NAMASTE INDIEN Dein Handbuch für eine gesunde Indien-Reise - Swisstraveltribe
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Deine gesunde und sichere Reiseroute INHALTSVERZEICHNIS Bald geht es los 5 Indien – Alles was du wissen musst 6 Impfungen – Der beste Schutz vor Erkrankungen 8 Vorgeschriebene Impfungen 10 Empfohlene Impfungen 11 Typhus, Cholera, Hepatitis A 12 Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis 14 Basisimpfungen 17
Krankheiten, gegen die es keine Impfungen gibt 18 Durch Stechmücken übertragene Krankheiten Malaria 20 Denguefieber, Chikungunyafieber 21 Das Zika-Fieber 22 Andere stechende oder beissende Insekten 23 Schutz vor Stichen und Bissen von Insekten 24 Sicherheit geht vor! Safety first Essen und trinken 26 Reisedurchfall 28 Desinfektion von Wasser, Sexuell übertragbare Krankheiten 30 Informationen zur Sicherheitslage im Reiseland 31 Weitere Reiseinformationen Medikamente, Reiseapotheke, Zusatzversicherung für Reisen 32 Gesund verreisen – Tipps und Infos Sonnenschutz und Sonnenbrand, Jetlag 34 Reisekrankheit, Reise-Thrombose, Höhenkrankheit 35 Links und Quellen 37
Bald geht es los. Das Ziel ist gewählt, und jetzt planst du deine
Reise. Gut, dass du auch an deine Gesundheit denkst. Schliesslich
willst du neue Dinge erleben – keine neuen Krankheiten. Du willst
jeden Tag deines Urlaubes geniessen und nicht im Bett oder – noch
schlimmer – in einer Klinik verbringen.
In dieser Broschüre findest du alle wichtigen Informationen, die dir
helfen, gut geschützt deinen Urlaub zu geniessen und gesund wieder
nach Hause zu kommen.
Was sind die Grundregeln für Reisen nach Indien und in andere
exotische Länder? Welche Impfungen werden empfohlen? Welche
sind vorgeschrieben?
Und: Welche Krankheiten gibt es an deinem Zielort, die du vielleicht
gar nicht bedenkst?
Wusstest du zum Beispiel, dass mehrere Millionen Menschen pro Jahr
an Typhus und Cholera erkranken?1
In dieser Broschüre findest du eine Übersicht der wichtigsten
Gesundheits- und Hygieneregeln für eine Fernreise. So hast du nicht
nur einen Impfpass, sondern eine Rundum-Übersicht, damit deine
Reise ein voller Erfolg wird.
Pura Vida!
5INDIEN
Wichtige
Kontaktadressen:
Internationale Helpline der EDA
24 Stunden erreichbar
Telefon +41 800 24-7-365 oder
+41 58 465 33 33
Telefax +41 58 462 78 66
Email helpline@eda.admin.ch
Botschaften und Konsulate
Konsularbezirk: Uttar Pradesh, Punjab, Orissa, Bihar, Arunachal Pradesh,
Westbengalen, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Assam, Tripura, Jammu und
Kashmir, Haryana, Delhi, Uttaranchal, Rajasthan, Himachal Pradesh, Jharkhand,
Meghalaya und das Königreich Bhutan
Telefonnummer: +91 11 4995 9500
Konsularbezirk: Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala, Tamil Nadu, Puducherry,
Andamanen und Nicobanen
Telefonnummer: +91 80 4941 2000
Konsularbezirk: Chhattisgarh, Goa, Gujarat, Madhya Pradesh, Telangana,
Maharashtra, Daman & Diu, Dadra & Nagar Haveli
Telefonnummer: +91 22 2285 8161
Konsulat Chennai
Telefonnummer +91 44 4207 4838
Konsulat Kolkata
Telefonnummer +91 33 4019 0800
6Eine Komplettübersicht aller
Kontaktdaten findest du unter:
SwissTravelTribe.ch/Reiselinks-India
Die medizinische Versorgung in Bitte beachte, dass es für
Indien ist je nach Region sehr Rettung und Bergung in Indien
unterschiedlich. Je weiter du von keine kommerzielle Infrastruktur
den grossen Metropolen entfernt gibt. Besonders in den
bist, desto einfacher sind Kliniken Gebirgsregionen sind Bergungen
oder Arztpraxen ausgestattet. Das nur durch das Militär möglich.
bedeutet häufig auch einen deutlich Das bedeutet eine Vorlaufzeit von
geringeren Hygienestandard und teilweise mehreren Tagen und
in der Folge ein hohes Risiko für bedingt die Kostenübernahme
eine Infektion. Wenn du ärztliche durch den Auftraggeber.
Hilfe brauchst, versuche unbedingt
in eine internationale Klinik in
einer grossen Stadt zu kommen.
Du findest dort nicht nur bessere
hygienische Bedingungen vor, auch
die Wahrscheinlichkeit ist höher,
dass das Personal Englisch oder
sogar Deutsch spricht. Eine klare
Verständigung ist die Basis für eine
saubere Diagnose und eine gute
Behandlung.
Eine Liste von Ärzten und Kliniken
findest du auf:
SwissTravelTribe.ch/Impforte
7Der beste Schutz vor Erkrankungen:
IMPFUNGEN
Inzwischen gibt es Impfstoffe für viele Erreger. Das macht das Reisen
sicherer. Allerdings solltest du dich nicht nur auf die Impfungen
verlassen. Wer sich Gefahren erst gar nicht aussetzt, reist am sichersten.
Eine Übersicht, welche Impfungen
für bestimmte Reiseziele empfohlen
oder sogar obligatorisch sind, findest
du unter www.safetravel.ch
Lasse dich ausserdem von deinem Die genauen Hinweise,
Hausarzt oder einem Spezialisten für welche Impfungen aus
Reisemedizin beraten. Plane je nach den Basisimpfungen
Reiseziel vier bis sechs Wochen vor zusätzlich zu den
Abreise die notwendigen Impfungen vorgeschriebenen und
ein. Viele Impfstoffe entfalten erst empfohlenen Impfungen
bei einer zweiten oder dritten Gabe sinnvoll sind, findest du
ihren vollen Schutz. auf Seite 18.
