Musikalische Grundschule - an der Kurt-Tucholsky-Grundschule in Berlin - Ein Projekt von K&K Kulturmanagement & Kommunikation im Auftrag des ...
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Musikalische Grundschule
an der Kurt-Tucholsky-Grundschule in Berlin
Ein Projekt von
K&K Kulturmanagement & Kommunikation
im Auftrag des Quartiersmanagements Moabit-OstInhalt Vorwort 1 Konzept 2 Selbstverständnis 4 Projektbeschreibung 5 Projektdaten 12 Projektangebote 14 Schülerworkshops 15 Fortbildungen 18 Impressionen // KidsKompo 19 Impressionen // Trommelfortbildung 23 Impressionen // Instrumentenbau 25 Externe Angebote und Kooperationen 27 Exkurs KidsKompo 28 Evaluation 33 Auswertung 44 Ausblick 45 Impressum 46
Vorwort
„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“
Dieser wohl wichtigste Satz über die Dieser Auszug aus dem Text zur Neu-
Bedeutung der Musik aus dem Munde orientierung des Musikunterrichts der
Nietzsches ist aktueller denn je. Tat- Konrad-Adenauer-Stiftung (2004) be-
sächlich gehört Musik für die meisten schreibt, warum es ein lohnendes Ziel
Menschen wie selbstverständlich zum für alle Beteiligten an einer Schule ist,
Alltag. Das Anhören von Musik bei- Musik in allen schulischen Bereichen
spielsweise ist laut einer (...) Umfrage und Inhalten zu verankern und damit
für mindestens 80% der Deutschen eine Schule zur „Musikalischen Grund-
die liebste Freizeitbeschäftigung. Aller- schule“ zu entwickeln.
dings: nur 8% musizieren selber. Wie
jede künstlerische Äußerung ist auch Diesem Ansatz und Ziel hat sich auch
Musik eine anthropologische Konstan- die Kurt-Tucholsky-Grundschule in
te; Musik gibt es seit frühesten Zeiten Berlin-Moabit verschrieben und hat
und in allen Kulturen der Welt; musika- sich auf den Weg gemacht, schrittwei-
lisch zu sein macht daher eine Eigenheit se gemeinsam den Nutzen von Musik
des Menschen aus, gehört zum Wesen im schulischen Alltag zu ergründen
seiner Existenz. Musik spricht Gefühl und zu implementieren. Ausgehend
und Verstand an, schärft Empfindungen von Bewegung und Rhythmus, Gleich-
und Denken. Daher ist Musische Bildung gewichtsschulung und musikalischen
ein unabdingbares Element der Persön- Angeboten innerhalb des schulischen
lichkeitsbildung. Musik ist zudem eine Alltags, konnten schrittweise verschie-
Sprache, die überall verstanden wird; denen Elemente entwickelt werden, die
die verständige Rezeption fremder Mu- in allen Lernbereichen gleichermaßen
sikformen setzt allerdings ebenfalls ein zum Einsatz kommen können und auch
entsprechendes Wissen voraus. Der von den Kindern spielerisch als feste
Bedeutung der Musik für den Menschen Module des Tagesablaufs genutzt und
muss auch die schulische Bildung Rech- eingefordert werden.
nung tragen. (...)
Durch die Teilnahme der Schule an dem
Die Vermittlung individueller und kulturel- Programm „Musikalische Grundschu-
ler Identität durch musikalische Bildung le“ der Bertelsmann Stiftung konnten
sind nun besonders in der Schule be- zusätzlich pädagogische Impulse und
deutende Erziehungsziele. Musik ist ein Erfahrungsaustausch gewonnen
aber nicht nur prägend für die Persön- werden. In diesen spannenden Prozess
lichkeit eines Menschen, sondern sie konnten wir uns gemeinschaftlich mit
ist auch prägend für die Profilbildung der Schule einbringen und ihn durch
einer Schule. Für die Schule – als „Welt verschiedene Impulse und Angebote
im Kleinen“ betrachtet – kann das nur ergänzen, unterstützen und beschleu-
heißen: „Ohne Musik wäre die Schule nigen – eine Erfahrung die wir sehr
ein Irrtum.“ gerne gemacht haben!
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 1Konzept
„Musikalische Grundschule“ der
Bertelsmann Stiftung
Die Idee und das Konzept „Musika- So werden positive Lernerfahrungen un-
lischen Grundschule“ wurden als Koo- abhängig von Alter, Herkunft, Sprache
perations-Projekt des Hessischen Kul- und Bildungsstand möglich. Im Sinne
tusministeriums und der Bertelsmann von Teilhabe und Chancengerechtigkeit
Stiftung erarbeitet und seit 2005 an sollen alle Kinder Musik in ihrem Alltag
rund 100 hessischen Grundschulen in erleben dürfen und auf vielfältige Weise
der Praxis gestaltet und erprobt. mit Musik in Berührung kommen.
2009 startete die erste Staffel des
Schulentwicklungsprojektes in Berlin
– neben der Kurt-Tucholsky-Grund-
schule nahmen auch 16 weitere Berli-
ner Grundschulen erfolgreich an dem
Projekt Teil.
Kontext //
„Schulen sind heute mehr denn je auf-
gerufen, im Sinne der individuellen För-
derung jedem Kind die ihm gemäßen
Bildungschancen zu eröffnen. Ins- Zahlreiche wissenschaftliche Studien
besondere an Grundschulen treffen verweisen auf die Bedeutung von
Kinder unterschiedlicher Herkunft und Musik, Musikerziehung und Musizie-
Bildungserfahrungen zusammen. ren für die Entwicklung von Kindern
und Jugendlichen. Die Verbindung
Kinder sind für Musik leicht zu begei- von Kreativität und Spiel mit konzen-
stern. Um das Potenzial jedes Kindes zu trierter Übung, der Spaß am spiele-
entfalten und zugleich den gestiegenen risch – experimentellen Gestalten, die
Bildungsanforderungen zu begegnen, Möglichkeit, Empfindungen über Musik
bietet sich die Musik als ideales Medium Ausdruck zu verleihen oder sie mit-
an: Eigenes Musizieren und die aktive zuerleben, die Chance, gemeinsam
Auseinandersetzung mit Musik unter- an einem größeren Musikprojekt zu
stützen die Entwicklung des sinnlichen, arbeiten und dabei sich und die anderen
sprachlichen und motorischen Selbst- ganz neu zu erleben – diese und weitere
ausdrucks und damit die Persönlich- Aspekte sprechen dafür, der musika-
keitsentwicklung, dienen dem körper- lischen Bildung mehr Aufmerksamkeit
lichen und seelischen Wohlbefinden, zu widmen.
stärken die kindliche Lernfreude und
verbessern das soziale Miteinander an Bundesweit intensivieren die Länder
der Schule. daher ihre Bemühungen, die musika-
2 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlinlische Praxis von Kindern und Jugend- an Klanginstallationen bauen und vieles
lichen an Grundschulen und weiterfüh- mehr.
renden Schulen zu fördern.
