahren gearbeitet. Denn Rad-
6 Milliarden Euro – Geld das besser in umweltfreundliche fahren ist ein wichtiger Baustein für das europäische Ziel
Mobilität investiert werden sollte. Darum brauchen wir einer CO2-arme Wirtschaft bis 2050.
für ein lebenswertes Österreich nicht nur eine Energie-
wende. sondern auch eine Mobilitätswende. Dabei spielt Ich lade alle ein, gemeinsam die aktive Umsetzung des
der Radverkehr eine wichtige Rolle. Masterplan Radfahren voranzutreiben. Die bewusste
Entscheidung für umwelt- und klimafreundliche Mobili-
Mit dem Masterplan Radfahren 2015-2025 führen wir die tät ist ein wichtiger Beitrag für eine lebenswerte Zukunft
erfolgreiche Radverkehrsförderung in Österreich fort. in Österreich.
Ziel ist es, mit einer noch breiteren Umsetzung des Mas-
terplan Radfahrens und neuen Impulsen den Radver-
kehrsanteil bis 2025 auf 13 Prozent zu steigern. Neben
fahrradfreundlichen Rahmenbedingungen braucht es
dafür auch ausreichende Zukunftsinvestitionen in quali-
tative Radinfrastruktur und Bewusstseinsbildung für das
Radfahren im Alltag.
Ihr Andrä Rupprechter
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
--- 3 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
INHALT
3 VORWORT
5 ZUSAMMENFASSUNG
6 UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE UND ERFOLGE
10 Länder und Gemeinden
20 Umsetzungsmassnahmen im Detail
27 ENTWICKLUNGEN IN EUROPA
31 MASSNAHMEN
44 WIRKUNG (WIRTSCHAFT, GESUNDHEIT, KLIMASCHUTZ)
46 LITERATUR UND QUELLEN
47 KONTAKTE
--- 4 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
ZUSAMMENFASSUNG
ZUSAMMENFASSUNG
MIT DEM MASTERPLAN RADFAH- --- klimaaktiv mobil Radverkehrsoffensive:
REN 2006 UND DEM DARAUFFOLGENDEN Die erfolgreiche bundesweite Radverkehrskoordi-
UMSETZUNGSSCHWERPUNKT RADVER- nation sichert die Beratung, Förderung und Bewusst-
KEHR IN DEN KLIMAAKTIV MOBIL-PRO- seinsbildung im Radverkehr auf allen Ebenen und
GRAMMEN setzte das Bundesministerium für Land- initiiert eine Investitionsoffensive über klimaaktiv
und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mobil zur Förderung des Radverkehrs.
(BMLFUW) den Startschuss für eine neue Radverkehrs- --- Radfahrfreundliche Rahmenbedingungen:
förderoffensive in Österreich. Im Jahr 2011 wurden die Radfahrfreundliche Siedlungsstrukturen, der Aus-
Maßnahmen evaluiert und neue Schwerpunkte für die bau der Infrastruktur, radfahrfreundliche gesetzliche
Umsetzung 2011 bis 2015 gesetzt. Neben der klimaaktiv Rahmenbedingungen sowie ein Pan-Europäischer
mobil Radverkehrsoffensive wurde auch der Radverkehr Masterplan Radfahren im Rahmen der UNECE/
als Wirtschaftsfaktor und Gesundheitsfaktor stärker in WHO Pane-Europäischen Programms Verkehr,
den Mittelpunkt gestellt, sowie Schwerpunkte bei der Gesundheit, Umwelt fördern den Radverkehr.
Förderung von Elektrofahrrädern sowie der Verknüpfung --- Informationssysteme
des Radverkehrs mit dem Öffentlichen Verkehr gelegt. und Bewusstseinsbildung:
Zur nachhaltigen Förderung des Radverkehrs ist die
Der Radverkehrsanteil ist in Österreich von 2006 bis Hebung des Stellenwerts des Alltagsverkehrsmittels
2010 von 5 % auf 7 % gestiegen. Für das Jahr 2015 wurde Fahrrad notwendig. Imagekampagnen, Radfahrtrai-
ein Radverkehrsanteil von 10 % als Ziel gesteckt. nings und Radverkehrsverträglichkeitsprüfungen
Die Ergebnisse der bundesweiten Haushaltsbefragung sollen dazu beitragen.
zur Mobilität „Österreich unterwegs“ werden im Laufe --- Optimierung der Verknüpfung
des Jahres 2015 veröffentlicht. mit anderen Verkehrsmitteln:
Die Kombination des Fahrrads mit anderen Verkehs-
Dokumentierte Steigerungen des Radverkehrsanteils mitteln, insbesondere jenen des Umweltverbundes
auf lokaler Ebene zeigen jedoch bereits jetzt, dass die (Zu-Fuß-Gehen und ÖV) ist ein wichtiges Funda-
bisherigen Zielrichtungen der Radverkehrsförderung in ment für die klimafreundliche Mobilität.
Österreich richtig gesetzt wurden und das neue Ziel, den --- Wirtschaftsfaktor Radfahren:
Radverkehrsanteil bis 2025 auf 13 % zu erhöhen, bei Der steigenden wirtschaftlichen Bedeutung des
konsequenter Umsetzung erreichbar ist. Radfahrens wird mit der Entwicklung und Vermark-
tung hochwertiger Produkte und Dienstleitungen
Trotz der Erfolge in der Radverkehrsförderung der ver- aus Österreich Rechnung getragen.
gangenen Jahre, lässt sich noch ausreichend Potenzial zur --- Radfahren als Gesundheitsförderung:
Weiterentwicklung erkennen, weshalb Maßnahmen so- Um den volkswirtschaftlichen Gesundheitsnutzen
wohl neu entwickelt, als auch aus dem Umsetzungszeit- durch Radfahren zu maximieren, soll die Steigerung
raum 2011–2015 übernommen und an aktuelle Heraus- des Radverkehrsanteils als Maßnahme der Gesund-
forderungen angepasst wurden. Folgende Schwerpunkte heitsförderung verstärkt im Gesundheitsbereich
wurden für den Umsetzungszeitraum 2015–2025 gesetzt: kommuniziert und verankert werden.
Diesen sechs Schwerpunkten wurden 24 Maßnahmen
zugeordnet.
--- 5 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE UND ERFOLGE
UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE
UND ERFOLGE
AKTIVITÄTEN DES BMLFUW Entwicklung und Umsetzung der Radverkehrsförderung
Mit dem klimaaktiv mobil Programm setzt das Bundes- unterstützt:
ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und --- Mobilitätsmanagement für Betriebe,
Wasserwirtschaft (BMLFUW) wichtige Impulse zur Bauträger und Flottenbetreiber
Förderung umweltfreundlicher Mobilität und leistet we- --- Mobilitätsmanagement für Kinder,
sentliche Beiträge zu den Umweltzielen und gesetzlichen Eltern und Schulen
Verpflichtungen in Österreich und der EU. --- Mobilitätsmanagement für Städte,
Gemeinden und Regionen
Das klimaaktiv mobil Programm ist eingebettet in die --- Mobilitätsmanagement für Tourismus,
Klimaschutzinitiative klimaaktiv des BMLFUW und Freizeit und Jugend
unterstützt Betriebe, Flottenbetreiber und Bauträger,
Städte, Gemeinden und Regionen sowie Tourismusak- Von den in ganz Österreich verteilten Projekten wiesen
teure, ebenso wie Schulen und Jugendinitiativen bei der bis Mai 2015 rund 2.000 einen expliziten Radverkehrsbe-
Entwicklung und Umsetzung von Mobilitätsprojekten zug auf. Bei Umsetzung dieser Initiativen wird eine jähr-
zur Reduktion der CO2-Emissionen. liche CO2-Einsparung von ca. 87.000 Tonnen erreicht.
