VOM KINDERGARTEN IN DIE SCHULE - RATGEBER FÜR ELTERN ZUM ÜBERGANG - NÖ Familienland
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Eltern!
Als Landeshauptfrau – aber vor allem auch als zwei- Ich darf Ihnen versichern, dass sich
fache Mutter – liegt mir das Wohl der Kinder und die hervorragende pädagogische
Jugendlichen in unserem Bundesland ganz besonders Arbeit, die Sie aus dem Kindergarten
am Herzen. In Niederösterreich sind wir daher beson- gewohnt sind, auch in Niederöster-
ders bemüht, den jungen Menschen bestmögliche reichs Pflichtschulen fortsetzt.
Unterstützung und optimale Förderung für einen Da wie dort sind engagierte Pädagoginnen
guten Start ins Leben zukommen zu lassen. und Pädagogen jeden Tag darum bemüht, jedes
einzelne Kind bestmöglich auf seinen weiteren
Ich bin überzeugt davon, dass Ihr Kind im Kindergarten Berufs- und Lebensweg vorzubereiten.
bestens auf den neuen Lebensabschnitt Schule vorbe-
reitet wurde. Im Rahmen des verpflichtenden Kinder-
gartenjahrs und bei der Erstellung des Übergangsport-
folios hat sich Ihr Kind bereits intensiv mit seinen be-
reits erworbenen Fähigkeiten und mit seinen Vor-
stellungen von Schule auseinandergesetzt.
JOHANNA MIKL-LEITNER
Ich weiß aus eigener Erfahrung, was für ein großer Landeshauptfrau
Schritt für Ihr Kind – und natürlich auch für Sie – nun
mit diesem Übergang vom Kindergarten in die Schule
verbunden ist. Daher wollen wir Ihnen mit dieser
Broschüre Anregungen und Informationen zur Ver-
fügung stellen, wie Sie in den kommenden Wochen und
Monaten Ihr Kind bestmöglich auf den Schulbeginn und
auf das Neue vorbereiten können.Liebe Eltern!
Ihr Kind befindet sich nun im verpflichtenden Kinder- Form des Schnittstellenmanagements
gartenjahr, in dem es darum geht, dass Ihr Kind best- österreichweit eine Vorreiterrolle ein.
möglich auf einen guten Übergang in die Schule vorbe-
reitet wird. Das kann nur in einem guten Zusammen- Mit dieser Broschüre wollen wir Ihnen
spiel zwischen Ihnen als Eltern und Erziehungs- Informationen geben, wie Ihr Kind von
berechtigte und dem Kindergartenteam geschehen. den Kindergartenteams im letzten Kindergartenjahr
unterstützt wird, wie pädagogisch gearbeitet wird und
In den mehr als 1050 NÖ Landeskindergärten wird mit an wen Sie sich mit Ihren Fragen wenden können. Sie
allen Kindern im verpflichtenden Kindergartenjahr ganz beinhaltet auch viele Anregungen, wie Sie Ihr Kind im
intensiv an der Vorbereitung für den neuen Lebens- Familienalltag auf den Übergang vom Kindergarten in
abschnitt gearbeitet. So wird in einer eigenen Über- die Schule vorbereiten können.
gangsportfolio-Mappe mit Ihrem Kind im heurigen
Kindergartenjahr festgehalten, was es schon alles Ich wünsche Ihnen und vor allem Ihrem Kind ein
gelernt hat seit es in den Kindergarten geht, was Ihrem spannendes und abwechslungsreiches letztes
Kind besonders Spaß macht und welche Vorstellungen Kindergartenjahr und einen positiven Start in den
es von Schule und Lernen hat. neuen Lebensabschnitt Schule!
Sie können diese Mappe dann freiwillig der Volksschule
für einen verbesserten Informationstransfer zu Beginn
der Schule zur Verfügung stellen. Das Übergangsport-
folio kann dazu beitragen, dass LehrerInnen ein umfas-
sendes Bild über die Bedürfnisse und Begabungen
Ihres Kindes schon im Vorfeld erhalten und somit im CHRISTIANE TESCHL-HOFMEISTER
Unterricht von Anfang an darauf eingehen können. Landesrätin
Niederösterreich nimmt mit dieser flächendeckendenINHALT DEN ÜBERGANG GEMEINSAM GESTALTEN 6 ÜBERGANGSGESPRÄCHE 9 DIE SCHULEINGANGSPHASE 10 BILDUNGSPLAN FÜR KINDERGÄRTEN IN NIEDERÖSTERREICH 12 DIE BEDEUTUNG DES SPIELS 14 BILDUNGSBEREICH EMOTIONEN UND SOZIALE BEZIEHUNGEN 16 BILDUNGSBEREICH ETHIK, RELIGION UND GESELLSCHAFT 18 BILDUNGSBEREICH SPRACHE UND KOMMUNIKATION 20 BILDUNGSBEREICH BEWEGUNG UND GESUNDHEIT 24 BILDUNGSBEREICH ÄSTHETIK UND GESTALTUNG 26 BILDUNGSBEREICH NATUR UND TECHNIK 28 FRAGEN ZUM KINDERGARTEN 32 FRAGEN ZUR SCHULE 33 LITERATUR 34 LITERATURHINWEISE FÜR ELTERN 35
DEN ÜBERGANG GEMEINSAM GESTALTEN
Wenn Sie sich an Ihre 3 Sich in den neuen Räumlichkeiten und dem Tages-
ersten Schultage erin- ablauf der Schule zurechtfinden
nern, denken Sie viel- 3 Lesen, Schreiben und Rechnen lernen
leicht an den Stolz von
damals, endlich ein Die Bewältigung dieser Entwicklungsaufgaben ist
Schulkind zu sein oder eine Herausforderung für jedes Kind und für seine
an die Sorge, ob die Familie. Die positive Bewältigung stärkt Kinder
Kinder und die Lehrerin und bringt sie in ihrer Entwicklung weiter.
oder der Lehrer nett
„VIELES ENTDECKEN sein werden. Auch Ihr Ihr Kind hat bereits Erfahrungen gesammelt im Um-
Kind wird sich mit unter- gang mit Übergangssituationen, beispielsweise beim
AUF DEM WEG VOM
schiedlichen Gedanken Eintritt in den Kindergarten oder bei der Geburt eines
KINDER GARTEN IN und Gefühlen mit dem Geschwisterkindes. Jeder erfolgreich bewältigte Über-
DIE SCHULE“ kommenden Schulbe- gang stärkt die Fähigkeit von Kindern, mit weiteren
ginn auseinandersetzen. Veränderungen umzugehen. Unterstützen Sie Ihr Kind
und vertrauen Sie darauf, dass es auch diesen Über-
Bei den meisten Kindern überwiegt die Freude und gang meistern wird.
Neugier. Wie bei allen größeren Veränderungen schwin-
gen bei manchen Kindern vielleicht doch mehr oder Achten Sie darauf, wie Sie über die Schule sprechen.
weniger große Sorgen und Unsicherheiten mit, denn Aussagen wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“
beim Übergang vom Kindergarten in die Schule gilt oder „Warte nur, bis du in die Schule kommst!“, lösen
es einige Entwicklungsaufgaben zu bewältigen: Unsicherheiten aus und setzen Kinder unter Druck.
3 Abschied nehmen von manchen Kindern und von Ihre positive Einstellung als Eltern gegenüber der
den Erwachsenen im Kindergarten Schule und dem Lernen überträgt sich auf Ihr Kind.
3 Neue Beziehungen aufbauen zu den Kindern und Sehen Sie dem Schulstart mit Freude, Neugier und
Erwachsenen in der Schule Optimismus entgegen.
3 Mit den veränderten Erwartungen, die an ein Schul-
kind gestellt werden, umgehen
6SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR KIND WAS KINDERGARTENKINDER SAGEN:
3 Das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Im Kindergarten habe ich gelernt:
Im Familienalltag finden sich vielfältige Möglich-
keiten, die Gesamtentwicklung Ihres Kindes zu
fördern und so auf die schulischen Anforderungen
„Ganz schön zeichnen, bauen und klettern.“ (Kerstin, 6 Jahre)
vorzubereiten. Ideen und Anregungen dazu finden
„Dass ich viel kann.“ (Julia, 6 Jahre)
Sie in dieser Broschüre.
