Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt

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Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
5   2022 · Mai · 69. Jahrgang · D: 5,95 € · A: 6,50 € · CH: 9,80 SFr · BeNeLux: 6,90 € · IT: 7,90 €

      Mitmachprojekt:
      Morgenkonzert
      der Vögel

      Reisetipp:
      Das Große Bruch
      in Sachsen-
      Anhalt
                                                                                                      Neuentdeckung
                                                                                                          in Gambia:
                                                                                Sumpfbuschsänger
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
H. Kruckenberg I A. Kölzsch I J. H. Mooij I H.-H. Bergmann:

                                                                                            Das große Buch der Gänse
                                                                                            Von sozialen Wesen und rastlosen Wanderern

                                                                                            G     änse sind Boten am Himmel - im Frühling wie im Herbst kündi-
                                                                                                  gen ihre Rufe und Keilformationen den Wechsel der Jahreszeit
                                                                                             an. Was aber macht die Gans zu so einem faszinierenden Ge-
                                                                                             schöpf? Ist es ihr soziales Wesen? Ihre Bereitschaft, gefährliche und
                                                                                             kräftezehrende Wanderungen über Tausende von Kilometern auf
                                                                                             sich zu nehmen? Die Autoren stellen von Blässgans über Graugans
                                                                                             bis zur Ringelgans und Weißwangengans alle in Europa lebenden
                                                                                             Gänsearten einschließlich der Hausgänse vor. Mit QR-Codes wer-
                                                                                             den die Gänsestimmen hörbar und ihre Zugwege sichtbar gemacht.
                                                                                             Das Buch eröffnet spannende Einblicke in das Leben und Verhalten
                                                                                             dieser beeindruckenden Vögel und vermittelt zugleich das für ihren
                                                                                             Schutz benötigte Wissen. 256 S., 219 farb. Abb., 33 Karten, geb.,
                                                                                             16,5 x 23 cm.
                                                                                            Best.-Nr.: 97-6205855                                                                    € 29,95

                                                                                                                                                      Preisstand 2022, zzgl. Versandkosten.
                                                                                                             ®
                                                                                                                        Industriepark 3 • D-56291 Wiebelsheim
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    Der Falke – Journal für Vogelbeobachter                             Pressevertrieb:                                                   Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Mei-
    ISSN 0323-357X, Erscheinungsweise: monatlich                        IPS Pressevertrieb GmbH,                                       nung und Daten der Autoren, nicht unbedingt der Redakti-
    Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier                           Carl-Zeiss-Str. 5, 53340 Meckenheim                            on wieder. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung
                                                                                                                                       und die journalistische Bearbeitung von Beiträgen vor. Zum
                                                                        Wirtschaftlich Beteiligte:                                     Abdruck angenommene Arbeiten und Abbildungen gehen in
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    Redaktionsbüro im Verlag:                                           Bankverbindung:                                                als auch in elektronischer Form – des Verlages über, wenn
    AULA-Verlag GmbH                                                    Wiesbadener Volksbank,                                         nichts anderes schriftlich vereinbart wurde. Originaldias wer-
    Industriepark 3 • 56291 Wiebelsheim                                 BIC: WIBADE5W, IBAN: DE38 5109 0000 0015 1999 11               den zurückgeschickt, Fotoabzüge, sonstige Abbildungen und
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    Redaktion:                                                          JAFONA-Verwaltungs- und Mediaservice GmbH                      Angabe über Zeitpunkt und Art der Veröffentlichung sowie
    Dr. Norbert Schäffer (verantwortlich; sch),                         Raiffeisenstraße 29, 55471 Biebern                             das Einverständnis des erstveröffentlichenden Verlages bei-
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    Fachredaktion:
    Prof. Dr. F. Bairlein (fb), T. Brandt (tb), H.-J. Fünfstück (fü),   Bezugsbedingungen:                                             schützt. Alle Rechte, auch das der Übersetzung in fremde
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                                                                                                                                       muss schriftlich erteilt werden. Kein Teil dieser Zeitschrift darf
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    Redaktionelle Mitarbeit: Anita Schäffer                                                                                            ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlages
                                                                        lich. Für Schüler-/innen und Studenten/innen 42,95 € zzgl.
                                                                                                                                       digital oder analog vervielfältigt werden. Unsere detaillierten
                                                                        Porto (Bescheinigung). In dem Preis ist der „Taschenka-
    Redaktionsassistentin:                                                                                                             Bedingungen entnehmen Sie bitte den Manuskriptrichtlinien,
                                                                        lender für Vogelbeobachter“ eingeschlossen. Die Mindest-
    Dominique Conrad, Redaktionsbüro,                                                                                                  die wir Ihnen auf Anfrage gerne zuschicken.
                                                                        bestelldauer des Abonnements beträgt ein Jahr und ver-
    Tel.: 06766/903-236; Fax: 06766/903-341;                            längert sich automatisch, wenn nicht schriftlich gemäß
    E-Mail: falke@aula-verlag.de                                        der aktuellen gesetzlichen Regelung gekündigt wird. Be-
                                                                        stellungen für Der Falke nehmen jede Buchhandlung und           Wir verarbeiten Ihre personenbezogenen Daten un-
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    Britta Fellenzer                                                    Sollten Sie einen Beitrag oder eine Manuskriptidee für DER      gesetzes (BDSG) sowie aller weiteren maßgeblichen Ge-
    Tel.: 06766/903-206, Fax: 06766/903-320                             FALKE haben, senden Sie uns bitte zunächst eine etwa zehn-      setze. Grundlage für die Verarbeitung ist Art. 6 Abs. 1
    E-Mail: vertrieb@aula-verlag.de                                     zeilige Inhaltsangabe oder setzen Sie sich vorab mit der Re-    DS-GVO. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie unter
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    Internetseiten der Fotografen in diesem Heft:                       Thomas Krumenacker          www.krumenacker.de                 Mathias Schäf                           www.living-nature.eu
    Hans-Joachim Fünfstück      www.5erls-naturfotos.de                 Eckhard Lietzow    www.lietzow-naturfotografie.de
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
VOGELWELT AKTUELL
WINTER 2021/2022:

Tote Seevögel, kaum Seiden-
schwänze, aber viele
„Trompeter“

                                                                      Mehr als 20 Nachweise des Papageitauchers
                                                                      gelangen im Februar 2022 – leider betrafen
                                                                      diese ausnahmslos Totfunde.
                                                                                  Foto: T. Rautenberg. Westerhever, 28.2.2022.

