Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund

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Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund
Wohnungsmarktbericht 2018
Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017

                                  Stadt Dortmund
                                   Amt für Wohnen
                               und Stadterneuerung
Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund
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Vorwort                                                                  7

„Für die eilige Leserin, für den eiligen Leser …“		                      9

Wohnungsmarkt Dortmund auf einen Blick                                  12

1. 		     Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und
		        Entwicklungen in Deutschland                                  13

2. 		     Grundstücks- und Immobilienmarkt                              15
2.1       Bodenumsätze in Dortmund                                      15
2.2       Immobilienpreisentwicklung in Dortmund                        17
2.3       Grundstücks- und Immobilienmarkt im regionalen Vergleich      22
2.3.1     Unbebaute Grundstücke                                         22
2.3.2     Bebaute Grundstücke                                           25
2.4       Städtisches Baulandmanagement                                 26
2.4.1     Wohnbauflächenpotenziale                                      26
2.4.2     Wohnbauflächenentwicklung in Dortmund                         28

3. 		     Wohnungsangebot                                               31
3.1       Wohnungsneubau in Deutschland und Nordrhein-Westfalen         31
3.2       Wohnungsneubau in Dortmund                                    32
3.3       Wohnungsbestand                                               35
3.3.1     Ein- und Zweifamilienhäuser                                   36
3.3.2     Geschosswohnungsbestand                                       37
3.3.2.1   Mietwohnungen im Geschosswohnungsbestand                      37
3.3.2.2   Eigentumswohnungen                                            38
3.3.3     Wohnungsleerstand                                             39
3.3.4     Finanzinvestoren auf dem Wohnungsmarkt                        41
3.4       Geförderter Wohnungsbau                                       42
3.4.1     Wohnraumförderung                                             42
3.4.2     Geförderter Wohnungsbestand                                   45

4. 		     Wohnungsnachfrage                                             47
4.1       Demografische Entwicklung                                     47
4.1.1     Bevölkerungsentwicklung in Dortmund                           47
4.1.2     Haushaltsentwicklung in Dortmund                              48
4.2       Wanderungsbewegungen                                          50
4.2.1     Außenwanderung                                                50
4.2.2     Stadtumlandwanderung                                          51
4.2.3     Innerstädtische Wanderungsbewegungen                          53
4.3       Nachfrage nach preiswertem Wohnraum                           55
4.3.1     Sozialleistungsempfänger                                      55
4.3.2     Asylbewerber und Flüchtlinge                                  57
4.3.3     Studentisches Wohnen                                          57
4.3.4     Wohnungssuchende im geförderten Wohnungsbau		                 60
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WOHNEN,
 WO DAS SCHLÄGT

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Exkurs: Nachfrageanalyse zur Situation auf dem
        Wohnungsmarkt Dortmund                                                 61

5.      Mietenentwicklung                                                      63
5.1     Mietenentwicklung in Deutschland                                       63
5.2     Mietentwicklung in Dortmund                                            65
5.2.1   Mietniveau in Dortmund – kleinräumige Betrachtung                      66
5.2.2   Mietniveau in Dortmund – Kosten der Unterkunft SGB II und SGB XII      68

6. 		   Kleinräumige und regionale Wohnungsmarktbeobachtung                   70
6.1     Quartiersanalyse		                                                    70
6.2     Kleinräumiges Wohnungsmarktmonitoring                                 71
6.3     Regionale Wohnungsmarktbeobachtung                                    71

7. 		   Kommunales Stimmungsbarometer                                         74

Anlagen		                                                                     82
Mietspiegel                                                                   82
Liste der 170 Statistischen Unterbezirke                                      86

Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen und Karten                              87
Abbildungen                                                                   87
Tabellen                                                                      88
Karten                                                                        88

Impressum                                                                     89
Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund
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Vorwort

               Liebe Leserinnen, liebe Leser,

               Entspannung auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt war auch im
               Jahre 2017 nicht in Sicht. Weiterhin sind das untere sowie das mittlere
               Preissegment als angespannt zu bezeichnen. Auch von den Bürgerinnen
               und Bürgern unserer Stadt wird die Situation so wahrgenommen. Dies
               zeigen die Ergebnisse einer von der Stadt Dortmund durchgeführten
               Bürgerbefragung zum Thema Wohnen.

               Ohne Entwarnung geben zu können, möchten wir an dieser Stelle darauf
               hinweisen, dass die Bemühungen der Stadt Dortmund und vieler enga-
               gierter Wohnungsmarktakteure, der angespannten Wohnungsmarktlage
Ludger Wilde   entgegenzuwirken, erste Früchte tragen. Einige Daten und Fakten aus der
               Wohnungsmarktbeobachtung deuten darauf hin: Die Baufertigstellungen
               konnten fast um die Hälfte gesteigert werden; die Baugenehmigungen
               befinden sich auf einem anhaltend hohen Niveau; im Zusammenspiel mit
               einem moderaten Bevölkerungs- und Haushaltswachstum konnte eine
               weitere Verringerung der Leerstandsquote zunächst gestoppt werden.
               Auch die intensiven Förderaktivitäten im sozialen Wohnungsbau werden
               sich zukünftig auszahlen. Die in den vergangenen Jahren geförderten
               Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen werden nach und nach
               realisiert. Dadurch kann ein weiteres starkes Abschmelzen der Sozial-
               wohnungsbestände zunächst etwas gebremst werden.

               Der Dank an alle Akteure, die dazu beigetragen haben, wird mit einem
               „Weiter so!“ verbunden. Noch gibt es genug Arbeit, um das gemeinsame
               Ziel „Wohnen für alle“ in Dortmund zu erreichen.

               Wir wünschen Ihnen nun eine interessante Lektüre des
               Wohnungsmarktberichtes 2018.

Thomas Böhm

               Ludger Wilde                               Thomas Böhm
               Dezernent für Umwelt,                      Leiter des Amtes für
               Planen und Wohnen                          Wohnen und Stadterneuerung

                                                                                         7
Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund
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Wohnungsmarktbericht 2018

„Für die eilige Leserin, für den eiligen Leser …“

     Nachfrageüberhang, Baukosten und Co. sorgen für hohe Immobilienpreise
     Das Kaufinteresse und der Wunsch nach Eigentumserwerb – zur Selbst-
     nutzung oder als Kapitalanlage – sind weiterhin ungebrochen. Im Zusam-
     menspiel mit den nach wie vor niedrigen Kapitalmarkt- bzw. Hypothe-
     kenzinsen, den für den Neubau relevanten hohen Baukosten und dem
     knappen Immobilienangebot sorgen sie für steigende Angebotspreise in
     nahezu allen Segmenten. Besonders deutlich war dies im Segment der
     frei stehenden Einfamilienhäuser im Bestand mit einem Plus von rund
     31.000 € bzw. 8,6 % festzustellen.

     Der Anstieg für neu gebaute frei stehende Einfamilienhäuser fiel 2017 mit
     3,8 % bzw. rund 14.000 € gegenüber dem Vorjahr etwas moderater aus. In
     den letzten fünf Jahren war in diesem Segment die Entwicklungsdynamik
     der Angebotspreise mit einem Anstieg um rund 30 % jedoch am höchsten.

     Auch die Angebotspreise für Bestands-Eigentumswohnungen ziehen weiter
     leicht an und lagen im Median bei rund 1.340 €/m². Im Segment der neu
     gebauten Eigentumswohnungen hingegen scheint sich die hohe Preisdyna-
     mik etwas abzuschwächen. Der Median der Angebotspreise ist das zweite
     Mal in Folge gesunken und betrug 2017 rund 2.680 €/m².

     Wohnungsbauoffensive zeigt erste Erfolge
     Die Zahl der Baufertigstellungen erhöhte sich von 2016 auf 2017 um
     über 45 % auf 1.475 Wohnungen. Dortmund nähert sich damit dem selbst
     gesteckten Ziel jährlich ca. 2.000 Wohnungen fertigzustellen, um den
     steigenden Bedarf zu decken.

     Die Zahl der genehmigten Wohnungen befindet sich mit 1.623 nach wie
     vor auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr gab es zwar einen
     leichten Rückgang, dieser fiel jedoch mit 9,5 % deutlich geringer aus als
     der landesweite Rückgang von 21,1 %.

     Wie schon in den beiden Vorjahren konnten auch 2017 wieder mehr
     Wohnraumfördermittel für Dortmunder Projekte abgerufen werden,
     als in der zwischen der Stadt Dortmund und dem Land NRW getroffenen
     Vereinbarung zum Globalbudget festgeschrieben. Mit einem Rekorder-
     gebnis von insgesamt 51,1 Mio. € (statt 30 Mio. €) wird die Realisierung
     von geförderten Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen für
     1.013 Wohnungen in den kommenden Jahren unterstützt.