„Zuhören, wenn ein anderer spricht.“ (Fabian, 6 Jahre)
3 Auf den Schulalltag vorbereiten. Regelmäßiger „Geduld haben.“ (Milena, 6 Jahre)
Kindergartenbesuch, selbstständiges An- und Aus-
ziehen, kleine altersgemäße Aufgaben und Pflichten
übernehmen, den Schulweg gehen, die Schultasche
aussuchen lassen, den „Arbeitsplatz“ gemeinsam vor- In der Schule möchte ich lernen:
bereiten, zeitgerechtes Schlafengehen und Aufstehen.
3 Unbekanntes bekannt machen. Unterstützen Sie „Basteln und rechnen.“ (Max, 6 Jahre)
Kooperationen zwischen Kindergarten und
„Alles was ich noch nicht kann.“ (Kerstin, 6 Jahre)
Schule. Reden Sie mit Ihrem
Kind über den bevorstehenden
Schulbeginn, beantworten Sie
seine Fragen – dabei können passende Ich wünsche mir von der Schule:
Bilderbücher hilfreich sein. Nützen
Sie Möglichkeiten wie Schnupper-
tage und Schulfeste, damit Ihr Kind „Ein gutes Zeugnis.“ (Jakob, 6 Jahre)
die „neue Welt Schule“ kennen
„Dass meine Schule besonders freundlich ist.“ (Perdita, 6 Jahre)
lernen kann.
„Dass ich neue Freunde bekomme.“ (Julia, 6 Jahre)
Zeichnung: Lisa
7DAS LETZTE KINDERGARTENJAHR IM LETZTEN KINDER GARTENJAHR
Der Bildungsprozess im Kindergarten beginnt mit dem 3 Spezielle Bildungsangebote für „die Großen“
ersten Tag des Kindergartenbesuches und damit natür- 3 Aktivitäten zur pädagogischen Begleitung des Über-
lich auch die Vorbereitung auf den späteren Schul- gangsprozesses (z. B. Gespräche mit Kindern zu
besuch. diesem Thema, Elterngespräche, Elternabend,
Kooperationen mit der Schule)
Das letzte Kindergartenjahr ist von besonderer 3 Übergangsgespräche bei Fragen in Bezug auf den
Bedeutung, da Kinder spezielle Unterstützung und Schuleintritt
Förderung in Bezug auf den Übergang vom Kinder-
garten in die Schule erhalten.
DAS VERPFLICHTENDE LETZTE
KINDER GARTENJAHR
Um dieses Bildungsangebot für alle Kinder zugänglich
zu machen und somit mehr Chancengleichheit zu
schaffen, ist der Besuch eines Kinder-
gartens im letzten Jahr vor Schul-
eintritt verpflichtend.
Die Kindergartenpflicht umfasst im
letzten Jahr vor der Schulpflicht den Kindergartenkinder beim Schulbesuch im Rahmen eines
kostenfreien Besuch eines Kinder- Kooperationsprojektes
gartens für mindestens 20 Stunden
pro Woche, an mindestens vier Tagen
während der Bildungszeit.
8ÜBERGANGSGESPRÄCHE
Bei den meisten Kindern verläuft der Übergang vom
Zeichnung: Hannah
Kindergarten in die Schule ohne Probleme.
Bei Anliegen in Hinblick auf die Entwicklung Ihres
Kindes und speziellen Fragen zu Schulmöglichkeiten
kann ein Übergangsgespräch geführt werden.
„GEMEINSAM
DEN SCHULSTART
WER NIMMT AM ÜBERGANGSGESPRÄCH PLANEN“
TEIL?
Beim Übergangsgespräch sind die Eltern und die
Verantwortlichen der Institutionen Kindergarten und
Schule vertreten. Gegebenenfalls können auch weitere WAS BEINHALTET DAS ÜBERGANGS -
Personen, die Ihr Kind betreuen, am Gespräch teil- GESPRÄCH?
nehmen.
3 Gespräch über den Entwicklungsstand des Kindes.
WIE KOMMT EIN ÜBERGANGSGESPRÄCH Was sind seine Stärken? Wo braucht es Unter-
ZUSTANDE? stützung? Was braucht es, um gut lernen zu können?
Wenn Sie als Eltern ein Übergangsgespräch wünschen, 3 Informationen und Entscheidungshilfen in Bezug auf
wenden Sie sich bitte an die Kindergartenleitung. Diese den Schuleintritt
wird die notwendigen Schritte in die Wege leiten.
3 Falls Unterstützungsmaßnahmen oder spezielle
Geht die Initiative für ein Übergangsgespräch vom Rahmenbedingungen erforderlich sind, können diese
Kindergarten oder von der Schule aus, wenden sich die gemeinsam überlegt und geplant werden
zuständigen Pädagoginnen und Pädagogen an Sie als
Eltern. Wenn Sie einem Übergangsgespräch zustimmen,
wird mit Ihnen ein Gesprächstermin vereinbart.
9DIE SCHULEINGANGSPHASE
DER 1. SCHRITT: mit Ihrem Kind herzustellen, weshalb ersucht wird,
DIE SCHÜLERINNEN/SCHÜLER- das Übergangsportfolio zur Schülerinnen/Schülerein-
EINSCHREIBUNG schreibung mitzubringen.
Wenn Ihr Kind bis zum 31. August das sechste Lebens- Am Ende der Kindergartenzeit erhalten Sie ein Über-
jahr vollendet hat, ist es mit 1. September dieses Jahres gabeblatt zur Sprachentwicklung Ihres Kindes, das zu
schulpflichtig. Schulbeginn gemeinsam mit dem Übergangsportfolio
in die Schule mitgebracht werden soll.
Jedes schulpflichtige Kind wird in die Schule aufge-
nommen und entsprechend seinen Begabungen und Das Übergabeblatt und das Übergangsportfolio aus
Bedürfnissen gefördert. dem Kindergarten bieten der Lehrerin/dem Lehrer
eine gute Basis für die Fortsetzung der Förderung der
Wann an Ihrer Schule die Einschreibung stattfindet und Sprache und der Gesamtentwicklung Ihres Kindes.
welche Dokumente Sie mitbringen sollen, erfahren Sie
an der zuständigen Schule oder auf dem Gemeindeamt.
Bei der Schülerinnen/Schülereinschreibung ist das Kind
„EIN POSITIVER
persönlich vorzustellen. Neben der formalen Aufnahme
in die Schule geht es um ein gegenseitiges Kennen- SCHULSTART FÜR
lernen und um eine erste Einschätzung, ob Ihr Kind ALLE KINDER“
dem Unterricht der ersten Klasse ohne Überforderung
folgen kann.
Vom Kindergarten erhalten Sie das Übergangsportfolio,
das aufzeigt, welche Stärken und Interessen Ihr Kind
hat, über welche Kompetenzen es verfügt und welche
Lernwege es nutzt. Dieses unterstützt die Lehrerin oder
den Lehrer dabei, eine vertrauensvolle Gesprächsbasis
10DER SCHULBEGINN Die Kinder werden von
den ihnen bekannten Formen des Spielens und Lernens
Ein guter Schulstart beeinflusst den weiteren Schul- allmählich an neue Lernformen herangeführt.
besuch und die Freude am Lernen positiv.
Die Schuleingangsphase ermöglicht es, bei Bedarf den
In den ersten Schulwochen soll das Kind auch Zeit Kindern je nach Lerntempo für die Erarbeitung der
und Gelegenheit bekommen, die anderen Kinder und Lerninhalte der ersten 3 Schulstufen einen Zeitraum
die Lehrerin oder den Lehrer kennen zu lernen und von 4 Jahren zur Verfügung zu stellen.
mit dem Schulgebäude und der Zeiteinteilung vertraut
zu werden. Zeichnet sich ab, dass ein Kind mit dem Unterricht der
ersten Klasse überfordert sein wird bzw. ist, kann es in
Kinder sind unterschiedlich in ihrem Lerntempo, der die Vorschulstufe eingestuft werden.
Lernbereitschaft, der Kommunikationsfähigkeit und
in Bezug auf ihre Selbstständigkeit. Sie haben unter- Die Vorschulstufe wird als Bestandteil der Grundstufe I
schiedliche Interessen und bringen verschiedene gesehen und kann
Vorerfahrungen mit. 3 als eigenständige Vorschulklasse
3 oder im gemeinsamen Klassenverband
Die Lehrerin bzw. der Lehrer orientiert sich an den mit den Schulstufen 1 und 2 geführt werden.
individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und
berücksichtigt diese im Unterricht. Um eine Über- oder Unterforderung des Kindes zu
Zeichnung: Sophie vermeiden, ist bis zur 3. Schulstufe ein Wechsel der
Schulstufen auch während des Unterrichtsjahres möglich.