Die klimaaktiv mobil Investitionsförderung für alterna- Detailinformationen zu den Projekten finden sich
tive Fahrzeuge und Elektromobilität, Radverkehrsausbau unter klimaaktivmobil.at/maps.
und Mobilitätsmanagement ist ein wichtiger Beitrag zum Mit diesen konkreten Projekten, die mit Unterstützung
Klimaschutzgesetz und Bundes-Energieeffizienzgesetz des klimaaktiv mobil Programms im Zusammenwirken
und setzt wichtige Wirtschaftsimpulse. Damit trägt klima- mit dem Klima- und Energiefonds aus den Mitteln des
aktiv mobil auch zur Arbeitsplatzsicherung und Schaf- BMLFUW umgesetzt werden, konnte ein signifikanter
fung von „green jobs“ bei. Impuls zur Radverkehrsförderung und damit zur Steige-
rung des Images des Radfahrens in Österreich erreicht
Mit klimaaktiv mobil wird unsere Umwelt geschützt, werden.
dem Klimawandel entgegengewirkt und die Lebens-
qualität unserer Bürgerinnen und Bürger verbessert. Durch den Radförderschwerpunkt im klimaaktiv mobil
Gleichzeitig bieten sich neue Chancen für Wirtschaft Programm konnten mit Unterstützung des Klima- und
und Unternehmen, Städte und Gemeinden. Energiefonds aus den Mitteln des BMLFUW 152 Radver-
kehrsprojekte von Bundesländern, Gemeinden, Betrieben
Mit der Fortsetzung der Radverkehrsförderung leistet und Vereinen mit 34,7 Mio. Euro gefördert werden.
klimaaktiv mobil einen zentralen Beitrag zur Umsetzung Diese Förderungen lösten insgesamt Investitionen von
des Masterplans Radfahren und zur Erhöhung des Rad- 210 Mio. Euro aus und führten zu einer CO2-Reduktion
verkehrsanteils in Österreich. Besonders hervorzuheben von 19.000 Tonnen pro Jahr.
ist dabei die enge Kooperation und Abstimmung zwischen
dem BMLFUW und den Bundesländern zum Ausbau Im Jahr 2014 wurden 22 Projekte mit rd. 5,8 Mio. Euro
der Radinfrastruktur in den Ländern. gefördert und lösten damit Investitionen von rd. 27,5 Mio.
Euro aus. Dies führte zu einer CO2-Reduktion von rd.
In den vier Beratungs- und Förderprogrammen werden 4.600 Tonnen pro Jahr und – bezogen auf die technische
Länder, Städte und Gemeinden, Betriebe, Tourismusver- Nutzungsdauer – zu einer CO2-Reduktion von rd.
bände sowie Schulen und Jugendorganisationen bei der 138.000 Tonnen.
--- 6 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE UND ERFOLGE
klimaaktiv mobil Radverkehrsförderung
klimaaktiv mobil Förderungen für den Radverkehr und dadurch ausgelöste
Investitionen 2007-2014 (in Mio. Euro gerundet)
Burgenland 0,2 1,4 klimaaktiv mobil
Förderung
Kärnten 0,8 10,5
Investitionsvolumen
Niederösterreich 2,6 19,0
Oberösterreich 5,7 45,5
Salzburg 3,3 25,0
Steiermark 4,6 24,6
Tirol 2,7 16,2
Vorarlberg 4,0 19,6
Wien 11,0 48,3
- 20 40 60 80
Quelle: BMLFUW 2015
Die Bandbreite der Maßnahmen in den klimaaktiv Kampagnen, Fachveranstaltungen und Informations-
mobil Radprojekten reicht von umfangreichen mehr- plattformen beinhalten – bis zu Maßnahmen von Ge-
jährigen Ausbauprogrammen für den Radverkehr von meinden, wie die Errichtung von Radabstellanlagen
Bundesländern – die neben Infrastrukturausbau auch und Radstreifen
bewusstseinsbildende Maßnahmen wie Aktionen,
CO2-Reduktion
Anzahl der klimaaktivmobil – Radprojekte durch klimaaktivmobil – Radprojekte
nach Bundesland in Tonnen/Jahr je Bundesland
Bgld Bgld
99 K 474
W 85 W K
245 11.999 9.645
NÖ
335
V
V NÖ
199
10.375 15.556
T
T 4.699
207
OÖ OÖ
349 7.875
Stmk Stmk
230 17.390 S
S 8.834
237
2014 wurden 48.000 E-Bikes verkauft. Dies entspricht tiv mobil einen wichtigen Beitrag zum E-Bike-Boom
einem Marktanteil von rd. 12 %. Mit der Elektrofahrrad- und zur erfolgreichen Markteinführung in Österreich.
förderung für Betriebe und Gemeinden leistete klimaak-
--- 7 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE UND ERFOLGE
AKTIVITÄTEN DES BMVIT
Der nichtmotorisierte Verkehr einschließlich des Radverkehrs
wird als tragende Säule der Gesamtverkehrspolitik des Bundes-
ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
gesehen. Der Gesamtverkehrsplan für Österreich (BMVIT 2012a)
baut auf die Grundprinzipien sozial, sicher, umweltfreundlich und
effizient auf und setzt damit auf die gezielte und intelligente Ver-
knüpfung von Verkehrsmitteln. Der Radverkehr ist ein bedeutsa-
mer Bestandteil eines vernetzten multimodalen Verkehrssystems.
Deshalb wird ihm besonderes Augenmerk geschenkt.
Auch innerhalb des Bundes hat das BMVIT eine führende Rolle
eingenommen und dafür gesorgt, Widerstände zu überwinden
und Barrieren abzubauen, um wesentliche Verbesserungen der
Bedingungen für das Radfahren zu erreichen, illustriert unter
anderem durch folgende Umsetzungsbeispiele:
--- Das Ministerium hat 2009 mit dem Unterausschuss Radver-
kehr des Verkehrssicherheitsbeirates (gem. §23 Abs.6 UUG)
ein eigenes Expertengremium eingerichtet, das sich seitdem
mit radverkehrsrelevanten Fragestellungen mit Schwerpunkt
auf Verkehrssicherheit beschäftigt und damit maßgeblich auf
die sichere und positive Entwicklung des Radverkehrs auf
gesamtösterreichischer Ebene hinwirkt.
Der Beirat hat die Gestaltung des Verkehrssicherheits
programms 2011-2020 maßgeblich mitbeeinflusst und zur
Initiierung weiterer radverkehrsrelevanter Aktivitäten des
BMVIT beigetragen.
--- Mit dem StVO-Fahrradpaket 2013 wurde den Kommunen
die Möglichkeit gegeben, flexibel und bedarfsgerecht auf die
Bedürfnisse der RadfahrerInnen einzugehen. Seither können
Städte und Gemeinden Begegnungszonen und eigene Fahrrad-
straßen einrichten, dazu kommt die flexiblere Handhabe der
Benützungspflicht von Radwegen. Ein wesentlicher Schritt
für mehr Fahrradsicherheit ist auch die seit vier Jahren gültige
Radhelmpflicht für Kinder bis zwölf Jahren und das eingeführte
Rücksichtnahmegebot. Gegenwärtig sind weitere „Fahrrad-
pakete“ in Vorbereitung bzw. Diskussion.
--- Auch die Fahrradverordnung wurde 2013 unter Beiziehung
des Unterausschusses Radverkehr aktualisiert und an den
technischen Fortschritt angepasst.
--- Das Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020 wurde vom
BMVIT im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungspro-
zesses entwickelt und wird aktuell evaluiert. Das Programm
legt die verkehrssicherheitsbezogenen Ziele und Maßnahmen
für die kommenden 10 Jahre – insbesondere auch für den
Radverkehr – fest.