Eine Liste der Ärzte findest du unter
SwissTravelTribe.ch/Reiselinks-India
8Lasse dich von deinem Hausarzt oder von einem
Reisemediziner beraten, sobald du deine Reiseroute
kennst. Plane mindestens vier bis sechs Wochen
vor deiner Abreise für die Impfungen und für den
eventuellen Malariaschutz ein. Vielleicht brauchst
du auch eine Auffrischung deiner Basisimpfungen,
weil z. B. deine Tetanus- oder Diphterieimpfung
schon zu lange zurückliegt.
Zeitplan für Impfungen
Plane vor deiner Abreise Zeit für Impfungen ein, denn
manche Impfungen müssen in mehreren Dosen verabreicht
werden.
manche Impfungen sind erst nach ein paar Tagen wirksam:
So schützt die Impfung gegen Hepatitis A, Typhus oder
gegen Meningokokken z. B. erst nach etwa 10 Tagen.
manche Impfungen müssen spätestens 10 Tage vor Abreise
abgeschlossen sein, so wie die Impfung gegen Gelbfieber.
manche Impfungen müssen mit einem zeitlichen Abstand
voneinander geimpft werden.
Auch wenn du kurzfristig verreist – lasse
dich ärztlich beraten, denn es gibt auch
beschleunigte Impfschemata.
9Vorgeschriebene Impfungen
Indien verlangt bei der Einreise aus der Schweiz keinen Nachweis
einer Gelbfieber-Impfung. Bei einem Zwischenaufenthalt innerhalb der
letzten 6 Tage vor Einreise in einem Endemiegebiet wird bei Einreise
eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt. Ausgenommen sind
Kinder unter 9 Monaten. Eine Übersicht der Endemiegebiete findest du
unter safetravel.ch oder unter SwissTravelTribe.ch/Reiselinks-India
Die Gelbfieberimpfung muss von einem Spezialarzt mit einer
Bewilligung vom Bundesamt für Gesundheit erfolgen. Nur dann
ist sie gemäss der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV)
gültig. Vorgeschriebene Impfungen müssen in den internationalen
Impfausweis eingetragen werden. Erkundige dich nach Ärzten mit
Bewilligung für Gelbfieberimpfung und Impfstellen für Reisende. Eine
Übersicht findst du unter SwissTravelTribe.ch/Impforte
10Empfohlene Impfungen
Die empfohlenen Impfungen sind freiwillig und werden an die
individuellen Gesundheitsrisiken des Reisenden angepasst. Lasse
dich von deinem Hausarzt oder einem Spezialisten für Reisemedizin
beraten. Plane mindestens vier bis sechs Wochen Vorlauf ein.
11Wie kannst du dich schützen?
Typhus2
Impfung (spätestens 14 Tage
vor Reiseantritt und Start
Erregertyp Bakterium (Salmonella der Malariaprophylaxe)
enterica Serotyp Typhi)
Sorgfältige Auswahl von Speisen
Infektion verseuchte Lebensmittel und Getränken
oder verschmutztes
Trinkwasser Kein Leitungswasser
Verbreitung weltweit Kein rohes Obst & Gemüse
Schwerpunkt in Ländern
mit niedrigen hygienischen Keine Lebensmittel von
Standards Strassenverkäufern: “Kochen,
sieden, schälen – oder vergessen!”
Symptome anhaltend hohes Fieber
Bauchschmerzen impfung auch
Kopfschmerzen oral möglich
Appetitlosigkeit
Schwächegefühl Wichtig: Typhus kann unbehandelt
eventuell Hautausschlag eine lebensbedrohliche Krankheit sein.
Cholera3
Erregertyp Bakterium vibrio cholerae Wie kannst du dich schützen?
Infektion verseuchte Lebensmittel Impfung (spätestens 14 Tage
oder verschmutztes vor Reiseantritt und Start
Trinkwasser der Malariaprophylaxe)
Verbreitung Afrika Sorgfältige Auswahl von Speisen
Asien und Getränken
Lateinamerika
Kein Leitungswasser
Symptome Durchfall
Erbrechen Keine Lebensmittel von
Wadenkrämpfe Strassenverkäufern
schneller Flüssigkeitsver-
lust führt zu lebens-
gefährlicher Dehydrierung Wichtig: Cholera kann unbehandelt
und Schock eine lebensbedrohliche Krankheit sein.
12Dein Arzt berät dich gerne vor der Reiseplanung
über die Impfungen und Massnahmen in deinen
gewählten Risikogebieten.
Indien
46,000
Thailand
211,000
Die Seuchenschutzbehörde CDC Indonesien
47,000
empfiehlt, sich vor dem Bereisen
von 183 Ländern oder Reisezielen
gegen Typhus impfen zu lassen.b In allen Ländern, in denen Cholera
als Epidemie gilt, besteht auch ein
Typhus-Risikoa,b
Cholera liegt in ca. 69 Ländern
hauptsächlich in Afrika, Asien CHOLERA & TYPHUSa,b
und der Karibik vor.a
NUR TYPHUSb
Anzahl Reisen der Schweizer
Nahezu 1,5 Millionen Schweizer
Mitbürger, welche zum Teil
Mitbürger besuchen tropische
die beliebtesten Risikozonen
oder subtropische Reiseziele mit
besucht haben (2014)c
einem mässigen bis erheblichen
Gefahrenpotenzial bezüglich In-
fektionskrankheiten.d
Literatur: a. Ali M, Nelson AR, Lopez AL, Sack DA. Updated global burden of cholera in endemic countries. PLoS
Negl Trop Dis. 2015;9(6):e0003832. b. Travelers' health: destinations. Centers for Disease Control and
Prevention website. http://wwwnc.cdc.gov/travel/destinations/list. Accessed February 3, 2017. c. World Tourism
Organization. Data on outbound tourism (calculated on basis of arrivals in destination countries) dataset
[Electronic]. Madrid, Spain: 2016. d. Bühler S, Rüegg R, Steffen R, Hatz C, Jaeger VK. A profile of travelers—An
analysis from a large Swiss travel clinic. J Travel Med. 2014;21(5):324-331.
13Hepatitis A4
Erregertyp Hepatitis A Virus Wie kannst du dich schützen?