     Großzügiges Angebot an Wohnbauflächen
     Dortmund verfügt über ausreichende und vielfältige Baulandpotenziale.
     Ende 2017 standen rund 188 Hektar Wohnbauflächen in rechtsverbind-
     lichen und in Aufstellung befindlichen Bebauungsplänen zur Verfügung.
     Dort können rund 8.300 Wohnungen entstehen – darunter 6.000 Wohnun-
     gen in Mehrfamilienhäusern und 2.300 Wohnungen in Ein- und Zwei-
     familienhäusern. Flächenengpässe sind nicht zu erwarten.

                                                                                 9
Wohnungsmarktbericht 2018 - Ergebnisse des Wohnungsmarktbeobachtungssystems 2017 - Stadt Dortmund
Wohnungsmarktbericht 2018

       Wohnungsleerstand auf konstant niedrigem Niveau
       Zum Stichtag 31.12.2017 betrug der strukturelle Leerstand in Dortmund
       1,8 %1. Dahinter verbergen sich rund 5.800 Wohnungen, die länger
       als sechs Monate leer standen. Die Zahl der strukturell leer stehenden
       Wohnungen hat sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag leicht um 250
       erhöht. Insgesamt sind das Angebot und damit die Wahlmöglichkeiten
       der Nachfragerinnen und Nachfrager aber zu gering. Die Engpässe in der
       Wohnraumversorgung begünstigen neben anderen Faktoren Preis- bzw.
       Mietsteigerungen und tragen zu einer weiterhin angespannten Situation,
       insbesondere im unteren und mittleren Marktsegment, bei.

       Angebotsmieten ziehen immer weiter an
       Der Aufwärtstrend bei den Angebotsmieten im Wohnungsbestand geriet
       auch 2017 nicht ins Stocken. Der Median der Nettokaltmieten erhöhte sich
       von 6,33 €/m² auf 6,62 €/m² im Vergleich zum Vorjahr. Im Neubaubereich
       stieg der Median innerhalb eines Jahres von 10,16 €/m² auf 10,50 €/m².
       Treiber dieser Entwicklung sind neben der Angebotsverknappung auf
       Grund der steigenden Haushaltszahlen das gute Investitionsklima für
       Modernisierungen im Wohnungsbestand, die hohen Bauwerks- und Ne-
       benkosten (betrifft Neubau und Bestandsinvestitionen) sowie eine hohe
       Angebotszahl von Neubaumietwohnungen in bevorzugten Lagen – wie
       zum Beispiel PHOENIX-See.

       Trotz dieser kontinuierlichen Mietpreissteigerungen liegen die Angebots-
       mieten in Dortmund im bundesdeutschen Vergleich nach wie vor auf
       einem leicht unterdurchschnittlichen Niveau.

       Bevölkerungs- und Haushaltszahlen mit moderatem Anstieg
       Die Dortmunder Bevölkerung wächst weiterhin, jedoch hat sich die
       Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung deutlich abgeschwächt. Am
       Stichtag 31.12.2017 lebten laut der kommunalen Statistik 601.780 Perso-
       nen in Dortmund und somit ca. 600 Personen mehr als im Vorjahr.

       Die Entwicklung der Zahl der in Dortmund lebenden Privathaushalte zeigt
       ein ähnliches Bild: Sie erhöht sich leicht um rund 200 auf 316.080 zum
       Stichtag 31.12.2017.

       Außenwanderungsgewinne fallen geringer aus – erneut negative
       Nahwanderungsbilanz
       Die Außenwanderung umfasst alle Zu- und Fortzüge über die Dortmunder
       Stadtgrenze hinaus. Im Jahr 2017 ergab sich ein positiver Saldo von
       1.580 Personen. Dieser ist jedoch deutlich geringer als im Vorjahr
       (+5.818 Personen).

       Der Nahwanderungssaldo fiel im Jahr 2017 mit minus 734 Personen erneut
       negativ aus und lag damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Sowohl die
       Zahl der zugezogenen Personen mit 6.334 als auch die der Fortgezogenen
       mit 7.075 verringerten sich gegenüber 2016 nur marginal.

       1
           Bezogen auf den Wohnungsbestand 2016.

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Wohnungsmarktbericht 2018

Anhaltend hohe Nachfrage nach preiswertem Wohnraum
Die Zahl der transferleistungsbeziehenden Haushalte bzw. Personen ist im
Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht zurückgegangen. Trotzdem ist die
Nachfragegruppe der Personen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewie-
sen sind, anhaltend groß und sehr heterogen. Besonders angespannt stellt
sich die Situation auf Grund der vielfältigen Konkurrenz und den fehlen-
den Angeboten bei den preiswerten kleinen sowie großen bzw. familien-
gerechten Wohnungen dar.

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass auch Studierende in Dortmund
inzwischen mehr Probleme haben, eine passende bezahlbare Wohnung zu
finden, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Kommunal zugewiesene Flüchtlinge und Asylbewerber
Die Wohnraumversorgung von Flüchtlingen erfolgt über das gesamte
Stadtgebiet verteilt. Rund 7.500 geflüchtete Menschen, die in den letzten
Jahren nach Dortmund gekommen sind, lebten Ende 2017 in Wohnungen.
Davon wohnten 1.630 Flüchtlinge in von der Stadt Dortmund angemiete-
ten Wohnungen. 800 Personen waren zum Stichtag 31.12.2017 noch in der
zentralen kommunalen Unterbringungseinrichtung und in den dezentralen
Übergangseinrichtungen untergebracht.

Ein Großteil der geflüchteten Menschen wird vermutlich in Dortmund
bleiben und Teil der Dortmunder Stadtgesellschaft werden. Es ist in diesem
Zusammenhang weiter von einer erhöhten Wohnraumnachfrage nach
preiswerten Wohnungen, insbesondere für Einzelpersonen und für größere
Familienhaushalte, auszugehen.

                                                                       11
Wohnungsmarktbericht 2018

                                                        Wohnungsmarkt Dortmund auf einen Blick

                                                                                                                                             Vorjah-
                                                                                     2015               2016               2017              resver-
                                                                                                                                              gleich
    Immobilienpreise2 und Mieten3
    Frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser – Neubau                           344.800 €            375.700 €         389.900 €                ä
    Frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser – Bestand                          361.400 €            359.000 €         390.000 €                ä
    Eigentumswohnungen – Neubau                                                      2.850 €/m²         2.796 €/m²          2.681 €/m²           æ
    Eigentumswohnungen – Bestand                                                     1.211 €/m²         1.291 €/m²          1.339 €/m²           ä
    Mietwohnungen – Neubau                                                           10,58 €/m²         10,16 €/m²          10,50 €/m²           ä
    Mietwohnungen – Bestand                                                           6,00 €/m²             6,33 €/m²        6,62 €/m²           ä
    Bodenrichtwert – mittlere Lage       4
                                                                                       235 €/m²             270 €/m²          290 €/m²           ä
    Wohnungsangebot
    Baufertigstellungen (Wohnungen5)                                                     956                1.016             1.475              ä
    Baugenehmigungen (Wohnungen )            5
                                                                                       1.352                1.794             1.623              æ
    Wohnungsbestand6                                                                319.625            320.452                    –              –
    Eigentumsquote7                                                                      23,9                 23,9              24,08            ä
    Strukturelle Wohnungsleerstandsquote           9
                                                                                          1,8                  1,7               1,8  8
                                                                                                                                                 ä
    Geförderter Mietwohnungsbestand                                                  24.627             22.594              22.237               æ
    Geförderte10 Mietwohnungen und Mieteinfamilienhäuser –
                                                                                         353                  261               280              ä
    Neubau
    Geförderte Eigentumsmaßnahmen – Neubau                                                  15                 13                     7          æ
    Geförderte Bestandsmaßnahmen
                                                                                         567                  229               726              ä
    (Wohnungen und Wohnheimplätze)
    Wohnungsnachfrage
    Hauptwohnbevölkerung                                                            596.575            601.150             601.780               ä
    Zahl der Haushalte    11
                                                                                    313.500            315.900             316.080               ä
    Außenwanderungssaldo                                                             +9.093             +5.818              +1.580               æ
    Nahwanderungssaldo                                                                    -96                -734              -741              æ
    Relative innerstädtische Umzugshäufigkeit                                               78                 77                 72             æ
    Arbeitslosenquote     12
                                                                                         12,3                11,6               11,0             æ
    SGB II (Bedarfsgemeinschaften)                                                   44.576             45.127              44.080               æ
    SGB XII (Personen)                                                               11.385             13.238              13.593               ä
    Wohnungssuchende im geförderten Wohnungsbau                                        1.521                1.609             1.890              ä
    Wohngeld (Haushalte)                                                               3.767                5.408             5.312              æ
    Asylbewerberleistungsgesetz (Personen)                                             4.857                5.249             2.815              æ
    Quellen: Amt für Wohnen und Stadterneuerung, Bundesagentur für Arbeit, Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Dort-
    mund, dortmunderstatistik, empirica-Preisdatenbank (Basis: empirica-systeme.de), Information und Technik Nordrhein-Westfalen, Sozialamt
2
    Angebotspreise, Median.                        6
                                                      Wohnungen in Gebäude mit Wohnraum.               11
                                                                                                          Grundlage: wohnberechtigte Bevölkerung
3
    Angebotsmieten, Median, netto kalt.            7
                                                      Anteil der vom (Mit-)Eigentümer/-innen selbst       ohne Personen in Gemeinschaftsunterkünften
4
    Baureife Grundstücke für den individuellen        genutzten Wohnungen.                                (z. B. stationäre Pflegeeinrichtungen, Flücht-
    Wohnungsbau, abgabenfrei.                      8
                                                      Bezogen auf den Wohnungsbestand 2016.               lingsunterkünfte).
5
    Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäu-         9
                                                      Leerstand länger als sechs Monate.               12
                                                                                                          Stand: 30.09.2017.
    den, inkl. Saldo der Umbauten.                 10
                                                      Mit Wohnraumfördermitteln des Landes NRW.