Gesetzliche Bestimmungen sind nachzulesen im Bundesgesetz über die
Schulpflicht (Schulpflichtgesetz 1985), BGBl. Nr. 76/1985 in der derzeit
geltenden Fassung.
Weitere Infos unter:
http://www.bmukk.gv.at/schulen/service/schulinfo/aufnahme_vs.
1112
BILDUNGSPLAN FÜR KINDERGÄRTEN IN NÖ
DER KINDERGARTEN – EIN ORT ZUM Bildungsbereich
SPIELEN, LERNEN UND SICH WOHLFÜHLEN Emotionen und soziale
Beziehungen
In der frühen Kindheit werden wesentliche Grundsteine Seite 16
für Bildung und Lernen gelegt. Der Kindergarten leistet
einen wichtigen Beitrag zum Bildungsweg der Kinder. Bildungsbereich
Ethik, Religion und
DER BILDUNGSPLAN Gesellschaft
3 zeigt auf, wie Kinder im Kindergarten in ihrer Seite 18
Entwicklung unterstützt und gefördert werden
Bildungsbereich
3 ist eine Grundlage für die pädagogische Arbeit mit
Sprache und
Kindern
Kommunikation
3 gibt Einblick in die Bildungsarbeit und Bildungs-
Seite 20
prozesse im Kindergarten
3 beinhaltet pädagogische und methodische Bildungsbereich
Anregungen Bewegung und
3 stellt eine Brücke zwischen Kindergarten und Gesundheit
Schule dar Seite 24
Zu den im Bildungsplan angeführten Bildungsbereichen Bildungsbereich
finden Sie auf den folgenden Seiten Erläuterungen, Ästhetik und
Anregungen und Beispiele, wie Kinder in ihrer Ent- Gestaltung
wicklung unterstützt und gefördert werden. Seite 26
Bildungsbereich
Bildungsplan für Kindergärten in Niederösterreich Natur und Technik
http://www.noe.gv.at/Kindergaerten Seite 28
13DIE BEDEUTUNG DES SPIELS
Spielen gehört zu den Haupttätigkeiten eines Kindes. Beim Ballspielen lernen Kinder unter anderem ihre
Experten gehen davon aus, dass Kinder bis zum Augen- und Handbewegungen zu koordinieren – dies
sechsten Lebensjahr ca. 15.000 Stunden spielen bildet eine wichtige Grundlage für den Schreib- und
(müssen). Das sind ca. 7-8 Stunden pro Tag! Leselernprozess.
Denn Spielen macht nicht nur Spaß, sondern ist der Erleben Sie mit Ihrem Kind die vielfältigen Facetten des
kindgerechte Weg Spielens: In eine Rolle schlüpfen, mit Figuren spielen,
3 sich Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen und einen Staudamm bauen, mit Steinen Muster legen,
zu üben Karten- und Brettspiele, Sing,- Tanz- und
3 Gefühle zu verarbeiten Reimspiele, usw.
3 Konflikte zu bewältigen
3 Ausdauer, Konzentration und eine gute Arbeits-
haltung zu entwickeln
3 soziale Umgangsformen zu lernen (z. B. zuhören,
„SPIELEN
Vereinbarungen einhalten)
3 Eindrücke zu verarbeiten IST LERNEN“
3 motorische Fähigkeiten und das Körpergefühl zu
verbessern
3 Verhaltensweisen zu erproben
3 Abstraktes be-„greif“-bar zu machen
Im Spiel sammeln Kinder grundlegende Erfahrungen
für den Erwerb von schulischen Fähigkeiten und
Fertigkeiten.
Zwei Beispiele dazu: Im Spiel mit Sand und Wasser
sammeln Kinder Erfahrungen in Bezug auf Mengen und
Maße. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse helfen
ihnen beim Lösen mathematischer Aufgaben.
14SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
Freie und angeleitete 3 Geben Sie Ihrem Kind Zeit zum Die im Spiel erworbenen Fähigkeiten
Spielformen: Spielen, damit es die Erfahrungen, und Fertigkeiten bilden die Grund-
3 Entdeckungs- und Wahr - die es dabei macht, weiterent- lage für
nehmungsspiele wickeln und vertiefen kann 3 das Erlernen der elementaren
3 Gestaltungs- und Musikspiele 3 Lassen Sie es fertig spielen, Kulturtechniken (Lesen,
KINDERGARTEN
3 Konstruktions- und Bauspiele wenn es gerade in ein Spiel ver- Schreiben, Rechnen)
3 Steck- und Strategiespiele sunken ist 3 die Entfaltung der Lernfreude und
3 Geschicklichkeits- und 3 Ermöglichen Sie Kontakte zu selbstständiges Lernen
Bewegungsspiele anderen Kindern. Im Spiel mit 3 eine entsprechende Lern- und
3 Finger- und Handpuppenspiele anderen Kindern kann Ihr Kind Arbeitshaltung in Bezug auf
3 Rollenspiele wichtige soziale Umgangsformen Ausdauer und Konzentration,
3 Spiele zum Austoben und Spiele erwerben und üben Sorgfalt, Genauigkeit, Hilfsbereit-
zum Ruhen 3 Unterstützen Sie den Forscher- schaft und Rücksichtnahme
3 Sprachspiele, Reime, Rätsel, drang Ihres Kindes, Ihr Kind 3 soziale Handlungsfähigkeit
Bilderbücher braucht Gelegenheiten zum (Zusammenarbeit, Entwicklung
3 Gesellschaftsspiele Ausprobieren, Suchen, Finden, und Anerkennung von Regeln und
FAMILIE
3 Brettspiele, Regelspiele Sammeln und Ordnen
SCHULE
Normen)
15BILDUNGSBEREICH EMOTIONEN UND SOZIALE BEZIEHUNGEN
können, eigenständig zu handeln und dabei zu erleben,
dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können.
Selber den Tisch zu decken, einen Nagel einzuschlagen
oder herauszufinden, warum die Klingel beim Fahrrad
nicht mehr funktioniert, macht Kinder stolz und stärkt
ihr Selbstbewusstsein.
Die Erfahrungen „Ich kann etwas bewegen“ –
„Ich bin wertvoll“ – „Ich werde als Person wahrge-
nommen“ geben den Kindern Selbstsicherheit.
„WAS KINDER
STÄRKT“ Kinder, die über eine solche positive Grundeinstellung
verfügen, nehmen Schwierigkeiten als Herausforderung
wahr und bewältigen Übergänge, wie den Schuleintritt,
leichter.
„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge“, sagt der
Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther: „Es braucht Der Kindergarten bietet Kindern die Chance, eine größere
Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Gemeinschaft zu erleben, vielfältige Beziehungen zu
Vorbilder, an denen es sich orientieren kann und es anderen Kindern und Erwachsenen aufzubauen und
braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufge- Freundschaften zu schließen. Im Kindergarten finden
hoben fühlt.“ sich täglich Gelegenheit zum Aushandeln von Regeln
und zur Bearbeitung von Konflikten. Die Kinder lernen,
Die Familie ist die erste Gemeinschaft, in der Kinder sich in eine Gruppe einzufügen, sich zu behaupten, zu
Geborgenheit erfahren, Vorbilder finden und ihre ersten kooperieren oder andere für eine Idee zu gewinnen.
Herausforderungen bewältigen.
Alle diese Erfahrungen, in Bezug auf die eigene Person
Um an Aufgaben wachsen zu können, brauchen Kinder und im Zusammenleben mit anderen, bilden eine
vielfältige Gelegenheiten, selber ausprobieren zu wichtige Basis für das Leben und Lernen in der Schule.
16SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Ein Bild von sich selbst entwickeln 3 Liebe und Vertrauen schenken 3 Förderung der Persönlichkeit
Eigene Stärken kennen und in die Ihr Kind annehmen mit all seinen der Kinder
Gruppe einbringen, Verantwortung Gefühlen, seinen Stärken und Stärkung des Selbstwertgefühles
übernehmen, ein Gefühl entwickeln Schwächen. Ihm zeigen, dass Sie und die Entwicklung von Ver-
wie ich auf andere wirke es lieben, ihm vertrauen und ihm ständnis für andere
KINDERGARTEN
3 Gemeinschaft erleben etwas zutrauen 3 Soziales Lernen
Sich in der Gemeinschaft wohl- 3 Zeit nehmen, zuhören Mit- und Voneinanderlernen,
fühlen, seinen Platz in der Gruppe Fixe Zeiten einplanen für gemein- gegenseitiges Helfen und
finden, Gruppenzugehörigkeit same Spiele und Gespräche, ge- Unterstützen
entwickeln, z. B. den Alltag ge- meinsames Essen, zu Bett bringen 3 Weiterentwicklung sozialer Um-
meinsam gestalten, Gemein- 3 Grenzen setzen gangsformen, entwickeln und
schafts- und Gesellschaftsspiele, Mit dem Kind klare Vereinbarungen akzeptieren von Regeln bzw.
Feste und Feiern, gemeinsam treffen und mit Geduld und Kon- eines Ordnungsrahmens als
etwas schaffen, z. B. Gartenbeet sequenz auf deren Einhaltung Bedingung für den Unterricht
anlegen, eine Ausstellung gestalten, achten 3 Gewaltfreies Lösen und Ver-
ein Bilderbuch selber anfertigen, … 3 Freiraum geben meiden von Konflikten
FAMILIE
3 Kooperation und Konfliktkultur Ausprobieren, selbstständig er-
SCHULE
3 Erkennen und Durchleuchten von
Vereinbarungen in der Gruppe proben und Fehler machen dürfen Vorurteilen, Sensibilisierung für
treffen, in Konfliktsituationen 3 Konflikte austragen Geschlechterrollen, z. B. Ge-
gemeinsam Lösungswege finden, Streiten will gelernt sein: „Nein“ sprächskreis, Partner und
z. B. Rollenspiele, Bilderbücher, sagen dürfen, Gefühle angemessen Gruppenarbeit, Kinder als Helfer
Gespräche äußern, Kompromisse finden, … für Kinder, aufgreifen und an-
bieten von sozialen Themen im
Unterricht
17BILDUNGSBEREICH ETHIK, RELIGION UND GESELLSCHAFT
„War diese Entscheidung gerecht?“ – „ Wer ist Gott und Sie nehmen wahr, wie in der Familie oder im Kindergar-
hat ihn irgendwer schon mal gesehen?“ Kinder setzen ten mit Menschen, die „anders“ sind, umgegangen wird.
sich mit Grundfragen des Lebens auseinander – auf der Im Kindergarten wird im Sinne der inklusiven Pädagogik
Suche nach Antworten brauchen sie Vorbilder und die darauf Wert gelegt, dass sich alle Kinder in ihrer Unter-
Begleitung von Erwachsenen mit ihrem Wissens- und schiedlichkeit und mit ihren verschiedenen Begabungen
Erfahrungsschatz. als vollwertiger Teil der Gruppe erleben. In einem Klima
der Wertschätzung von Unterschiedlichkeit kann sich
Meine Meinung zählt ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit entwickeln.
Für Kinder ist es wichtig zu erleben, dass sie ihre
Meinung und ihre Ideen in der Familie, im Kindergarten Vielfalt als Bereicherung
oder in der Schule einbringen können. Sie lernen da- Kindergärten als Spiegelbild der Gesellschaft bieten
durch, sich eine persönliche Meinung zu bilden, die der viele Chancen zur Auseinandersetzung mit kultureller
anderen zu akzeptieren, sowie sich für die eigenen und religiöser Vielfalt. Interkulturelle und interreligiöse
Rechte und die Rechte der anderen einzusetzen. Arbeit meint Lernprozesse anzuregen, die Kinder mit
unterschiedlichen Kulturen und Religionen bekannt
Was mir wichtig ist machen, die sie Unter-
In jeder Familie gibt es bestimmte Werte, Haltungen schiede und Gemeinsam-
und Regeln, die als wichtig erachtet werden. Im Kinder- keiten entdecken lassen
„KINDER MACHEN
garten erleben Kinder möglicherweise ein Wertesystem, und die sie dazu befähigen,
das sich von dem ihrer Familie unterscheidet. Dadurch einander mit Offenheit SICH GEDANKEN
lernen sie verschiedene Handlungsnormen kennen. und Interesse zu begegnen. ÜBER DIE WELT“
Wenn sich Kinder mit ihrem familiären Wertesystem
akzeptiert fühlen, gelingt es ihnen leichter, sich auch
mit Werten und Normen anderer kritisch auseinander-
zusetzen. Auf diese Weise kann ein ethisches Grund–
verständnis entwickelt werden.
Jeder ist gleich viel wert
Kinder sind genaue Beobachterinnen und Beobachter.
18SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Grundverständnis dafür ent- 3 Geben Sie Ihrem Kind seinem 3 Weiterentwicklung der Kennt-
wickeln, dass jeder Mensch gleich Alter entsprechend die Möglich- nisse, Fähigkeiten und Haltungen,
viel wert ist, Vielfalt als Bereiche- keit, eigene Entscheidungen zu die für die Mitwirkung an der
rung wahrnehmen (Bilderbücher, treffen und in der Familie mitzu- demokratischen Gesellschaft und
Geschichten, Vorbildwirkung der bestimmen, z. B. Was und wie viel für ein friedliches Miteinander
KINDERGARTEN
Erwachsenen) möchte ich essen? Was ziehe ich grundlegend sind
3 Demokratische Einstellungen und an? Welche Freunde lade ich ein? 3 Toleranz und Akzeptanz, aber
Verhaltensweisen kennen lernen Gemeinsam ein Ausflugsziel auch die Fähigkeit zu begründeter
(Gruppenentscheidungen über bestimmen, … Abgrenzung gegenüber anderen
Abstimmung, eigene Meinung und 3 Das Übernehmen kleiner Auf- Sicht- und Handlungsweisen weiter
Ideen einbringen, …) gaben und Pflichten stärkt das entwickeln
3 Sich aktiv an Gemeinschaftsent- Selbstbewusstsein und Verant- 3 Spiel- und Arbeitsregeln gemein-
scheidungen beteiligen (gemein- wortungsgefühl Ihres Kindes, sam finden und einhalten
sam Vereinbarungen treffen, z. B. Teller wegräumen, Pflanzen 3 Die Gemeinschaft mitgestalten,
Verantwortung übernehmen) gießen, Katze füttern, Spieldinge Arbeiten gemeinsam ausführen
3 Religiöse Feste erleben, religiöse wegräumen, … 3 Umgangsformen beachten (einan-
FAMILIE
Erzählungen kennen lernen 3 Fragen Sie Ihr Kind nach seiner
SCHULE
der helfen, zuhören, aufeinander
3 Verschiedenen Kulturen offen Meinung, z. B. Was hat dir gefallen Rücksicht nehmen, ...)
begegnen (Bilderbücher, Lieder in oder nicht gefallen? Was könnten 3 An der Schulgemeinschaft mit-
verschiedenen Sprachen, wir anders machen? wirken
Bräuche, Essen, Kleidung anderer 3 Reden Sie mit Ihrem Kind dar-
Kulturen kennen lernen, …) über, was Ihnen wichtig ist. Sie als
Eltern sind wichtige Vorbilder für
die Entwicklung gesellschaftlicher
Normen und Werte
19BILDUNGSBEREICH SPRACHE UND KOMMUNIKATION
Das Erlernen der Sprache und des Sprechens ist ein gelegt. Kinder profitieren davon, wenn sie frühzeitig
komplexer Prozess, den Kinder in erstaunlichem Tempo von Mehrsprachigkeit umgeben sind.
durchlaufen. In den ersten sechs Lebensjahren erwer-
ben Kinder einen Wortschatz von bis zu 24.000 Worten, Für Kinder, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, ist
von denen sie ca. 5.000 Worte benutzen. es wichtig, dass Sie als Eltern in der Sprache mit Ihrem
Kind sprechen, in der Sie sich am wohlsten fühlen und
Wie erlernen Kinder Sprache? die Sie am sichersten beherrschen. Damit legen Sie
In den ersten Lebensjahren sind Sie als Eltern und die eine wichtige Basis für das Erlernen jeder weiteren
Geschwister die wichtigsten Sprachvorbilder für Ihr Sprache, wie für das Deutschlernen. Ihr Kind braucht
Kind. Beim täglichen Spielen und miteinander Sprechen gute Deutschkenntnisse für eine gute Bildung, um
bauen sich im Gehirn Strukturen und Vernetzungen auf, Freundschaften zu knüpfen und um sich in seinem
die entscheidend sind für die Sprachentwicklung und sozialen Umfeld wohl fühlen zu können.
das spätere Lernen in der Schule.