Ziel //
Idee //
Die Musikalische Grundschule wird ge-
Das Konzept „Musikalische Grundschu- tragen vom Zusammenwirken unter-
le“ nutzt Musik als Medium und Motor schiedlicher Kompetenzen: Neue Ideen
für einen ganzheitlichen Schulentwick- und Methoden im Fachunterricht, neue
lungsprozess. Impulse für das Schulleben und die Ge-
staltung der Schule, neue Kompetenzen
Dabei geht es weniger um die Verstär- im Kollegium und neue Kontakte zum
kung des Fachs Musik als vielmehr kulturellen Umfeld werden gemeinsam
darum, dass Musik in den Unterricht entwickelt und im Schulprogramm ver-
aller Fächer hineinwirkt und zudem ankert. Auf diese Weise kann sich die
Lernprinzip und Gestaltungselement Musikalische Grundschule dauerhaft
im gesamten Schulalltag ist. Grundle- etablieren – mit dem Ziel, einen Beitrag
gend dafür ist das gemeinsame Interes- zu Teilhabe und Chancengerechtigkeit
se eines Kollegiums, sich als Musika- zu leisten.“
lische Grundschule zu profilieren. Weil
in diesen längerfristigen Schulentwick-
lungsprozess gleichzeitig auch die Er- (aus „Musikalische Grundschule Berlin - Informati-
onen zum Projekt“ der Bertelsmann Stiftung)
zieherInnen und die Eltern einbezogen
werden, wird die Entwicklung zur Mu-
sikalischen Grundschule für die ganze
Schulgemeinde bedeutsam.
Eine Musikalische Grundschule kann
viele Facetten haben: Sie soll alle
Kinder darin unterstützen, mit anderen
zu singen, zu musizieren, aber auch
Klänge, Geräusche und Stille bewusst
wahrzunehmen, ein Instrument für sich
zu entdecken, zuhören zu lernen und
spielerisch–experimentell mit Tönen
und Alltagsgeräuschen umzugehen. So
können Kinder den Rhythmus entde-
cken, der in Sprache und Musik steckt,
Zahlenspiele musikalisch umsetzen,
Farben zu Tönen machen, gemeinsam
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 3Selbstverständnis
der Kurt-Tucholsky-Grundschule
Musikalische Grundlage //
„Da wir eine Grundschule im sozialen Auch wird ihr Sozialverhalten geschult
Brennpunkt sind basteln wir schon seit und somit kann zeitgleich Gewaltprä-
vielen Jahren daran, unseren Kindern vention stattfinden.
und ihren vielfältigen Problemen und
Auffälligkeiten richtig zu begegnen. Ein weiterer Aspekt der musikalischen
Unsere Schwerpunkte setzten wir Angebote ist, dass die Schüler allge-
bislang vor allem im Bereich Lern- und mein motivierter ihren Schulalltag be-
Arbeitsverhalten, dabei galt unser be- streiten.
sonderes Interesse vor allem dem so-
zialen Umgang miteinander und der Somit hatten wir bereits vor Projektbe-
Wertevermittlung. ginn von „Musikalische Grundschule“
im Jahr 2009 folgende musikalischen
Auf dem Weg zu unserem aktuellen Ereignisse an unserer Schule integrie-
Schulprofil hatten wir bereits die drei ren können:
Schwerpunkte der Schule definiert:
• Schuljahresanfang-Song
• Ernährung
• Soziales Lernen • Gemeinsames Weihnachtssingen
• Musik
• Verabschiedung der 6. Klassen
• Halloween-Singen
• Auftritte Chor
• Auftritte Tanz- und Instrumental-AG
• Kooperationen mit Musikschulen
• Kooperation mit der Hochschule für
Musik Hans Eissler
Schon sehr bald wurde deutlich, dass Bezogen auf unsere Ausgangspositi-
gerade die musikalischen Angebote in on erschien es dann nur allzu logisch,
der Schule bewirken, dass die Kinder dass das Projekt „Musikalische Grund-
sich musikalisch präsentieren und somit schule“ unser Profil wunderbar ergän-
ihr Selbstwertgefühl gesteigert wird. zen und ausbauen können würde.“
(aus dem Abschlussbericht der Kurt-Tucholsky-
Grundschule)
4 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinProjektbeschreibung
Projektansatz // Experimenteller Ansatz
Die Kurt-Tucholsky-Grundschule hat Eine Annäherung an die Musik gelingt
bereits ein Profil, dass Kindern die Mög- für alle Kinder auf dem Weg des Expe-
lichkeit gibt, den „normalen“ Unterrichts- rimentierens. Neben der Möglichkeit,
rahmen zu verlassen und durch Schwer- das Hören und die allgemeine Wahr-
punktbildung und AGs zu ergänzen. Ein nehmung zu öffnen und zu schulen,
wichtiger Ansatz ist hierbei Bewegung. gibt es verschiedene Erlebnis- und
Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Erfahrungsbereiche, die fachübergrei-
musikalische Bildung der Kinder. So fend konzeptionell verbunden werden
gibt es an der Schule bereits eine Tanz- können. Instrumente können entwi-
AG, eine AG, die sich mit Spiel und ckelt und gebaut werden, Musik mit
Tanz beschäftigt, eine Chor-AG und Alltagsgegenständen erzeugt, aufge-
eine Kooperation mit der Musikschu- nommen und technisch verfremdet
le Fröhlich. Auch weitere AGs runden werden, es können gemeinsame Kom-
das Angebot ab und sind ebenfalls für positionen erarbeitet und diese durch
die kreative und praktische Auseinan- szenische und künstlerische Impulse
dersetzung mit Musik nutzbar – wie und Bereiche unterfüttert und erweitert
die Schneiderwerkstatt und die Com- werden.
puter-AG. Auch gab es an der Schule
schon vor Projektbeginn regelmäßig Ziel ist der experimentelle Zugang zu
Projektwochen, die die verschiedenen
Impulse und Ansätze miteinander ver- Musik z.B. durch
knüpfen und befruchten können.
• Experimentellen Instrumentebau
Mit diesem Portfolio als Ausgangs- (Klasse 1-2).
punkt hat sich die Schule auf den Weg • Experimentelles Komponieren
gemacht, eine musikalische Grund-
schule zu werden. (Klasse 3-4).
• Aufnahme und Tonbearbeitung
K&K Kulturmanagement & Kommu- (Klasse 5-6).
nikation wurde durch das Quartiers-
management Moabit-Ost beauftragt,
die Kurt-Tucholsky-Grundschule auf
diesem Weg zu begleiten und zu un-
terstützen.
Dazu wurden von K&K Kulturmanage-
ment & Kommunikation drei wichtige
Ansatzpunkte definiert:
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 5Instrumenteller Ansatz Partizipativer Ansatz
Durch das Beschnuppern von In- Um das überbordende kulturelle
strumenten und den daraus resultie- Angebot einer Stadt wie Berlin nutzbar
renden Instrumentalunterricht haben zu machen, können gezielte Besuche
die Kinder die Möglichkeit, ein klas- und Kooperationen mit Kultureinrich-
sisch musikalisches Fundament zu er- tungen sowie die Teilnahme an Pro-
werben. Durch Gruppenunterricht und jekten dazu genutzt werden, die Kinder
Ensemblespiel kann Erlerntes in den an verschiedene Ebenen der Kultur-
Kontext des Schulalltages integriert produktion heran zu führen. Gleich-
werden und zugleich neue individuelle zeitig erweitern diese Kooperationen
Möglichkeiten eröffnet werden. auch das schulinterne Curriculum.