12
Wohnungsmarktbericht 2018

1.   Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
     und Entwicklungen in Deutschland13

     Wohnungsbauinvestitionen
     Seit Jahren ist der Wohnungsbau die bedeutendste Sparte im Baugewerbe.
     Im Jahr 2017 entfielen 61 % (rund 196 Mrd. €) aller Bauinvestitionen auf
     den Wohnungsbau. Insgesamt verzeichnete das deutsche Bauhauptge-
     werbe eine Umsatzsteigerung von 6,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit
     einem Plus von 11,6 % erhöhten sich die Umsätze im Wohnungsbau am
     stärksten. Rund 42 Mrd. € wurden 2017 in dieser Sparte umgesetzt. Der
     Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie der Zentralverband des
     Deutschen Baugewerbes gehen davon aus, dass das anhaltend hohe Niveau
     der Baugenehmigungszahlen – trotz leichtem Rückgang im Jahr 2017 – und
     der weiterhin hohe Bedarf an (Miet-)Wohnungen in Ballungszentren die
     positive Wohnungsbaukonjunktur noch einige Zeit tragen wird. Für 2018
     werden daher weitere Umsatzsteigerungen erwartet.

     Baupreise, Baukosten und Immobilienpreise
     Die Preise für den Neubau von konventionell gefertigten Wohngebäuden
     erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2017 gegenüber 2016 um 3,0 %. Auch
     die Instandhaltung von Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen)
     verteuerte sich und stieg um 3,3 %.

     Der Baukostenindex für Wohngebäude 2017 lag um 2,9 % über dem
     Vorjahreswert. Darunter verzeichneten die Arbeitskosten mit +3,8 % die
     höchste Steigerungsrate.

     Im Jahr 2017 legten die Hauspreise durchschnittlich um 6,5 % zu und die
     Wohnungspreise um gut 10 %. Diese Entwicklung ist nicht nur in den
     Großstädten spürbar, sondern auch zunehmend in kleineren Städten.

     Kapitalmarktbedingungen
     Am Stichtag 01.01.2018 lag der Effektivzinssatz für Wohnungsbaukredite
     mit anfänglicher Zinsbindung von über zehn Jahren bei 1,92 %. Dies
     bedeutet einen minimalen Anstieg um 0,06 Prozentpunkten im Vergleich
     zum Vorjahr.

     Verbraucherpreise und verfügbares Einkommen
     Im Jahresdurchschnitt 2017 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,8 %
     gegenüber 2016. Der Wert liegt damit deutlich über der Steigerungsrate
     von 2015 auf 2016 (+0,5 %). Ursächlich für diese Entwicklung ist der hohe
     Anstieg der Energiekosten gegenüber den Vorjahren um +3,1 %. Die Net-
     tokaltmieten stiegen um 1,7 %. Die Erhöhung liegt somit in etwa auf dem
     gleichen Niveau wie die Steigerungsrate der Verbraucherpreise insgesamt.

     Das verfügbare Jahreseinkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um
     3,9 % gegenüber 2016. Der Anteil der wohnungsbezogenen Ausgaben
     (inkl. Nebenkosten) am verfügbaren Jahreseinkommen betrug wie schon
     bereits im Vorjahr 20,6 %. Die Sparquote stieg 2017 auf 9,9 % an und lag
     damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

     13
          Quellen: Statistisches Bundesamt, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Zentralverband des
          Deutschen Baugewerbes, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research (jeweils 2018).

                                                                                                    13
Wohnungsmarktbericht 2018

                                2.    Grundstücks- und Immobilienmarkt

                                2.1   Bodenumsätze in Dortmund

                                      Die Gesamtzahl der Kauffälle für bebaute und unbebaute Grundstücke
                                      sowie Erbbaurechte in Dortmund ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um
                                      9,1 % auf 4.515 gesunken. Der Rückgang trifft alle in der folgenden
                                      Tabelle betrachteten Teilmärkte.

		                                    Tab. 1: Kaufverträge nach Teilmärkten

                                                                          2013         2014         2015        2016         2017

Gesamtzahl der Kaufverträge14                                             4.671       5.227        4.705        4.968       4.515

Auswertung der Kaufverträge nach Teilmärkten
darunter:

Eigentumswohnungen                                                        1.923       2.366        1.954        2.239       1.878

Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser                                 1.171       1.367        1.099        1.196       1.093

Mehrfamilienhäuser                                                          504         571          480          490         482

Unbebaute Grundstücke für Wohnzwecke                                        295         329          249          271         260

                                		    Quelle: Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Dortmund

                                      Am deutlichsten fiel die Abnahme der Zahl der Kaufverträge im Segment
                                      der Eigentumswohnungen aus: Im Jahr 2017 wurden 1.878 Kaufverträge für
                                      Eigentumswohnungen abgeschlossen; 16,1 % weniger als im Vorjahr. Beim
                                      individuellen Wohnungsbau und den unbebauten Grundstücken für Wohn-
                                      zwecke sank die Zahl der Kaufverträge etwas moderater um 8,6 % bzw.
                                      4,1 %. Für die Veräußerung von Mehrfamilienhäusern wurden im letzten
                                      Jahr 260 Kaufverträge abgeschlossen. Der Wert blieb in etwa auf dem Niveau
                                      von 2016.

                                      14
                                           Hierin enthalten sind auch Kaufverträge für unbebaute Grundstücke zur gewerblichen Nutzung
                                           sowie für Erbbaurechte.

                                                                                                                                    15
Wohnungsmarktbericht 2018

         Die Bodenrichtwerte für baureife Grundstücke für den individuellen Woh-
         nungsbau sind weiter angestiegen. Einen Überblick über die Bodenrichtwerte
         gibt die folgende Tabelle:

		 Tab. 2: Bodenrichtwerte gemäß § 13 Abs. 1
			        Gutachterausschussverordnung NRW

                                                                gute       Entwick- mittlere     Entwick- mäßige   Entwick-
                                                                Lage       lung zum Lage         lung zum Lage     lung zum
                                                                (€/m²)     Vorjahr  (€/m²)       Vorjahr  (€/m²)   Vorjahr

          Baureife Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau15

          Frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser
          Grundstücksfläche:                                       460         ä           290      ä       200       ä
          450–700 m²
          Doppelhaushälften und Reihenendhäuser
          Grundstücksfläche:                                       460         ä           290      ä       200       ä
          300–360 m²
          Reihenmittelhäuser
          Grundstücksfläche:                                       460         ä           290      ä       200       ä
          180–220 m²
          Baureife Grundstücke für Geschosswohnungsbau15

          Wohnungen oder Mischnutzungen
          mit einem gewerblichen Anteil bis 20 %
          des Rohertrages                                          450          –          270      –       185       –
          Geschossflächenzahl ca. 1,2
          Geschosse: III

		 Quelle: Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Dortmund –
			        Grundstücksmarktbericht 2018

         Die Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau erhöhten sich in
         guten Lagen um 10 €/m² auf 460 €/m² und in mittleren Lagen um 20 €/m²
         auf 290 €/m². Die Bodenrichtwerte für den mehrgeschossigen Wohnungsbau
         sind in allen Lagebereichen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Im
         Fünf-Jahres-Vergleich lässt sich ein erheblicher Anstieg der Bodenrichtwerte
         sowohl in den unterschiedlichen Lagekategorien des individuellen Woh-
         nungsbaus als auch des mehrgeschossigen Wohnungsbaus feststellen. Der
         größte Anstieg der Bodenrichtwerte ist dabei in mittleren Lagen des indivi-
         duellen Wohnungsbaus mit einer Steigerung von 26 % auszumachen. In den
         anderen Lagen liegen die Anstiege zwischen 12 und 19 %.