Infektion Schmierinfektion oder durch Impfung
verunreinigte Lebensmittel
und Trinkwasser Sorgfältige Auswahl von Speisen
und Getränken
Verbreitung Ländern mit ungünstigen
hygienischen Standards Kein Leitungswasser
Asien
Afrika Kein rohes Obst & Gemüse
Mittel- und Südamerika
Keine Lebensmittel von
Osteuropa
Strassenverkäufern
Symptome Plötzlich auftretendes Fieber
Müdigkeit
Appetitlosigkeit
Übelkeit Verlauf: Hepatitis-A, eine
Erbrechen Leberentzündung, ist oft harmlos,
Bauchschmerzen kann sich aber über Wochen und
Gelbfärbung der Haut und Monate hinziehen. Sie heilt von
Augen (Gelbsucht) alleine, eine spezifische Behandlung
gibt es nicht
Hepatitis B5
Erregertyp Hepatitis B Wie kannst du dich schützen?
Infektion Blut, Geschlechtsverkehr, Impfung
Gebrauch von infektiösen
Nadeln Lasse dich im Urlaubsland nicht
tätowieren oder piercen
Verbreitung Weltweit
Schwerpunkte in Für den Fall, dass ein Arztbesuch
Asien nötig sein sollte, bringe eigene
Mittleren Osten Spritzen mit
Afrika
Verwende bei Sexualkontakten
Teile Amerikas
konsequent Kondome
Symptome Meist ohne Symptome
Bei akutem Verlauf:
Gliederschmerzen
Schmerzen im Oberbauch Verlauf: Hepatitis B kann zu
Übelkeit ernsthaften Gesundheitsproblemen
Erbrechen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose
Durchfall führen.
14Wie kannst du dich schützen?
Tollwut6
Impfung
Erregertyp Virus (Rabiesvirus) Meide den direkten Kontakt mit
wilden Tieren
Infektion Biss- oder Kratzwunde
durch infiziertes Tier 90 Prozent der Infektionen werden
Kontakt mit Speichel durch Hundebisse verursacht.
Verbreitung Fast weltweit Streichele keine Hunde. Achte
speziell auf deine Kinder.
Symptome Schmerzen und Empfin-
dungsstörungen an der Verlauf: Tollwut wirkt auf das
Biss- oder Kratzwunde zentrale Nervensystem und ist
Kopfschmerzen immer tödlich, wenn die Krankheit
Fieber ausgebrochen ist. Deshalb ist es
Halluzinationen wichtig vorzubeugen. Wenn ein
Aufregungszustände Tier, das möglicherweise an Tollwut
Aerophobie erkrankt ist, dich gebissen, gekratzt
oder abgeleckt hat, lasse sofort eine
aktive oder passive Immunisierung
durch den Arzt vornehmen. Die
Immunisierung muss spätestens
24 Stunden nach der Infektion
vorgenommen werden, je früher
desto besser.
15
15Japanische
Enzephalitis7
Wie kannst du dich schützen?
Erregertyp Virus (japanisches
Enzephalitis Virus JEV) Impfung
Infektion Mückenstich
Mückenschutz. Trage helle,
Das Infektionsrisiko weite Kleidung, die mit
ist gering und variiert mückenabwehrenden Stoffen
je nach Jahreszeit und behandelt ist. Schlafe - auch
Land, nach Aktivitäten tagsüber - unter einem
und Dauer der Reise Moskitonetz. Trage auf
Verbreitung Süd- und Südost-Asien unbedeckte Hautstellen immer
Indischer Subkontinent Repellentien auf.
insbesondere Indien
Verlauf: Die Erkrankung verläuft
Symptome Fieber meistens mild und dauert
Erbrechen normalerweise zwischen 5 und 15
Kopfschmerzen Tagen. In schweren Fällen kann es zu
Muskelschmerzen einer Hirnhautentzündung kommen,
die tödlich enden kann.
16Basisimpfungen
In der Schweiz gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen, aber
viele Impfempfehlungen, die auf einen optimalen Impfschutz der
Bevölkerung abzielen – die Basisimpfungen. Diese Impfungen sind
im „Schweizerischen Impfplan“8 enthalten. Hier ist eine Liste der
Erkrankungen, gegen die du dich impfen lassen kannst. Diese ist als
Ergänzung zu den Empfehlungen dieser Broschüre zu verstehen. Die
Impfungen, die für eine Reise nach Indien empfohlen9, werden sind
mit einem I gekennzeichnet:
Diphtherie (I)
Tetanus (I)
Pertussis
Haemophilus
influenzae Typ B
Poliomyelitis (I)
Masern (I)
Mumps (I)
Röteln (I)
Varizellen (VZV)
Gürtelrose
Humane Papillomaviren (HPV)
Pneumokokken
Influenza
Rotaviren
17Krankheiten, gegen die
es keine Impfungen gibt
Es gibt in vielen Ländern Krankheiten, gegen die es keine Impfung gibt. Indien ist ein
sehr grosses Land, das von sehr einfachen bäuerlichen Lebensweisen bishin zu den
Bedürfnissen einer ultrareichen Oberschicht alles bietet. In dem Land leben über
1,3 Milliarden Menschen. Das sind fast 17 Prozent der gesamten Weltbevölkerung.
Viele Menschen in Indien leben in sehr einfachen Verhältnissen. Das bedingt häufig
auch sehr niedrige Hygienestandards, was das Risiko für Erkrankungen erhöht.
Sicher möchtest du auf deiner Reise nicht krank werden. Neben einer guten
Reisevorbereitung durch einen Reisemediziner hilft dabei im Urlaubsland vor allem
der gesunde Menschenverstand.
Keime benötigen eine Möglichkeit, in den Körper zu gelangen. Die einfachsten Wege
sind der Mund, die Nase und Verletzungen der Haut.
So simpel es klingt: Wenn du darauf achtest, was du in den Mund nimmst, also isst
und trinkst, hast du schon den ersten wichtigen Schritt gemacht.
Wichtig hier auch: Der Mensch streift sich mehrmals pro Minute mit der Hand an die
Nase und damit in die Nähe des Mundes.
18Achte also darauf, wo deine Hände sind und was sie berühren, besonders bevor du
sie zum Gesicht führst. Führe am besten eine kleine Flasche mit Desinfektionsgel
(gibt es in der Drogerie) mit dir und reinige damit regelmässig deine Hände.