Ziele sind verbesserte Vorrausset- Ziel ist die Erweiterung des schu-
zungen für den Instrumentalunterricht lischen Unterrichtsrahmens durch au-
und die Ensemblebildung mit Instru- ßerunterrichtliche Angebote und das
mentalunterricht z.B. durch: Öffnen der Zugänge zur aktiven Kul-
turnutzung z.B. durch eine:
• Anschaffung von Instrumenten
• Zusätzliche Angebote • Kooperation mit der UdK
• Musikschulen-Kooperationen • Kooperation mit dem Musikinstrumenten
• Instrumentenkarussell -Museum
(Klasse 1-2) • Kooperation mit Education-Programmen
• Gruppenunterricht der Berliner Kultureinrichtungen
(Klasse 3-4) • Kooperation mit freien Kunst-, Theater-
• Einzelunterricht und Ensemble und Musikpädagogen
(Klasse 5-6)
6 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinKonzeptionelle Verankerung Neben den Angeboten für die Schüler werden auch Fortbildungen für die Lehrerschaft angeboten, um es den Lehrern zu ermöglichen, neue pädago- gische Impulse und Inhalte gemeinsam zu erfahren und dann in ihre eigenen Unterrichtskonzepte zu integrieren. In der Kombination mit Schülerwork- shops können die Pädagogen neben den theoretischen und praktischen Inputs auch die angeleitete Umsetzung im Unterrichtsgeschehen erfahren. Sie haben somit die Möglichkeit, das neue Wissen gemeinsam mit ihren Schülern zu erproben und umzusetzen. Hierbei ist es wichtig, dass alle Inhalte an einen möglichst großen Teil des Kollegiums vermittelt werden, damit ein gemein- sames Methodenrepertoire vorhanden ist, zu dem sich das Kollegium auch in einen Erfahrungsaustausch begeben kann. Aus den drei Ansätzen ergibt sich in Kom- bination mit dem bisherigen Angebot und der Ausrichtung der Schule, das folgende Bild der Verzahnung. Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 7
Projektansatz
K&K Kulturmanagement & Kommunikation
8 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinErste Schritte //
Um ein Konzept gemeinsam mit allen Wichtig für alle Elemente war, dass
Beteiligten zu entwickeln, bedurfte es alle schulischen Beteiligten involviert
einer guten Prozessstruktur und -mo- wurden und sich somit gut informiert
deration. und mitgenommen fühlten. Daher
sollten in der Prozessstruktur auch
Erster Schritt war daher eine Analyse für alle Gruppen unterschiedliche,
der vorhandenen Strukturen, Projekte aber verzahnte Aktionen angeboten
und Partnerschaften, um diese ge- werden.
winnbringend in die neu zu findenden
Ansätze und Konzepte zu integrieren.
Als zweiter Schritt wurde von K&K
Kulturmanagement & Kommunikation
die Durchführung von Expertenhea-
rings und -gesprächen geplant, um
den Erfahrungsaustausch über unter-
schiedliche Modellen und Erfahrungen
mit der Musikbetonung an anderen
Schulen zu ermöglichen.
Parallel dazu sollte sich eine Arbeits-
gruppe aus Lehrern, Eltern, Erziehern
und Schülern bilden, die den Prozess
gemeinsam vordenkt, strukturiert und
in ihre jeweiligen Bereiche transpor-
tiert.
Als weiterer wichtiger Baustein sollten
regelmäßig übergreifende Fortbil-
dungen (Studientage) und Workshops
in allen Modulen (wie zum Beispiel
zum Thema experimentelle Musik) für
kleinere Gruppen stattfinden. Die Teil-
nahme an einem Zyklus ist hierbei für
alle verbindlich, findet aber in kleineren
Einheiten statt, um den Unterrichtsaus-
fall zu minimieren.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 9Nach der ersten Planung und Umset- Durch den Bezug der Instrumente
zung konnten so in enger Abstimmung über einen Lieferanten konnte für die
mit der Schule folgende Instrumente Schule gleichzeitig ein Partner gefun-
für die Ausstattung der Schule ange- den werden, der auch die Wartung der
schafft werden, die als Grundlage für neuen und bereits vorhandenen Instru-
die Entwicklung der weiteren Projekte mente der Schule übernahm und auch
dienen sollte: in Zukunft übernehmen wird.
Nach einer weiteren intensiven Re-
9 Ghettoblaster cherche- und Evaluationsphase in der
1 CD Player Schule konnte K&K Kulturmanagement
1 E-Akustik Konzertgitarre & Kommunikation den Lehrenden der
1 E-Gitarren Set Kurt-Tucholsky-Grundschule ein kon-
1 Bass E-Gitarre kretes Angebotsportfolio aus Lehrer-
1 Verstärker fortbildungen und Schülerworkshops
1 Bass-Verstärker unterbreiten. Aus diesem konnten sich
1 Stimmgerät die Lehrenden die passenden Ange-
1 E-Piano bote für Ihre Klassen zusammenstel-
12 Alt-Glockenspiele len.
10 Djemben
1 Conga-Set So fanden über das Jahr verteilt drei
10 Cajons Lehrerfortbildungen zu unterschied-
3 Surdo lichen Schwerpunkten und ein Studi-
4 Timbales entag zum Thema „Verbindung von
2 Mikros Musik und Bewegung“ statt. Über das
1 Musikanlage Soundmaker Jahr verteilt wurden die Fortbildungen
2 Rhytmik-Sets durch Schülerworkshops in den ein-
3 Orcle Drum Sets zelnen Klassen und einem zeitlich
1 Bass-Stab kompakten Block zum Thema „Experi-
20 Alt-Xylophone mentelles Komponieren“ ergänzt.
1 Großstab-Xylophon
1 gefütterte Tasche Zudem wurden externe Kooperations-
partner für die Schule angesprochen
Gesamtwert: 15.000 Euro und erste Kooperationen fixiert.
Gleichzeitig konnten die Lehrenden
externe Angebote aus dem reichhal-
tigen Kulturangebot Berlins nutzen und
mit den Kindern so zusätzliche Erfah-
rungsebenen beschreiten.
10 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinProjektzeitstrahl //
Musikalische Grundschule
2011
Januar Februar März April Mai
27.01.2011 05.05.2011
24.02.2011
Lehrerfortbildung Studientag
Lehrerfortbildung
Rhythmik und Trommeln zur Lernen braucht
Sprachförderung durch Musik
Einführung der neuen Haltung und
und Bewegung
Instrumente Rhythmus
07.02.2011- 10.02.2011 30.3.2011 23.05- 27.05.2011
Schülerworkshops zusätzlicher Schülerworkshops
Trommel und Trommelprojekttag Experimenteller
Bodypercussion Instrumentenbau
Juni Juli September Oktober November Dezember
2.11. 2011, Gesamt-
12.05.2011
1. Zwischen- 3.11.2011, 4.11.2011 evaluation
Lehrerfortbildung
evaluation Präsentation und
Malen nach Musik
Kompositionen Dokumentation
19.09-4.11.2011
2.11. 2011,
Schülerworkshops Schülerworkshops
3.11.2011, 4.11.2011
Malen nach Musik Experimentelles
Präsentation
Komponieren
Kompositionen
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 11Projektdaten
1. Jahr // 2. Jahr //
2010 1. Halbjahr 2011
Analyse der vorhandenen Strukturen Beginn der experimentellen und in-
der Kurt-Tucholsky-Grundschule und strumentellen Module mit den Kindern
Entscheidungen über Maßnahmen, die – Rhythmik, Sprachförderung, Experi-
zu der gewünschten Struktur führen. menteller Instrumentenbau.
Durchführung von Expertengesprächen Erster Studientag – Schule braucht
zur Qualifizierung der Angebote für die Rhythmus und Bewegung – Themen-
Kurt-Tucholsky-Grundschule. block zur Verbindung des Bewegungs-
ansatzes der Schule mit dem musika-
Bildung der AG, die die Projektangebote lischen Ansatz.
begleitet und Vorstellung der geplanten
Ansätze und Vorschläge zu konkreten Fortbildungen mit dem pädagogischen
Angeboten. Personal – Rhythmik, Sprachförde-
rung, Experimenteller Instrumente-
Erste Evaluationsphase: Eruierung der bau.