Wir blicken zurück auf einen Winter, der in weiten Teilen des Flachlands kaum einer war. „Äußerst
mild und zugleich niederschlagsreich mit viel Sonnenschein“ – so beschreibt der Deutsche Wetter-
dienst die zurückliegende Jahreszeit. Abgesehen von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein-
dauer waren aber vor allem die Windverhältnisse bemerkenswert. Mitte Februar kam es über mehrere
Tage zu einer außergewöhnlichen Sturmserie mit Orkanböen bis über 140 km/h an der Nordseeküste.
Neben zahlreichen materiellen Schäden zeigten sich entlang der Küste anschließend auch Auswir-
kungen auf die Vogelwelt. In großer Zahl wurden tote Trottellummen angespült. Wir haben uns dies
anhand der Daten von ornitho.de einmal genauer angeschaut. Mehr als 1,9 Millionen Vogelbeob-
achtungen wurden in den Monaten Dezember bis Februar an das Portal gemeldet. Darunter auffällig
wenige Seidenschwänze, aber „Trompetergimpel“ in durchaus ansehnlicher Zahl. Auch diese bei-
den Arten schauen wir uns genauer an, bevor wir einen schlaglichtartigen Blick auf die im Winter
2021/2022 entdeckten Seltenheiten werfen.

24 | DER FALKE 5/2022
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
VOGELWELT AKTUELL

D
             er Winter ist für viele Vogel-                                                         1                                      2      3 4    5       6      7
                                                                                              120                                                                                  160
             arten eine harte Zeit – nicht                                                                   Totfunde
             umsonst sind rund zwei Drittel                                                                  Windgeschwindigkeit                                                   140

                                                            Max. Windgeschwindigkeit [km/h]
                                                                                              100
             der bei uns brütenden Arten                                                                     Helgoland
                                                                                                                                                                                   120

                                                                                                                                                                                         Summe toter Ind. / Tag
Zugvögel, die den Winter in milderen Regi-
onen verbringen und dafür oft Tausende                                                        80
                                                                                                                                                                                   100
Kilometer Zugstrecke zurücklegen. Nied-
rige Temperaturen, zugefrorene Gewässer                                                       60                                                                                   80
und schneebedeckte Felder machen es den
                                                                                                                                                                                   60
Vögeln am Festland zweifelsohne schwer.                                                       40
Aber wie ergeht es den Seevogelarten weit                                                                                                                                          40
draußen auf dem Meer? Für sie ist der                                                         20
Winter ebenfalls eine schwierige Phase.                                                                                                                                            20
Harsche Bedingungen sind kräftezehrend
                                                                                               0                                                                                   0
und fordern jedes Jahr zahlreiche Opfer.
Besonders schwer trifft es diese Arten                                                          1.12.   11.12.   21.12. 31.12.   10.1.   20.1.   30.1.   9.2.   19.2.       1.3.
offenbar, wenn sie in dieser Situation auch
noch starken Winterstürmen ausgesetzt                 Infolge der vielen und um Mitte Februar sehr heftigen Sturmereignisse wurden viele tote Trottellummen
sind. Durch die dann manchmal über Tage               an der deutschen Nordseeküste gefunden. Dargestellt sind die Tagessummen gemeldeter toter Trottel-
                                                      lummen (Balken) basierend auf den Maxima je Tag und Ort sowie die tägliche maximale Windgeschwin-
stark aufgewühlte See wird die Nahrungs-              digkeit auf Helgoland (Linie). Die Nummern oberhalb der Grafik markieren markante Sturmereignisse:
suche stark erschwert – die Reserven kön-             1 = „Christian“ und „Daniel“; 2 = „Ida“, 3 = „Nadia“; 4 = „Philine“, 5 = „Roxana“ ; 6 = „Ylenia“, „Xandra“,
nen dann schnell zur Neige gehen. Im Win-             „Zeynep“ und „Antonia“; 7 = „Bibi“.                                        Datengrundlage: Deutscher Wetterdienst, dwd.de
ter 2018/2019 führten mehrere Stürme zu
stark geschwächten oder bereits tot ange-
spülten Trottellummen entlang der Nord-               Nordseeküste, örtlich sogar mit Orkan-                                              in Deutschland entstanden enorme Schä-
seeküste (FALKE 2019, H.4). Was damals                böen. Direkt darauf folgte das Tief „Phi-                                           den und entlang der Nordseeküste bzw.
schon Schlagzeilen machte, wiederholte                line“, und auch danach wurde es keines-                                             vor allem auf den Inseln wurden zahlrei-
sich im vergangenen Winter, jedoch hin-               wegs ruhiger. Schon am 6. Februar traf das                                          che Strände und Dünen abgetragen. Die
sichtlich der Anzahlen um ein Vielfaches              Sturmtief „Roxana“ auf die Küsten. Ab der                                           Halligen meldeten nach Angaben des NDR
gravierender.                                         Monatsmitte rauschten dann erneut meh-                                              (19.2.2022) bereits zum siebzehnten Mal im
   Im Winter 2021/2022 wurden über                    rere Orkantiefs hintereinander an: „Ylenia“                                         Jahr 2022 „Land unter“. Geschätzte Schä-
Deutschland auffallend viele Stürme regis-            sorgte am 16./17. Februar in Schleswig-                                             den in Höhe von über 900 Millionen Euro
triert. Ein Tief nach dem anderen fegte               Holstein für Sturmfluten und ohne Ver-                                              allein in Deutschland – so die Angaben der
über uns hinweg. Zum meteorologischen                 schnaufpause folgten Sturmtief „Xandra“,                                            Süddeutschen Zeitung – verdeutlichen die
Winteranfang sorgten die Winterstürme                 das vor allem im Binnenland zu Beein-                                               Wucht dieses Sturmtiefs. „Zeynep“ war der
„Christian“ und „Daniel“ für einen tur-               trächtigungen führte, und am Abend des                                              stärkste Orkan seit „Kyrill“ im Jahr 2007.
bulenten Beginn. Nach dem stürmischen                 18. Februar „Zeynep“. In Großbritannien                                             Den Abschluss dieser Sturmserie bildete
Dezemberauftakt blieb es bis zum Skandi-              war „Zeynep“ der stärkste Sturm seit dem                                            am 20. Februar Orkan „Antonia“, der zwar
navientief „Ida“ am 19. Januar weitgehend             Westeuropa-Orkan von 1987. Mitteleuropa                                             erneut schwere Sturmböen brachte und
ruhig. Anschließend wurde es dann richtig             befand sich zwar an der Südflanke der von                                           Sturmfluten auslöste, die aber weit unter
stürmisch: Tief „Nadia“ erreichte über den            den Britischen Inseln über Dänemark nach                                            den Werten der vorherigen Tage blieben.
Nordatlantik am 29. Januar die deutsche               Südschweden ziehenden Front. Doch auch                                              Am 25. Februar stiegen die Windgeschwin-

Beobachtungsorte von Trottellummen von Dezember bis Februar in den Wintern 2018/2019 (links) und 2021/2022 (rechts) nach den Daten von ornitho.de.
Meldungen tot gefundener Individuen sind in rot dargestellt, die übrigen Meldungen in blau.                                  Kartengrundlage: QMS Waze (World).