--- 8 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
UMSETZUNGSSCHWERPUNKTE UND ERFOLGE
--- Das BMVIT hat zahlreiche Forschungsprojekte zum --- Das BMVIT hat eine Reihe von Leitfäden, Ratge-
Radverkehr und dessen Verkehrssicherheit initiiert, bern und Studien veröffentlicht, um Wissen über
etwa im Rahmen der 1., 3. und 4. Ausschreibung des und Verständnis für den Radverkehr zu verbessern.
Verkehrssicherheitsfonds (VSF). Die Mittel des VSF Diese sind kostenlos unter bmvit.gv.at erhältlich und
ermöglichen eine kontinuierliche Unterstützung informieren etwa über Radverkehrszahlen, zeigen
von Forschungsprojekten zur Verkehrssicherheit Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in
und kommen auch maßgeblich dem Radverkehr Gemeinden, helfen gegen Fahrraddiebstahl oder
zu gute. unterstützen Kinder und ältere Menschen bei der
--- Seit Jahren unterstützt das BMVIT Projekte und sicheren Verkehrsteilnahme mit dem Fahrrad.
Initiativen welche die Verkehrssicherheit erhöhen.
Einige dieser Projekte unterstützen auch Radfahr-
trainings für jüngere und ältere Personen, die auf
Basis ihrer speziellen Bedürfnisse hinsichtlich
sicherer Verkehrsteilnahme geschult werden.
--- Die große bundesweite Mobilitätserhebung
„Österreich unterwegs“ (2013-2015) wird erstmals
seit langem wieder eine detaillierte Bestandsauf-
nahme des Radverkehrs ermöglichen und wichtige
Planungsgrundlagen schaffen.
--- Seit 2009 hat das BMVIT mit dem Maßnahmenpro-
gramm „Intermodale Schnittstellen im Radverkehr
ISR“ (BMVIT 2009) die Errichtung rund 5.000 mo-
derner Abstellplätze für Fahrräder an Haltestellen
des Öffentlichen Verkehrs unterstützt, um damit die
Vernetzung zwischen den umweltfreundlichen Ver-
kehrsmitteln zu verbessern und für ein nahtloses
Mobilitätsangebot zu sorgen. Für Infrastruktur und
Konzepte sowie Planungen wurden dabei seit 2009
rund 7,5 Millionen Euro vorgesehen.
--- Mit GIP.at wird die Graphenintegrations-Plattform --- Das BMVIT unterstützt Forschungs-, Innovations-
GIP in ganz Österreich umgesetzt. Ziel des Projekts und Technologieprojekte im Bereich Aktiver Mo-
GIP.at ist es, die Verkehrsdaten nach einheitlichen bilität wie Radfahren und Zufußgehen bereits seit
Regeln digital verwalten zu können. Diese Daten Jahren substantiell. In den Jahren 2008 bis 2014 wur-
inkludieren auch solche zu Infrastruktur und Rege- den im Bereich der personenmobilitätsbezogenen
lungen für den Radverkehr. Forschung rund 150 Projekte mit etwa 25 Mio. Euro
--- Die Verkehrsauskunft Österreich (VAO) ist eine auf gefördert. Programme wie „ways2go“ und „Mobilität
der GIP basierende Verkehrsmittel übergreifende der Zukunft“ helfen mit, den Weg zu einem nach-
gemeinsame Verkehrsauskunft für ganz Österreich, haltigen Verkehrssystem vorzubereiten bzw. zu
die das gesamte Verkehrsgeschehen abdeckt. Es begleiten.
werden Routinginformationen und sonstige Infor- --- Das BMVIT setzt auch zahlreiche Initiativen in
mationsinhalte für die meisten Verkehrsmittel und Form bewusstseinsbildender Maßnahmen. So wur-
deren Verknüpfungsmöglichkeiten zur Verfügung den Informationen zielgruppengerecht aufbereitet
gestellt, wie PKW-Routing, ÖV-Routing, Fahrrad- im Wege verschiedenster Medien gestreut. So zum
Routing, Bike & Ride, Park & Ride, Leihfahrräder Beispiel die Themen „Sicherer Schulweg“ sowohl
und Carsharing-Angebote. Durch die Hervorhebung für Eltern als auch für Autofahrerinnen und -fahrer
von Alternativen kann das Umsteigen auf umwelt- oder „Sicheres Radfahren“ in kindgerechter
freundlichere Verkehrsmittel erleichtert werden Gestaltung.
und wird deren Bekanntheitsgrad gesteigert.
--- 9 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
LÄNDER UND GEMEINDEN
IN DEN BUNDESLÄNDERN, STÄDTEN
UND GEMEINDEN wurden auch in den letzten Jahren Rund ein Drittel der CO2-Einsparungen durchklimaaktiv
wieder zahlreiche Initiativen und Maßnahmen zur Rad- mobil Radverkehrsprojekte wird durch Maßnahmen von
verkehrsförderung gesetzt, wie auf den nächsten Seiten rund 100 Kommunen und Regionalverbänden erwirkt.
im Überblick gezeigt wird. Das zeigt die Bedeutung der Kommunen für den Klima-
Der Österreichische Städtebund und der Österreichische schutz und die erfolgreiche Umsetzung des Masterplans
Gemeindebund unterstützen als klimaaktiv mobil Ko- Radfahren in Österreich.
operationspartner der ersten Stunde die Umsetzung des
Masterplans Radfahren durch fachliche Hilfestellungen
für ihre Mitglieder und durch die aktive Beteiligung an
der Arbeitsgruppe Radverkehr.
„In den Städten spielt das Fahrrad als umweltfreundliche
Mobilitätsform eine immer wichtigere Rolle. Durch ge-
Karin Hörzing,
zielte Förderung und Attraktivierung des Fahrradver-
Vizebürgermeisterin und
kehrs konnte der Anteil der RadfahrerInnen in vielen
Verkehrsreferentin der
Landeshauptstadt Linz/ Städten deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig hat sich
Vorsitzende des das Fahrrad gerade im innerstädtischen Bereich für viele
Verkehrsausschusses Menschen zu einem Alltagsverkehrsmittel entwickelt.
im Städtebund Radfahren liegt mehr denn je im Trend. Die gemeinsa-
men Aktivitäten von klimaaktiv mobil und den Mit-
gliedern des Städtebundes zur Förderung des Radver-
kehrs zeigen Wirkung und sind zu begrüßen.“
„Radfahren ist in den österreichischen Gemeinden längst
von der reinen Freizeitbeschäftigung zu einem wichtigen
Verkehrsmittel geworden. Immer mehr Menschen legen
kurze und mittlere Wege mit dem Fahrrad zurück. Die-
se Entwicklung sehen wir nicht nur in Ballungsräumen
immer deutlicher, sondern auch in den ländlichen Gebie-
ten. Die Gemeinden tun alles, um dieser Verkehrsform
den notwendigen Raum zu geben. Dazu zählen natürlich
Helmut Mödlhammer, auch Fahrradwege, aber auch die Bewusstseinsbildung,
Präsident des Österreichischen Gemeindebundes dass Radfahrer/innen auch im Straßenverkehr gleichwer-
tige Verkehrsteilnehmer sind. Mit der Möglichkeit der
„Begegnungszone“ haben wir erst kürzlich ein neues Ins-
trument bekommen, um Radfahrer/innen noch mehr
Raum zu geben. Die Verfügbarkeit von finanziellen Mit-
teln für den Ausbau von Radwegen oder fahrradfreund-
licher Infrastruktur ist dabei natürlich ein entscheiden-
der Punkt. Ein Masterplan, sei es auf nationaler oder
lokaler Ebene, hilft dabei die Bedürfnisse festzustellen
und in mehreren Ausbaustufen abzuarbeiten. Ich bin
froh, dass das Ministerium für ein lebenswertes Öster-
reich hier wertvolle Grundlagenarbeit leistet, die auch
für die Gemeinden von großer Bedeutung ist.“
--- 10 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
BURGENLAND
Das Burgenland hat weithin den Ruf als attraktives
Radfahrland. In den vergangenen Jahren wurde das Rad-
wegenetz weiter ausgebaut und kommt mittlerweile auf
über 2.500 km beschilderte Radwege und Radrouten.
