MODERN 16.06.2021 - Van Ham Kunstauktionen
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Modern
Auktionen ONLINE ONLY-Auktionen
Frühjahr 2021 Frühjahr 2021
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26. Mai – 7. Juni 2021
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Vorbesichtigung /preview:
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The Olbricht Collection
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Herbst 2021
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Decorative Art
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19. – 22. November 2021
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1 Alexander Zwei Figuren. 1949. Tusche auf leichtem
Karton. 57,5 x 35,5cm. Signiert und
Literatur:
- Archipenko, Alexander: Archipenko – Eduard
2
St. Georg und der Drache. 1959/60. Öl auf
Leinwand. 48,5 x 33cm. Modellrahmen.
Provenienz:
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Archipenko bezeichnet unterhalb der Darstellung links:
Archipenko N.Y. Bezeichnet verso: No 5, By
Archipenko, New York 1949, Drawing in
Fifty Creative Years 1908-1958, New York
1960, Abb.-Nr. 251 (hier mit abweichender
Datierung: 1950)
Bargheer Zu diesem Gemälde liegt eine Bestätigung
von Dr. Wolfgang Henze, Galleria Henze,
Literatur:
- Vgl. Henze, Wolfgang: Eduard
1887 Kiew Indian Ink (Tusche-Zeichnung), 73. 1901 Finkenwerder/ Elbe Lugano, vor. Bargheer – Leben und Werk. Mit einem
1964 New York € 12.000 – 18.000 1979 Hamburg Werkverzeichnis der Gemälde, Campione
Provenienz: $ 14.280 – 21.420 Bei dieser Arbeit handelt es sich um einen d‘Italia 1979, WVZ.-Nr. G 1960/3 (Mosaik)
- Privatsammlung Hessen Entwurf für das Mosaik im Hause Georg A.
L. Schünemann, Bremen. € 5.000 – 7.000
$ 5.950 – 8.330
Modern(1887– 1985) Marc
Chagall
Der Künstler gehört zu den Hauptver-
tretern des gegenständlichen Expres-
sionismus. In seinen poetisch-phan-
tastischen Bildern kombiniert er auf
präsurrealistische Weise traumartige
Szenarien und symbolische Motive, die
geprägt sind von der jüdischen Religion
und der russischen Volkskunst.
Sein Studium beginnt Chagall 1907 an
einer privaten Kunstschule in St. Peters-
emigriert er 1941 nach New York. Dort
widmet ihm 1946 das Museum of Modern
Vertreten unter anderem in:
·Museum Ludwig, Köln Marc
3
Mégaclès reconnait sa fille pendant le
festin. Aus: „Daphnis et Chloé“. 1961.
burg. 1910 geht er nach Paris, wo er u.a.
Léger, Modigliani und Delaunay kennen-
lernt. Besonders die aktuellen Strömungen
Art eine erste umfassende Retrospektive.
1947 kehrt er nach Frankreich zurück und
lässt sich schließlich 1950 in Saint-Paul-de-
·Museum Folkwang, Essen
·Sprengel Museum, Hannover
·Tate Britain, London
Chagall Farblithografie auf Arches (Wasserzeichen).
42 x 64,5cm (54 x 76cm). Signiert und
nummeriert. Tériade Éditeur, Paris
des Kubismus und Fauvismus beeinflussen Vence nieder. ·Centre Georges Pompidou, Paris 1887 Witebsk (Hrsg.). Ex. 19/60. Rahmen. Im Rahmen
sein Werk. 1914 präsentiert er seine erste Neben der Malerei gestaltet Chagall ein ·Stedelijk Museum Amsterdam 1985 St. Paul de Vence beschrieben.
Einzelausstellung in Waldens Galerie „Der umfangreiches druckgraphisches Oeuvre. ·Solomon R. Guggenheim Museum,
Sturm" in Berlin. Im selben Jahr kehrt er Zudem schafft er für den öffentlichen New York Provenienz:
nach Russland zurück. 1922 verlässt er Raum zahlreiche Arbeiten, so u.a. Glas- ·Museum of Modern Art, New York - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Russland endgültig und kehrt über Berlin fenster für die Kathedrale von Metz (1958) · Tel Aviv Museum of Art
nach Paris zurück. Hier erhält er durch und das Haus der Vereinten Nationen in ·Moscow Museum of Modern Art Literatur:
den Kunsthändler Vollard den Auftrag für New York (1964), ein Deckengemälde für - Mourlot, Fernand: Chagall – Lithograph,
die Buchillustration zu Gogols „Die toten die Pariser Oper (1964) und ein Wandge- Bd. II, 1957-1962, Monte Carlo 1963,
Seelen". Es folgen Radierungen zu La Fon- mälde für die Metropolitan Opera in New WVZ.-Nr. 347, Abb.
taines „Fabeln" und 1930 die berühmten York (1967).
Illustrationen für die Bibel. Kriegsbedingt € 12.000 – 15.000
$ 14.280 – 17.850
Modern4 Marc Literatur:
- Cain, Julien: Chagall – Lithograph,
Chagall Bd. III, 1962-1968, Monte Carlo 1969,
WVZ. 490-527, Abb.
- Cramer, Patrick: Marc Chagall –
1887 Witebsk Catalogue raisonné des livres illustres,
1985 St. Paul de Vence Genf 1995, WVZ.-Nr. 67, Abb.
Cirque. 1967. Buch mit 23 Farblitho „Ein Zirkus ist für mich ein magisches
grafien und 15 Lithografien auf Schauspiel, das wie ein Weltgeschehen
Arches (Wasserzeichen). Lose Blätter. vorbeizieht und schmilzt...... Warum sind
42,5 x 32,5cm; 3 Farblithografien Clowns, diese Kunstreiterinnen und diese
42,5 x 65cm. Eine Farblithografie (Nr. 527) Akrobaten in meinen Visionen zugegen?
signiert, alle anderen Blätter nummeriert. Und warum erregen mich ihre Schminken
Nochmals signiert und nummeriert im und Grimassen? Mit ihnen nähere ich
Impressum. Tériade Éditeur, Paris (Hrsg.). mich anderen Horizonten. Ihre Farben und
In originalem Papierumschlag, Buchdeckel Schminken ziehen mich nach anderen
und Schuber (45 x 34 x 6cm). Ex. 97/250. psychischen Verformungen, die ich zu
malen träume.“ (Marc Chagall, Der Zirkus,
Provenienz: in: Ulrike Gauss (Hrsg.), Chagall – Die
- Privatsammlung Baden-Württemberg Lithografien, Stuttgart 1998, S. 216)
1962 begann Chagall mit der Arbeit an
der Suite „Le Cirque“, das wohl eines
der schönsten Bücher Chagalls ist. In
einem lebendigen malerischen Stil und
durch ausdrucksstarke Farbkompositionen
beschwört Chagall das Schauspiel in all
seiner bunten Vielfalt herauf: Clowns,
Akrobaten, Reiter, wilde Tiere, Ränge voller
Zuschauer.
Chagall versucht in seinem Werk
konsequent, Fantasiewelten zu schaffen,
in denen alles möglich ist. Für ihn bietet aus: 4
die Zirkusbühne den idealen Rahmen für
traumhafte, außergewöhnliche Szenen.
Chagall liebte den Zirkus. Dabei sah
er in den Artisten nicht in erster Linie
komische Figuren oder bewundernswerte
Akrobaten, die vom Publikum verlacht oder
bestaunt werden. Ihn fasziniert auch eine
unterschwellige Tragik, die in seinen Augen
den Artisten anhaftet. Diese Zweideutigkeit
ist in seinen Umsetzungen deutlich
spürbar. Die Bilder umgibt eine magische,
geheimnisvolle Aura. Die begleitenden
Texte stammen ebenfalls von Chagall. So
entstand ein Künstlerbuch, bei dem sich
Text und Bild wunderbar ergänzen.