Pädagoginnen und Pädagogen, sowie Interkulturelle
Sprachförderung nimmt im Kindergarten eine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Kinder
zentrale Rolle ein gezielt im Erst- und Zweitspracherwerb. Im Kinder-
Die Pädagoginnen und Pädagogen unterstützen Kinder garten lernt Ihr Kind die deutsche Sprache beim
gezielt dabei, ihren Wortschatz und ihre Ausdrucks- Spielen und Sprechen mit anderen Kindern und
fähigkeit zu erweitern. Dafür bieten sich im Kinder- durch gezielte Förderung
garten vielfältige Möglichkeiten: Bei Gesprächen mit durch die Pädagoginnen „SPRACHE IST DER
anderen Kindern und den Erwachsenen, bei Erzählun- und Pädagogen.
SCHLÜSSEL FÜR
gen, Liedern, Geschichten und Reimen, beim Aus-
handeln von Regeln oder Konflikten, beim gemein- Fremdsprachen KOMMUNIKATION
samen Essen, beim Spielen und beim Bewegen. spielerisch lernen UND BILDUNG“
Spielerischer Umgang
Mehrsprachigkeit als kostbares Gut mit Fremdsprachen
Wenn Kinder bemerken, dass derselbe Gegenstand schafft eine wertvolle
unterschiedlich benannt werden kann, ist der erste Basis für den weiteren Er-
Grundstein für das Erlernen einer weiteren Sprache werb von Fremdsprachen.
20SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
Sprachförderung im Alltag 3 Nehmen Sie sich Zeit für 3 Die sprachlichen Fähigkeiten
3 Sprachfördernde Lernumgebung Gespräche mit Ihrem Kind über aktivieren und weiterentwickeln
(reichhaltiges Angebot an Kinder- Erlebnisse, Gefühle, Konflikte, 3 Situationsbezogenes Sprechen:
literatur, Gespräche führen, Pläne, Gedanken, … Sprechsituationen aufgreifen und
Sprechanlässe schaffen, Präsenz 3 Erzählen Sie Ihrem Kind Geschich- spielerisch erproben, z. B. sich
KINDERGARTEN
von Mehrsprachigkeit) ten, lesen Sie regelmäßig vor entschuldigen, Auskunft geben
3 Sprachliches Begleiten von (Gute-Nacht-Geschichte) 3 Die Freude am Erzählen, Mitteilen
Aktivitäten (Benennen von 3 Bauen Sie Lieder, Auszählreime, und Zuhören weiterentwickeln
Gegenständen, Beschreiben von Fingerspiele oder Kniereiterspiele 3 Einfache Gesprächsregeln ein-
Handlungen, Besprechen von in den Alltag ein halten, erworbene sprachliche
Erlebnissen) 3 Gehen Sie auf Augenhöhe mit Mittel im Gespräch anwenden
Ihrem Kind, wenn Sie mit ihm 3 Spielerischer, kreativer Umgang
Bildungsangebote mit
sprechen mit Sprache
Schwerpunkt Sprache
3 Hören Sie ihm zu, lassen Sie es
3 Vorlesen, erzählen, betrachten
fertig sprechen
von Bilderbüchern (Interesse für
3 Besuchen Sie mit Ihrem Kind eine
den Text wecken, Denkanstöße
FAMILIE
Bibliothek oder Buchhandlung,
SCHULE
und Fragen während und nach
lassen Sie es selber Bücher aus-
dem Vorlesen)
wählen
3 Gespräche in Kleingruppen
3 Bessern Sie Ihr Kind nicht aus.
3 Geschichten selber erfinden,
Wiederholen Sie stattdessen den
darstellen, zeichnen
Satz des Kindes richtig (z. B. „Der
3 Philosophische Gespräche mit
Papa ist kommt“ – „Ja, der Papa
Kindern
ist gekommen“)
3 Spielerische Fremdsprachen-
angebote
21Die erste Erfahrung auf dem Weg zum Schreiben ist die
Erfahrung, eine Spur zu hinterlassen – das Kind entdeckt,
dass es „Zeichen“ setzen kann.
Die Schrift bietet uns die Möglichkeit, Sprache Beim Erwerb dieser
schriftlich festzuhalten und somit für längere Fähigkeiten spielen
Zeiträume sichtbar zu machen. Dieser Umstand wiederum Ausdauer und
fasziniert Kinder – sie wollen die „Zeichen aus Konzentration, genaues
der Erwachsenenwelt“ verstehen und selbst Hören, Fühlen und
„Botschaften“ hinterlassen. Schauen und ein gutes
Körpergefühl eine wich-
Der Erwerb der Sprache in Schriftform ist ein wichtiger tige Rolle.
Teil der Sprachentwicklung und beginnt lange vor dem
Schuleintritt. Bevor Kinder Buchstaben als wieder- Erkunden Kinder beispielsweise eine schiefe
kehrenden Teil von Schrift entdecken, werden sie auf Ebene, sammeln sie wichtige Bewegungs-
Zeichen und Symbole (z. B. Stopp-Tafel, Firmenlogos) erfahrungen, die ihnen beim Schreibenlernen
und ihre Bedeutung aufmerksam. Sie erleben, dass hilfreich sein werden.
Lesen und Schreiben in unserer Gesellschaft wichtige Beim Schreiben des Buchstabens „A“ können
Funktionen erfüllen: Wir können Nachrichten verfassen, sie auf „innere Bilder“ zurückgreifen, wie eine
Einkaufszettel schreiben, Bücher, Zeitungen und Ge- „schiefe Linie“ im Raum liegt.
brauchsanweisungen lesen oder Postkarten schreiben –
und das wollen Kinder auch können. Zeigt Ihr Kind von sich aus Interesse an Zeichen,
Symbolen und Buchstaben, unterstützen Sie es bei
Für das Erlernen von Lesen und Schreiben brauchen seinen Erkundungen.
Kinder eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten: Zu beachten ist, dass dies in spielerischer Weise
3 Den Umgang mit Mal- und Schreibwerkzeug geschieht und dass Kinder für diese „Reise“ in die
3 Das Erkennen und Unterscheiden von Formen, Welt der Buchstaben und Worte ihr eigenes Tempo
Größen und Richtungen wählen können.
3 Das Erfassen des Buchstabens als Symbol
22SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Lesefreude: 3 Stellen Sie für Ihr Kind ein reich- 3 Entwickeln einer anhaltenden
Bilderbücher betrachten, Bücher haltiges Sortiment an Stiften, Lesemotivation
und Geschichten lesen und sich Pinseln und Papier zur Verfügung 3 Sinn eines Textes erfassen und
damit auseinandersetzen 3 Zeichnungen und „Schrift- sich mit dem Inhalt auseinander-
3 Erzählkompetenz: produkte“ aufzuheben oder auf- setzen
KINDERGARTEN
Über Erlebnisse berichten, seine zuhängen, zeigt Ihrem Kind deren 3 Training der Feinmotorik:
Meinung äußern, Geschichten Wertschätzung Buchstaben, Ziffern und Zeichen
erfinden 3 Machen Sie Ihr Kind auf Verkehrs- schreiben
3 Text- und Sinnverständnis: schilder und andere Symbole auf- 3 Das Schreiben als sinnvolle
Geschichten malen, nacherzählen, merksam Tätigkeit erfahren
nachspielen 3 Benennen Sie Buchstaben mit 3 Rechtschreiben: Einen begrenzten
3 Symbolverständnis ihren Lautwerten (z. B. MAX Wortschatz möglichst sicher
Spielerischer Umgang mit beginnt mit dem Buchstaben einüben
Symbolen und Buchstaben „M“ – nicht mit „EM“) 3 Sprachbetrachtung: Interesse am
3 Bewusstsein für den lautlichen 3 Ballspiele, Mikado, Froschhüpfen, bewussten Umgang mit Sprache
Aufbau der Sprache: Kreisel, Knete, Wäscheklammern, entwickeln, Einsicht in die Sprache
FAMILIE
Laute heraushören, Rhythmen Puzzlespiele
SCHULE
durch Entdecken, Vergleichen und
klatschen, Reime erkennen, Betrachten ...