Im Fokus standen bislang vorwiegend Angebote für den
Freizeit- und Tourismusverkehr.
Hans Niessl,
Die Nutzung des Fahrrads wird insbesondere für Landeshauptmann
kurze Strecken immer beliebter. Burgenland
--- Ausweitung des Radverleihsystems nextbike
rund um den Neusiedler See; „Die Haushaltsbefragung im Rahmen der neuen
--- Ausweitung des E-Bike Radverleihsystems im Gesamtverkehrsstrategie Burgenland zeigt, dass die
Südburgenland; Burgenländerinnen und Burgenländer das Fahrrad
--- beinahe 100 % der Schülerinnen und Schüler der nicht nur gerne in der Freizeit, sondern auch als Ver-
3. Klasse Volksschule absolvieren den Fahrrad- kehrsmittel für Alltagswege nutzen bzw. stärker nutzen
führerschein; wollen. Das Radland Burgenland sieht dies als Auftrag,
--- jährliche Teilnahme an der Aktion „Österreich das bereits bestehende 2.500 km lange (touristische)
radelt zur Arbeit“; Radroutennetz auf Alltagstauglichkeit zu optimieren.
--- Unterstützung der Aktion „Bikebird“; Ein Rad-Basisnetz soll geschaffen werden, welches –
--- Routendefinition und Beschilderung der EuroVelo 13 begleitet von zusätzlicher Radverkehrsinfrastruktur
Route „Iron Curtain Trail“, des ersten Fernradwegs und bewusstseinsbildenden Maßnahmen – den All-
entlang der österreichisch-ungarischen Grenze inklusive tagsradverkehr fördert.“
Beschreibung im online Routenplaner „Alpstein“.
KÄRNTEN
Der Anteil des, in Kärnten zum Großteil touristisch
geprägten, Radverkehrs soll von derzeit 6 % auf 12 % im
Jahr 2025 gesteigert werden.
--- Das überregionale Kärntner Radwegenetz hat im
Endausbau eine Gesamtlänge von 1.380 km. Bis dato
sind 1.000 km realisiert, wobei 500 km auszubauen
waren und 500 km auf Gemeindestraßen verlaufen. Rolf Holub,
--- In den letzten Jahren wurde zusätzlich zum Ausbau Landesrat Kärnten
ein Lückenschlussprogramm erarbeitet und das
Augenmaß verstärkt auf die Qualitätsverbesserung „Zugegeben – es kostet Überwindung, sich frühmor-
gelegt. gens auf den Sattel zu schwingen. Dabei wissen wir ei-
--- Im Zusammenhang mit der Qualitätsverbesserung gentlich alle: Radfahren macht viel mehr Spaß als mit
wurde ein mittelfristiges Sanierungsprogramm dem Auto im Stau zu stehen. Ein Vergleich der Umwelt-
erstellt. bilanz zeigt: Bereits die Produktion eines PKWs ver-
--- Es wurde eine Beschilderungsoffensive durchge- schlingt so viel Energie und Rohstoffe, wie die Produk-
führt, bei der alle Radwege neu beschildert wurden. tion von 80–100 Fahrrädern. Laut dem „Energiemaster-
--- Bestehende Radverkehrsanlagen wurden hinsichtlich plan Kärnten“ beträgt der Anteil des öffentlichen Ver-
Verkehrssicherheit, Qualität der Anbindung an den kehrs und des Radverkehrs im Modal Split derzeit 29 %.
Öffentlichen Verkehr (ÖV), Anzahl und Qualität Bis 2025 soll dieser Anteil auf 40 % steigen. Zukünftig
der Rastplätze und Übernachtungsmöglichkeiten wird der Stellenwert des Fahrrades als nachhaltiges
sowie der Möglichkeiten der Verpflegung für Verkehrsmittel steigen. In Kombination mit Bus und
unterwegs evaluiert. Bahn eignet sich das Fahrrad hervorragend für die
--- Das Netz an automatischen Dauerzählstellen für tägliche Fahrt zur Arbeit. Deshalb wird dieser Bereich
den Radverkehr umfasst mittlerweile neun Anlagen. in Kärnten noch stärker als bisher berücksichtigt.“
--- 11 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
NIEDERÖSTERREICH
Das Land Niederösterreich hat sich mit der „RADLand-
Kampagne“ (radland.at) das Ziel gesetzt, den Radver-
kehrsanteil bis zum Jahr 2020 auf 14 % zu erhöhen.
--- Förderung von Radfahr-Schlüsselprojekten im
Ortsgebiet und von Alltagsradwegen außerhalb
des Ortsgebietes;
--- Etablierung der Ausbildungsschiene RADLakademie Dr. Stephan Pernkopf,
für Gemeinden und ExpertInnen; Landesrat Niederösterreich
--- Etablierung von regionalen RADL-Grundnetzen
(gemeindeübergreifende Radverkehrsverbindungen); „Das Land NÖ hat das Ziel, den Alltagsradverkehr bis
--- Weiterführung des Radverleihsystems nextbike 2020 zu verdoppeln. Die Wichtigkeit der Förderung
entlang der Zentren und Achsen; des Radverkehrs spiegelt sich in der Verankerung im
--- Kooperation mit Schulen („Klimafit zum RADLhit“, NÖ Mobilitätskonzept, dem NÖ Klima- und Energie-
„AUVA-Radworkshop“, „BIKEline“ etc.) und Veran- programm sowie dem NÖ Energiefahrplan wider.
staltung öffentlichkeitswirksamer Goßevents Wichtig ist es dabei, die Schnittstellen zum öffentlichen
(„RADLpicknick“, „Wir RADLn in die Kirche“, Verkehr zu verbessern, um Multimodalität zu
„RADgipfel Österreich“ etc.); ermöglichen.
--- Unterstützung der Aktion „NÖ radelt zur Arbeit“; Die Initiative „RADLand NÖ“ trägt entscheidend zur
--- Auskunftsplattform in Radangelegenheiten: Bewusstseinsbildung in Sachen Alltagsradverkehr bei.“
radland.at
--- Bereitstellung diverser Broschüren wie z. B. „RADL-
geber“, „RADLgeber für Kids“, „E-RADLgeber“.
OBERÖSTERREICH
Das Land Oberösterreich wird im Laufe des Jahres 2015
das neue Landesradverkehrskonzept „Sei ned fad, nimm’s
Rad“ vorstellen. Auch das aktuelle Gesamtverkehrskon-
zept für den Großraum Linz beinhaltet einen Radschwer-
punkt und behandelt darin die Radhauptrouten sowie
Radabstellanlagen. Franz Hiesl,
Landeshauptmann-
--- An der „FahrRad-Beratung Oberösterreich“ und
Stellvertreter
den jährlichen Radvernetzungstreffen nehmen Oberösterreich
bereits mehr als 90 Gemeinden teil.
(Infos: fahrradberatung.at) „Oberösterreich ist das Radland Nummer eins und
--- Die Oö. Bautechnikverordnung regelt die investiert jährlich 7 Mio. Euro direkt in den Radver-
Mindestmenge und Qualität der Radabstellanlagen kehr. Mit dem Donauradweg befindet sich eine der
bei Neubauten. beliebtesten Radstrecken Europas in unserem Bun-
--- Organisation zielgruppenspezifischer Aktionen wie desland. Diese Spitzenposition möchte ich weiter
„Oberösterreich radelt zur Arbeit“, „Sei ned fad, nimm's ausbauen. Das gilt nicht nur für den Freizeitradver-
Rad“, „BIKELine“ und „AUVA-Radworkshops“; kehr, sondern auch für das Radfahren im Alltag.