         15
              Abgabenfrei (Erschließungsbeiträge nach § 127 BauGB und Ausgleichsbeträge nach
              §§ 135 a bis 135 c – Naturschutzbeiträge).

16
Wohnungsmarktbericht 2018

                   2.2     Immobilienpreisentwicklung in Dortmund

                           Die empirica-Preisdatenbank stellt die Grundlage für die folgenden Aus-
                           führungen zu der Immobilienpreisentwicklung in Dortmund dar. Hinsicht-
                           lich der Datenvalidität zeigt sich in den letzten Jahren ein Rückgang der
                           auswertbaren Immobilieninserate. Für das Jahr 2017 wurden rund 3.700
                           Immobilieninserate – und somit rund 300 weniger als im Vorjahr – aus
                           diversen Internetplattformen erhoben und ausgewertet. Dies hat zur Folge,
                           dass in einzelnen Segmenten die Grundgesamtheit zu klein ist, um belast-
                           bare Aussagen treffen zu können, so z. B. im Segment der neu gebauten
                           Reihenhäuser. Generell könnte der Rückgang der im Internet zum Verkauf
                           angebotenen Immobilien ein Indiz für die zunehmende Knappheit auf dem
                           Dortmunder Wohnungsmarkt sein.

                           Ein- und Zweifamilienhäuser
                           Die Anspannung der letzten Jahre auf dem Dortmunder Eigentumsmarkt
                           setzt sich im Jahr 2017 fort. Dies wird an den steigenden Entwicklungslinien
                           in nahezu allen Segmenten des individuellen Wohnungsbaus deutlich.

                           Eine Ausnahme stellen die neu gebauten Doppelhaushälften mit einem
                           konstanten Preisniveau von ca. 284.000 € dar. Für Doppelhaushälften im
                           Bestand gibt es hingegen einen deutlichen Preisanstieg gegenüber 2016
                           um rund 20.000 € auf nun 295.000 €. Im Fünf-Jahres-Vergleich zeigt sich
                           jeweils ein Plus für Bestandsobjekte von über 23 % und für Neubauobjekte
                           von rund 15 %.

                           Abb. 1: Entwicklung der Angebotspreise für Einfamilienhäuser

400.000 €                                                                                          390.000 €
                                                                                                   389.900 €

350.000 €

300.000 €
                                                                                                   295.000 €
                                                                                                   284.200 €

250.000 €
                                                                                                   227.775 €

200.000 €

150.000 €
            2013         2014                     2015                      2016                2017
                                       DHH Neubau                  frei stehende EFH Neubau        RH Bestand
                                       DHH Bestand                 frei stehende EFH Bestand

                   		      Quelle: empirica-Preisdatenbank (Basis: empirica-systeme.de)

                           Die frei stehenden Einfamilienhäuser im Bestand erfahren den deutlichsten
                           Anstieg der Angebotspreise um rund 31.000 € bzw. 8,6 % im Vergleich zum
                           Vorjahr. Mit einem Plus von 3,8 % bzw. rund 14.000 € fällt der Anstieg für
                           neu gebaute frei stehende Einfamilienhäuser etwas moderater aus. Die

                                                                                                               17
Wohnungsmarktbericht 2018

                              Angebotspreise für frei stehende Einfamilienhäuser im Bestand und im
                              Neubau liegen nun wieder auf einem Niveau. In diesem Segment war die
                              Entwicklungsdynamik der Angebotspreise in den letzten fünf Jahren mit
                              einem Anstieg um rund 30 % am höchsten.

                              Die Angebotspreise für Bestandsreihenhäuser setzen die steigende
                              Tendenz der letzten Jahre fort. Sie werden im Median nun für rund
                              228.000 € und somit rund 6 % teurer als im Vorjahr angeboten. Die Preis-
                              entwicklung im Neubau hingegen ist auf Grund der geringen Angebots-
                              zahl nicht repräsentativ.

                              Angesichts der nach wie vor günstigen Hypothekenzinsen und des knapper
                              werdenden Immobilienangebotes ist der aufgezeigte Preisanstieg nachvoll-
                              ziehbar. Das Kaufinteresse ist weiterhin ungebrochen und zeigt die hohe
                              Bedeutung der Immobilie als Anlageform sowohl für Selbstnutzerinnen
                              und Selbstnutzer als auch für Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger.

                              Dehnt man den Analyseraum über das Dortmunder Stadtgebiet weiter aus,
                              so zeigt sich in allen 15 Dortmunder Umlandgemeinden (mit Ausnahme
                              von Herdecke) eine Erhöhung der Angebotspreise für Einfamilienhäuser
                              (frei stehend, Reihenhäuser, Doppelhäuser im Neubau und Bestand) inner-
                              halb der letzten drei Jahre. In der Intensität der Preissteigerungen zeigen
                              sich jedoch Differenzen: So gab es in der kreisangehörigen Gemeinde Wal-
                              trop einen Anstieg um 17,8 % und in Kamen und Bergkamen um jeweils
                              13,3 %. In Holzwickede und Schwerte hingegen blieben die Angebotsprei-
                              se mit einem leichten Plus von 1,7 % und 2,9 % auf einem stabilen Niveau.
                              In Dortmund gibt es im Drei-Jahres-Vergleich einen Angebotspreisanstieg
                              um 6,2 %. Dieser fällt etwas geringer aus als in der benachbarten Groß-
                              stadt Bochum mit +10,3 %.

                              Abb. 2: Entwicklung der Angebotspreise für Einfamilienhäuser in
                                      Dortmund und den Umlandgemeinden 2015 bis 2017

                       2.500

                       2.000
 Angebotspreise in €

                       1.500

                       1.000

                         500

                              0
                                                                                  ke
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                                                                                ec

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                                                                                        itt

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                                                                                                              am
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                                                                       He

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                                                                                                                                   Lü
                                                       Ha

                                                               Ha
                              Ra

                                                                                                                                                            rtm
                                         al

                                                                                                                                          hw
                                                                               rd

                                                                                                                             Ka
                                                                                       W

                                                                                                  Ise
                                                Bo

                                                                                                            k
                                        W

                                                                             He
                            p-

                                                                                                                 lzw
                                                                                                         rg

                                                                                                                                          Sc

                                                                                                                                                       Do
                         tro

                                                                                                         Be

                                                                                                                Ho
                          s
                       Ca

                                                                                                                                           2015      2016         2017

		                            Quelle: empirica-Preisdatenbank (Basis: empirica-systeme.de)

18
Wohnungsmarktbericht 2018

                                                      Die genannten Preisanstiege in den kreisangehörigen Gemeinden, wie
                                                      z. B. Waltrop, Kamen und Bergkamen, haben zur Folge, dass sich die in der
                                                      Vergangenheit teilweise sehr deutlichen Preisunterschiede zu Dortmund
                                                      etwas abmildern. Mögliche Auswirkungen auf das Nahwanderungsverhal-
                                                      ten können zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeleitet werden. Hierzu muss
                                                      die mittelfristige Preisentwicklung abgewartet werden, um zu schauen, ob
                                                      sich das möglicherweise annähernde Preisniveau auf die Kauf- bzw. Wohn-
                                                      standortentscheidungen und dem damit verbundenen Umzugsverhalten
                                                      der Menschen auswirkt. Eine für 2019 geplante Wanderungsmotivunter-
                                                      suchung der Stadt Dortmund soll weitere Hinweise bezüglich der Umzugs-
                                                      gründe und -motivationen liefern.

                                                      Eigentumswohnungen
                                                      Im Segment der Eigentumswohnungen scheint sich die Anfang der 2010er-
                                                      Jahre einsetzende hohe Preisdynamik etwas abzuschwächen. Im untersten
                                                      und unteren Preissegment sind die Angebotspreise in den letzten drei Jah-
                                                      ren nahezu konstant. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die An-
                                                      gebotspreise für Bestandseigentumswohnungen in diesem Zeitraum leicht
                                                      angestiegen sind und nun erstmalig im Median über 1.300 €/m² liegen.