Silben hüpfen
23BILDUNGSBEREICH BEWEGUNG UND GESUNDHEIT
Kinder bewegen sich gerne, sie verbessern dabei ihre Bewegungs- und Sinneserfahrungen beeinflussen die
Körperbeherrschung und stärken ihre Muskeln und Entwicklung. Je mehr sie in den Lernaufgaben berück-
Gelenke. Dies dient nicht nur ihrer Gesundheit, sichtigt werden, umso nachhaltiger wird das Wissen
sondern legt auch den Grundstein für das Lernen gespeichert. Beim Lernen sind immer Wahrnehmen,
im engeren Sinn. Empfinden, Denken und Handeln beteiligt.
Jeder Tag bietet neue Herausforderungen: Treppen Durch Bewegung lernen Kinder mit ihrem Körper
steigen, über Pfützen springen, laufen, toben, spielen umzugehen, mit Materialien zu hantieren und sie
lässt Kinder die Welt entdecken. entsprechend zu verwenden. Im Miteinander, Gegen-
einander und Füreinander bei Bewegungsspielen
sammeln Kinder auch wertvolle Sozialerfahrungen.
„BEWEGEN HEISST
FÜR DAS LEBEN
LERNEN!“
Im Laufe ihrer Entwicklung versuchen Kinder all diese
Bewegungsabläufe weiterzuentwickeln und zu ver-
feinern. Dabei werden sie immer geschickter und
gewandter.
Kinder brauchen Freiräume, um ihre Bewegungs-
kreativität spielerisch zu entdecken und auszuleben.
24SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Vielfältige Bewegungsmöglich- 3 Nutzen Sie Gelegenheiten für 3 Bewegungs- und Spielfreude
keiten begünstigen das Lernen Bewegung im Alltag, z. B. Treppen weiterentwickeln
mit allen Sinnen steigen, der Weg zum Bäcker oder 3 Individuelle Bewegungsinteressen
3 Bewegungsangebote bilden eine zum Kindergarten, … in den Turnstunden umsetzen
Hauptaktivität im Tagesablauf 3 Ermöglichen Sie Ihrem Kind täg- 3 Soziale Verhaltensweisen bei
KINDERGARTEN
sowohl im Innenraum wie auch im lich, sich im Freien aufzuhalten, Bewegungsspielen erproben
Freien, z. B. Laufspiele, Hüpf,- z. B. im Garten, auf dem Kinder- 3 Körperbewusstsein weiterent-
Geschicklichkeits- und Gleich- spielplatz, im Park, auf der wickeln
gewichtsspiele, schaukeln, rollen, „Gschtettn“, im Schwimmbad, 3 Fördern eines vielfältigen
rutschen, gleiten, … in Feld und Wald Bewegungskönnens im Alltag und
3 „Bewegungslandschaften“ im 3 Laufrad, Dreirad und Fahrrad sind im Sport
Raum und in der freien Natur ideale rollende Spielgeräte 3 Sich durch Bewegung ausdrücken
bieten den Kindern die Möglich- 3 Bewegung in Räumen, z. B. Hüpf- 3 Verbesserung der Koordination
keit, Bewegungsformen auszupro- bälle, Matratzen, Hängematten, 3 Anregung zu gesundheitsbe-
bieren, zu üben und weiterzuent- Trampolin, Sessel, Kletterseile, wusstem Verhalten
wickeln große Schachteln, Decken, usw.
FAMILIE
laden zur Bewegung ein
SCHULE
25BILDUNGSBEREICH ÄSTHETIK UND GESTALTUNG
Kreativität bedeutet gewohnte Denk- und Handlungs- Gewähren lassen
muster in Frage zu stellen und nach neuen Lösungen zu „Wo gehobelt wird, fallen Späne“ - und dies im wört-
suchen. Diese Fähigkeit ist auch später im Alltag, in der lichen Sinn. Kinder brauchen Zeit und manchmal
Schule und im Beruf sehr hilfreich, speziell beim Lösen „Unordnung“, damit etwas entstehen kann.
von Problemen.
Einfach da sein
WIE KANN KREATIVITÄT GEFÖRDERT Die große Kunst für Erwachsene ist es, für das Kind da
WERDEN? zu sein, ohne es in seinen kreativen Prozessen zu stören.
Geben Sie nur so viel Hilfestellung wie nötig und halten
Kreative Momente erkennen Sie sich mit eigenen Vorstellungen was „schön“ und „rich-
Jedes Kind ist kreativ - auf seine ganz besondere tig“ ist zurück. Nur so kann das Kind seinen Weg gehen.
Weise. Entdecken Sie die „kreative Seite“ Ihres Kindes.
Korrekturen vermeiden
Gelegenheit bieten Durch kritische Bewertungen verlieren Kinder ihr
Wenn Kindern Materialien und Anregungen geboten eigenes Gefühl für die Selbsteinschätzung ihres
werden, weckt dies ihre Neugier. Sie beginnen auszu- Könnens und so meist auch die Freude am weiteren
probieren, zu experimentieren und Neues zu kreieren. schöpferischen Tun.
Dafür reichen oft schon
einige Schachteln und Entstandenes wertschätzen
Klebstoff oder Dosen, Ein Bauwerk stehen zu lassen, einen schönen Platz für
„KINDER SIND DIE
die zum Beispiel zu eine Zeichnung zu finden und Werke der Kinder aufzu-
ARCHITEKTEN DER einem Musikinstrument bewahren vermittelt Kindern, dass sie etwas Wertvolles
ZUKUNFT“ umfunktioniert werden. geschaffen haben, auf das sie stolz sein können.
Kunst erleben
Die Auseinandersetzung mit Kunst, sowie Künstlerinnen
und Künstlern kann die Sinne der Kinder schärfen, ihre
Phantasie anregen und sie dazu inspirieren eigene
Werke zu schaffen.
26SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Bildnerisches und plastisches 3 Bereiche schaffen, in denen Ihr 3 Gestaltungsaufgaben selbst-
Gestalten (zeichnen, malen, Kind seiner Kreativität freien Lauf ständig und kreativ lösen
arbeiten mit Ton, Holz, Sand, lassen kann (Unterlage für das 3 Erfahrungen im Umgang mit
Karton, Stoffen, Wolle, Natur- Arbeiten am Tisch oder am Material und Werkzeug sammeln
materialien, …) Boden, „Werkbank“, Raum zum 3 Einfache Fertigkeiten (Handge-
KINDERGARTEN
3 Musikalisch-rhythmische Bewegen, „laut“ sein dürfen, sich schicklichkeit u.a.m.) erwerben
Angebote (Singen, Umgang mit schmutzig machen dürfen) 3 Kreativer Umgang mit der
Instrumenten, Klangexperimente) 3 Materialien zur Verfügung stellen Bewegung
3 Tanz, kreatives Bewegen (alte Schachteln, Rollen, Stoffe, 3 Singen, Musizieren, bewusstes
3 Rollenspiel, Theaterspiel (Rollen- Schnüre, Kataloge, Kleister, Hören, Bewegen zur Musik und
spielbereiche, Verkleiden, Schatten- Klebstoff, Klebeband, Farben, kreatives musikalisches Gestalten
spiel, Handpuppen, eigene Stifte, Pinsel, Knetmasse, 3 Kreativer Umgang mit Sprache
Geschichten spielen, …) Scheren, Materialien zum Bauen, (Laut- und Wortspielereien,
3 Kreativer Umgang mit Sprache Steine, Kastanien, …) Reimbasteleien, Namen, Begriffe,
(Geschichten, Reime erfinden) 3 Kreative Ideen, Lösungen und Geschichten erfinden)
3 Auseinandersetzung mit Kunst- Produkte wertschätzen, z. B.
FAMILIE
werken, Künstlerinnen und originelle Wortkreationen oder
SCHULE
Künstlern, Kulturgegenständen neue Purzelbaumvarianten, ...
der eigenen und anderer Kulturen 3 Theater, Musik- und Tanzvor-
stellungen besuchen
27BILDUNGSBEREICH NATUR UND TECHNIK
„Warum fliegt ein Flugzeug? Warum gibt es einen Die Auseinandersetzung mit den Funktionsweisen und
Regenbogen und warum frage ich eigentlich so viel?“, Prinzipien einfacher technischer Geräte unterstützt
will die fünfjährige Nina von ihrer Mutter wissen. Kinder dabei, technisches Interesse zu entwickeln und
sich in einer von Technik und Elektronik geprägten Welt
Kinder sind neugierig, sie sind gute Beobachterinnen besser zurecht zu finden.
und Beobachter und wollen verstehen, warum etwas so
ist. So gesehen sind sie die geborenen Forscher.