                                                                                                                                                         5/2022 DER FALKE                                | 25
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
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digkeiten durch das Tief „Bibi“ noch einmal,
erreichten aber keine Sturmwerte mehr.
   Die enge Abfolge der Stürme ab der
Monatswende Januar/Februar bzw. vor
allem in der zweiten Februar-Hälfte war
für viele Seevögel am Ende des Win-
ters offenbar zu viel. Allein die Zahl der
Beobachtungen von Alken (Gryllteiste,
Krabbentaucher, Papageitaucher, Tord-
alk, Trottellumme) bei ornitho.de spricht
für sich: Fast 2000 Meldungen gingen im
Zeitraum Dezember 2021 bis Februar 2022
ein, während es im gleichen Zeitraum des
Vorjahres weniger als 400 waren. Unter
den knapp 2000 Meldungen waren viele
Beobachtungen geschwächter Individuen
und fast 700 betrafen Totfunde. Mit mehr
als 600 toten Trottellummen entfiel der
überwiegende Teil auf die im Winter in der
deutschen Nordsee mit Abstand häufigste
Alkenart. Dem gegenüber stehen gerade          Trauriger Anblick: Insbesondere Trottellummen wurden im Anschluss an eine Reihe von Sturmereignissen in
                                               großer Zahl geschwächt oder bereits tot gefunden. Auch der hier abgebildete Vogel schaffte es leider nicht.
einmal 75 tote Trottellummen im gleichen                                                                                         Foto: T. Kuppel. Bremen, 10.2.2022.
Zeitraum 2018/2019, als diese Art ebenfalls
am stärksten betroffen war und lediglich
vier Totfunde in dem kaum von Stürmen          vorwiegend um Brutvögel der nordöstli-                 sieren. Von welchen Brutplätzen die vielen
geprägten Winter 2020/2021. Zu den tat-        chen Britischen Inseln gehandelt haben,                toten Trottellummen im Winter 2021/2022
sächlichen Anzahlen betroffener Vögel lässt    die sich im Winterhalbjahr überwiegend in              stammten, ist schwer zu sagen. Der Win-
sich allerdings keine Aussage treffen, da      der Nordsee aufhalten. Neben den genann-               terbestand in der deutschen Nordsee über-
sich nicht abschätzen lässt, welche Anteile    ten Alkenarten waren auch Dreizehenmö-                 trifft mit geschätzten 27 500 Individuen
der umgekommenen Vögel an Land gespült         wen ungewöhnlich stark entlang der Küste               den Brutbestand auf Helgoland um ein
und dort gefunden wurden.                      vertreten. Mehr als 500 Beobachtungen                  Vielfaches. Mehrere Ringfunde geben Hin-
   Nach nur ganz vereinzelten Totfunden        (davon über 100 Totfunde) wurden zwi-                  weise auf die Herkunft: Nach einer Trottel-
bis Ende Januar nahmen die Zahlen nach         schen Dezember 2021 und Februar 2022                   lumme mit Metallring der Vogelwarte Hel-
den ersten Sturmtiefs „Nadia“, „Philine“       bei ornitho.de gemeldet. Im gleichen Zeit-             goland Mitte Januar wurden im Februar
und „Roxana“ merklich zu. Als in der zwei-     raum 2020/2021 gab es nur 16 Beobach-                  insgesamt drei Lummen mit britischen
ten Monatshälfte dann erneut mehrere,          tungsmeldungen dieser Art.                             Ringen gefunden. Die vielen Totfunde im
noch heftigere Sturmereignisse hinterein-         Eine gewisse Wintersterblichkeit bei See-           Winter 2018/2019 hatten zumindest auf
ander über die Deutsche Bucht rauschten,       vögeln ist normal. Inwiefern Stürme die                die Brutbestände auf Helgoland offenbar
stieg die Zahl der Totfunde enorm. Der         Mortalität beeinflussen, lässt sich schwer             keine Auswirkungen. In der Brutzeit 2019
Tag mit den meisten gemeldeten Totfun-         quantifizieren. Ein Teil der tot gefundenen            wurden stattdessen sogar erstmals mehr als
den war der 26. Februar. Dies dürfte aber      Vögel war mehr oder weniger stark verölt.              4000 Brutpaare der Trottellumme ermittelt
weniger mit dem (relativ schwachen) Tief       Auch wenn es vermutlich nicht die Haupt-               – über 1000 mehr als im Vorjahr. Hoffen
„Bibi“ am Vortag zu tun gehabt haben als       ursache für den Tod der Vögel war, so                  wir, dass die festgestellten Winterverluste
mit einer gezielten Spülsaumkontrolle im       dürfte dies doch zumindest teilweise zum               sich auch 2022 nicht zu negativ auf die See-
Bereich St. Peter-Ording, die allein mehr      Verenden der Vögel beigetragen haben.                  vögel – egal welcher Art und Population –
als 100 tote Trottellummen ergab.              Es ist durchaus denkbar, dass die Stürme               auswirken werden.
   Von der zweithäufigsten Alkenart in der     lediglich zu einer erhöhten Sichtbarkeit
deutschen Nordsee, dem Tordalk, wurden         an toten Vögel führen, da nur bei solchen
                                                                                                      Sehr wenige Seidenschwänze …
54 Totfunde gemeldet. Die übrigen drei         Bedingungen die fernab der Küste über-
Alkenarten sind in der deutschen Nordsee       winternden Vögel überhaupt bis an die                  Der Seidenschwanz ist durch seine beson-
selten. Dementsprechend vereinzelt waren       Küste gespült werden.                                  dere, auffallend hübsche Färbung, die aus-
auch die Funde: zwei Krabbentaucher und           Sollte es zu überdurchschnittlich hohen             geprägte Haube und sein hierzulande sehr
eine Gryllteiste. Auffällig sind aber die      Verlusten gekommen sein, so sind auch                  unregelmäßiges Erscheinen für Vogelbe-
mehr als 20 tot gefundenen Papageitaucher.     negative Folgen für die kommenden Brut-                obachterinnen und -beobachter eine sehr
Diese Art ist an den deutschen Küsten sehr     zeiten zu erwarten. Sowohl Papageitaucher              attraktive Vogelart. Je länger die letzte
selten anzutreffen, in den Jahren 2010 bis     als auch Trottellummen erreichen frühes-               Beobachtung zurückliegt, desto mehr wird
2019 gab es durchschnittlich gerade ein-       tens nach vier Jahren die Geschlechtsreife,            die nächste Begegnung herbeigesehnt. Um
mal vier Nachweise pro Jahr in Deutsch-        führen nur eine Brut pro Jahr durch und                es kurz zu machen: Der vergangene Winter
land. Bei den entlang der deutschen Küste      legen jeweils nur ein Ei. Starke Verluste              bot für eine Sichtung von Seidenschwänzen
gefundenen Papageitauchern dürfte es sich      sind daher nicht kurzfristig zu kompen-                die schlechtesten Chancen seit dem Start