Wenn du kleine Verletzungen an der Haut hast, decke sie mit einem Pflaster ab.
Wechsle das Pflaster regelmässig und säubere die Wunde darunter täglich.
Die indische Küche ist reich an Gewürzen und Zutaten, die ein europäischer Magen
meist nicht gewöhnt ist. Beinahe jeder, der nach Indien reist, bekommt im Laufe
seines Aufenthaltes Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall.
Das ist nicht angenehm, aber okay. Achte darauf, viel Wasser, Softdrinks oder leicht
gezuckerten Tee in kleinen Schlucken zu trinken. Alle Getränke sollten nicht eiskalt
sein, sondern eher Zimmertemperatur haben. Sonst werden Magen und Darm
zusätzlich gereizt.
Sollten die Beschwerden länger als zwei Tage anhalten, Blut im Stuhl auftreten
oder Fieber hinzukommen, solltest du unbedingt zu einem Arzt gehen. Je nachdem,
wo du dich aufhältst, musst du für die Reise zum Arzt genügend Zeit einplanen.
Reisen in Indien ist eine langwierige Angelegenheit. Denke daher auch an genügend
Getränke und Proviant.
Versuche mit einer vertrauenswürdigen Person zu reisen. Am besten jemand
aus deiner Reisegruppe. Wenn du allein reist, in einer entlegenen Gegend bist
und keinen Ansprechpartner findest, sind oftmals Kirchen oder Klöster gute
Anlaufstellen. Meist sind die Mönche, Nonnen oder Priester sehr hilfsbereit.
Mehr Tipps zum sicheren Reisen findest du im Kapitel „Safety first!“ ab SEITE 25.
Safetravel.ch -> Med. Ratgeber -> Krankheiten und Behandlungen -> Durchfallerkrankungen
1
19Durch Stechmücken
übertragene
Krankheiten
Durch Stechmücken können ernste, sogar
tödliche Krankheiten übertragen werden.
Viele dieser Krankheiten können nicht durch Impfungen
verhindert werden. Durch Vorsorge kannst du dich aber
effektiv vor Mückenstichen schützen.
Wie kannst du dich schützen?
Malaria10 Es gibt keine Impfung gegen Malaria.
Malaria ist eine potenziell tödliche, Wenn du in Malariagebiete reist, kannst du
durch Mücken der Gattung Anopheles präventiv Medikamente einnehmen oder
übertragene Tropenkrankheit. Die Medikamente für die Selbstbehandlung
Symptome treten in der Regel nach im Notfall mitnehmen. Je nach
7 bis 30 Tagen, manchmal erst nach Reisegebiet werden unterschiedliche,
bis zu einem Jahr auf. Hohes Fieber, verschreibungspflichtige Medikamente
Schüttelfrost und grippeähnliche empfohlen. Lasse dich von einem
Erkrankungen sind typische Symptome. Reisemediziner dazu beraten. Schütze
Ohne Behandlung kann Malaria tödlich dich vor Mückenstichen, indem du unter
enden. einem imprägnierten Moskitonetz schläfst.
Trage langärmlige, eher helle Kleidung und
Wenn du während oder nach einer Reise Socken und verwende Mückenspray.
in einem Malariagebiet Fieber bekommst,
könnte eventuell Malaria die Ursache
sein. Konsultiere sofort einen Arzt, da es
sich dann um einen Notfall handelt. Wird
die Diagnose frühzeitig gestellt und die
Krankheit mit Medikamenten behandelt,
kann das Dein Leben retten. Die Malaria
ist weltweit eine der bedeutendsten
Infektionskrankheiten. Sie ist
verbreitet in Afrika, Asien, Zentral- und
Südamerika sowie auf Inseln im Pazifik.
20Denguefieber11
Dengue-Fieber ist die häufigste,
durch Stechmücken übertragene,
virale Krankheit. Es wird durch
Aedes-Stechmücken sowie durch die
Tigermücke übertragen. Verbreitet
ist das Virus in tropischen und
subtropischen Regionen Zentral- und
Südamerikas, Südasiens sowie Afrikas.
Hohes Fieber, Kopfschmerzen, Muskel-
Wie kannst du dich schützen?
und Gelenkschmerzen sowie eine
rötliche Färbung der Haut sind typische Für Reisende stehen kein Impfstoff
Symptome der Krankheit. Meistens heilt oder eine medizinische Prophylaxe
die Krankheit von selbst. Selten kommt gegen diese Erkrankung zur
es zu Blutungen. Jedoch gibt es auch Verfügung. Es ist wichtig, sich bei einer
ernsthaftere Krankheitsverläufe wie das Reise in die betroffenen Regionen
Hämorrhagisches Denguefieber. sorgfältig vor Mücken zu schützen.
Chikungunyafieber12
Das Chikungunyafieber ist eine durch
das Chikungunya-Virus ausgelöste
Krankheit, die Fieber, Gliederschmerzen
und Hautausschläge verursacht und
mit langanhaltender Müdigkeit und
Gelenkschmerzen einhergehen kann.
Die Stechmücke der Gattung Aedes, die
das Chikungunyafieber überträgt, lebt
oft in städtischen Gebieten und sticht
vorwiegend tagsüber. Man kann sowohl
drinnen als auch draussen von ihr
Wie kannst du dich schützen?
gestochen werden. Gegen das Chikungunyafieber kann man
nicht medizinisch vorsorgen. Deshalb
Im östlichen und südlichen Afrika, auf ist ein guter Mückenschutz besonders
dem indischen Subkontinent sowie wichtig. Trage körperbedeckende
in Südostasien, im Indischen Ozean, Kleidung (lange Ärmel, lange
in der Karibik, im karibikküsten- Hosen) und halte dich an Orten mit
nahen Mittelamerika und im Norden Fliegengittern an Türen und Fenstern
Südamerikas ist die Krankheit verbreitet. oder mit Klimaanlagen auf.