Durch Beobachten und Ausprobieren lernen Kinder
Gesetzmäßigkeiten der Umwelt und Technik kennen.
Sie erstellen Hypothesen, entdecken Zusammenhänge
und planen Neues. Stoßen Kinder dabei an ihre
Grenzen, richten sie ihre Fragen an uns Erwachsene
und fordern uns damit oft ziemlich heraus.
Dabei ist es wichtig, dass Kinder eine Antwort be-
kommen, noch wichtiger ist es jedoch, dass ihnen die
Möglichkeit geboten wird, selber Antworten zu ent-
decken. Die selbst gefundenen Antworten bleiben oft
lebenslang in Erinnerung – der Forschergeist für
„KINDER
weitere Fragestellungen ist geweckt.
ERFORSCHEN IHRE
Über das Erleben und die Auseinandersetzung mit UMWELT“
Umwelt- und Naturvorgängen gewinnt das Kind nicht
nur erste naturwissenschaftliche Einsichten, sondern
entwickelt auch ein ökologisches Verantwortungs-
gefühl. Das Kind erlebt, dass die Natur und die Umwelt
schützenswert sind und jeder einen Beitrag dazu
leisten kann, um sie zu erhalten.
28SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Genaues Beobachten und Wahr- 3 Verbringen Sie mit Ihrem Kind 3 Sich beim Entdecken, Erforschen,
nehmen (Tier- und Pflanzenwelt, Zeit in der Natur, jede Jahreszeit Experimentieren und Konstru-
Wetter, Sonne und Mond, Funktion und jede Witterung bietet andere ieren kreativ verhalten und
von Geräten, …) Entdeckungsmöglichkeiten Freude am Tun gewinnen
3 Erste Einsichten in biologische, 3 Seien Sie gemeinsam aufmerk- 3 Sachverhalte der Natur und
KINDERGARTEN
chemische und physikalische sam (Was hat sich verändert? Umwelt zunehmend verstehen,
Gesetzmäßigkeiten und Eigen- Was hören, riechen, sehen wir?) klären und deuten können
schaften durch Experimentieren 3 Unterstützen Sie Ihr Kind bei 3 Verantwortungsvolles Verhalten
mit Luft, Wasser, Licht und seinen Erkundungen, z. B. „Wie der Umwelt gegenüberweiter-
Schatten, Farben, Klängen, heißt die Blume?“ oder „Warum entwickeln
Magneten, … kommen die Regenwürmer bei 3 Umwelteindrücke und
3 Sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Regen an die Oberfläche?“ Erfahrungen verbalisieren
z. B. Fragen stellen, Fachbegriffe 3 Vorgänge in der Natur und 3 Durch die Auseinandersetzung
kennen, lernen Vorgänge be- Umwelt beobachten, selber ein mit Material und Werkzeug
schreiben, Erkenntnisse formu- Blumen- oder Gemüsebeet grundlegende Einsichten in den
lieren anlegen, Eis schmelzen, Wasser Bereichen Bauen, Wohnen,
FAMILIE
3 Verantwortungsvoller Umgang einfrieren, …
SCHULE
Technik und Produktgestaltung
mit der Natur und der Umwelt 3 Tipp: Behältnisse zum Sammeln gewinnen
3 Technische Geräte: Funktion, mitnehmen (Becherlupe, Tasche,
Nutzen und Gefahren im Umgang Filmdöschen)
damit kennen lernen
292 zurück - 3 nach vor. Kinder brauchen konkrete
Erfahrungen, um mathematische Aufgaben, wie Plus-
und Minusrechnungen, verstehen zu können.
KINDER LERNEN MATHEMATIK
Kinder begegnen in ihrem Alltag vielen mathema-
tischen Fragen und Situationen:
„Wie können wir gerecht teilen?“ – „Wer hat den höchsten
Turm gebaut?“ – „Noch 5 Mal schlafen, dann ist mein
Geburtstag.“ – „In einer Stunde werde ich abgeholt.“ Im Kindergarten greifen Pädagoginnen und Päda-
gogen mathematische Lernsituationen in Alltags- und
Kinder suchen in solchen Situationen nach Regel- Spielsituationen auf. Sie geben Kindern Informationen,
mäßigkeiten, Ordnungen und Beziehungen und ent- Anregungen und Hilfestellungen und gestalten gezielte
decken mathematische Gesetzmäßigkeiten. mathematische Bildungsangebote.
Mathematisches Denken hilft Kindern dabei, die Welt Im Familienalltag werden Sie ebenfalls Situationen
zu ordnen und sich darin zurechtzufinden: finden, die zum Messen, Wiegen, Vergleichen, Sortieren
Die Uhr zeigt an, wann eine Stunde vergangen ist. Es und Zählen einladen.
kann abgezählt werden, ob alle gleich viele Murmeln
bekommen haben. Nehmen Sie sich Zeit, bei solchen „mathematischen“
Erkundungen dabei zu sein, um für Fragen und even-
Kinder lernen Mathematik durch konkrete tuelle Hilfestellungen zur Verfügung zu stehen.
Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen, die ihnen Vielleicht beschäftigt sich Ihr Kind gerade mit den
in der Alltagswelt begegnen. Fragen, ob ein Tausendfüßer wirklich tausend Beine
Aus diesen konkreten Erfahrungen entwickeln sie die hat oder ob zwei 5 Euroscheine und ein 10 Euroschein
Fähigkeit mit Abstraktem, wie mit Zahlen und geometri- gleich viel wert sind.
schen Formen, umzugehen.