Arbeits- und Angebotsschwerpunkte für
die gemeinsamen Fortbildungen und Zweite Evaluationsphase: Statistische
die Schülerworkshops. Auswertung der Angebote und der ge-
machten Erfahrungen.
Auswahl und Beschaffung des Instru-
mentenpools für die Schule. Erstellung eines Karteikartensatzes mit
musikalischen Modulen – unterrichts-
Erarbeitung eines gemeinsamen Koo- übergreifend für alle Klassen.
perationsvertrages von Schule und K&K
Kulturmanagement & Kommunikation.
2. Halbjahr 2011
Fortbildungen/Workshops mit dem pä-
dagogischen Personal und Kindern –
Malen nach Musik.
Block: Experimentelles Komponieren.
Präsentationswoche – Uraufführungen.
Inhaltliche Gesamtevaluation und
Dokumentation.
12 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinProjektweiterführung //
3. Jahr
1. und 2. Halbjahr 2012
Weiterführung der experimentellen und
instrumentellen Module – Erarbeitung
einer experimentellen Klanginstalla-
tion für den Eingangsbereich.
Zweiter Studientag – Sprachförderung
und Musik.
Projekt- und Fortbildungsblock der
künstlerischen Module mit dem päda-
gogischen Personal.
Workshops und Arbeitsgruppem mit
den SchülerInnen
Aufführung der Schülerergebnisse.
Fixierung und Vertiefung von externen
Kooperationen und Projekten innerhalb
und außerhalb der Schule (z.B. Rund-
funkchor Berlin, Berliner Philharmoni-
ker, Landesjugendorchester Berlin).
Schwerpunkte 2012
• Mathematik & Musik
• Computer & Musik – Verzahnung und
Vertiefung mit Komposition
• Sprachförderung & Musik
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 13Projektangebote
Vernetzung //
Projekt und Schulprofil
Für die nachhaltige Verankerung aller Der Studientag – „Lernen braucht
Angebote in der Kurt-Tucholsky-Grund- Haltung und Rhythmus“ beispielwei-
schule ist ein zweigliedriges Vorgehen se wurde stark nach diesem Element
von Vorteil. ausgerichtet, aber auch im Trommel-
workshop wurde dieser Schwerpunkt
Einerseits werden die Lehrer- und gewählt.
Schülerworkshops zu neuen und ver-
tiefenden Inhalten innerhalb der Schule Eine weitere Maßnahme zur Veranke-
angeboten, um den Lehrern und Schü- rung dieser grundlegenden Vernet-
lern Handwerkszeug zu vermitteln. zung war die Aushändigung von Kar-
teikarten mit Anregungen und Ideen
Andererseits werden aber auch die für musikalische und bewegte Pausen,
Lehrer dazu ermutigt, mit den Kindern die an das gesamte Kollegium ausge-
Institutionen zu besuchen und damit händigt wurden.
das vorhandene, breite und teilwei-
se kostenlose Kulturangebot Berlins Sprachförderung und Musik
in das Schulportfolio einfließen zu
lassen. Sprachförderung spielt in einer Schule
mit vielen verschiedenen Herkunftskul-
Grundsätzlich ist es also das Ziel des turen und Sprachen eine wesentliche
Projektes, Musik in allen Unterrichtsfä- Rolle. Insofern muss Sprachförderung
chern zu verankern, so dass eine Ver- auch durchgängig in allen Unterrichts-
netzung mit anderen Bereichen (z.B. bereichen verankert werden. Ideal
Mathe, Kunst, Deutsch) stattfinden also, um auch hier einen musikalischen
kann. Daneben finden sich folgende Ansatz zu verzahnen.
Elemente des Schulprofils der Schule
im Projekt wieder: Nach einer ersten Lehrerfortbildung in
der zweiten Projektphase, soll dieser
Bewegung und Musik Bereich im dritten Jahr vertieft werden.
Hierzu sind Mittel in der Fortführung
Das Element Bewegung spielt bei dem des Projektes eingeplant.
Projektinhalt eine große Rolle und ist
gleichzeitig schon länger Schwerpunkt
der Arbeit der Kurt-Tucholsky-Grund-
schule im Zusammenhang der Ge-
sundheitsförderung.
14 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinProjektinhalte // Beteiligte Dozenten
Die Kombination von Lehrereinfüh- Bijan Kerkhoff, 1967 in Kiel geboren,
rungen bzw. -fortbildungen mit Schü- begann schon früh mit Eigenkomposi-
lerworkshops ist ein wichtiges Prinzip tionen und arbeitet seit bald 30 Jahren
in der Auswahl der Angebote. Nur so in verschiedenen Bands und Projekten,
ist ein nachhaltiger Ansatz möglich, mit denen er u.a. den Jazz Förderpreis
der die Lehrer befähigen kann, das Er- Berlin erhielt. Nach dem Schlagzeug-
lernte im schulischen Alltag zu nutzen Studium entwickelte Kerkhoff ein le-
und bestehende Hemmungen zu ver- bendiges Konzept zur Umsetzung von
lieren. Einerseits erleben sie selber in Klang in Rhythmus und Bewegung,
der Praxis die zur Verfügung stehen- sowie das Boogadoo Drumming Pro-
den Module und andererseits erleben gramm speziell für den Unterricht am
sie die Umsetzung des Erlernten mit Drumset. Derzeit unterrichtet er an
den Kindern aus einer beobachtenden zahlreichen Schulen und arbeitet als
Perspektive. Dozent und Seminarleiter.
Schülerworkshops // Ulrich Moritz, der 1953 an der deut-
schen Nordseeküste geborene Schlag-
Rhythmik und Trommeln zeuger und Perkussionist kam über
Umwege zur Musik. Parallel zum Kunst-
Am Trommelworkshop haben Schüler und Germanistikstudium in Berlin nahm
aller Alterstufen teilgenommen. Jede er Unterricht bei namhaften Jazzdrum-
Klasse hatte je einen Vormittag Zeit, mern und Perkussionisten aus aller
den Trommelworkshop zu besuchen. Welt und spielte schon frühzeitig in
Dies ermöglichte eine breite Fäche- Jazz- und Rockbands, in Ensembles
rung der Methoden, die mit den neu er- für improvisierte Musik und in Welt-
worbenen Instrumenten erarbeitet und musik-Gruppen. Seit 1978 ist Ulrich
im Kollegium breitgefächert verankert Moritz in verschiedenen musikalischen
werden konnten. und musikpädagogischen Bereichen
aktiv und ein inzwischen national und
An den Trommelworkshops haben zwei international gebuchter Musiker und
SAPH Klassen, eine 3. Klasse, eine 4. Schlagzeug-, Percussions- und Rhyth-
Klasse, eine 5. Klasse sowie zwei 6. muslehrer.
Klassen teilgenommen und eine Ge-
samtschülerzahl von 154 Schülern
ergeben.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 15Experimenteller Instrumentenbau Malen nach Musik
Am Experimentellen Instrumentenbau, Das Interesse der Schüler an der Teil-
der für jede Klasse je einen Vormittag nahme am Workshop „Malen nach
stattfand, haben hauptsächlich Klassen Musik“ wurde von den Lehrern einge-
der Schuleingangsphase (SAPH) - also schätzt und so wurden die Klassen in-
1. und 2. Klasse altersgemischt - teil- dividuell zum Workshop angemeldet –
genommen, aber auch eine 5. Klasse. Teilgenommen haben drei 3. Klassen
Ausgangspunkt ist die Verwendung von und eine 4. Klasse, wodurch sich eine
Alltagsmaterialien und -gegenständen Gesamtschülerzahl von 97 Schülern in
für die Erstellung und das Erfinden von „Malen nach Musik“ ergab.