€ 70.000 – 90.000
$ 83.300 – 107.1005 Marc La Chevauchée. 1970. Farblithografie
auf Arches (Wasserzeichen). 67 x 52cm Marc
6
Le chevalet aux fleurs. 1978. Farblithografie
auf Arches (Wasserzeichen). 57 x 38cm
Chagall (75,5 x 59cm). Signiert und nummeriert.
Ex. 18/50. Modellrahmen. Chagall (76 x 51cm). Signiert und nummeriert.
Ex. 45/50. Modellrahmen.
1887 Witebsk Provenienz: 1887 Witebsk Provenienz:
1985 St. Paul de Vence - Privatsammlung Baden-Württemberg 1985 St. Paul de Vence - Privatsammlung Rheinland-Pfalz
Literatur: Literatur:
- Sorlier, Charles: Chagall – Lithograph, - Sorlier, Charles: Chagall – Lithograph,
Bd. IV, 1969-1973, Monte Carlo 1974, Bd. V, 1974 – 1979, Monte Carlo 1984,
WVZ.-Nr. 620, Abb. WVZ.-Nr. 838, Abb.
€ 12.000 – 18.000 € 7.000 – 9.000
$ 14.280 – 21.420 $ 8.330 – 10.710
Modern(1858– 1925) Lovis
Corinth
Obwohl die Kunst des Malers, Zeich-
ners und Grafikers dem deutschen
Impressionismus zugerechnet wird, ist
sie doch in gleichem Maße auch dem
Expressionismus verpflichtet. Diese
stilistische Verknüpfung führt zu der
so charakteristischen, störrischen und
oftmals dramatischen Wirkung seiner
Arbeiten.
7 Marc La baie des anges. 1962. Farblithografie
auf Arches (Wasserzeichen). 36 x 44cm
Neben psychologisch eindringlichen Por-
träts umfasst Corinths Oeuvre v.a. farbin-
mann und Cassirer und wird Mitglied der
Berliner Sezession, in deren Vorstand er
villion auf der Biennale von Venedig. Ein
Jahr später zeigt die Nationalgalerie Berlin
Chagall (54 x 54cm). Signiert und nummeriert.
Mourlot, Paris (Hrsg.). Ex. 37/50. Rahmen.
tensive Landschaften und Blumenstillleben
sowie in späteren Jahren religiöse Themen
in hellerer Farbgebung.
im Jahr darauf wählt wird. 1911 erleidet
er einen Schlaganfall, der ihn halbseitig
lähmt. Zur Erholung reist er 1912 an die
anlässlich seines 65. Geburtstages eine
große Jubiläumsschau. 1925 wird er Eh-
renmitglied der Bayerischen Akademie.
1887 Witebsk Provenienz: Corinth beginnt sein Kunststudium 1876 Riviera. 1913 richtet ihm die Berliner Se-
1985 St. Paul de Vence - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen an der Königsberger Akademie und führt zession eine große Retrospektive aus. Als Vertreten unter anderem in:
es ab 1880 an der Münchner Akademie sich unter Führung Liebermanns die Freie · Deutsches Historisches Museum, Berlin
Literatur: fort. Wichtige Vorbilder sind ihm die Wer- Sezession gründet, bleibt er als einziger ·Museum Folkwang, Essen
- Cain, Julien: Chagall – Lithograph, ke Trübners und Leibls. 1884 nimmt er Un- namhafter Künstler der alten Vereinigung ·Wallraf-Richartz-Museum, Köln
Bd. III, 1962-1968, Monte Carlo 1969, terricht in Antwerpen und an der Acadé- verbunden. 1918 verleiht ihm die Berliner · Neue Pinakothek, München
WVZ.-Nr. 486a, Abb. mie Julian in Paris, wo er sich bis 1887 Kunstakademie den Professorentitel. Der ·Tate Modern, London
aufhält. 1891 zieht er nach München. Er Zusammenbruch des Kaiserreiches er- · Musée d’Art Moderne et Contemporain,
€ 6.000 – 8.000 schließt sich der dortigen Sezession an und schüttert ihn tief. So zieht er sich ab 1919 Strasbourg
$ 7.140 – 9.520 ist 1893 Mitbegründer der „Freien Verei- zunehmend vom Großstadtleben zurück · Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid
nigung“. 1901 siedelt er nach Berlin über. und verbringt viel Zeit in seinem Haus in ·K unstmuseum Basel
Hier eröffnet er eine Malschule für Frauen. Urfeld am Walchensee. 1922 beteiligt er · Museum of Modern Art, New York
Er begegnet Liebermann, Slevogt, Haupt- sich an der Ausstellung im Deutschen Pa- · National Museum of Modern Art Tokyo
Modern8 Lovis Odaliske. 1920. Öl auf Holz. 81,5 x 64,5cm.
Signiert und datiert oben links: Lovis
Dargestellt ist Charlotte Berend-Corinth,
die dem Künstler in über 80 Gemälden
Corinth CORINTH 1. März 1920. Modellrahmen.
Provenienz:
Modell steht. Möglicherweise hat Corinth
seine Ehefrau nach einem lustigen
Kostümfest gemalt. So wie er es 1924
1858 Tapiau/Ostpreußen - Sammlung Heinrich Thannhauser, Berlin tut, als sie bei einem Fest in der Berliner
1925 Zandvoort - Sammlung Dr. A. Ebering, Magdeburg Sezession als Spanierin verkleidet erscheint
- Galerie Mattheisen, Berlin (vgl. „Carmelita“, 1924, Städel Museum,
- Privatsammlung Stockholm und Berlin Frankfurt a.M.). In beiden Bildern gilt
(von o.g. erworben und in der Familie Corinths Interesse weniger der genauen
weitervererbt) Wiedergabe physiognomischer Details als
- Dr. Nöth, Kunsthandel + Galerie, Ansbach vielmehr dem Festhalten eines bestimmten
- Privatsammlung Momentes etwa nach einer amüsierenden
Feier. Erotik und Sinnlichkeit sind jeweils
Ausstellungen: sein Thema. Während er ersteres im
- Nationalgalerie, Berlin 1926, Nr. 313, späteren Gemälde hervorhebt, indem
S. 71 (hier betitelt: Orientalische Tänzerin) er die vollen Brüste der Frauengestalt
umrahmt vom schwarzen Kleid präsentiert,
Literatur: deutetet er in unserem Bild ihren durch
- Berend-Corinth, Charlotte: Lovis Corinth das leicht verrutsche Oberteil freiliegenden
– Die Gemälde, Werkverzeichnis, neu Busen nur flüchtig an.