26 | DER FALKE 5/2022
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
von ornitho.de. Mit insgesamt nicht einmal                                        des Landes beschränkten Internetportal                                                                   werden als Vertreter der Nominatform
      100 Meldungen auf 61 Kartenblättern der                                           ornitho.ch zum endgültigen Durchbruch,                                                                   und damit als Wintergäste aus dem Nord-
      Topographischen Karte 1 : 25 000 (TK 25)                                          und in beeindruckender Zahl waren sie                                                                    osten eingestuft. Optisch sind diese Vögel
      war die Art in Deutschland so selten wie                                          auch in Deutschland zu sehen. Das seit-                                                                  offenbar nicht sicher von hiesigen Brutvö-
      schon lange nicht mehr. Diese wenigen                                             her stärkste Auftreten fand im Winter                                                                    geln zu unterscheiden, doch sind sie meist
      Meldungen konzentrierten sich auf (von                                            2012/2013 statt, als bundesweit als Summe                                                                etwas größer und kräftiger. Farblich fallen
      Nord nach Süd) Schleswig-Holstein mit                                             der größten Trupps je TK 25 gut 55 000                                                                   oft eine heller graue Ober- sowie eine eher
      Hamburg und dem nördlichen Niedersach-                                            Seidenschwänze erfasst wurden. Maximal                                                                   himbeerfarbene anstatt orangerote Unter-
      sen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin                                               hielten sich damals 2500 Seidenschwänze                                                                  seite der Männchen auf. „Trompetergim-
      und Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt                                              in einem Schwarm Ende Januar in Mün-                                                                     pel“ werden seit 2004/2005 allwinterlich in
      und Sachsen. In der Südhälfte des Bundes-                                         chen auf. Der Winter 2016/2017 kam auf                                                                   schwankender Zahl in Deutschland beob-
      gebietes gab es im wahrsten Sinne des Wor-                                        immerhin knapp 20 000 Vögel, der Winter                                                                  achtet.
      tes nur eine Handvoll Meldungen. Die drei                                         2019/2020 auf noch gut 10 000 Seiden-                                                                      Da Gimpel als Nahrung im Hochsom-
      größten Trupps bestanden aus etwa 80, 50                                          schwänze. Im Winter 2021/2022 waren es                                                                   mer und Herbst gerne Samen von Bäu-
      und 24 Seidenschwänzen.                                                           gerade einmal 362 Vögel.                                                                                 men und beerenartige Früchte aufnehmen,
         Seidenschwänze kommen als Brutvögel                                                                                                                                                     haben wir anlässlich des sehr schwachen
      von Nordskandinavien und Finnland ent-                                                                                                                                                     Auftretens der beerenfressenden Seiden-
                                                                                        …und viele „Trompetergimpel“
      lang der Taigazone nach Osten vor. Sie sind                                                                                                                                                schwänze das Datenmaterial seit dem Start
      Teilzieher, die je nach Bedingungen ausge-                                        Als häufiger Brutvogel ist der Gimpel in                                                                 von ornitho.de auf Parallelen im Auftre-
      prägte Evasionen durchführen. So über-                                            Deutschland nicht nur allen Vogelbegeis-                                                                 ten der beiden überprüft. In den Wintern
      wintern bei guten Nahrungsbedingungen,                                            terten, sondern auch den meisten Natur-                                                                  2012/2013, 2016/2017 und 2019/2020
      also sehr gutem Beerenangebot, die meis-                                          interessierten bekannt. Weniger verbreitet                                                               erschienen beide Taxa tatsächlich in über-
      ten Seidenschwänze im Brutgebiet oder                                             ist die Erkenntnis, dass nicht alle im Jah-                                                              durchschnittlicher Anzahl. In den Wintern
      nur wenig südlich davon. Ist die Nahrung                                          resverlauf bei uns beobachteten Gimpel                                                                   2015/2016, 2017/2018 und auch aktuell
      hingegen knapp, wandern viele Trupps ab.                                          derselben Form angehören. In Mitteleu-                                                                   im Winter 2021/2022 konnten jedoch nur
      Bei großräumiger Fehlmast der beerentra-                                          ropa treffen die in Westeuropa verbreitete                                                               „Trompetergimpel“ in überdurchschnittli-
      genden Gehölze erreichen umfangreiche                                             Unterart europoea und die von Fennoskan-                                                                 cher Anzahl beobachtet werden, während
      Schwärme auch Mittel-, West- und Südeu-                                           dien und Nordostpolen südwärts bis in die                                                                Seidenschwänze kaum in Erscheinung
      ropa. Die Temperaturen spielen dabei für                                          Karpaten und ostwärts bis nach Ostsibirien                                                               traten. Somit zeigt sich zumindest keine
      das Auftreten der Seidenschwänze keine                                            und Nordwestchina brütende Nominat-                                                                      grundlegende Übereinstimmung zwischen
      Rolle. Viele Vogelbegeisterte erinnern sich                                       form pyrrhula aufeinander. Während der                                                                   dem Auftreten von Seidenschwanz und
      noch an die letzte große Invasion im Win-                                         Kontaktruf unserer heimischen Dompfaffe                                                                  „Trompetergimpel“ in Deutschland. Dies
      ter 2004/2005, als mehrere Zehntausend                                            ein weiches, sanftes und im Ton abfallendes                                                              kann in unterschiedlichen Herkunftsräu-
      Seidenschwänze nach Mittel- und Westeu-                                           „diü“ ist, werden seit dem Herbst 2004 im                                                                men, aber auch im wesentlich weiter rei-
      ropa einflogen und im Laufe des Winters                                           Winter alljährlich Gimpel mit ungewöhnli-                                                                chenden Nahrungsspektrum der Gimpel
      bis nach Italien und Spanien gelangten.                                           chen, an eine Kindertrompete erinnernden,                                                                begründet sein, die neben Beeren auch
      In der Schweiz verhalfen sie dem damals                                           nasalen Rufen verstärkt wahrgenommen.                                                                    Samen von Bäumen, Stauden und Kräutern
      noch auf den französischsprachigen Teil                                           Diese sogenannten „Trompetergimpel“                                                                      wie zum Beispiel von Ulme, Mädesüß und

                               60000                                                                       1000                                                         3000                                                                       1000

                               50000                                                                                                                                    2500
Summe der TK25-Maxima [Ind.]