--- Erarbeitung eines Radhauptroutennetzes mit den Ein wichtiger Schritt dazu ist die Umsetzung der
Gemeinden im Großraum Linz bis zum Herbst 2014, Radhauptrouten für den Alltagsverkehr im Groß-
das in Etappen nach definierten Qualitätsstandards raum Linz.“
und mit erhöhter Landesförderung realisiert wird;
--- rd. 2.100 km Radwanderwege mit einheitlicher Be-
schilderung, dazu kommen über 500 km verordnete
Radfahranlagen entlang des höherrangigen
Straßennetzes.
--- 12 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
SALZBURG
Das Bundesland Salzburg möchte vor allem den Alltags-
Radverkehr forcieren und den Radverkehrsanteil bis 2025
auf 13 % steigern. Dieses Ziel wurde im Leitbild „Radver-
kehr in Salzburg“ festgelegt, das 2014 und 2015 erstellt
wurde.
--- Jährliches Radwegebauprogramm mit Schwerpunkt
Hans Mayr,
auf wichtige Lückenschlüsse im Radwegenetz; Landesrat
--- Fahrradberatung und Rad-Newsletter für Gemeinden; Salzburg
--- Förderung von Radabstellanlagen bei Bushaltestellen;
--- Anschlussförderung an klimaaktiv Förderung „Vor allem als Verkehrsmittel für den Alltag möchten wir
„Sanierung Fahrradparken“; im Bundesland Salzburg das Fahrrad in den nächsten
--- Erstellung des Leitfadens „Fahrradparken“; Jahren noch attraktiver machen. Radfahren ist positiv
--- Errichtung von Fahrradboxen bei Bus- und für den Einzelnen: Es ist gesund, Radfahrende sind
Bahn-Haltestellen; unabhängig und kostengünstig unterwegs und meistens
--- Veranstaltung bzw. Unterstützung von Schulaktionen macht es Spaß. Radfahren ist auch gut für die Gesell-
wie beispielsweise Radworkshops, „BIKEline“ oder schaft, weil es raumsparend, leise und sicher ist und
der Aktion „Toter Winkel“; hilft, die Umwelt- und Klimaziele zu erreichen. Wir
--- Veranstaltung bzw. Unterstützung von weiteren werden im Land Salzburg die Radinfrastruktur weiter
Aktionen, wie beispielsweise Fahrradkursen für ausbauen, vor allem Lücken im Radwegenetz sollen
MigrantInnen, Radcheck und Radlichtaktion oder geschlossen werden. Im Bereich Bewusstseinsbildung
der Radmotivationsaktion „wer radlt gewinnt“; wird es mehr Aktionen und Informationen geben und
--- Internet-Radrouting; auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden wird
--- gemeinsame Webseite von Stadt und Land Salzburg verstärkt. Bis zum Jahr 2025 sollen in Salzburg 13 %
(salzburgrad.at). aller Wege mit dem Rad zurückgelegt werden.“
STEIERMARK
Radfahren hatte in der Steiermark v. a. touristische Be-
deutung. Die gegenwärtige Weiterentwicklung des Rad-
verkehrsprogramms 2008–2012 soll dazu beitragen, den
Radverkehrsanteil in der Steiermark stetig zu erhöhen.
--- Bei der Infrastruktur konnten weitere Lücken
geschlossen werden.
--- Eine Initiative zur Förderung von Radabstellanlagen
Dr. Gerhard Kurzmann,
wurde eingerichtet. Landesrat Steiermark
--- Projekte zu Radverkehrspotenzialerhebungen an
Entwicklungsachsen und eine Mobilitätserhebung „Das Mobilitätsverhalten in der Steiermark ist in
(KOMOD) liefern Grundlagendaten für eine Bewegung. Immer mehr Menschen in unserem Land
zielgerichtete Entwicklung. nutzen das Fahrrad für ihre alltäglichen Wege. Sei es
--- Radverkehrskonzepte in Zielgebieten werden in Kombination mit dem öffentlichen Verkehr oder die
ausgearbeitet. ganze Strecke zu Arbeit, Ausbildung und Freizeitein-
--- Im Bereich Bewusstseinsbildung sind Projekte wie richtungen – die Zahl der „Radler“ steigt.
die Fahrradwettbewerbe („Steiermark radelt zur Ar- Wir freuen uns über diese Entwicklung in Richtung
beit“, „BIKEline“) zum fixen Bestandteil im Förder- umweltbewusstes und gesundheitsförderndes Mobi-
portfolio des Landes Steiermark geworden. litätsverhalten sowie die wertvolle Initiative und
--- Informationen zu weiteren „Best Practice“ Projekten, Unterstützung des Ministeriums dazu.“
wie etwa dem optimierten Fahrradnavi „Bike Nature
Guide“ können über die Informationsplattform
radland.steiermark.at bezogen werden.
--- 13 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
TIROL
Unter der Dachmarke „Tirol auf D’Rad“ innerhalb des
Mobilitätsprogramms Tirol Mobil wurden zahlreiche
bewusstseinsbildende und infrastrukturelle Maßnahmen
gesetzt, die nachhaltig der Steigerung des Radverkehrs- Mag. Ingrid
anteils in Tirol, mit dem Ziel von 14 % im Jahr 2020, Felipe Saint Hilaire
zugutekommen. Landeshauptmann-
--- Ausbau des Tiroler Radwegenetzes (z. B. Zillertal- Stellvertreterin
radweg, Innradweg), derzeit stehen rd. 800 km
Radwege zur Verfügung; „In Innsbruck wurden in den letzten Jahren die Gehstei-
--- Organisation des Tiroler Fahrradwettbewerbs ge breiter, die Lücken in den wichtigen Radwegrouten
„Ganz Tirol radelt!“ mit bereits knapp 600.000 werden nach und nach geschlossen. In der Bezirkshaupt-
gefahrenen Kilometern (Stand Mai 2015); stadt Reutte wurde das Modell der „sharrows“ aus San
--- Veranstaltung des Ideenwettbewerbs Radkultur zur Francisco übernommen – große Radfahrpiktogramme
aktiven Einbindung der Bevölkerung; auf den Straßen, die zu vorsichtigerem und langsamerem
--- Veranstaltung bzw. Unterstützung von Schulaktionen Autoverkehr führen. Wir arbeiten an einem neuen Rad-
wie beispielsweise „BIKEline“; weg von Innsbruck in seine Feriendörfer, der auch das
--- Organisation von Radfahrkursen für SeniorInnen Mittelgebirge für RadfahrerInnen erschließt. Zwischen
bzw. MigrantInnen. St. Johann und Fieberbrunn im Tiroler Unterland wird
gerade an einem Radweg gebaut. Warum die ganze Ar-
beit? Weil Radfahren gesünder, umweltfreundlicher und
gerade in den Ballungsräumen auch schon schneller ist
als das Im-Stau-Stehen mit dem Auto. Ich freue mich
deshalb auch über die Initiative der österreichischen
Bundesregierung für Radfahrerinnen und Radfahrer.“
VORARLBERG
Vorarlberg nimmt, was den Radverkehr betrifft, eine
Vorreiterrolle in Österreich ein. Der Radverkehrsanteil
liegt bei 17 % und soll bis 2020 auf 20 % erhöht werden.
Dafür ist unter anderem die Weiterentwicklung der Rad-
verkehrsstrategie „Frischer Wind“ geplant.
--- Das Land fördert seit 01.01.2012 die Planung und Johannes Rauch,
den Bau von Landesradrouten mit bis zu 70 % und Landesrat Vorarlberg
unterstützt im Rahmen der Fahrradberatung für
„Der Radverkehr in Vorarlberg befindet sich auf der Er-
Gemeinden BYPAD (Bicycle Policy Audit);
folgsspur. Das Land macht sich auf den Weg, den bun-
--- mehrjähriges Kommunikationskonzept fürs Rad-
desweit höchsten Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2020
fahren (FAHRRADFREUNDLICH) seit 2011 und
von 15 auf 20 Prozent zu erhöhen. Das erreichen wir,
jährliche FAHRRADPARADE seit 2013;
indem wir sowohl auf Bewusstseinsbildung als auch
--- Aufnahme der Fahrradrouten im VoGIS,
auf den konsequenten Ausbau der Radwege setzen.