bearbeitet von Béatrice Hernad, München
1992 (2. Aufl.), WVZ.-Nr. 786, Abb. S. 754 Mit dem Sujet beschäftigt sich Corinth
- Corinth, Thomas: Lovis Corinth – Eine in vielen seiner Bilder, insbesondere
Dokumentation, Tübingen 1979, S. 270 in den Darstellungen des Harems. Bei
und 272 diesem greift er den im 19. Jahrhundert
entstandenen Mythos des „verbotenen
Betrachten wir Lovis Corinths „Odaliske“, Raumes“ im Orient auf – jenen
so blicken wir zunächst „nur“ auf ein vermeintlichen Ort sinnlicher Lust, in
schillerndes Gewirr von schwungvollen dem sich zur Freude des männlichen
pastosen Pinselstrichen in Weiß und all Betrachters die schönsten, ansonsten
seinen Nuancen. Von diesen kontrastreich verschleierten, Frauen träge und in voller
hervorstechend sehen wir dann blaue, rote Hingabe auf Bettlagern wälzen oder
und gelbe Farbtupfer. Sie sind ein erster Bäder genießen. „Das Publikum denkt
Orientierungspunk, von dem aus wir das unter einer derartigen [d.h.: Erotisches
Gemalte „durchwandern“ können. Und darstellenden] Kunstrichtung sich etwas
so entdecken wir eine Frauengestalt in Unanständiges und nur an stillsten
einer weißen perlenbestickten Pluderhose Orten zu Betrachtendes... Ich selbst habe
und einem bunten Oberteil. Dazu trägt sie darüber andere Begriffe: das Gefühlsleben
einen langen weißen Schleier um Kopf und der Menschen ist in dem Drange der
Schulter, mit dem sie ihr Gesicht verdeckt; Geschlechtsberührung zueinander ein weit
nur ihre großen dunklen Augen gibt sie schwungvolleres. Wie die Musik in den
frei. Mit ihren erhobenen Armen und ihrer Menschen und in dem Gesange der Vögel
Hüfte deutet sie eine tanzende Bewegung eigentlich nur auf Geschlechtsempfindung
an, die von den fließenden Stoffen beruht, so ist auch die Malerei rein
rhythmisch weitergeführt und schließlich sinnlicher Ausdruck. Ich kann wohl
von der Umgebung aufgenommen wird, sagen, dass die Erotik das Geistvollste
sodass der ganze Bildraum erfüllt ist von und am schwersten zu Bewältigende
einer ungeheuren Dynamik. sein wird als rein malerischer Begriff. Der
Künstler muss – wie der Priester auch,
alle Seelenregungen der Natur erkennen
lernen, nur so kann er zu einem Künstler
und der Priester zu einem verständigen
Menschen heranreifen.“ (Corinth in
einer Notiz, Berlin 15. April 1923). In
diesem Sinne zeigt uns Corinth mit seiner
„Odaliske“ eine rauschende Feier der
Sinnlichkeit, die er in kaum einem anderen
Bild auf eine solch abstrakte und bewegte
Weise dargestellt.
€ 200.000 – 300.000
$ 238.000 – 357.000
Detail
Modern9 Joseph Adam et Ève (variante, grand modèle).
1933 (Entwurf). Bronze, braun patiniert.
Die Skulptur kann nach Rücksprache im
Großraum Frankfurt besichtigt werden. Joseph
10
Figure (Figure abstraite). 1921 (Entwurf).
Bronze, schwarz patiniert. 78 x 12,5 x 11cm.
Provenienz:
- Privatsammlung Hessen
Csaky 160 x 95 x 52cm. Signiert, bezeichnet
und datiert (gestempelt) verso auf der
Plinthe: CSAKY HC 1 AC 92. Hier zudem
Provenienz:
- Privatsammlung Hessen
Csaky Bezeichnet, signiert und nummeriert an der
Fußfläche hinten: AC CSAKY 6/8. Darunter
Gießerstempel: Blanchet Fondeur. Ex. 6/8.
Literatur:
- Marcilhac, Félix: Joseph Csaky – Du
1888 Zernescht/Österreich-Ungarn Gießerstempel: Landowski Fondeur. Ex.HC1. 1888 Zernescht/Österreich-Ungarn cubisme historique à la figuration réaliste,
1971 Paris Literatur: 1971 Paris Bei dieser Bronze handelt es sich um einen Catalogue raisonné des sculptures, Paris
Die Skulptur weist Witterungsspuren auf. - Marcilhac, Félix: Joseph Csaky – Du detailreichen posthumen Guss aus dem 2007, WVZ.-Nr. FM.49/c
cubisme historique à la figuration réaliste, Jahr 1982.
Bei dieser Skulptur handelt es sich um Catalogue raisonné des sculptures, Paris € 12.000 – 18.000
einen posthumen Guss aus dem Jahr 1992. 2007, WVZ.-Nr. 195/b $ 14.280 – 21.420
Die Arbeit stammt aus einer Auflage
von 8 Exemplaren zzgl. 2 E.A.- und € 18.000 – 24.000
2 H.C.-Exemplaren. $ 21.420 – 28.560
ModernJoseph
11
Femme au panier sur l‘épaule (femme
nue au panier). 1928 (Entwurf). Bronze,
Provenienz:
- Privatsammlung Hessen Joseph
12
Aigle. 1924 (Entwurf). Bronze, schwarz
patiniert. 14,5 x 8,5 x 17,5cm. Signiert
Literatur:
- Marcilhac, Félix: Joseph Csaky – Du
Csaky schwarz patiniert. 97 x 35 x 30cm.
Bezeichnet, signiert und nummeriert verso
auf der Seitenkante der Plinthe: AC CSAKY
Literatur:
- Marcilhac, Félix: Joseph Csaky – Du
Csaky und nummeriert rechts unten: CSAKY
1/8. Bezeichnet links unten: AC. Sowie
Gießerstempel hinten: E.GODARD Fond-r.
cubisme historique à la figuration réaliste,
Catalogue raisonné des sculptures, Paris
2007, WVZ.-Nr. 79/c
1888 Zernescht/Österreich-Ungarn 3/8. Darunter Gießerstempel: Blanchet cubisme historique à la figuration réaliste, 1888 Zernescht/Österreich-Ungarn Ex. 1/8. - Richard, René: Joseph Csaky, Frankfurt
1971 Paris Fondeur. Ex. 3/8. Catalogue raisonné des sculptures, Paris 1971 Paris 1988, Nr. 29, Abb. S. 41
2007, WVZ.-Nr. FM129/c Bei dieser Bronze handelt es sich um einen
Bei dieser Bronze handelt es sich um einen ausdrucksstarken posthumen Guss. € 4.000 – 6.000
schönen posthumen Guss aus dem Jahr € 8.000 – 12.000 $ 4.760 – 7.140
1983. $ 9.520 – 14.280 Provenienz:
- Privatsammlung Hessen
ModernOtto
13
Engelsköpfchen. 1934. Silberstiftzeichnung
auf leichtem Karton. 28,5 x 23,5cm. Lyonel
14
Bäume in Weimar. 1913. Farbkreide auf
gelochtem Papier. 16 x 20cm. Datiert unten
Dix Signiert und datiert unten rechts: DIX
(ligiert) 34. Passepartout. Feininger links: 9 IX 13. Passepartout.
Das Blatt ist im Archiv des Lyonel Feiniger
1891 Untermhaus/Gera Provenienz: New York 1871 – 1956 Project, New York, unter der Nummer
1969 Singen - Erich Anders(?) (direkt vom Künstler 1331-04-17-15 registriert.
1947; lt. Vermerk auf der Blattrückseite)
- Privatsammlung Schleswig-Holstein Provenienz:
- Alois J. Schardt, Halle/Berlin/Los Angeles
€ 4.000 – 6.000 - Privatsammlung Norddeutschland
$ 4.760 – 7.140
€ 6.000 – 8.000
$ 7.140 – 9.520
ModernJames Sidney
15
Les Sept Péchés Capitaux. Serie von
acht Druckgrafiken. 1888-1904. Jeweils:
Ensor Radierung auf Japan, auf Bütten
aufgezogen. Jeweils 24 x 29,5cm. Signiert,
datiert und betitelt. Jeweils Rahmen. Im
Ostende 1860 – 1949 Rahmen beschrieben.
Die Blätter sind mit dem Trockenstempel
der Sammlung Mira Jacob Wolovska, Paris,
versehen.
Die Serie erschien 1904. Nur selten kann
eine vollständige Serie, wie hier, vorgestellt
werden.
Provenienz:
- Sammlung Mira Jacob Wolovska, Paris
- Sammlung Prof. Dr. Thomas Olbricht,
Essen
Literatur:
- Taevernier, August: James Ensor –
Catalogue illustré de ses gravures, o.O.
1999, WVZ.-Nr. T. 59, T. 119, T. 121. –
126, Abb.
€ 40.000 – 60.000
$ 47.600 – 71.400
ModernFriedrich Karl
16
Der Kohlenschuppen. 1929. Öl auf grober
Leinwand. 61 x 80cm. Datiert unten links:
Provenienz:
- Privatsammlung Walter Passarge, Walter
17
„Jacqueline Forzane“. 1922. Aquarell über
Bleistiftzeichnung auf Velin. 47 x 36cm.