                                               		 Abb. 3: Entwicklung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen
                                               				       2008 bis 2017

       3.750

       3.250

       2.750
€/m2

                Oberer Rand der Preisspanne
       2.250
                Mittlere 50 % des Angebots

                Mittelwert Neubau
       1.750
                Unterer Rand der Preisspanne

       1.250
               Mittlerer Bestand

        750
          2008              2009             2010       2011          2012          2013         2014          2015          2016        2017

                                               		     Quelle: empirica-Preisdatenbank (Basis: empirica-systeme.de; bis 2011: IDN ImmoDaten GmbH)

                                                      Insgesamt ist festzustellen, dass sich die im Vorjahr abzeichnende Preissta-
                                                      bilisierung anhand der aktuellen Preisentwicklung anscheinend bestätigt
                                                      hat. Der Angebotspreisanstieg der letzten Jahre scheint – zumindest im
                                                      Segment der neu gebauten Eigentumswohnungen – zum Stillstand ge-
                                                      kommen zu sein. Hierfür werden die rege Neubautätigkeit und die damit
                                                      einhergehende Angebotssteigerung in diesem Segment mitverantwortlich
                                                      sein. Es bleibt zu beobachten, ob sich im hochpreisigen Segment eine ge-
                                                      wisse Marktsättigung abzeichnet.

                                                                                                                                             19
Wohnungsmarktbericht 2018

       Das stadtweite Preisgefüge für Eigentumswohnungen im Bestand wird in
       Karte 1 abgebildet. Die Aussagen beziehen sich auf die räumliche Ebene
       der 62 Statistischen Bezirke. Aus Gründen der Datenverfügbarkeit wurden
       Immobilieninserate aus den Jahren 2016 und 2017 zusammengefasst. Für
       die 39 in der Karte weiß dargestellten Statistischen Bezirke können keine
       belastbaren Aussagen getroffen werden, da für sie weniger als 15 Inserate
       zur Auswertung vorlagen.

		     Karte 1: Mittlere Angebotspreise für Bestandseigentumswohnungen

                                                                                                        Mittlere Angebotspreise Bestands-ETW
                                                                                                        Inserate aus 2016 und 2017

                                                                                                           1.700 bis unter 2.800 €/m2 (6)
                                                                                                           1.100 bis unter 1.700 €/m2 (13)
                                                                                                           unter 1.100 €/m2            (4)
                                                                                                           keine ausreichende
                                                                                                           Angebotszahl               (39)

		     Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der empirica-Preisdatenbank (Basis: empirica-systeme.de)

20
Wohnungsmarktbericht 2018

Der gesamtstädtische Median der Jahre 2016/2017 liegt bei 1.417 €/m² und
ist konstant zum vorherigen Betrachtungszeitraum 2015/2016. Die in den
Vorjahren beschriebene Preisdifferenz innerhalb des Dortmunder Stadtge-
bietes ist nach wie vor ausgeprägt: Die der Preiskategorie unter 1.100 €/m²
angehörigen Statistischen Bezirke Oestrich, Jungferntal-Rahm, Scharnhorst-
Ost und Nordmarkt liegen alle im nördlichen Stadtgebiet. Die Statistischen
Bezirke der Preiskategorie 1.700 bis unter 2.800 €/m² befinden sich jedoch
– mit Ausnahme von Husen-Kurl – im Süden der Stadt Dortmund.

Das räumliche Gefüge der Preiskategorien hat sich nur marginal verän-
dert: Brechten gehört mit 1.450 €/m² wieder der mittleren Preiskategorie
an, Scharnhorst-Ost rutscht trotz konstanter Angebotspreise auf Grund
einer Veränderung der Klasseneinteilung in die untere Preiskategorie und
Husen-Kurl wird erstmalig auf Grund der hohen Angebotszahlen in die
Auswertung mit aufgenommen und liegt mit 2.450 €/m² in der oberen
Preiskategorie.

Nach wie vor werden in Oestrich mit 645 €/m² die Bestandseigentumswoh-
nungen zum niedrigsten Preis angeboten. In den Statistischen Bezirken
Jungferntal-Rahm, Scharnhorst-Ost und Nordmarkt liegen die Angebots-
preise knapp über 1.000 €/m².

Die höchsten Angebotspreise werden in Kirchhörde-Löttringhausen mit
2.750 €/m² aufgerufen. Es folgt der Statistische Bezirk Westfalenhalle mit
2.085 €/m², der auf den ersten Blick zwar einen Angebotspreisrückgang
verzeichnet, aber bei genauerem Hinsehen auch einen deutlichen Rück-
gang der Zahl der angebotenen Immobilien. Dies könnte ein Indiz für die
zunehmende Knappheit auf dem lokalen Wohnungsmarkt „Kreuzviertel“
sein, sodass die tatsächlich erzielten Preise mit hoher Wahrscheinlichkeit
über diesem Niveau liegen. Auch in dem mit 2.400 €/m² weiterhin der obe-
ren Preiskategorie angehörenden Statistischen Bezirk Hörde ist die Zahl der
angebotenen Immobilien deutlich zurückgegangen, was die zunehmende
Knappheit auf Grund der hohen Nachfrage nach Wohnen am und um den
PHOENIX See widerspiegelt.

Ergebnis:
Die Entwicklungslinien der Angebotspreise zeigen in nahezu allen
Segmenten des individuellen Wohnungsbaus deutlich nach oben. Die
Anspannung der letzten Jahre auf dem Dortmunder Eigentumsmarkt
setzt sich also auch im Jahr 2017 fort. Besonders deutlich wird dies im
Segment der frei stehenden Einfamilienhäuser im Bestand mit einem Plus
von rund 31.000 € bzw. 8,6 %. Der Anstieg für neu gebaute frei stehende
Einfamilienhäuser ist mit einem Anstieg um 3,8 % bzw. rund 14.000 €
etwas moderater. Insgesamt war in diesem Segment die Entwicklungs-
dynamik der Angebotspreise in den letzten fünf Jahren mit einem
Anstieg um rund 30 % am höchsten.

Diese Preisanstiege zeigen sich auch in den Dortmunder Umlandgemein-
den, jedoch ist die Intensität sehr unterschiedlich. Ob und wenn ja, in
welchem Maße dies Einfluss auf die Wohnstandortentscheidung poten-
zieller Immobilienkäufer haben wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht
eingeschätzt werden.

                                                                          21
Wohnungsmarktbericht 2018

        Bei den Bestandseigentumswohnungen setzte sich die moderate Steige-
        rung der Angebotspreise auch im Jahre 2017 fort. Diese lagen im Mittel
        bei 1.339 €/m². Im Segment der neu gebauten Eigentumswohnungen
        hingegen hat sich die Anfang der 2010er-Jahre einsetzende hohe Preis-
        dynamik etwas abgeschwächt. Der Median der Angebotspreise sank
        2017 gegenüber dem Vorjahr um 4,1 % auf 2.681 €/m² – liegt damit im
        Zeitvergleich aber noch immer auf einem hohen Niveau.

        Das Kaufinteresse und der Wunsch nach Eigentumserwerb sind weiterhin
        ungebrochen. Angesichts der nach wie vor günstigen Hypothekenzinsen,
        der für den Neubau relevanten hohen Baukosten und des knappen Immo-
        bilienangebotes ist die beschriebene Preisentwicklung nachvollziehbar.

2.3     Grundstücks- und Immobilienmarkt im regionalen Vergleich

        Die Grundstücks- und Immobilienpreise sind ein wesentlicher Entschei-
        dungsfaktor im Rahmen der Standortsuche potenzieller Bauherren oder
        Investoren. Neben den persönlich gewichteten Anforderungen an die Lage
        und die Infrastruktureinrichtungen entscheiden letztlich – neben persön-
        lichen Präferenzen und möglicherweise Imagefaktoren – die Grundstücks-
        kosten über einen möglichen Kauf.

2.3.1   Unbebaute Grundstücke

        Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Land Nordrhein-
        Westfalen veröffentlicht jährlich die typischen Baulandpreise unbebauter
        Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau und den Geschosswoh-
        nungsbau. Der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2017 bezieht sich auf
        den Betrachtungszeitraum vom 01.01.2016 bis zum 01.01.2017.