Online-Routenplaner und Radnavi seit 2014;
Es liegt mir am Herzen, dass Fahrradfahren für Vorarl-
--- Aufbau eines Radverkehrszählstellennetzes (derzeit
bergerinnen und Vorarlberger im Alltag attraktiver wird.
8 Zählstellen) sowie Erhebung des Modalsplits 2013;
Die Hälfte der Autowege an einem Werktag ist derzeit
--- Seit Juni 2013 ist die Errichtung von Fahrradabstell-
kürzer als fünf Kilometer. Dort setzen wir an und
plätzen in der Stellplatzverordnung des Landes
verweisen verstärkt auf das Fahrrad als komfortable,
verpflichtend vorgeschrieben.
schnelle, günstige und umweltfreundliche Alternative.
--- Ausbau von Bike & Ride bei Bahnhofsneubauten;
Mit der Vorarlberger Radverkehrsstrategie, gemeinsam
--- Vorarlberger Fahrradakademie;
mit dem Österreichischen Masterplan, werden wir
--- Top-Up Förderung „Nachrüstung mit überdachten
diese ambitionierten Ziele auch erreichen.“
Fahrradabstellanlagen“ (neu seit April 2015).
--- 14 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
WIEN
Die Stadt Wien setzt sich zum Ziel, dass 2025 80 % der
Wege der Wienerinnen und Wiener im öffentlichen Ver-
kehr, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden
und hat seit dem Jahr 2011 ein umfangreiches Maßnahmen-
programm zur Steigerung des Radverkehrs umgesetzt.
--- Eckpfeiler im Bereich Infrastruktur waren der Bau
Maria Vassilakou,
des Radweges auf der Außenseite der Wiener Ring- Vizebürgermeisterin Wien
straße, die Umgestaltungen der nun auch für Rad- (© pid/Fürthner)
fahrende nutzbaren Straßenbahnhaltestellenkaps in
der Ottakringer Straße und die „fahrradfreundliche“ „Die Stadt Wien setzt ganz auf den Ausbau des Rad-
Hasnerstraße. verkehrs. Bis zum Jahr 2025 sollen in Wien 80 % der
--- Insgesamt wurde das Radfahrnetz zwischen den alltäglichen Wege umweltfreundlich zurückgelegt
Jahren 2010 und 2014 um 96 km ausgebaut und hat werden: mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den öf-
eine Länge von 1.270 km (Stand 2015). Es wurden in fentlichen Verkehrsmitteln. Dieses Ziel ist nur er-
diesem Zeitraum 9.588 Radabstellplätze im Öffent- reichbar, wenn der Radverkehr weiterhin stark steigt.
lichen Raum geschaffen. Wien baut daher in den kommenden Jahren Rad-
--- In den Stadterweiterungsgebieten (Hauptbahnhof- Langstreckenverbindungen von der Stadtgrenze bis
viertel, Seestadt Aspern oder ehemaliges Nordbahn- ins Stadtzentrum, setzt auf umfangreiche Service-
hofgelände) wird Radinfrastruktur von Beginn an Maßnahmen für Radfahrende und plant, das größte
stark mitberücksichtigt. Bike-Sharing-System Österreichs zu attraktivieren
--- Die weltweit bedeutendste Fachkonferenz zum und auszubauen.“
Radfahren, die Velo-City, hat im Jahr 2013 in Wien
stattgefunden.
--- Die Mobilitätsagentur Wien hat mit dem RadJahr 2013
die erste integrierte Bewusstseinsbildungskampagne
zum Radfahren der Stadt organisiert und umgesetzt.
BREGENZ
Die Stadt Bregenz besitzt ein dichtes Radwegenetz und
schafft kontinuierlich auch Radverbindungen ins Umland.
Im Radverkehrskonzept 2006 wird als wesentliches Ziel
eine Erhöhung des Radverkehrsanteils angestrebt.
--- Kontinuierlicher Ausbau des Radwegenetzes;
--- Radverkehrsanteil: 20 % (plan-b-Region),
DI Markus Linhart,
Zielsetzung: Erhöhung des Radverkehrsanteils; Bürgermeister Bregenz
--- seit 2005 regelmäßiges Audit im Rahmen des euro- (© Reinhard Fasching )
paweiten BYPAD-Programms zur Sicherung der
Qualität der Radverkehrsmaßnahmen; „Die Hälfte aller Strecken, die bei uns mit dem Auto
--- Bereitstellung von Dienstfahrrädern und einer zurückgelegt werden, sind kürzer als fünf Kilometer.
Fahrrad-Service-Station für MitarbeiterInnen der Gerade Bregenz ist eine typische „Stadt der kurzen
Stadtverwaltung; Wege“. Da bietet sich das Radfahren als gesunde und
--- Förderung für den Kauf von Fahrradanhängern für umweltschonende Alternative geradezu an.
Kinder und Lastenanhängern, seit April 2014 wird Die Politik unterstützt alles, was diese Form der
auch der Kauf von Fahrrad-Trolleys subventioniert; „sanften Mobilität“ fördert.“
--- regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit in regionalen Me-
dien sowie Organisation eines Fahrradmarktes zum
Auftakt der Radsaison.
--- 15 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
EISENSTADT
Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt in Eisenstadt
auf der Öffnung bzw. Attraktivierung wichtiger Verbin-
dungen für den Radverkehr.
--- Klimaaktiv mobil Projektpartner im Radverkehr;
--- Die „Radverkehrsoffensive Eisenstadt“ wurde unter
dem Motto „Wer Rad fährt, lebt gesünder“ umge- Mag. Thomas Steiner,
setzt. Bürgermeister Eisenstadt
--- Im Stadtentwicklungsplan „Eisenstadt 2030“ wurde
die Überarbeitung des Radverkehrskonzepts mit „Durch die Öffnung der Fußgängerzone für den Rad-
konkreten Vorschlägen niedergeschrieben. verkehr konnten wir eine Vernetzung der Stadtbezirke
--- kontinuierliche Erweiterung und Ergänzung des Kleinhöflein, Eisenstadt und St. Georgen erreichen, die
Radwegenetzes; für Radfahrer besonders attraktiv ist. Für unser Bestre-
--- 2015 wird es zu einer Überarbeitung des städtischen ben, das Radwegenetz der burgenländischen Landes-
E-Bike-Verleihs kommen, mit Entnahmestationen in hauptstadt stetig auszubauen, wurde Eisenstadt im Jahr
allen drei Stadtbezirken. 2012 vom Kuratorium für Verkehrssicherheit mit dem
Preis ‚fahrradfreundliche Gemeinde‘ ausgezeichnet.
Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern des Geschäftsbereichs Technik bin ich bemüht,
das Angebot für Radverkehr noch weiter zu optimie-
ren. Nach einem zweijährigen Prozess wurde Anfang
2015 der neue Stadtentwicklungsplan ‚Eisenstadt 2030‘
vorgestellt, der sich ebenfalls intensiv mit der Thema-
tik auseinandersetzt. Das bestehende Radfahrkonzept
soll hier in der kommenden Zeit mit konkreten Maß-
nahmen und Vorschlängen überarbeitet werden.“
GRAZ
Die Förderung des Radverkehrs hat in Graz lange Tradition.