Instrumenten. Die von den Kindern ge-
bauten Instrumente werden noch heute Beteiligte Dozenten
benutzt.
Das Institut für Musiktherapie in
Die Gesamtschülerzahl im Experi- Berlin-Zehlendorf wurde 1962 von
mentellen Instrumentebau betrug 110 Johanna von Schulz als erste musik-
Schüler. therapeutische Ausbildungsstätte in
Deutschland gegründet. Von Beginn
Beteiligte Dozenten an war dieser Schule eine Praxis für
Musiktherapie angeschlossen, die sich
Stefan Roszak studierte Musikwis- vor allem um die Betreuung behinder-
senschaft, Kunstgeschichte und Philo- ter Menschen kümmert. Heute garan-
sophie sowie Musik auf Lehramt. Seit tiert die fast 50-jährige Erfahrung und
2005 arbeitet er als wissenschaftlicher die Verbindung von Praxis, Forschung
Mitarbeiter am Institut für Ästhetische und Lehre die fortlaufende Entwicklung
Erziehung und Kulturwissenschaft an und Erweiterung der Beschäftigungs-,
der Universität der Künste Berlin. Seine Behandlungs- und Ausbildungsmög-
Schwerpunkte sind u.a. Klangkunst, lichkeiten. André Klinkenstein ist Lei-
Musikinstrumentenbau, experimentelles ter des Institutes.
Komponieren und ästhetische Erfah-
rung in der Kindheit.
16 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinKompositionsworkshop
KidsKompo
Der experimentelle Kompositionswork- position an der HU und UdK Berlin.
shop erstreckte sich pro teilnehmende
Klasse über einen Zeitraum von je Er hat mehrfach am Projekt „QuerKlang
einer Woche mit je 2-3 Stunden für – Experimentelles Komponieren in der
den Workshop am Vormittag. Teilge- Schule“ teilgenommen.
nommen an KidsKompo haben zwei 5.
Klassen, eine 4. Klasse, eine 3. Klasse Sarah Krispin wurde 1984 in Berlin
sowie fünf SAPH Klassen. geboren. Mitglied im „Ernst-Senff-Chor“
Berlin ist sie seit 2004. Aufnahme des
Die gesamte Schülerzahl im Kompositi- Studiums der Gesangspädagogik an
onsworkshop KidsKompo betrug somit der Universität der Künste Berlin im
198 Schüler. Jahr 2006. Als Assistenz und stimm-
liche Betreuerin bei der Kinderoper
Beteiligte Dozenten „Pinocchio“ ist Sarah Krispin seit 2008
Mitglied im Berliner Kammerchor Opus
David Graham wurde 1951 in Groß- Vokale. Auch Sarah Krispin hat am
britannien geboren und studierte bei Projekt „QuerKlang – Experimentelles
Hans Werner Henze an der Hochschu- Komponieren in der Schule“ teilgenom-
le für Musik Köln. Seine Kompositionen men.
werden weltweit aufgeführt. Als Kom-
positionslehrer an der Musikschule von
Montepulciano leitete er eine Kinder-
kompositionsklasse. Gemeinschaftlich
komponierten Graham und die Schüler
eine Oper, die später auch von Kindern
und Jugendlichen aufgeführt wurde. In-
ternational stark beachtet wurde dieses
Projekt zu einem Modell für zahlreiche
ähnliche Projekte. Er lebt und arbeitet in
Bonn.
Michael Alexander Krois wurde 1983
in Trier geboren. Er lebte einige Jahre
in den USA, ging in Düsseldorf und
Berlin zur Schule. Seit 2009 studiert er
den Master of Education in den Fächern
Chemie und Musik mit Hauptfach Kom-
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 17Fortbildungen //
Fortbildungen ermöglichen es den Bijan Kerkhof und Ulrich Moritz haben
Lehrern, neue pädagogische Impulse diese Ansätze verbunden und zusätz-
und Inhalte gemeinsam zu erfahren lich auch sprachliche Elemente einbe-
und in ihre eigenen Unterrichtskon- zogen, die jede rhythmische Übung
zepte zu integrieren. auch zu einem Element der Sprachför-
derung machen können (zum Beispiel
In der Kombination mit Schülerwork- rhythmisches Sprechen und Klatschen
shops können die Pädagogen neben als Kombination).
den theoretischen und praktischen
Inputs auch die angeleitete Umsetzung
im Unterrichtsgeschehen erfahren und Malen nach Musik
haben somit die Möglichkeit, das neue
Wissen gemeinsam mit ihren Schülern Das Institut für Musiktherapie arbeitet
zu erproben und umzusetzen. Hierbei mit verschiedenen Modulen zur För-
ist es wichtig, dass alle Inhalte an einen derung von mentalen und taktilen Pro-
möglichst großen Teil des Kollegiums zessen der Entwicklungsförderung.
vermittelt werden, damit ein gemein- Diesen Ansätzen wurde die Lehrerfort-
sames Methodenrepertoire vorhanden bildung gewidmet. Die Leherfortbildung
ist, zu dem sich das Kollegium auch in „Malen nach Musik“ hatte das Ziel, den
einen Erfahrungsaustausch begeben Pädagogen erlebbar zu machen wie
kann. die Verbindung von Musik und Bilden-
der Kunst in den Unterrichtsalltag in-
tegriert werden kann und welche för-
Rhythmik und Trommeln dernden Aspekte der Einsatz für die
SchülerInnen mit sich bringt. Auch hier
Einerseits stand die Nutzung der neu wurden Schülerworkshops ergänzend
angeschafften Instrumente im Vorder- durchgeführt – auch durch eine Stu-
grund – der Schwerpunkt der Instru- dentin des Institutes.
mente liegt auf den beiden Bereichen
Rhythmus und Percussion. Anderer-
seits aber sollten die Pädagogen auch Sprachförderung
erleben, wie sie im Unterricht mit all-
täglichen Gegenständen wie Plastik- Die Lehrerfortbildung zum Thema
flaschen, kleinen Steinen etc. eben- Sprachförderung durch Musik wollte
falls rhythmische Elemente einbauen einerseits die Facetten und Band-
können, die keine Aufbau- oder Vor- breite der Sprachförderung durch den
bereitungszeiten brauchen. Einsatz von Musik plastisch und dies
andererseits durch praktische Ele-
mente erlebbar machen. Neben der
18 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinImpressionen //
KidsKompo
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 1920 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin
Impressionen //
KidsKompo
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 2122 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin
Impressionen //
Trommelfortbildung
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 2324 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin
Impressionen //
Instrumentebau
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 2526 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin
Externe Angebote
und Kooperationen //
Vorstellung verschiedener Materialien Berlin hat so zahlreiche kulturelle Ange-
und Forschungsergebnisse konnten bote und Institutionen, dass dies auch
gemeinsame Erfahrungen aktiv ausge- zur Desorientierung führen kann. Doch
wertet werden. In den praktischen Ele- insbesondere die Nutzung von kosten-
menten konnte diese Fortbildung auch losen Angeboten und die damit verbun-
mit Teilen und Ansätzen der Trommel- denen Kooperation mit Einrichtungen
fortbildung verzahnt werden. und Institutionen kann für eine Schule
sehr gewinnbringend sein.