        Einen landesweiten Überblick über das Bodenpreisniveau für Baugrund-
        stücke für den individuellen Wohnungsbau in mittleren Lagen gibt die
        folgende Karte 2. Die Preisspreizung ist landesweit sehr groß mit Beträgen
        zwischen unter 50 €/m², z. B. in einigen Gemeinden in der Eifel und im Sau-
        erland und bis zu 680 €/m² in Düsseldorf. Auf dem Wohnungsmarkt Ruhr
        ist diese Spreizung mit 100 €/m² in Breckerfeld und 310 €/m² in Essen zwar
        geringer, jedoch sehr deutlich spürbar. Insgesamt liegt das Preisgefüge
        der kreisfreien Städte mit durchschnittlich 233 €/m² deutlich über dem der
        Kreise mit 177 €/m².

22
Wohnungsmarktbericht 2018

     Karte 2: Preisniveau 2016 für Baugrundstücke für frei stehende Ein-
              und Zweifamilienhäuser in mittleren Wohnlagen – Gemeinde-
              gliederung NRW

                 DO

                                                                  Preisniveau
                                                                  2016
                                                                  in € /m2

                                                                     351 bis 680
                                                                     301 bis 350
                                                                     251 bis 300
                                                                     201 bis 250
                                                                     151 bis 200
                                                                     101 bis 150
                                                                      51 bis 100
                                                                       unter 50

		   Quelle: Grundstücksmarktbericht NRW 2017

     In vielen der aufgelisteten kreisfreien Städte stieg das Preisniveau 2016 im
     Vergleich zum Vorjahr leicht bis teilweise deutlich an (vgl. Tab. 3 Typische
     Baulandpreise für baureife Grundstücke in ausgewählten Städten). So er-
     höhten sich die Preise für Baugrundstücke für den individuellen Wohnungs-
     bau in mittleren Lagen in Bochum um 10 €/m² und in Dortmund sogar um
     35 €/m². Die Bodenpreise in Düsseldorf stiegen deutlich um 60 €/m².

     In den aufgeführten kreisangehörigen Gemeinden ist das Baulandpreis-
     niveau als konstant bzw. leicht steigend zu bewerten. So gab es z. B. bei
     den mittleren und guten Lagen in Castrop-Rauxel Preisanstiege um jeweils
     20 €/m² und in Waltrop und Lünen um jeweils 10 €/m².

                                                                                23
Wohnungsmarktbericht 2018

		 Tab. 3: Typische Baulandpreise für baureife Grundstücke in ausgewählten
			        Städten

                               Individueller Wohnungsbau                                                                                  Geschosswohnungsbau

                               (Ein- und Zweifamilienhäuser)                                                                              (Mietwohnungen oder gemischte
                                                                                                                                          Nutzung mit einem gewerblichen
                                                                                                                                          Anteil bis 20 % des Rohertrages)
                                                                       2016                                                                                                        2016
                                                     zum Vorjahr

                                                                                          zum Vorjahr

                                                                                                                            zum Vorjahr

                                                                                                                                                                 zum Vorjahr

                                                                                                                                                                                                      zum Vorjahr

                                                                                                                                                                                                                                        zum Vorjahr
                                         Vergleich

                                                                              Vergleich

                                                                                                                Vergleich

                                                                                                                                                     Vergleich

                                                                                                                                                                                          Vergleich

                                                                                                                                                                                                                            Vergleich
                              einfache                             mittlere                             gute                              einfache                             mittlere                             gute
                                Lage                                Lage                                Lage                                Lage                                Lage                                Lage
                                €/m²                                €/m²                                €/m²                                €/m²                                €/m²                                €/m²

 Kreisfreie Städte
 Bochum                          235       ßà                        285            ä                    355          ä                     220            ä                     280            ä                    350           ä
 Dortmund                        185       ßà                        270            ä                    450          ä                     185            ä                     270            ä                    450           ä
 Düsseldorf                      520           ä                    680             ä                   1.150         ä                     520            ä                    610             ä                   1.150          ä
 Essen                           160       ßà                       310         ßà                       430          ä                     205        ßà                        310        ßà                       390       ßà
 Hagen                           110       ßà                        175            ä                    250          ä                     110        ßà                        160            ä                    180           ä
 Kreisangehörige Städte
 Castrop-Rauxel                  170           ä                     210            ä                    250          ä                     155            ä                     210            ä                    230           ä
 Herdecke                                                           195         ßà                       240      ßà                        155        ßà                        185        ßà                       210       ßà
 Holzwickede                     120       ßà                        180            ä                    200      ßà
 Lünen                           145           ä                     190            ä                    250          ä                     140            ä                     160            ä                    185           ä
 Schwerte                        135       ßà                        190        ßà                       225      ßà
 Unna                            160           ä                     190        ßà                       260          ä                     150            ä                     160            ä                    220           ä
 Waltrop                         190           ä                     210            ä                    230          ä                     190            ä                     210            ä                    250           ä
 Witten                          160           ä                    190             æ                    230      ßà                        145        ßà                        175            æ                    190           æ

		        Quelle: Grundstücksmarktbericht NRW 2017

          Die Preise für Baugrundstücke des Geschosswohnungsbaus stiegen in den
          kreisfreien Städten teilweise sehr deutlich. So erhöhten sich die Preise in
          Dortmund in einfachen Lagen um 30 €/m² auf 185 €/m² und in guten Lagen
          sogar um 60 €/m² auf nun 450 €/m². Eine vergleichbare Preisentwicklung
          zeigt sich in der Nachbarstadt Bochum, wohingegen in Essen die Preise
          konstant blieben. In Düsseldorf stiegen die Baulandpreise für den Geschoss-
          wohnungsbau noch weiter an: für Grundstücke in einfachen und mittleren
          Lagen um jeweils 50 €/m² auf 520 €/m² bzw. 610 €/m² und in guten Lagen
          sogar um 100 €/m² auf 1.150 €/m².

          In den kreisangehörigen Gemeinden ist der Preisanstieg für Grundstücke
          des Geschosswohnungsbaus etwas moderater. Mit einem Plus von 20 €/m²
          in den jeweiligen Lagekategorien stiegen sie in Castrop-Rauxel am deut-
          lichsten, in Lünen, Unna und Waltrop erhöhten sie sich um jeweils 10 €/m².

24
Wohnungsmarktbericht 2018

                           2.3.2    Bebaute Grundstücke

                                    Der Immobilienverband IVD Region West e. V. stellt jährlich in seinem
                                    Preisspiegel die Entwicklung auf den Immobilienmärkten in 119 nordrhein-
                                    westfälischen Städten dar. Die folgende Tabelle zeigt die Kaufpreise für
                                    bezugsfreie Bestandseigenheime und Bestandseigentumswohnungen in
                                    mittleren Lagen in neun ausgewählten Städten und deren Entwicklung
                                    zum Vorjahr.

                                    Tab. 4: Kaufpreise (Schwerpunktpreise) für bezugsfreie Bestands-
                                            eigenheime und Bestandseigentumswohnungen in mittleren
                                            Lagen in ausgewählten Städten

                                   Frei stehende              Reihenmittelhäuser            Eigentumswohnung
                                    Eigenheime                   ohne Garage
                                    inkl. Garage
                             ca. 125 m² Wohnfläche          ca. 100 m² Wohnfläche           ca. 70 m² Wohnfläche

                                            Vergleich                      Vergleich                      Vergleich
                                2017           zum            2017            zum            2017            zum
                                              Vorjahr                        Vorjahr                        Vorjahr

Kreisfreie Städte
Bochum                       340.000 €          ä           230.000 €          ä          1.180 €/m2          ä
Dortmund                     365.000 €          ä           230.000 €          ä          1.500 €/m2          ä
Düsseldorf                   550.000 €          ä           400.000 €          ä          2.350 €/m2          ä
Essen                        370.000 €          ä           255.000 €          ä          1.200 €/m2          ä
Hagen                        285.000 €          ä           245.000 €          ä          1.400 €/m2          ä
Weitere Städte/Gemeinden
Holzwickede                  250.000 €          ä           175.000 €          ä          1.300 €/m2          ä
Iserlohn                     180.000 €          ä           170.000 €          ä          1.050 €/m2          ä
Unna                         240.000 €          ä           160.000 €          ä          1.000 €/m2          ä
Witten                       260.000 €          ä           170.000 €          ä            900 €/m2         ßà

                           		  Quelle: Preisspiegel 2017 Wohnimmobilien NRW – Immobilienverband IVD Region West e. V.
                             		        für Nordrhein-Westfalen

                                    Im Jahr 2017 stiegen laut des IVD Preisspiegels in allen betrachteten kreis-
                                    freien Städten die Preise für Bestandsimmobilien, so auch in Dortmund. Mit
                                    einem Plus von 4 % für frei stehende Bestandseigenheime und einem Plus
                                    von 4 % für Bestandsreihenhäuser fällt die Preiserhöhung jedoch etwas
                                    moderater aus als im Vorjahr. In Düsseldorf ist das Preisniveau weiterhin
                                    am höchsten mit 550.000 € für ein frei stehendes Bestandseigenheim in
                                    mittleren Lagen.