Die „Verkehrspolitische Leitlinie 2020“ und das „Grazer
Mobilitätskonzept 2020“ bilden zusammen die „Mobilitäts-
strategie der Stadt Graz“ mit dem Ziel der Steigerung des
Radverkehrsanteils auf 20 % im Jahr 2021. Im Rahmen der
Stadt/Land-Radschwerpunkte konnten seit 2011 mehrere Mag. Siegfried Nagl,
Großprojekte für Geh- und Radweg-Lückenschlüsse Bürgermeister Graz
(graz.at/rad → Projekte) zur Umsetzung gelangen:
--- 2011 wurde der Geh- und Radweg Riesstraße zum „Wir haben uns sehr lange in der Verkehrspolitik und
LKH Graz mit Stützwandbau errichtet. Stadtplanung dem fließenden Autoverkehr verschrie-
--- 2012 konnte die 165 m lange Geh-/Radweg-Längs- ben. Das hat vor allem in Städten mit einem größeren
brücke Fischeraustraße-Nord eröffnet werden. historischen Altstadtkern unschöne Spuren hinterlas-
--- 2013/2014 wurden Ausbaumaßnahmen (Brücke, sen, die nun korrigiert werden. Daher wird dem Rad-
Geh-/Radweg – Rampe) zur Verbindung der verkehr zu Recht heute mehr Aufmerksamkeit ge-
Bezirke Gösting & Andritz getroffen. schenkt. Eine moderne Mobilitätspolitik muss den
--- Der Geh- und Radweg Gabriachbach wurde 2014 Umweltverbund – Öffentlicher Verkehr (Bim und
fertiggestellt. Bus), Rad- und Fußverkehr stärken. Das schafft mehr
--- 2015 ist im Radschwerpunkt die Errichtung des 1,6 Lebensqualität, schützt Klima und die Umwelt und
km langen Ost-West Geh- und Radweges Wetzels- hält gesund. Für die jüngeren Generationen ist diese
dorferstraße und der Baubeginn am Eggenberger Haltung inzwischen schon zu einer hippen Lebens-
Gürtel vorgesehen. Von Stadt und Land sind dafür einstellung geworden.”
jeweils 1,275 Mio. Euro budgetiert.
--- 16 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
INNSBRUCK
Innsbruck verfügt über ein rund 130 km langes
Radroutennetz und einen hohen Radverkehrsanteil von
23 %. Um diesen Anteil weiter auszubauen und das Ziel
von 25 % im Jahr 2025 zu erreichen, wird unter anderem
weiter in den Ausbau des Radwegenetzes investiert.
--- Infrastrukturell wurden bis einschließlich 2014 bei-
Mag.a Sonja Pitscheider,
spielsweise der Durchstich zwischen Innrain und Vizebürgermeisterin
der Innpromenade, die Fuß-/Radwegbrücke Sill- Innsbruck
mündung, die Fuß-/Radwegverbindung Kranebit-
tear Allee, die Fuß- und Radwegverbindung Olym- „Radverkehrsförderung ist für Städte und Gemeinden
piastraße Wiesengasse und die Radwegverbindung ein Garant für mehr Lebensqualität. Kurze bis mittlere
durch den Stadtpark Rapoldi realisiert. Strecken lassen sich ohne Weiteres mit dem Fahrrad zu-
--- Des Weiteren werden die monatliche Radwerkstatt rücklegen. Tägliche Bewegung hält fit und spart zudem
und die jährliche Radbörse veranstaltet. Nerven und Geld. Radverkehr trägt maßgeblich zur Be-
--- Die Stadt Innsbruck nimmt am Tiroler Fahrrad- lebung der Innenstädte bei und ist eine große Stütze für
wettbewerb „Ganz Tirol radelt!“ teil. den Einzelhandel. Die Förderungen von klimaaktiv
mobil unterstützen uns in unseren Bestrebungen, die
täglichen Mobilitätsbedürfnisse flexibel und einfach mit
dem Fahrrad erledigen zu können und der Auszeich-
nung Fahrradhauptstadt Österreich gerecht zu werden.“
KLAGENFURT
Die Stadt Klagenfurt verfügt über ein rund 95 km langes
Radwegenetz. Der aktuelle Radverkehrsanteil von 7 %
soll bis 2025 auf 10 % angehoben werden..
--- Stetiger Ausbau des Radwegenetzes inklusive
Lückenschluss;
--- Schaffung von Fahrradstraßen laut § 67 StVO; Dr. Maria-Luise
--- Förderung der Elektromobilität durch Errichtung Mathiaschitz,
von Ladestationen; Bürgermeisterin Klagenfurt
--- Erstellung eines Radroutenplans im Internet;
--- Erstellung eines Radverkehrskonzeptes als Grund- „Unsere Stadt verfügt über ein attraktives Radwege-
lage eines leistungsfähigen und attraktiven Radwe- netz, das laut Stadtentwicklungskonzept 2020+ – auch
genetzes mit dem Ziel der Erhöhung der Verkehrs- und gerade im Interesse einer Verbesserung der Le-
sicherheit und des Radverkehrsanteils. bens- und Umweltqualität – weiter ausgebaut werden
soll. Konkret sind in nächster Zeit die Schließung von
Lücken im Wegenetz sowie die Etablierung eines elek-
tronischen Leihsystems für Fahrräder vorgesehen.
Klagenfurt eignet sich auch aufgrund seiner topogra-
phischen Lage sehr gut zum Radfahren. Daher ist mir
eine gute Anbindung der Wohngebiete an das Rad-
wegenetz ebenso wichtig wie das Vorhandensein von
ausreichend Abstellplätzen für Räder bei neuen Wohn-
siedlungen. Das wird seitens der Stadt im Rahmen
der Erteilung von Baubewilligungen auch gefordert
und geprüft.“
--- 17 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
LINZ
Die Stadt Linz setzt bei der Radverkehrsförderung neben
dem Infrastrukturausbau auf spezielle Anreizmaßnahmen,
wie die Beeinflussung von Lichtsignalanlagen durch
RadfahrerInnen mittels Induktionsschleifen, oder Halte-
griffe an Kreuzungen. Ziel ist die Steigerung des Radver-
kehrsanteils von derzeit 7,8 % auf 15 % im Jahr 2025.
--- Infrastrukturelle Schwerpunktsetzungen erfolgen in Klaus Luger,
Form von Lückenschlüssen, der Öffnung von Bus- Bürgermeister Linz
spuren und Einbahnen, vorgezogenen Radstreifen
und roten Beschichtungen bei Radüberfahrten. „Der Radverkehr hat in den letzten Jahren in den
--- Ein kostenloser Radanhängerverleih soll das Städten erheblich zugenommen. Immer mehr Ver-
Potenzial des Fahrrads als Transportmittel im Alltag kehrsteilnehmer entdecken, dass Radfahren gesund
heben. und umweltschonend ist, zudem Spaß macht, die Fle-
--- In der Stadt wird das Radverkehrsaufkommen an xibilität steigert und sowohl Zeit als auch Geld spart.
mehreren Querschnitten laufend erhoben, wobei Laut Statistik Austria fahren 2/3 der über 15-Jährigen
die Ergebnisse eine kontinuierliche Zunahme des im Alltag zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad.
Radverkehrs aufzeigen. Die Förderung des Radverkehrs wird deshalb eine
--- Mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen wie immer größere Herausforderung. Neben einer kon-
„Magistrat fährt Rad“ („Mit dem Rad zur Arbeit“), tinuierlichen Verbesserung der Infrastruktur werden
oder dem Linzer Radfrühling wird versucht, dem zukünftig auch eine stärkere Verknüpfung mit dem
Radverkehr mehr Aufmerksamkeit in der Öffent- Öffentlichen Verkehr sowie eine Steigerung des An-
lichkeit zu schenken. gebotes an qualitativ hochwertigen Radabstellmög-
lichkeiten notwendig sein. Zusätzlich können durch
entsprechende Öffentlichkeitsarbeiten positive
Effekte in der Meinungsbildung erreicht werden.“
SALZBURG
Die Stadt Salzburg konnte Ihre Spitzenposition unter den
Landeshauptstädten noch ausbauen. Mit einem umfang-
reichen Förderprogramm konnte der Radverkehrsanteil
von 16 % (2004) auf 20 % (2012) sogar noch gesteigert
werden.