                                                                                                                                         Summe der TK25-Maxima [Ind.]

                                                                                                           800                                                                                                                                     800
                                                                                                                  TK25 mit Beobachtung

                                                                                                                                                                                                                                                          TK25 mit Beobachtung

                               40000                                                                                                                                    2000
                                                                                                           600                                                                                                                                     600
                               30000                                                                                                                                    1500
                                                                                                           400                                                                                                                                     400
                               20000                                                                                                                                    1000

                                                                                                           200                                                                                                                                     200
                               10000                                                                                                                                     500

                                  0                                                                        0                                                              0                                                                        0
                                       11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20 20/21 21/22                                                                       11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20 20/21 21/22

      Im Winter 2021/2022 machten sich Seidenschwänze so rar wie nie im „ornitho-                                                              Im Gegensatz zu den Seidenschwänzen war das Auftreten bei den sogenann-
      Zeitalter“: Auf lediglich 61 Kartenblättern der Topographischen Karte 1 :25 000                                                          ten „Trompetergimpeln“ überdurchschnittlich. Die durch ihr nasales Tröten
      (TK 25) wurden sie beobachtet. Beim letzten starken Einflug 2012/2013 gab                                                                auffallenden Vögel wurden vor allem im Nordosten und Süden Deutschlands
      es – trotz einer geringeren Anzahl an Meldern – Beobachtungen von 924 TK 25.                                                             angetroffen, was auf eine östliche Herkunft schließen lässt. Zur Darstellung
      Auch die Anzahl beteiligter Vögel war deutlich unterdurchschnittlich. Darge-                                                             siehe Seidenschwanz.
      stellt ist die Anzahl TK 25 mit einer Seidenschwanz-Beobachtung (Punkte; rech-
      te Achse) sowie die Summe der größten Trupps je TK 25 (Säulen; linke Achse)
      in den Monaten Dezember bis Februar nach den Daten von ornitho.de.

                                                                                                                                                                                                                  5/2022 DER FALKE                     | 27
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
VOGELWELT AKTUELL

Brennnessel sowie Knospen von Bäumen                                       Deutschland auf. Entlang eines Streifens          Viele seltene Enten und Möwen,
und Sträuchern nutzen. Bemerkenswert                                       vom westlichen Schleswig-Holstein über            kaum Singvögel
sind die Unterschiede im räumlichen Auf-                                   den Westen von Niedersachen sowie Nord-
treten der „Trompetergimpel“. So traten                                    rhein-Westfalen bis nach Rheinland-Pfalz          Der zurückliegende Winter hatte es, was
sie im Winter 2020/2021 vor allem in Ost-                                  wurden „Trompetergimpel“ hingegen in              die in Deutschland entdeckten Seltenheiten
deutschland, im Winter 2021/2022 jedoch                                    beiden Wintern nur sehr selten beobachtet.        betrifft, in sich: Gleich mehrere bislang erst
zusätzlich zu den dort weiterhin hohen                                     Dieses Muster lässt auf eine östliche Her-        sehr wenige Male festgestellte Arten waren
Zahlen sehr stark auch in der Südhälfte von                                kunft dieser Gimpel schließen.                    unter den fast 2500 ornitho-Meldungen
                                                                                                                             von als „sehr selten“ kategorisierten Arten.
                                                                                                                             Den systematischen Anfang unseres Über-
 Zwergschwäne 2021 mit überdurchschnittlichem Jungvogelanteil                                                                blicks machen mal wieder die Ringschna-
 Einen Anteil von 13,6 % Jungvögeln ergab die Erfassung des Bruterfolgs um den 11./12.                                       belenten. In den Monaten Dezember bis
 Dezember 2021 beim Zwergschwan in Deutschland. Die Zählung fand im Rahmen der                                               Februar wurden von dieser nearktischen
 alljährlichen Erfassung der in Nordwesteuropa überwinternden Zwergschwäne statt.                                            Art ausschließlich Männchen beobachtet.
 Das ist der mit Abstand höchste Jungvogelanteil, der seit 2013 (14,4 %) ermittelt wurde.                                    In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen
 Im Schnitt lag der Anteil in Deutschland bei 10,2 % und in Europa bei 9,0 %. Seit 2013                                      und Bayern waren bereits aus dem Herbst
 beteiligt sich der DDA aufgrund des steigenden Rastbestandes im Frühwinter an der                                           bekannte Vögel zu beobachten, neu ent-
 internationalen Zählung.                                                                                                    deckt wurden Ringschnabelenten Mitte
                                                                                                                             Dezember bei Schaalby in Schleswig-Hol-
 4709 Individuen wurden Anfang Dezember in Deutschland nach Alter differenziert.
                                                                                                                             stein und am Grimnitzsee in Brandenburg.
 Davon entfielen 2449 Individuen auf Niedersachsen, 1650 auf Schleswig-Holstein und
                                                                                                                             Von der Kleinen Bergente existiert bislang
 558 auf Mecklenburg-Vorpommern sowie 52 auf andere Bundesländer. Dank des gut
                                                                                                                             erst ein als Wildvogel anerkannter Nach-
 etablierten Netzwerks ehrenamtlicher Zählerinnen und Zähler dürfte ein sehr großer
                                                                                                                             weis aus dem März 2013. Vom 6. Januar
 Teil des anwesenden Rastbestandes erfasst worden sein. Wir schätzen diesen für Anfang
                                                                                                                             2022 bis in den März hinein hielt sich ein
 Dezember 2021 auf mindestens 4800 Individuen.
                                                                                                                             unberingtes, wohl vorjähriges Männchen
 Anfang Dezember 2021 konnte für 139 Familien die Anzahl an Jungvögeln ermittelt                                             unter zigtausenden Tauchenten auf dem
 werden. Die meisten erfolgreichen Altvögel hatten einen bis drei Jungvögel „im Schlepp-                                     Ismaninger Speichersee bei München auf,
 tau“. Aber auch Familien mit vier oder fünf Jungen konnten am Zählwochenende beob-                                          das ebenfalls gute Chancen auf eine sol-
 achtet werden. Die durchschnittliche Jungenanzahl je Familie lag bei 2,1 Jungvögeln.                                        che Einstufung haben dürfte. Im Herbst
 Ganz herzlichen Dank allen, die mit ihren Meldungen zu diesen großen Stichproben                                            2021 war in Westeuropa mit mindestens
 aus Deutschland beigetragen haben!                                                                                          14 Individuen in Großbritannien und 9
                                                                       Hans-Joachim Augst, Axel Degen, Nikolas Prior         in Frankreich der bislang stärkste Einflug
                                                                                                                             dieser amerikanischen Entenart regis-
 Projekt zum Schutz des Zwergschwans                                                                                         triert worden. Seltene Meeresenten waren
                                                                                                                             im vergangenen Winter verhältnismä-
 Um mehr über den Bestandsrückgang der Zwergschwäne in Nordwesteuropa zu erfah-                                              ßig zahlreich und teils unter sehr güns-
 ren und der besonderen Verantwortung Deutschlands für diese Art gerecht zu werden,                                          tigen Bedingungen zu beobachten. Am
 wurde im November 2020 das Projekt „Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte                                            11. Dezember wurde westlich von Rostock
 Zugvogelart in Deutschland“ gestartet. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des                                             eine Prachteiderente entdeckt. Bei Folge-
 Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit                                                beobachtungen stellte sich heraus, dass auf
 Mitteln des Bundesumweltministeriums. Das auf sechs Jahre angelegte Projekt wird                                            dem Küstenabschnitt zwischen Rerik und
 federführend vom Michael-Otto-Institut im NABU durchgeführt. Der DDA und seine                                              Kühlungsborn sogar zwei Männchen dieser
 Mitgliedsverbände NOV, OAMV und OAGSH sind mit einem Schwerpunkt auf der                                                    Art rasteten, von denen eines noch bis zum
 Erfassung des Rastgeschehens ebenfalls beteiligt. Mehr über das Projekt und die Zugbe-                                      19. Februar gemeldet wurde. Am 5. Januar
 wegungen der im Rahmen des Projektes besenderten Zwergschwäne erfahren Sie unter:                                           war eine weitere männliche Prachteider-
 www.zwergschwan.de
                                                                                                                             ente vor der Insel Fehmarn entdeckt wor-
                                                                                                                             den. Die in den Wintern 2019/2020 und
                        20          Deutschland                                              Die in Nordwesteuropa über-
                                                                                                                             2020/2021 im Bereich der Geltinger Birk
                        18          Nordwesteuropa                                           winternden Zwergschwäne
                                                                                             hatten 2021 offenbar einen      bei Flensburg beobachtete Pazifiktrauer-
                        16                                                                                                   ente ließ sich auch im vergangenen Win-
                                                                                             überdurchschnittlichen
                        14
                  [%]