21Das Zika-Fieber13
Das Zika-Fieber wird durch Viren verursacht, die hauptsächlich durch
Stechmücken (Aedes) übertragen werden. Die Krankheit verläuft in
der Regel mild und dauert einige Tage bis zu einer Woche. Symptome
sind Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen sowie eine Entzündung
der Augenbindehaut. Die Krankheit kommt in Afrika, Südostasien und
Amerika vor. Da die Stechmücke, die Zika überträgt, auf der ganzen
Welt vorkommt, ist es wahrscheinlich, dass sich das Zika-Fieber in
vielen Ländern ausbreitet. Die Infektion mit normalerweise mildem
Verlauf kann gelegentlich schwere neurologische Komplikationen
verursachen. Eine Infektion der Mutter mit dem Zika-Virus während
der Schwangerschaft kann zu Mikrozephalie bei Neugeborenen und zu
Geburtsschäden führen.
Wie kannst du dich schützen?
Es gibt keine Impfung oder Medizin gegen
Zika. Schütze dich vor Mückenstichen!
22Andere stechende
oder beissende Insekten
Stechmücken sind nicht die einzigen Insekten, die Krankheiten
übertragen können. Informiere dich vor Antritt deiner Reise,
welche Insekten auf deiner Reiseroute vorkommen könnten.
Zecken Sandmücke Kriebelmücke Flöhe Laufmilben
Nimm Dein eigenes insektenabweisendes
Mittel mit auf die Reise. Produkte aus anderen
Ländern könnten Pestizide enthalten.
Je nach Wirkstoff und Wirksamkeit können
synthetische Repellentien Insekten
erfolgreich abwehren.
1. DEET
Mit Textiliensprays kann man sich 2. Icaridin
zusätzlich schützen, indem man die 3. PMD/Citriodiol
Kleidung, das Moskitonetz sowie z. B. die
Campingausrüstung damit einsprüht. 4. IR3535
23Schutz vor Stichen
und Bissen von Insekten
Es gibt Impfstoffe und Arzneimittel gegen bestimmte, durch
Mücken übertragene Krankheiten (z. B. Gelbfieber, Japanische
Enzephalitis, Malaria). Bei vielen Krankheiten, die durch
Insekten übertragen werden, kann man sich nicht vor Beginn
der Reise schützen.
Reise nicht in Gebiete, in denen aktuell
eine der Erkrankungen ausgebrochen ist.
Hilfreiche Webseiten sind z. B.:
www.safetravel.ch
www.ecdc.europa.eu/en/
www.who.int/emergencies/diseases/en/
Wie kannst du dich schützen?
Der beste Schutz vor der Ansteckung ist der Schutz vor Mückenstichen.
Trage helle, weite Kleidung, die mit mückenabwehrenden Stoffen
behandelt ist. Schlafe - auch tagsüber - unter einem Moskitonetz. Trage
auf unbedeckte Haustellen immer Repellentien auf.
Die Mücke, die Malaria überträgt, ist normalerweise in der Dämmerung
oder abends aktiv. Halte dich in der Dämmerung und nachts in Räumen
auf, in denen du vor Mücken geschützt bist (z. B. in klimatisierten
Räumen, denn Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
Trage beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts
weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
Verwende insektenabwehrende Mittel an unbedeckten Hautstellen,
Wirkungsdauer ca. 2-4 Stunden.
Im Wohnbereich kannst du folgende insektenabtötende Mittel
verwenden: Aerosole, Verdampfer, Kerzen, Räucherspiralen
Schlafe unter einem imprägnierten Moskitonetz (vor allem in
Hochrisikogebieten)
24SICHERHEIT SAFETY
FIRST
GEHT VORBOIL IT
Essen und Trinken
COOK IT
“Kochen, sieden, schälen – oder vergessen!”
Das ist die Grundregel für Nahrungsmittel
PEEL IT
und Getränke auf Fernreisen.
Achte darauf, nur abgekochtes, gefiltertes oder
OR
chemisch behandeltes Wasser zu verwenden
FORGET IT
(auch zum Zähneputzen). Bei Wasser aus
Flaschen darf das Siegel nicht gebrochen sein.
du merkst das am leichten Widerstand und dem
leisen Knacken beim ersten Öffnen.
Iss nur durchgekochte Speisen, schäle Obst am besten selbst und sei
besonders vorsichtig bei Eiswürfeln und Speiseeis. Das gilt auch, wenn du
Obst oder Gemüse auf Märkten, an Ständen oder in Supermärkten kaufst.
Häufig werden die Früchte mit Leitungswasser besprüht, um sie frisch
zu halten und ansprechend zu präsentieren. Wasche Obst und Gemüse
gründlich.
Im Restaurant sollten, wenn möglich, heisse Getränke bestellt werden. Wenn
du im Restaurant kalte Getränke bestellst, achte darauf, dass sie in Flaschen
serviert werden, die am Tisch geöffnet werden.
26Hier findest du einige Tipps, was du ohne Bedenken essen
und trinken kannst und was du lieber meiden solltest.
EMPFOHLEN RISKANT
Essen Essen
• Gekochtes und heiss • Essen, das bei Raumtemperatur
serviertes Essen serviert wird
• Essen aus verschlossenen Packungen • Street food
• Hartgekochte Eier • Rohe oder weichgekochte Eier
• Obst und Gemüse, das du in • Fleisch oder Fisch, roh oder
sauberem Wasser gewaschen und halbgegart
selbst geschält hast
• Ungewaschenes oder ungeschältes
• Pasteurisierte Milchprodukte Obst und Gemüse
• Würzmittel (z. B. Salsa)
Trinken Trinken
• Wasser, Soda oder Sportgetränke, • Leitungswasser
die in Flaschen abgefüllt werden,
• Brunnenwasser
und verschlossen sind
(kohlensäurehaltig ist sicherer) • Eis, das aus Leitungs- oder
Brunnenwasser hergestellt wurde
• Wasser, das desinfiziert wurde
(gekocht, gefiltert, behandelt) • Getränke, die mit Leitungswasser
oder Brunnenwasser gemischt werden
• Eis, das aus verschlossenen
Wasserflaschen oder aus • Nicht pasteurisierte Milch
desinfiziertem Wasser hergestellt
wurde
• Heisser Kaffee oder Tee
• Pasteurisierte Milch
• Flaschenbier, da es fermentiert ist
27Reisedurchfall
Durchfall ist eine der häufigsten Reisekrankheiten. 30 bis 70
Prozent der Reisenden erkrankt daran, je nach Reiseziel und Saison.