Provenienz:
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Gotsch 29. Monogrammiert sowie nochmals
datiert verso: F. K. G. 29. Rahmen.
Mannheim
- Privatsammlung Baden-Württemberg Gramatté Signiert und datiert oben rechts:
Walter Gramatté, Paris Januar 1922.
Hier zudem betitelt. Bezeichnet verso:
Literatur:
- Eckhardt, Ferdinand: Walter Gramatté,
St. Peter Ording 1900 – 1984 Das Werk wurde nach Anfertigung Literatur: 1897 Berlin Jacqueline Forzane, Paris 1922, Gramatte, Werkverzeichnis, Bd. 1, Bilder und
der Fotografie für das Werkverzeichnis - Goeritz, Peter/Leuba, Marion/Rathke, 1929 Hamburg Unverkäuflich. Dazu die Nummern: Aquarelle, Winnipeg 1981,
nochmals vom Künstler überarbeitet. Christian: Friedrich Karl Gotsch, 1900- 28) 120. Passepartout. WVZ.-Nr. A.120.
Wir danken Herrn Dr. Peter Goeritz, 1984, Werkverzeichnis der Gemälde,
Nachlassverwaltung Gotsch, Flensburg, für Neumünster 1993, WVZ.-Nr. 151, Abb. Die Dargestellte (geb. 1891) war eine € 7.000 – 9.000
die freundliche Unterstützung. französische Schauspielerin, die u.a. 1926 $ 8.330 – 10.710
€ 5.000 – 7.000 in dem Film „Nana“ (Regie: Jean Renoir)
$ 5.950 – 8.330 zu sehen war. Zudem trat sie in einem Film
von Karl Lagerfeld über Coco Chanel in
Erscheinung.
ModernGrosvenor School
of Modern Art
Die britischen Künstler Sybil Andrews
und Cyril Power gehören zu den
wichtigsten Vertretern der Londoner
Grosvenor School of Modern Art.
Die Grosvenor School wird in den 1920er bewusst eines weitgehend unerforschten und Sport beschäftigt sind, entweder
und 1930er Jahren zu einer führenden Mediums, das nicht von einem historischen beim Drehen des Griffs einer Winde, in
Kraft in der Produktion und Förderung Kunstkanon überschattet wird. Die der Landwirtschaft oder beim Rudern.
moderner druckgrafischer Werke. Innovation von Claude Flight besteht darin, Gerade die Arbeit „Otters Hunt“ (1933)
Cyril Power, Künstler und Architekt, ist dass er seine Schüler dazu anregt, für jede demonstriert eine von Andrews wichtigsten
Mitbegründer der Grosvenor School, wo er Farbe einen anderen Block zu verwenden, Kompositionstechniken: die Verwendung
zu den Themen Architektur und Ornament um so durch Farbe eine Struktur zu eines einzigen Punkts, auf den sich die
unterrichtet. Sybil Andrews, Schweißerin gewinnen. Drei bis fünf Blöcke (einer pro Energie des Bildes konzentriert.
im Ersten Weltkrieg, lernt Power 1918 in Farbe) braucht es zur fertigen Komposition. Eine der bedeutendsten und schönsten
ihrer gemeinsamen Heimatstadt Bury St. Jeder Block wird mit einer Druckfarbe Linolschnitte von Cyril Power ist die
Edmunds in Sussex kennen. Power wird eingefärbt, ein dünnes Japanpapier auf den angebotene Arbeit „Sunshine Roof“,
Andrews künstlerischer Mentor, woraus Block gelegt und die Farbe durch sanften welches von vier Blöcken gedruckt
eine 20jährige Arbeitsgemeinschaft Druck mit der Rückseite eines Löffels oder wurde. Es ist ein Green Line Bus von
entsteht. Andrews besetzt die Stelle der eines kreisförmigen Lederpolsters auf das London nach Hertford dargestellt, der
Schulsekretärin an der Grosvenor School. Blatt übertragen. von Powers Sohn, Cyril Arthur Power,
Beide nehmen an den bedeutenden Seine Schüler reagieren darauf mit Werken, gefahren wird. Öffentliche Verkehrsmittel
Kursen von Claude Flight teil. Claude Flight die sich durch ihre klare Farbgebung und als Errungenschaft des Industriezeitalters
unterrichtet seine Technik des Linoldrucks ihren berauschenden Sinn für kraftvolle und die damit einhergehende monotone
an der Grosvenor School und versammelt Bewegung auszeichnen. Ihre lebhaften, Hektik des modernen Lebens ist ein
einen Kreis von Schülern um sich, zu dem hochmodernen Linolschnitte vermitteln immer wiederkehrendes Motiv in Powers
neben Andrews und Power auch William immer noch ein wunderbares Gefühl für Linolschnitten. Durch ihre handwerkliche
Greengrass, Lill Tschudi und Edith Lawrence
gehören. Claude Flight schwebt eine neue
die Aufregung und Dynamik des Lebens,
das sich mühelos ins 21. Jahrhundert
Herstellung weisen die Linoldrucke eine
einzigartige Qualität auf, die sich von den Cyril Edward
18
The Sunshine Roof. Ca. 1934.
Farblinolschnitt auf chamoisfarbenem
Literatur:
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
Kunst vor, die den schnellen Rhythmus und
die Dynamik des neuen, modernen Lebens
nach dem Ersten Weltkrieg wiederspiegelt.
transportieren lässt.
Die Linoldrucke von Sybil Andrews
zeigen ihre Konzentration auf die
maschinellen Drucktechniken der heutigen
Zeit unterscheidet. Obwohl in Auflagen
von 50 - 60 Exemplaren erschienen,
Power Japan. 24 x 30cm (27 x 33cm). Signiert,
betitelt und nummeriert. Ex. 20/60.
Rahmen.
Age – Claude Flight and the Grosvenor
School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. CEP 39
Die Drucke von Sybil Andrews und Darstellung der rhythmischen Bewegung tauchen Sie nur selten auf Auktionen auf. London 1872 – 1951 € 30.000 – 50.000
Cyril Power zeigen, wie die Künstler der menschlicher Figuren. „Rush Hour“ (1930) Provenienz: $ 35.700 – 59.500
Grosvenor School besonders der Kunst des zeigt den wirbelnden Menschenstrom in - Gallery Osborne Samuel, London
Futurismus und Vortizimus zugetan sind. der Londoner U-Bahn als Symbol für die (Vermerk auf Rahmeninnenseite)
Die Beschäftigung mit Geschwindigkeit Hektik des neuen Maschinenzeitalters. - Privatsammlung Italien
und Maschinen wird zu einem zentralen Auch der Rhythmus der menschlichen Figur - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Thema. Mit der Konzentration auf den bei der Arbeit oder beim Sport vermag
Linoldruck bedienen sich die Künstler Andrews meisterlich einzufangen. „The
Winch“ (1930), „Tillers of the Soil“ (1934),
„Michaelmas“ (1935) und „Bringing in
the Boat“ (1933) zeigt Männer, die in
irgendeiner Form mit körperlicher Aktivität
ModernSybil
19
Rush Hour. 1930. Farblinolschnitt auf
chamoisfarbenem Japan. 21 x 27,5cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour Sybil
20
Bringing in the Boat. 1933. Farblinolschnitt
auf chamoisfarbenem Japan. 33 x 26cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour
Andrews (24 x 30cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Ex. 27/50. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 9
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
Andrews (36,5 x 30cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Ex. 55/60. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 24
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
1898 Bury St Edmunds/England Provenienz: Age – Claude Flight and the Grosvenor 1898 Bury St Edmunds/England Provenienz: Age – Claude Flight and the Grosvenor
1992 Campbell River/Kanada - Gallery Osborne Samuel, London School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 9 1992 Campbell River/Kanada - Gallery Osborne Samuel, London School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 24
(Vermerk auf Rahmeninnenseite) (Vermerk auf Rahmeninnenseite)
- Privatsammlung Italien € 18.000 – 24.000 - Privatsammlung Italien € 12.000 – 18.000
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen $ 21.420 – 28.560 - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen $ 14.280 – 21.420
ModernSybil
21
Tillers of the Soil. 1934. Farblinolschnitt
auf chamoisfarbenem Japan. 27 x 34cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour Sybil
22
The Winch. 1930. Farblinolschnitt auf
chamoisfarbenem Japan. 20 x 29cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour
Andrews (30 x 38cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Ex. 11/60. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 31
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
Andrews (23,5 x 32cm). Signiert, betitelt und
bezeichnet. Ex. E.P.I. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 6
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
1898 Bury St Edmunds/England Provenienz: Age – Claude Flight and the Grosvenor 1898 Bury St Edmunds/England Bei dem Linolschnitt handelt es sich um Age – Claude Flight and the Grosvenor
1992 Campbell River/Kanada - Gallery Osborne Samuel, London School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 31 1992 Campbell River/Kanada einen Probedruck. Die Auflage erschien in School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 6
(Vermerk auf Rahmeninnenseite) einer Höhe von 50 Exemplaren.