                                                                                             Bruterfolg. Darauf deuten die   ter wieder im nun offenbar traditionellen
  Jugvogelanteil [%]

                                                                                                                             Winterquartier bestätigen. Beobachtungen
 Jungvogelanteil

                        12                                                                   Ergebnisse der Zählungen
                        10                                                                   Mitte Dezember 2021 in          erfolgten vom 29. Dezember bis 22. Januar.
                                                                                             Deutschland hin. Der Jung-      Ein weiteres Männchen wurde am 3. Januar
                        8
                                                                                             vogelanteil in Deutschland      bei Kühlungsborn nahe der dort anwesen-
                        6                                                                    ist meist höher als der der
                                                                                                                             den Prachteiderente entdeckt und unregel-
                        4                                                                    Gesamtpopulation. Das weist
                                                                                             darauf hin, dass erfolgreiche   mäßig noch bis in den März bestätigt. Eine
                         2
                                                                                             Familien weiter östlich über-   männliche Weißkopf-Ruderente hielt sich
                        0
                             2013   2014   2015   2016   2017   2018    2019   2020   2021   wintern.                        vom 12. Januar bis 6. Februar auf dem Gro-
                                                                                                                             ßen Binnensee in Schleswig-Holstein auf.

28 | DER FALKE 5/2022
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
Ab dem 13. Februar ließ sich der mutmaß-
lich selbe Vogel anschließend rund 180 km
nordöstlich in Dänemark beobachten. Ein
Auftreten mitten im Winter in einem gro-
ßen Ententrupp passt sehr gut in das für
einen Wildvogel zu erwartende Muster.
Im Winter 2020/2021 ließ sich von Mitte
Dezember bis Ende März eine Weißkopf-
Ruderente in Bayern und Baden-Würt-
temberg beobachten. Aus den letzten Jah-
ren liegen Winternachweise auch aus den
Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Öster-
reich und Polen vor. Weißkopf-Ruderenten
sind weltweit stark gefährdet und brüten
heute in Europa nur noch in Spanien. Ab
den 1950er-Jahren kam es insbesondere
in Großbritannien zur Fortpflanzung und
sehr starken Vermehrung ausgesetzter
und entflogener Schwarzkopf-Ruderenten,
einer ursprünglich in Amerika beheima-
                                                             Orientturteltauben werden in den letzten Jahren regelmäßig im Winterhalbjahr in Europa nachgewie-
teten Art. Neben Lebensraumveränderun-                       sen. Bei Anerkennung stellt dieses Individuum den dritten Wildvogelnachweis für Deutschland dar.
gen führte die Ausbreitung dieser Vögel                                                                                             Foto: T. Christiansen. Freiburg, 6.3.2022.
auf den Kontinent zu Verdrängung und
Hybridisierung mit ihren Verwandten und
brachte die seltenen Weißkopf-Ruderenten
in Bedrängnis. In Großbritannien konnte                     bei uns auf und wurde auch in Dänemark              im Breisgau anwesende asiatische Orient-
die Schwarzkopf-Ruderente inzwischen                        noch von einem solchen Vogel begleitet.             turteltaube der am weitesten westlich brü-
weitgehend ausgerottet werden, doch die                     Hoffen wir, dass sich die Wege der Vögel            tenden Unterart meena dar. Auch bei die-
Problematik besteht weiterhin. Dies wurde                   früher oder später wieder trennen werden.           ser Art passt ein Auftreten im Winter gut
auch bei dem aktuellen deutschen Nach-                      Den dritten Nachweis für Deutschland und            zu aktuellen Wildvogelnachweisen in den
weis deutlich: Die männliche Weißkopf-                      ersten für Baden-Württemberg stellt bei             Nachbarländern. Bisher wurde diese Tau-
Ruderente hielt sich zeitweise mit bis zu                   Anerkennung als Wildvogel eine ab dem               benart hierzulande nur 1985/1986 auf Föhr
zwei weiblichen Schwarzkopf-Ruderenten                      17. Februar an einer Futterstelle in Freiburg       und 2012 in Hessen nachgewiesen. Eben-

Eine Prachteiderente an der Ostseeküste
machte ihrem Namen alle Ehre und zeigte
sich zahlreichen Fotografen in voller
Pracht.        Foto: J. Janssons. Kühlungsborn, 5.2.2022.