                                                                                                                      25
Wohnungsmarktbericht 2018

        Im Segment der Bestandseigentumswohnungen zeigt sich eine vergleich-
        bare Entwicklung. In Dortmund gab es einen Preisanstieg für Bestandsei-
        gentumswohnungen um 3 %, der somit etwas moderater ausfällt als im
        Vorjahr. In Essen hingegen erhöhten sich die Preise um 9 % im Vergleich
        zum Vorjahr.

        Die skizzierte Preisentwicklung zeigt sich auch in den aufgeführten kreisan-
        gehörigen Gemeinden. Das Preisniveau liegt jedoch weiterhin deutlich un-
        ter dem der kreisfreien Kommunen. Dies könnte im Zuge der Wohnstand-
        ortentscheidung von Kaufinteressenten ein Entscheidungsfaktor für den
        Erwerb einer Immobilie in einer der Dortmunder Umlandgemeinden sein.

        Ergebnis:
        In Dortmund und in den Vergleichsstädten setzt sich die hohe Dynamik
        in der Preisentwicklung fort: Sowohl die Baulandpreise als auch die Kauf-
        preise laut des IVD Preisspiegels steigen an. In der Intensität der Preisstei-
        gerungen gibt es jedoch lokal deutliche Unterschiede. Nach wie vor ist
        Düsseldorf Spitzenreiter mit den höchsten Preisen.

2.4     Städtisches Baulandmanagement

2.4.1   Wohnbauflächenpotenziale

        Im Vergleich zu vielen anderen Ruhrgebietsstädten verfügt Dortmund
        über ein umfangreiches Flächenangebot für den Wohnungsneubau. Laut
        Flächeninformationssystem Ruhr des Regionalverbandes Ruhr sind die
        Dortmunder Wohnbauflächenpotenziale etwa dreimal höher als die der
        Stadt Essen.

        Das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt führt eine regelmäßige Erhe-
        bung und detaillierte Analyse des Dortmunder Baulandangebotes durch.
        Ende des Jahres 2017 standen im Dortmunder Stadtgebiet folgende
        Wohnbauflächenpotenziale zur Verfügung:

        • Rund 95 Hektar Wohnbauflächen für ca. 4.600 Wohnungen in
          rechtsverbindlichen Bebauungsplänen
        • Rund 93 Hektar Bruttowohnbauflächen (einschließlich Grün- und
          Erschließungsflächen) für ca. 3.700 Wohnungen befinden sich im
          Aufstellungsverfahren
        • Rund 47 Hektar für ca. 3.400 Wohnungen als Baulandreserve in
          sogenannten Baulücken (§ 34 Baugesetzbuch)

        Zusätzlich weist der Flächennutzungsplan eine Planungsreserve von
        rund 220 Hektar aus, die einer Wohnbebauung mit ca. 6.300 Wohnungen
        zugeführt werden können.

        Die rechtsverbindlichen und in Aufstellung befindlichen Bebauungspläne
        bieten Wohnbauflächen für den Neubau von rund 2.300 Wohnungen in
        Ein- und Zweifamilienhäusern sowie für rund 6.000 Geschosswohnungen.

26
Wohnungsmarktbericht 2018

                                                               Der eindeutige Überhang der Geschosswohnungen gegenüber dem Ein-
                                                               familienhausbau ist der angespannten Wohnungsmarktsituation und der
                                                               damit verbundenen Bedarfslage für (bezahlbaren) Wohnraum geschuldet.

                                                               Die aktuellen Baulandpotenziale verteilen sich sehr unterschiedlich auf die
                                                               zwölf Dortmunder Stadtbezirke.

                                                               Abb. 4: Wohnbauflächenpotenziale in den zwölf Stadtbezirken 2017
                                                               		      (rechtsverbindliche und in Aufstellung befindliche B-Pläne)

            1.800
            1.600                                                                                                  1.560

            1.400
            1.200                                                         1.059
Wohnungen

            1.000
             800                        661
                                                              604                                                                 566
             600                                                                                      500
                                  404
             400     307                      294 320   234                                                                                              251 239    263
                           233                          234         160
                                                                    160                                                                  200
             200                                                                                             115
                                                                                                              55                                                          154
                                                                                   46 46         0                           0                    55
               0
                                                                                                 d

                                                                                                                                              d
                                                                                                                             t

                                                                                                                                                          de
                                                                     e

                                                                                                                                                                    rst
                                                                                   de
                                                         h
                         k

                                               g

                                                                                                                 st
                                      l

                                                                                                                             es
                                                                                                 or

                                                                                                                                         un
                                  ke

                                                                     rd
                                                        uc
                     ec

                                              in

                                                                                                             -O

                                                                                                                                                        ge

                                                                                                                                                                    ho
                                                                                  ar

                                                                                                                           -W
                                                                                             -N
                                                                    Hö
                                              Ev
                                 ac
                    rb

                                                        br

                                                                                                                                        rtm
                                                                                                            dt
                                                                                  ck

                                                                                                                                                       en

                                                                                                                                                                   rn
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                                                                                                     In
                                                                                       In

                                                                                                                 In

                                                                                                                             Lü

                                                                                                                        Einfamilienhäuser              Geschosswohnungsbau

                                                   		          Quelle: Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Stand: Dezember 2017

                                                               Für die große Nachfrage nach Wohnungen in integrierten Lagen im Stadt-
                                                               gebiet konnten speziell in den Innenstadtbezirken West und Ost bedeutende
                                                               Potenziale mobilisiert werden. Namentlich sind in der Innenstadt-West fol-
                                                               gende Projekte hervorzuheben: das „BERSWORDT-QUARTIER“ nahe der B1,
                                                               das „Base Camp“, welches auf einem alten Kaufhausstandort direkt in der
                                                               Dortmunder City entstehen soll und ein Vorhaben am Dortmunder U. Bei al-
                                                               len drei Projekten handelt es sich in erster Linie um Wohnraumschaffung für
                                                               Studierende, oftmals in Form von Einzelapartments. In der Innenstadt-Ost
                                                               werden mit dem „Kronprinzenviertel“, dem „Wohnquartier Mitte“ an der
                                                               Deggingstraße und dem großzügigen Areal des ehemaligen Berufskollegs
                                                               an der Sckellstraße große Flächenumnutzungen entwickelt. Darüber hinaus
                                                               tragen Baulückenschlüsse (z. B. Deggingstraße, Hochbunker an der Ruhr-
                                                               allee) zur weiteren Nachverdichtung bei. Auch die dicht bebaute Innen-
                                                               stadt-Nord verfügt durch die Umnutzungsflächen am Rande der ehemaligen
                                                               Westfalenhütte über ein Entwicklungspotenzial für den Wohnungsneubau.

                                                               Nicht nur in den Innenstadt-, sondern auch in den Außenstadtbezirken, kann
                                                               über Flächenumnutzungen und Nachverdichtungen neuer Wohnraum in
                                                               zentraler Lage erschlossen werden. So werden beispielsweise im Stadtbe-
                                                               zirkszentrum Hombruch zwei größere ehemals gewerblich genutzte Flächen
                                                               für den Wohnungsbau aufbereitet. Dies sind der Standort „Luisenglück“ und
                                                               die ehemalige Gleisfabrik Schreck-Mieves GmbH. Weitere Nachverdichtung

                                                                                                                                                                                27
Wohnungsmarktbericht 2018

        findet hier durch Lückenschlüsse ehemals gewerblich genutzter Flächen
        (z. B. Fruchtbörse Limberg/Lidl an der Baroper Bahnhofstraße) statt. An der
        Harkortstraße wird über ein Planverfahren Wohnungsneubau im Innenbe-
        reich eines Wohnblocks geplant. Durch die Nähe zur Uni bieten sich diese
        Flächen auch für das studentische Wohnen an, welches vereinzelt an einigen
        Standorten durch den Bau von Studentenapartments realisiert werden soll.

        Neben den oben beschriebenen Projekten finden in mehreren Stadtbezir-
        ken Flächenumnutzungen auf abgängigen Sportflächen statt. Auch dort
        entstehen neue Wohnungsangebote ohne zusätzliche Inanspruchnahme
        von Freiraum.