- Privatsammlung Italien € 12.000 – 18.000 € 10.000 – 12.000
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen $ 14.280 – 21.420 Provenienz: $ 11.900 – 14.280
- Gallery Osborne Samuel, London
(Vermerk auf Rahmeninnenseite)
- Privatsammlung Italien
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
ModernSybil
23
Otter Hunt. 1933. Farblinolschnitt auf
chamoisfarbenem Japan. 23,5 x 31cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour Sybil
24
Mangolds. 1956. Farblinolschnitt auf
chamoisfarbenem Japan. 33 x 40cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour
Andrews (26 x 35cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Ex. 10/60. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 25
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
Andrews (34,5 x 41cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Im Druckbereich unten rechts
versehen mit der Nummer 34. Ex. 44/60.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 51
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
1898 Bury St Edmunds/England Provenienz: Age – Claude Flight and the Grosvenor 1898 Bury St Edmunds/England Rahmen. Age – Claude Flight and the Grosvenor
1992 Campbell River/Kanada - Gallery Osborne Samuel, London School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 25 1992 Campbell River/Kanada School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 56
(Vermerk auf Rahmeninnenseite) Provenienz:
- Privatsammlung Italien € 6.000 – 8.000 - Gallery Osborne Samuel, London € 5.000 – 7.000
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen $ 7.140 – 9.520 (Vermerk auf Rahmeninnenseite) $ 5.950 – 8.330
- Privatsammlung Italien
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
ModernSybil
25
Michaelmas. 1935. Farblinolschnitt auf
Japan. 31 x 23cm (38 x 26cm). Signiert,
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour Sybil
26
Tumulus. 1936. Farblinolschnitt auf
chamoisfarbenem Japan. 29,5 x 22cm
Literatur:
- White, Peter: Sybil Andrews – Colour
Andrews betitelt und nummeriert. Im Druckbereich
unten rechts mit der Nummer VI versehen.
Ex. 11/60. Rahmen.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 33
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
Andrews (34 x 26cm). Signiert, betitelt und
nummeriert. Bezeichnet am unteren
Blattrand: Exhibition Proof. Ex. 16/60.
Linocuts/Linogravures en couleur, Calgary
1982, WVZ.-Nr. 36
- Stephen, Coppel: Linocuts of the Machine
1898 Bury St Edmunds/England Age – Claude Flight and the Grosvenor 1898 Bury St Edmunds/England Rahmen. Age – Claude Flight and the Grosvenor
1992 Campbell River/Kanada Provenienz: School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 33 1992 Campbell River/Kanada School, Aldershot 1995, WVZ.-Nr. SA 36
- Gallery Osborne Samuel, London Provenienz:
(Vermerk auf Rahmeninnenseite) € 5.000 – 7.000 - Gallery Osborne Samuel, London € 1.800 – 2.400
- Privatsammlung Italien $ 5.950 – 8.330 (Vermerk auf Rahmeninnenseite) $ 2.142 – 2.856
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen - Privatsammlung Italien
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
ModernKarl
27
Strandbild mit Buche und rotem Laub
im Herbst. Um 1912. Mischtechnik auf
Das geschah in der Zeit von 2 bis 3
Stunden“ (Hagemeister, s.o.). Alla prima, in
Hagemeister Leinwand. 110,5 x 80cm. Signiert unten
rechts: K Hagemeister. Rahmen.
einem Zug, schildert er das Gesehene und
Empfundene, wobei er die Farbe mit Verve
auf die Leinwand bringt. Auf diese Art und
Werder/Havel 1848 – 1933 Provenienz: Weise bringt Hagemeister den Kampf der
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen Elemente, den Kampf der alten Buchen mit
Wind und Wetter wie auch die Allmacht
Literatur: der Weite des Meeres ausdrucksvoll
- Warmt, Hendrikje (Hrsg.): Karl zur Anschauung. Dabei verleiht er dem
Hagemeister – In Reflexion der Stille. Dargestellten eine eigenwillige Dynamik,
Monographie und Werkverzeichnis der der wir uns nicht entziehen können. Wie
Gemälde, Berlin 2016, WVZ.-Nr. G 493, beeindruckt Hagemeister von diesem
Abb. Motiv ist, zeigt, dass er in zwei weiteren
Bildern dasselbe bzw. ein sehr ähnliches
„Die Landschaft ist still, anmutig und wählt (vgl. WVZ.-Nr. G 495 und G 494).
eigentlich nur durch die Stimmung, die Die Bilder malt er auf der Insel Rügen, wo
ich immer mehr in letzter Zeit liebte. Die er sein Augenmerk auf die Bewegung des
Stimmung ist die Trägerin des seelischen Wassers, die Vegetation der Uferzonen
Elements der Landschaft, und da ich sowie die steinigen Strände legt. Von
seelische Erlebnisse ausdrücken musste, 1907 bis 1915 verbringt Hagemeister
musste ich die Stimmungen besonders jeden Sommer in Lohme, meist bis zur
studieren. […] Wenn ich mich seelisch Weihnachtszeit. Während dieser Zeit
ausdrücken wollte, zerlegte ich den schafft er mit malerischer Hingabe und
Stimmungston in zwei Töne, den Licht- kraftvollem Ausdruck sein Spätwerk.
und den Schattenton. Diese strich ich
über die ganze Leinwand und entwickelte Obwohl etablierte Künstler wie Max
nun aus diesem großen Stimmungston Liebermann seine Kunst sehr schätzen und
alle anderen Dinge in ihren besonderen er zu vielen Malerkollegen Kontakt pflegt,
Tönen. Auf diese Weise wurde das Kolorit hält sich Hagemeister weitestgehend vom
meiner Bilder organisch und nicht bloß Kunstbetrieb fern. So bekommt er erst
geschmackvoll zusammengestimmt.“ 1923 große öffentliche Anerkennung, als
(Hagemeister: Kleine Selbstbiographie, die Berliner Nationalgalerie ihm zu seinem
Werder 1928) 75. Geburtstag eine Einzelausstellung
widmet. In diesem Jahr wird er auch als
Karl Hagemeister, Gründungsmitglied der ordentliches Mitglied in die Akademie der
Berliner Sezession, ist einer der wichtigsten Künste aufgenommen. Heute befinden sich
frühen Impressionisten in Deutschland und viele seiner Arbeiten in Privatsammlungen.