                                                                                                                             5/2022 DER FALKE                         | 29
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
VOGELWELT AKTUELL

falls den dritten Nachweis für Deutschland     übergeben. Insgesamt vier verschiedene         Dezember längere Zeit oder noch an ande-
– und in diesem Fall ersten für Brandenburg    Große Schlammläufer ließen sich im Som-        ren Orten in Deutschland aufgehalten hat,
– betrifft die Entdeckung eines Kanada-        mer und Herbst 2021 in Schleswig-Hol-          wird sich nicht klären lassen. Die nächste
kranichs am 24. Februar. Für etwa eine         stein und Niedersachsen beobachten. Der        Ortung erfolgte am 25. Dezember aus den
Woche rastete diese nordamerikanische          erste Vertreter dieser nordamerikanischen      Niederlanden – rund 400 km weiter west-
Ausnahmeerscheinung mit eurasischen            Watvogelart für Nordrhein-Westfalen ras-       lich. Im Januar wurde „Kajzerka“ dann in
Kranichen im Grenzbereich von Branden-         tete Mitte Dezember für drei Tage in den       der Nähe von Brüssel geortet. Man darf
burg und Mecklenburg-Vorpommern. Es            Rieselfeldern Münster.                         gespannt sein, welche Erkenntnisse der
wird davon ausgegangen, dass es sich bei          Die nordamerikanischen Ringschna-           Sender zu den Aufenthaltsorten der Ring-
dem nun in Deutschland entdeckten Vogel        belmöwen ähneln unseren Sturmmöwen.            schnabelmöwe in den kommenden Mona-
um einen bereits im Herbst 2021 an meh-        Über mehrere Jahre überwinterte ein            ten ans Licht führen wird. Typische seltene
reren Stellen in Skandinavien beobachteten     solcher Vogel am Rhein bei Leverkusen,         Wintergäste sind in Deutschland die an
Kanadakranich handelte, der mit eurasi-        wurde jedoch zuletzt im Winter 2019/2020       ihren komplett hellen Handschwingen von
schen Kranichen in Südwesteuropa über-         dort festgestellt. Eine andere Ringschnabel-   allen anderen Großmöwen zu unterschei-
winterte und nun auf dem Frühjahrszug in       möwe hält sich seit Jahren im Winter tradi-    denden Eismöwen und Polarmöwen. Die
Deutschland Rast machte. Die bisherigen        tionell an der polnischen Ostseeküste auf.     erste Eismöwe des Winters wurde am 5. De-
deutschen Nachweise der Art gelangen           Bereits 2005 wurde der Vogel mit einem         zember auf Mellum entdeckt. Darüber hin-
2010 und 2013. Weit weniger selten, dafür      roten Farbring markiert und bekam den          aus wurden Eismöwen – alles Vögel im ers-
aber auf ungewöhnlich geringe Distanz          Namen „Kajzerka“. Um seine Zugbewegun-         ten Winterkleid – auf Sylt, Helgoland und
zeigte sich ab dem 20. Dezember ein Gelb-      gen im Laufe des Jahres noch besser erfor-     ab 12. Februar bei Glückstadt an der Elbe
schnabeltaucher an der Ostseeküste der         schen zu können, wurde der Vogel Anfang        beobachtet. Bemerkenswert sind unre-
Lübecker Bucht. Leider stellte sich im Laufe   Dezember 2021 mit einem GPS-Sender             gelmäßige Beobachtungen zwischen dem
der folgenden Tage heraus, wieso sich der      ausgestattet. Schlechtes Wetter und kurze      27. Dezember und 10. März in der Graf-
Vogel so küstennah im Bereich der Seebrü-      Tage führten aufgrund schwacher Batterie       schaft Bentheim und im Emsland. Vermut-
cke Scharbeutz aufhielt. Offenbar war er       in den ersten Wochen leider nur zu weni-       lich betreffen Sichtungen einer Eismöwe
stark geschwächt und wies möglicherweise       gen Ortungen. Eine davon gelang aber auch      am 24./25. und 30. Januar in Münster eben-
ein kontaminiertes Gefieder auf, da er einen   in Deutschland. Nachdem der Vogel am           falls dieses Individuum. Eine anhand von
großen Teil der Zeit mit der Gefiederpflege    8. Dezember letztmalig in der Nähe von         Gefiedermerkmalen individuell erkenn-
verbrachte. Am 27. Dezember wurde der          Stettin geortet wurde, folgte eine Posi-       bare Polarmöwe rastete ab dem 18. Dezem-
Taucher tot am Strand angespült und an das     tion am 22. Dezember am Kiessee Parey          ber im niedersächsischen Salzgitter, wurde
Museum für Natur und Umwelt in Lübeck          in Sachsen-Anhalt. Ob sich der Vogel im        Anfang Januar dann im Harzvorland in

                                                                                                   Polar- (links) und Eismöwe im Kampf um
                                                                                                   eine verendete Weißwangengans. Kein Foto
                                                                                                   aus Island, sondern vom Ufer der Elbe.
                                                                                                                 Foto: B. Bischof. Glückstadt, 12.2.2022.