Was ist Reisedurchfall?
Reisedurchfall wird durch Bakterien, Viren oder Parasiten
verursacht und kann ein paar Tage bis Wochen oder
Monate andauern. Bakterien sind die häufigste Ursache von
Reisedurchfall. Der Durchfall beginnt in der Regel plötzlich, mit
milden Krämpfen oder dringender weicher Stuhlentleerung.
Zeichen einer ernsthaften Infektion sind meistens starke
Bauchschmerzen, Fieber, Erbrechen und Blut im Stuhl.
BEHANDLUNG
URSACHEN
Trinke jeden Tag 8 bis 10 Gläser
Oft sind unzureichende klare Flüssigkeit (Wasser oder orale
hygienische Verhältnisse Rehydratationsmittel, in Apotheken
die Ursache für erhältlich als Pulver od. Tabletten).
Reisedurchfall. Meistens
erkrankt man durch Trinke nach jedem dünnflüssigen Stuhlgang
verunreinigtes Trinkwasser einen Becher Flüssigkeit
oder Nahrungsmittel.
Iss alle paar Stunden eine kleinere
Vermeide ungeschältes
Mahlzeit anstatt grosser Mahlzeiten
Obst, Eiswürfel,
Leitungswasser sowie Iss Knabbersnacks, Suppe und
Speiseeis, rohe Salate und Sportdrinks
Gemüse. Auch kalte oder
scharfe Speisen können Iss Nahrungsmittel, die viel Kalium
zu Irritationen des Darms enthalten, wie Bananen oder
und damit zu Durchfällen (geschälte) Kartoffeln, und trinke
führen. Obstsaft
28Nimm freiverkäufliche Arzneimittel
wie Loperamid mit auf die Reise, Sie
können dir helfen, nicht so oft und
so dringend die Toilette aufsuchen zu
müssen. Sprich mit deinem Hausarzt
oder mit deinem Reisemediziner
darüber, ob du Antibiotika zur
Behandlung von Reisedurchfall
mitnehmen solltest.
Land Risiko
Afrika (beinahe alle Regionen) hoch
Asien (beinahe alle Regionen)
Lateinamerika (beinahe alle
Risiken je nach Reiseziel
Regionen)
Einige Inseln im Karibischen
Meer (z. B. Dominikanische
Republik, Haiti)
Einige entlegene Regionen in
Osteuropa
Auch die Reisesaison, die
Südafrika mittel
Reiseart sowie die Art der
Einige Regionen in Südeuropa
Verpflegung während der
Israel
Reise, spielen eine Rolle.
Japan
Besonders hoch ist das
Argentinien
Risiko einer Erkrankung bei
Chile
einer „Abenteuerreise“ in
Die meisten Inseln im
den Sommermonaten und
Karibischen Meer
während der Regenzeit.
Nordamerika niedrig
(Quelle: Steffen et al.; Travellers’ diarrhoea
Europa
in the new millenium, Consensus among
Australien
experts from German-speaking countries,
Neuseeland J. Travel Med. 2005, 10: 38–45.
29Desinfektion von Wasser
Wenn du nicht sicher bist, ob das Wasser
in deinem Reiseland sauber ist, solltest du
es desinfizieren, bevor du es trinkst oder
verwendest. Noch besser: Verwende nur
Wasser aus ungeöffneten Flaschen.
Abkochen Keimfreies Wasser erhältst du durch Abkochen. Lasse das Wasser
mindestens eine Minute lang leicht sprudelnd kochen und kühle es
dann auf Raumtemperatur ab.
Chemische Wenn es nicht möglich ist, Wasser abzukochen, ist die Desinfektion
Desinfektion eine gute Alternative. Für Reisende sind Desinfektionsprodukte
mit Chlor oder Jod erhältlich. Beachte die Gebrauchsanweisungen:
Manchmal dauert es mehrere Stunden, bis alle Keime abgetötet
sind.
Filtration Zur Aufbereitung von Trinkwasser sind Filter aus verschiedenen
Materialien erhältlich, die Bakterien und Viren entfernen können,
z. B. Glasfaserfilter oder Umkehr-Osmosefilter.
UV-Strahlung Es gibt handliche UV-Geräte, die durch UV-Strahlung das Wasser
wirksam von Bakterien und Viren befreien können. Allerdings sind
sie nicht für trübes Wasser geeignet.
Sexuell übertragbare
Krankheiten
Ungeschützter Geschlechtsverkehr
mit einem Gelegenheitspartner –
HIV TESTS das kann negative Folgen haben.
BEI EINREISE
Verwende auf jeden Fall Kondome beim
In einigen Ländern ist
Geschlechtsverkehr, um zu vermeiden,
die Einreise von HIV-
dass du ein unliebsames Souvenir
Infizierten verboten, in
manchen Ländern wird oder eine ernste oder gefährliche
bei der Einreise ein Erkrankung mit nach Hause bringst.
HIV-Test gemacht oder Kondome verringern das Risiko, sich mit
ein ärztliches Attest Geschlechtskrankheiten anzustecken –
zur Einreise verlangt.
und sie schützen vor HIV. Auch andere
Krankheiten wie Hepatitis A, Hepatitis B
und HPV werden sexuell übertragen. 30Informationen zur Sicherheitslage
im Reiseland
Einige Sicherheitstipps auf Reisen:
Trage keine teuer aussehende
Kleidung sowie Schmuck und Uhren Wenn du auf einer Reise im
Ausland in eine Notsituation
Trage nicht übermässig viel Geld kommst, kannst du die
bei dir schweizerische Vertretung um
Lasse Dein Gepäck nicht
Rat und Hilfe bitten oder die
unbeaufsichtigt Helpline des Eidgenössischen
Departements für auswärtige
Bewahre eine Kopie deines
Angelegenheiten EDA
Reisepasses, Ausweises,
Führerscheins, Visa und der
kontaktieren (siehe Seite 6).