zählt mit seiner in den 1890er gefundenen Umfangreiche Werkbestände besitzen
vitalen und momenthaften Auffassung das Bröhan-Museum in Berlin-
der Naturdarstellung zu den Wegbereitern Charlottenburg, das Museum im Frey-
einer modernen und progressiven Haus in Brandenburg und das Potsdam
Landschaftsmalerei. Unabhängig von Museum. Letzteres würdigt 2020 mit einer
akademischen Maßstäben malt er seine großen Retrospektive das Schaffen Karl
großformatigen Landschaftseindrücke Hagemeisters.
frei und impulsiv. Dabei gilt sein Interesse
stets der malerischen Nahaufnahme € 20.000 – 30.000
eines tiefen subjektiven Erlebens und $ 23.800 – 35.700
Empfindens der vitalen Natur. Um das
Atmosphärische, die Wirkung von
Licht und Luft im wetterbedingten
Stimmungswechsel, und die Naturkräfte
unmittelbar wiederzugeben, fertigt er
seine Bilder direkt vor der Natur an. So
auch das hier vorgestellte Gemälde: „...
nun beobachtete ich die Stimmung, den
Wellengang, das Tempo, den Ton des
Wassers und die Wirkung von Luft auf
den Wellen. So stand ich meist lange, nie
unter einer Viertelstunde, und nun fing
ich an, nachdem ich das Ganze in mir
aufgenommen hatte, mit angespannter
Vehemenz das Bild zu entwickeln.
Modern(1883– 1970) Erich
Heckel
Der Mitbegründer der Dresdener Künst-
lergruppe „Brücke“ (1905 bis 1913)
zählt zu den bedeutendsten Protago-
nisten des Expressionismus. Um sich
tradierten Werten entgegenzustellen,
entwickelt er mit seinen Freunden inno-
vative Ausdrucksmittel für die bildliche
Darstellung des eigenen Empfindens.
Hierfür setzen sie sich u.a. mit der Malerei
van Goghs, Munchs, Gauguins und der
Linien vom sinnenfrohen „Brücke-Stil“ ab.
Zu dieser Zeit begegnet er Marc, Macke,
die Formen z.T. in einer Ornamentik abs-
trahiert. Zu den vielfachen Ehrungen, die Erich
28
„Blick auf Dürnstein“. 1941. Aquarell über
Bleistift auf Velin. 55,5 x 69,5cm. Signiert
Provenienz:
- Nachlass des Künstlers (bis 1975)
Nabis und nicht zuletzt mit der Kunst der
Naturvölker auseinander und bringen den
„Brücke-Stil“ hervor: Unter Verwendung
Feininger und Lehmbruck. Von 1915 bis
1918 wird er zum Kriegsdienst eingezo-
gen. Durch Kontakt zum Kreis um Stefan
Heckel erhält, zählt das Große Bundesver-
dienstkreuz 1953 und der Pour le mérite
für Wissenschaft und Künste 1967
Heckel und datiert unten rechts: Erich Heckel 41.
Betitelt unten links. Modellrahmen.
- Galerie Henze, Riehen/Basel
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
reiner, oft komplementärer Farben und George bringt Heckel dann in den 1920er 1883 Döbeln Wir danken dem Nachlass Erich Heckel, Ausstellungen:
zusammengefasster Formen, wollen sie Jahren romantisch-idealistische Züge in Vertreten unter anderem in: 1970 Radolfzell Hemmenhofen, für die freundliche - Galerie Henze, Riehen/Basel 1978,
die subjektive Wahrnehmung spontan seine Kompositionen. Auf den zahlreichen ·Neue Nationalgalerie, Berlin Unterstützung. Die Arbeit ist dort im Kat.-Nr. 18, Abb. S. 51
und unverfälscht künstlerisch umsetzen. Europareisen von 1921 bis 1945 malt er ·Brücke Museum, Berlin Werkarchiv registriert.
Dabei ist ihnen die „Akademie der Künste hellfarbige, poetische Landschaften und ·Kunstmuseum Bonn € 6.000 – 8.000
im Freien“ von besonderer Bedeutung. So Stadtansichten. Ab 1933 wird seine Kunst ·Museum Ludwig, Köln $ 7.140 – 9.520
evozieren ihre Aktdarstellungen in unbe- als „entartet“ diffamiert und im 2. Welt- ·Kunstmuseum Moritzburg, Halle a.d. Saale
rührter Landschaft den harmonischen Ein- krieg muss er den Verlust vieler Werke ·Sprengel Museum Hannover
klang von Mensch und Natur und damit durch Bombenangriffe hinnehmen. Von ·Pinakothek der Moderne, München
die Rückkehr in ein irdisches Paradies. 1949 bis 1955 lehrt er an der Akademie · Kirchner Museum Davos
Nach dem Umzug nach Berlin 1911 in Karlsruhe. In seinem Spätwerk gestaltet ·Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid
wendet sich Heckel mit melancholischen Heckel v.a. Landschaften, Zirkusszenen ·Museum of Modern Art, New York
Bildern in düsteren Farben und kantigen und Stillleben in zarten Farben, wobei er
ModernErich
29
„Frau am Strand“. 1923. Aquarell und
Gouache über Zimmermannsbleistift auf
Heckel Büttenkarton. 56 x 67,5cm. Signiert und
datiert unten rechts: Erich Heckel 23. Hier
zudem betitelt. Modellrahmen.
1883 Döbeln
1970 Radolfzell Auf der Rückseite befindet sich eine Skizze
(Zimmermannsbleistift) zu dem Motiv
„Drei Frauen am Strand“.
Wir danken dem Nachlass Erich Heckel,
Hemmenhofen, für die freundliche
Unterstützung. Die Arbeit ist dort im
Werkarchiv registriert.
Provenienz:
- Hauswedell & Nolte, Hamburg Juni 1977,
Los 555, Abb.
- Kunsthandel H.G. Braun, Wuppertal
- Galerie Neher, Essen (Aufkleber)
- Privatsammlung Frankfurt
Ausstellungen:
- Galerie Neher, Essen 1985, Kat. S. 29,
Abb.
€ 20.000 – 30.000
$ 23.800 – 35.700
ModernWerner
30
Gelbe Blume. 1947. Aquarell auf Velin.
36,5 x 18cm. Monogrammiert und datiert
Literatur:
- Schmied, Wieland: Werner Heldt – Mit Manfred
31
Am Mittelmeer. 1956. Öl auf Leinwand.
73 x 99cm. Signiert unten rechts:
Heldt unten rechts: WH 47. Rahmen.
Provenienz:
einem Werkkatalog von Eberhard Seel,
Köln 1976, WVZ.-Nr. 394, Abb. Henninger M. Henninger. Bezeichnet verso mit der
WVZ.-Nr.: 5614. Dazu bezeichnet auf
umgeschlagener Leinwand: MALCO.
1904 Berlin - Klaus-Peter Schultze-Lackner, München € 4.000 – 6.000 1894 Backnang Modellrahmen.
1954 Sant‘ Angelo/Ischia - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen $ 4.760 – 7.140 1986 Stuttgart
Provenienz:
Ausstellungen: - Privatsammlung Bayern (direkt vom
- Haus am Waldsee, Berlin 1954, Nr. 66 Künstler)
(hier betitelt: Vase am Fenster)
€ 2.000 – 3.000
$ 2.380 – 3.570
Modern(1878– 1955) Karl
Hofer
Das Schaffen des deutschen
Malers und Grafikers nimmt
eine Sonderstellung in der
Klassischen Moderne ein,
denn es lässt sich weder dem
Expressionismus noch der Neuen
Sachlichkeit zuordnen.