30 | DER FALKE 5/2022
Morgenkonzert der Vögel - Mitmachprojekt: Das Große Bruch in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt gesehen und schließlich
                                               Wann, wo, wie viele? Neues Arten-Informationssystem in ornitho.de
Anfang Februar in Braunschweig. Weitere
Polarmöwen wurden in Minden, Harburg,          Seit Anfang Januar 2022 informieren rundum überarbeitete Statistiken auf ornitho.de
Osterhever und auf Helgoland gesehen.          über das räumliche und zeitliche Auftreten, über Truppgrößen und die Höhenvertei-
Für über eine Woche leistete zudem eine        lung der einzelnen Arten. Grundlage für die neuen Phänologie-Grafiken sind die voll-
Polarmöwe im 3. Kalenderjahr der Eis-          ständigen Beobachtungslisten. Diese ermöglichen nicht nur eine realistischere Darstel-
möwe bei Glückstadt Gesellschaft – eine        lung des jahreszeitlichen Auftretens, sondern auch Vergleiche zwischen einzelnen Jah-
in Deutschland seltene Gelegenheit, die        ren bzw. mehrjährigen Mittelwerten. Die erfreulicherweise stetig steigende Anzahl an
beiden Arten einmal im direkten Vergleich      Melderinnen und Meldern fällt dabei nicht ins Gewicht. Tragen Sie dazu bei, die Infor-
zu sehen. Diese Situation ergab sich eben-     mationen zum jahreszeitlichen Auftreten unserer Vögel stetig zu verbessern, indem Sie
falls am 29. Dezember und 3. Januar in der     möglichst häufig von der Beobachtungslisten-Funktion Gebrauch machen.
Grafschaft Bentheim. Die dort beobachtete      Ermöglicht wurde die Erstellung des neuen Arten-Informationssystems durch eine
Polarmöwe könnte mit einer am 7. und           Zuwendung der Ernst-Commentz-Stiftung.
21. Februar in Münster gesehenen identisch
sein. Dass bei Polarmöwen ganz genau hin-
geschaut werden sollte, zeigt die Beobach-
tung einer Kumlienmöwe – der anhand
leicht dunkel gezeichneter Handschwin-
gen erkennbaren kanadischen Unterart
– vom 23. bis 28. Januar in den Rieselfel-
dern Münster. Derselbe Vogel wurde am
4./5. Februar bei Saerbeck, knapp 20 km
weiter nördlich, erneut fotografiert. Die
Kumlienmöwe im 3. Kalenderjahr stellt
erst den zweiten Nachweis für Deutschland
dar. Der erste gelang im März/April 2012       Präsenz des Zilpzalps auf vollständigen Beobachtungslisten im Jahresverlauf. Dargestellt ist der prozen-
in Niedersachsen. Zwergscharben wurden         tuale Anteil der vollständigen Listen mit dieser Art je Woche 2022 (blaue Linie; Stand 4.4.2022) im Ver-
nach dem Einflug im Sommer 2021 auch           gleich zum Vorjahr (grüne Linie) sowie seit 2012 (graue Fläche). 2022 verlief die Ankunft bis zum Win-
über den Winter weiterhin relativ zahlreich    tereinbruch Anfang April offenbar „nach Plan“, während 2021 einige früh dran waren, der größte Teil
an verschiedenen Stellen Süddeutschlands       aber eher etwas später als in den anderen Jahren eintraf. Die Grafiken erreichen Sie über das Phänologie-
beobachtet. Im hessischen Kreis Hersfeld-      Symbol (Säulendiagramm) hinter jeder Beobachtung sowie unter den Statistiken über „Art für Art“.
Rotenburg waren es bis zu 15 Individuen,
bei Schweinfurt bis zu 18 und bei Bam-
berg sogar bis zu 31. Darüber hinaus gab
es Beobachtungen bei Mechtersheim in          fotografieren – und führte dadurch allein              Seitdem sind Beobachtungen so weit west-
Rheinland-Pfalz sowie in den bayerischen      bis Ende Februar zu fast 300 Meldungen                 lich wieder eine große Ausnahme. Umso
Kreisen Landshut und Roth. Einzelne Sich-     bei ornitho.de. Ende Dezember wurde für                bemerkenswerter ist die Entdeckung einer
ler wurden zwischen Dezember und Feb-         zwei Tage ein Würgfalke nördlich von                   Bergbraunelle am 2. Dezember im Erz-
ruar in vier Gebieten in Hamburg, Nieder-     Riesa in Sachsen beobachtet. Eine fotogra-             gebirge. Leider blieb es bei einer wenige
sachsen und Bayern (2) festgestellt.          fisch belegte Beobachtung 4 km nordöst-                Minuten dauernden Beobachtung, die aber
   Angesichts der stark positiven Nach-       lich am 23. Februar dürfte denselben, dort             glücklicherweise für eindeutige Belegfotos
weisentwicklung beim Gleitaar ist es fast     offenbar überwinternden Falken betroffen               ausreichte. Der einzige Polarbirkenzeisig
schon erstaunlich, dass ein vom 26. Januar    haben.                                                 des Winters wurde am 28. Januar im Kreis
bis 7. Februar in Sachsen rastendes Indi-        Seidensänger konnten im Winter an                   Pinneberg in Schleswig-Holstein fotogra-
viduum den Erstnachweis für dieses Bun-       mehreren bekannten Stellen in Nordrhein-               fiert. Am 13. Februar wurde bei Northeim
desland darstellt. Ab Ende Februar wurde      Westfalen und im Saarland bestätigt wer-               in Niedersachsen eine Zwergammer ent-
ein weiterer Gleitaar im Ortenaukreis in      den. Das Rheinufer bei Kaltenengers in                 deckt, die sich auch im März noch dort
Baden-Württemberg gemeldet. „Unser“           Rheinland-Pfalz suchte sich ein asiatischer            beobachten ließ.
seit inzwischen mehreren Jahren im Ran-       Tienschan-Laubsänger zur Überwinte-                                Christopher König, Stefan Stübing,
dowbruch übersommernder Kaiseradler           rung aus. Der Vogel hielt sich dort mindes-                                           Johannes Wahl
war Ende November 2021 letztmalig beob-       tens vom 28. Dezember bis 12. Februar auf.
achtet worden. Die Erstbeobachtung 2022       Im Eriskircher Ried am Bodensee, wo schon
gelang bereits am 5. Februar. Nachdem         im September 2021 erstmals Zistensänger
die Ende Oktober bei Bielefeld entdeckte      festgestellt wurden, gab es Anfang Januar              Literatur zum Thema
Sperbereule leider an den Folgetagen nicht    weitere Beobachtungen dieser Art. Bis 2015             Dierschke J, Dierschke V, Stühmer F 2021: Ornitho-
wiedergefunden wurde, ergab sich ab dem       gab es aus ganz Europa nur 32 Nachweise                 logischer Jahresbericht 2020 für Helgoland. Orn.
                                                                                                      Jber. Helgoland 31: 1-89.
4. Februar in St. Peter-Ording eine weitere   der asiatischen Bergbraunelle. Im Winter
                                                                                                     König C, Stübing S, Wahl J 2016: Winter 2015/16:
Chance zur Beobachtung dieser attrakti-       2016/2017 folgte ein nie zuvor beobachte-               Tafelente nach Geschlechtern, Rotmilane an
ven Art. Über viele Wochen ließ sich dort     ter Einflug mit mehreren Hundert Nach-                  Schlafplätzen und viele „Trompetergimpel“. Falke
eine Sperbereule perfekt beobachten und       weisen, davon auch acht in Deutschland.                 (4): 12–17.

                                                                                                                    5/2022 DER FALKE              | 31
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