Studientag Einerseits werden so zusätzliche Kom-
petenzen und Ressourcen in den
Der Studientag „Lernen braucht Schulalltag eingebracht, ohne dass der
Haltung und Rhythmus“, der das Schule Kosten entstehen, die sie aus
gesamte Kollegium und alle Erzie- den vorhandenen Mitteln nicht bestrei-
herInnen einschloss, konnte die un- ten kann. Andererseits ensteht auch
terschiedlichen Konzentrations- und die Möglichkeit, mit den Kindern den
Lernrhythmen von Kindern und Er- Ort Schule zu verlassen und ihnen zu-
wachsenen vermitteln. sätzliche Erfahrungsebenen außerhalb
der Schule zu vermitteln. Idealerweise
In diesem Zusammenhang spielt ein werden in diese Prozesse auch Eltern
wohlausgewogener Ablauf von Lernen involviert, da auch sie mit ihren Kindern
und Entlasten, von Arbeit und Pause, externe kostenlose Angebote nutzen
von Konzentration und Bindungsfrei- können und ihnen die Zugänge über
heit eine entscheidende Rolle. Diese die Schule ermöglicht werden.
komplexe Sicht des Themas „Lernen“
findet sich häufig in dem Begriff Im Rahmen von „Musikalische Grund-
„Rhythmisierung des Lernens“ zusam- schule“ konnten so zum Beispiel The-
mengefasst. Bewegung ist ein also ein menführungen zu „Peter und der Wolf“
wichtiger begleitender und unterstüt- im Musikinstrumentenmuseum mit
zender Teil des Lernens. zwei Klassen durchgeführt werden.
So standen neben der theoretischen Kooperationen konnten auch mit dem
Vermittlung zahlreiche Konzentra- Educationbereich der Berliner Philhar-
tions- und Lockerungsübungen auf der moniker vereinbart werden. Im Rahmen
Tagesordnung des Studientages, die von Kofferkonzerten kommen verschie-
einen einfachen und direkten Einsatz dene MusikerInnen des Orchesters in die
in allen Unterrichtsbereichen ermögli- Schule und stellen den Kindern Musik
chen. und Instrumente vor.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 27Exkurs//
Konzept KidsKompo
„KidsKompo ist für eine Woche geplant jeweils zusammen ein Stück kompo-
mit etwa zwei Schulstunden pro Tag. nieren werden.
Das Entdecken der Klänge reicht für
den ersten Tag. Die Kinder erfahren, Das Komponieren findet am dritten und
was Klang, Idee, Motiv bedeuten. vierten Tag statt, wobei der dritte Tag
für das Erfinden einer Idee reserviert
Am zweiten Tag experimentieren die ist. Wenn vier Gruppen arbeiten, ist
Kinder: Sie haben alle ihre eigenen In- es unerlässlich, dass sie voneinander
strumente (echt oder gebastelt) mitge- akustisch getrennt arbeiten.
bracht oder haben ein Schul- bzw. Orff-
Instrument zur Hand. Sie versuchen, Es ist sehr vorteilhaft, wenn begleiten-
die Klänge vom Vortag zu imitieren und de SchullehrerInnen und assistierende
wir schlagen vor, dass einige Kinder StudentInnen Gruppen übernehmen,
schon jetzt versuchen, mehrere Klänge damit effizienter (parallel) komponiert
zusammen zu stellen: damit soll zum werden kann.
einen klar werden, dass es hier um
ihre eigene Entscheidungen geht, zum Solche MitarbeiterInnen machen auf
anderen, wie weit sie gehen dürfen: sie diesem Wege selbst wertvolle Erfah-
sind nämlich frei! Auch diese Versuche rungen und können im Nachhinein zu
notieren wir. Multiplikatoren werden – auch deswe-
gen ist es uns wichtig, so viele Lehre-
An diesem Tag zeigen wir, dass die rInnen und StudentInnen wie möglich
Originalklänge auch auf einem Sampler mit einzubeziehen.
aufgenommen wurden und daher auch
einsetzbar sind. Wenn Instrumente Hier werden Themen wie Tempo,
von AssistentInnen einschließlich er- Dynamik, Artikulation besprochen: sehr
weiterter Spieltechniken fachmännisch wichtig ist, dass die Kinder verstehen,
vorgestellt werden können, nutzen wir was ihre Idee ist, was es für Konse-
diese Möglichkeit, damit möglichst viele quenzen haben könnte, also muss es
Anregungen im Raum und möglichst genau gestaltet und notiert sein.
viele Klänge zur Verfügung stehen.
Am vierten Tag kommen wir von der
Um die kompositorische Entschei- Idee zum Stück. Die Kinder lernen
dungsverantwortung jedes Einzelnen Begriffe wie Wiederholung, Variation,
zu maximieren, werden kleine Gruppen Veränderung, Verlängerung, Kontrast,
von etwa fünf Kindern gebildet, die Form kennen. Je nachdem, wie weit die
28 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinKinder sind, versuchen wir, hier in die len, experimentieren, zusammenstel-
Tiefe zu gehen, damit wir zum Beispiel len, das Stück rechtzeitig fertig stellen,
über Begriffe wie Vorder- und Hinter- proben, sich fein anziehen, gestresst
grund zur Form und zur Instrumenta- sein, aufführen.
tion kommen.
Es ist der Tag der Generalprobe und
Da das Stück (jetzt meistens zwischen des Konzerts: ein Publikum kommt
einer und drei Minuten lang) am Ende (andere Kinder, die Eltern, andere
des vierten Tages vollendet sein soll, Lehrkräfte), ein Programmheft wird ge-
ist oft verstärkt Hilfe angesagt. Grund- druckt, die Stücke bekommen Namen,
sätzlich versuchen wir auch dann die die Bühne wird organisiert, und bei der
Kinder selbst auf Ideen kommen zu stolzen Präsentation der Stücke können
lassen. Nie wird von einem anwesen- die Kinder selbst erklären, was sie vor
den Profi vorgeschlagen, der Profi hatten, was sie uns mitteilen wollen.
könnte z.B. an einer Stelle eine schöne Meistens werden die Stücke zweimal
Melodie spielen. aufgeführt: das zeigt, dass hier kompo-
niert und nicht improvisiert wurde.
Es bedarf einiges an Geduld bis Kinder
verstehen, dass sie wirklich selbststän- Das Pilotprojekt, das im Beethoven-
dig gestalten können/sollen und bis sie Haus unter Luxusbedingungen statt-
selbst zur Ruhe kommen (wenn ein fand (Ferienkurs mit interessierten
Klavier dort ist, lieben sie es darauf zu Kindern überwiegend aus Musikerfami-
klimpern: da haben wir Klimperpau- lien) wurde mit neun weiteren Kursen
sen eingerichtet, damit dieses Bedürf- in normalen Grundschulklassen wie-
nis gestillt wird, den aber Ablauf nicht derholt, teilweise in Klassen mit bis zu
stört). 75% Migrationshintergrund und daher
mit Kindern, die mit dem Wort Musik
Die Kinder brauchen lange Pausen Anderes verbinden als andere Kinder.
und viel Bewegung. Somit ist die logi-
stische Planung samt Vorgesprächen KidsKompo funktionierte immer. Vo-
im Team, Kontakt zur Schuldirektion raussetzung für den Erfolg des Kurses
und Hausmeister, Raum-Dispo etc. ist, dass inspirierende, qualifizierte Be-
sehr wichtig. treuer da sind, sprich: Personen mit
Kompositionserfahrung oder einer ge-
Der fünfte Tag bildet den Abschluß des sunden Mischung aus Interesse am
Prozesses. Plötzlich wird klar, dass Komponieren und der Lust, Musik aus
die Kinder in einer Woche das durch- den Kinderköpfen zu locken.“
gemacht haben, was jeder Komponist
erfährt (besonders wenn er auch noch (Aus David P. Graham: KidsKompo: Komponie-
ren mit Kindern - Ein Praxisbericht)
ausführender Musiker ist): Klänge
hören, sammeln, sich etwas vorstel-
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 29Exkurs//
Konzept KidsKompo
1. und 2. Klassen
TAG 1 mitgebracht oder gebaut und stellen
diese zunächst vor.