Charakteristisch für seine Malerei sind Sezession und 1929 in den Senat der 2008 veröffentlicht VAN HAM Art
eine strenge und einfache, klassisch aus- Kunstakademie gewählt. Ab 1934 erhält Publications das dreibändige Werkver-
gewogene Komposition und eine subtile er Arbeits- und Ausstellungsverbot und zeichnis der Gemälde Karl Hofers, erstellt
Farbmodulation sowie ein lyrisch-melan- wird 1938 aus der Kunstakademie ausge- von Karl Bernhard Wohlert. Zum 60. Todes
cholischer Ausdruck von starker psycholo- schlossen. Durch die Bombenangriffe auf tag Karl Hofers († 3. April 1955) präsentiert
gischer Expressivität. Berlin verliert er 1943 einen großen Teil VAN HAM Art Publications 2015 mit dem
Nach dem Studium bei Hans Thoma und seiner Arbeiten. 1945 wird er zum Direk- Werkverzeichnis der Skizzenbücher ei-
Leopold von Kalckreuth in Karlsruhe und tor der Berliner Kunsthochschule berufen nen intimen Einblick in das „Eigenste des
Stuttgart hält sich Hofer von 1903 bis und 1950 zum Präsidenten des neuge- Künstlers“.
Edmond-
32
Femme à sa toilette. 1926. Öl auf
Leinwand. 99,5 x 73,5cm. Signiert unten
1908 in Rom auf. In dieser Zeit zeigt er
seine Werke erstmals im Großherzoglichen
gründeten Deutschen Künstlerbundes
gewählt.
Im Sommer 2012 gründet VAN HAM Art
Publications das Karl Hofer Komitee. Mit
Amédée links: Heuzé. Nochmals signiert und datiert
verso oben links: Edm. Heuzeé Clichy 26.
Museum in Weimar (1906) und in der
„Neuen Künstlervereinigung München“ Vertreten unter anderem in:
Prof. Dr. Dr. Gerd Presler (Kunsthistoriker
und Werkverzeichnis-Autor), Dr. Felix
Heuzé Rahmen.
Provenienz:
(1908). 1909 siedelt er nach Paris über
und reist um 1911 nach Indien. 1913 lässt
er sich dann in Berlin nieder. Im Ersten
·M
·K
·K
useum Folkwang, Essen
arl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen
unstmuseum Moritzburg,
Krämer (Generaldirektor Museum
Kunstpalast, Düsseldorf) und Börries
Brakebusch (Diplom-Restaurator) führen
Paris 1884 – 1967 - Maier & Co. Fine Art, Stuttgart Weltkrieg wird er in Frankreich zivil-inter- Halle a.d. Saale drei unabhängige Experten unterschiedli-
- Privatsammlung Europa niert, anschließend lebt er in der Schweiz. · S prengel Museum Hannover cher Fachbereiche die Forschungsarbeit und
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen Nach der Rückkehr wird er 1920 an die ·M useum Neue Galerie, Kassel Expertisierung von Karl Bernhard Wohlert
Kunsthochschule in Berlin-Charlottenburg ·M useum Ludwig, Köln fort, um auch in Zukunft alle
€ 5.000 – 7.000 und 1923 an die Preußische Kunstakade- ·V on der Heydt-Museum, Wuppertal Fragen bezüglich der Werke von Karl Hofer
$ 5.950 – 8.330 mie Berlin berufen. 1927 ist er Mitbegrün- · Musée
d‘Art Moderne et Contemporain, adäquat beantworten zu können.
der der Badischen Sezession. Zudem reist Strasbourg
er in die USA, wo er in Pittsburgh ausstellt. · L os Angeles County Museum of Art www.karlhofer.info
1928 wird er in den Vorstand der Berliner · S an Francisco Museum of Modern Art
ModernKarl
33
Musik. 1948. Öl auf Leinwand.
100,5 x 65,5cm. Monogrammiert und
Die Jahre vor und während des Zweiten
Weltkrieges erlebt Karl Hofer voller Furcht
Hofer datiert unten links: CH (ligiert) 48. Rahmen.
Provenienz:
und Unsicherheit. 1933 wird er von den
Nationalsozialisten aus seinem Lehramt
an den Vereinigten Staatsschulen für freie
1878 Karlsruhe - Nachlass Karl Hofer Nr.171 und angewandte Kunst in Berlin entlassen
1955 Berlin und erhält Berufs- und Ausstellungsverbot.
Ausstellungen: Auch muss er mit ansehen, wie
- Hochschule für bildende Künste, Berlin seine Werke aus deutschen Museen
1953, Nr. 85 (WVZ.-Nr. 2131(A) oder (B)) beschlagnahmt und einige von ihnen 1937
- Artforum, Düsseldorf 1993/94, Nr.1 in der Münchner Ausstellung „Entartete
Kunst“ gezeigt werden. Nicht zuletzt wird
Literatur: durch die Bombenangriffe auf Berlin sein
- Wohlert, Karl Bernhard: Karl Hofer – Atelier und mit diesem etwa 150 Werke
Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. 2, zerstört.
VAN HAM Art Publications, Köln 2007,
WVZ.-Nr. 2131B, Abb. 1945 wird Hofer zum Direktor der
Hochschule für bildende Künste in Berlin
berufen. In den Bildern, die er in den
folgenden Jahren des Wiederaufbaues
malt, sucht er die Wirklichkeitsbewältigung
der Nachkriegszeit mittels einer
vereinfachten, aber emotional berührenden
Darstellungsweise, wobei er weiterhin
der figurativen Malerei verhaftet bleibt.
Hierfür ist unser Gemälde ein wunderbares
Beispiel. Zu sehen ist ein Blasinstrument-
spielender Mann vor einem geöffneten
Vorhang, hinter dem sich ein dunkler, nicht
bestimmbarer Raum befindet. Einfach,
in großen konturierten Farbflächen mit
wenigen Binnenstrukturen sind Figur
und Dinge dargestellt. Erzählerische
Details sind nicht vorhanden. Eine
verhaltene Dynamik wird durch das
kontrastreiche Farbenspiel von Hell und
Dunkel und der Gegenüberstellung der
Komplementärfarben Gelb und Violett
erzeugt. Sie spiegelt die Stimmung der
Szenerie wider: Ganz in sich versunken,
gibt sich der Musikant seiner Melodie
hin, ist ganz Eins mit der Musik. Wir
möchten diesen friedvollen Moment nicht
stören. Und dennoch werden wir von
ihm angezogen, suchen die verborgenen
Gedanken des Mannes zu enträtseln und
seiner nicht hörbaren Melodie zu lauschen.
Eindrucksvoll zeigt uns Hofer subtil ein
allgemeingültiges Menschenbild auf, mit
dem er uns die Möglichkeit zur Besinnung
bietet und zur Meditation über unsere
Empfindungen und Sehnsüchte einlädt im
Dasein in einer Welt voller Geschäftig- und
Widrigkeiten.
€ 25.000 – 35.000
$ 29.750 – 41.650
Modern(1867– 1941) Alexej
Jawlensky
Der Maler ist einer der wichtigsten Ex-
pressionisten im Umfeld der Künstler-
gruppe „Der Blaue Reiter“. In seinen
Bildern manifestiert sich die Synthese
von objektiver Naturbeobachtung und
subjektiver Wahrnehmung mittels For-
men, die von allen Banalitäten befreit,
nur das Notwendigste zum Ausdruck
bringen.
Karl
34
Mann mit abstehendem Ohr. Vermutlich
1950er. Aquarell auf leichtem, an der
Provenienz:
- Nachlass Karl Hofer
Nach seiner Offiziersausbildung in Moskau
studiert Jawlensky von 1889 bis 1895 an
Münter die „Neue Künstlervereinigung
München“, deren Mitglied er bis 1913 ist.
Nationalsozialisten. Von 1934 bis 1937
schafft er abstrakte Landschaften, Stillle-
Hofer rechten Kante perforiertem Karton.
43 x 30cm. Monogrammiert unterhalb
der Darstellung rechts: CH (ligiert).
Ausstellungen:
- Galerie Baukunst, Köln 1975, Nr. 183
der Kunstakademie in St. Petersburg u.a.
bei Repin und Werefkin. 1896 siedelt er
nach München über. Er nimmt Unterricht
In diesem Jahr beteiligt er sich an Waldens
„Erstem Deutschen Herbstsalon“ in Berlin.