Krankenversicherung bei
Freunden, bei der Familie oder
online auf
Bleibe in regelmässigem Kontakt
zu deiner Familie oder deinen
Freunden, damit sie wissen, wo
du bist
Informiere dich über die aktuelle
Sicherheitslage in deinem Reiseland:
SwissTravelTribe.ch/Reiselinks-India
Mache dich schlau, wie die
Sicherheitslage in deinem
Zielland ist. Die Situation
kann sich schnell ändern.
Verfolge daher die Nachrichten
regelmässig und passe Dein
Verhalten und deine Reiseroute
gegebenenfalls an.
31
31Medikamente
Wenn du regelmässig
verschreibungspflichtige Medikamente
einnimmst, vergiss nicht, diese
Medikamente für die Dauer deiner Reise
in ausreichender Menge mitzunehmen. Es
ist sogar ratsam, eine kleine zusätzliche
Reserve dieser Medikamente einzupacken
für den Fall, dass sich die Heimreise
unerwartet verzögert.
Nimm deine Medikamente in den Reiseapotheke
Originalverpackungen im Handgepäck
mit. Du kannst deinen Arzt oder Passe deine „Reiseapotheke“ an die
Apotheker auch fragen, ob er dir den Art der Reise, das Reiseziel und die
generischen Namen des Medikaments
Reisedauer an. Je abgelegener das
auf die Verpackung schreibt. Das kann
Reiseziel ist und je individueller die
hilfreich sein, falls du das Medikament
während der Reise im Ausland kaufen Reise, um so intensiver musst du
musst. über eine sinnvolle Reiseapotheke
nachdenken. Bedenke, dass manche
Je nach Medikament verlangen manche Arzneimittel in anderen Ländern nicht
Länder bei der Einreise oder beim Zoll erhältlich sind. Merke dir daher nicht
eine ärztliche Bescheinigung für die
nur den Markennamen des Produktes,
Notwendigkeit der Medikamente.
sondern am besten auch den Namen
der Substanz. Diesen findest du auf
Nimm deine medizinischen Dokumente
wie Impfpass, Diabetikerausweis oder der Packung. Bedenke auch, dass
Allergiepass mit auf deine Reise! manche Arzneimittel in manche Länder
nicht eingeführt werden dürfen.
Prüfe vor einer Reise, ob
der Versicherungsschutz
der Krankenversicherung
ausreicht und eventuell
höhere Behandlungskosten im
Ausland abdeckt, oder ob eine
Zusatzversicherung für Reisen
abgeschlossen werden sollte. 32Verschreibungspflichtige Medikamente
Medikamente, die du regelmässig einnimmst
Ausreichend Diagnostik-Zubehör, z. B. Blutzucker-Teststreifen
Allergie-Notfallset, falls du Allergiker bist
Malariaprophylaxe/Malaria Notfallbehandlung
(je nach Reiseziel) Breitbandantibiotikum
Freiverkäufliche Medikamente
Medikamente gegen Durchfall
Antihistaminikum
Abschwellendes Nasenspray, mit oder ohne Antihistaminikum
Medikamente gegen Reisekrankheit
Medikamente gegen Schmerzen oder Fieber (bei Tropenreisen möglichst
keine acetylsalicylsäurehaltigen Schmerzmittel, da Gerinnungsprobleme
bei Dengue-Fieber auftreten können)
Medikamente gegen Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder
Verstopfung
Antimykotische oder antibakterielle Salben oder Cremes
1,0 % Hydrokortison Creme
Medikamente gegen Sportverletzungen/Kühlkompressen
Erste-Hilfe-Set
Verbandsmaterial (Pflaster, Kompressen, Mullbinden)
& Desinfektionsmittel (Wundsalbe)
Fieberthermometer, Pinzette, Schere
(bei Flugreisen nicht ins Handgepäck),
Einmalhandschuhe
Elektrolytmischungen gegen Durchfall
Dies ist eine emp-
Andere wichtige Dinge fohlene Reiseapotheke
und ersetzt nicht den
Blasenpflaster
Rat deines Arztes,
Sonnenschutzmittel
Apothekers oder Reise-
Insektenschutzmittel und Repellents mediziners. Lasse dir
antibakterielle Handtücher und Hand- von deinem Arzt oder
desinfektionsmittel auf Alkoholbasis (mind. 60 %) Apotheker eine persönli-
Augentropfen che Empfehlung für eine
Reiseapotheke erstellen,
besonders, wenn du
eine Risikoperson bist.
33Sonnenschutz & Jetlag
Sonnenbrand
Achte bei Reisen auf einen aus- Wenn wir von einem Kontinent zum
reichenden Sonnenschutz, auch wenn es anderen fliegen, sind wir auch in un-
bewölkt ist. UV-Strahlen sind schädlich terschiedlichen Zeitzonen unterwegs.
für die Haut. Sonnenbrand ist nicht nur Selbst wenn wir das wissen, weiss das
lästig, sondern erhöht auch das Risiko, unsere innere Uhr noch lange nicht.
an Hautkrebs zu erkranken. Je näher Sie ist noch auf die Zeitzone unseres
das Reiseziel am Äquator oder in grosser Abflugortes eingestellt. Deshalb sind
Höhe liegt, umso belastender ist die wir müde, wenn wir am Zielort an-
UV-Strahlung für die Haut. Eine erhöhte kommen, auch wenn es dort hell ist.
UV-Strahlung ist auch durch Reflexionen Nachts sind wir wach, da unser Körper
von Schnee, Wasser oder Sand möglich. noch auf Tag eingestellt ist.
Ein paar Tipps für deinen Sonnenschutz: Was kannst du dagegen tun?
=> Meide starke Sonne, vor allem Wenn du in Richtung Westen fliegst,
zwischen 11 und 15 Uhr. solltest du vor der Abreise 1-2 Stun-
=> Creme dich ein, nutze Sonnencreme den später zu Bett gehen. Umgekehrt
(für Kinder mind. LSF 30 für Kinder; für verhält es sich bei Reisen in Rich-
Erwachsene mindestens LSF 20). tung Osten: Gehe vor der Abreise
=> Schütze dich vor der Sonne durch 1-2 Stunden früher ins Bett. Passe
Kleidung und durch eine Kopfbedeckung auch die Essenszeiten schon vor der
und durch das Tragen einer Sonnenbrille. Abreise an die neuen Schlafzeiten an.