1. Einführung
Spielt ihr ein Instrument? Im Folgenden üben sie gemeinsam
Was ist eigentlich ein Instrument? die drei Klänge zu spielen, die sie
Was ist komponieren? kennen.
2. Klänge und Bewegung 6. Einführung der KlangKarten
Samplerklänge (Puls, Impuls, Fläche) Auf drei Karten mit drei verschiedenen
werden vorgespielt, die Kinder sollen Farben sind die Klänge graphisch
sich dazu frei im Raum bewegen, ohne notiert und die Kinder raten, welche
Vorgabe. Notation zu welchem Klang gehört.
Gemeinsam nach zu den Klängen 7. Üben der Klänge
passenden Bewegungen suchen und Der Lehrer zeigt Karten, die Kinder
jeweils eine passende Bewegung aus- spielen gemeinsam den jeweiligen
wählen. Alle machen die gleiche Be- Klang.
wegung.
Die Klasse wird in zwei verschiedene
3. Namen für drei Klänge finden Gruppen aufgeteilt und abwechselnd
Die Kinder selbst suchen Namen/Be- spielen die Kinder die Klänge mit den
griffe für die Klänge. Instrumenten oder nur mit dem eigenen
Körper.
Aufgabe für zuhause: Baut ein In-
strument, bringt ein Instrument von Einführung von laut und leise.
zuhause mit!
8. Kinder dirigieren
Die Dirigenten werden gewählt und
TAG 2 die Kinder selbst zeigen der Klasse/
Gruppe nun die KlangKarten.
4. Wiederholung
Die Kinder wiederholen Klänge, Bewe-
gung, Begriffe. TAG 3 + 4
5. Instrumente und Klang 9. Notation, Partitur, Übung
Die Kinder haben selbst Instrumente Ein Schüler zeigt Karten, die Kinder
30 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlinspielen die gezeigten Klänge und der 12. Kinder komponieren 3
Lehrer zeichnet / notiert das Gespielte Am folgenden Tag wird das Stück wie-
auf der der Tafel. derholt.
Die Schüler spielen nun noch einmal Verfeinerung des Stückes.
das Vorherige, nun aber von der Tafel Proben des Stückes.
(erste Partitur). Generalprobe auf der Bühne.
10. Kinder komponieren 1
Wieder wird die Klasse in zwei Gruppen TAG 5
in zwei verschiedene Räume aufge- 13. Aufführung
teilt.
(Aus Michael Krois und Sarah Krispin: KidsKompo für die
Noch einmal üben: Schüler dirigiert 1. und 2. Klasse)
(zeigt Karten), Kinder spielen und
Lehrer notiert.
Dann spielen die Kinder das, was auf
der Tafel steht.
11. Kinder komponieren 2
Die Kinder treffen nun, ohne Karten (!)
gemeinsam Entscheidungen und der
Lehrer notiert.
(Womit beginnen wir? Soll der Klang
mit der Stimme oder mit dem Instru-
ment oder mit den Füßen gemacht
werden?)
Die Klänge werden nacheinander
notiert und die Kinder spielen dann ihr
gemeinsames Stück zum ersten Mal.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 31Flyer //
Uraufführung KidsKompo
32 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinEvaluation //
Musikalische Grundschule
Um einerseits die Wünsche und Be- nagement & Kommunikation, die ge-
dürfnisse der PädagogInnen an der zielte Planung und Beantragung einer
Kurt-Tucholsky-Grundschule besser Projektfortführung im Jahr 2012.
in die Projektkonzeption einbinden zu
können und andererseits die Effek- Die dritte Phase nach Abschluss des
tivität der durchgeführten Angebote ersten Projektzeitraumes (Gesamteva-
besser auswerten zu können, wurden luation) hatte die inhaltliche Bewertung
drei Evaluationsphasen während des aller Angebote durch die durchfüh-
Projektzeitraumes durchgeführt. renden PädagogInnen, die partizipie-
renden PädagogInnen und die Schüler-
Erste Phase war zu Projektbeginn Innen im Fokus. Hieraus ergibt sich im
die Evaluation der vorhandenen Be- Gesamtbild eine statistisch qualitative
dürfnisse und der Interessensschwer- Auswertung und eine inhaltliche Aus-
punkte. wertung aller Angebote, die zeigt, dass
die gesetzen Impulse die gewünsch-
Die zweite Phase (Zwischenevaluati- ten Ergebnisse einer Implementierung
on) im Sommer 2011 hatte die Bewer- unterschiedlicher Ansätze der Verzah-
tung der gemachten Erfahrungen zum nung von Musik in der Kurt-Tucholsky-
Inhalt und ermöglichte K&K Kulturma- Grundschule erreicht hat.
Auswertung //
Zwischenevaluation
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 33Fragebogen //
Zwischenevaluation
34 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinAuswertung //
Zwischenevaluation
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 35Auswertung //
Zwischenevaluation
36 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinDozentenstimmen //
Gesamtevaluation
Zusammenarbeit mit den Motivation und
Lehrkräften und Arbeitsumfeld Eigeninitiative der Lehrkräfte
Mehrheitlich wurde das Kollegium als Insgesamt wurden das Kollegium und
aufgeschlossen und kooperativ emp- die beteiligten Lehrkräfte als motiviert
funden. Absprachen konnten rechtzei- eingeschätzt, Neues zu lernen und
tig und verantwortungsvoll getroffen auszuprobieren. Der nachhaltige Aus-
werden. Ein ehrliches und konstruk- tausch nach Fortbildung und Workshop
tives Feedback war allerdings nicht bekräftigt die eigeninitiative Arbeit der
immer gegeben. Die in der Schule zur Lehrkräfte.
Verfügung gestellten Räume und die
allgemeine Arbeitsatmosphäre wurden In Einzelfällen wurden Lehrkräfte als
als lernfördernd empfunden. desinteressiert und den Arbeitsprozess
blockierend wahrgenommen. Auch die
Organisation und Umsetzung direkte Teilnahme einiger LehrerInnen
am Arbeitsprozess in den Schülerwork-
Die externe Organisation wurde shops wurde teilweise als zu inaktiv
als sehr hilfreich eingeschätzt, so bewertet.
dass Lehrer und Dozenten sich
auf den Inhalt der Workshops Wirksamkeit – bei LehrerInnen
und Fortbildungen konzentrieren und SchülerInnen
konnten. Bei den Durchführungen
wünschten sich manche DozentInnen Der Workshop mit den SchülerInnen
eine Assistenz. Der zeitliche Rahmen wurde als sehr positiv eingestuft – er
für die Workshops und Fortbildungen sei „eine persönliche, musikalische
wurde als (eher) zu kurz empfunden. und soziale Bereicherung“ für diese
Vor allem die schulischen Zeitvorga- gewesen. Die Schüler hatten die Mög-
ben (45 Minuten-Taktung) wurden als lichkeit, eine andere Umgangsweise
Problem für kreative Schaffenspro- und eine andere Art von Musik kennen
zesse mit den SchülerInnen bewertet. zu lernen. Damit die Inhalte oder Me-
Eine kritische Stimme empfahl, keine thoden allerdings von den LehrerInnen
Veranstaltungen mehr in das „Mittags- im Schulalltag wiederholt werden
tief“ (13.00 Uhr) zu legen. können, wurde eine aktivere Teilnah-
me der pädagogischen Fachkräfte an
der Umsetzung angemahnt.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 3738
alltag einbezogen.”