--- Förderung von Bike & Ride und die Verbesserung
der Wegweisung. Die Entwicklung einer Online- Dr. Barbara Unterkofler,
Radkarte (radlkarte.info) samt App, der Ausbau der Stadträtin Salzburg
Radabstellanlagen und Self-Service-Stationen sowie
wichtige Lückenschlüsse im Radwegenetz. „Das Rad ist in der Stadt Salzburg als Verkehrsmittel
--- Als die wichtigsten Bauvorhaben der letzten Jahre nicht mehr wegzudenken. Rund 20 % der Verkehrsteil-
können der Wilhelm-Kaufmann-Steg Salzburg Süd, nehmerInnen nützen das umweltfreundliche Fortbe-
die Geh- und Radwegbrücke über die Rudolf-Biebl- wegungsmittel. Damit dies auch in Zukunft so bleibt,
Straße sowie die Bike & Ride-Anlage am Haupt- investiert die Stadt Salzburg pro Jahr rund eine Million
bahnhof genannt werden. Euro in den Ausbau ihrer Radverkehrsinfrastruktur.
--- Ein gemeinsam erstellter „Leitfaden Fahrradparken“ Der Masterplan Radfahren ist ein wichtiger Wegweiser
und die gemeinsame Förderung von Radboxen für und Ideengeber für die Attraktivierung des Radver-
ÖV-Haltestellen (radbox.at) sind Produkte einer kehrs in der Stadt Salzburg.“
fruchtbaren Kooperation zwischen Stadt und Land.
--- 2015 gab es erstmals eine Förderung für Radanhänger
und Transporträder.
--- 18 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
ST. PÖLTEN
In der aktuellen Neufassung des Generalverkehrskonzepts
hat sich die Stadt St. Pölten zum Ziel gesetzt ihren Rad-
verkehrsanteil bis zum Jahre 2025 auf 15 % zu steigern.
Um dies zu erreichen sieht das Generalverkehrskonzept
der Stadt die folgenden Maßnahmen vor:
--- Verlagerung des Motorisierten Individualverkehrs
auf die Umfahrungsstraßen und Rückgewinnung Mag. Matthias Stadler,
des urbanen Straßenraums als Aufenthaltsraum für Bürgermeister St. Pölten
den Fußgänger- und Radverkehr sowie den Öffent-
lichen Personennahverkehr. „Wir haben in unserem neuem Generalverkehrs-
--- Fortführung des Lückenschlussprogramms im Rad- konzept bewusst einen Handlungsschwerpunkt im
verkehr bei den Radfahranlagen im Stadtzentrum Radverkehr gesetzt, da dieser in St. Pölten einen
sowie entlang stark befahrener Straßenzüge, leistungsfähigen Verkehrsträger mit viel Potential
--- Weiterentwicklung des im Jahre 2010 eingeführten im Stadtverkehr darstellt. Die diesbezüglich im Zuge
Radverleihsystems „nextbike“, das seit seiner Einfüh- der Bürgerbeteiligung zur Neufassung des General-
rung jährliche Zuwachsraten von 30 %–50 % verzeich- verkehrskonzepts seitens der Bevölkerung erhaltenen
net, wobei der von November bis März dauernde positiven Rückmeldungen haben uns in unserem
Winterbetrieb mittlerweile circa ein Drittel sämtlicher Vorhaben zusätzlich bestärkt.“
Ausleihen in St. Pölten beiträgt.
Radverkehrsanteile in Österreich
Burgenland 5% 10%
Kärnten 6% 12% (2025) Radverkehrsanteil 1995
Niederösterreich 7% 14% Steigerung seit 1995
Reduktion seit 1995
Oberösterreich 5% 14% (2018)
Ziel (Jahr)
Salzburg 11% 13% (2025)
Steiermark 6% 12%
Tirol 11% 14% (2020)
Vorarlberg 17% 20% (2020)
Wien 7% 10% (2015)
Österreich 7% 13% (2025)
0% 5% 10% 15% 20% 25%
Quelle: verschiedene regionale Mobilitätserhebungen (2008, 2011, 2012, 2013, 2014),
|VWHUUHLFKZHLWH+RFKUHFKQXQJ %0/)8:
--- 19 ---MASTERPLAN RADFAHREN 2015–2025
LÄNDER UND GEMEINDEN
UMSETZUNGSMASSNAHMEN IM DETAIL
STAKEHOLDERUMFRAGE --- Die größte Auswirkung war mit 74 % auf den
Wie bereits bei der Zwischenevaluierung des Masterplan Schwerpunkt klimaaktiv mobil Radverkehrsoffen-
Radfahren im Jahre 2011 wurden auch im Rahmen der sive zu erkennen, gefolgt mit 67 % Schwerpunkt
Evaluierung und Weiterentwicklung des Masterplans für Elektrofahrräder. Der dritte erkennbare Schwer-
die Jahre 2015–2025 PraktikerInnen, ExpertInnen und punkt war mit 48 % Fahrrad & Öffentlicher Verkehr,
wichtige AkteurInnen im Radverkehr aus ganz Österreich knapp gefolgt von Radfahren als Gesundheitsförde-
eingebunden. rung mit 44 %. Die geringste Auswirkung mit 33 %
war beim Schwerpunkt Wirtschaftsfaktor Radfah-
Die Fragebögen wurden von 54 Stakeholdern ren zu erkennen.
beantwortet:
--- 87 % ist der „Masterplan Radfahren – Umsetzungs- Als wichtigste Maßnahmen des Masterplans Radfahren
erfolge und neue Schwerpunkte 2011–2015“ aus dem werden gesehen:
Jahr 2011 bekannt. --- Investitionsoffensive Radverkehr und
--- 76 % halten eine nationale Radverkehrsstrategie für Förderprogramm Radverkehr
notwendig bzw. erforderlich. --- Radfahrfreundliche Verkehrsorganisation und
--- 57 % geben an, dass der Masterplan Radfahren die Siedlungsstruktur
Entwicklung des Radverkehrs in ihrem Zuständig- --- Attraktivierung der Fahrradmitnahme in Bahn
keitsbereich beeinflusst hat. und Bus
--- 83 % sehen einen Zusammenhang zwischen dem
Masterplan Radfahren und den Erfolgen der Rad-
verkehrsförderung in Österreich.
Ergebnisse der Stakeholderumfrage
Welche Maßnahmen wurden aus Ihrer Sicht (erfolgreich, vollständig) umgesetzt bzw. bislang zu wenig forciert?
Radfahrfreundliche Verkehrsorganisation und Siedlungsstruktur
Anpassung von Landesgesetzen, Richtlinien und Vorschriften auf Landesebene umgesetzt
keine Angabe
Fahrrad-Cluster Österreich – Vernetzung Fahrradgewerbe und –industrie
zu wenig forciert
Attraktivierung der Fahrradmitnahme in Bahn und Bus
Finanzielle und fiskalische Anreizsysteme
Aus- und Weiterbildung im Bereich Fahrrad/Radverkehr
Internetplattform und laufendes Benchmarking
Initiierung umsetzungsorientierter Forschungsprojekte
Berücksichtigung von Gesundheitseffekten durch Radfahren
Novellierung der StVO und Anpassung von Richtlinien und Normen auf Bundesebene
Radfahren als Gesundheitsförderung
Verkehrserziehung und Radfahrtraining
Ausbauoffensive Bike&Ride
Bewusstseinsbildung und Imagekampagnen
Aufbau von Radverleihsystemen
Investitionsoffensive Radverkehr und Förderprogramm Radverkehr
Radtourismusland Österreich
Beratungsprogramme und Radverkehrsförderung im Rahmen des…
Radverkehrskoordination zwischen Bund, Ländern und Gemeinden intensivieren
Forcierung des Elektrofahrrads
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
Quelle: Stakeholderumfrage, Umweltbundesamt 2015
--- 20 ---Sie können auch lesen