2.4.2   Wohnbauflächenentwicklung in Dortmund

        Die Wohnbauflächenentwicklung in Dortmund verfolgt weiterhin das Ziel,
        auch in Zeiten einer gestiegenen Baulandnachfrage den Anforderungen
        einer nachhaltigen Bodennutzung gerecht zu werden. In der Planung neuer
        Baugebiete ist die Akzentverschiebung der Bautätigkeit zugunsten des Ge-
        schosswohnungsbaus mittlerweile deutlich ablesbar. Bei der Ausweisung von
        neuem Wohnbauland erfolgt in Abhängigkeit von der Lage und baulichen
        Dichte im Wohnumfeld eine angepasste Durchmischung der Bautypologie.

        Insgesamt setzt sich ein wesentlicher Teil der aktuell mobilisierten Bau-
        landpotenziale aus Brachflächenentwicklung, Flächenumnutzungen und
        Baulückenschließungen in integrierten Lagen zusammen. Dem Grundsatz
        „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ wird damit gefolgt.

        Der Planungsansatz vor allem in integrierten Lagen höhere Baudichten
        vorzusehen, steigert nicht nur die Quantitäten, sondern führt auch zur
        qualitativen Ergänzungen (z. B. barrierefreier Wohnraum) in bestehen-
        den Quartieren. Damit verbreitert sich das Wohnungsangebot dezentral
        im gesamten Stadtgebiet. Umzüge in der vertrauten Umgebung werden
        möglich, wenn sich Wohnraumanforderungen ändern. Die Auslastung der
        Infrastruktur- und Nahversorgungsangebote wird abgesichert. Insbesonde-
        re bei den Nachverdichtungsprojekten wird gesteigerter Wert darauf ge-
        legt, mit der Bürgerschaft in den Dialog zu treten. Hierzu hat das städtische
        Planungsdezernat Anfang 2018 ein Beteiligungskonzept vorgelegt, das
        deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Kernpunkt ist,
        dass potenzielle Investoren die betroffene Nachbarschaft frühzeitig in ihre
        Planungen mit einbeziehen.

        25 %-Quote für den geförderten Mietwohnungsneubau
        In Zeiten hoher Wohnraumnachfrage – insbesondere nach preiswertem
        Wohnraum – stellen die Mobilisierung von Flächen, die auf Grund eigen-
        tumsrechtlich mangelnder Verfügbarkeit (noch) nicht zur Entwicklung
        gebracht wurden, und die Förderung der Investitionsbereitschaft
        privater Akteure in den geförderten Geschosswohnungsbau notwendige
        Maßnahmen dar.

        Der Beschluss des Rates vom 10.04.2014 ist eines der wenigen kommunalen
        Steuerungsinstrumente zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dem-
        nach sind im Rahmen der Entwicklung neuer Wohnbauflächen in der Regel

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Wohnungsmarktbericht 2018

25 % der geplanten Wohneinheiten für den geförderten Mietwohnungs-
neubau vorzusehen. Die konsequente Flächensicherung für geförderten
Wohnraum gilt dabei gleichermaßen für Projekte auf städtischen als auch
auf privaten Grundstücken.

Planverfahren zur Entwicklung von Wohnbauflächen brauchen erfahrungs-
gemäß längere Vorlaufzeiten. Dies hat zur Folge, dass bis einschließlich
2017 erst drei Maßnahmen auf Grundlage des Ratsbeschlusses gefördert
werden konnten. Dabei handelt es sich um zwei kleinere Maßnahmen
in Dorstfeld (Arminiusstraße) und Schüren (Adelenstraße) sowie um ein
größeres Projekt der Spar- und Bauverein Dortmund eG mit insgesamt
53 geförderten Wohnungen in Schüren (Teigelbrand).

Für das Jahr 2018 ist die Bewilligung von Wohnraumfördermitteln des
Landes NRW im Rahmen der 25 %-Regelung für Baumaßnahmen in
Hombruch (Harkortstraße) und Hörde (Auf der Kluse) geplant. In den
Jahren 2019 und 2020 wird dann voraussichtlich eine größere Menge an
Wohneinheiten u. a. aus folgenden Flächenentwicklungsverfahren zur
Bewilligung anstehen:

•   In den Börten (Brackel)
•   Rennbahn (Wambel)
•   Niederste Feldweg (Wambel)
•   Kronprinzenviertel (Innenstadt-Ost)
•   Zillestraße (Hombruch)
•   Am Lennhof (Menglinghausen)
•   Alte Benninghofer Straße (Hörde)
•   Sckellstraße (Hörde)
•   Winterkampweg (Eving)

Im Beschluss zur 25 %-Quote hat der Rat die Verwaltung außerdem beauf-
tragt, in den Dialog mit den städtischen Tochterunternehmen zu treten.
Es sollte gemeinsam geprüft werden, inwieweit auf den Grundstücken
der Stadttöchter, für die zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses bereits rechts-
kräftige Bebauungspläne bestanden, geförderter Mietwohnungsneubau
realisierbar sein könnte. Aus diesem Prozess sind bislang zwei geförderte
Neubauprojekte mit insgesamt 60 Wohnungen im Bereich des Südufers des
PHOENIX-Sees entstanden, die zum Teil schon fertig gestellt und bewohnt
sind.

Derzeit investiert die Stadt Dortmund selbst bzw. durch die Dortmunder
Stadtentwicklungsgesellschaft auf städtischen Grundstücken (einschließlich
Sondervermögen) in den sozialen Wohnungsbau. Rund 180 geförderte
Wohnungen werden an den Standorten

• Zum Erdbeerfeld (Mengede)
• Holtestraße (Lütgendortmund)
• Fuchteystraße (Huckarde)

errichtet. Die Objekte am Erdbeerfeld und an der Holtestraße werden
voraussichtlich im Laufe des Jahres 2018 bezugsfertig.

                                                                        29
Wohnungsmarktbericht 2018

       Konzeptverfahren
       Die Stadt Dortmund bietet eigene Grundstücke, für die kein vordringlicher
       städtischer Eigenbedarf besteht, zum Kauf an. Der Ausschuss für Umwelt,
       Stadtgestaltung und Wohnen hat am 07.02.2018 beschlossen, dass der Ver-
       kauf städtischer Grundstücke zum Zweck der Wohnbebauung grundsätzlich
       über ein Konzeptverfahren erfolgt, das neben dem Preis einzelfallbezogen
       diverse Vergabekriterien berücksichtigen soll (z. B. ökologische Aspekte,
       Mobilitätsmanagement, geförderter und preisgedämpfter Wohnraum).
       Außerdem soll bei durchschnittlich 10 % der jährlich angebotenen städ-
       tischen Flächen die Vergabe an Baugemeinschaften zum Festpreis vorge-
       sehen werden. Die Verwaltung wird ein Konzept zur Implementierung des
       Beschlusses in das bisherige Vergabeverfahren entwickeln.

       Informationen über die Grundstücksangebote der Stadt Dortmund können
       unter www.liegenschaftsamt.dortmund.de abgerufen werden.

       Wohnungsbaukoordination – AG Wohnungsbau
       In den Prozessen der Wohnbauflächenentwicklung und Planung von
       Wohnungsbauprojekten spielt die in der Dortmunder Stadtverwaltung
       verankerte AG Wohnungsbau eine wichtige Rolle. In der fachbereichsüber-
       greifenden Arbeitsgruppe werden aktuelle und zukünftige Wohnungs-
       bauprojekte vorgestellt, damit die beteiligten Fachbereiche der Stadtver-
       waltung informiert sind und rechtzeitig die zur Umsetzung der Planungen
       notwendigen Schritte in die Wege leiten können. Dadurch können zeitliche
       Verzögerungen vermieden und Investorinnen und Investoren aktiv bei
       ihren Vorhaben unterstützt werden.

       In Vorbereitung ist eine deutliche Weiterentwicklung der Wohnungsbau-
       koordination. Eine weitere Öffnung gegenüber der Wohnungswirtschaft
       wird mit den Akteuren gemeinsam gestaltet mit dem Ziel, Prozesse zu
       optimieren und zu beschleunigen.

       Ergebnis:
       Dortmund verfügt über ausreichende und vielfältige Baulandpotenziale
       im gesamten Stadtgebiet. Ende 2017 standen rund 188 Hektar Wohnbau-
       flächen in rechtsverbindlichen und in Aufstellung befindlichen Bebauungs-
       plänen zur Verfügung. Dort können rund 8.300 Wohnungen entstehen
       – 6.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 2.300 Wohnungen in
       Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch längerfristig sind keine Flächeneng-
       pässe zu erwarten. Die Akzentverschiebung in der Wohnbauflächenent-
       wicklung zugunsten des (geförderten) Geschosswohnungsbaus wurde in
       den letzten Jahren erfolgreich in der Planung neuer Baugebiete aufge-
       nommen und umgesetzt.

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