und persönlicher Ebene.”
professionell gut begleitet.”
für den Schulalltag“ erreicht werden.
auf eine Ausnahme) vorstellen. Eine
operation könnten durch häufigere
sich die Mehrheit der DozentInnen (bis
Eine zukünftige Zusammenarbeit mit
wurden übernommen und in den Schul-
“Anregungen aus der Fortbildung
“Es war für die SchülerInnen eine Be-
“Die Arbeit hat Spaß gemacht und war
noch engere und befruchtendere Ko-
der Kurt-Tucholsky-Grundschule kann
reicherung, auf musikalischer, sozialer
kleinere Workshops zu „Praxishilfen
zukünftige Projekte
Statements
David Graham
Stefan Roszak
Peter Pastuch
Wünsche und Anregungen für
Bewertung Bereicherung / Erkenntisse Anregungen
Bereicherung und Innovation // Integration von musikalischen Einheiten, kleinere Workshops zu
auch für Musiklehrer // Bewegungsspielen in Schulalltag // „Praxishilfen für den Schulalltag“ //
bekräftigt eigeninitiative Arbeit Entschleunigung der Arbeitsweise // Teilnehmergruppe aufgrund von Interesse
Lehrerfortbildungen der Lehrkräfte Anregungen aus Fortbildung wurden und Motivation zusammenstellen//
übernommen und in Schulalltag einbezogen Vorabinformation zu Erwartungen und
Wünsche der Teilnehmer an Dozenten
weitergeben //
keine Veranstaltungen im „Mittagstief“
Persönliche, musikalische und Motivationssteigerung der SchülerInnen // mehr zeitliche Kapazität //
soziale Bereicherung // verbesserte Konzentration // zwei externe Fachkräfte zu Durchführung der
Hilfreiche externe Organisation trägt zur entspannten (Lern-)Atmosphäre bei Wokshop //
Schülerworkshops // aktivere Teilnahme der pädagogischen
mehr Spaß und Interesse am Unterricht Fachkräfte //
„KidsKompo“ erst für SchülerInnen ab der 2.
Klasse
Gesamtevaluation
Grafische Darstellung //
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinLehrerstimmen //
Gesamtevaluation
Erfahrungsebene Zusammenfassend Statements
Elemente, die für die beteiligten Lehr- Im Unterricht ein MUSS:
kräfte neu waren (Innovation):
• Bewegung!
• Instrumentenbau • kleine musikalische Pausen
• Rhythmische Übungen zur Lernunter-
stützung Musik im Unterricht unterstützt:
• Entschleunigung der Arbeitsweise
• die Motivation der SchülerInnen.
Elemente, die im Unterricht weiterfüh- • eine entspannte, freundliche (Lern-)
rend übernommen wurden (Adaption): Atmosphäre
• die Konzentration
• Bewegungsübungen im und zwischen
dem Unterricht Das Projekt ermutigt die Lehrer erfolg-
• selbst gebaute Instrumente werden reich Neues und „Außergewöhnliches“
weiter genutzt gewinnbringend in den „normalen“
Unterricht zu integrieren. Die eigene
Angebotsebene Freude am Neuen überträgt sich positiv
auf die SchülerInnen.
Das Angebot wurde insgesamt ein-
hellig positiv bewertet und lediglich in
einem Fall als nicht 100% vollständig
empfunden. Auffällig dabei ist, dass
das Angebot nicht nur für Fachfremde
(Nicht-MusiklehrerInnen) sondern
auch für die ausgebildeten Musikleh-
rerInnen gleichermaßen Innovatives
und Bereicherndes enthielt.
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 39Schülerstimmen //
Gesamtevaluation
Woran merkt Ihr, dass Ihr an einer Was gefällt euch daran?
Musikalischen Grundschule seid?
Aus den Antworten der Schüler ging Großen Spaß bereitet den Schülern die
deutlich hervor, dass es vor allem das Abwechslung im Unterricht durch mu-
breite Angebot der Arbeitsgemein- sikalische Aktivitäten in- und außerhalb
schaften, die Einbindung von Tanz und der AG‘s, wie Singen und Tanzen, das
Gesang im Schulalltag sowie die vielen Erlernen neuer Musikinstrumente oder
Vorführungen, Instrumente, die allge- das gemeinsame Präsentieren ihrer
mein die musikalische Stimmung und Arbeiten durch Vorführungen in der
die fortlaufende Musik, die im Schul- schuleigenen Aula. Bewegung, Wert-
gebäude gespielt wird seien, die das schätzung und Bestätigung stehen hier
(interne) Bild der Schule als dezidiert klar im Vordergrund. Im Folgenden
„Musikalische Grundschule“ prägen. einige repräsentative Antworten.
40 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinSchülerstimmen //
Gesamtevaluation
Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule Berlin 41Zusammenfassung //
Gesamtevaluation
Lehrerfortbildungen Schüler-Workshop
Rückblickend wurden die Lehrer- Die Workshops mit den SchülerInnen
fortbildungen von den involvierten wurden als sehr positiv empfunden.
DozentInnen überwiegend positiv be- Sie seien eine persönliche, musika-
wertet und die Lehrerschaft als auf- lische und soziale Bereicherung für
geschlossen und interessiert einge- die teilnehmenden Schüler gewesen,
schätzt. Thematische Rückfragen in deren Rahmen sie unter anderem
seitens der Lehrer ließen darauf schlie- die Möglichkeit bekamen, eine ganz
ßen, dass die im Workshop gesetzten andere Art von Umgang und Musik
Anregungen auch in den Schulalltag kennen zu lernen und diese für sich
integriert werden. Ebenso positiven zu entdecken – eingeschränkt wurde
Anklang fand die externe Organisation, der kreative Schaffensprozess mit den
die es den DozentInnen ermöglichte, Schülern allerdings durch die eher
sich intensiv auf die Workshop-Inhalte starre schulische Zeitstruktur.
zu konzentrieren.
Damit die Inhalte und Methoden der
Um die Fortbildungen zukünftig in- Workshops auch in den Schulalltag
haltlich noch produktiver zu gestalten, integriert werden können, wurde an-
wurde angeregt, den DozentInnen geregt, zukünftig weiterhin die pä-
mehr zeitliche Kapazität zur Verfügung dagogischen Fachkräfte aktiv in die
zu stellen, um die Inhalte intensiver Workshops mit einzubeziehen. Auch
vermitteln zu können und den Kreis eine Assistenz für die DozentInnen zur
der teilnehmenden Lehrer in Hinblick inhaltlichen Vorbereitung und Durch-
auf Interesse und Motivation zu redu- führung sei hilfreich. Des Weiteren
zieren. Auch das Durchführen kleinerer wurde vorgeschlagen, den Workshop
Workshops, die vermehrt Praxishilfen „KidsKompo“ erst für SchülerInnen ab
für den Schulalltag vermitteln können der 2. Klasse zu öffnen, da dies alters-
sowie eine Vorhabinformation bezüg- gerechter sei.
lich der Erwartungen und Wünsche der
teilnehmenden Lehrer, werden seitens Zukünftige Zusammenarbeit können
der DozentInnen als hilfreich erachtet. sich fast alle Beteiligten vorstellen.
42 Musikalische Grundschule // Ein Projekt an der Kurt-Tucholsky-Grundschule BerlinSie können auch lesen