Was tun bei Sonnenbrand? Meide die Während der Reise:
Sonne, lindere den Sonnenbrand mit Vermeide schweres Essen, Alkohol
kühlen Umschlägen, trinke reichlich und zu viel Koffein. Trinke ausreichend
Wasser. Falls sich Blasen bilden, steche Wasser. Schlafe am besten während
diese nicht auf, damit sich keine En- langer Flüge.
tzündungen bilden. Bei einem stärkeren
Sonnenbrand solltest du eventuell einen Nach der Ankunft:
Arzt aufsuchen. Gehe so viel wie möglich an die
frische Luft. Das wird deinem Körper
helfen, sich an die neue Umgebung
anzupassen. Nimm deine Mahlzeit-
en zu den üblichen Essenszeiten im
Ankunftsort ein. Trinke viel Wasser.
Vermeide Alkohol und zu viel Koffein.
34Reise-Thrombose
Langes Sitzen auf Reisen im Auto, Bus
oder im Flugzeug – das ist nicht unge- Gesund verreisen
fährlich. Der Bewegungsmangel kann
– Tipps und Infos
dazu führen, dass das Blut nicht mehr
richtig zirkuliert und eine Thrombose
entsteht. Dabei bildet sich ein grosses
Blutgerinnsel, das ein Gefäss blockiert.
Löst es sich und wandert es in die Lunge,
kann diese sogenannte Embolie dem
Organ schaden und sogar tödlich sein.
Einer Reise-Thrombose kann man
vorbeugen: Bewege dich immer wieder
Reisekrankheit
während deiner Reise, trainiere deine
Wenn das Auge etwas sieht, was
Wadenmuskulatur und strecke deine
nicht mit dem übereinstimmt, was
Beine im Sitzen. Wähle im Flugzeug
das Innenohr wahrnimmt, kann das
einen Gangplatz.
für den Gleichgewichtssinn eine
Herausforderung sein. Das kann
passieren, wenn wir mit dem Auto,
Schiff oder Flugzeug unterwegs sind.
Schwindel, Übelkeit und Erbrech-
en sind die Folge – die sogenannte
Reisekrankheit. Durch sie kann der
Weg in den Urlaub sehr unangenehm
Höhenkrankheit werden.
Wie kannst du die Reisekrankheit
vermeiden? Fahre selbst Auto oder
Viele reizvolle Reiseziele liegen in
setze dich auf den Beifahrersitz. Im
Höhen über 2500 Metern über dem
Bus sitzt du am besten in den vor-
Meeresspiegel. Wenn du keine Zeit
deren Reihen, im Flugzeug auf Höhe
hast, dich an die Höhe zu gewöh-
der Tragflächen. Bei einer Schiffs-
nen oder zu schnell in grosser Höhe
reise gilt: Je näher du dich in der
aufsteigst, kann es sein, dass du
Schiffsmitte befindst, umso weniger
mit der Höhenkrankheit zu kämpfen
intensiv spürst du die Bewegung.
hast. Die Höhenkrankheit in ihrer
Richte den Blick auf den Horizont,
milden Form äussert sich durch
um dem Gleichgewichtssinn ein-
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetit-
en festen Bezugspunkt zu geben.
losigkeit, Schwindel und Übelkeit.
Besprich vor der Reise mit deinem
In schweren Fällen kann die Höhen-
Arzt, ob du Medikamente gegen die
krankheit zu einem lebensgefährli-
Reisekrankheit benötigst.
chen Höhen-Lungenödem oder
Hirnödem führen.
35Meine Reise-Gesundheits-Links
Reisegesundheit/Reisemedizinische Beratung
www.safetravel.ch
www.swisstph.ch/de/reisemedizinisches-zentrum-tropeninstitut/
Allgemeine Informationen zu Impfungen
www.bag.admin.ch/impfplan
www.infovac.ch/de/
Allgemeine Informationen zu Reiseimpfungen
www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfo-
erderung-und-praevention/impfungen-prophylaxe/reiseimpfungen.html
www.who.int/ith/ith-country-list.pdf
Krankheiten
www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick.html
www.ecdc.europa.eu/en/
www.who.int/emergencies/diseases/en/
wwwnc.cdc.gov/travel/notices/
Sicherheit auf Reisen
www.eda.admin.ch/reisehinweise
Reisecheckliste
www.eda.admin.ch/dam/eda/de/documents/vertretungen-reisehinweise/Reise-
checkliste_DE.pdf
Die in diesem Travel Guide bereitgestellten Informationen und
abgegebenen Empfehlungen können den Rat deines Arztes und/
oder Apothekers nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen. Wir
empfehlen dir vor Reiseantritt in Risikogebiete rechtzeitig deinen Arzt
und/oder Apotheker zu konsultieren. Alle Inhalte beruhen auf Sch-
weizer Quellen und richten sich deshalb nur an die Internetnutzer in
der Schweiz. Ausländischen Internetnutzern empfiehlt Emergent, sich
entsprechende länderspezifische Informationen zu beschaffen. 37Quellen Stand: April 2019
1 www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/typhoid
www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/cholera
2 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueber-
blick/typhus-abdominalis-paratyphus.html
3 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/
cholera.html
4 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/
hepatitis-a.html
5 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/
hepatitis-b.html
6 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueber-
blick/tollwut.html
7 www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/mt/i-und-b/reisemedizin-rei-
seimpfungen/impfempfehlung-japanische-enzephalitis.pdf.download.pdf/
impfempfehlung-japanische-enzephalitis-de.pdf
8 www.infovac.ch/de/impfungen/schweizerischer-impfplan
www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/kuv-leistungen/referenz-
dokumente-klv/art-12a-schweizerischer-impfplan-2018.pdf.download.
pdf/Art.%2012a,%20Schweizerischer%20Impfplan%202018%20
des%20BAG%20und%20der%20EKIF.pdf
9 www.safetravel.ch/safetravel2/servlet/ch.ofac.wv.wv202j.pages.
Wv202DestinationsDetailsCtrl?action=showInfoDetaile&refLieu=IN
10 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueber-
blick/malaria.html
11 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ue-
berblick/dengue.html
12 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ue-
berblick/chikungunya.html
13 www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueber-
blick/zika.html
38CH TravG IND 001 © 2019 Emergent, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
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