Während des 1. Weltkrieges lebt er im
ben und Köpfe („Meditationen“) in dunk-
ler Farbigkeit.
1878 Karlsruhe Passepartout. - Oldenburgische Landesbank, 2005 an der Azbé-Malschule und experimentiert Schweizer Exil. Hier findet er in der Serie Vertreten unter anderem in:
1955 Berlin mit Farbe, Form und Linie. 1905 reist er von Landschaften („Variationen“) und · Museum Folkwang, Essen
Auf der Rückseite befindet sich eine € 2.000 – 3.000 nach Frankreich. Dort beeindruckt ihn die mystischen Köpfen zu einem abstrakten ·Sprengel Museum, Hannover
Bleistiftskizze (Querformat), die eine $ 2.380 – 3.570 zeitgenössische Kunst, v.a. von Van Gogh Farben- und Formenvokabular. 1921 zieht · Museum Ludwig, Köln
abstrakte Landschaft mit zwei Köpfen und Gauguin, nachhaltig. Zudem bestä- er nach Wiesbaden, wo er sich nun auch ·Städtische Galerie im Lenbachhaus,
zeigt. Darunter bezeichnet: 12. tigen ihn die Werke der Nabis in seiner der Druckgrafik zuwendet. 1924 bildet er München
Auffassung von der Transformation des mit Kandinsky, Klee und Feininger die Aus- · Musée des Beaux-Arts de Lyon
Das Aquarell ist im unveröffentlichten Seelischen in die Malerei. Diese lässt er in stellungsgemeinschaft „Die Blauen Vier“. · Museo d´Arte Moderna di Ascona
Werkverzeichnis der Papierarbeiten Karl seine Kompositionen einfließen, wobei er Eine fortschreitende Lähmung zwingt ihn · Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid
Hofers von Karl Bernhard Wohlert unter die leuchtenden Farben expressiv einsetzt in den 1930er Jahren immer wieder zu · San Francisco Museum of Modern Art
der WVZ.-Nr. 1968 aufgeführt. und die Formen reduziert. 1909 grün- mehrmonatigen Klinikaufenthalten. 1933 · The State Tretyakov Gallery, Moskau
det er u.a. mit Werefkin, Kandinsky und erhält er Ausstellungsverbot durch die · National Museum of Modern Art Tokyo
Modern35 Alexej Zwei Äpfel, eine Schale mit weiterem
Obst(?) und eine Geranie im Blumentopf
Besonders beeindruckt ist er von den
Werken Paul Cézannes, Paul Gauguins,
Jawlensky auf einem Tisch, das sind die wenigen
schlichten Gegenstände, die uns Alexej
Jawlensky in unserem Stillleben zeigt. Ganz
Vincent van Goghs und Georges Rouaults.
Auch die Malerei von Henri Matisse
inspiriert ihn nachhaltig. Um 1906 sucht er
1867 Twer/ Moskau nah hat er diese an uns herangerückt, dessen Pariser Atelier immer wieder auf, in
1941 Wiesbaden sodass wir sie – bis auf die Äpfel – dem sich junge Künstler aus ganz Europa
nur aufgrund unserer Seherfahrung treffen.
Geranien. Um 1907. Öl auf Karton. bezeichnen können. Jawlensky geht Dass Jawlensky die neuen Kunstansätze
49,5 x 37,5cm. Signiert unten rechts: es hier also in erster Linie nicht darum, aufzunehmen und umzusetzen weiß,
A. Jawlensky. Bezeichnet verso: A. von die Dingwelt widerzugeben. Vielmehr bezeugt auch Gabriele Münter. So
Jawlensky 1907 München. Modellrahmen. gilt sein Interesse der Komposition und schreibt sie über ihre Zusammenarbeit
Farbgebung. So hat er durch den engen mit dem Künstlerkollegen 1908 in
Provenienz: Bildausschnitt auch die Darstellung von Murnau: „Ich malte zusammen mit
- Atelier des Künstlers perspektivischer Räumlichkeit negiert. Jawlensky, der aus Frankreich nach-
- Adolf Erbslöh, München Denn die Wand im Hintergrund und der impressionistische Anregungen zu
(um 1910 vom Künstler erworben) Tisch mit seiner Platte erscheinen uns unmittelbarer Farbenwirkung und mächtig
- Dr. Walter Rietzler, München als drei breite Querbalken, die von dem zusammengefasste Gegenstandsgestaltung
(1938 vom vorherigen vermutlich schmalen Streifen der Plattenseite begleitet mitgebracht hatte.“ Zu dieser Zeit übt
als Geschenk erhalten) wird. Dieser horizontalen Ausrichtung Jawlensky mit seiner neuartigen Malweise
- Galerie Stangl, München (Aufkleber; setzt Jawlensky den Blumentopf, den großen Einfluss auf die Kunst der frühen
1956 vom vorherigen erworben) aufrechtgewachsenen Geranienstil Expressionisten in Deutschland aus.
- Privatsammlung München mit den zum Teil großen Blättern und
(1964 von vorheriger erworben) den diesen stützenden dünnen Stab € 100.000 – 120.000
- Privatsammlung Berlin als Vertikale entgegen. Auf diese $ 119.000 – 142.800
Weise schafft er einen ausgewogenen
Ausstellungen: Bildaufbau. Seine Farbpalette beschränkt
- Galerie Otto Stangl, München 1956 Jawlensky weitestgehend auf die Töne
- Stedelijk Museum Amsterdam, der Grundfarben Blau – Rot – Gelb
1957, Nr. 41 sowie Grün. Durch ihre kontrastreiche
- Kunstverein München, 1958, Nr. 140 Gegenüberstellung, wie etwa dem Grün
- Galerie Otto Stangl, München der Blätter und dem Rot des Obstes oder
1962, Nr. 28 dem Blau der Wand und der Terracotta-
- Leonard Hutten Galleries, New York Farbe des Topfes – erreicht er den viralen
1963, Nr. 76a (Aufkleber) Bildausdruck. Diesen verstärkt er durch die
- Art Museum Pasadena, 1964, lebendigen, meist kurzen Pinselzüge.
Nr. 7 (Aufkleber)
- Galerie Otto Stangl, München 1964, Das Stillleben ist für Jawlensky eines der
Nr. 51 wichtigsten Sujets in seinem Schaffen
bis 1911. Denn auf der Suche nach
Literatur: zeitgemäßen Ausdrucksmitteln erprobt
- Jawlensky, Maria/Pieroni-Jawlensky, er mit den selbst arrangierten Vorlagen
Lucia/Jawlensky, Angelica: Alexej von neue Lösungen für Kompositionsprobleme.
Jawlensky - Catalogue Raisonné of the Bemühte er sich in den Jahren zuvor um
Oil Paintings, Bd. I 1890-1914, München eine Harmonie in der Farbgebung, wendet
1991, WVZ.-Nr. 179, Abb. er sich zunehmend von einer tonalen
- Weiler, Clemens: Alexej Jawlensky, Malerei ab, hin zu einem stark farbigen,
1959, WVZ.-Nr. 712, o. Abb. expressiven Farbauftrag, wobei die Formen
einfach bleiben. Auch geht es ihm nun
um einen Ausgleich von Raum und Fläche.
Hierfür ist unser Gemälde ein schönes
Beispiel: In großen Flächen hat er die Farben
aufgetragen und lässt allein durch ihren
Distanzwert eine Tiefenwirkung erzeugen.
Anregungen für die Vereinfachung von
Komposition, Form und Farbe erhält
Jawlensky von den Nachimpressionisten.
In den Jahren von 1903 bis 1907 reist er
mehrfach für längere Aufenthalte nach
Frankreich, wo er 1905 und im Jahr darauf
seine Bilder im Pavillon de Russe des Pariser
Salon d’Automne ausstellt.
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