Zahlen und Mengen BEGREIFEN:
4 x ein Schneckenhaus entdeckt
4 x aufgehoben
4 x Schneckenhäuser in der Hand gehalten
30SPIEL- UND LERNER - SO UNTERSTÜTZEN SIE IHR LERN- UND
FAHRUNGEN IM KINDER - KIND IN DER FAMILIE ENTWICKLUNGSAUFGABEN
GARTEN IN DER SCHULE
3 Mengen: Wühl- und Schüttspiele, 3 Mithelfen in der Küche (Abwiegen, 3 Praktische Nutzbarkeit der
Wiegen und Messen beim Kochen, Eier abzählen), bei handwerk- Mathematik erfahren
im Kaufmannsladen lichen Arbeiten (mit Maßband, 3 Die Umwelt erfassen und be-
3 Raum und Form: „Bewegungs- Wasserwaage) greifen können
landschaften“, Konstruktions- 3 Roller und Rad fahren, klettern, 3 Zusammenhänge erkennen und
KINDERGARTEN
material, „Schatzkarte“ zeichnen schaukeln, … regelhafte Strukturen aufbauen
3 Zeit: Zeit messen mit Sanduhr, 3 Suchaufgaben: „Der Kleber ist 3 Kritisches Denken und Analy-
Wecker, Piktogramme für den in der zweiten Schublade von sieren von Problemen schulen
Tagesablauf unten“ … 3 Schöpferische Fähigkeiten durch
3 Muster und Reihenfolgen: 3 Bauen mit Bausteinen, Eisen- spielerisches, forschend ent-
Muster in der Natur entdecken, bahnschienen, … deckendes und konstruktives Tun
Ketten fädeln, Muster legen, … 3 Gemeinsam Zeit ablesen, auf den aufbauen
3 Sortieren, Klassifizieren: Kalender schauen, … 3 Sachverhalte der Umwelt mit Hilfe
Sortierkästen, Zuordnungsauf- 3 Spielsachen ordnen, Besteck ein- von Zahlen, Größen und Opera-
gaben, z. B. alle Haustiere kommen räumen, … tionen durchdringen
ins gleiche Gehege 3 Sammlungen anlegen 3 Entwickeln des logischen Denkens
FAMILIE
3 Zahlen und Ziffern: Zahlen 3 Würfelspiele, Zählen von Tellern,
SCHULE
und Problemlösungsverhaltens
„hüpfen“, Ziffern fühlen, Messen Spieldingen, Geburtstagskerzen, …
mit Zollstab und Maßbändern, … 3 Entdecken von Zahlen und Ziffern
z. B. Hausnummer, Geburtstags-
karte, Preisschilder, mit einem
Countdown starten
31FRAGEN ZUM KINDERGARTEN Der Kindergarten Ihres Kindes ist für Sie als Eltern die erste Informations- und Ansprechstelle. Die gruppenführenden PädagogInnen und die Kindergartenleitung nehmen sich gerne Ihrer Anliegen an. Für weitere Fragen und Anliegen wenden Sie sich bitte an die für Ihren Bezirk zuständige KindergarteninspektorIn: Bezirk Adresse Telefon AMSTETTEN 3300 Amstetten, Preinsbacherstraße 11 07472/9025 DW 10530 BADEN 2500 Baden, Schwartzstraße 50 02252/9025 DW 11610; 11609 BRUCK/LEITHA 2460 Bruck/Leitha, Fischamender Straße 10 02162/9025 DW 11207 GÄNSERNDORF 2230 Gänserndorf, Schönkirchner Straße 1 02282/9025 DW 10226 GMÜND 3910 Zwettl, Am Statzenberg 1 02822/9025 DW 11438 HOLLABRUNN 3580 Horn, Frauenhofner Straße 2 02982/9025 DW 11317 HORN 3580 Horn, Frauenhofner Straße 2 02982/9025 DW 11317 KORNEUBURG 2100 Korneuburg, Bankmannring 5 02262/9025 DW 11217 KREMS, KREMS-STADT 3500 Krems, Drinkweldergasse 15 02732/9025 DW 11381 LILIENFELD 3270 Scheibbs, Rathausplatz 5 07482/9025 DW 11246 MELK 3390 Melk, Abt Karl-Straße 23 02752/9025 DW 11405 MISTELBACH 2130 Mistelbach, Hauptplatz 4/5 02572/9025 DW 11245 MÖDLING 2340 Mödling, Bahnstraße 2 02236/9025 DW 11495; 10309 NEUNKIRCHEN 2620 Neunkirchen, Peischinger Straße 17 02635/9025 DW 10310 SCHEIBBS 3270 Scheibbs, Rathausplatz 5 07482/9025 DW 11246 ST. PÖLTEN 3109 St. Pölten, Am Bischofteich 1 02742/9025 DW 37840; 10309 ST. PÖLTEN-STADT 3270 Scheibbs, Rathausplatz 5 07482/9025 DW 11246 TULLN 3430 Tulln, Hauptplatz 33 02272/9025 DW 11299; 10309 WAIDHOFEN/YBBS 3300 Amstetten, Preinsbacherstraße 11 07472/9025 DW 10530 WAIDHOFEN/THAYA 3910 Zwettl, Am Statzenberg 1 02822/9025 DW 11438 WR. NEUSTADT, WR. NEUSTADT-STADT 2700 Wr. Neustadt, Ungargasse 33 02622/9025 DW 11307 ZWETTL 3910 Zwettl, Am Statzenberg 1 02822/9025 DW 11438 Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Schulen und Kindergärten, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, Tel.: 02742/9005-15505, E-Mail: post.k5@noel.gv.at, http://www.noe.gv.at/Kindergaerten 32
FRAGEN ZUR SCHULE
Bei Fragen und Anliegen in Bezug auf den Schuleintritt Ihres Kindes wenden Sie sich bitte an die Schuldirektion der
zuständigen Sprengelschule.
Für weitere Informationen und Anliegen stehen Ihnen nachfolgende Außenstellen der Bildungsdirektion
Niederösterreich zur Verfügung:
Bildungsregion 1: Ehemalige Schulbezirke Waidhofen/Thaya, Gmünd, Horn, Zwettl, Krems/Stadt, Krems/Land
Bildungsdirektion Niederösterreich, Außenstelle Zwettl
Klosterstraße 11, 3910 Zwettl, Tel.: 02742/280-9100, E-Mail: zwettl@bildung-noe.gv.at
Bildungsregion 2: Ehemalige Schulbezirke Hollabrunn, Korneuburg, Mistelbach, Gänserndorf,
zusätzlich die Schulen im Raum Gerasdorf
Bildungsdirektion Niederösterreich, Außenstelle Mistelbach
Bürogebäude West, Gewerbeschulgasse 2, 2130 Mistelbach, Tel.: 02742/280-9200, E-Mail: mistelbach@bildung-noe.gv.at
Bildungsregion 3: Ehemalige Schulbezirke Amstetten, Melk, Scheibbs, Waidhofen/Ybbs
Bildungsdirektion Niederösterreich, Außenstelle Waidhofen/Ybbs
Kapuzinergasse 6, 3340 Waidhofen/Ybbs, Tel.: 02742/280-9300, E-Mail: waidhofen@bildung-noe.gv.at
Bildungsregion 4: Ehemalige Schulbezirke Lilienfeld, St. Pölten/Stadt, St. Pölten/Land, Tulln, Wien-Umgebung
ohne die Schulen im Raum Gerasdorf und Schwechat)
Bildungsdirektion Niederösterreich, Außenstelle Tulln
Albrechtsgasse 26-28, 3430 Tulln, Tel.: 02742/280-9400, E-Mail: tulln@bildung-noe.gv.at
Bildungsregion 5: Ehemalige Schulbezirke Baden, Wr. Neustadt/Stadt, Wr. Neustadt/Land, Neunkirchen, Mödling, Bruck/Leitha,
zusätzlich die Schulen im Raum Schwechat
Bildungsdirektion Niederösterreich, Außenstelle Baden
Wiener Straße 89, Stiege 2, Top 9, 2500 Baden, Tel.: 02742/280-9500, E-Mail: baden@bildung-noe.gv.at
Bildungsdirektion Niederösterreich, Rennbahnstraße 29, 3109 St. Pölten, Tel: 02742/280-0, Fax: 02742/280-1111,
E-Mail: office@bildung-noe.gv.at, www.bildung-noe.gv.at
33LITERATUR Bildungsplan für Kindergärten in Niederösterreich www.noe.gv.at/Kindergarten Lehrplan der Volksschule BGBl. Nr. 134/1963 in der derzeit geltenden Fassung http://www.bmukk.gv.at/schulen, Rubrik: Unterricht und Schulen, Lehrpläne Bildungsstandards www.bifie.at/bildungsstandards NÖ Kindergartengesetz 2006 LGBl.5060 in der derzeit geltenden Fassung www.noe.gv.at/Bildung/Kindergaerten-Schulen/Kindergaerten Rubrik: Kindergartenrecht in NÖ Bundesgesetz über die Schulpflicht (Schulpflichtgesetz 1985), BGBl. Nr. 76/1985 in der derzeit geltenden Fassung Bründel, Heidrun (2005). Wie werden Kinder schulfähig. Was der Kindergarten leisten muss. Freiburg: Herder. Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung (2008). Acht Sachen die Erziehung stark machen. St. Pölten Fthenakis, Wassilios E., Schmitt, Annette, Eitel, Andreas, Gerlach, Franz & Daut, Marike (2009). Natur-Wissen schaffen. Band 2-6. Troisdorf: Bildungsverlag EINS. Griebel, Wilfried & Niesel, Renate (2004). Transitionen. Fähigkeit von Kindern in Tageseinrichtungen fördern, Veränderungen erfolgreich zu bewältigen. Weinheim: Beltz. Hartmann, Waltraut, Hajszan, Michaela, Pfohl-Chalaupek, Martina, Stoll, Martina & Hartel, Birgit (2009). Sprache, Kommunikation und Literacy im Kindergarten. Wien: hpt Verlag. Hoenisch, Nancy (2004). Mathe-Kings. Junge Kinder fassen Mathematik an. Berlin: Verlag das netz. Hüther, Gerald, Interview in, Kahl, Reinhard (2007). „Kinder!“ Dokumentarfilm. Archiv der Zukunft. Krenz, Armin (2005). Was Kinder brauchen. Aktive Entwicklungsbegleitung im Kindergarten. (5. Auflage). Weinheim: Beltz. Wustmann, Corina (2004). Resilienz. Widerstandsfähigkeit von Kindern in Tageseinrichtungen fördern. Weinheim: Beltz. Zimmer, Renate (2004). Handbuch der Bewegungserziehung (13. Auflage). Freiburg: Herder. 34
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